Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 13 (29.3.1929)
- Date
- 1929-03-29
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 4 Jfly #^y rr^^AT j GRAMOPHONFREUNDE! wSSma« ־ #- $י /sr DER SCHLAGER von 1g2g. J&mmädedhaus' . WENJV.WlEDtiERHAUPTSTR.79 7£־l. t/M-2-52 AUCH TEILZAHLUNG! Wir liefern 10 neue Platten mit S 10.— Anzahlung £und S 2.— Wochenrate ohne Preiserhöhung 14. März begonnen׳!hat. In entgegenkommender Weise äst ׳der Lloyd Träestino allen Wünschen!der Palästina-Centrale -bezüglich ritueller Verpflegung der Reis-egeselischaft entgegengeko-rnmen, Außer Agudisten aus Deutschdand, setzt sich die Reisegesellschaft auch aus tsahechoslowakisohen, rumänischen und Schweizer Teilnehmern zusammen. Aus Skandinavien ist von dem Basar, der wie alljährlich am 3. März in Kopenhagen stattgefunden hat, zu berichten, ebenso von -der hingebungsvollen Tätig- .ke.it von Frau Rabbiner Dr. W oh 1 s t ei n4־Malmö (Schweden). Diese Aktionen stehen speziell im Dienste unserer Mädchenschulen. Ganz besonders begrüßenswert ist. daß izü demselben Zwecke das Beth-Jacob-Comittee in Wien einen Monatszuschuß van 10 Pfund bewilligt hat. Eine Reihe von Gruppen, welche mit •ihrer Tätigkeit erst in dien nächsten Wochen beginnen können, haben ׳um Verlängerung des Termins, für -das Preisausschreiben ersucht. Voraussichtlich wird diesem Wunsche stattgegeben und die Veriosung wird erst Mitte I ׳j a r stattfdnden. ״Komzet“ erhält weitere 95.000 Hektar in der Krim für jüdische Kolonisten. (J, T. A.) tln der Sitzung der.Zentralverwaitung von Ozet berichtete Gokle über die Landsfonds der Krim und teilte .mit,׳ ■daß der Gesellschaft Kornzet weitere 95.000!Hektar boden für Landansiedlung von Juden in dem Rayon von Kertsch, Krim zur Verfügung gestellt worden sind. In den gleichen Rayons bestehen!Möglichkeiten zur Organisierung des!Fischfangs, ׳wie auch einer!Bergindustrie zur Beschäftigung ׳jüdischer!Siedler. Weitere Böden im ge- 1birgigen Teil der Krim, in den Rayons iSebasitopal, Jalta und balakiawa, werden für jüdische Kolonisation ׳zur Verftigung gestellt ׳werden. Auf diese Weise werden die jüdi- ׳sehen Kolonisten auf ■der Krim ׳über!insgesamt 242.000 Hektar Boden verfügen. In den Traktorenkunsien der Krim werden T60 Juden ausgebildet. Die!Neusiedler hatten unter Schnee und Erbst viel zu leiden. Viele Schafe -gingen zugründe. Die'benachbarten deutschen Bauern haben ׳den jüdischen Kolonisten in •den schweren Zeiten eine große Hilfe -geleistet. Sie beherbergten ׳jüdische Neusiedler -in ihren Höien und lieferten Futter für das Vieh. Im großen und ganzen hält die Neusiedlersdiaft g-ut aus. Konferenz der jüdischen Bauern des Rayons Kalinlndort. (J. T. A.)!Die zweite Konferenz ׳der Rät-e des autonomen jüdischen Kreises Kalinindonf befaßte sich -mit dem Arbeitsplan für das •kommende Jahr.!Die Regierung hat dein Rayon 55.000 Pud Getreide saat, 20.000 Pud Kart off eisaat zu׳r Verfügung gestellt. -In diesem JahTe ׳werden 19.500 -Hektar angebaut werden. Der Rayon . besitzt 2086 Pferde, 13 Traktoren (36 weitere Traktoren w-erden demnächst eingestellt werden). .׳Die Traktoren arbeiten 20 Stunden i׳m Tag. .200 -Gespanne wenden -jene Wärtschäften ,bedienen-, die!keine Pferde besitzen. ׳In das neue Exekutivkomitee wurden 25 Personen gewählt. Weitere Synagogen in Klubs umgewandelt. (J. T. A.) ln Leningrad wurden 15 Kirchen und' Synagogen •geschlossen. Die jüdlschien Kommunisten ׳erhoben •jetzt die Forderung, -daß ihnen die große Leningra-der Ohorsynagoge zwecks Ausgestaltung ׳zu einem ArbeiterMuib übergeben werde. In Dnjepro P-ietrowsk haben alle jüdischen Kornmunisten für -die ־Umwandlung der Ohorsynagoge ׳in einen Arbeiterklub gestimmt. Nach einer Meldung van_ ״Em-eß“ hat die Arbeiterschaft von Jelilowke, Kreis Rreditschew, ׳in -einer Versammlung!ein-stimmig beschlossen, ׳die Um- Wandlung des großen Bet'h -Midrasch in ׳einen- Klub!zu v׳erlangen. Das Gouv-ernementsik-omitee von Briansk hat den •Beschluß, die große Synagoge ״Oihel Jaakob“ in einen Klub um zu wandeln. entgegen den Einwendungen der re-ligiösen Judenschaft, ׳die darauf hinwies, -daß Briansk •über ■eine zweite Synagoge nicht verfügt, bestätigt. Es wurde der jüdischen Gemeinde ׳ein ׳Holzgebäude als Synagoge überwiesen, das ■kaum 150 Personen fassen kann. Anti-Pcssach-Kampagne der jüdischen Kommunisten. (J. T. A.) Die jüdische Presse Rußlands hat bereits mit dem -diesjährigen!Anti-Pessach-Fel-dzug ׳begonnen. ׳Die Zeitung ״Emeß“ ׳fordert -die Ausarbeitung eines detaillierten A'ktionsplanes. die Organisierung -einer Serie von Prop'aganda-Versammlung-en. Anti-Pessach-Spielen und ׳aotlreligiösen •Burlesken. Der Sekretär ׳der Moskauer ׳kammunistisehen Partei, Baumanm, sagte in einer Dästriktskonfereniz der ׳kommunistischen Partei: Wir -haben eine Reihe antlsemitischer Explosionen auch unter der Arbeiterschaft zu verzeichnen. Wir müssen, ׳indem wir gegen die Religion kämpfen, gleichzeitig ■dem Antisemitismus einen vernichtenden Schlag versetzen. Kein Pfund Mehl für Mazze. Die Oharkower jiddisch-kommunistische Tages- Zeitung ,,Stern“ fordert, daß kein Pfund Mehl für Ma-zze •gegeben werden soll, da man sonst auch der orientalischen Kirche Mehl -für Osterspeisen wird bewilligen müssen. Trotzkis Vater. <J. T. A.) Wie aus Stamtoul telegraphiert wird, empfiug Trotzki i׳tn Hotel Tokatlian, wo er jetzt wohnt, sechs Vertreter der deutschen Presse und!betonte ihnen gegenüber, daß der Hauptgrund seines Wunsches, nach Deutschland zu ü'bersiedeln, die Notwendigkeit ärztlicher Behandlung •sei.!Die Erwähnung der Selbstbiographie, die Trotzki schreibt, veranlaßte die Frage,' ob die Behauptung eines deutschen ׳reaktionären Organs, Trotzkis Vater lebe als Synagogenküster (Sahammes) in dem Harzdorf Seesen, zutreffend ׳sei. Trotzki antwortete, sein Vater sei -vor •sechs Jahren an Typhus gestorben. Er habe zuletzt die Staatsmüble bei Moskau geleitet. Sein Vater sei vorher Gutsbesitzer gewesen, habe dann aber fliehen müssen׳. Die ״Weißen“ hätten ihn als Trotzkis Vater, ׳die ״Roten“ als Gutsbesitzer verfolgt. Mazze-Spenden aus Palästina für Rußland. Die Ober-rabbiner von Palästina, Rabbi Kook, Rabbi Jacob Reif und Rabbi Chadm Sonnenfeld, haben Aufrufe zu Spenden zwecks Versorgung der russischen Juden ׳mit Mazzoth -erlassen. Die -Aktion ist im Gange, JÜDISCHE PRESSE Die neue Arbeit des Joint in Rußland. Der stellvertretende Direktor des American Joint Distribution Committee i׳n Europa, Herr D. T. Schweitzer, ist soeben von einer zweimonatigen Rußlandreise nach Berlin zurückgekehrt, ln einem Gespräch mit dem J. T. A,- Vertreter äußerte Herr Schweitzer sich über die n-eue Arbeit des Joint Distribution Committee in Rußland wie folgt: iDurch den Abschluß des Vertrages ׳zwischen der amerikanischen Gesellschaft für jüdische Landansiedlung in Rußland und der russischen ׳Regierung ist die Arbeit des Agro-Joint in Rußland auf eine neue Grundlage gestellt worden. Der Zweck meiner Reise war eben der. einen Ab- Schluß der ׳alten Arbeit!und die Organisierung d׳er neuen Arbeit in finanzieller -Hinsicht herbeizufiihren, gewissermaßen eine Ue'berleitung vom Alten zum Neuen vonzuibereiten. Während meiner Anwesenheit -in Moskau ׳wurde der Vertrag vom russischen Volkskommissar Srnidowitsch unterzeichnet. Es war •für dais Joint Distribution Committee, eine Genugtuung, daß der Vertrag ׳in Moskau ohne jede Aenderang gu-tgeheißen wurde. 80 ist nun die klare Perspektive ׳auf die kolonisatorische Arbeit der nächsten zehn Jahre gegeben. Einerseits ist es natürlich •von Vorteil, daß durch den Vertrag eine zehnjährige 'Dauer des Kolon-i- •sationswerkes gesichert ist; andererseits werden die nun in beschränkterem Maße als bisher zur Verfügung stehenden Summten — jährlich eine Million (Dollar seitens Agro- Joint und׳ die gleiche Summe seitens der Sowijetregiernng — .׳auch den Umifang der eigentlichen Kolonisationsarbeit schärfer umgrenzen.!Die Beträge kommen aber ausschtl'ießlieh der Landansiedlungsarbeit zugute. ־ -Agro-Joint •hat־ ferner auf ׳Grund des Vertrages das Recht, neben der eigentlichem Kolanisationsarbeit auch eine Arbeit auf dem Gebiete der Volksg-es-uudhei-t. der teeih- •nischen Fachausbildung und׳ der Kredit-Kooperationen zu leisten. Der seit 1924 bis zuletizt bestandene Vertrag bezog sich auf reine Koloni!s!a1tio׳nsarbeit, wenngleich auch der •anderen ,sozialen Tätigkeit des Joint ,keine ׳Hindernisse entgeg-engesteWt wurden. Jetzt sind die Rechte des Agro-Joint in Rußland auf eine breitere Basis gestellt worden. Voraus- Setzung ist•, daß die für andere als kolonisatorische Arbeit notwendigen Summen nicht aus den im Vertrag festgesetzten ׳Fonds entnommen, •sondern daß hiefür neue Quellen erschlossen werdein. Da nun das American Joint iDiistributiört Committee abgesehen von den Fonds, -die die amerikanischjüdische .Kolonis׳ation.sgese)l׳lschaft auffzabringen hat, seine Kamtpagne auch hach Ende 1929 aller Wahrscheinlichkeit nach׳fortsetzen wird — bekanntlich -ist das vom Joint unter 100.000 •seiner Spender veranstaltete Referendum so ausgefallem, daß sich 96 Prozent -der Befragten für die -Fortfülhrung• der Ge-ldaufbringungskampagne auch nach ׳Ende 1929 ausgesprochen haben —, so ׳werden• wohl: -auch Mittel für diese andere soziale Volksanbeit des Joint ■an Rußland — medizinische;Hilfe, Fachausbildung, Kredi:ttätigk-eit — zur Verfügung stehen. ־ : Herr!Schweitzer teilte ferner ,mit, . daß ׳die Unter- ׳Zeichnung des Vertrages zwischen Joint Distribution Commi-ttee und Sawjetregierung unter der russischen Judenlheit große!Genugtuung auisgelöst •hat. Man weiß nun. daß die Aufbauarbeit aus dem Stadium der Einmaligkeit■ in ein Stadimrn von Dauer getreten -ist. Und׳ das Kolonis׳atio׳t1swerk wird nun einmal von, den russischen Juden als •ein Baustein zu ihrer Zukunft anges-ehem. I׳n der Tat ■sind die •jüdischen Kolonien fest verwurzelt. Der Prozentsatz derjenigen, -die für die Winterrhonafe• in •die Stadt zur'ückkehren und sich im Frühjahr •nicht wieder auif ihrem. Boden eimfinden׳, ist ein verschwindend geringer. Trotz mancher Rückschläge infolge von Mißernte und strengem Winter bleiben die Kolonisten auf ihrem Boden und׳ die Entschlossenheit, durchzuhalten, ist unerschütterlich. Joint bewilligt 310.000 Dollar für Notstandshilfe ln Osteuropa. (J. T. A•) Das Joint Distribution Committee befaßte sich mit einem!Memorandum des europäischen Direktors des Joint-Hilfswerkes,;•Herrn Dr. Bernhard Kahn, in welchem -dieser auf die ungeheure Not hi-nweist, in die große Teile der Judenheit ׳Osteuropas infolge -unvorhergesehener U-nglücksfälle, wie Mißernten, (strenger Winter u. a.' m.. geraten sind, und die Notwendigkeit betont, einen ׳Fonds zur Hilfe bei plötzlich eintre.tenden Katastrophen zur Verfügung zu stellen. Er w-i-es!insbesondere auf die Hungersnot in ßessaraibien und in Nordlitauen sowie •auf Notstände infolge des -überaus strengen Winters in Rußland und in anderen .!Ländern hin. . : Auf Grund dieses Memorandums beschloß das Joint Distribution Committee, eine!Summe von 310.000 Dollar für Notstandshilfe bei• plötzlich eintretenden Katastrophen durch Mißernte, Fröste usw. in Osteuropa, insbesondere auch in Rußland, zur Verfügung •zu stellen. 1928 kamen 15.000 Juden nach Amerika. ■ l(J. T. A.) Wie der Präsident der Einwanderer- Schutzgesellschaft Hias of America, Herr Abraham Herman, mitteilt, sind im Verlauf des Jahres 1928 rund 15.000 Juden nach Amerika gekommen. Der!Bericht -des iHias-Präsidenten befaßt sich mit •den •Fortschritten der jüdischen Einwanderung in die südamerikanischen und in andere Länder, die •Hias in Gemeinschaft mit Emigdirect und Ica seit zwei Jahren fördert׳. Der Streit um die Felder von Chedera. Die J. T. A. meldet: Die Beduinen, die sich vor einiger Zeit auf den Böden der jüdischen. Kolonisten von Chedera •festgesetzt -haben, griffen in diesen Tagen abermals die jüdischen Kolonisten, die -mit dem Pflügen der Infiat-h-Böden beschäftigt waren, an und erklärten, auch diese Böden wären ihr Eigentum, Als der zur Aufrechterhaltung der Ordnung dorthin kommandierte Polizei- Posten herankam, -ließen sich die Beduinen in einen Kampf mit demselben ein. Die Beduinen sind!von den ׳Böden noch nicht gewichen. ©oCAs-u k. fflatzgassttö Nr. 13 | Die schönsten Bubikopf-Perücken kaufen Sie I Daitienfrisiersaloii 9 Favcrit‘* Bratislava Suct16 Myto 16 | Fertige Perücken Jeder Art in großer Auswahl lieh am Lager.. Nunmehr ist in Chedera der Direktor der Landes-; Polizei mit Gefolge eingetroffen und :hat eine ׳vorläufige Entscheidung des High Commissioner Sir John Chancellor bezüglich der Böden von Chedera bekanntgegebeh, die nicht allein unter den :Kolonisten von Chedera. sondern in allen Kreisen des jüdischen ׳Aufbaus. in Palästina Bestürzung hervorgerüfen hat. Ungeachtet dessen, daß die jüdischen Kolonisten von; Chedera schon seit 40 Jahren iin Besitze der Eigerrtumsdokumente für die von den ße.r d-uinen ihnen plötzlich strittig gemachten Böden sind, hat {der Oberkommissar entschieden, daß die Angelegenheit dem!Gericht vörgelegt werde und daß bis zu dem Zeitpunkt, wo das!Gerichtsurteil ergangen ist, die noch nicht angebaitten Böden weiter unbebaut gelassen werden sollen, daß die bis zum Ausbruch des Streites von den jüdischen -Kolonisten kultivierten ׳Böden weiter von den Juden bearbeitet werden and -die -von den Beduinen einstmals in -Besitz gehabten Böden auch weiter von den Beduinen benutzt werden sollen. ״ ׳; Die Frage der hebräischen Telegramme vor dem Obersten Gericht. (J. T. A.) Das Oberste Gericht!Palästinas befaßte sich mit der •Beschwerde eines •jüdischen Kaufmannes, ׳dessen mit!hebräischen Lettern medengesch rieben e Telegramme durch -einen palästinensiscihen Postbeamten zu׳rückgewiese1i wurden. Der Anwalt der Regierung plädierte für •die Abweisung der Beschwerde und -berief sich •auf die ׳Regierungsverordnung von 1920,!in ׳der ausdrücklich fest-gestzt :ist, daß Telegramme in!hebärisciher Sprache nur dann ׳angenommen werden, w-enn sie in lateinisc-hen Buobstaben nie-derge sch rieben :sied. Der Anwalt des jüdischen Beschwerdeführers vertrat den Standpunkt, daß die Verordnung, vom 1920 -durch -das Palästina-Mandat, welches •eine Gleichberechtigung aller!Gemeinschaften in Palästina f-estsetzt, automatisch außer Kraft g׳e׳setzt worden ׳ist. •Es sei ׳eine Verlet-zuiumg •der Gleichberechtigung, wenn arabische Telegramme!in arabischen• Buchstaben angenommen werden, •während für ih-ebräisöhe Telegramme die!lateinische Schrift vorge׳sch׳r:ie!b׳e׳n i-st. •Das Urteil wird in diesen Tagen bek-anntgegebem werden. ׳Das Dresdener Oberlandesgericht bestätigt das Urteil gegen Rabbiner Dr. Goldmann. (1J. T. A.) Der (Rabbiner der Leipziger •jüdischen Gemeinde Herr Dr.!Felix Goldmann hätte seinen Sohn a!n •׳den Sonnabenden!(Sabbattagen)!nicht -in die Schule geschickt. ׳Gegenüber der Schulbehörde begründete er ׳dies dam#, daß ■sein Sohn dem Saibibatgottesdiemsit im ijiüdischeu Tem-peil beiwohnen müsse und daß das Recht auf ׳freie Reh-gionsübung •verfassungs* mäßig garantiert sei. •Er wurde trotzdem zu einer Geldstrafe verurteilt und dieses Urteil, wurde vom :Leipziger Gericht bestätigt. Dr. ■Goldmann ging bi!s ׳zum Sächsischen Oiberlandesgericht, das aber ׳seine Revision verwarf. Es entschied, ,daß;zwar, Artikel 1׳ 35׳der. Reichsyerfa'ssung die üngestörite Religionsübung gewährleiste, aber hur mit der ausdrücklichen -Einschränkung in Absatz 3, daß •die allgemeinen Staa't׳sge׳se:tze '׳hievon unberührt bleiben. Eine ähnliche Einschränkung ׳mache auch Artikel 136. Das Recht zur freien׳ Religionsübung findet ׳also nach Ansicht des ’Oberlandesgerichtes seine Grenze in den!Bestimmungen der 'allgemeinen Reichs- ׳und Landesgesetze. Da -in Sachsen ein!Rechtsanspruch auf Befreiung eines!Schülers vom Unterricht an staatlich nicht anerkannten Feientagen nicht bestehe, habe das -Gericht die Revision verworfen. 40.000 bis 50.000 Juden wanderten 1928 aus Osteuropa aus. ■ (J. T. A.) ln der Jahresversammlung des Pariser Komitees -für ■jüdische Auswandererhife!teilte der Generalsekretär von -HJCE1M, Dr. Di-jour, mit, daß trotz aller Eintwanderungsbeschränku-ngen dennoch 40.000 bis 50.000 Juden -iun Jahre 1928 •osteuropäische Länder verlassem -haben, u,m ׳sich nach Uelbersee,.z׳u -einem!kleinen Teil auch nach Wieste׳uro׳pa, zu begeben. Etwa 12.000 dieser ^uswahiderer gingen nach den' Vereinigten!Staaten. 1000 nach Argentinien, 4000 nach ־ Brasilien4000 ״ nach Kanada, 2000 hach Palästina. 4500 ׳nach Südafrika ■und 1000 nach Australien. In Europa ist Frankreich das einzige Land, in das •noch Juden ׳einwandern; im Jahre ■1928 kamen etwa 2000 Juden ׳nach Frankreich. Der Direktor des Auswandererhilfskomitees, Herr. iGrinberg, ׳teilte mit, daß das Pariser Büro im Berichtsjahre 4799 Personen Hülfe gewährt halbe, für 523 Emigrantem wurde in 'Visuimangelegenheiteh i-nterverliert, in 949 Fäden wurden: Nachforschungen nach Familienangehörigen angeste’ll.t, in 87 Fällen!wurden ׳die gesuchten Familienangehörigen gefunden. Bei Erlangung von Fahrtermäßigung wurden! -d׳en׳ Emigranten!mehr als 100.000 Francs erspart. Eine große Tätigkeit wurde in -der Kolonisierung jüdischer Landarbeiter in Frankreich und in der sonstigen ■ Arbeitsbeschaffung, entfaltet. Ein günstiges Urteil über Fucabohnen. W!i׳r entnehmen einem Artikel der ״'Medizinischen und pharmazeutischen Rundschau“ Wien, Nr. 86, ׳betitelt: ״Entfettungskuren mit pflanzlichen Entfettungsmitteln“ ׳von Sanitätsrat Dr. S'ilberstein, Berlin, worin der Verfasser die bekannten F u c a b 011 n e -n, welche nur pflanzliche Extraktivstoffe enthalten, als ein wirklich unschädliches •und gut wirkendes Entfettungsmittel wertet. Sie sind, wie verläßliche Analysen ergeben haben, ,vollkommen frei von Schilddrüsen-Substänzen und kann ׳deren Verordnung von ärztlicher Seite durchaus befürwortet werden. Briefkasten der Redakt on. Ben ,Jedidja. 1. Den Artikel erhalten; er muß noch geprüft werden. 2. Kol ׳Is roe-1, -P. G.!B. 513״ Jerusalem, Palestine; •Bajs Jakow, Lodz. ׳skrz. ■poezt. 146; D y g 1׳ e j n u, Warszawa, Graniczna 9. Haderech erscheint zurzeit nicht. Igroth Soferlm. Sie sind ein gar naiver Mensch. Sie genießen als Rabbiner eine fiinfzigproizentige Ermäßigung beim ׳Bezug de׳r ״J. P.“ und Sie haben geglaubt, daß Sie ein Wierk,'dessen Ladenpreis S 12 beträgt, noch obendrein als Prämie erhalten. Gut so gut geht es ׳der ״J. P.“ doch nicht. ״Igroth Soferim“ bekommen Im Sinne der seinerzeit verlaii tbar-ten Bedingnügen• nur jene neue n Abonnenten, die a'm Dezember 1927 die Abonnementsgebühr von S 14 bezw. •bei Ermäßigung von S 10 auf einmal bezahlt haben. Sie haben diese Bedingungen nicht erfüllt. Im ü'brfgen wenden Sie' sich an den Verlag Jos. Schlesinger, Wien, L, Seitenstettengasse 5. ,u