Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 17-18 (24.4.1929)
- Date
- 1929-04-24
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 17/18 JÜDISCHE PRESSE Seite 3 KUNEROL, ist verbürgt reines Fett aas Kokosnüssen. Die Erzeugung steht unter streng ritueller Aufsicht des Herrn Bezirksrabbiners S. Bhrenfeld zu Mattersburg. KUNEROL kann daher von allen Strenggläubigen zur Zubereitung von Osterspeisen verwendet werden. sehen!Feder,!sondern dieses alles ist 7:1t lesen in dem ot'fiz-ieilen. Organ der Ag-udas Jisroel-Jugendorganisation in Deutschland, und zwar in dessen Jahrgang 3, Heft 1. März 1929. Und alle Indizien sprechen dafür, daß dieses nicht etwa die!Meinung eines Outsiders darstellt, sondert! dieje tilge der offiziellen Scliriftle.itiiH’g dieses Blattes. Bin weiterer!Passus dieses ■Artikels glaubt, * 1betonen zu müssen, daß es am einfachsten ׳und ׳leichtesten sei, wenn man ganz rechts .in der Aguda s• Jisroel ,stiinde, denn, ■dann — so!meint der Artikel wörtlich — ׳״brauche man intimer nur nach einer Front zu negieren . . .“ ״So entstehen all die Schlagworte von ״Emeß, der über den Scbokum gehe“, von der ״Prin- ,z1i:pi־eure׳iuheit der souveränen. Orthodoxie“, von der ״tauroh-gemäßen Austritts!politFkvon der immer bereite:! ״religiösen Begründung“. All diese Schlagworte — sie schreciken׳ «ns nicht.!Mau!muß nur wissen, wie politische Meiiumngen!psychologisch, affektiv gefärbt sind. Wird nicht heute sogar der Psak in die Niederung der weitanschaulichen 1Bedingtheiten ■herabge'zerrt? ׳Wagen wir e!s also — unter der!Gefahr, als uulogisch, als ■unreligiös, als ln>kon:s׳ecn!et1t zu gelten! — angesiohts der!Möglichkeiten, die unsere!Generation hätte, aber nicht aus'geniitzt hat, bescheiden zu fragen: ׳Wo bleibt der aktive Scbolattm? Wo bleibt er in unseren iRoihen? Ist nicht auch der Scholaii.m eine große Sache, die!man nicht so leicht nein neu soll׳, um seines iBtneß ׳halber? .1Kann nicht gerade ׳Eme'ß leicht subjektiv sehn, ist nicht aber gerade Schol-aum vieü objektiver?!Ist nicht Etncß ׳nur Im;Menschen, 1i!st nicht Scholainm zwischen den Menschen und also fester gegründet?“ 'Diese!Fragen erheischen Antwort, denn es wäre töricht, zu glauben, daß der Artlkeisehrciber hier seine subjektive Meinung ■zitiiu Ausdruck bringt. Es sind׳ gewiß viele Agudisten 111׳!Deutschland', ׳welche in!1 erlich!vielleicht den Stil und die!Form dieser Ausführung nicht gut heißen, sich aber letzten Endes doch mit seinem fnltalt ident.ifizieren׳.!Schließlich mnß aber!doch die Kenessio Gedaulo die entscheidende Ansicht der Gesamt agudo wiod'erigelben. Wenn ■man die Fragen, die liier gestellt ׳werden, ,kurz forntulieren will, so k!öm!n'te 11 na,11׳ sie 111 die kurze Fassung ■brin1g.cn■: E 11 t w e d e r 1K a 11 0 wii t z. od e r W i e 11.!Das heißt: Ist die Ag(udjas Jis|röJeI bloß ein Zweckvrerbanid, ijn dem auch in den obersten V<1|r\v1aItungsorgjanen all diejenigen, welche individuell orthodox sind, zur Leitung und Fühtrung völligle Gleich beiriec 11 tignng I1!abeu? Odtsir (abotr ist dije Agudafc Jisircßl nicht bloß ein Zweck verband, rsiondjeirn eine Organisation, dije ׳,auf dem Standpunkt steht, daß jeder organisatorische Kompromiß mit Organisationen, Genreftiden oidjta* Pafrteien, die die Thcha nicht als Grundlage kennen, mit dem Ideal der Agudo unvereinbar ist? Wenn die Aguda aber .diesen Standipunkt hat, da muß sie sich sorglich davor!hüiteil, durch Ve׳rwisch!1ug •dieses Gegensatzes den Glauben zu erwecken, als olb diese Dinge bloß lokale oder territoriale Angelegenheiten vo.11 untergeordneter!Bedeutung wären, die aber den!Kall J.isroel nicht weiter äugelten. .Diese Frage muß entschieden ׳werde.11. Fs dürfen nach .der /.weiten Kencssio ׳Geidaulo nicht wieder Debatten darüber be־w ginnen, was eigentlich der Sinn!der Agudo sei. Ma.11 wird sieh fragen, inwieweit die ׳iinerjüdisclien Fragen in Frez Jisroel, in Polen (Wilna!) usw. im Bewußtsein der Weit- Orthodoxie ,den Fiuidruek hervorgerufen haben, daß es riehtiger sei, die Aigitdas Jisroel .in Zukunft i-ni!Sinne von ■Kattowitz oder imi Sinne der ersten Kenessio Gedaulo ■von Wien zu orientieren. N a c 11 der zweiten Kenessio Gedaulo muß Klarheit darüber :sein. N a e ׳h d i eso ui P e s s a c 11 d a r f nicht uoc 11 an a H s ein N a׳ chti.sc b k 0 11 0 111111׳, Auf^die ׳Frage des Choclio-in lautet die Antwort: אין מפטירין אחר הפסח אפיקומן 11. רשע ,Leider sind wir noch .immer genötigt, Antworten auf Fragen zu geben!, die uns von ■jenem Teile des jüdischen Volkes gestellt werden, die prinzipiell -und bewußt sieli dem Thoraideal gegeniiiberstelleii. Klarheit über das Wesen der Aguda l.st noch keineswegs allüberall׳ verbreitet. V0T uns liegt ein Artikel der in C zcrimwi t z erscheinenden ״Neuen Jüdischen׳!Rundschau“ .mit der Uebersclvnift .,,De r Fe i d z 11 g d er ׳Sc 11 w a: r z' e 11“, .,Z 11 t Met 11׳ od u der a g 111 d: isti.se 11 e 11 Eun an■ i s s ä r! e“. Dieser Artikel ist eine Qu.itt'u.ng über den Aerger, daß es im 1An.sehluß an die Adar-Aklion der Palästbiazenlrale unserem wackeren GI ii c kan a n - P o r 11 s c h gelungen ist, auch in Czcritowit.z das agudistischc!Leben zu ׳entfachen. Der Wizuitzev Rebbe, Rabbiner Fldger, hat. in 11 Anschluß daran auch in Wiiznitiz — w.ic esja!selbstverständlich ist — erklärt, daß der thoratreue Jude seine :eigenen Lebensideaile untergrübt, wenn e'r die zionistischen Fonds stänkt, welcher uriijüdische Assimilanterik.ultur 111!Erez J.isroel!fördere. Der!Leitart'iklcr i.n der ׳״Neuen׳ Jüdischen!!Rundschau“ schreibt 11. a. in einem dreispaltigen, haßerfüllten! Artikel: ״Wir •wollen versuchen״ ■uns mit den- Agudisten aiuseinaudcraisetzeu unid den!Beweis erbringen׳, daß ,sie die ׳G-ttloseu sind, da sie allgcmeinjitdlschc Interessen schädigen׳, •gegen! Palästina ■arbeiten tiudl auch _ in der Gallith eine geradezu/ verbrecherische ,Politik führen.“ IDcr Artikel ■schließt ׳mit den Worten: ,jAn ■11 ns Zionisten: ist es gelegen, in all jenen Orteni, wo die Aguda ■ihr!Haupt erhebt,!mit ■der Absicht, unsere ■Arbeit! zu stören und! ums »au■ verleumden׳, •sofort eine •Gegenaktion einzuleiten unid die!Massen über die *Liiigenip'ropagaiida der Aguda anfzuklären׳ unid die ■Arbeit ■ihrer Agenten ziii unterbinden:. Heute, wo ■die ganze zivilisierte Welt, wo d 1 e• g r ö ß j e 11 ׳M ä n 11 e r id1 e s J uid e 11 tu ms, wo die׳ Einsteins, ■Melehetts unid Wasser- •matinis 'für uns sind und!mit uns arbeiten׳, .muß die Agudia :verstummen.“!Daß ■man ׳i.n Gzernowit'z .noeli glaubt, mit solchen ■Dingen!Baueriifäugerei treiben zu können, daß man es wagt, einem Wiznitzer Rebbe gegenüber die in denn Artikel genannten Persöniliahkeiten jüdischer!Rasse als die ״,großten .Männer ׳des Judentums“ aus spielen zu können׳, daß man nicht die ׳Gefahr der eigenen ׳Lächerlichkeit fürchtet, beweilst, ■daß wir noch nicht laut und vernehmlich genug unseren Standpunkt in der Erez Jlsroel-Fragc der ■jiidlsehen Welt gekündet haben. ׳Daß es auch ■heute nach jtidischer ,Anisehauu 11g besser .isit, iun iGaluth 7:11 •bleiben als üaeli Frez Jisroel zu gehen und dort die Thora zu entweihen, ist bereitis in einem Werke 7.11׳ lesen, ■das über den Verdacht erhaben• ׳ist, ans parteipolitischen Zwecken geschrieben worden zu sein, nämlich 1111 בל בו wo in Kapitel 127 in mizwekleti tiger Form zmn Ausdruck .gebracht ist. daß d i e j e 11 i g e 11. d 1 e nie 11 t ■d 1 e T 11 0 r a 11 a I t e 11, b e ■s s e r d a r a ״ t u ■11, i m G a 1 u t 11׳ z 11 b 1! e i b eil als 11 a e 11 Frc z J i s r 0 ei zu ■g e 11 e n, denn sc 11 W e r e r w e r d e d׳<i e E 11' t f r e in d u n g v 0 ■in j ii di-sc h e 11 G e i s t e i 11 E r e z J i s r 0 e I g e a 1111 d et a 1 ■s i u C 11 u z 0 L 0 o r e z. Der hebräische Urtext lautet folgen-!dermaßen: י בחב הר״מ וששאלת להודיעך עקר המצור. ההול" לארץ ישראל אינו אלא כמו שמפורש במס׳ כתובית, ואם מוחלין בו על כל עונותיו, הנה ספירש בסוף מסכת כתובית ובלבד שיהיה פרוש מכאן ואילן רזהר מכל עיון ויקדים כל המצוות הניהגות בארץ שאם ירטא יענש יו.־ ר מאב יחטא כחוצה לאד׳י כי ר׳ דורש אותה תמיר ועיני ד׳ בה והשגחהו תמיר ואינו דומה מוהר במלכות בפלטין למורד הוץ לפלטין וגו׳, ואותן ההולכיי לשם ורוצים לנהוג קלות ראש בפחזות ולהתקומם שמה קורא א^צי מי בקש זאת מידכם רמוס r אני עליהן ותבואו ותטמאו א חצרי, אכל מי שהלך להתנהג.בקדושה ו: טהרה אין קי* לשכרו.!Diesen Gedaukengaiiig •in aller Dcai.tHicli.keit aus,zu- S1precI1&11, scheint uns hei der überragenden ■Bedeutung ׳der Erez Jisroeil-Frage bei dem ׳Gesamtfrage 11k01 nplex, welcher mit der Agency, mit dein Clümieh in Erez Jisroel zusaiumenliiinigt, Pflicht .der ■zweiten׳ Kenessio Gedaulo zu sein. . Dem רשע den! bewußten׳, .prinzipiellen• ׳Gesetzesletigirier antworten wir ■deutlich, daß wir uniit ■allen K r ä f t e u e r s t ׳r e b e 11, 111 Erez J 1 ,s roel. e׳i ti w i r k- I i c h j •ii d i s c 11 e s L eb e 11 z 11׳ ■t" ti ii r e n 1111 ׳ d ׳d! a f ii r a 11׳ c 11 z u a r b eite 11׳, d a ß aber Ercz J i s roel 1111 1־ d׳ a!1 11 f ■ii r 11!1׳ s Wert .11 n ■d ■ß e d e tu 111 n!g lii a t, w e n. u e ׳s ein t c r r 1 t o r i a ii e s W e T k ,z e 11 g i sl t, u m d' e 11 W i 1' 1 e •n G -1 t e S z 11 e r f ii I I e!1. Damals bei •dem Auszug aus ׳Mizrajim wäre es auch dem רשע micht vergönnt gewesen, .mit nach׳ Frez Jisroel zu gehen .אלו היה שם לא היה נגאל 111. תם Wohll eine der beträchtlichsten ■Gruppen hi unserer Aguda ist!diejenige der naiven, schlichten:Menschen, welche zwar dein ׳Namen ׳nach ■der Aguda angehören■, aber stets und ständig ,mit!Recht oder• Unrecht darüber klagen, daß sie eigentlich ■nicht wissen׳, was vorgeht. Sie fragen: alle ״Was ist das?“ Sie wollen׳ informiert sein, sie wollen durch die Presse, durch Vorträge,!durch persönliehe!Belehrung unterrichtet werden, ■worin die agudistisehe ׳Betätigung besteht. Und es ׳sei offen׳ zmgestaiiden׳, daß hier einer der ׳größten!Mängel .in unserer Orgianisation vo'rliegt. Wir haben׳ Abte.M11 ngen für Erez Ja'sroel, für Thora, für Politik, wir haben aber keine Abtei- 1!u n g!f ii r uns sei!b e r, 11׳ ä nt 1 i c 11 f ii r d i e 0 ׳r g a n 1s atiion. Es ist sicher ■nicht das schlechteste Zeichen für eine Organisation׳, wenn sie an sich ■selber vergißit äugedie Waren könnten von den Bauern gesehen, und alle Juden a״gezeigt werden. Noch dazu sab man nicht, daß der Robbe einen allgemeinen Fasttag angeordnet Hätte, oder sonst irgend welche Versuche machte, das Verhängnis ahznwenden. So ging man also zitternd den Freudentagen entgegen. Am midisten Jage, dem Riisttage zum Possaehlest, konnte man ungefäh r 11111׳ elf Uhr den Robben sieb durch das Jalirmarktsgetiiinmel winden sehen. Wenn das Städtchen Zeit gehabt hätte, es wäre sicher nicht aus dem Staunen heraiisgekoinmen, wenn es gesehen hätte, wie eilig es der Rebbe hatte, von einem Haus zum anderen zu gelangen, so, daß er gar nicht zu bemerken schien, wie er von Weibern gestoßen und gedrängt wurde. Scheinbar war seine File zu groß, als daß er es hätte beachten können, wie er an Schaubuden, I anzliäusern und Bierzelten und anderen ״Stätten »sündigen Treibens“ von der Menge vorbeigoschoben wurde. Das alles iiber.su 11. das Städtchen: — was es aber nicht übersehen konnte, war folgendes: Fr, das cluissidische Oberhaupt der ganzen Gegend, trat wieder in jedes jüdische Haus ein, ohne* ein einziges auszulassen. — Der Effekt war derselbe wie gestern. Kein I lauslierr wußte sich vor Staunen zu fassen, traute seinen Augen nicht, als er den hoben Gast sali, und konnte* nur mit Mühe sich soweit bringen, auf die* seltsamen an ihn gerichteten Fragen zu antworten. Der Rebbe verlangte nämlich wieelerholt und ge*- bieteriseh elit* Herausgabe alles Cliomez. Die Zeit von eiessen Verbrennung war schon vorüber, und de*r Robbte kommt in tlie* Stube, will Cliomez haben — nachdem man schon Vine ganze* Stunde kein Stück Brot mein־ im Haust* haben darf — Cliomez haben. Und 01־ nimmt keinen Abstand von seinem Verlangen. l.st der Rebbe* — Gott, behüte ... — Chemie/, will er haben. Hat die Welt sei etwas schein einmal gehört? Hat der Rebbe schon keine anderen Sengen mehr? Er muß es sich also schon gefallen lassen, tlaß elit* Kinder lachen, laut auflachen, als er das Verklagen stellt, mau solle* ihm etwas Brot gehen. Er durfte sich nicht darüber wundern, tlaß ihn elit* Hausväter an die Hand nahmen und ihn luiuuisfiihi'teu, wie einen Verrückten. Einige ergriffen sogar die Flucht, als sie sahen, wie tlor Rebbe mit erhobener Stimme, die tlie Wände* zittern ließ, und mit blitzenden Augen verlangte, man solle alles Cliomez lievaiisgeben. — Manch mal erhielt er sogar eine brennende Kerze mit eler Aufforderung in tlie Hand gedrückt, doch im ganzen Hanse nachztisehen, und zu sehen, oh man auch nur ein einziges Krümchen Brot finden könne . . .. Und lücheltul ging er aus dem Haus in ein zweites uiul in ein elritte*,s, . . . überall mit demselben negativen Erfolg. Untl der Rebbe freute* sich . . . Und elit! Clmssidim sagten TiIlim für jemanden, tlem eler Verstand verloren gegangen zu sein schien. Untl sie wagten elosst*n Namen nicht auszusprechen. Am nächsten Tage — dein' ersten Festtag — hetrat eler Rebbe, nachdem man elas Meirgengebet vorrichtet hatte, den Platz vor eler heiligen Lade. Es herrschte vollkommene Stille in dem elichtgefiÜlteii Gotteshaus . . . Die Clmssidim blickten einander ängstlich an, als sie sahen, daß der Rebln*, \vas ganz und gar gegen seine Gewohnheit war, scheinbar zu eler versammelten Gemeinde sprechen wollte. Sie waren ■auf alles gefaßt und schauten nur abwechselnd mitleidig zu ihrem Oberliatipte ela vorne hin, und zum Oherlmupte elort oben — flehend — liinanl. Nur schwache Lichtstrahlen drangen von draußen zu der still harrenden Gemeinde; denn nur kleine Breschen hatte man in die vor den Fenstern und überall aufgestapelten Warenballen legen können. Der Rebbe hatte jetzt seinen Tallis über den Kopt gezogen, sich dev heiligen Lade /.!!gewendet, und — schwieg. Plötzlich hörte man in der Ferne ein Gejohle, und Geschrei, Geklirr von aneindeisclilagenden Geräten, Flaschen und Fensterscheiben. Und es wurde wieder still. Alles war vom Schrecken wie gelähmt, nicht einmal ein Weinen, ein Schluchzen unterbrach die Stille des Meeres vor dem Sturm . . . Nein, doch, jetzt war ein Schluchzen hörbar, ein Schluchzen aus tiefster Seele . . . dort vorn . . . der Rebbe . . . Er bewegte sich hin und her, immer schneller, .schneller — und mit einem Male fing er an zu sprechen, es entrang־ sich seinen Lippen, daß jeder es hörte, hören mul zittern mußt(*. ״Herr der Welt, erbarme Dich Deines Volkes Israel, Deines heiligen Volkes, das Du ausgewühlt aus allen Völkern, und es gemacht zum heiligen Volk, und ihm gesagt, daß cs sei ein heiliges Volk, heilig Dir, dem heiligen Gott.“ ״Neige Dein Ohr mir zu, mul höre, wie heilig ist Deine Nation, wie heilig.“ — — — ״Der Zar, der Herrscher des Landes, hat ein Verhot erlassen, und gesagt, daß niemand Schmuggelwaren haben dürfe.“ ״Lind er hat Hüter des Verbotes aufgestellt in den Städten, in den Dörfern, auf dem Felde und in den *Hä user 11.“ ״Und alle, Händler, Bauern, ja Soldaten und Beamte selbst übertreten das Gebot.“ ״Und das Land ist voll von denen, die Aufsicht führen, und das Land ist voll von — Schmuggelwaren.“ ״Und Du, unser Gott, Imst vor dreitausend Jahren das einzige Wort ״ihr sollt nichts Ungesäuertes essen“ gesagt. Du Imst nicht einen einzigen Wächter bestellt. Du läßt nicht untersuchen, ob wir Dein Verbot übertreten, Du schickst uns niemanden, der uns davor warnt.“ ״LJnd nun, sieh Du nach, L)u, vor dem nichts verborgen bleiben kann, sieb nach, ob 1)11 •auch nur ein armseliges Krümchen Brot findest, auch nur die Spur irgend eines Verbotenen, durchsuche Dein Volk, Dein heiliges Volk.“ ״Herr der Welt, erbarme Dich Deines Volkes Israel, Deines heiligsten Volkes, das Du ausgewählt aus allen Völkern und es gemacht zum heiligen Volk, und ihm gesagt, daß es sei heilig, Dir dem heiligen Gott, heilig־.“ Was konnti* da Er, geloht sei Sein Name, anderes tun als helfen?