Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 13 (29.3.1929)
- Date
- 1929-03-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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NovhioT* vtfplatate povolenö fladit post a teleirato* v Bratislava eis. 41672-111-20. Zeitungen vom Verleger versendet. Journal exptedit par I'edltesr, f.h,* ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. / &6daktlon n. Admlnutratlom Wien, 11.,Leopolds• gtne 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. R 4594־4־. Vichechoiiowakei: Bratislava, Postfach 140. äricheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Mittwoch Mittag. Abonncmentspreiss! Uanztährtg. Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Qr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar Zahlungen auf Konto ,Jüdische Presse“, Wien für Oesterreich s Postsparkassenkonto Nr. D-P3614; Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien: Post.spk.־Amt Zagreb Nr. 40217; Polen : Postspk.-Amt Warschau Nr. 1S0409; Ungarn: Postspk.-Amt Budapest Nr.50170; Schweiz: Postscheckk. Zürich VIII. 4117; (Ur die Tschechoslowakei: *Jüdische Presse“, Biatlslava, Postspk.-Amt Prag Konto Nr. 53186 üp,!3 '| Wien-Bratislava, 29. Män 1929 גיד■ וינה־פיעסבויג י״ז ואדר תרפ״ט 15. Jahrg■ Die Schulpolitik der Wiener Kultusgemeinde. Geiste der ,jüdischen■ ■*Religion und in der Tradition unserer In!unserem vor wöchigen Leitartikel haben wir ׳uns mit dem Verhältnis der■ Kultus1gem׳einde. zw den B e th ausv e rciinen in Wien beschäftigt ׳und auf die ׳Mängel des Systems, beziehungsweise auf die Systemlosigkeit» die auf diesem Gebiete obwaltet, hingewiesen. Nicht anders ist die Situation auf dem ׳Gebiete der Schulpolitik. So wie die Kultusigemeinde über einige c i׳g e n e große Tempel verfügt, die, mit allem Notwendigen ansgestattet, prunkvoll uivd feierlich daStchen, während die vielen Tausende Andächtigen nebst ihren ,Kultussteuern aus eigener!Kasse die iBetiiänser erhalten, die von der Kultusgemeinde iihr subventioniert werden (über die Art ihrer Subventionierung wurde vorige Woche ausführlich geschrieben!), ebenso ■besitzt die Kultusgemeinde auf dem ׳Gebiete des Schulwesens Eigenes, ■das ist der offiziell ■e R c 1,1 g i 0 n s u 11, t ■e r r i c h t an den öffentlichen Schulten und einige B i b c Is c h u 1 e 11. Wir wollen in diesem Zusammenhang den Unterricht in den öffentlichen Religio ns stunden wie in den!Bibel schulen der Kultusgemeinde׳ nicht kritisieren, es genügt wohl, darauf bnzuweisen, ■daß er unzureichend ist, um das jüdische .Kind in Wien itj jüdischen Kenntnissen zu bereichern und im jüdischen Geiste zu beeinflussen. D ■i e i 11 11 e r e 111־ u 11 d ä u׳ ß ■e׳ r •e ׳11׳ ■W i d ■e r s t ä 11׳ d e si n d viel ,zu ■g r 0 ß, u m ׳a u f di e s e in 1G c ,b i e t e■ tu i t ׳h a 1־ b en! Mitteln auch nur ■ein e V i e r t e 1 lei s t׳u 11׳g e .r r e ■i c h״e 11 ׳zu ׳können. Wir s׳ehe 11, und das wollen wir mit aller Deutlichkeit ■und Schärfe nochmals und nochma.'1'S •zu׳m: Ausdruck!bringen, eine Möglichkeit der Besserung ausschließlich in der Errichtung von jüdischen Vo lisch ulen, wie wir heute in Wien eine einzige an der Volks- und Hauptschule der Talmud-Thora in der Malzgasse besitzen. ,Es wird in ■Wien zurzeit ein heftiger!Kampf um die Schule ■geführt. ■Ghristlichsoziale ׳und Sozialdemokraten sind jed׳e׳r von sei me m Part׳eistan׳dpun!kt aus unerbittlich־, wenn es um die Schule geht, ■denn sie wissen ■nur allzu genau, daß d 1 c Welt a n s c ■11 a 11 u 11g ■des ׳K i 11 d .e .s 1111׳ d s •e i 11׳ e ׳k ■ü 11־ f ■t i g e S ■t e 111׳ 11׳ 1 ־ g i m •L ■e ■b e 11 s c h 0 11 i 11 der Schule ent schiede n. wird. Für uns Juden kann weder eine Schule nach dem Geiste der Christlichsozialen willkommen sein, noch können wir uns mit einer Schule ini Sinne der Sozialdemokraten zufrledeiigeben. Wir brauchen jüdische Schulen. Jüdische Sc11׳ ulen, ■die d׳ie ׳künftige Generation im vieltauseiid'jährigen ׳Kultur erziehen.. Es ׳ist keine ■billige Sache, Schulen zu ■errichten, ■und zu erhalten. Die oben 'angeführte einzige jiid'iscbe Volks- und iHau'ptschulic in Wien beheimatet zurzeit ׳etwas mehr ■als 300 ׳Kiniden und. die- Kosten •derselbe!!! betragen, rund 100.000 Sehilidnig im Jahre. Die ׳Kultusgemeinde trägt umgeführ 25 ■Prozenit ■dieses!Betrages, also ein Viertel der G e sa in tau'sg a be n dieser 'Schule, ■in der Form einer Subvention ■bei. Es soll zugegeben werden, als Subvcution ist das eine erfreulich hohe Summe, .bedenkt mau -jedoc'11, daß es die vornehmste!Pflicht ׳dter Kultusgemeinde wäre, jüdische Schulen ׳zu erhalten■, so ist es höchst bed'anerlic-h, daß auch auf diesem lebenswichtigsten!Gebiet der!jüdischen׳• Zukunft die־!Kultusgemeinde ,nur eine S ■11 b v e 11• t i 0 11 s!p 01 i t i k treibt, . Die Schule war und ist ein solch integrierender Teil einer jeden jüdischen Gemeinde, daß die Kultusgemeinde sich nicht begnügen sollte, das Schulwesen in Wien nur zu subventionieren. Tatsächlich ist die Wiener Kultusgemeinde die einzige ׳G r 0 ß g e m e i n d e in Mitteleuropa, welche zu der jüdisehen. Schule solch lose Beziehungen׳ ,unterhält. Budapest,!Berlin,' Frankfurt a.' M.,׳ aber auch kleinere jüdische•!Gemeinden, wie Hamburg. .Breslau", ׳Leip'zig, Prag, Preßburg -usw., widmen der :jüdischen Schule •eine bedeutend :größere Aufmerksamkeit und einen bedeutend größeren Teil ׳ihres Budgets als Wien. Dabei :kann sich Wien׳ ׳nicht darauf berufen, daß hier die Verhältnisse so lägen, daß die Jugend ohne spezielle jüdische, Schule dem Judentum c-rhalteh bleiben kann. .!Die Eu t'judu ug■ ׳u nd •leider der’ darau s ■folgende Abfa'Ül vo n! Jude ii:tum nimmt ■nirgends solch grauenvolle Dirnens i o ne iv ■an w i c iu •u ns e r e r V a' t erst a d t. '111 zwei Großgemeinden, in!Berlin und!Budapest■, haben die Gemeinde rep räsentamzen, als׳ ■s׳ie erkennen) mußten, daß die Jugend dem Judentum׳ sich ׳immer mehr und ׳mehr •entfremdet, mit geradezu •bewundernswerter Energie die Gründung von jüdischen Schulen durchgesetzt, ׳um •dadurch dem■ ׳Grundübeil, ׳der ׳Unwissenheit und der Beeinflussung ln fremden 'Schulen, zu Leibe zu gehen■. Alt oh in Wien wird mau ■diesen Weg betreten müssen ■und die jüdische Schule ais wichtigste Forderung der jüdi־ sehen Zukunft hinstellen. Bis diese Forderung ihre Verwirklichung findet, müßte aber die 'Ku׳l!tu!sgemei׳nde die ׳bereits bestehenden Schulen nicht nur mit Subventionen vor dem Zusammenbruch retten, שומז TEEtrVO כשי (תחת השגחת הרב ח ישעי פורסט שיפשוהל) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroel) Ueberall erhältlich! sondern zu den Schulvereinen etwa folgend sprechen: Wir Führer der Wiener iKitKusgeme'inde sind zurzeit;noch nicht so weit, daß wir auf* ein eigenes■ Schulwerk üimveisen könnten, aber es liegt uns sehr daran, daß der •Wiener jüdisehen׳ Jugend'!Gelegenheit geboten wird, •sich an jüdischen Schule» zu tüchtigen■, gesiimungsfeste׳)!, wissenden ׳und rollgiösen Juden •heranzubiklen. Deshalb wollen wir eure Arbeit für die jüdische Schulte fördern. Nicht nur daß das!Bestehende .schlecht und recht •aufrcchterhalteii bleibe, sondem daß auch einer ■110*1?׳wendigen Entwicklung ■der Weg geebniet werde. W׳ir setzen euch daher eine Prämie für Erweiterung eures SchöJnetzes ans.!Die ׳Kultusgemeinde möchte mit euch einen Pakt schließen, ganz ׳nach amerikanischem Muster, 50 •auf 50. ihr jüdischen Schiilvereil 1c in Wien sollet forliab ׳nicht von Jahr *zu׳ Jahr mit ׳euren ׳Bit't&esuchen an d'011 Vorstand' ׳euch'■wenden׳ und ■die Höh e d e:.n S u b v c n׳ t i 0 11 soll ׳ 11׳i c 11׳ t v o.» d e r Pa r r e i!k o 11 s 1 e 11 a t i 0,11 oder von anderen 1111s a c h 1׳ i c b e 11 ׳U m s t ä •n d e 11׳ a ׳b :h ä n g ■e ■n, sonde r n die iKui.t'Usgemeindie will •e11׳ch ■einen 1A11sp!orn. .gehen, damit ׳ihr eure wichtige Arbeit ■ungehemmt ,und frohen Mutes vorwärts ׳bringen!könnet. Wir geben euch die Hälfte eures Aufwandes für die Äiifrechterhaltung der jüdischen Schule; wenn wir auch nicht d a.s Gänze machen können, so wollen wir uns zumindest anstrengen, die Hälfte eurer Ausgaben zu ref undleren. Einte Ve r cf nb a r u n g auf ■dieser׳ Grundlage würde »MM— —™■«■MBMaMmHMEBBBmmMMg■» Dringender Hilferuf! Die jüdische Bevölkerung Sowjefrußlands kann infolge der schwachen Ernte dieses Jahres kein Mehl zur Mazzothbereitnng erhalten. Eine Bevölkerung von vielen Hunderttausenden ist der Gefahr ausgesetzt, durch acht Tage ohne Brot zu bleiben, lieber Einschreiten hat die Sowjetregierung gestattet, ein Quantum geschenkter Mazzoth einzuführen. Wer Gefühl dafür hat, daß eine große jüdische Volksmasse, besonders aber Greise, schwache Frauen und Kinder nicht von dieser Katastrophe betroffen werden, der sende an das gefertigte Komitee so rasch als möglich eine entsprechende Spende. G-ttes reicher Segen wird alle edlen Spender lohnen. Das Komitee für Mazzothversorgung. — Keren Ha? thora der Agudas Jisroel. — Karl Altmann, Wien, XII.; Margaretengürtel 124. — Dr. P. Kohn. — Rabbiner Ber Friedmann (Wien-Czortkow). — Universitäts- Professor Dr. M. Eisler. — Dr. L. Deutschländer. Spenden erbeten auf Postscheckkonto Nr. 149.046, Keren Hathora der Agudas Jisroel. Sensationelle Neuerscheinung! זי Igroth Sopherim 250 Privatbriefe von fiA Rabb.: Akiba Eger, Chasam Sofer, Ksaw SoSer, Scheinet Sofer, R. Simon Sofer und mit 24 hochinteressanten Bildern. Unterhaltend! Belehrend! Preis des 420 Seiten starken Buches, auf feinstem Papier gedruckt, in Pracht- Leinenband S12.— Jos. Schlesinger,. Wien, 1. Seitenstetteng. 5. O Conc/t/i/in be! Othmar Schiff ^L_!r mA?fr ist der Räumungsverkauf in Scheiteln, Perücken etc. bei vsinnmr *jcnlj Perücken- Großerzeugung Wien, I. Kärntnerring 6, gegenüber Hotel Bristol. Tel.U-413-62־ Tief reduzierte Preise Solange der Vorrat reicht