Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 15 (12.4.1929)
- Date
- 1929-04-12
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr,. 15 JÜDISCHE PRESSE MMN■ — י י■.■־-. —-■■*{י Seite 3 KUNEROL Ist verbargt reines Fett aas Kokosnüssen. Di« Erzeugung steht unter streng ritueller Aufsicht des Herrn Bezirksrabbiners S. Bbreofeld zu Mattersburg. KUNEROL kann daher von allen Strenggläubigen zur Zubereitung von Osterspeisen verwendet werden« genossen und damit uns selbst!zu ׳dienen? Wir können es einmal ׳tht׳rch Kenntnis d.cr Weltverhältmiisse und ׳dann durcli Verbindung mit Org-anäsationem in anderen Ländern, die ähnliche Ziele verfolgen. Die eigene 'Kenntnis können wir nur durch einte Organisation schaffen, die unausgesetzt ait Ort und׳!Stelle im Auslände viersucht, die Verhältnisse kcnnenzulerhen. Wir dürfen nicht Zufailskomifees .gründen, wenn gerade irgendwo ■Not ist, sonder,n wir müssen d ics e n!Hi!1 f $׳v e r e i n dazu •benutzen, jederzeit bereit zu s'ein. Der Hilfsverein soll eine!Hilfsbereitschaft darstcllen, die, wenn .irgendwo eine Katastrophe ist, sich nicht erst ,zn ,konstituieren!braucht, ,sondern eben da!ist. Die Minorität d'st immer gefährdet, und wir Juden, werden un.s immer in'!der!Minorität! beifinden, denn Palästina!kann iin besten ׳Falle fünf ׳Prozent der Welt-Judenheit .fassen, und auch dort werden die‘ Jitiden׳ •imtm!e!r die Minorität der einheimischen Bevölkerung bildern׳.!Es ist dies eiben unser Schicksal, daß wir!über!die ganze Welt verbreitet in der Minorität in׳ den!verschiedenen Ländern leiben. Der Redner skizzierte die Aufgaben des Hüfsvereins im eiinzieiln'en, ׳kam 11. 1a. auch auf •die Einwandcrungsein-׳ Schränkungen zu sprechen! und! bemerkte: Jedes Land' muß den1 Juden!, die in ihm leihen׳, ein me ns ch e uw ü rdig e s Da- ■seiiir bereiten, tim laateilt aus der •Mitarbeit ׳dieser wohl überall in der Welt wiegen ihrer Intelligenz und. ihres׳ Fleißes anerkannten Mitbürger den nichtigen Nutzen für die Gesamtheit zu ziehen. . Was der 1Hilfsverein im Osten zu tun bat. fuhr Herr Wartburg fort, :b׳e־tri׳fft in erster Linie' di« Siedlung, die wirtschaftliche!Stärkung der Juden!im Osten! und im •Orient; kuitUireHe ,Förderung, geistige, sittliche Förderung neben■ der wirtschaftlichen; ■die s0z!:a 1 hygi e ni scihen Einrichhingen in den Kolonien; Haushaltungsscbuleji; Kindersanatorien!sind zu :schaffen und der Waisenkinder müssen wir uns ann׳e׳hmen. Das Werk •unserer amerikanischen Freunde, die über größere ׳Mittel verfügen, müssen wir ergänzen, indem wir vcn!hier aus die •Detailiarbeit leisten. Vornehm־ lieh in den Kolonien׳ gibt es eine ganze •Reibe von Arbeiten, die •die!Bewohner. gllück'Hcber, ׳das Leben .!in den .Kolonien lebenswerter machen. Diese Arbeit können wir nur gemeinsa׳m .־mfif'b Joint, ICA, American Jewish Co!mmitte׳e, ,Alliance Israeli te■ Universelle :machen. Jeder Jude sollte Mitglied des Hilfsvereins. s!eän, damit -wir nach außen -wirklich als die Vertretung!aitiftreten. ׳können, die• ׳dem Juden außerhalb Deutschlands •hilft. Zum Schluß sprach •Herr Warburg über •den Sinn der Stiftung, •die den ■Namen Dt־. PauFNatihans ׳trägt: Leute auszubilden, amit deutscher Gründlichk!ei׳t und ■jüdischem Herzen, die! so vorbereitet 'sind, -daß!sie wirklich vom großem Nutzen an Ort und Steile sind und auch׳, den anderen ausländische*]’ Organnsätiönen iRatgeibef 'sein :körnten. *So können wir deutsch-jüdische Aerzte, deutsch-jüdische Schwest'eru, deutscb-jüdi'selhe ׳Lehrer, ׳wenn man!es •kaufmännisch ausdrücken darf, exportieren, ׳die einzige Ware, die wir augenblicklich ׳ohne Konkurrenz •exportieren können, weil eine ׳derartig gründliche ׳und gute Ausbildung von Kräften, ׳die .für die östlichen Länder ■geeignet sind, wohl kaum in einem- ׳anderen Lande gegeben werden kann, wie •in Deutschland. ׳.•■ iWenin■ ׳wir,׳ ׳schloß Herr Warburg, lirt diesem Slinne deti Hilfsvere'in der Deutschen Juden fwesenitliclr :vergrößern•und ,inneriicih ׳stark machen, können wir, ohne uns mit!unsere.!! anderen'Piflich'ten als Juden und׳ Deutsche 4־n Konflikt zu bringen, in ׳den Grenzen unseirer. Leistungsfähiigkeit eine Pflicht erfüllen, ■die eine autserer. vornehmsten Pflichten!ist': unseren armen Glaubensgenossen auch׳ :*im Auslande zu helfen! v- Die Kalenderreform und das Pessachfest. Die Internationale Kalender-Liga für Zusammenlegung des Pessachfestes mit den christlichen Ostern« (J. •Ti• Ai) Die internationale L i g a f ׳ü ir 'd e ׳n; i e s t e 11 K ä 1 e 11׳ d ■e •r. veröffentlicht soeben eine Erklärung, i׳n der für die Zusammenlegung des ׳jüdischen-P!e s s acilif e s t e s mit ׳den christlichen' O ste r׳tu׳g en. eingetreten wird. (Wli:r. halben die Bestrebungen, der.Ka I e nd e.r r e!f o׳rm bisher ■immer nur van dem Standpunkte des Sabbats geprüft •und dieselbe, als f ü r. d e n S a b ba t ä u ß em s t g ef äh r 1 i c h. .zurückg■e•wie s e•n. Die Li g a,für d e n f esten Kalender, •so, heißt: die Körperschaft, •welche die Kalenderr.eform. betreibt, hat aber noch weit gefä'hrhohere Absichten.!Zur \ r e c ׳h t z e i t i g e n . II n f 0 r m ation der orthodoxen Ö e f f e n t׳li ch.k elf bringen wir die wesentlichen 'Punkte dieser famosen E r k ■l ärung ,zum׳ Abdruck. Es heißt hier unter anderem: Das jüdische Pessachfest fällt im Jahre 1929 , infolge des jüdisahen Dreizehn-Monate-Jahre!$ auf den 25. April, was zur ■׳rolg׳e hat, daß ׳das griechisch-orthodoxe ׳Osterfest, welches der־ Tradition gemäß nach dem ׳jüdischen Pessachfest gefeiert wird,!auf den 5. Mai35 —׳ Tage nach den Ostern ,der weltlichen Kirchen — veriegt würde; Daraus etwachsen für Juden wie für Angehörige anderer Religionen Verluste miolge Vermehrung ׳der arbeitsfreien Tage. Die n Leidtragenden sind1 •die Juden in ׳den Ländern Mittel- und Osteuropas, die •ihre 1-Läd-en und Werkstätten geschlossen halten müssen; Während 1927 Pessac'h und Ostern am gleichen Tage, am 17. April, und 1928 in der gleichen Woche (cirn 5, und am 8. ׳April) begangen wnr« den, fla־gen schon im Jähre 1929 zwischen 1Ostern (31 März) und iPessach (25. April) ganze 25 Tage. Das (bringt*es mit sich, •daß auch zwischen dein jüdischen ׳Schwuosfeist und dem christlichen ׳Pfingstfest zum;Nachteil beider •religiöser Gemeinschaften •die gleiche Zeitspanne ׳liegt.!Die Diyergierung um 25 Tage wird sich, fünf Jahre später, 1932, wiederholen. In diesem Jahre fällt der ׳Ostersontag auf den 27. Marz, das Pessachfest.auf ׳den 21. April. Dies, weil ־?ז l ^ren?^9 WIe 1^32 die Juden ihre Methode der“־ Kan Schiebung eines 13. Monats durchführen; als ob die Lebensbed 1 ngungen amd׳ die religiösen Erfahrungen seit der babylonischen;Gefangenschaft, vor etwa 2500 Jahren, unverändert geblieben wären. v 1. zwe1 Jahren nahm ׳die rumänische orthodoxe Kirche den neuen Gregorianischen Kalender statt des alten Julianischen Kalenders ■an. Dies war ein weiser Akt. In Trans!s׳ylvat1ien aber haben in diesem Jahre die Römisch- Katholischen und Griechisch-Orientalischen und die Juden dreimal Ostertage. Man hat berechnet, daß es dort, einschließlich der Sonntage und der nationalen Feiertage, 150 arbeitsfreie Tage im Jahre gibt. Diese Kalendcr-Divcrgenzen verursachen Armut unter Juden wie unter Angehörigen anderer Konfessionen. Ein Gleiches gilt* für Bessarabicn.!Da׳s Statement enthält eine Abhandlung von Basrl Mathews, betitelt ״Die schwankende Welt des Judentums“, in der :behauptet wird, daß allein in 'Budapest mehr als 40.000 Juden zum Christentum iibergefretcn sind. ,Sogar in den ■neuen zionistischen Kolonien Palästinas sei unter den jungen Kolonisten die Autorität des Rabbiners er־; schlittert- In New York seien etwa 100.000 Juden zu den Kirchen der Christian Science ilbergetreten. ׳ln dem Statement wird auch auf die Gutachten des britischen Chief ׳Rabbi J. H. •Hertz, des französischen Grand■ Rabbin Israel Levi, .des Rabbi Fürst vom iRabbinischen!Rat der Agudas Jisroel, des Rabbiners Dr. Loewenstein (Zürich) und Lücieu Wolfs an das Sonderkomitee des Völkerbundes vom Jahre 1925 Bezug genommen, in welchen erklärt wurde, daß eine Aenderung des Kalenders in einer Weise, daß de:r!Sabbat in der neuen Kalenderwoche variiert, auf die jüdische Religion zerstörend■ wirken würde. Die bei vielen Nationen gemachten Erfahrungen, heißt es dann weiter, beweisen aber, daß die Rabbiner, die Juden und die jüdische Religion!mehr Vorteil ׳davon haben könnten, wenn sie zustimmen ׳würden, daß alljährlich ein Sabbat dem Kalender beigefügt wird, so daß Ostern und Pessach auf den gleichen,T׳ag fielen. ,י!Zum Schluß des Statements ׳heißt es: Die seit 1600 Jahren andauernden Konflikte zwischen christlichen Priestern :und jüdischen Rabbinern würden schwinden, wenn die ׳Religionen ihre .Erühlingsfeiertage zusammenlegten. Der 9. April wäre das richtige Datum für Petssach-Ostern, auf das man sich auf einer internationalen Konferenz einigen ׳könnte, weil nach der geplanten'Vereinfachung des Kalenders der heutige 9. April dauernd auf einen "Sonntag fallen würde. Zum׳ Schluß wird formell vorgeschlagen, •daß vom 9. April 1933׳ ab, alljährlich Christen und Juden ihr Frühiingsfest an diesem Tage feiern. Für Sonntagsarbeit in Betrieben, die am Sabbat ruhen. Der Angestelltenbund ,,Agudas Jisroel“, mit dem Sitz in Frankfurt a. M., hat dem Sozialpolitischen Aus;־ schuß des Deutschen . Reichstags den folgenden Antrag unterbreitet: 1,׳ ׳,Der Reichstag beliebe in dem zurzeit zur Beratung. stehenden Entwurf, eines; Arbeiterschutzgesetzes, der unter anderem die Bestimmungen über die Sonntags!- ruhe neu, regelt, eine dem Sinne nach wie folgt lautendei Bestimmung aufzunehmen : In den Betrieben des Handelsgewerbes, die am Sabbat und jüdischen Feiertagen gänzlich ruhen, dürfet! Angestellte jüdischen' Glaubens an Sonn- und Feiertagen bis zur Dauer von fünf Stunden mit der Maßgabe beschäftigt wejrden, daß die Geschäftsräume für den ailgemeinen Verkehr geschlossen bleiben.“ Zur Begründung wird unter anderem ausgeführt,, der Bund habe den Zweck, die Sabbat beobachtenden! •religionstreuen Handlungsgehilfen gegen die durch die Wahrung des Sabbats verschärfte Gefahr der Erwerbs1losigkeit zu schültzlein. Ein solches Gesetz würde auch׳ ׳den■״ Arbeitgeber vor dem wirtschaftlichen Untergange Söht'itjzeu. Die wohltuende, in sozialer und sittlicher Hin.־ sicht unerläßliche segensreiche Wirkung des jüdischen Sabbats — heißt es dann weiter .— kann nur derjenige ermessen, der ihn praktisch erlebt hat. Der jüdische. Sabbat gewährt uns, den Handlungsgehilfen, eine für Körper und Seele gleich erfrischende Erholung von mindestens 25stündiger ununterbrochener Dauer. Auch Spaziergänge ins Freie sind, wenn auch das Religion«- gesetz weitere Reisen, und die Benützung der Eisenbahn: untersagt, durchaus möglich. So besteht weder vom hygienischen noch vom sozialen Standpunkt irgendeine Veranlassung, den 25stündigen wöchentlichen Ruhetag für die strenggläubigen jüdischen Handlungsgehilfen als un,־ Zureichend zu betrachten und ihnen einen weiteren Ruhetag äufzuzwingen. _ Wir ziehen es jedenfalls vor, nach 25stündiger Ruhezeit einige Stunden am Vormittag zu arbeiten, statt einer lebensfremden Gleichmacherei zuliebe, unser Brot zu ver* Heren oder unser Heiligstes preiszugeben. Union orthodoxer Kongregationen Amerikas wünscht eine Vertretung in der Agency. Intensive orthodoxe Erziehungsarbeit. '{J. T. A.) Die Union Orthodoxer Kongregation en Amerikas!hielt im New •Yorker Jeschi wa׳h- ׳College eine Konferenz ׳ab, ׳der Vertreter von 650 orthö- ■doxen jüdischen Kongregationen aus ganz Amerika beiwohnten. ׳Nach einer lebhaften Aussprache über die Frage des Palästina-Aufbaues •nahm•die Union eine Resolution an, in welcher der Plan der Erweiterung der Jewish Agency gebilligt und eine proportionale Vertretung der Union und der •anderen orthodoxen ׳Körperschaften Amerika in der Agency gefordert wird1. Der Konferenz ׳wohnte! der greise Philanthrop Nathan S traus ■bei. In einer Ansprache an die׳ ׳Mütgieder der Konferenz führte er aus, er gehöre zwar einer der erste 11 Refoimkongregationen von Amerika an, er sei aber, ü b e r d i e L e istu ngen •der zweiten Generation der jüdischen Reformb e w e g u m g e n •t t ä u s c h t. Nur eine intensive Jüdische Erziehung In orthodoxem Sinne könne die jüdische Jugend für das Judentum begeistern. Es sei wichtig, daß alle drei religiösen Gruppen des amerikanischen Judentums, ■Reformisten, Konservative und Orthodoxe, diesem Ziele zustreben. Rabbiner Herbert S• Goldstein, Präsident der Union, gab einen Tätigkeitsbericht und• schilderte die Rolle der Union bei Durchführung des sogenannten Koscher-Gcsctzcs im Staate New York und ihre Bemühungen zur Sicherung der ׳Durchführung der Fünf-Tage- Arbeitswoche. Dieser Arbeit ■der Union ist es zu verdanken, daß die National Industrial Conference einen Fonds für!Propagierung der Fiinf-Tagc-Arbeitswoche bewilligt hat, ׳Rabbiner Goldstein berichtete auch über die Erziehungsarbeit der Union und wies darauf ׳hin, daß an den höheren Schulen •van New York City Jugendheime gebildet wurden, wo die ,jüdische Jugend in regelmäßigen!Intervallen zusammenkommt, um jüdische Programme zu entwerfen ■und sie durchiztiführen. Die Konvention beschloß, einen zentralen Unterrichfsrat zur Förderung ■der bei den Synagogen ׳bestehenden .Religionsschule« zu be■■ gründen und erklärte sich :bereit, die Jeschiwoth in den Vereinigten Staaten finanziell zu!unterstützen. — In einer einstimmig angenommenen Resolution wurde gegen den Plan!einer Kalenderreform, ■die der jüdischen ׳Religion abträglich ist, ׳protestiert. Zum Schluß wurde eine Resolü- ,tion angenommen, in der der Wiederaufbauarbeit der Ge- Seilschaft ״Ort“ die Sympathie ausgedrückt wird. Zuschriften an die Redaktion. Abwehr, nicht Verteidigung. >Das offizielle■ Organ!der österreichischen Zionistischen Organisation rjD i e S t i ׳m m׳e“ brachte ln seiner letzten Niirnnner einen Artikel,!in welchem der Gcrer Rebbc aufs schändlichste verteumdet wird. Wir haben uns :längst׳ aibge- wöihnt, auf solche Besudelungen, ׳zu reagieren; im gegenwärtigen Falle schon imifc!Rücksicht auf .׳d׳en Gerer Robbe, ׳delssen allgemein ׳verehrtie Persönlichkeit nicht ׳auf unsere Verteidi- K!ung •angewiesen ist. Da ■wir aber aus Leser-;kreisen •mit ׳Zuschriften bestürmt werden, veröffentlichen wir eine derselben, uim der ailge- •meinen Verbitterung, die ■über so'lclie allemied- . ,rigiste Angriffe nicht nur ln orthodoxen Kreisen herrscht. Ausdruck zu geben. . D. •R. Nein, wir!können es nicht ׳glauben! Das also soll die Blüte einer!Bewegung ■sein!, die sich!jüdisch -nennt, das •die Blüte des Ziontemns, daß in oimeim seiner ׳offiziellen Organe ein jedes!Maß übersclireitendes ■Pasquill gegen den 'sonst allseits so hochverehrten Gierer Rebbe publiziert׳ wird! Wir gehen!zunächst auif ■dio.Einzelheiten nicht ein Es־!liegt ja eine gefwissc nicht!zu verkennende Tendenz in d׳em!so häufig zutage׳!tretenden!Bestreben, ׳das׳ Strahlende zu schwärzen und!mit diesen Methoden -gegen alles, was nuir irgendwie Autorität ist, anzuremnen. Und wenn noch dazu.!eine solche Autorität׳ e.in Führer der s0׳ vierhaßten lAgudia ist.idann fsteman, wie es!scheint, wenig vorsichtig in der Auswahl der Mittel. Ntm steht׳ d׳er Gerer Rebbc so.׳turmhoch über derartigen ׳Anwürfen,;daß ,es eine •Kränkung bedeuten würde, auf ׳die Abwehr! eln-zugeiben. Es kanin ja auch ׳unsererseits auf diesen zynischen Ton nicht ׳eiingegangen 1w1er!d׳en. Paßt es doch so vortrefflich z!u dem!Ganzen, ׳daß!der Verfasser schmunzelnd mitteiilt, er!habe ׳die Reise zu ׳seinen tiiefgriiiidigen Beobachtungen: ׳am Sabbat gemacht. Daß ■ferner ׳die diskrete steil Einzelheiten eines vorbildlichen Familienlebens in iso •verzerrter Form'!wiedergegeben werden, das!allein :veranlaßt •uns׳, mit׳ ׳aiiier Entschieden heit zu bekunde n,!daß das Haus des Gerer• ׳Rebbe seit mehr -als einem Jahrhundert vollkommen lintakt ist und daß es geradezu grotesk d׳st,!dieses Heiligtum eines ethisch so hochstehenden ■Menschen derart ׳zu begeifern. Es ist ׳außerdem sicher, ׳daß wir Iin dem bberiwähnteii Artikel ׳einen!der vielen Versuche ■zu erblicken!haben1, den Chassidismus als eine Erscheinung des Autoritätisgedlankens zu bekämpfen. I!n einer!Person die! Sache treffen zu wollen, ist ziwar nicht sehr fair, doch sehr ׳billig. Allein, wenn eine Attacke (so schmählich geritten wird׳, dann stärkt man infolge der allgemeinen Entrüstung,!die von einem׳ solchen Artikel ausgelöst wird!,!das ׳eigentliche Objekt des (Angriffs. Der Chasslidismus will als geschichtliche Erscheinung von weittragendster Bedeutung gewertet werden. Der Gerer Rebbe äst einer der hervorragendsten Exponenten dieser Wteltanschauung. :Das weiß die!jüdische. Geschichte ihm Dank. ־_ s. n. Missionsschulen vor 100 Jahren in der Moldau. Von Dr. Chaim Tenenhaus. In dem letzten Wochen waren in den verschiedenen jüdischen Tageszeitungen des In- und Auslandes, Warmingen vor den Missionären :erschienen. In Warschau wurde sogar!eine Organisation jiddisch sprechender Missions־ anhäng er gegründet. ׳Diese letztere ׳erinnert uns an einen Bericht, den der christliche Gelehrte Pro׳f. Neige b au e r in s׳ciner ״Beschreib u 11 g de r M 0 l!׳d 1a u u 11 d W• a 1 ac h«d“ gibt: Vor zirka hundert Jahren gab es ■in der M 0>1 d a u noch keine e i n .z 1 g e S c h ׳u 1 e. I)ä erschienen zwei M •i s $ i 011s ge׳s׳a lisch af ten aus Schottland in J a s s i, der ,Hauptstadt des Landes, und gründeten eine sech&klassige V olksschule. Die Christliehen Einwohner, abhold jeder Neuerung, hielten sich der Schule fern, nur die jüdischen Eltern schickten ihre! Kinder in die Schule, deren Unterrichtssprache,!j■i dd i s c h war. Mehrere Jahre’hindurch ,blühte ׳das ׳Schulwesen: die Zahl der Kinder stieg auf mehrere hundert. . Nun geschah das, was ׳die Gründer der Schule verfolgt hatten. Ein g e w esener Zögling trat a׳n einem Samstag vor, dem versammelten Lehrkörper ׳aus dem Juden tum.aus und erhielt die christliche Weihe aus den Händen eines Missionärs. Der!damalige Rabbiner R. Wolf legte den Bann (Cherem) über 1die Schule, und Eltern, deren Kinder dieselbe besuchen würden. Im Laufe der nächsten vier Jahre sank die Besucherzahl auf. 20 herab, so daß die Schule ■geschlossen werden mußte. .׳