Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 16 (19.4.1929)
- Date
- 1929-04-19
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 JÜDISCHE PRESSE Nr. 16 כשר של פפה KERNSEIFE Marke: ALEFBETH mit הכשר des orth. Rabbitiatsassessors, Koäice, erzeugt ״POLIO“ FRIEDMANN & Co. SEIFEN- UND KERZENFABRIK, K0S1CE Vorgang verurteilen. Als Beweis dessen bringen wir im Auszüge einen Artikel des Pariser Berichterstatters des zionistischen Warschauer Tagbiattes ״Meint“. Der Artikel schildert eingangs die gedrückte Stirnmung seines Autors, der, in Paris lebend, die Warschauer Zeitungen liest und von eien Berichten über Falliments. Selbstmorde. Elend u. dgl. zur Ueberzcugung gelangt. da(.! Warschau hart am Rande des vollkommenen Ruins stehe. Verdrossen nimmt er eines Tages zur Kenntnis, da(.! er momentan nach Warschau verreisen muß. Es ist ein herrlieber Frühlingstag, da lebt es sich in Paris so gilt und so schön, und er muß jetzt direkt in die Hölle hineinfaliren. Doch wer beschreibt seine Uoberraschmig, als er in das Warschauer Judenviertel gelangt und eine johlende, sich drängende und zwängende, unübersehbare Menschenmasse sicht. deren Gesichter von freudiger Erregung strahlen. Auf seine verwunderte Frage erhielt er zur Antwort, daß man die festliche Auffahrt der Miß Judaea erwartet, die von der :jüdischen Gemeinde offiziell empfangen werden wird. Eine andere Gruppe junger Leute hingegen ergeht sich in einem ohrenbetäubenden Geschrei und Gepfeife. Sie sind gegen die Wahl der bürgerlichen Miß Judaea und erheben auf ihr Panier eine proletarische ׳Miß Judaea.!Der Autor gibt dann seiner Ansicht Ausdruck, daß die in aller Welt übliche Methode der Wühl der nationalen Schönheitskönigin nicht richtig ist und kein wahres Bild abgibt. Denn die Wahl kann nur getroffen werden zwischeu jenen Mädchen, die sich der Jury stellen. Der Autor ist überzeugt, daß die meisten besseren Familien ihren Töchtern um keinen Preis gestatten werden, sich indiskreten, Bücken der Jury auszusetzen. ״Wenn dies bei allen anderen Nationen und Spraehe 11 zutrifft, wüe erst ist dies bei uns Juden zutreffend. Wohl wahr, daß die Zurückgezogenheit bei unseren Frauen und Mädchen, einmal gewesen ist. Doch glaube ׳ich, daß sich unter den jüdischen Eltern noch sehr viele finden werden — und vielleicht gerade d.iese. die sich der schönsten Töchter erfreuen — die ihren Töchtern unter keinen Umständen gestatten würden, ihren ,Körper zur Schau zu stellen. Und mögen die Examinatoren die vornehmsten Männer ■sein, oder gar nur Mädchen, so werden sich diese Mädchen doch deren prüfenden Bücken ׳nicht aussetzen wollen. Mit welchem Rechte gibt mau also ■dem schönsten unter jenen Mädchen, die sieh zur Prüfung stellten, den Titel einer ״Miß Judaea“, wenn der größte 'Feil der jiidisehen Mädchen sich mit Verachtung zu dieser ganzen An- Gelegenheit verhält, die doch in krassestem Widerspruche steht zu den lugenden der Schamhaftigkeit und Züchtigkeit, ■die durch so viele Generationen hindurch die Zierde der jüdischen Töchter war?... Und darum meine ich. daß der Präses der jüdischen Gemeinde, Fl. Färbst ein. mitseinetn Vizepfäses •H. •Feldstein, sich die Sache nicht genug ■reiflich überlegt haben, als sie diese Miß Judaea mit einer solchen!Feierlichkeit und mit solchen Ansprachen ■im Namen der Gemeinde empfangen haben. Sie hörten, diese unsere Führer, daß so etwas drau- Benin der großen Welt üblich ist; daß in Paris — die Q,uellc solchen Königtums — diese Königinnen von den vornehmsten!gesellschaftlichen Institutionen, sogar vom Präsidenten der •Republik, mit den größten Ehren ausgezeichnet werden. Und da gingen sie und taten dasselbe. Sie haben aber dabei an eine!Kleinigkeit vergessen. Dort ׳in der franzö- *wischen ■Republik ist dies ein nationaler Brauch, eine Art Volksuntcrhaltung, wenn man eine Karnevalskönigin wählt, so etwa wie man ,in unseren Jescli! woth zu Purim einen Purim-Raw zu wählen ■pflegt, den! selbst der Rosch-Jcsch i wall seine Fluid!gütig mich t verweigerte, um damit seine Anteilnahme an ■der Belustigung seiner Schüler zu bckünden, diesich einmal ■Im Jahre einen unschuldigen Scherz erlaubten, ln Warschau liegt der Fall gerade konträr. Unsere nationalen Sitten und Begriffe sind entschieden gegen solche Konkurrenzen, ־ wo jüdische Töchter ihren nackten!Körper zur Schau stellen.“ Tumultuöse Szenen bei einem Begräbnis in Warschau. HIRSCH UPSCHUTZ j empfiehlt seine erstklassigen selbstgepreßten כשר של פסח Weine. Reichhaltiges Lager Von Palästina- ==j weinen aus cler Kellerei Friedmann, Pesach-Tikwa Wien II, Hammerpurgstallg. 4 ן im Hof Tel.: A-47-9-66, R-40-9-01 H Wiewohl diese Methode bei den besonnenen Eiementen der strengkonservativen Richtung aufs .schärfste verurteilt und verabscheut wird, darf die Tatsache doch nicht außer acht gelassen werden, daß die ■sogenannten liypernatlonalen. resp. talminaiionalen Juden •in ׳ihrem Bestreben — es klingt zwar paradox, es ist dem aber dennoch so — die Sitten und Gebräuche der Andersgläubigen nachzuäffcu, den Kulminationspunkt bereits erklommen haben. Der Sachverhalt ist nämlich folgender: Vor einigen Wochen wurde in der Presse riesige Propaganda für die Wahl einer Miß Judaea entfaltet. Die Sache wlirrtdc zu einer Nationalfrage par excclJencc aufgebauscht.!Daß die Kandidatinnen und die Jury. 111 deren Händen die Entscheidung lag, bei der Defilierung der Aspirauten sich nicht strikte an die ,Satzungen ■des Schulchan Aruch hielten, ist etwas Selbstverständliches und überflüssig hrvorzuliehen. Die gewählte Königin •verständigte von ihrer Wahl die Gemeiiiöcleitmig und kündigte gleichzeitig als ..Repräsentantin des Judentums“ Ihren .allerhöchsten Besuch an. R. J. Rosenbaum protestierte von seinem!Krankenbett aus drei Jage vor seinem Ableben leidenschaftlich gegen den geplanten Empfang und bezeichnctc dies als eine schnöde Verunglimpfung und als einen Faiislschlag ins Antlitz der Thora, aber vergeblich. Sie wurde feierlich «»,?genommen und Präses FI. Farbstein hielt an sie eine Ansprache, in ■der er mit Schir-FIaschirim- Zitaten operierte und eine Talmtidstclle erwähnte, die augcblich der Majestät ■der Frauenschönhoit ihren Tribut zollt. Indern sie .in solchen Fällen erlaubt, der ersten Frau einen Scheidebrief auszufölgcn. Das Vorgehen Farbsteins, zieht auch den polnischen Misrachi in Mitleidenschaft. E. B. I Die schönsten | kaufen Sie | | Damenfrisiersalon ״Favorit“ | I Bratislava suche Myto 16 i | Fertige Perücken jeder Art in großer Auswahl \ | stets am Lager. | ^ןןן]ןןןןןןןןוווווווווווווווווווווווווו1ו11ו1ווו!וווו1]ןוווווו1וו1«ווווו11ו111ווווע11111ש1111ו1]1ו1וווושש111ע1וו11111111ע111111111111ש11 Amtliche Verlautbarungen der israelit. Kültusgemeinde Wien. Lieferungs Vergebungen. Seitens der isr. Kultiisgemeinde Wien gelangen im Laufe der nächsten Zeit anläßlich ■der Vornahme diverser Adaptierungen in der V e 1־ s o r g ■u ■n g s a 11 s •t a 11, IX., Seegassc Nr. 9, die nachfolgend genannten Arbeiten und Lieferilligen zur Ausschreibung: Baumeister-, Tischler-, Sehlosser-, Anstreicher-, Maler-״ Glaseranbeiten, Gas-, Wasserlind elektrische Zentraiheizungsinstallatioiien und Linoleumliefern ns. Jene Firmen, welche zur Offertsteilung herangezogen werden wollen, werden eingeladen, dies bis längstens 3 0. April 192 9 dem Technischen Amte der israelitischen Kultiisgemeinde, I., Seitenstettengasse 2, 4. Stock, in welchem während ■der gewöhnlichen Amtsstunden (Samstage ausgenommen) auch alle näheren Auskünfte erteilt werden, schriftlich bekanntzugeben. Die freie Auswahl unter den sieb meldenden Firmen zwecks Heranziehung zur Oftertste'llung für die einzelnen Am 31. März d. J. wurde ■der verstorbene Vize- Präses der Warschauer jüdischen Gemeinde. R. Jcscliajohu Roseiibaum s. Z. I. zu Grabe getragen. Dieser Mann war das■ Musterbild eines unverfälschten jüdischen ' Typs. Mit. einer •tiefen G-ttesfurcht ausgezeichnet, ein ״Gao.11“ in des Wortes wörtlichstem Sinne, dem •der ganze Talmud geläufig war, hiezu kommt noch sein großer!Reichtum an materiellen Gütern, sowie seine bekannte Philanthropie. Bezeichnend für seine Leutseligkeit und seinen Wohltätigkeitssiiin ist ■die Traueranzeige seiner Mietsparteien. U. a. schreiben sie: ״Er war der edelste •Hausherr. Oft ereignete es sich! daß er zu uns mit ■der Absicht kam. die Hingst- •fällige Miete zu belieben; wenn er aber sah. daß ■bei uns Not und ׳Entbehrung herrscht, entfernte ■er sich, uns Trost spendend, und •ließ noch eine schöne Gabe zurück.“ .Sejmdeputierter und Gemeindepräses H. Farbstein bestieg die ■Tribüne, um die offizielle Trauerrede zu halten, in diesen! Moment erschollen aus hundert Kehlen Schmährufe gegen ihn: ״Pfui, Miß Judaea!“. Farbstein betrachtete eine Weile kreidebleich die kritische Situation und wollte die Beruhigung der' Gemüter abwarten, als plötzlich die Chassidim und Kcnservativeu ,gegen die •Rednertribüne Stürm liefen und ■diese in ihrem Zornesausbnich buchsfäblieh zerschmetterten und die ׳Abhaltung der Trauerrede vereiterten. Die. Masse gebärdete sich wie wütend, kam außer Rand und Band und schon schwangen sich tausend Fäuste!in die Luft, um sich gegenseitig in ■die Haare zu!fahren. Nur dem tatkräftigen Einschreiten des Rabbinerkollegiurns ׳ist es zuzuschreiben, ■daß es zu keinem Blutvergießen!kam.■ Telephon R-44-5-14;e Wien. II» Im Ward 1. unter Aufsicht des ehrw. Rabbinates |! H der Adas Jisroel (Schiffschul), offeriert billigst aus eigener! I Schlachtung la Extrem-Rindfleisch sowie la Kalbfleisch zum jeweiligen Tagespreise. Wird auf Verlangen kostenlos Ins Haus gestellt. Wenn die Bestellung einen Tag vorher erfolgt, auf Wunsch kostenlos כשר gemacht. Das Fleisch wird in unserer neuen elektrischen Kühlanlage aufbewahrt und kann täglich, auch aa Feiertagen, abgeholt werden. Arbeiten behält der Vorstand der israelitischen KuJtusge• mciiidc seinem alleinigen Ermessen vor. Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes. Der Verwaltungsgcrichtshoi hat mit Beschluß vom heutigen Tage die am 19. Jänner 1929 hiergerichts eingebrachte Beschwerde des Markus Pick, städtischen Lebrers, und Dr. Saul Rafael Landau, Rechtsanwaltes, ersterer Vertrauensmann, letzterer Listenführer der ״Partei nichtzionistischer werktätiger Juden“ gegen die Entscheidüng •des Bundesrninisterhims — für Unterricht, Kultusamt — c, vom 22. November 1928, Zahl 34.079, betreffend einen Wahlvorschlag für die Wahlen in •den Vorstand der israelitischen K'ultusgeiueinde Wien nach Einsicht in die Administrativakten und in die seitens der mitbeteiligten Parteien erstatteten Gegenschriften gemäß der §§ 2 und 21 des Gesetzes vorn 22. Oktober 1875, R. G, Bl. Nr. 36 ex 1S76, ohne Fortsetzung des Verfahrens z u r ii c k g e w i es e 11, und zwar aus nachfolgenden Erwägungen: Darauf, daß die Kiiitusbehörde von •dem ihr nach § 30 des Gesetzes vom 21. März 1890, R. G. Bl. Nr. 57, betreffend •die Regelung der äußeren Rechtsverhältnisse der israe- Iitischeu Religionsgesel'lschaft zustehenden Aufsichtsrechte ״Gebrauch macht, hat niemand einen Rechtsanspruch. Es kann also darin, daß die Behörde die Handhabung des Aufsichtsrechtes in einem speziellen Falle ablehnt, eine Rechtsverletzung nicht erblickt werden. Nun kann die Oberbehörde ihre Anschauung an die Stelle jener der Unterbehörde setzen, wenn sie anläßlich einer Anzeige oder Beschwerde zur Kenntnis eines Falles gelangt, in dem die Ausübung des Aufsichtsrechtes in Frage kommen könnte. Die Oberbehörde kann also auch dann, wenn die Unterbehörde als Aufsichtsbehörde eingegriffen hat, zu der Anschauung gelangen, daß in dem speziellen Falle von dem *rissdi AUCH TEILZAHLUNG! DERSCHLACER . ... r 11 von 1929. «Unmmäamhaüs י•'■'■ •׳• fyiENMWIEDNER HAÜt>TSTß:?9 T-f iU!fS-ZrSi \ Wir liefern 10 neue Platten mit S 10.— Anzahlung und S 2.— Wochenrate ohne Preiserhöhung Aufsichtsrcchto kein Gebrauch zu machen sei, und dementsprechend die Verfügung der Unterbehörde aufhabcti. Es kann demnach in dem •die Ausübung des Aufsichtsrechtes ablehnenden und demzufolge die Verfügung der Unterbehörde aufhebenden Bescheid •der belangten Behörde eine Rechtsverletzung der Beschwerdeführer nicht gelegen sein, ohne daß es notwendig war, zu prüfen, ob die Begründung, die das ßuiidcsiiiinistcriimi seinem Ausspruch beigefügt hat (innere Angelegenheit der Kultiisgemeinde, freies Ermessen des Wahlleiters bei Prüfung der Wahlvorsehlägc) eine reclitsir'rtiimliclie war oder nicht. Vom Verwaltungsgericlitshof. 9. April 1929. Dr. Schuster m. p. Predigten in den israelitischen Gemeindeteinpeln. 'Samstag, den 20, April 1929 werden bei dem um S Uhr 30 iM'iiuiten beginn enden Margerigottesdionstc ׳in folgcivden Gemeindetempelii exegetische Vorträge abgehalten,!und zwar: XVIIL, Schopenliauerstraßc 39 (Rabbiner Dr. D, Feuchtwang): XXI״ HoLzmeistergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Rosen,man״). OHnBBBBMiiiniBaaiiHnanBnHHaBgagsnREBinnBmaBsiia a u jj. Telephon 319 Streng rituell! Telephon 319 « B ED a n B Im Hotel-Restaurant Schey Baden hei Wien, Annagasse 23 Unter persönlicher Leitung des Besitzers Dawid Schey Ganse Verpflegung: Kaffee, Mazzes Suppe, Braten nach Wahl (eventuell Geflügel), Beilage, Mehlspeise Kaffee, Mazzes Fleischspeise (nach Wahl), Beilage per Tg S 9.» Große Portionen Anerkannt beste Küche Frühstück: Mittagmahl: Jause: Nachtmahl: Größtes jüdisches Etablissement Badens. Schöne Zimmer: einbettig von S4.־, zweibettig von S 6. ״””!aufwärts I B Anmeldungen werdsn bis 24. April entgegengenommen B JB SHS8l3I£GlfilDBfl8lßlQISii[|}Q£||]B9SHlSHD3DDB&BIBtt9D0IBBflB6gfl ׳*'*ז׳־סמ/ס rntnuTTifUti'i * rtaST Verkauf von mm SjjBM&k B mm ®i׳! r (Friedmann Petach Tlkwah) s S ■und anderen edlen Weinen £ Restaurant ״Winea“, Wien, II., Obere Donaustr. 91 £ S Telephon R-49-1-75 EE jjj Für die feierlichen Seder-Abende Anmeldungen £ S rechtzeitig erwünscht. 5 r1lllllllll1m1lllllllll|||||mi|||||||||||||||||1m1||||||||||||||||||j= מרדכי לעבאיויטש בן ההיג מו״וז שמעון לעבאוויטש דיין דק״ק פ״ב יציו גיטל אוללמאנן בח הה״ג מרה שלמה זלמן אוללמאנן אבדק״ק ביסטריץ יצ״ו מ א ו ר ש י ם ב״ה Margit Danzig Eugen Traüb Nitra Suräny־N. Zämky Verlobte RELLI ROSENBAUM BELA BREUER PRESSBURG SOPRON—EISENSTADT VERLOBTE War •!gratulieren Iherzicihst ,unserer eifrigen Agiudaseihwester Frl. Ida Ungar zu •ihrer Vermählung• mit Herrn Leopold Fellner. Agudas Jisroel- Frauennitd Mädchengrcppe Nitra.