Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 22 (31.5.1929)
- Date
- 1929-05-31
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 JÜDISCHE PRESSE Nr. 22 Künstlerhauses von Herrn Oberrabbiner Dr. Spitzer (Hambürg) eröffnet, der in längerer Rede die Grundgedanken der Aguda entwickelte. Ins Präsidium wurden außerdem die Herren Rabbiner Dr. Hoffmann (Breslau) und Julius Löwenthal (Eschwege) berufen. Nach warmen Be* griißungen durch Herrn Rabbiner Dr. Carlebach (Leipzig) namens des Rabbinates, Dr. Lipschitz (Leipzig) für die Ortsgruppe, stud. phil. Carlebach (Köln) für den B. J. A. erstattete Rabbiner Dr. Pinchas Kohn (Wien) einen Berieht des G. A. der Gesamt-Aguda, der allerdings weniger׳ Tatsachenmaterial als nachdrückliche Mahnungen an die deutsche Aguda zu pflichtgemäßer Rücksichtnahme auf die Anschauungen anderer Länder enthielt. Einen durch starke Selbstkritik und weitgehende Nüchternheit auffal* lenden Bericht erstattete Wolf S. Jacobson (Hamburg) '*namens des Hamburger Vorortes, der mit der Lethargie und dem lokalen Egoismus der Ortsgruppen scharf ab* rechnete. Für die Jugendorganisation berichtete Schnerb (Frankfurt a. Main), der die Bitte aussprach, das Problem Esra-Aguda diesmal uncrörtert zu lassen. Starken Eindruck machte das Referat Dr. Moses Auerbach (Berlin) für die Palästina-Zentrale. Es wurde beschlossen, das Referat im Wortlaut dem Drucke zu übergeben. Den Schluß der Berichte bildete ein Referat Hermann Schwab (Halberstadt) über die erfreulicherweise trotz aller Schwierigkeiten erfolgreich fortgeführte Arbeit des Kriegswaisenfonds der Agudas Jisroel. Nachdem die Oeffentlichkeit ausgeschlossen war, begannen die internen Beratungen der Delegierten. Die Generaldebatte, die am Sonntag bis in die späten Abendstunden hinein fortgeführt wurde, war von zwei Gegenständen beherrscht: der Diskussion über den ß 4 der Satzungen und der damit im Zusammenhang stehenden Betätigung der Gemeindeorthodoxic innerhalb der deutschen Agudas jiasroel, ferner von den Fragen der Angestellten•1bewegung und Stellenvermittlung. An der Debatte nahmen die Herren Rechtsanwalt Klibansky (Frankfurt), Strauß (Halberstadt), Dr. Deutschländer (Wien), Joel Sänger (Frankfurt), Dr. Moses Auerbach (Berlin), Dr. Möller (Altona), Rabbiner Dr. Unna (Mannheim) und Wolf Jacobson (Hamburg) teil. Vor Schluß wurden mehrere Kommissionen gewählt, unter anderen auch eine solche für die Vorbereitung von Abänderungsvorschlägen zu § 4. Die Montagsitzung wurde eingeleitet durch ein ausfiihrliches Referat des stellvertretenden Vorsitzenden der deutschen Landesorganisation, Herrn Dr. L. Schlesinger (Hamburg) über die ״Probleme der Kenessio Gedaulo“. Der anregende und gründliche Vortrag verbreitete sich über die gesamte Tagesordnung der K. G. und betrachtete die einschlägigen Probleme insbesondere unter dem Gesichtspunkte der deutschen Aguda. Redner wünschte vor allem den frühzeitigen Zusammentritt der Arbeitskommissionen zur Vorbereitung des Materials für die K. G. Im Anschluß an das Schlesingerscfte Referat ergriff Dr. Pinchas Kohn (Wien) zu grundsätzlichen Ausfüllirungen das Wort, die, gestützt auf den- Ansturm gegen ß 4, starken Pessimismus hinsichtlich der Anerkennung des Selbständigkeitsgedankens innerhalb der deutschen Orthodoxie atmeten. Ihm trat Rosenheim (Frankfurt) mit dem Bekenntnis entgegen, daß er gerade in der Wendung! des Selbständigkeitsgedankens aus dem bloß Lokalen Und daher naturgemäß auf starke Hemmungen Stoßenden ins Gesamtjüdische, wie sie der Agudagedanke bedeute, die Gewähr für den endlichen Sieg der Idee von der Squveränität des G-ttcsgesetzes im jüdischen Volke erblicke. Je weitherziger Agudas Jisroel ihre Tore öffne, und je mehr Vertrauen sie jedem entgegenbringe, der ihren׳ Grundgedanken prinzipiell bejaht, desto sicherer werde sie eines Tages alle gesetzestreuen Juden für die Idee der Thora-Gemeinschaft in ihrer Reinheit, auch in den Einzelgemeinden, gewinnen. Dr. Eli Munk (Berlin) gab. eine der Klärung außerordentlich dienliche geschickte Gegeniiberstellung der von Kohn und Rosenheim vorgetragen!en Ideen. Von der einen Seite ergriffen die Herren Dr. Ehrmann und Rabb. Dr. Breslauer (Fürth) das Wort, um vor jeder Abschwächung der Tendenz des ß 4 zu warnen, auch wenn man den Wortlaut ändern solljte, weil man die Konsequenzen nicht voraussehen könne. Von der anderen Seite sprachen Rechtsanwalt Klibansky und Rabb. Unna (Mannheim). Ersterer trat der Auffassung entgegen, als ob seine gemeindeorthodoxe Anschauung ihn etwa verhindere, für den Selbständigkeitsgedanken׳ beim Neuaufbau beispielsweise in Erez Israel einzutreten. Man könne die Einzelgemeinde mit ihren alten historischen Ge* geben,heiten nicht in Vergleich stellen zu der Weltorthodoxie in Erez Jisroel und der Diaspora. Die Gemeinde- Orthodoxie werde, wenn sie Ün der Aguda mitarbei,te, diese ebensowenig zur Preisgabe ihrer Selbständigkeit zu bewegen versuchen, wie sie andererseits sich in ihren gemeindepolitischen Ueberzeugungen durch die Aguda beirren lassen. Die Vormittagssitzung dauerte bis gegen 3 Uhr. Nach halbstündiger Pause trat man in die Beratung der Anträge ein. Die Wiedergabe der zahlreichen ange׳- nommenen Beschlüsse muß dem ausführlichen Berichte Vorbehalten bleiben. Die Diskussion über den ß 4 spitzte sich schließlich dahin zu, daß die Mehrheit im Sinne des KotnmissionsH antrages alle Beschränkungen hinsichtlich der Angehörigen fremder Organisationen fallen gelassen sehen, dagegen dem rabbinischen Rate jedes Landes im Streitfälle das Recht zustehen, wollte, einen vorgeschlagenen Kandidaten seines Landes von der Wahl auszuschließen, um auf diese Weise der von Dr. Ehrmann und Dr. Breslauer vertretenen Ansicht entgegenzukommen. Dem wurde von Dr. Schlesinger das Bedenken entgegengehalten, daß damit dem rabbinischen Rate ein unmögliches Odium hinsichtlich der Bewertung von Einzelpersonen zugeschoben werde. Rabb. Dr. Breslauer legt alsdann einen Antrag vor. wonach von den in d(ie zentralen Organe zu Wählenden ein Bekenntnis zur Selbständigkeit der organisierten Weltorthodoxie verlangt werden solle. Nach längeren Reden von Dr. Robert Weiß und Jacob Landau wurde schließlich eine Resolution vorgelegt, die die gänzliche Streichung der umstrittenen Teilei des § 4 fordert und im Sinne des Antrages Breslauer dem Wahlkörper die individuelle Beurteilung der vorgeschla,-1 genen Kandidaten vom Standpunkte des agudistischen Pri,nzipes zur Pflicht macht. Die folgende Resolution wurde, und zwar der letzte Abschnitt einstimmig — unter Stipimenthaltung der Mitglieder des G. A. — angenommen: ״Der Leipziger Delegiertentag der Deutschen Lan- . desorganisation der A. 1. ist der Ueberzeugung, daß׳ eine Revision der Satzungen der Weltorganisation zu den wesentlichen Aufgaben der kommenden K. G. gehört. Die Bestimmungen des ß 4 über di,e Wählbarkeit! in die zentralen Verwaltungsorgane der A. I. entsprechen, in der Auslegung, die sie gefunden haben, weder dem Wesen noch dem Zwecke einer Golus-Organisa*• tion im Dienste der Gesamtheit des thoratreuen jüdisehen Volkes. Die Beseitigung dieser Bestimmungen durch die K. G. erscheint dem Delegiertentag als Not- Spendet für den Kindergarten und Jessode Mora der Adas Jisroel, Wien, 11., Nestroygassa lijg Wendigkeit für die Erhaltung und Erweiterung der gesamten Aguda, insbesondere aber der deutschen Landes- Organisation. Der Delegiertentag empfiehlt die Abänderung von ß 4, Absl. 3 und 4, in dem Sinne, daß die Wählbarkeit aller Agudisten gesichert wird, die den Anforderungen des ß 4, Abs. 2, entsprechen und von denen die gewissenhafte Wahrung der Selbständigkeit der Agudas Jisroel zu erwarten ist.“ Bemerkenswert sind ferner von den angenommenen Resolutionen noch die folgenden: 1. Der Delegiertentag begrüßt die Gründung des Angestelltenbundes ״Agudas Jisroel“ und billigt sein Programm. Der D. T. erwartet von den Mitgliedern der Ortsgruppen und Jugendgruppen, daß sie die Arbeiten des Bundes aufs stärkste fördern. 2. Der Delegiertentag appelliert an die Berliner Agudisten, dahin zu wirken, daß die in Bildung begriffene, Angestelltengruppe des Vereins für Stellenvermittlung Schomre Schabbos in Berlin sich korporativ dem Angestclltcnbund Agudas Jisroel anschließe. 3. Der Delegiertentag spricht der politischen Leitung der A.-J.-Weltorganisation Dank und Anerkennung für die in Erez Jisroel begonnene Organisation der Orthodoxie aus und versichert die dortigen Gesinnungsgenossen ihrer wärmsten Sympathie. Er fordert die Agudalcitung auf, jede Zersplitterung der agudistischen Kreise in Erez Jisroel zu verhüten und für den Aufbau einer einheitlichen gesetzestreuen Gemeinschaft zu sorgen. 4. J e w i s h Agency: Der Leipziger Delegiertentag der A. J. in Deutschland hält den Beschluß der Wiener Zentralsitzung von 1921 für die Erez-Jisroel-Arbeit nach wie vor für aktuell und tritt für eine vollberechtigte und vollverpflichtete Mitarbeit der Agudas Jisroel in כשר SEIFE Marke: ALEFBETH הכשר des orth. Rabbinatsassessors, Koäice, erzeugt ״POLIO“ FRIEDMANN & Co. SEIFEN-UND KERZENFABRIK, K0S1CE der Jewish Agency ein, unter der Bedingung, daß die Agency ausschließlich politischen und wirtschaftlichen Aufgaben gewidmet ist und die Kulturarbeit den beteiligten Verbänden überläßt. 5. Gemeindegesetz in Palästina. Derdeutsehe Delegiertentag spricht der Leitung der Weltaguda Dank und Anerkennung für die in Erez Jisroel gelei1stete politische Organisationsarbeit aus und gibt seiner wärmsten Sympathie für die dortigen Gesinnungsgenossen Ausdruck. Er bittet den G. A. weiter, dahin zu wirken, daß jede Zersplitterung der gesetzestreuen Kreise in Erez Jisroel verhütet und die Schaffung einer einheitlichen orthodoxen Gemeinschaft gesichert wird. Die Neuwahlen zum Landesvorstand ergaben die Wiederwahl von Hamburg als Vorort, sowie" der bishcrigen Mitglieder des großen Landesvorstandes. Neugewählt wurden u. a. die Herren: Hugo Cahn (Mainz), Rechtsanwalt Klibansky (Frankfurt a. M.), Willy Guggenheim (Berlin) und Rabbiner Dr.■ Unna (Mannheim). Am Montag Abend fand in überfülltem Saale eine öffentliche Kundgebung statt, deren Mittelpunkt ein groß angelegtes, stürmische Beifallssalven auslösendes Referat des als Gast anwesenden Führers der polnischen .Agudas Jisroel, Herrn Oberrabbiner Schapiro aus Piotrkow über ״Die jüdische Erziehung im Osten“ bildete. Zum Schlüsse richtete Herr Jacob Rosenheim einige Worte an die Versammlung. Die Kundgebung bildete einen wardigen Abschluß des Delegiertentages. (Nach Redaktionsschluß erhalten wir von Herrn Dr. S. Ehrmann (Frankfurt a. Main) einen längeren Artikel, in welchem er gegen die vom Delegiertentag angenommenen Resolutionen in bezug auf den § 4 polemisiert. Wir werden den Artikel demnächst bringen. Die Red.) Vorbereitungen zur zweiten Kenessij oh-Gedauloh in der Slowakei. Wie vorauszusehen war, hat der Ruf zur Zweite n K e n e s s i j 0 h die Gemüter aller orthodoxen Juden in der Slowakei, sofern ihnen die Vorgänge im Klal-Judentum nicht gleichgültig sind, ־zu erneuter Arbeit wachgerüttelt• Immer deutlicher tritt ein allgemeines Interesse für die bevorstehende Wiener Tagung der Vertreter des orthodoxen Klal-Jisrael an den Tag. Das zeigt sich namentlich in den imposanten Kundgebungen, die von den Ort s- und J u g e n d g r u p p e n der slowakischen Aguda überall veranstaltet, werden, um sich organisatorisch und geistig! für die Schaffung einer an Zahl und Qualität würdigen Vertretung der Slowakei auf der Kenessijoh zu rüsten'• Jüngsten Sonntag fanden solche Versammlungen in Trnava und Nove Zamsky statt und brachten außer ihrem nicht zu unterschätzenden demonstrativen Wert für die Stärkung der Prinzipientreue im orthodoxen Sinne, einen recht schönen Erfolg auch für die Erweiterung deit Organisation. Die Spendensammlung für den Kenessijoh-Gcdauloh-Fonds und die Errichtung des1 Trumas Cliower nehmen ihren Fortgang und werden voraussichtlich in Bezug auf die finanzielle Vorbereitung der Kenessijoh Gedauloh ebenfalls ein Endresultat ergeben, das den Verhältnissen in der Slowakei entspricht. Auch die prinzipiellen und sachlichen Probleme, die sich aus der Tagesordnung der Kennessijohi Gedauloh ergeben, lösen in weiten Kreisen der Mft־f glieder tiefes Interesse aus. Montag, den 17. Ijar, fand in der orthodoxen Landeskanzlei eine intime Vorbesprechung über diese Fragen statt, die in der nächsten Zeit schon die führenden Stellen der slowakischen Aguda auf das ernsteste beschäftigen dürften. Aguda-Versammlung in Trnava. ז Eine starke Deputation der Orts- und Jugendgruppe der Agudas Jisroel empfing die auswärtigen Gäste im Bahnhofe. Nach einer liebenswürdigen Bewirtung beim ehrwürdigen Oberrabbiner begab man sich in das Gemeinde-Bethamidrasch, das von jung und alt dicht gefüllt war. Als Erster begrüßte der Ortsgruppenpräses Her1־( Ignatz Schön feld die Erschienenen und richtete im l besonderen freundliche Worte an den Vorsitzenden des1 Wiener Geschäftsausschusses der Aguda, Herrn Dr. Pinchas Kohn, und an Herrn Jacob Joel Braun aus Bratislava. Darauf hielt Se. Ehrw. Herr Oberrabbin׳er S. D. Ungar eine innige Begrüßungsansprache an die Gäste namens der orthodoxen Gemeinde von Trnava und forderte die Versammelten auf, als überzeugte Anhänger der Aguda an der Kenessijoh Gedauloh Anteil zu nehmen• Herr Dr. Pinchas Kohn dankte für die warme Be-! grüßung und hielt ein ausgezeichnetes Referat über den geistigen Gehalt der Aguda und die Problemstellung der zweiten Kenessijoh Gedauloh. Seine Ausführungen boten ein getreues Bild der gegenwärtigen Lage der thoraH treuen Gesamtheit und jener Aufgaben, die aus ihr der Kenessijoh erwachsen. Aufgabe des einzelnen orthodoxen (Juden sei es, durch seine Anteilnahme zur Erfüllung! dieser Aufgabe beizutragen. Die Kenessijoh Gedauloh1 werden Ihren Aufgaben gewachsen sein, nur wenn sie vom' Bewußtsein getragen ist, daß hinter ihr alle Juden stehen, dte sich innerlich mit dem Schicksal der heiligen Thora verbunden fühlen. — Der Redner fand einhelligen Beifall. Herr J. J. Braun sprach hierauf über die Pflichten des einzelnen der Gesamtheit gegenüber vom Gesichtspunkte des orthodoxen Judentums und die Bedeutung der Tatsache, daß durch die Kenessijoh Gedau־' loh einem jeden Juden Gelegenheit geboten ist, die Wege des einzelnen und der Gesamtheit au den Maßstäben des großen Zieles immer wieder zu messen und dadurch Irrwege zu meiden. Redner bat zum Schlüsse, die Organisierungsarbeit nicht als nebensächlich zu betrachten. Denn nur sie schafft die Möglichkeit, sich der verbindenden Mittel unsere.־ Zeit in positiven Leistungen zum Vorteil der Thora und des nach ihr orientierten Judentums zu! bedienen. Der Vorsitzende dankte den Rednern für ihre Aufklärungen und gab im Sinne aller Anwesenden die Versicherung ab, daß der Ruf der Aguda an die Trnavaer Juden auch jetzt nicht ohne Widerhall verklingen werde. Im Anschluß an die Versammlung wurde auch die Generalversammlung der Ortsgruppe abgehalten. Herr Präses Schönfeld erstattete in großen Zügen den Tätigkeitsbericht und Herr Josef Raab den Kassabericht, der mit einem Saldo zugunsten der Landeszentrale: abschließt. Herr Bela Beck benützte die Gelegenheit, um auch namens der Jugend die Gäste zu begrüßen und um besonders Sr. Ehrw. Herrn Oberrabbiner Unga^ für die reichen Anregungen zu danken, durch die er die Jugendgruppe für ihre selbsterzieherischen Aufgaben ertüchtigt. Er verliest einen zusammenfassenden Auszug׳ aus dem jüngsten Rechenschaftsberichte der Jugendgruppe und ersucht die Mitglieder der Ortsgruppe, der Jugend mit dem leuchtenden Beispiel voranzugehen. Die Berichte wurden zur Kenntnis genommen und der bisherige Vorstand über Antrag des Herrn Israel Abel es per1 Akklamation wiedergewählt. Aguda-Versammlung in Nove Zamky. Mit großer Verspätung langte der Eisenbahnzug zur Maariwzeit in Nove Zamky an. Unter Führung der Herren Hermann Löwy und Nathan Felloch wartete der auswärtigen Gäste eine Deputation an der Bahn-; Station. Trotz der vorgerückten Stunde war der schöne und geräumige Kasinosaal überfüllt, als die dank der zielbewußten Arbeit der Jugend vorzüglich vorbereitete Ver- Sammlung ihren Anfang nahm. Bei lautloser, feierlicher Stille begrüßte der allbeliebte greise Ehrenpräses der Ortsgruppe, Se. Ehrw. Herr Oberrabbiner Josef Tiger mann die Versammelten, stellte mit herzlichen Worten die Redner des Abends der Versammlung vor und gab in warmen, von fester Ueberzeugung getragenen, eindrucksvollen Worten seiner Hoffnung Ausdruck, daß der zweite Kenessijoh Gedauloh die gesamte orthodoxe Judenheit — mögen einzelne aus welchen Gründen immer bisher ihr nicht angeschlossen gewesen sein — in den Reihen der Aguda organisatorisch vereinigt finden möge. Herr Dr. P. K o 11 n dankt bewegt dem Oberrabbiner für die einführen־ deii Bemerkungen und erblickt in den guten Wünschen aus' dem Munde und aus dem Herzen führender rabbinischer Autoritäten von der abgeklärten Geistesrichtung des Oberrabbiner Tigermann die schönste Genugtuung für die Mühsal, mit der die Arbeit im Dienste des Klal in unseren! Tagen verbunden ist. In tiefschürfenden Ausführungen! zeichnet der Redner sodann die Welt des heutigen Geistes, in der das Judentum um Geltung ringen muß, wenn nicht der Abfall in seinen Reihen unerträgliche Maße annehmen soll und. wenn die Stellen, die nach der heutigen Ge-' staltung der Dinge über wichtige Lebensinteressen der Thoratreue zu entscheiden haben, eine Vorstellung gewinnen sollen von der Größe des orthodoxen Klal Jisroel und dem tiefen Ernst seines Wollens. Redner berichtet sodann einzelnes aus der Arbeit der Agula Und zeigt in einer sprachlich und gedanklich gehobenen Betrachtung^