Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 23 (7.6.1929)
- Date
- 1929-06-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seife 4 JÜDISCHE PRESSE Nr. 23 | TlcliechosIakei f Besitzen Ausländer in den orthodoxen Gemeinden der Slowakei Stimmrecht? BL flfiCflSlCflTEfl |^| | Wien (AJPB.). •Der. Ozorfckower Großrabbiner bat ,vor seiner Abreise nach Polen! der Agud!a-!Ze!1itraIe in Wien mitgeteiit, •daß er zur Sitzung des rabibireisdien ׳Rates nach Wien!kommen wird. ■■;■ Aufruf. Von verschiedenen' Seiten!werden wir auf das Elend des ehemaligen. Tapezierers L. R.. nach Buda- •p׳est /zuständig, aufmerksam gemacht, d׳er durch eine׳ Fehl- Ibehandlung eine schmerzhafte tHiiiftiver steife mg;hat. und durch eine Operation im orthopädischen Spital 'könnte der- ■selbe seine Gesundheit wieder erlangen׳ und .wieder arbeitsfä'hiig werden. Da :L. R.!reicht nach Wien׳ ׳zuständig ist, müssen׳ die Spitalskosten ■für drei!Monate •im voraus erlegt wetden ,und' 'betragen diesellbenr S!1600. Fünf große Institiutionen halben für diesen würdigen Fall ׳S 600 ibe- -willigt •und bitten wir edle Menschenfreunde׳, hier •helfend' einzugreifen. Spenden nimmt die Redaktion entgegen!. Name und Adresse des L. R, sind den Redaktion!!bekannt. Bad Homburg v. d. H..!seit!über •100 Jahren׳ als spezie'lles Heilbad für ■Magen-, Darm-!und1!Stoffw׳ecfeelkran׳kheitere weltberühmt,!bietet mH!seireere heilkräiftilgen!Mineralquellen, seinen: :vielseitigere ׳Kurdarbietungen!und seinen -Vollzügen an!Natiurschiörtheiten einen! nach!jeder Richtung Win!׳dealen Kuraufenthalt. ׳Hamburg!v. d. 1H., das ׳alle׳ Vorzüge eines ׳modernen Kurortes in sich ׳vereint, besitzt auch ״eine geradezu!herrliche Umgebung, •die größere •und kl eine re Spazier« änzß׳ in nervenstärkender Wald- und!Berglmft ermöglicht. Die allgemeinen durchwegs :erstiklassli'gen! Da׳r- S3ie tu regere verschönern den Aufenthalt, ׳ermöglichen Er-!halureg u'tiid׳ ׳vollständige!Genesungs ׳wobei es, speziell in der Jetztzeit, .gebührend' erwähnt ׳sein soll daß!man in Sanitäfsrat Dr. Rosen,fchals Sanatorium!streng ׳rituell• und 1gut verpflegt wird. J. F. ‘ Aus II!sc;hl •schreibt׳ m׳a׳n uns: Ire der ׳Pension• '•J111 ■pi tie׳r, Lindaustraße 18, ihiat IHer.r. D.!Aa ron׳ Kornfeld!aus (Raab. Sohn!!des 'bekannten orthodoxen Ober- 1־rabbiners Albra'haim (Kornfeld' •si A.. die -Aufsicht und שחיטה־;übernommen. Verläßliche שומרת!ist separat vor- Wauden׳, iso daß die prachtvolle•;Lage!,!der :gemütliche Aufenthalt bei bester, ׳verlüblichster Verpflegung in׳ •schönster •Umgebung!gesichert' ■ist. .Bs ist ,auch• ein schöner!großer Garten beim!Hause, so •daß für ׳eine ausreichende!Erholung Jede ׳Möglichkeit!geboten äst. Agudas Jlsrael und die Jewlsh Agency. Wien (AJPB.). in der!gesamten jüdischen Presse :kursierte!eine Mitteilung des!bekannten Misrachi-Fübrers Meier Berlin, .in der es heißt, daß Agudas Jisroel und1 Misraohi wegen einer gemeinsamen Vertretung in der Jewisb Agency!unterhandeln. Die Aguda^Zentrale in Wien!teilt •mit, daß derartige Unter handlangen weder /mit der Misrachileitung moch mit Persönlichkeiten des Misrachi!geführt wunden. Kongreß des Weltverbandes der Sabbatfreunde, Berlin (AJPB.). •Der Weltverband der Sabbatfreunde beabsichtigt, eventuell;! im!Zusammenhang mit der •K. G.,!eine Tagung ׳in Wien .abzulbalten. Obwohl die a!memilkariiisc'hen Organisationen des •Weltverbandes!die Länder- 'konierenz 5m Juli ׳oder August •wünschen, ist es!möglich, daß ׳dieslbeziigliche Vsrhan'dliinngein eine Verlegung des Termines!in!den September zur ׳Folge haben werd׳en. Dr. Max Oppenheimer s. A. F r׳a n׳k!fu׳rt •a. M. (AJPB.). Das Mitglied den P׳a׳lästiina-Zentnale luntd/der aiuch sonst fi.n1 der Aguda eifrig tätige Rechts-anlwalt Dr. IM׳ax OppenhCimier!ist.!als -er im Begriffe ■Stand', /zur!Leipziger Delegierteretagung ein fahren.. a7ljährig, gestorben. Samuel Birnbaum s. A. A ms t e rda.m 1(AJPB.). Der Vorsitzende der ׳Peikidiim und Amaikaiim, Samuel Birnbaum, .ist in Frankfurt ■a.!M. •gestorben. Seit einigen Jahren taucht ■ das ׳Gespenst dieser Frage immer wieder in den Gemeinden auf und1 bildet oft den Hintergrund — oder den Vorwand — zu Streitfällen, •deren Widerlichkeit nicht erst geschildert zu werden;braucht. Sie ist erstmalig in einer Gemeinde der Ostslowakei •als Begründung zu einem Wahlprotest aufgeworfen worden. Das konfessionelle Schiedsgericht, •das statutengemäß über die Streitsache zu urteilen hatte, stellte sich auf •den Standpunkt, •daß ׳die Entziehung des aktiven und passiven Wahlrechtes von Gemeindemitgiiedern, 'die sich nicht a-ls tschechoslowakische Staatsungehörige aus'weisen können, weder r e l1׳i g i ö s noch moralisch zulässig sei, ebensowenig aber mit den geltenden Gesetzen des t s c h e c h 0slowakischen Staates begründet werden könne. Das!konfessionelle Appellationsschiedsgericht, das sich ebenfalls mit der Angelegenheit zu •befassen hatte, erkannte den ׳Standpunkt des erstinstanzlichen ■Gerichtes als richtig an. Trotzdem macht ׳der Streitfall Schule und Proteste wegen der Ausübung des Stimmrechtes durch Ausländer!in den Gemeinden kehren unausgesetzt wieder und ׳drohen, all ■denjenigen für •die Dauer den Vorwand abzugeben, die der ruhigen!Entwicklung der orthodoxen Gemeinden und ihrer!Erstarkung iim Sinne prinzipienstarker Gemeinwesen der Thoratreue Hindernisse zu 'bereiten ׳bestrebt sind. Wir sind jetzt endlich in der Lage, all diesen Protestlern •die 'letzte (Hoffnung auf einen Erfolg endgültig zu nehmen und festzustellen, daß die Tatsache, daß ein Gemeindemitglied nicht tschechoslowakischer Staatsarigehöriger ist, auch nach der Auffassung der höchsten •u n •d ent s c h e!1 d e n ׳d e n g e r i c h tliehen Stelle unseres Staates kein Grund ist zur Entziehung des Stimmrechtes, wenn der Betreffende dein, sonstigen Anforderungen der Statuten und des *Reifgionsgesetzes entspricht. Die schönsten Bublkopf-Perfidcen kaufen Sie Damenfrisiersalon ״Favorit“ Bratislava Suchä Myto 16 Fertige Perücken jeder Art in großer Auswahl stets am Lager. I;; Seit einigen Tägen •liegt eine ,Entscheidung des Obersten Verwaltungsgerichtes!vor, aus dem dies mit aller ׳Eindeutigkeit hervorgeht. •Die Veranlassung ■zu dieser Entscheidung gab ein ׳Fall in einer nichtjüdischen Konfesslon, •in welchem auch das!Ministerium •zu der Auffassung sich bekannte, daß Ausländer hohe Kirchenämter als ״Öffentliche Funktionen“ in •der Tschechoslowakei nicht bekleiden ,könnten. ,Der Fabrikant Th. C. wurde •zum :Mitgliede der Deutschen!Evangelischen Kirchenleitung gewählt.!Das Schul'ttrinisterium hat seine Wahl nicht ■bestätigt, •da er nicht die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft ■besitze• Ueber die Beschwerde •des Fabrikanten hat das Oberste Verwaltungsgericht ׳mit!Entscheidung vom 17. Mai 1929, Z. 9286-28 ׳den •Erlaß a 1 s g e s e t z 1׳ i c h nicht ׳b egründet aufgehoben. Die;Mitgliedschaft in der Kirchenleitung stelle eine öffentliche ׳Funktion ■dar, ■e s bestehe jedoch!keine Vorschrift, daß jede öffentliche Funktion nur ein Staatsbürger versehen kann. Es sind somit 'hiefür die spezielten V o r s c h r i f •t e n, iim!vorliegenden Falle die Verfassung der deutschen evangelischen Kirche e n tscheidend, welche die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft 'für ׳das Amt eines :Mitg J i e d e ■s der Kirchenleitung nicht ׳vorschreibt. Der Beschwerdeführer war ׳durch Dr. Ludvvig ■Krieg vertreten. Die ׳Nm'tizaniwenidlung ׳dieser wichtigen׳ Entscheidung auf die orthodoxen ׳Gemeinden im ,der Slowakei liegt auf der ׳Hand. . Das Organisattonsstatut der orthodoxen Gemeinden in der Slowakei, das ,von 'der!Regierumg mit Gesetzeskraft genehmigt wurde, unterscheidet die Gemeindemitglieder ift Bezug auf Sta a tszuigehörigkeiit1 /mit keinem. Worte. Der betreffende § 8׳ der L/anidessta totere laufet: ״Jedes Gemeindeimitglied ׳i!st!berechtigt, die Ge- •meindeinstii'tutionen: ■zu •benützen. Das Wahlrecht ,hat aber nur jener, ■der nach!den!geltenden! Lokalste tuten■ die , ■Gemeindeum'lage ׳zahlt usw.“ ׳ ׳ י Von •der tsahechasiawakiischen Staatsangehörigkeit ist daher die •Ausübung ׳d,e!s ■aktivere;Wahlrechte׳« keineswegs •abhängig., ׳Es ist auch wohl anziunehmen, ׳daß sich •eine derartige religionsgeisetzlicih!nicht zu. rechbfertigeride •Rechtstbeschrä nkmreg in! keinem' Lokals tiatot •der orthodoxen Gemeinden׳ findet ־ Bezüglich •dies!p!a s s i v ■ein W a hl r •e ch t e s 'kennt der Artikel XLII ung. ׳Gesetz!vom Jahre 1895, das ■noch Rechtskraft besitzt .allerdings!eine ■kleine Einschränkung. Dort schreibt der § 3 folgendes vor: ״Seelsorger (Rabbiner) •ured G .e •m e 1 n d ׳e- Vorsteher (hitfcözsögi elöljärö)!kann nur dasjenige!Mitglied! der israelitischen Konfession,!sein!, das!unigarischer (׳jötizt tsöhec'hoslowialldscher)!Staatsbürger ist •und «.eine .Ausbildung in Umgarn (Tschechoslowakei) ge- •reossen hat.“!Schon daraus geht zweifelsfrei •hervor, daß der Gesetzgeber eine Abhängigkeit!von der Staiat׳szu1ge;h!ärigkeit bezüglich des ׳aktiven-Wahlrechtes überhaupt! nicht und/ /bezüglich /der Wählbarkeit n/u r ,zu׳ ■d'cm׳ Aim t e des Rabbiners und Gemeindevorstehers vorschreibt. Jeder Versuch, diesem Gesetz!oder der Rechtsläge der!Ausländer ln ׳den jüdischere Gemeinden1 eine andere ׳ Deutung 2Ä1!geben, fällt in sich׳ /zusammen. Die jüngste /Entscheidung des Obersten Ve׳nw:ail׳tiren1gsgerichfces kommt vom j/u rid'i sehen Standipnukfe zu tdem gleichen Resultat), •Wie •d׳i׳e ׳Urteile der Schiedsgerichte aius konf es s ione'l'd en •u nd religiös e n Gesichtspu-nlk te re heraus ülber die •Versuche ׳zur Entrechtung der Ausländer innerhalb der •orthodoxen Gemeinden den Stob, gebrochen haben. _ J. J. B, Zweitägige Sitzung des orthodoxen Verwaitungsausschusses. ,Montag und ׳Dienstag, den 24. und 25. Ijar tagte in B r a׳ t i s 1 a v a der V e r w a 11 u n ׳g s a u s s c h u ß der orthodoxen :Landesorganisation ׳bei guter!Beteiligung der!Mitglieder. Zur Beratung un;d!Beschluß- 'fassung lagen zahlreiche laufende Angelegenheiten der Konfession vor, so •daß die ׳Erledigung der reichhaltigen Tagesordnung volle zwei Tage ׳erforderte. Im Anschluß an diese Tage fanden auch (Sitzungen des R a bb in e r:k omit e e s und der 'Finanz- Kommission statt, (Nach der Tagung' verhandelte das konfessionelle A <p p e 11 a t i o ׳n s s chi e •d sge rieht!über die Streitfälle in den Gemeinden S a'b i n 0 v und •P e z'i n o'k. Nachricht. Herr Dr.!Samuel •Lö׳wy, ■Sohn!des sei. ■Lea tschau er Ra!ws s. z. L hat sich als Sp!0zi!alarzt für Rheuma ua׳d' •nervöse Krankheiten in Tr: Teplice׳ •niedergelassen, •Er w!a׳r klinischer Sekundäriu׳s ׳u׳n׳d längere Zeit!Assistent des •b;e־ rühmten Nervenarztes und Psychoanalytikers! Doktor Stecke! in Wien. Dr.'iLöwy hat schon •lange in d׳er Fachliteratur einen bekannten ׳NametL , . 50h׳ denke!mir still׳: Wie gut,!wie edel, •wie׳ hoch- (herzig■ imfüsseih• •alle •diese (Menschen ln! fiibrem־ ׳•PiUvabieben■ sein, wie großzügig, isoizia! (fühlend und ideal in!ilhrem all- ׳ ןtäglichen Vorkehr! , Der! ‘Kongreß ist ׳noch nicht zu Ende und ich׳ ,sehe voraus, daß eine feierliche Protestresolution ׳im׳ Namen der Mensch'ticlhikeit u!n׳d Gerechtigkeit■ angenommen! werden wird, ׳die׳ sich gegen: ׳jegliche ׳Art von!rreemschMcher Tätige •ke׳it •richtet,!die geeignet ist, kostbare Tierleiben׳ •der Ver- •nicht'Uing preiszugeben. Was •soll •ich euch •noch sagen!? Ich genieße das! erhebende Woblg׳elf׳üh1l, •in eine (hohe Versammlung ׳von •Edelmenschen geraten •zu■ seip, heute, •zu einer Zeit, •da ■a'llüberall Grausamkeit und Verrohung die Oberhaad׳ haben. Die Vorimittagssitlziing schließt׳ ln vorgerückter •Nachmittagss׳tu׳nde. ■I׳n!meinem Kopfe tummeln• sich!Katzen: und Mäuse, Wölfe und!Schakale. Die Delegierten ■und Gäste׳ verlassen •allmählich das Kongreßgebäude •und׳ schreiten ■in diie herrliche Friihlingssanne 'hinaus. Sie bestrahlt weich •und aart ihre Gesichter. Auch die Sonne (freut •sich׳ •dieser edlen Geschöpfe, denke fic'h •mir ... An!der Schwelle des Kongrcßgetbäudes liegt ein •zusammengeroliter (Knäuel. Näher hinsehend; et kenne ich ,in ihm •ein Mensoberewradk. Ein Bein!fehlt ihm vollständig,!von diem zweiten ist ׳nur •ein .armseliger Stumipf vorhanden. Von einem׳ (Memschengesicht •sind ׳nur!zwei ,tiefe Höhlen •zurückgeblieben. 1Dort waren einmal •ziwei Menschenaugen. Dieseim׳ Krüppel ist ein Schild umgdhämgt. Jti zwei Zeiten erzählt es die gewaltige Tragödie •eines verheerten Menschenlebens: ״Kriegsirevaliider!bittet ׳um ein Stückchen ,Brot.“ ־ Die Kongreßteilnehmer gehen!vorbei. Jeder Wirft׳ einen :Blick ׳auf die Aufschrift; •ich betrachte [jeden aufmerk- •sam. Kein!!Muskel bewegt ׳sich, ■nicht einer hat ein müdes׳ Trostwort für •den!Unig'iückHchen, (kein einziger ■nimmt sidh die 'Mühe, die!kleine, bescheidene!Bitte des Unglücklichen m enfülien. Währeud einer!nach׳ dem anderen an ihm worüberzieht׳, sagt sich vielleicht 'der Ungliickiliohe: ,Ach. •wäre ich •doöh als Bund oder •Esel auf •diese Welt gekommen ...“ Enttäuscht und niedergeschlagen kam ich nach Hanse. ■ (Aus dem Jiddischen׳ des Scha'bse Schön'fe•Id im ״Jud“. übertragen ,von T. Sch.) Die Heilwirkung des Radiums. Radium, diese kostbare, heilbringende Substanz, gehört Wegen seiner epochalen, fast wunderbaren Wirkungen, aber auch (wegen seines seltenen Vorkommens zu den. teuersten Dingen der Welt. Der Wert von Radium wurde •eingehend bei dem Kongreß der deutschen Röntgen- und | Radiumforscher besprochen, der im April 1929 in Wien | tagte. Eines der Hauptthemen, die eingehend und ausführlich besprochen wurden, war die Errungenschaft der modernen S t r a h 1 e n t h e r a p i e. Die berühmtesten Fach־ leute und Gelehrten auf diesem Gebiete haben die moderne Strahlentherapie!und deren Anwendung in langen Vorträgen gewürdigt und behandelt. Der Geist von Röntgen und Curie schwebte über dem Raum, in dem so viele bedeutende Träger und Verbreiter deren weltumspannenden Theorie beisammen saßen und an dem unsterblichen Werk der beiden Gelehrten weiterarbeiteten. Es kann nicht oft genug hervorgehoben werden, daß es Helden sind, die im Dienste der leidenden Menschheit an der Erforschung der Röntgen- und Radiumstrahlen unermüdlich tätig sind. Helden, die täglich und stündlich1 bei der Arbeit in Gefahr stehen, schweren Schaden an ihrem Körper zu nehmen oder gar ihr Leben aufs Spiel setzen, denn die heilbringenden Strahlen sind gefährlich für jeden, der sich ihnen berufsmäßig allzu lange aussetzt, wenn auch die moderne Wissenschaft Mittel und Wege gefunden hat, •die Gefahr für die mit Röntgenstrahlen behandelnden Aerzte auf ein Minimum herabzusetzen.! Auf dem Kongreß wurde auch die Radiumbe-' Strahlung eingehender Erörterung unterzogen. Gegenüber der Starkbestrahlung mit reinen Radiumsalzen, die auf gesunde Gewebe oftmals zerstörend wirkt, empfiehlt eine Reihe angesehener Radiologen die S c h w a c h b e s t r a h- 1 ung, die sogenannte Schwellentherapie, mit welcher bei rheumatischen Erkrankungen, Frauen- und Nervenleiden, Gicht, ja sogar bei Eiterungen die fabelhaftesten Erfolge erzielt wurden. Arterienverkalkung, hoher Blutdruck und A 1 te rs e rs c h e i n u n gen, von denen die Menschheit nur allzusehr geplagt ist, werden durch das Radium äußerst wirksam bekämpft und hintangehalten. Am Röntgenkongreß wurden die von den Joachimstaler Radiumwerken vorgeführten Kompressen als äußerst zweckmäßig bezeichnet. Ihre präzise Wirkung, ihr sicherer Erfolg, trotz der Einfachheit ihrer Verwendung, mußte den Beifall aller maßgebenden medizinischen und fachvvissenschaftlich'en Kreise finden. Wenn man die eminente Be-׳ deutung der Radiumther^pie erfaßt hat, wird man versfehen, daß dieses Heilmittel, daß die r a d i u m h ä 11 i g e n Kompressen der J o a c h i m s ta I e r Radiumwerke der. radiumbedürftigen Welt eine unersetzliche Gabe bedeuten.