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Jüdische Presse · 1929-04-24 · 17-18 (24.4.1929) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
15 (1929)
Issue
17-18 (24.4.1929)
Date
1929-04-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Pessachgedanken zur Kenessio Gedauloh. Vielleicht kommf es ,an dem Sedcrabende jedem ins Bewußtsein, was für ein Gewaltiges, Großes, fast Unbegreifliches!e׳s ist, daß 15 Millionen Menschen gehalten sind, ihr ganzes Sein und das Sein ihrer Gesamthcit geradlinig ■auf vergangene Ereignisse zurückzuMiren, die sich vor!mehr als 3000 Jahren abspielten und daß tatsächlich der weitaus größere Bruchteil dieser 15 Millionen sich zu dieser Erkenntnis bekennt; das ist ein beispielloser Sieg des Gestern in der ׳Menschbeit, noch dazu, wenn diese geschiehtliehe Gebundenheit sich nicht nur in einer Schemenhaften Erinnerung verliert, sondern zu einer Tat ausreift, welche fast aller Einzelheiten der Lebenshaltung und der Lebensführung sich bemächtigt. Das Ganze erscheint wie eine lebendige Demonstration gegen eine Weltanschauung, die dem Gestern -keinen Platz einräumen und dem Heute selbst den Traum von morgen versagen!möchte. Andererseits ist es ja bekannt, daß dieser Zusammenhang mit dem geschiehtlieh Gegebenen sich nicht nur auf die Sederabende ■beschränkt, sondern daß es fast kein Gebiet der praktischen Mizwutis gibt, das nicht im Zusammenhang mit dem ״Auszug aus Aegypten“ stünde. Vielleicht beruht in dieser Treue das Geheimnis des. Bestandes der jüdischen Gesamtheit .in dem Sinne, daß sie sich als Gesamtheit .fühlt und begreift. Es gab Zeiten, in denen!man fürchtete, daß diese Versunkenheit in die Lieder von dem, was einst war, untauglich für die Gegenwart machen müßte. Die Abkehr von der Religio-n ,als Tat hat ihre Wurzel in diesen Bedenken. Und gar erst heute! Heute, da alles auf ein sthrmisches Sicliausleben seiner selbst drängt und da alles eine kraftvolle Erfassung des Heute erheischt, hat man auch in das jüdische Wollen den Gehst gebracht, der lebensvollen Einfluß den Ereignissen der Vergangenheit abstreitet. Man hört, daß sich viele jüdische Menschen dagegen auf bäume 11, daß die Kinder, denen ,man den Weg von Gosen zum Sinai verbaut hat. nun auch den Eltern den Weg zu. ihren Herzen verwehren. Man möchte diesen im stillen Kämmerlein klagenden Menschen zurufen, daß ,sie •doch versuchen möchten, ihrem, gemeinsamen Weh einen gemeinsamen ־ Alisdruck zu finden und dann vielleicht in diesem Ansdruck der werdenden Generation das Bild der Vergangenheit!in neuen ׳Strahlen .des alten Lichtes nahe zu bringen. Das, nicht mehr und nicht weniger, ■ist t■ der S:,|i׳n!11 der K e n es׳s,i o G ü d a 111 o, wie!sie von der Agudas Jisroel für dieses Jahr geplant ist. Seit der . ersten Kenessio Gedaulo hat die G-ttesferne i!m ■Herzen der Menschen erschreckend viel Raum gewonnen; bei ■Menschen, die müde, sind, ■und bei Menschen, ■die jung sind. Es ist ein Wagnis von שומז כשי של פסח (תחת השגחת הרב ר׳ ישעי פורסט שיפשוהל) Erzeugt unter; Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbirier Jesaia Fürst (Adas Jisroel) U e b e r a11 erhältlich! So war das Brot des Elends. Von Iro Osias Frtedberg. Mit diesen Worten beginnt die Hagatia von Pessach: ״So war das!Brot des Elends, ■das unsere Väter in Acgy-pten!aßen,“ und ladet weiter fortfahrend jeden, der hungrig ist, ein, müzuesseu!und •das Fest •mitzufeien!.!Kann ein Fest s c h ö n c r ' .1! n d .men scheufreundlicher eiugelcitet werden, als unser Pessachfest? Und legen ■diese einfachen Sätze unserer Pessachitagada nicht ein hredtes Zeugnis ab von der Erhaben- 11 c i t 11;11 s e r e r R e I i g i 0 11? Wo gäbe es ein jüdisches, Kind, welches sieh nicht von ganzem Herzen auf das Pessachiest freuen würde! Schon der Anblick allein, •der ,manchmal recht lange dauernden Vorbereitungen zur Feier dieses schönen Früh- Lings- und Befreiungsfcstes,!gibt dem jüdischen Kinde einen Vorgeschmack der Freude und der Genüsse, c,ie an diesem hohen Feste seiner warten. Daun kommt der weihevolle Sederabend, ■mit dem das Fest seinen Anfang nimmt. Wir setzen uns ■an den Familientisch und der Hausvater best uns aus der Hagada dasselbe vor, was schon vor tausend Jahren seine Almen und Urahnen ihren Hausgenossen vorgelesen haben. Eine .ununterbrochene Kette aufeinanderfolgender Geschlechter, die alle an der ererbten Sitte, das ■große Ereignis, den Eintritt ihres Volkes in die Geschichte, der mit dem Auszüge Israels aus Aegypten ,ins Werk gesetzt wurae, feierlich zu begehen, lesthalten. ״Von Geschlecht zu Geschlecht ist der ׳Mensch verpflichtet, sich so zu selien, als wäre er selbst aus Mizraim gezogen, wie es heißt (2. 13. M.. 13, 8). Und du sollst deinem Sohne an diesem Tage sagen wie folgt: Um :dessentwillen (feiere icli den Pessach), was mir der Ewige •getan hat, al's ich aus Mizraim zog.“ ־. .Bleiben wir also dieser schönen Sitte treu. wir. Sprossen an dem alten Stamm, wir, die Hoffnung ׳Israels, wir, die Erben großer Ahnen und Träger einer vieltausendjährigen Geschichte ׳und Kultur. Sic ist es wert; 11 0 c 11 i n E h r c 11 g e 11 a 1 t e 11 z 11 w e r d e n. ' JÜDISCHE PRESSE; . .1 Nr 17/18 בשושלפסח KERNSEIFE Marke: ALEFBETH mit הכשר c',es orth. Rabbinätsässessors, Köfiice, erzeugt ״POLIO“ FRIEDMANN & Co. SEIFEN-UND KERZENFABRIK, K0S1CE schwindelnder Höhe, einer Generation, bei der zum größten Teil, die religiöse Tat, so intakt sie auch sein mag, doch nicht ganz!zur Gesinnung geworden ist, oder gar Gesinnung zu sein aufgehört hat, den Mut zum Bekenntnis, * zum׳ gesinnungsgemäßen Zusammenhang mit dem Auszug aus Aegypten bringen zu wollen. Auch in den Reihen der Orthodoxie fehlt es nicht an Mutlosigkeit. Zu sehr zerstreut sind die Millionen Juden und zu sehr zersplittert die Komponenten ihrer Gesinnung. Von Gosen zu ziehen, ist so schwer eben nicht, aber zum SInai zu ge11e n und darin den e in zige n Si nn de s We ge s von Gosen fort z u ׳er b 1 i c k e n, ׳da s a 11 e i n ist die erschöpf^ n d.e A111 w o r׳.t a u f di e;F r ä gen a c 11 dem Wels e n d e s J■11 d e n t u"m s.! Dies i s f d a s Progr.a mm der K enessio Gedaulo. Wenn allen, in deren Seele auch nur noch ein letzter Rest von Sehnsucht nach Verstehen der Ahnen und Verstandenwerden von den Ahnen ebensowohl wie von den Enkeln glimmt, der ist Mitglied.der Kenessio Gedaulo. Einst, so sagt eine wunderbare Kunde, standen alle jüdischen Seelen am Sinai, und alle jüdischen Seelen sind Gäste der Kenessio Gedaulo. Vorbereitet wird diese Teilnahme, wenn man am Sederabend mit einem warmen!Blick auf die Seinen einen Auftakt zur Kenessio Gedaulo empfindet. P. K. Zur Kenessio Gedaulo. Von Dr. Saiomon Ehrmann-Frankfurt a. M. Von der vc׳reh.rl1ichen Leitung dieser Zeitung anfgefordert, ׳für die Pessachmiinmer eine Betrachtung über die Kenessio Gedaulo zur Verfügung ,zu stellen, ׳blättere ich nachdenklich!in der Bagodo schell Pessach. Und'!siehe , da. ■der Abschnitt über die■ a-r.boo ibonim scheint mir■ wie wenig and-erc geeignet zu sein, vielesvon dem ausziidrücken, was über -die Kenessio Gedaulo zu sagen wäre in diesem Stadium, in •welchem von ■dem g dis׳ t i gc 11 111 h a )1 t d c> 1־ IK e n c s s i o Gcda u!1 0 ,sehr wenig die Rede war. Trotte!dieser befremdenden Schwc,igsarn.keit ist es wold •die .Meinung eines nicht umbeträohtliidien Teiles der j Agudas Jisroel, daß!die ,Kenessio!Gedaulo etwas zu sagen •hat, und: z w a r lii c h't •ü a•» j e!׳n 4g e, W,!a׳• s se 1 fbs t v e rstündlich i׳st.!Wenn die Kenessio Gedaulo nichts anderes ■sein sollte, als eine bloße!Demonstration, als. eine Znsamimenlkiim'ft der!Gleichgesinnten, die •sich gegenseitig begrüßen und (freuen, daß sic da sind:, so wäre ’,immerhin die Frage berechtigt, ob in u 11s!ercr Zeit der Wi-rfcschaftsiiötc hiefiir größere Opfer;an Zeit und)!Geld berechtigt •sind. Die ׳Nacharbeit mach der erstem Kenessio Gedaulo war ja nicht so׳, daß das!Beispiel! sehr ermunternd wäre, von einer •bloßen demonstrativen Versammlung reale praktische ZiikimftisikoiiseQuenteem zu erhoffen. ׳Immerhin׳, die erste!Kenessio Gedaulo■ mußte •sein u.md hatte ihre Existenzberechtigung darin, daß sie eben ׳die erste war. Eine zweite (Kenessio (Gediatilo muß die Bilanz von d׳em ziehen, was!zwischen der ersten und• der zweiten Kenessio Gedaulo■ .!in׳ der ׳Stellungnahme■ zu Agudas Jisroel innerhalb und außerhalb unseres Kreises •zu registrieren ist. Und du ist cs ■ein :Gebot-!der Ehrlichkeit, -aiiBiziiSiprecihen, daß Agudjas Jisfrolel seit djer!ersten Keu)e!ssio G.edi'aulo noch keineswegs jenb Festigung, jene Volkstümlichkeit sich brwojrben hat, welche in dom Schwünge djer BegeisteriiÄlg als Naciiwiirkung veiti der ersten Ken|g!ssiö Gediaulo erhofft wurden. Ziemlich ungezwiiugeii׳ ■Lassen sich die Gruppen, welchen׳ die Kenessio Gedaulo eine Antwort zu geben hat, im• jene vier Gruppen cinteiilem, d׳i:e :als arboo bonim durch unsere Hagcdo schcl Pessach •alilgemcm bekannt sind. 1. חכם ־. Es fehlt unsnicht an Ghaohoamim im Sinuc -der Hagodio:, welche die!Frage -stellen, ׳wozu es denn der Satzungen' ■so -viele ja!der Agud׳a ׳bedarf. Wozu denn etwas anderes :als eine Organisation, welche all diejenigen vereint, die den Sabbat hallten, die Göttlichkeit der Thora anerkennen und• dergleichen.!Ein charakteristisches Beispiel׳ ■für diese Art ■von Chachomim bietet ein Artikel, der vor kurzem in einer■!Betrachtung׳, welche der Kenessio Gedaulo gewidmet wurde1, Veräfifentiliicht wurde. ׳Es' sc.i (gestattet, einige Zitate aus diesem Artikel hier anzuführen: ״Aiicli .Agudas Jisroel rief ei-nst ׳in Kattowitz auf ,zur Sammlung. Inzwischen!!ist Agudas• Jisroel or.ganisatorisch auf!den׳ Austritts-Standpunkt!festgenagelt!worden.!Heute —* •angesichts der!Kenessio ׳Gedaulo — müssen! wir in uu,seren!!Reihen wieder eine (Bewegung zur Sammilung entfachen'. Entfachen!? Die.!Bewegung ist da — •sie׳ wagt sieh nur. noch -nicht empor.!Die!Menschen warten — sic stehen"'nu.r zersplittert. Sic fürchten!sich hoch. ■'־ •׳■׳; Man wird von •aff.izieliier Seite erwidern: ,״Wer ׳imimer!zu unskommt, den weisem wir nicht zurück — ,so war e!s -immer bei uns, so ist cs noch;heute!“-Doch damit ist’s!noch nicht getan!! Wir müissen! ׳zeigen, daß iwiir unsere Brüder brauchen!, müssen .sic her anholen׳, müssen •sie gern und gleichberechtigt sich bei uns aus- ׳wirken lassen und ■zur Wlirlkuug einen. Wie soll dies vorbereitet werden׳?!Fraktioiisbildung!innerhalb der Agndo? Möglich, aber der ׳Einheit unserer!Bewegung unter Umständen geifährlLich. Abschaffung -des § 4? Mag er bleiben für die!Länder, die in Paragraphen Sicherung sehen! Wird in Deutschland ein Rabbi nis eher )Rat es wagen, ׳dem Willen zäum! Schalamm diese umstrittene תקנה שאי[ רוב צביר יכול לעמוד בה als aUgomeinen Psak entgegenzuhalten? W-emn •ja-, dann wird Agudas ,Jisroel .fliir Deutschlau.d erledigt sein.“ ■ Diese Sätze stehen nicht etwa in einem nijsrachistisehen Blatte. Die Ainsicht, d a ß die den tscrli e Agu da' e 11 ־ e ■d i g t;s c i, w c n •n de r R ab b i n i s c •he •Rat e s •׳ ״wage“, •eine Entscheidung seiner• Uebcrzeuguug gemäß. :auszus'Prochen, s't-ammL nicht etwa von einer autirabbini- ■ HIRSCH LIPSCHUTZ | empfiehlt seine erstklassigen selbstgepreßteh כשך H| של ססח י׳ Weine. Reichhaltiges Lager von Palästinaeeweinen aus der Kellerei Friedmann, Pesach-Tikwa Wien II, Hammerpurgstallg. 4 g im Hof Tel.: A-47-9-66, R-40-9-01 Das heilige Volk. | (Aus den Geschichten um R. Lewi Izehok.) Im Städtchen war große Aufregung. Wie gewöhnlieh um die Pessachzeit hatten wieder die Bauern der umliegenden Dörfer die hausierenden Juden von ihren Höfen verjagt und ihnen für das Fest einen Pogrom angekündigt. Doch das war rann ja leider gewöhnt, und man wußte, daß von solchen Drohungen nicht viel zu ]!alten war, aber ein Umstand machte gerade in diesem Jahre die Situation etwas schwieriger. Der in jedem Frühling stattfindende Jahrmarkt fiel zufällig auf den Tag vor dem Feste. Man hatte also von den betrunkenen Landarbeitern, die an diesem Tage von allen Dörfern herbeistromten, nichts Gutes zu erwarten. Die Bauern wurden aber, je näher der Pessach kam, desto gefährlichcr. Sie stürmten oft in die jüdischen Läden, rissen irgendwelche Ware lieraus und verschwanden damit. Noch dazu verhielt sich die Polizei .ablehnender als je gegen die Juden. Selbst die Vorstellungen des Gemeindevorstehers, docli im Notfälle einige Kosaken bereit zu halten, die zu ihrem Schutze die Bauern zu vertreiben hätten, blieben erfolglos. Mau sah sieh schließlich genötigt, dem Robben den ganzen Sachvevhalt mitzuteilen, und ihn zu bitten, das Verhängnis durch Gebet und Fasttag abzuwenden. — Der Robbe versprach denn auch, sein möglichstes zu tun, jedoch sah niemand, daß er auch nur irgend etwas unternahm. Es schien so, als ob er die ganze Sache _ vergessen hätte, und da inan cs selbstverständlich nicht wagte, ilm daran zu erinnern, wuchs die Beängstigung־ aller, weil sie nun so ganz ohne Schutz waren, immer mein־ lind mehr. Zwei Tage vor dem Festbeginn verließ der Robbe ganz allein sein Haus, und ging zum Vorsteher der Gcmcinde. Der traute seinen Augen nicht, als er seinen Besuch erblickte. Der Rebbe, der nur in fremde Häuser kam, um einer Beschneidung beizuwohnen, der, wenn er gewollt hätte, irgend einen seiner Chassidim hätte veranlassen können, im Extrazugc vom ״andern Ende der Welt“ zu ihm zu kommen, so groß war seine Macht, der Rebbe, zu dem jeden Jaum Tow ״mindestens tausend Juden“ kamen, er ‘tritt an einem ganz gewöhnliehen Wochtage zu Ilun in die Stube, noch dazu ganz Ohne Begleitung. Der Vorsteher griff sich an den Kopf mul vergaß vor lauter Verwirrung־ ganz, aufzustehen und ״Gesegnet sei, der da kommt“ zu sagen. Nachdem er sich etwas von seinem Schreck erholt hatte, wollte er selbstverständlich zunächst den größten Sessel im ganzen Haus für den Zaddik herben schleppen, und ihm auch sonst den seltenen Aufenthalt bei ilun so angenehm wie nur möglich machen. Doch der Rehe hieß ihn sitzen bleiben und sagte mit lauter Stimme, in forderndem Ton: ״Gib die Konterbande heraus!“ Nun war es mit der Selbstbeherrschung des reichen Gcmcindeoberluiuptes bald vorbei. Hatte jetzt, in dieser gefährlichen Zeit, der. Rebbe nichts anderes zu tun, ־als Schmuggelwaren zu beschlagnahmen? ״Rebbe,“ stammelte der andere ganz perplex, ״woher soll ich denn jetzt Konterbande haben, wo die Aufsicht so streng ist?“ ״Du hast also keine Konterbande, sagst du? Wie kannst du mir, deinem Robben, solch eine Läge ins Gesicht sagen?“ Er war so zornig, und streckte so gebieterisch seine Hand aus, daß jenem angst und hange wurde. Der Robbe stand da mit funkelnden,Augen, als wollte er das Herz des vor ihm Sitzenden ״durchbohren. Der Gemeindepräsident sah ein, daß er diesen Mann nicht ein zweitesmal'belügen könne, und so gestand er: ״Nun, Rebbe, ein Bauer hat mir etwas ins Haus gebracht, ganz wenig nur, nicht der Rede wert!“ ״So laß es sofort iu die Synagoge bringen!“ Der Rebbe ging. Ganz verstört, halb geistesabwesend, imniertort über das merkwürdige Verhalten des Rebben nachsinnend, ordnete der Vorsteher an, daß man das ״Kleine Wenige“ in die Synagoge bringe. Er, sein Andenken zum Segen, aber ging weiter durch die Stadt, und kaufte selber hei Händlern und Grenzbeamten Schmuggler wäre an. Als man daher abends in das Betluuis kam, fand man cs bis unter die Decke ungefüllt mit allen mögliehen Waren. Kopfschüttelnd betrachtete man das, und die Beängstigung wuchs um so mehr, als man fürchtete,

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