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Jüdische Presse · 1929-05-24 · 21 (24.5.1929) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
15 (1929)
Issue
21 (24.5.1929)
Date
1929-05-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCHE PRESSE Nr. 31־ ׳der. Universität stammen ans den Vereinigten Staaten, die ihren Anteil am Budget von Pf. 16.000 im Jahre 5687 auf Pf. 30.737 im Berichtsjahre erhöhen konnten. Vom Keren Hajessod wurde der;Universität und der Bibliothek die im zionistischen Budget festgesetzte Summe zur Verfügung gestellt. Vom ״Komitee jüdischer!Aerzte“ in Amerika erhielt die Universität!Pf. 4600, vom Joint Committee Pfund 3500 und ׳von der französischen Kommission für das Jtidai- ׳stische Institut Pf. 2000. Die zur Beseitigung der Erd-' ׳bebettschäden erforderlichen Pf. 10.600 wurden fast ausschließlich durch ׳private Spenden ׳und eine Anleihe gedeckt, die inzwischen nahezu getilgt wurde. — Der Bau der National-Bibliothck mit der Inneneinrichtung stellt sich auf;Pf. 50.000. Dazu wurden die ,Mittel des Wolfson- ׳Fonds in ׳Höhe von Pf. 28.000 und private Beiträge von Pf. 8000 i׳n Anspruch genommen. Die Restsumme wurde durch Anleihen aufgebracht, .um. deren Zustandekommen sich die ׳Herren Felix W. YVarburg, Julian Mack und Oskar Wassermann Verdienste erwarben. Die ״Gesell-: scliaft der Freunde der Hebräischen Universität“ in Deutschland bemüht sich, den Betrag von Pf. 5000 für den . Erwerb von Stahl-Büchergestellen für die Bibliothek sicherzustellen. (!Wir bringen diese lehrreichen Ziffern, urn allen Freunden der alten jüdischen Schule (Jcschiwaus, Chadorim, Talmud-Thora-Austalten) vor Augen zu führen, ' was sic zu leisten haben, wenn sie die Existenz derselben sichern wollen. ,(D. Red.) United Synagogue nimmt an der Agency-Konferenz aus verfassuiigsteclinischen Gründen nicht teil. <J. T. 1A.) Die Eihrenbeamtcn ,(:Exekutive) der Londotier United Synagogue haben sich in der letzten ׳Sitzung mit der an die ׳United 'Symago'guc seitens des Jewis'h iBoard : of Deputies ergangenen Einladung zur Teilnahme an der' Jevvlsh-Agency ־!Konferenz der englischen Juden befaßt ׳u׳nd . den!Beschluß ■angenommen, dem Rät!z׳u• empfehlen, dicsei , Einladung im Hinblick auf die Tätigkeit ■der!United Syn- ' agogue in ihren Statuten •gezogenen 1Grenzen ni eh t .Folge ä zu leisten. Gleichzeitig wurde betont, daß kein Einwand dagegen erhaben wenden soll, daß die zwölf Herren, die die: United Synagogue beim Board of Deputies vertreten,!an! der Agency-Konferenz ,teilnebmetv. j Der Rat ■#er!United Synagogue hatte sich nun in einer! im Jews’ ׳College!unter dem Vorsitz von Sir Robert Waley | Cohen abgehaltencn Sitzung •mit ׳diesem Beschluß seinei ׳ Exekutive zu befassen. Herr 1. :Lauidiau betonte, daß durch [ diesen B׳esclrluß der Syn׳agogenrat!in ׳eine lächerliche Situai tian gerät. ׳Die zwölf Herren des Rates ׳könnten die United Synagogue auf der Konferenz nur vertreten, wenn sie;* ׳ ausdrücklich dazu auf gefordert würden,;andernfalls fehle. ■ihnen jede Aktivlegitimation zur Teilnahme an der Kon-I ferauz. Herr Michael Sc'.hlff führte demgegenüber aus, ׳der; Beschluß der/Exekutive passe sich ähnlichen ■von verwandten ׳ Körperschaften gefaßten Beschlüssen an. Angesichts der j der 1Exekutive •der United Synagogue durch die ׳Verfassung : aiU'ferlegten •technisch an 'Beschränkungen!konnte ein anderer | Beschluß gar •nicht gefaßt werden. Herr Mendelowitsch: sagte,;die Exekutive;hätte in!ihrem Beschluß mindestens; der Sympathie m׳it der Konferenz ■der englischen Juideriheit! Ausdnucik geben können•. D. Weitzmann fragte Sir Robert! Wfaley •Cohen, o'b die zwölf Vertreter der United :Synagogue j im!Board of Deputies die Autorisation haben, als Ver- •; treter der United Synagogue auf der Konferenz auf zu-1 treten, oder ob •sic als ׳Privatpersonen zu der Konferenz \ gehen soletv. Sir Robert Waley Cohen •erwiiderte, die Aut-, wort •auf iden ersten Teil der!Frage sei negativ; was den; zweiten Teil!der Frage!betrifft, so ׳habe jede Person indi- •: vidaielle Handlungsfreiheit. Die United Synagogue!könne; siclh auf ׳der Konferenz aus :den vorgebrachiten :Gründen? , nicht vertreten lassen. Der Rat stimmte hierauf dem 'Be- Schluß .der Exekutive!bezüglich der!Nicht teil« ahme •der' United Synagogue an der Agency-Konferenz m\ Gegen die Kalemclerreform. In der •jüngsten Sitzung des J o i n t F o r e i g n Com-: m1i'tt׳ee •erlklärte Luden Wo!l.f, daß diese •Körperschaft:, sich eingehend mit der!Frage der Katenderreiform 'beifaßt f. und ,bekämpft alle Rafo׳r׳mplä!n׳e, die die ׳Interessen׳ des Sab- : Ibat tangieren. Bewegung gegen die Kalenderreform in Amerika.; (J. T. A.)!Bekanntlich ,hat das •Mitglied des amerikanischen I Kongresses, •Porter, •dem Kongreß der Vereinigten Staaten; eine Resolution ׳unterbreitet. in der gefordert wird, daß I der Präsident der Vereinigten ׳Staaten eine Inter-; n a t i 0 n a 1 e Konferenz!für. Kalenderreform einberuft oder eine van einem anderen 'Staate an!Amerika; ergehende Einladung zur Teilnahme an einer solchen Kon-! fereroz annimmt. Nunmehr veröffentlicht das!Magazin ׳״Li- \ 1berty“, das ,von Charles S. ‘Longacre redigiert wird und ׳ dessen letzte Nummer ganz der :Frage ׳der Kalenderreform \ gewidmet ׳ist, einen Aufruf zur 'UnterZeichnung einer' Petition an Senat und Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten, in ׳der die Regierung und der Präsident ersucht!; werden, sich einer Kalenderreform zu 1widersetzen, •wenn j nicht •die!Gewähr dafür geboten wird, daß die gegen- :־ wärtige ׳Wochenordnung •unverändert •bleibt. Durch die j Aenderung der jetzigen Siebentagwoche, heißt es in dem ' Aufruf, würde der jüdische Sabbat jedesmal auf einen :■ anderen Tag ׳der Woche fallen. Darum werden die führen-« den!jüdischen Organisationen der ganzen Welt sich der; geplanten )Reform ׳konsequent ־widersetzen. » Erklärung. j •Da sich der Schrittleiter der ״Agudah-ßiätler“ in' Nummer 10, Seite 4 auf meinen in der Pessaelmunr.ner dieses IBluttes ׳erschieneinen 1Ar׳i1i!k׳el׳ ..Soli! und darf eine Te-i- ׳ 111 nt» innerhalb der ungarischen Orthodoxie erfolgen?“ be-; ruft, so fühle ich mich zu erklären gezwungen, daß meine : betreffende Pokimik eigentlich •nic.ht gegen die bereits ■im חרט kodifizierte Forderung, wonach die Leitung jüdischer Gemeinden religiös verläßlichen Männern •anzu- : vertrauen ist, gerichtet war. Dies sollte ■dem Herrn Jacobsohn schon aus dem Umstande klar geworden sein, daß ich beim Erwähnen dieser Forderung anmerkte, daß dieselbe; bereits vom מהר״□ שיק und S. R. Hirsch aufgestellt worden ן ist. Wie ich auch in meiner in der ungarischen Presse geführten Polemik mit keiner Silbe gegen diese Forderung zu Felde zog; wenn ■ich es auch leider •bezweifeln muß,; daß sich diese Forderung, namentlich in vielen kleineren ״e i •n h e i 11 •i c h e n“ orthodoxen Gemeinden, ganz durch-1 führen läßt. Meine Polemik richtete sich eigentlich gegen die ' ü!hr׳ige!n׳. •im erwähntem ׳Artikel mamihaft׳!gemachten Forde- | rungen. der sogenannten ״sefardischeii Bewegung“, deren ' eventuelle Verwirklichung zahllose orthodoxe Gemeinden; des Landes in ihrem Bestände erschüttern möchte. Uebri-; gens muß ich die Darstellung jener Forderungen insolange , .als a k t e•n m ä ß i •g r i c ׳h t i g behaupten, bis mau das j Gegenteil beweisen wird ...! Särospatak, 18. Mai 1929. Rabbiner B. F i s c h e r. ‘ Nachrichten ZM Die Firma Moritz Lazar, Wien, II., Haidgasse 7, j bringt, obwohl sie zurzeit wegen Stiliegiing ihres Betriebes ׳ der Aufsicht der Adas Jisroei nicht untersteht, Feinwurst und Seichwaren zum Verkauf, welche ausschließlich aus unserem Betrieb sind und jedes Stück mit unserer Plombe versehen wird׳. ‘f Firma Gabriel Fischer, Selchwarenfabrik unter Aufsicht der \ Adas Jisroei, II.. Große Schiifgasse 16. j Gloggnitz. •Mittwoch, den 5. iljar 5689 verschied! hier ein treues Mitglied des Gloggnitzer Bethausvereiues,. Herr Max Löwy, im 71. Lebensjahre. j Nach den noch bei Lebzeiten getroffenen Verfügun-j gen des teuren Verblichenen wurde der Tote nach seiner; Heimatsgcmcindc Mattersburg überführt und dort Donners-; t׳a׳g «.roter .großer Anteilnahme eines überaus •zdhlrcichen ן Verwandten- und Bekanntenkreises der Erde übergeben׳; An •der Bahre ׳des teuren Dahingeschiedenen sprachen ] außer Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner S. Ehrenfeld, Mattcrs׳־ bürg, der die Verdienste und Taten des Toten in herz-1 ergreifenden Worten schilderte, noch!Herr M. H ö ti i g s-! beer und Se. Ehrw. Herr Rabb. •Zf mmerrna n n, Neun-! kirchen. Alle, welche diesen;hervorragenden Menschen,; diesen ehrlichen Juden und diesen edlen Charakter ge-■ kannt haben, werden das Hinscheiden dieses •in allen Krei-■ sen der Bevölkerung so hochgeschätzten Mannes tief be-' dauern.! Görz. Eine wahrhaftig für diese Stadt. wie auch! vielleicht fiir ganz Italien nicht alltägliche Feier fand: יום. א' ם' תזריע in •dieser einst :in der jüdischen Welt sehr! bekannten Gemeinde statt. Als ich auf •der Durchreise in \ Triest ointraf und Kenntnis hievon erhielt, daß in Görz j nach 50 Jahren wieder eine Sijumfeier stattfindet, konnte; ich es mir nicht versagen, mich der Triester Gesellschaft, i die zu dieser Feier nach Görz reiste, ׳anzuschlleßen. Unter-! wegs erfahr ich über die •Görzcr Jeschiwah — ja so etwas > gibt cs heule dort wieder — interessante Diuge. •Ich er-! fuhr, daß Oberrabibincr Abraham Schreiber, der •im Vor-j jahre von Korfu nach Görz berufen wurde,!sofort «ach! Uebernahmc seines ■Amtes eine Jeschiwah gegründet hat, j an der bereits eine stattliche Arozahl Schüler lernt. Welche 1 Energie und welch heiligen Eifer, dachte •ich •mir, muß der; Mann an den Tag gelegt haben, daß ihm solch ein Werk ] gelang, ein Werk, das in der Regeneration des 'italienischen ן Judentums׳ einen wichtigen Markstein ׳bildet. ( Die Feier selbst nahm einen erhebenden Verlauf und! gereichte den Veranstaltern zur Ehre. Die gesamte Judenj schaftGörz‘ mit dem Präsidenten Donati an der Spitze, sowie zahlreiche Gäste aus Tniest, Monfalcone und anderen Städten, nahmen an dieser wahrhaften צ ו ח D ה ש ל H D ש teil. An der schön gedeckten Tafel, welche von der Frau Koschitizky aus Görz beigestellt wurde, eröffroetc Oberrabbiuer Abraham Schreiber die Si׳j.un1׳feier und würdigte an Hand vieler biblischer ׳und talrmi.discher Zitate •in feurigen Worten ׳den Wert und die ׳Bedeutung des ׳L'imud- Hatorah. Dann!sprach Präsident Donati warme Worte des Dainkes an d׳i׳e verdienstvollen!Leiter ׳der ,Jeschiwah. Nun folgte der Clou der ■Feier, die Rede des Zöglings ■Salo Ghoozner, Sohn des Herrn Moses Choczner aus Wlien, und diese Ansprache war eine rhetorische Meisterlelstunig. Vom Sinn des Judentums •ausgehend, würdigte •er die Bedentung dieser •Feier •in um;fas׳s׳ender und erschöpfender 'Welse. Es isprachien noclh sohlöme ל״ת i!m׳!Namen ,der Zögling Selikovitch aus Debreciin, Herr Abraham Koschitizky aus, Triest und Herr Salornon Koscbitzky aus Görz. Sape. Der preußische Landtag genehmigt die Positionen für die jüdischen Gemeinden. (J. T. A.) Der preußische Landtag hat a1׳n 16׳. .Mai abends den Etat ■de׳s preußischen Kultusministeriroms angenommen. •Der Etat schließt ■die!folgenden Positionen ein: ״ßeihilifen an leistungsschwache Synagogengeimelirodeti •belhaifs Erlfliillluing Uhireir'Veirpflichtuuigen׳ izror Sorge •f!ii׳r d׳c,n Refig'ioaisu nt erricht 400.000!Miark. Wider rafiliabe Bedünfniistzuschiisse an Sy11agoger1ge׳mei.nd:en zur Besoldung ihrer Rabbiner und zur Versorgung •ihrer Ruhestandsrabbi!!׳er «nid der iHinitierlblliieibenen ihrer Rablbimer 200.000 M.“!Die Verteilung obliegt bekanntlich dem!preußischen Laudesiverbaud jüdischer Gemeinden. Ueberfali jüdischer Kommunisten auf eine Synagoge in einer galizischen Stadt. Slfre Thocra zerrissen, diie Bibliothek angezündet, dlie Inneneinrichtung zerstört, Talmirdscliüler schwer mißhandelt. — Das Rabbinat pro׳klam!ert einen Fasttag. — Drohbrief an I dten Gemeindevorsitzenden. i!(•J. T. A\) 11!n ideim iStiiidtciliein Ustrizykii'Dol'ne in ׳der Nä'h'C van Saimibor •d'na.nig!aibervdis citri Trupp'!jüdischer!Korn- | ■muiniiisiten in das städtische!Bet- ־mrad1 ׳Lehrhaus•.!wo ßachurlm j dam• Tfe1!l!m1tdstuldiiuun oblagen:, eia und veranstaltetem einen ] rege׳!■ rechten Pcigram. Die ßachurtiitn!wurden ibllätig ,ge-1■ schlagen •und׳ 'himausgeworfen׳, idie llnnieneiiilrichtung wurde j: ze!rs׳t!öirt. Die׳ Silf.re Thora!wurde« a׳u!s •dieim •0׳rau׳n •Kaudesch h׳er.a1u׳sge.nommen, aatlf!den! IBo'dien geworfen «und.!zerrissen. \ Aus dem. Bücherschränken׳ ׳wurden •die׳ reiigiiöse«• ׳Bücher | ■heramsgeihol't, 1ze:rriissen׳ ׳und a׳nlge׳zitin1cl1et׳. lUirn •den1 Schciiter- > bau fein•!herum standen die Kamimiuroisten,!sangen die In'ter- ל matiamale!und ׳scihliossen imiit den!Rufen׳: ,,;Nieder .mi,t der \ Religion! Nieder mit der .Skilaivei'iel!!Eis lelfc׳e die Frieihei't!“; Hernach wunden Tische und Bänke zerhackt und diie | Feinster scheiben elnge schlagen. :i Atn!Morgen darauf viersainiimelt'e •der iRialblbimer die \ Gemeinde in dem ■zerstörtem!Lehrmirid'!Bethaars uhd ver-; anstaltete einen H׳e!s1pe׳d,, •wclbei er gegen die Schänder den ־ religiösen ׳Fluch ans ׳der ״Tochachah (Apokalypse)!sprach.; Letzten Motvtaig wurde ׳ei« Gerneindefasttag ׳.abgehalten. I׳n ( ganiz iQalizieu herseiht große Erbitterung gegen die kom- ן miuniisti'schen Schähldeir. Der Giemeiind'evorsitzeinde erhielt; einen Droinbrlcf. in dam ׳ihlm der Ted angedrohtiwird׳. wall׳ e׳r 1 sich an dev!'rauer- und; 'Flud1־z!ere!moroie in der. Synagoge beteiillgt hat. Die •Poliizei hat eine Uintarsuchunig ein!geieite׳t.! Eigentümliche Fragen an Lunatcharsky und j Semaschko. : (J. T. 1A.) Wie •die ״Tnilb.u׳na", das •Origan dar ׳jüdisdheti; Kolonisatioiiisgesellschiaift ״Ozet"!(Geserd).!miitteilt, ׳winrden! an 1d׳en■!Uintlarrichts/minlster Luuatcharslky •uind׳!den Wohl- 1 fahrtsiminiisitier Sainascbko, als!sie 1i!n einer ,Versaimrrilinrug! •zur Bekämpfung •das Antlsamitisimuis gesprochen!hatten, i aus den! Reihen Idar •Zuhönersclhalft •die ■folgende« ׳Worte ge- ] richtet: ״!Benutzen die Jiudeni izu Passah •Christenblut? Wie; kamen!die •ersten Juden •nach׳ Europa? Warum kamen; s׳io nach Rußland׳!und׳ nicht lin ׳ein anderes Lanld? •Warum i verließen die Juden ׳Palästina und ließen sich in -Europa! bieder?“ •Lunatchörtsky erwiderte: ״Wenn irgend!jemand einem Anbeite!r erzählen würde, daß das ׳Sowjotregime schlecht ist und daß ■m׳an es bekämpfen!müsse, er ׳würde so behandelt werden, ■wie er es verdient. Wenn aber die gleiche •Person dem Arbeiter erzählt, d׳aß das Sowietregime gut ist, dalLdie Kommunisten iBdelmenschen seien, die nur an des!Arbeiters W10111 denken׳, daß aber eine Sache schlecht sei In •Rußland: die Juden׳; daß die Juden die wirklichen Herrscher sind, daß sie sich in Moskau ikorozerotricrt haben ׳und an den! WohmumS'smangel wie au der Lebensmittelknapphcit die Schuld tragen, dann sicht dieser Arbeiter ׳nicht ein!, daß mit diesem Gerede Komterravoluticu betrieben! wird. Lunatcharsky!widerlegte nacheinander alle gegen ׳die Juden er- ׳hoibetien ׳Beschuldigungen und besonders die ,Beschuldigung, daß die Jiuden■ nicht gerne •in die Rate!Armee geben. Unter ׳der ZareniherrsCha'it, sagte er, •bildet!en׳ die Juden .4 •Prozent der Gesamtbavölkerung und3 ׳ Prozent der Armee. In der!Sowjetunion bilden die Juden- 2 Prozent der Bevölkerung, aber 2,5!Prozent in der Roten Armee.. Minister Sctunsch'ko sprach über die ,furchtbare Notläge, in der ■sich die •jüdischen Ma׳s׳sen in Rußland!befinden, und ׳über die Schwierigkeiten, die sich den Versuchen, ihr Los zu׳!verbessern, in den Weg stellen. Abermals antijüdische Ausschreitungen an der .Klagemauer. (J. T. A.) Während der jüdischen G-ttesdienste an der Klagemauer zu Jerusalem am Freitag abends und am Sonnabend morgens wurden die jtidisehen Andächtigen von Moslomiten mit Steinen beworfen, von denen mehrere der betenden Juden getroffen und verletzt wurden. Der jüdische Aufsiehtsbcumle (Schammes) wurde schwer verletzt. Gemeinsames Vorgehen des Waad Leumi und der Agudah in Sachen der Klagemauer. (J. T. A.) Itn Hinblick auf die letzten Ereignisse an ׳der Klagemauer, wo •die betenden Juden von Moslemiten mit Steinen beworfen wurden und der jüdische ,Kultusbeamte schwer verletzt wurde, hielten der Waad Leumi, die Oberrabbiner und die Führer der Agudah eine gemeinsame Beratung ab, in dfer beschlossen wurde, der Regierung ein Memorandum zu überreichen, in welchem gegen die ■Unsicherheit der jüdischen Andacht an •der Klagemauer protestiert und ■die Regierung aufgefordert wird, solche Maßnahmen zu treffen, die eine Bedrohung der betenden Juden ausschließen. Ein Klageinaiieriiiemoranduin des Waad Leumi und Agudas Jisroei. (J. T. A.) Der Waad Leumi, die Obcrrabbiner Kook •und Jaaikcb 1M׳eir ■und ■die pa'Uisüroenisische Agudas Jisroei!halben, gemcinseaim der Palästinaregierung ein Memorandum überreicht, •in!welchem die ׳Eirostcllung ׳der von ■den Moslemiiten! •an •der Klagamauer •vorgeroomniiaroen• Bau arbeiten, •die eine eklatante Verletzung das Status quo bedeuten, gefordert1 ״wird.!In idem!Memorandum wird! festigest eilt, daß die am!dar!Klagemauer ׳rechts geharnte Moschee ■einen id'irelkten Zugang zur Omar-Moschee an er iKlagamauer •vorbei scihaifift. Der Elektrizitätskon flikt in Jerusalem nicht beigelegt. (J. T. A.) Die Jerusalemer jüdische Gemeinde hat eine Protestbewegung gegen die Jerusalemer Electric Corporation, die bei ihren Bauarbeiten nach wie vor jüdische Arbeiter nicht beschäftigt, eingeleitet. Die Corporation hat zwar ihre Bereitschaft erklärt, jüdische Arbeiter bis zu 50 Prozent zu beschäftigen, aber erst wenn die neuen Maschinen eingetroffen sein werden. Die Gemeinde erfuhr aber, daß die Maschinen erst in mehreren Monaten zur Stelle sein und dann nur wenigen Arbeitern Beschäftigung bieten werden. Melirere jüdische Vereinigungen haben bereits :ihren Entscliluß 'kundgetan, von der Gesellschaft keine Elektrizitätskraft und Licht zu beziehen, wenn sie nicht sofort jüdische Arbeiter in entsprechender Zahl anstellt. Entscheidung des palästinensischen Obersten Gerichtcs in Sachen der hebräischen Telegramme. (J. T. A.j E)as palästinensische Oberste Gericht hat die Klage eines Juden gegen einen Postmeister, der die Entgegennähme von Telegrammen in hebräischer Schrift ab־ gelehnt hat, mit der Begründung zurückgewiesen, daß zwar Hebräisch eine offizielle Sprache des Landes sei, duß aber Hebräisch in lateinischer Schrift ebenso Hebräisch ist, wie z. B. englische Telegramme, nach dem Morse Code befördert, Englisch sind. Im Februar 378 Juden eingewandert, 104 ausgewandert. (J. T. A.) Wie soeben vom Einwanderungsümt mitgeteilt wird, sind im Monat Februar 1929 483 Personen, unter ihnen 378 Juden, in Palästina eingewandert, während 166 Personen, unter ihnen J04 Juden, das Land verlassen haben. Im Jänner d. j. wandelten 481 Personen (352 Juden) ■ein, 175 Personen 89)׳ Juden) wunderten aus. Im Dezember kamen 107 Juden nach Palästina, während 99 Juden das Land verlassen haben. Während des ganzen Jahres 1928 war die Zahl der Einwanderer und die der Auswanderer gleich, nämlich 2178. In den drei Krisenjahren 1926, 1927 und 1928 kamen 17.971 Juden ins Land ,14.614 Juden verließen es, so daß der Gesamt- Überschuß der Einwanderung in diesen drei Jahren 3357 ergab. Mit Beginn 1929 ist eine sich steigernde Ein- Wanderer- und eine fallende Auswanderertendenz fest zustellen. Ausweisungen aus Palästina. (׳J. T. A.) Oberkammissär Chancellor!bestätigte die ,Ausweisung von!zwei aus!Perislero stammenden Juden, Ben Yosseif und!Ba׳bs!hc01f, die noch ■i׳m Jahre 1925׳ auf illegalem Wiege nach Palästina gekommen׳ •waren. Beide haben dauernde ■!Beschäftigung, einer .ist (verheiratet ׳und Vater ■von vier •Kindern. Die palästinensische Bevölkerung die fruchtbarste (der Welt- (J. T. A.) Aus der soeben veröffentlichten amt־ liehen Geburtenstatistik geht hervoj־, daß die Bevölkerung Palästinas die fruchtbarste in der ganzen Welt ist. In Palästina kommen auf 10.000 Einwohner jährlich 534 Gebürten. Mit dieser Ziffer übertrifft Palästina beträchtlich die Geburtenziffer Aegyptens (428 auf 10.000) und die Rußlands (409 auf 10.000); sie ist dreimal so groß wie die Geburtenziffer Schwedens und mehr als zweimal so groß wie die Geburtenziffer Englands. Für die Lubliner Jeschiwah. Die Luibliner Zentraljeschiwah ■steht vor Ihrer Vollendung. Private und öffentliehe Körperschaften wetteifern in (Polen! mitaimander, um die innere ,Einrichtung des prachtvollen ׳Baues zu vollenden.!So spendete! Herr K r i׳m! i 1 o׳w׳s;k y ■in Bendin di,נ •Kosten׳ der Beleuchtungsanlage der Jeschiwah in der Höh..1 •von 8000 Zloty. 'Die orthodoxe kooperative Bank .in Bendin hat eine jährliche Subvention von 1500 Zloty für ׳die Je- ׳׳scli'iiwah ׳bawiiiligt. Rabbinerwahl in Lnck. ,Rabbiner Sarockin, der zweite Vorsitzende des Zentralrates der Agudas Jisroei!in Polen׳ wurde als Obernalbbiner von Ludk bestätigt!. Gberrabbiner 'Kossawski, •ein!Schwager von Rabbi Ghaim Qser Gradertski in ,Wilna, wurde als Oberralblbiner von ׳Rowno ge«!wählt■, ״.•

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