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Jüdische Presse · 1929-04-05 · 14 (5.4.1929) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
15 (1929)
Issue
14 (5.4.1929)
Date
1929-04-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 14 JÜDISCHE PRESSE Seite 3 KUNEROL Ist verbärgt reines Fett aus Kokosnüssen. Die Erzeugung steht änter streng ritueller Aufsicht des Herrn Bezirksrabbiners S. Ehrenfeld zu Mattersbiirg. K U N E R O L kann daher von allen Strenggläubigen zur Zubereitung von Osterspeisen verwendet werden.!konnte aber auf die Dauer mit diesem Mittel nicht befricdigt werden, u.nd so entschloß sich denn der damals in Wien anwesende Herr M. Berlin -auf einer Versammlung zu der noch• weniger befriedigenden• Antwort, die den Tatbestand nicht abziUtle'iignen vermochte. Endlich׳ nach׳!Monaten finden׳ wir irrt .,!Hataur“ drei ״Berichtigungen‘‘. ׳Herr Lipschitz schreibt: Der Autor Dr. Chacham hat in seiner Arbeit vollkommen einwandfreie jüdische Autoren wie 11׳ רמב״ן א״ע sw. benützt, alles ande re geht ihn nichts an. Herr Dr.. Chacham: Ich habe überhaupt nichts geschrieben, ich weiß vort niic'hts. Die Leitung des בריתהעולמי המזרחי: Alles Lüge, 'Unwahrheit, dien ׳Originaltext könnt ihr bei' ums sehen. dort stehen lauter!brave Sachen׳, Die Erklärungen stehen׳ in einem solchen Widerspruch wie die Verteidigung!jenes .latden, der beschuldigt war, einen entliehenen Topf zerbrochen! zuriickgestellt zu haben׳ und1 m seiner Entlastung erklärte, erstens, daß er den Topf sich überbaup't nicht ausgeborgt, zweitens, densei1ben ganz zuriickgesteilt hätte und׳ drittens ׳überhaupt einen zerbrochenen ursprünglich erhalten habe. Herr Lipsohiitz schreibt,!Herr Dr׳. Chacham hätte ׳nu׳r Einwandfreies geschrieben, Herr Dr. Chacham erklärt, überhaupt nichts -geschrieben zu!haben, und ■der Bris Hoanlomis schreibt, alles sei unwahr, der Originaltext er- ■liege!bei ■ihnen -und wäre einwandfrei. Uns liegt selbstverstündlich ■nichts ferner, als!die!uns vollkommen unbekannte Person des Herrn Dr. Chacham, den übrigens auch Herr Rabbi Baum garten weder ׳erwähnt noch׳ angegriffen hat, irgendwie herabzasetzem. Wichtig!für ums, und dafür treten wir hiemit den!Beweis an, ist, ■daß eine misrachistische Stelle existiert, die eine Broschüre •herausgibt und verbreitet, ■mit! deren biibelkritischeni Text und Inhalt sie einem!zünftigen Bibalikriti'ker alle!Ehre machen würde. Zuschriften an die Redaktion. Der Sabbat und der Kaufmann. Sehr geehrte ׳Redaktion! : Gestatten׳ Sie, daß .ich als A rb e i tg e b e r Ihnen vorerst ׳ans meiner Praxis mitteile, welche •Erfahrungen ich mit religiösen Angestellten •gemacht!halbe. Unter meinem Personal!befindensich׳ viele religiöse Angestellte, undmuß' ich -Ihinen! sagen, daß sich selbe durchwegs bewähren ׳und׳ die verläßlichsten, ׳fleißigsten׳!und! ..vertrauenswürdigsten meiner Angestellten sind, •was weiter nicht ׳zu verwundern ist, d׳a ׳ich hei׳ orthodoxen׳ Angestelltem viel leichter die MöglichkeitLabe, mich vor Eugagierung über ׳dieselben zu erkundigen, da man die ׳Familie, Umgebung usw. .kennt, während ■man bei Aufnahmen׳ durch Annoncen oder durch Stellenvermittlungen!!einfach aus einer Reihe von׳ Bewt?r- •bern einen ,herans׳greift und .auf gut Gluck probiert. Ich'־ war vor 1.8 Jahren׳ Funktionär des hiesigen Schomre Sdrabbos-Ver eines und1 kann Ihnen! mit teilen, daß wi׳r danials von den Bewerbern zirka 40!Prozent placiert und in einem Jahr über 1100 Stellen durch Schomre Scliabbos besetzt toben. Es i s׳ t n i e eine!I< .1 a g e ii b e r e ■i 11 e 11׳ vom ■Verein Schomre Sch-a'bbos Placiertem ׳ei ng el auf e n. Es war dies hauptsächlich .׳den ׳Leistungen des!Herrn Isidor Löwy zu verdanken׳, welcher es s!ich angeigen sein ■ließ, nur. einwandfreies'!Personal :zu empfehlen. Daß wir nicht ׳mehr׳!placieren!konnten,!hatte seinen Grund därin, daß wir ■für viele offene!Stellen!nicht geniigend ■■Bewerbe־!׳ hatten■. Die Ausführungen׳ des Herrin —sch haben mich in Erstaunen versetzt, denn während׳ unsere iLehrmeister. die deutschen!!und amerikanischen Geschäftshäuser, .Wert ׳darauf legen, nur geschultes Personal zu verwenden ■und■ eigene Schulen׳ ■zur Ausbildung!ihres Personals unterhalten, ohne zu! befürchten, d׳aß •sich der eine oder andere selbständig' macht, ■!lebt Herr —sein In Angst, ״es ׳könnte sich ׳einer seiner Angestelltien! etablieren“. ,Abgesehen׳ •davon, daß ׳die Möglichkeiten, sich׳ selbständig zu machen׳, von׳ sehr vielen. Umständen alb hängen׳, ist ׳noch!!keine Firma ׳zugrunde gegangen, weil sich ein Angestellter ׳etabliert!hat. Die ׳übrigen Ausführungen' des!Herrn —sch!kann ich ruhig übergehen׳, •da ich ׳annehme, daß seine Ausführungen nur theoretischer Natur sind Herr —!sch׳ wünscht Vorschläge, wie den! ׳Kaufmaiiai zu• helfen wäre. Mein Vorschlag Wäre» d״e rT S c h a m r e ־ S c h a Ib!b o s ־ V er e i 11׳ z ui r e 0 r ■g a u! isieren, bzw:. zai reaktivieren, und d;aß ׳sich die ver- 11 ii 11 f t i g e n K a u f 1 e m ■t e mit jd e n v e r 11 ii n f t •i •g e n An gesteil t ein an e■i n ein• Ti s ch setz en und g•e-' -eins am darüber beraten, wie Schmiras S e h a b b 0 s g e f ö r d e r t w -e r d e n k a n n, •was im Interesse aller ■scbabboshaltenden Juden gelegen. ist. Alle für einen, einer für alle. Faustinus. Die Tournee des Bressover Oberrabbiners in Polen für die Lubliner Jeschiwah. ,In dieser äußerst schweren •und•■kritischen Zeit, wo es -beinahe unmöglich ist, irgendwelche materielle Opfer von jemandem zu verlangen, war ich dazu ausersehen, den gewesenen Szuczawer Rabbiner, הרבי הגאון R. Mosche Chaim Lau auf seiner Tournee für ׳die Lubliner Jeschiwah zu 'begleiten. Ich selbst, .der ich aufs engste mit der ׳Arbeit für die Jeschiwah verbunden bin,' war ganz pessimistisch gestimmt, als wir. die Aktion unternahmen. Doch wie belehrte mich die 1Gesellschaft des geschätzten Raws eines anderen! Nach jedem seiner rührenden, tiefsinnigen Referate!bekam ich neuen Mut. Welch herrlicher ׳Belebuhgsapparat ist doch die ‘Herzenssprache ׳des ehrwürdigen Oberrabbiners! Da steht vor• uns eine apathische Masse, die durch die desolaten materiellen Verhältnisse jedem Ereignis gleichgültig gegenübersteht; stumpf, hoffnungslos und schwach im G-ttvertrauen, so daß man es wirklich nicht begreifen, kann,. woher diese Leute überhaupt den Lebensmut schöpfen. Wie groß ist aber das Erstaunen,, wenn man sieht, wie . jeder ־ einzelner, -sein Alltagsgesicht' während des Referates des genialen Redners allmählich verliert. Die ׳begeisternden. und zündenden Worte wirken erhebend auf die Zuhörer, so daß sie. hingerissen durch seine Ausführungen, ihre täglichen Sorgen vergessen und sich zur tätigen Mitarbeit aufraffen. Einen ganz besonderen Eindruck hat die am ׳D ש״ק חצוה in der großen Maharam-Sehul in Lublin gehaltene Drösche des Rav שליט״א hervorgerufen. Ein Zittern durchlief jeden, als er das jüdische Lublin vergangener Tage mit dem heutigen traurigen Zustand verglich. Als er uns jedoch in herrlichen Farben die Zukunft, die uns durch die Errichtung der Lubliner Jeschiwah bevorstcht. zu schildern begann, zog neue Hoffnung in unser Herz. Nun Uber die Aktion selbst: In Radom hatten wir einen glänzenden Erfolg zu verzeichnen. Anläßlich des großen Banketts, das dem lieben Gast zu Ehren von der Kuitusgemeinde, mit ihrem Präsidenten, Herrn Josef Königsberg an der Spitze, veranstaltet wurde, sind 15.000 Zloty gesammelt worden. Eine feurige Rede des Oberrabbiners veraulaßte die Versammelten, einen Beschluß zur Gründung einer Talmud-Thora verbunden mit einer Handwcrkersclnile zu fassen. Den Höhepunkt erreichte das Fest, als׳ mehrere Mitglieder der Gemeinde mit ihrem Präsidenten an der Spitze . sich an den geschätzten Oberrabbiner mit der Bitte wandteil, er möge das Rabbinat in Radom annehmen, da nur seine starke Persönlichkeit einen Einfluß auf die Jugend ansiiben könne. Trotzdem ich wußte, .׳daß er mit seiner Gemeinde Prcssow vollauf zufrieden ist, versuchte ich doch, ihn zur Annahme ■des ihm gestellten Antrages zu überreden, -jedoch ohne Erfolg. Auf dem Wege nach Kielce wurde der Raw נ״י in Schediowic einige Stunden aufgehalten und die kleine Stadt beteiligte sich mit über 2000 Zloty a.n der Aktion. Kielce bereitete ׳dem geehrten Oberrabbiner einen feierlichen Empfang. Zahlreiche angesehene Männer erwarteten ihn. am Bahnhof, wo er von verschiedenen Dclegationen begrüßt wurde. Zur Versammlung, die vom Kielccr Oberrabbiner eröffnet wurde, hat sich eine große Menschenmenge eingefimden,•• welche den •Ausführungen des Pressower Raws mit ungeiheurem Interesse lauschte ׳und ihm rauschenden Beifall zollte.' Herr Sanansky spendete 1000 Zloty, auch sein Bruder erklärte sich bereit, einige tausend Zlotv für den ■heiligen Zweck als Legat zu geben. Die Aktion ist noch nicht beendet und wir ■hoffen auf einen großen Erfolg. Aus verschiedenen -Städten (kommen denn Raw שליט״א Einladungen zu, in welchen sie sichverpflichten, größere Summen für die Jeschiwah aufzubringen•, wenn er sic mit seinem Besuche beehren würde. Doch die Zeit ist zu kurz, der Raw שליט״א muß in seine Gemeinde!Prcssow zurück und die שעורים in seiner Jeschiwah wieder aufnehmen. Er wird noch nach vorher bestimmtem Programm Kattowitz und Teschen'!besuchen. Unvergeßlich wird, uns, allen der- Besuch des geschätzten Pressower Oberrabbiners bleiben, fiir mich persönlioh war diese Zeit ein einziger langer Feiertag. Schefomoh Hallberstadt, Mitglied der Gemeindeverwaltung in Lublin. Hl Nachrichten 10! Die ״Frauenhilfe der Adas Jisroel“ ladet ihre Mitglieder zu gemütlicher Zusammenkunft für Dienstag, den 9. April, 5 Uhr, im Cafe Deutsch, Wien, II., Herminengasse 10, und bittet alle Damen bei dieser Gelegenheit mit der Pesachaktion zu verrechnen. Adas Jisroel (Schiffschul), Wien, II., G1*. Scliiffg. S. Kanzlei: II., Gr. Schiffgasse 1. Z. 255 ex 29. Zur Vermeidung von Irrtiunern wird zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß die Restauration im Hotel New-York, II., Kleine Sperlgasse 5, in anderen Besitz übergegangen ist und der Aufsicht des ehrw. Rnbbinates der Adas Jisroel nicht mein* untersteht. Wien, am 31. März 1929. Der Vorstand. Die Purimveranstaltung der Agudas Jisroel, Wien II. Vor vollbesetztem Hause veranstaltete die Agudas- J isroel-Jugendgrappe, Wien II, ׳Montag d׳en! 25. März 19219 im großen Festsal des ״Hotel Post“ ihre nunmehr schon traditionell gewordene Purimfeier, die denn auch׳ einen ׳überaus anregenden׳ Verlauf nahm. Eingeleitet wurde der Abend1 durch eine Conference des Herrn Leo Neumann. ׳Den Reigen der Darbietungen! er öffneten Väolinvorträge• des!jugendlichen Pianisten׳ Wally Hermann, -der»!begleitet von seinem Bruder Max Berman-n, •Paraphrasen über Themen aus den Opern Verdis und M-ascagnis überaus Wirkungs- . voll zu Gehör ■brachte. Als ein vorzüglicher Interpret des jüdischen Volkliedes •erwies sich!Herr Josef Feuer, der׳, von Herrn ׳Erich Halpern stimmungsvoll begleitet, ׳bald mit elementarer Wucht -mächtig überströmendem Freudegefühl׳, ba׳l!d> aber wieder mit feinst abgetönter Musikalität schmerzbewegter, wehmutsvoll verhaltener Weise׳ hinreißenden und zugleich׳ er׳greifen׳d!en Ausdruck verlieh. Ungeteilt warme Aufnahme fand auch die einaktige Jargonkomödie JKune Lernli“, die ׳den• Herren Elieser Seheer, Osias Kra- ■kavski׳, J. Feuer 11<n/d D. 'Friedberg Gelegenheit hot, apf!den Brettern, welche diesmal die von chassidisehern Zauber umwobene Welt des Ostens!bedeuteten׳, Proben ihrer starken Bühnenbegabung abzulegen. Stürmischer, nicht endenwollemder!Beifall!belohnte Herrn A׳. Golday, der hier zum ersten Male ׳mit großem Erfolg vor eine breitere Oeffenttichkeit trat־. Seine •brillante Gesangskunst sowie ׳die geradezu bewunderungswürdige Virtuosität in der Forcierang der stimmlichen!Qualitäten ׳weisen׳ dem aufstreibenden Künstler ׳eine vielversprechende ׳Laufbahn. Wahre Lach- und' 1Beifallsstürme entfesselte das Kömiikeröuo BoyeT-Waf- ‘den, deren Parodien ebensoleh ׳begeisterten Anklang ׳fan־ den wie ■die lustigen Verse der Kehidd-Revue aus der Feder des ■•Herrn־ Siegmiuid Stern. Die von Herrn Siegfried Warkany mit wahner!Bravour, geleitete und von schatispielerischeni Elan beschwingte Aufführung der berühmten Lokalpossc ״Pinkas & Co.“ durch ein Jugendgruppenensetnble, bestehend aus den Herren Josef Feuer, Tiby Urban, Felix!Schreiber, Siegfried Warkany, Erich Haiperu, Ernst Brunner, Alexander .Langsam und Ernst Wasservosei, bildete den stimmangsvdl'en Aasklang des gelungen-en Abends, um dessen Gesamtarra>ngem׳ent sieh der rührige Gcsell'igkeitsausschuß der Jugend«rup!pe unter Führung des Herrn Emil Adler verdienstvoll ■bemüht hat und, der, um das bekannte Dichterwort zu variieren׳, wieder einmal gezeigt hat, dbß -di׳e Jugend■ gruppe nach׳ den sanren Wochen ernster, zielbetonter Arbeit auch, frohe Feste wohl zu feiern versteht. E. Sp. Danksagung. Nach!jahrzehntelanger Tätigkeit haben wir uns aus verschiedenen Gründen entschlossen׳. ,׳unseren■ Restaurationsbetrieb, den wir in den letzten Jahren im Hotel ״New York“, Wien 11״ Kleine Sperlgasse 5, unter Aufsicht der ״Adas Isroel“ ׳(Schiffschul) geführt haben, einzirstellen, Wir danken bei dieser Gele g e n h e i t all־ u 11-׳ s e r e n p. t. K u 11׳ d e n n 11 d ׳Fr e 11 n d e n, die uns in i t ihre ni Vertraue n i n so ho .11 c m Maße ׳a u s g ez e i c 11 n et ׳habe n. Josef!N a g e l, ׳Restaurateur. Mit der Schließung des ׳Betriebes des Herrn Josef Nage I hört eine der größten ׳Wiener ritucl- ׳len Restaurationen zu existieren auf. Die Auflassung dieser durch Jahrzehnte reell und kulant geführten! Restauration bedeutet aber nicht nur die Einstellung eines ■Betriebes, ׳sondern auch das Verschwinden eines Speischauses,. ■in welchem A r m e und B c d ii r f t i g e stets offene Türen gefunden haben. Hoffentlich wird diese ׳Betriebseinsföl־. iung nicht von langer Dauer sein. Neunkirchen, Am שכת פ׳ ליסרא fand eine בר מצלה Feier ’ ׳im Hause unseres Oberkantor. Herrn B 1 u m e 11 f e 1 d, statt. Nachdem der בר מצלה eine wohlgehaltene חריפות ומגידלח Droscho!hielt, ergriff Herr!Raibb. Z i rainer m a n 11 das Wort,!und an der Hand׳ der Vorschriften! des ׳gegenwärtigen Wochenabschnittes wies er darauf hin. zu weleben Opfern -noch ׳heute ein jeder Jehudi verpflichtet sei. der Redner wie auch der כר מצלה löste großen Beifall aus. A׳m Purim veranstaltete der Jiid. Jngendverein einen gemütlichen Abend.!Präses des׳ Vereines, Herr Rabbiner Zimmermann hielt die Eröffnungsrede, er begrüßte die Gäste. Unser allbeliebter Oberkantor Herr ■•׳Blumenfeld wußte durch den unerschöpflichen Born ,seiner jüdischdeutschen Volkslieder stundenlang die gemütliche Stirn-• rfmng der Anwesenden aufs beste zu fördern. Auch einige Baale-Bat'im- und Jugendvcreinsmitglieder, insbesonders Herr׳ ־G e r s 11 und Herr •Schi s c ׳h a trugen durch schöne Lieder zur Stimmung bei. Herr H. R e i n!i n g e r hielt eine kurze Ansprache, in welcher' er unter anderem betonte, daß seines Wissens schon!jahrzehntelang 'keihe '•solche 'jüd. שמחה של מצוה!in Neunkirchen stattfand. Herr Rabb. Zimmermann gab in seiner Schlußrede seinem Wunsche Ausdruck, esmöge ■bald wieder eine, solche סעלדה stattfinden׳., wo-, durch die ‘Eintracht, die Zusammengehörigkeit. der Gemeindemitgiieder gefördert wird. Länge nach .Mitternacht verließen die Teilnehmer das Vereinslokal ■in gehobener . .Stimmung ,und mit dem!befriedig-eiiiden!!Bewußtsein,', einer•’ echt jüdischen שמחה!be!gewohnt ׳zu haiben. ־ . Agudas-Jisroel-Versammltiiig in Baden bei Wien. Am1 Sonntag den'31.. März!1929 ' ,fand1 ׳in Baden ׳bei•. Wien eine Versammliiniig!der Agudas-JisroeLOrtsgruppö-!Baden׳ statt, ׳zu der sieh diie Elite •der orthodoxen׳■Juden-•'- sctoft iii Baden׳ vollzählig ׳eingeftiinden׳!hatte.!Inisbesondere konnte man׳ mit Befri׳ed׳i׳g1ung wahrnchmen!, d'aß!die Jugend, recht zahlreich anwesend war. Der Vorsitzende Herr Kudtusrat David Sch.ey, eröffnete die Versammlung. N׳acb Begrüßung der von Wien erschienenen Herren Rabbiper ׳Dr. P. ׳Kobn, Präsident des G. A. der Agudas Jisroel, Wien,!Wolf Papp e u.h e i m, Präsident der Wiener Ortsgruppe, ׳und Rabbiner M. )B I׳ e c b, Leiter der Keren IHatbora-Zentrale für Oesterreich, ‘ erteilte er!Herrn Oberrabbiner W. -Reich, ׳Baden!,', das W.ort׳. -Unter Anleihnung an den letzten׳ ׳Satz׳, von Malachi führte Herr Oberrabbiner aus, daß mit diesem letzten! Pro-, ptheten die 'N'wmoh gesc'hwiiuden ist und daß dem in׳s Exil gewanderten Israeli als Halt •und Stütze ■nur ׳die Tauf oh verblieben ist. •Diie Taurolu zu heben, zu pflegen!!und zu iör-. dern, sie •zu!m Gemeingut sämtlicher Juden zu machen, sei׳ das vornehmste Ziel neben den anderen׳ großen! Bestrebungen •der Agudas Jisroel1. Er schloß mit der Aufforderung, daß nicht nur die Versammelten! an!der Aguda-Axbedt tätig, sein und das!Ihrige für die bevorstehende Keressio Gedaulo leisten sollen, sondern auch׳ ׳die anderen a:m Erscheinen Ver- ׳hinderten. Es sprach dann Herr Wolf P a pp e n h e i.'m, Präsident der Wiener Ortsgruppe ׳und׳!Mitglied׳ der G.' A. W-ien, indem er!ausführlich über!die bisherige Tätigkeit ׳der Agudas Jisroel referierte. Herr!Rabbiner Dr. K o h n, ■Präsident des G. A., Wien, bot den Anwesenden eine von besonderer Geistigkeit getragene' Abhandlung über die Ein- ,Stellung •der Seele des orthodoxen :Menschen׳ zu sich׳ selbst, seinem׳ (Kinde, zu der ׳Gesamtheit 1un׳d zu seiner Würde als ■ Mensch. Die hochinteressanten- Ausführungen! wurden mit atemloser׳ Spannung verfolgt. Herr Rabbiner M. Blech. Leiter der Keren-Hathauro-Zentrale in Oesterreich schildeirte die Bedeutung der ׳Keren-Ha'tihauro- ׳und!Beth-Jakob-Jnstitutionen und •wies d׳arauf hin, daß andere Organisationen׳, sogar ganze Nationen, nur deshalb bestehen, weil sie das Hauptgewicht! *auf eine־‘ gesunde und' durchgreifende Jugenderziehung liegen. Er wies den ■unschätzbaren׳ Wert derselben׳ an׳ Hand von Thora- und Talmudstellcn nach und appellierte an!die Ver- Sammlung, auch ihrerseits in ■Baden, ׳eine Jugenidgruppc zu bilden und auf di׳eiHeranzi׳ehung der Jugend für die Aguda- Ziele uin׳<l -Bestrebungen!besonderes. Augenmerk .zu lenken. Aber nicht allein sei ׳dies für*die -männliche Jitgehd gemeint, in mindest gleicher Weise müsse auch für Mädchen gesorgt

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