Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 21 (24.5.1929)
- Date
- 1929-05-24
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 21 aii1i1»«1iW1j11111aa11i11^11H1t111111H1)H1mHnmmm1111wnrwnBn1fmmnwH11»11H1111H»»1ni1m1HWB1w1h»wB|! Die sdrönsien I Bubikopf-Perücken | kaufen Sie | Damenfrisiersalon ,,Favorit1 j Bratislava uch§ Myto 16 1 | Fertige Perücken jeder Art (n großer Auswahl | i stets am Lager. | ■ lnn1n1mm1,1M1Mm.mtnn.wtmn11n111nmm«yMmnMffllfllMHllHlfflll1m1IIIIHIII1mHlH1n1llllt1n11UmmHUIB Warschau. Die Erregung gegen den derzeitigen Kehilapräsidenten F a r b s t e i n wegen seines Verhaltens •bei der offiziellen Begrüßung der ..Miß Judäa“ (er begrüßte sie bekanntlich mit Sätzen aus dem ■Hohen Liede), beschrankt sich keineswegs auf die Agudakreise. Beweis: Der Protcstvorschlag •der Agudas Jisroel-Fraktion gegen;Farbstein in der letzten Sitzung der Kehilaverwaltung wurde angenommen, und zwar wurde die Annahme dadurch ermöglicht, daß sich die M i s r a c h i m i t g 1 i ed e r d ■e r Ab s t i m m u n g c u t hi i eiten. Dieser passive Protest des Misrachi gegen seinen Vorsitzenden wird in Warschau, wie in ganz Polen, lebhaft!besprochen. Das große ,.Machsor“ der Nürnberger Stadfcbibliothek. (J. T. A.) Aus Anlaß 'des 500jährigen Bestehens ■der Nürnberger Stadtbi'bliot'hdk ist eine Jubiläumsausstellung .in Vorbereitung, in ■der Bi bl i 01 h e'k s d ו r ck t or Dr. Fr. (Bock das Wertvollste und Schönste des .׳Bihliotheks'besitzes zeigen wird. Zu den allerältesten und kostbarsten!Hand- Schriften der 1Bibliothek zählt neben anderen ■Judaicis das große ״Machsor“ aus dem Jahre 1331, ein '517 Pergamentblätter starker Codex, der auch an Umfang!neben den .Antiphonarien der Margarete Karthäuserin zu den größten Werken der!Bibliothek zählt. ׳Er muß in ■der Ausstellung ob seiner Größe offen aufgelegt werden, da ein genügend■ großer!Glaskasten■ nicht zur Verfügung steht. Das große ,,Machsor“ stellt eine Sammlung ‘hebräischer ,Geibete in Versform ■dar. ׳Die Schrift, teils in Farbe, teils in Gold, ist besonders ׳kunstvoll beim Beginn ■jeder neuen Abteilung.' Eine neue Heilquelle in Tiberias entdeckt. (J. T. A.) Während der Anlage des K010msatians!we׳rikes ■in■ Tllberias : wurde e!i׳T1׳e ■nieuie ׳Springquelle entdeckt, die i:m ■Gegensatz zu ■den׳ bisherigen 'Springquellen■!kalt ■ist, aber ׳heilende '־Salze ׳enthält. Die!wissenschaftliche Unte!riS׳uc׳h׳ung ׳der neuen Quelle •ist noch ■nicht abgeschlossen. Eine Synagoge als Museum für proletarische Kunst, fj. T. Ä.)!Die ׳Synagoge •in Chabarowsk f׳m!fernen Osten, die 1904!van ■jüdischen Soldaten ■des ras9i׳sch-!japa׳nlschen Krieges erbaut iwiurde.tjist!in ■ein!Museum für!proletarische ■ Kunst umgewandelt ׳worden.. ' ' . Schiilsubvention der Lodzer Kehilla. Die ,Lodizer Ge- Tuelnde hat!für die L u bl i n e r Je s chT'wah 10.000 Zloty 1M1d■ 1fü־r das׳ Krakauer Beth-J a akoib-iS e in i n a r 5000 Zloty votiert. .. ׳ Großer Erfolg der Bewegung für die Fünftagearbeitswoche. Die Bewegung für die Fiinftagear- ״;b e i ts w o c h e hat .iln ■Amerika einen weiteren großen Erfolg zu verzeichnen. Im gesamten Baugewerbe, in;welchem in" New-York 150.000 und in den Vereinigten '!Staaten 650.000 Arbeiter beschäftigt sind, tritt am .'24. August die Fünftagearbeitswoche in Kraft״ Antisemitische Ausschreitungen wegen einer Haman-! figur. Warschau. Die Zeitung ״Slowo Radomskie“; teil mit, , daß es ,am Purimtage im Dorfe Biala1-; czow in der Wöjwodschaft Kjelce zu judenfeindlichö'n Aus!-! . schreitungen kam. Die jüdische Jugend des Dorfes ver-׳ anstalt'ete einen Purimumzug mit einer Hamanfigur. Eine' Gruppe polnischer jugendlicher entriß ihnen die Figur.; . nagelte einen Querbalken darauf, so daß sie einen Gekreuzigten darstellte, und malte auf der. linken Seite der Figur eine rote Wunde auf. Dann wurden in 17 jüdischen; Häusern die Fensterscheiben eingeschlagen. — In einer , Mitteilung des Innenministeriums an: die Presse heißt es, daß im Gegensatz zu umlaufenden Nachrichten bei die-, :.sen Ausschreitungen Juden nicht verletzt worden sind. Bethäuser in Kommunistenklubs umgewandelt. (J. T. A.) Das jüdische Bethans ׳in Kalinindorf, dem. Hauptorte ׳ des ersten jüdischen Rayons' in ■der Ukraine,' •wurde am ersten Pessachtage in einen Arbeiterklub ׳umgewandelt. Vor dem Hanse weht eine rote Fahne ■mit der Aufschrift: ■״ יFrüher ein •Haus der Finsternis — jetzt •ein Haus ■der Kultur.“ —!Eine Synagoge in Taschkent und eine Syna- ׳ goge in Wladiwostok wurden in den Pessachtagen von ■ den Behörden beschlagnahmt •und in Arbeiterklubs um-, gewandelt. Neue Regelung des Status der jüdischen Religion in Italien. (J. T. A•) Dem neuen Faschisten-Parlament ist die Gesetzesvorlage über die!Freiheit der Religioii'siibung der nichtkatholisohen, ■darunter ■der jüdischen,; Bevölkerung Italiens zur Beratung und Beschlußfassung ’ zugegangen. Irn Gesetzentwurf ist vorgesehen, daß ■die . auf Grund, der Verfassung von 184S tolerierten religiösen Kulte nunmehr gesetzlich anerkannte Kulte sind. Bei Ernemuing •der Geistlichen dieser Kulte muß die Autorisation des justizmini'sters eingeholt werden. Die religiösen Unterschiede bleiben ganz ohne ׳Einfluß auf das zivile oder ■das politische Recht, auch bezüglich Sonderpriviiegien und militärischer Funktion. Protestantische und jüdische El- ■ teru ■sind berechtigt, die Befreiung ihrer Kinder von der Teilnahme an dem katholischen Unterricht zu verlangen. Das Eigentumsrecht ■der jüdischen Gemeinden und Syna- : gogen ist anerkannt. — Die Zeitung ״Giornale d’italia“; hat eine Umfrage über ■das neue Kirchengesetz veranstaltet;׳und bringt als erste Antwort an •der Spitze des Blattes ein Interview mit dem Oberrabbiner Professor Saccrdoti,;׳der seiner Befriedigung über ■den Status der jüdischen Gemeinden im neuen Gesetz, insbesondere über die Eheklausel, Ausdruck gibt ■und. den Scharfsinn und das Gerechtigkeitsgefiihl ■des Duce ׳Mussolini rühmt, der darauf 'bedacht war, allen. religiösen Richtungen gerecht zu werden. Es folgen dann Aeußerungen katholischer Würdenträger, die unzufrieden sind, ■daß das Gesetz die nicht- ־ katholischen Religionen begünstigt •und ihnen sogar die Position staatlich anerkannter Konfessionen verleiht. Einziges streng orth. ״^-RESTAURANT IN HLOHOVEC Bei Fried, im Hofe neben dem Tempel. — Ab 1. Juni HEINRICH GRÜN Schwiegersohn des Herrn Rabb. Lebovics in Bratislava JÜDISCHE PRESSE Seite 5 | Tschecn 0:9.1 o wakei ”aaRaaaRBRaBaaBRRBBaaBRRBaaaaa*a1aBaaaB»«aaaaaaaNBa1iaaanBaaRaaa*a*aMHaaBaaaa? Carl ר׳ נדלי׳ Beer ז״ל Am m Nissan stand die altehrwiirdiige Gemeinde Hclleschau ■an der ■Bahre ihres im hohem Gr.eisenalter von 84 Jahren dahingegangeneti Ehrenpräsidenten R. C.edalja Beer ז״ל. — Die tiefe '!'■rauer um das Hinscheideii dieses verdienstvollen Mannes war nur allzu berechtigt, denn mit dem Scheiden dieses צדיק ist der ■Glanz und die Pracht dieser Stadt geschwunden. R• Gedalja Beer ז״ל gehörte zu den שירי כנסת הגדולה ■ zu den Ausläufern jener □יראי und □צדיקי an denen einst das heute so thoiraarme!Mähren so ■reich gewesen. Von seinen frommen׳ ■Eltern — sein Vater R. Löb Beer hatte vom Lanidra'w R. •Nahuni Trebitsch ז״ל den ־ מורנו Titel er,halten - על ברכי התורה והיראה erzogen, •hat er sich אהבת התורה ולומדיה bis in seine שיבה טובה bewahrt. Als vielbeschäftigter Industrieller hat er קובע עתים לתורה gelesen und täglich seinen שעור geilerinlt, w׳a׳r ■ein eifriges aktives Mitglied ׳der dortigen ש״פ חברה >u׳n־d ist auch •nachgeikommen der Forderung עשה לד רב : חכמים. —!Die geschwächte Sehkraft seiner Augen iziwauig ■ihn — ■um idem!Gebote והגית בו nachizu- •kommen — dazu, sich einen!Hausrebbe zu halten, der ihn! das Lernen vortrug. Zu diesen zählten meist große Ka- ,Paritäten, die □רבני a!n- Ide.r dortigen ßetn-!Ha1n1!i׳dr1asch- Stiftung, wie ׳der verewigte iRabbi■ David ■Frankfurter זצ״ל Rabbi S. Jung reis נ״י •und; der derzeitige Devaer!Rabbiner Ch. L. lEhrenreicih, der Herausgeber ׳des אוצד החיים Mit ersterem verband ■ihn eine aufrichtige אהבת יהונתן ודוד. — Sein wohltätiges Winken .im all gemeinen!!und für א״י speziell ,war weit und breit bekannt. Er hat vor zirka dreißig Jahren eine! Erez-Jisroel-Reise •mit seiner nun verwit׳we!ten greisen Gattin :unternommen! und, ■dort dem österreichiscih-iungari'sohen Kaie!!mehrere!Häuser erbauen Hassen. Seinen men schlichen: ■ ■Tugenden gesellte, sich eine selten große Verehrung für das. ,traditioneil Jüdische ׳zu׳, für dessen Erhaltung er auch ׳materielle Opfer zu bringen wußte. Als vor Jahren, ׳die Gemeinde;Holleschnu gezwangen ׳war. ׳die alte׳!Schaohschul aufzulassen :und! •ein neues iG-tteshaus zu errichten, spendete, ■er z׳u diesem Zweck ,eine. ■namhafte Summe mit der!Bedingung, •daß ׳der Aimemor ׳ כדינוin!die■!Mitte der Synagoge komme. 35 Jahre ׳lang war IR. iGedailija Vorsteher der Kultus-, gemeinde :und Ihm ■ist es ,zu ׳danken, daß!Hollescihau, •in ,ri'.hinillicheni!Geige n׳s atz ׳zu dein ׳all'eirimeisten׳ ■Gemeinden Mährens, noch ,in ijüdiseh׳־tra׳ditionel!lem!Geiste geführt . wlrfd. Düe: Verehrung, ׳die diesem verdie1!1׳s1t׳v1!!0׳I׳eni׳Mann• all- .::seits .gezollt ׳wunde, hat sich in dem imposanten• Leichenbegängnls 1kuudgegeiben.!Sein INäme verdient, der Ver-;gessenheit entrissen *zu. werden.. זכר צדיק לברכה VI n k 0׳v c:i, ׳Ende Nissan 5689. Dr. M. •F r a n k f u r t e r. Oberrabbiner. Eine Zeitungsente aus Nitra. In •der Nummer vom 14. Mai des ״Reggel“, erschien ein ׳Artikel über angebliche Bestrebungen zur Wieder- Vereinigung der orthodoxen Gemeinde in Nitra mit der vor mehr ■als zwei Jahrzehnten aus ihr ausgeschiedenen Neologengemeinde. Obgleich an dieser Nachricht n i׳c h t; ein Wort wahr ist, hat die Ente Flügel bekommen; und gelangt auch ׳in '׳Kreise, ■die mit den jüdischen Dingen ' so wenig vertraut sind, ■daß sie auch den größten Unsinn zu glauben imstande wären. Die Gemeindeleitung hat es grundsätzlich abgelchnt, solch lächerliche Gerüchte offiziell zu dementieren, da es ganz offenbar ist, daß die Gcrü'hte über Wiedervereinigungsvcrhandlungen von Leuten kolportiert werden, die die Gemeindeleitutig in■ ■den Augen der Mitglieder diskreditieren möchten. Wer den Prinzipientreuen Geist der Nitraer orthodoxen Gemeinde kennt, weiß zur Genüge, daß . gerade Se. . Ehrw. Herr Oberrabbiner Katz zu den ■strengsten und klarsten Verfechtern der selb- ■ständigen Orthodoxie und ihrer Absonderung von der Neologie• gehört und in diesem Sinne mit dem besten Erfolg wirkt, obwohl er einem friedlichen Nebeneinander der beiden vollständig getrennten Gemeinden niemals ein Hindernis bereitet. Daß ,die' Getneindeleitung vom gleichen Geiste beseelt ist. beweist nicht nur das allbekannte beste Einvernehmen zwischen ihr und dem Herrn Oberrabbiner sondern auch die Tatsache, daß die Gcmcindeleitung bei ■der jüngst stattgefundeuen 1Installierung des neuen Neologenrabbiriers offiziell nicht vertreten war. Sefer Thora-Einweihung in Vrable. Am 7. Pessachtagc wurde ■in Vrable ein neues Sefer Thora, eine ׳Spende ,des ,Herrn׳ iSie'grmind Petö. in fei erlicihieir Weise drugeweühi. Das S.eife.r. winrde nach einer ge- ]׳•a‘l(volleil ■und beifällig anifgenomimienen Reide!des Gemeindemitgl'iedes Herrn J. Wechsler unter einer Chuppolf, die■ ׳der Spender unfertigen ließ, vcim Gemeimdesaial in Idas Bes ׳Baknesises igetr.aigen. Dabei wurfden uute!r Lei- Ming ׳dios Herrn Kantors S. K a u 'f׳m׳a׳n׳r1 שירים י ותשבחות gesungen׳. I׳m Tempel ,hielt Hebr..Rabbiner ■S. B. S c׳hwa׳r!zstein eine der Gelegen heit gut ׳angeipaßte Droscholh׳, die a!:!f die Zuhörer tiefen Eindruck m,achte. Versuchte antisemitische Hetze in Kosice. Aus Kosice wird uns berichtet: Viel Aufsehen, erregte es vor einigen Tagen, daß eine einem getauften Juden gehörende Buchhandlung den Versuch unternahm, durch Aufstellung ׳iudenfeiiidiicnher Bücher in •ugarischer. ׳deutscher und slowakischer Sprache, in seinem Schaufenster den konfessionellen Frieden ׳in unserer Stadt zu stören. Eine Gruppe jüdischer junger Menschen versammelte sich darauf vor dem Geschäft und forderte d.ie Einziehung der Hetzschriften. Der Geschäftsinhaber wandte sich an ■die Polizei, die dann mit einigen jungen Leuten ein Protokoll aufnahm und sie unbehelligt entließ. Die gesamte Bevölkerung ohne. ׳Unterschied •des Glaubens ist in der schärfsten Verurteilung dieses frevelhaften Unternehmens, den ׳Haß gegen die Juden׳ zu verbreiten, einig. Die orthodoxe Gemeinde gab an zuständiger Stelle ihrer Hoffnung Ausdruck, daß von seiten der Behörden solchen Versuchen mit allen Mitteln entgegentreten werde. Die neologe Gemeinde setzte auffallenderweise einen ähnlichen Antrag ohne Begründung wieder von der Tagesordnung ab. Neuwahl des Talmud-Thora-Vorstandes in Nitra. Aus Nitra berichtet man uns: Am 12. d. M. fand unter großer Beteiligung der Mitglieder die Neuwahl de!9 Talmud-Thora-Vorstandes, und am 15. d.. unter Vorsitz des Wahlpräses, Herrn Adolf Stark, die Konstituierung desj־ selben statt. Präses Wurde wieder Se. Ehrw. Herr Oberr a b b I n e r ■Katz, der sich um׳ die Förderung dieser Thora-Anstalt besonders verdient gemacht hat. Vize- Präses: Herr Leopold W e i s z, Kassier: Herr Samu W e i s z, Kontrollore: die Herren Geza Pollak. Philipp Weisz juu.. Oekonom: Herr Samu Weisz (Vicapy), Ausschuß: die Herren Adolf Stark. Siegm. ׳L i n k. Lipm. ׳Koh n. Alex. Spitzer, Jakob H ö n i1 g s׳b e r. Hilel Klein und Salomon Goldberger. Ex offo: die Herren Josef H ö n i,g s b e r. Joel Neu walder, Abraham Steinberg ■und Schulpräses Adolf Kohn. Für die Talmud-Thora in Kosice. In allen Tempeln und! Bethäusern ׳d׳er orthodoxen Gemeinde in Kosice waren sämtiMc'he נדרי□ ינדבוח ■am ,letzten Sablbath 0׳ אמ1ר für die Talmud-Thora-Schule bestimmt. Die warm Anteihiabme der Gemici!ndetm.itiglieder ■an ׳dieser Sdh׳uile erzielte ein recht ■schönes Resultat.; Aschenurnen auf dem Prager jüd. Friedhof. Der Obmanu der Pr.aiger Ghewua Kadiscba■ bat nach fünnfzigjährliger Tätigkeit seine•;Demission ■gegeben, da!mau a׳m Ffiedthcf Aschern!nnen beiigesetzt tha.t. Sabbath-Vorabend in Marienbad. Der jüngsten Nummer def. ״Bäderzeitung“ entnehmen wir die folgende Schilderung aus Marienbad: Sabbath-Vorabend. Orientalisches Intermezzo im westlichen Böhmen. Da ist eine kleine Gasse in Marienbad..,dort weht um die Gestalten der• Schreitenden der dunkle Östliche Kaftan, lange, oft wundervoll silberweiße Bärte umrahmen ehrwürdige Patriarchengesichter, selbst der kleine Junge, der seltsam still und scheu ernsthaft Spiele spielt, trägt runden Hut, Schläfenlocken und Kaftan.!Es• ist ein freundliches, vom große;1 Zug der ititernationalen Welt umbrandetes׳ Ghetto dort oben.' aber ein Ghetto der freien Wahl, ein selbstgewäbltes׳ ,Beisammensein der Ostjuden, also der frömmsten europäischen Juden, •das der näheren Umgebung ruhig., aber entschieden den Stempel jüdischer Eigenart aufdrückt. Mittelpunkt dieses orthodoxen Bollwerkes in ■partibu*s iufldelium i'st das Hotel ״Natonal“. Großes Haus ■mit ■allem Komfort. Aber der Komfort besteht nicht nur aus Lift und Parketten, Zentralheizung •und sonstigen Einrichtungen׳ ,׳die ändere Häuser auch ■haben, sondern er erstreckt sich auch auf die religiösen!Bedürfnisse der Sonderkaste, die dort verkehrt: Da ist e׳in rituelles Bad. ein Betsaal und eine rituelle Küche. Der schöne hohe .Speisesaal ist am Vorabend •des Schabbes (Freitag) voll von Menschen, ׳die Fisch essen kommen. Auf ׳dem langen Familientisch brennen in Silbernem Zweiarm die Saibbath-Kerzen. Der Wjitt und seine Söhne tragen •das schwarze Käppchen zum dunklen Fest-׳ tagsgewand. Diese Söhne sehen plötzlich unserer Alltags- Sphäre entrückt aus: sie scheinen erfüllt von der' schönen Feierlichkeit eines ehrwürdigen Festes, •daß die ünmeßbare Distanz von Jahrtausenden zwischen ׳uns sie ׳breitet. An ׳den Fenstern des Betsaales., die in Stockhöhe in den Saal herunterblicken, zeigen sich Köpfe: Betstunde ■der Chassidim. Vorbeter singen halblaut, •dumpfes Murmein quillt nieder. Tropft in ■das Schweigen, ׳das ■den großen Saal, überflutet ...hat, Die Sa;bbath-<Ke.rzen , Hackern ״wie, geweihte U'eb’erreste alter Zeit unter dem strahlenden Glanz prächtiger Luster. Dann wird es stille oben. Der fromme Jude ■im S׳aa(e bedeckt sein Haupt, logj: die Serviette über den Teller, schenkt Wein ein und singt,,•■stehend das, 1Glas'vor!;sich hinhaltend und ■sich im Stehen wiegend, eine ■leise, rijnkennbare Melodie. Gebet? Segensspruch? '1;;'־ Und nun beginnt .das Mahl: Lautlose Kellner.׳; Silber, leckere Gerichte, duftender starker Wei'n.‘klingende ,Gläser■: Fcstbeginn. . Man sieht niemand rauchen . . . Käse wird mm letzten Gang nicht gereicht . . . der Oberkellner scheint nicht zu kassieren . . . Ein Stück fremde Welt ■unter güten Bekannten. Wie' nahe grenzt doch oft schattenhafte Ferne an grelle Gegenwart, wie weltweit sind die •innersten Gefühle zusammcnlebender Menschen voneinander entfernt in jenen Reservationen dpj• Seele, die.wir den! Göttliche(! bewahrt haben! Ist das Judenaustreibungsedikt von 1492 im heutige« Spanien noch in Kraft? 1(J. T. 1A.) ׳Der Präsident der jtidisehen Völkerbundliga •in ,,Bulgarien Dr. Saul Mezau!hat im Hinblick auf die im Mai ■d. J. in Madrid stättfindendc VollkcMi'fer.cniz :der internationalen Völkerbun׳d׳gesellschaften an den Präsidenten ׳der Union der Völkerbundsligen das folgende Schreiben■ gerichtet: ,jHerr Präsident! Sie wissen, daß auf Grund des Edikts der spanischen Könige!Ferdinand un׳d Isäbella vom Jahre 1492 alle Juden S׳paniens, die ihren ■Glauben nicht abschwören wollten, aus ■dem Lande vertrieben •wurdett. Seit Anbruch der ׳konstitutionellen Aera ׳haben jüdisch- ■politische!Grtippen׳, so auch ■die Alliance ׳Israelite Uniiverseile, versucht, die Aufhebung •dieses Ediktes zu erwirken-; die spanischen Regierungen weigerten sich aber, dies zu tim und erklärten, •daß die heutige spanische Verfassung die Glaubensfreiheit sichere und ■daß durch sie das Edikt von 1492 außer Kraft gesetzt erscheint. ׳Heute aber, wo in Spanien die ■Verfassung außer Kraft gesetzt ist, darf man sich mit •Recht fragen, ob 'Spanien alle •Garantien für die Abhaltung eines internationalen und •interkonfessionellen Kongresses, wie es die Plenarversammlung der Völkerbiindligen ist, /bietet. IIch bitte Sie also, ■Herr Präsident, wenn ■möglich, ■die gegenwärtige spanische Regierung zu der Abgabe einer präzisen Erklärung zu veraniassen, ob sie ■das Austreibungsedikt von 1492 als effektiv aufgehoben betrachtet. Ohne eine solche ■Erklärung erscheint mir ein Garantieminimum für die Teilnahme jüdischer Gesellschaften an der Madrider Konferenz nicht gegeben und• ■ich muß zweifeln, ob diese Gesellschaften, an die ich mich gleichzeitig wende, zu der Ma'HKonferenz werden erscheinen können. Genehmigen Sie, Herr Präsident, die!Versicherung meiner ausgezeichneten!Hochachtung. Dr. Saul!Mezau, Präsident der Jüdischen Völkerbundsgesellschaft in Bulgarien.“ Auf id׳as Teileigramun ׳von Dr. 'Sauif M׳e׳za׳n! widente die ׳spanische 1Re!gieram!g. e s ibhe s t ii n! d e ,n! g e g e nwärt ,1 ■g _ ,k e i n e r 1 e i B ■e s chn ä n k ■11 n g e n g e ■g e ■11 Juden ■i11׳• S!pauken. Spanien sehe -es!gerne, wenn Juden ins Land ׳ko׳m;mo!1.