Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 24 (13.6.1929)
- Date
- 1929-06-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Novlnöv* v#platn6 povolenß riadlt post a telegratov v Bratislave eis. 41572-IH-20. Jonrnal expddl• par 1‘edlteir JÜDISCHE PRESSE ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. ftcdaktlon a. Admiaiitratlont Wien,!).,Leopoldslasse-26, i. Stiege, 1. Stock. — Tel. R 45-484־ Tschechoslowakei 1 Bratislava, Postfach 140. 3!scheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Mittwoch Mittag. Abonnementspreise 1 Ganzjährig 1 Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen auf Konto .Jüdische Presse־, Wien für Oesterreich: Postspatkasseftkonto Nr. D-93614; Deutschland: Post- Scheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien: Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217; Polen: Postspk.-Amt Warschau Nr. 1S0409; Ungarn: Postspk.-Amt Budapest Nr.50170; Schweiz: Postscheckk. Zürich VIII- 4117; tür dte Tschechoslowakei: ״JüdischePresse*, Biatislava, Postspk,-AmtPrag KontoNr.53386 Nr. 24 | Wien-Bratislava, 13. Juni 1629 .ב׳י■: וי;ה־פרעםבומ ה, פיון תיפ״ט ז■ «» 15■ Jahrg. שבועות Da gärt es und kocht es von offenen und versteckten Angriffen gegen den Ewigkeitscharakter der am Sinai offenbarten Lebensnorm (denn das heißt Thora) in allen Kreisen. Auf der einen Seite von Angriffen, deren trübe Quellen klar zutage liegen; das sind tatsächlich die weniger gefährlichen. Viel bedenklicher aber ist die Einstellung, welche in jüdischen, in gut jüdischen Kreisen das Verlangen erzeugt hat, daß Thoranormen und in diesen Normen verankerte Lebensbeziehungcn sich dem Geist, oder richtiger gesagt .den brutalen Lebensformen der Jetztzeit anschmiegen müßten. Die Bedenklichkeit rührt daher, daß man' in führenden orthodoxen Kreisen es verabsäumt hat, diese Bewegungen fürsorglich zu beobachten und daß andererseits gerade mißverstehende Liebe zur Thora gar nicht so wenig häufig, wie es äußerlich den Anschein hat, jene Forderungen diktiert. Es tagte jüngst in Hamburg der Frauenbund, er tagte an der Schwelle des Offenbarungsfestes. Es tagten Frauen, die erfüllt, sind vom Mitleid für ■leidende Schwestern. Tastversuche waren es an der Frage, ob nicht manches Leid behoben Averden könnte durch die oben charakterisierte Umformung der Thoranormen. Freilich, man hat schließlich dem Rat und der Tat der Rabbiner das sclnvere Problem überantwortet. Man kann es den Frauen nicht verargen, Avenn sie nicht Avissen, Avie sehr sich die vcrantAvortlichcn Führer des . Judentums bemühen, in jedem einzelnen Fall im Rahmen der Norm den leidenden Frauen zu helfen, Avie es fast eine Lebensarbeit der Größten bedeutete, diesem Bestreben zu dienen. Allein die Grundeinstellung ist es, die uns Sorge macht. Im Vorakt der Offenbarung — die Kunde ist Avohl bekannt — verlangte der Allmächtige von Moses, daß er das Wort zuerst an die Frauemvelt richte. Eine feinsinnige Bemerkung macht darauf aufmerksam, daß der betreffende Text nicht bloß besagen kann: ״So sollst Du reden zum Hause Jakobs (den Frauen) und sollst künden den Kindern Israels (den Männern)“, sondern bei voller grammatischer Richtigkeit auch bedeuten kann: ״So sollst Du reden zum Hause Jakobs (den Frauen), damit dieses es künde den Kindern Israels.“ Wie groß muß der Mann von den Frauen gcdacht haben, der diese Bemerkung machte, ein Avie großes Vertrauen offenbart sich da! Es soll den!,rauen Vorbehalten ,bleiben, das Vernommene zur ,Norm zu gestalten. Voraussetzung für die Möglichkeit, diesem Vertrauen gerecht zu Averden, ist der Wille, auch das Gefühlsleben von dieser Norm tragen zu lassen. Es müßte deshalb das Programm jeder jüdischen Frauentagung sein, nicht die Normen, sondern die Menschen umzugestalten. Die Frauen und Mädchen unserer Tage haben ja das ehrliche Bestreben, ihr Wissen auch auf jüdischem Gebiete zu bereichern. Wo sind nun die Frauen, die den freudigen Mut haben, nicht nur in lebender Tat sich von der Thoranorm bestimmen zu lassen, sondern auch das zu künden, auch das zu vertreten, daß diese Norm Glück bedeutet, innere Harmonie, Garantie für die Heiligkeit des Kindes; avo sind die Frauen, die den höchsten Gipfel der Frauemvürde, den sie bei clem Auftakt zur Offenbarung erlebt haben, stets im Auge haben? Für alle Frauen, aveiche von diesem Streben beseelt, sind, Avird mit der Erinnerung an die Offenbarung eine Fraueiigestalt verknüpft, die aus freier Hingabe in die Reihen der jüdischen Frauen eintrat, die Moabstochter Ruth. Sie Avußte, Avelchen Lebensbedingungen sie sich unterwarf, aber sie erfuhr auch, daß gerade die Thoranorm auch die durch Üfcbensschicksale einsam geAvordene Frau schützt. Ruths Erkenntnis aber besagte, daß sie in der Thoranorm den Willen des Allmächtigen erblickte. Möge Ruths Geist den jüdischen Frauen am SchoAVuaus die unzAveiduetige Offenbarung dieses Willens vermitteln. Daran Avird die Welt genesen. P. K. Die Agnda auf dem Scheidewege. Reiset mm Kongress mit den bekannten Schiffen der Cunard Line Red Star Line White Star Line Bureaux in New York: Cunard Building, 25 Broadway International Mercantlls Marine Co., 1 Broadway in Wien: I,, Kärntnerring 4 und JV., Wledner Gürtel 8 Die Vorbereitungen zur zweiten Kenessio sind!11, vollem Gange. Die technische Arbeit wird eifrig,׳ fachkundig und hoffentlich auch erfolgreich betrieben.׳ Um so mangelhafter erscheirit uns die geistige Vorbereitung, die Klärung des Programmes für die zweite Kenlessio. 1 Die Agudisten in Deutschland, insoweit siq' publizistisch hervortreten, sind unheilbar in den Fängen des § 4 des Aguda-Statutes verstrickt und versuchen, aus deut-J sehen! Lokalbedürfnis heraus, die Weltorthodoxie vor ein Problem zu stellen, das die überwiegenden Massen de^ thoratreuen Judenheit überhaupt nicht oder "nur in seh|1j geringem Maße interessiert. In diesen fruchtlosen Del batten tauchen Gespenster auf, die vor Kattowitz, also; vor 17 Jahren, auf die Gemüter des vorbereitenden Ko■) mitees schwer gedrückt haben, die aber in der Pe-: riode der Aktivität der Aguda vollständig gewichen sind, Die übereifrigen Diskussionen über den § 4, AveiJ qualifiziert sei, mit einem Führerposten in der Aguda betraut zu werden, läßt die Befürchtung aufkommen* ׳daß die eigentliche Agudaarbeit in den letzten Jahren in arge Stockung geraten ist, denn bei dem normalen Fortgang der Arbeiten wäre es natürlich, statt Statuten-, mäßiger Paragraphierung von Voraussetzungen und Qualifikationen Jetwaiger Führer einfach die Tatsache׳ zu setzen, daß •nur jener zur Führung in der Aguda berufen sein kann, der bewiesen hat, daß er für die Ideale der i Aguda und für die Organisation der Aguda Ersprieß- liches zu leisten imstande war und daß er bereit ist, die opfervolle Arbeit für die Aguda mit dem Einsatz seiner ganzen Persönlichkeit fortzusetzen. Es muß gesagt werden, daß bei statutarischer Fest■* . haftaing dieser Tatsache ein großer Teil ׳der zurzeit wirkenden Führer, der Aguda Jisroel ihres A m t e verlustig erklärt Averden, müßten, es muß ferner auchl gesagt werden., daß in solchem Falle nur wenige sich fänden, die sich in die illustre zentrale Körperschaft der Aguda wählen ließen, aber diese wenigen wä.׳־ een mehr, als die vielen von heute, die wohl der! rigorosesten Fassung des § 4 entsprechen, aber! . die primitive Voraussetzung außer acht lassen, daß ׳ eine Organisation nur durch Arbeit, hingebungsvolle, I leidenschaftliche und zielstrebige Arbeit in die Höhe .! gebracht werden kann. Mit ' Bedauern muß festgestellt werden, daß alsl Prognostikon der zweiten Kenessio nicht Diskussion über שומז כשר (תחת השגחח הרב ר׳ ישעי פורסט שיפשוהל) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroel) Ueberall erhältlich! ב ע" ה AUFRUF! Tausende und Abertausende von Jünglingen und ihren Lehrern, die sich ganz der תירה ergeben, leiden bitterste Not! 50.000 Dollar wurden im letzten Jahre vom KEREN HATKORA für physischen Schutz und geistige Erziehung jüdischer Kinder verausgabt. Ein Vielfaches ist nötig, um allen Anforderungen gerecht werden zu können. Zwei grolle Schöpfungen tragen den Namen des KEREN HATHORA: Das Zentralinstitut ,Belh Jakob* in Krakau und die ,Jeschiwah Chachme Lublin*. Beide harren der Vollendung, um in neuzeitlicher Form auf alter Grundlage das jüdische Kind zu erziehen. Gedenket der תורה '• Gedenket am Thorafeste des KEREN HATHORA! Spenden nehmen die Landesverwaltungen des Keren Hathora entgegen. Allgemeine Keren Hathora-Zentrale, Wien II, Leopoldsgasse 26 (Bankkonto Zentral-Europäische Länderbank, Expositur Franz Josefs-Kai, Wien I.) Was bietet die führende Weltfirma Othmar Schiff, Wien, I., Kärntnerring Nr, 6 in Damenperücken? I. Modernste und individuelle Ausführung II. Tadellosen, mustergültigen Sitz III. Nur erste Dualität in Material und Arbeit zu mäßigen. Preisen unseres neu ei (gegenüber dem Hotel Bristol - Tel. U-41-3-G2) Die Firma Othmar Sahiff legt allergrößten Wert darauf, jede Kunde unter allen Umständen zufriedenzustellen * Setzen Sie sich datier, bevor Sie eine Perücke kaufen in Ihrem ureigensten Interesse mit der Firma Othmar Schiff in Verbindung!