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Jüdische Presse · 1929-03-22 · 12 (22.3.1929) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
15 (1929)
Issue
12 (22.3.1929)
Date
1929-03-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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NovloovG rtfplatnä povolen6 rladlt post * tefegralov Zeitungen vom Verleger versend•?. 1 v ßratisiave £is. 4157220־111־. Journal expödle par l‘edlt«1r, v.bfc ORGAN FÜR DIE iHTEBESSEli DES ORTHODOXEN JUOERTUMS. UDISCHE PRE jisrdaktiow a. Administration! Wie«, II..Leopold3gftsac 86, 1. Stiege; i. Stock. — Tei.R 4594־4־. y *thechoslowakei ז Bratislava, Postfach 140. Snehefnt jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Mittwoch .Mittag. Abonncmentsprcisc 1 Ganzjährig 5 Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst Gr. 40, das übrige Ausland S Dollar. Zahlungen auf Konto ״Jüdische Presse“, Wien für Oesterreich: PostspaikassenkontoNr.D-936I4; Deutschland:Postscheckkonlo Betlin Nr. 122619; Jugoslawien: Postspk.*Amt Zagreb Nr. 40217; Polen : Postspk.-Amt Warschau Nr. 190409; Ungarn: Postspk.-Amt Budapest Nr.50170; Schweiz: Postscheckk. Zürich VIII. 4117; für die Tschechoslowakei: ״Jlidische Presse“, Bratislava, Postspk.-Amt Prag Konto Nr. 53386 Mp. 12 ' | Wien-Bratislava• 92. N38r.e 1020 נ׳ד?!וינה־פרעסבורג י׳ ואדר תיפ׳ט , 15* Jahrg« Synagoge und Schule. Zweite Knessio Gedauio für den 10. September 1929 nach Wien einberufen (J. T. A.) Nach längeren Beratungen zwischen dem Geschäitsliihrenden Ausschuß, dem Zentralrat und dem Rabbinischen Rat der Weltorganisation Agudas Jisroel wurde beschlossen, die zweite Kuessio Gedauio (Weltkonferenz) der Agudah für den 5. Eiul 5689 00. September 1929) nach Wien einznberufen. Die Agudah-Zentralen in Wien und in Frankfurt habe» bereits mit den Vorbereitungen für die Weltkonferenz begonnen. Bei dem ׳ Zentralbüro der Agudah laufen Nach־ richten ein, daß überall in Verbindung mit der Kuessso große Aktionen vonstatten gehen; die Reorgauisationsarbeit schreitet vorwärts. Bundeskanzler Dr. Seipel hat dem Zentral־ büro seine Befriedigung über die Abhaltung der Knessio in Wien und seine besten Wünsche zum Ansdruck gebracht. Plenarsitzung des rahhinischen Rates. Zur Behandlung der wichtigsten politischen und organisatorischen Probleme der Knessio Gedauio tritt am 4. lüar (1.4. Mai) der Rabbinische Rat (Mauezas gedaule* hatauro), wahrscheinlich in P r e ß b u r g oder in Breslau, zusammen. Zur Be־ Handlung kommen Fragen der Beteiligung an der Jewish Agency, des Frauenwahlrechtes u. a. m. Die größten rabbinischen Autoritäten aus der Agudah-Bewegung in der ganzen Welt werden an dieser Beratung teihichmen. Taufpropaganda• Christliche Missionäre der ״Schwedischen Gesellschaft für׳IsraeI”, welche ira IX. Be־ zirk, Seegasse 16, ihren Sitz hat, versuchen, durch Verteilung von Propagandaheften mit dem Titel ״Z u r Verständig u n gM sowohl unter jüdischen Schülern auf der Straße als auch durch Vorsprache bei jüdischen Familien in den Wohnungen ihre Unheilvolle, auf den Abfall vom Judentum gerichtete Tätigkeil zu entfalten. Seitens der Israelitischen Kultusgemeinde sind entsprechende Warnungen'in weitestem Umfange ergangen und es wird besonders die Aufgäbe der jüdischen Seelsorger und der jüdischen ,-Religionslehrer sein, die Bestrebungen der Missionäre abzü wehren. Verschiebung der Budgetdebatte Oie ׳für 'dem 23. d. einberufene P1 e 11 a r s i t z 1111 g des Wienc v K u 1 ■t usv'orstandcs, auf dessen Tagesordnung ■das Budget für das .Jahr 1929 stand, wurde, ׳wie uns von der Amtsdirektion der Kultiisgemeinde . mitgeteilt׳ wird, a b g e s a g t.!Die Dezember\7al!!011 in den Vorstand der Wiener Kultusgeineiude vollzogen sich irn Zeichen׳ der VerspreclMMigen!Mir den religiösen1 Wiederaufbau der Wiener /Ktiitiisge-meiiide.!Darin waren alle Parteien׳ einig. Der religiöse Wiederaufbau׳!kann unseres Erachtens an zwei Punkten einsetzen: 1. bei der Förderung der Bethaiisvereine und 2. bei dem Ausbau der jüdischen Schule. Was die Bethausvereine in Wien betrifft, muß gesagt werden, daß selbe bisher bei der Kiiltursgeniciudc fast gar keine Beachtuug gefunden :haben. Wir sprechen nicht von jenen großen Betiiausvereiuen, welche in einzelnen ■Bezirken die ,Geimeindcsynagogen ersetzen, denn diese haben es dank ihrer Größe soweit gebracht, daß s׳ie ,für das Notwendigste selbst sorgen können. War denken vielmehr an die kleinen Bethausvereine, .in denen noch sehr wenig auf Prunk und Repräsentation gegeben wird, wohin aber di e ׳B e s 11 c;h er a U t ä g lieh ׳ko m m e 11, 11 m i h r e A11 d acht z u v e r r i c 11 teil 1111 d i hr c 11 W i ssc11s׳dra ■ug z u 1b c f r i e ■d 1 ■g e ■n. Es sind die kleinen Betwaus'vereitie, in denen alltäglich frühmorgens sich 40 -bis 50 Leute ,zum ■G-ttesdienstc zusammen finden, ■wo früh und abends öffentliche iLeraivorträgc albgehalten werde!» und wo am Sabbat in verschiedene» Gruppen gebetet und ge- ■lernt wird. Diese kleinen Bethausvereine, deren Zahl in Wien ungefähr auf 50 geschätzt wird!, existieren auch ohne großzügige Förderung ■der Wiener Kultiisgemeinde. Sic existieren, weil sie ein lebendige s ■B ■c! d ü r f n i s b cfriedigen und weil sie einen Bestandteil des religiösen Lebens jener Schichte der Wiener jüdischen Bevölkerung darstellen, die unter allen Umständen!, auch unter den größten Entbehrungen׳, ihre Bethänser nicht missen wollen. W ä r e e s. .11 i c 111 ver 11 ii n ■f t i g, den r e 1 ig i ö seil W i e d e r ■a u f b a 11 d c s j ii d i s c 11 e 11׳ W i e 11 «b e ■i ■diesen lebenskräftigen wertvoll e n Zellen zu beginnen? W11e ist es denn um diese Bethausvereine bestellt? :Haben sie alle einen Rabbiner, ■der den Mittelpunkt der religiösen Belehrung und Betreuung der Bethausbesueher darstelle 11 soll? Nicht einmal ein!Drittel von ihnen kann sich den ״Luxus“ erlauben, einen Rabbiner für ihre Mitgliederschaft zu bestellen. Und ist ja schon ein Rabbiner da, wie traurig ist das materielle Los jener Rabbiner, die au einem dieser Bethausvereine wirken. Soweit wir die Situation überblicken, werden nur sehr wenige unter ihnen sein1, die einen M 0 11 a t s b e z u g von S 200 oder me,hr haben. Die meisten von ihnen müssen zufrieden sein, wenn sie 100 oder 150 Schilling monatlich erhalten. Wie leben denn diese ׳Rabbiner, die trotz ihres g-ttliehen Berufes ganz nach irdischen Gesetzen sich ernähren und kleiden ibiissen? Sie müssen sein־ fleißig einem ״Neben- ׳berufe“ uachgcheii, uni das kärgliche tägliche Brot für ihre Familie! zu beschaffen.!Dieser .,Nebenberuf, der eigentlich das Brot ins Haus bringen soll, absorbiert selbst verstand־■ lieh die besten Kräfte, oft aber auch die, moralische Autorität des Vereinsrabbiiiers. Er führt daun nur noch einen Titd, hinter welchem weder Mittel, noch Autorität, ■noch Schaffensfreude, noch!Hingebung zu seinem heiligen Beruf vorhlande» sein können. Wir .g׳lauben kaum, daß es die Absicht der Führer ■der Wiener Kuitusgemeiude sein kann, solche Zustände zu verewigen. Tatsächlich zeitigt aber die heutige ,K-ultuspolitik solche Resultate. ■Anstatt daß!man in .dein Befh au »verein und in seinen (Funktionären■■ die M ö glichike.it ergreifen sollte, auf die religiöse Festigung der Bevölkerung. ei »zu wirken, hat mau den Eindruck, als ob die Führer der ׳Kultiisgemeinde in den Bethausvereinen eine ■Verlegenheit erblicken, die sie gerne loswerden möchten.!Diese Institutionen sind nach der Meinung vieler höchst überflüssig, durch die Eitelkeit oder Streitsucht einzelner ■Leute entstandene Piätze zur ,Befriedigung eitlen menschlichen Ehrgeizes. Nachdem ■diese- Bethäuser aber schon da sind und im öffentlichen ■Leben eine gewisse Bedeutung erlangt haben, kann die Kultiisgemeinde ■nicht umhin, selbe mit Subventionen •von ■Zeit zu! Zeit zu befriedigen. Unt׳e.r diesem ׳Gesichtspunkt hat in der Kultusstube in den ׳letzten Jahren eine Siibvemioiiieruiigspolitik -Platz gegriffen, die einer großen Gemeinde ganz und gar unwürdig . ist. Die Subventionen an die Bethausvereine werden nicht nach ■deren Leistungen und ׳Bedürfnissen und' nicht 0:rgallisch, bewilligt, sondern immer nur unter dem Drucke von!Interventionen, aus Opportunität und nicht zuletzt am c'in Jahr ׳lang, bis zur nächsten Budgetdebatte, eine Atempause ,zu gewinnen. Durch diese Art der Subventionierung kann kaum eine Besserung erzielt werden. ׳Es ist ein trauriges Bild, daß Funktionäre dieser Bethausvereine, Rabbiner, Kantoren und ,Diener, wenn sie älter geworden und nicht mehr!einem Nebenberuf uacligChen können, gänzlieh unversorgt dastehen und auf die Annahme von Gtiadeugaben angewiesen sind. Es heißt, daß die ■Kultusgemeinde diesem!Problem aus finanziellen ■Gründen aus dem Wege geht, und das können wir nicht ■gütheißen, Wir wissen, daß es umnöglich ist, die Kosten ■der Bethausvereine und ׳ihrer Angestellten auf'einmal' auf den Gemeindeetat zu übernehmen, was ,wir aber für möglich ha 1tq n, i s t d er Entschluß, Planmäßigkeit in das Verhältnis zwischen Kultusgemeinde und Bethausvereineu zu bringen, worunter wir nicht den Umstand verstehen, daß zur Generalversammlung der einzelnen Bethausvereine ein Abgesandter des Kultusvorstandes erscheint, dem über die triste finanzielle Situation vorgejammeft wird ■und der dann eine gnädige!Erklärung abgiibt, ■daß er über seine Wahrnehmungen dein Vorstände der ׳Kultiisgemeinde berichten und nach Möglichkeit eine Subvention oder eine 250 Privatbriefe von Rabb.: Akiba Eger, Cfeasam Soler, Ksaw Solar, Schewet Solar, R. Simon Solar und mit 24 hochinteressanten Bildern. @i@hrendl preis des 420 Seiten starken Buches, auf feinstem Papier gedruckt, in Pracht Leinenband S12. J0Sa SchSesimger* Wien, l., Seitenstetten g. 5 4» GtfffiffeTR bei Othmar Schiff ist der Räumungsverkauf in Perücken etc. Perücken- Großerzeugimg Wien, I. Kärntnerring 6, gegenüber Hotel Bristol. Tel. U4־l3-62־ Tief reduzierte Preise Solange der Vorrat reicht' 010000010202020201000001020002020100000202020200320102

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