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Jüdische Presse · 1929-04-24 · 17-18 (24.4.1929) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
15 (1929)
Issue
17-18 (24.4.1929)
Date
1929-04-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Seite 5 Nr. 17/18 JÜDISCHE PRESSE 5 Jahre Arbeit. Im Jahre 5684 wurde in Anwesenheit einer fast unübersehbaren . Menschenmenge der Grundstein für die Lubliner Weltjeschiwah gelegt. Die größten Autoritäten im Judentume waren erschienen, um diesem feier-; liehen Akte beizuwohnen. Die Behörden entsandten ihre Vertreter, um zu bekunden, daß die maßgebenden Kreise einem solchen Kulturwerke nicht bloß sympathisch, gegenüberstehen, sondern auch zur Mithilfe bereit sind. An der Ausarbeitung der Pläne nahm das Ministerium für öffentliche Arbeiten in Warschau hervorragenden Anteil. Abgeordneter Schapira ruhte von dem Tage, da der Beschluß auf der ersten Wiener Kenessio mit Begeisterung aufgenommen wurde, nicht mehr. Dem großen Volksführer, dessen berauschendes Rednertalent die Massen bezwang, war die politische Arbeit im Sejm für das jüdische Volk von sekundärer Bedeutung geworden. Der große Talmudist mußte das geliebte Studium der heiligen Lehre zeitweilig zurückstellen. Er hatte eine Aufgabe, die ihn völlig erfüllte: die Lubliner Weltjeschiwah. Ringsum alles zerstört, tausende Schulen waren neu oder wieder zu errichten und trotzdem unternahm er es, 100.000 Dollar für* diese Anstalt aufzubringen. Hier zeigte• er seine mustergültige Energie und zielbewußte Organisationskraft. Mannigfachen Schwierigkeiten zum Trotze gelang es ihm. Selbstverständlich hatte das außerpolnische Ausland die meisten Mittel beigesteuert. Den Bauplatz spendete Herr Eichenbaum, um der historisch berühmten Stadt mächtiger Thorafürsten erneut zur Blüte zu verhelfen. Die geographische Lage ist auch ausgezeichnet, so daß schon die Wahl des Ortes als gelungen zu bezeichnen ist. Der deutsche Keren Hathora brachte im Jahre 1924 die ersten 30.000 Mark für den Baufonds auf. 1925 leitete Dr. Deutschländer gemeinsam mit dem Abgeordneten Schapira eine Kampagne in Holland und Belgien. Auch Oesterreich und die Schweiz steuerten — wenn auch bescheidener — bei. Den Löwenanteil erwarb jedoch Amerika, wohin sich der unermüdliche Petrikauer Raw auf mehrere Monate begeben hatte. Die Juden Amerikas brachten dem populären Volksredner nicht bloß rauschende Ovationen sondern auch klingende Münzen entgegen. Nun ist der Bau fertiggestellt, die Inneneinrichtung wird emsig verfertigt, Lehrräume, Pensionatslokalitäten für. 500 Hörer samt Küche, Speisesälen, Bädern usw. in modernster Ausführung. In einem Saale ist ein großes Modell des Bes Hamikdasch zur Ausstellung gebracht worden. Schließlich soll das Haus die größte jüdische Bibliothek bekommen. Schon jetzt sind nahezu 10.000 Bände da. Der Lehrplan ist bis in alle Details ausgearbeitet, die Anstalt soll die besten Schüler der Welt entsprechend weiterbilden und es ist ein fünfjähriger Kurs vorgesehen, der in zwei Untergruppen zerfällt. Unser Bild zeigt den prächtigen Neubau in seiner heutigen Gestalt. Minister Dr. Moraczewsky besichtigte kürzlich das Haus und versicherte der Bauleitung, daß es in architektonischer Hinsicht zu den gelungensten Bauten Polens zählt. Am fünften Jahrestage der Grundsteinlegung, am Lag beomer, soll die feierliche Eröffnung stattfinden, falls es gelingt, die notwendigen Beträge für die Schlußarbeiten zu erhalten. Es wird für das Land und das gesamte jüdische Volk ein historisches Fest von eminenter Bedeutung sein. Das Gebäude der Lubliner Jeschiwah. Der Petrikauer Raw Rabbi Meir Schapira. Die Grundsteinlegung zur Lubliner .lesebiwah. PPPJgfflSSiißpi!!־ ,mm יו! Ate» ‘i!»...Xi■■'"■ .*,LT■» . '.t! '■׳ ׳ •••׳ , v* Die Grundsteinlegung.

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