Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 10 (8.3.1929)
- Date
- 1929-03-08
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 10 JUDJSCHEPHESSE Seifet 11 , — — ‘י־"*־ -•" " ־יי 1 י־־• •-'י- ■'—■«-•■■- •■•<■'- '.י-*»■» ■ - ---- * - - *״״ . . ׳.- '• . : - GRAMGPHONFREUNDER . JDieimädatlhaas * U7׳r/V IV iV/EDNFP HAU°TSTR. 19 ' Tai, u ¥8-2-12 4^AUCMTE!U-iHLUNG! Wir Hebern 10 neue Platten;mit« $ 10.— An2ahJt1i1g Un^ S 2 — Wochenrate ötific Preiserhöhung räbe Ein •höhes Ziel •haben wir uns gesteckt: unsere Wirtschalt, erst rm November begonnen, und *war mit verhältnismSßig sehr kleinem Anlagekapital, soll schon im ersten Jahre ihres ■Bestehens so viel abwerfen; wie wir zum Lebensnoterhält brauchen. . Wh־ sind zurzeit drei Ohawerin (einer verheiratet) und unser Vermögen ist in einem Paar Maultiere, einer Milchkuh und zirka 20 ׳Hühnern angelegt. Ah Winterfrucht!haben Wir 20 Dunam Gerste versät, und •weitere 150 Dunam, von der Agudäh ■gepachtet, gedenken wir . mit Sommergetreide, ־♦hauptsächlich Mais, anzubauen; außerdem bc■^ arbeiten wir 12 Dunam bewässerbaren Boden und versprechen uns von den angelegten Gemüsekulturen (Kraut, Rüben, Tomaten, Gurken, Kartoffeln a. a.) gute Erfolge. Die nötigen Pflanzen ziehen wir in der schon vor drei Jahren angelegten ,Pflanzenschule selbst; aus Anlaß des 15. Schewat -haben wir einige Bäume gepflanzt. Wasser ist reichlich־ vorhanden aus dem von der Agudah gegrabenen Brunnen, der nach bisherigen Feststellungen andauernd gutes Wasser lieferte; mit den •jetzigen Betriebsmitteln (3 PS Motor und 2 Zoll Druckpumpe) können stündlich sieben Kubikmeter ohne wesentliche Senkung des Wasserspiegels an die Oberfläche geschafft ׳werden.!Man ■hofft dieses Jahr allgemein auf eine gute Ernte und bis jetzt hatten ־wir reichliehe und rechtzeitige Niederschläge. Die 1000 Dunam Wintersaat, •die der Pächter von :Nußbaums Boden mittels Traktoren .angebaut hat, ist mehr gut aufgegangen und entwickelt sich infolge der guten ■Bearbeitung und des günstigen Regens ausgezeichnet; die Erfahrung •lehrt jedoch, daß man den erzielten Erfolg erst nach •dem Drusch feststellen kann. Dies sind .einige Skizzen von dem. Wirtschaftsleben •von Machaneh Jisroel; das innere Leben ■und Streben, trotz-;dem es nicht minder wichtig ist, läßt sich schwerer darsteilen. Es versteht sich von selbst,.daß. wir, die ■wir von den Städten mit!ihren heutigen Anregungen räumlich sehr getrennt sind, ganz aufeinander angewiesen sind und uns jede Stunde freie Zeit, die uns nach des Tages angestrengter Arbeit übrig bleibt, der Beschäftigung mit geistigen Dingen widmen. Allabendlich vereint uns ,eine. Gemorohschiur, in ■dem wir zurzeit מנילה fernen; voriges Ja׳hr konnten wir einen Siam auf מסכת בבא מציעה .veranstalten. Ferner liest man die Tagespresse und Fachliteratur, was auch die Regentage nutzbringend ausiüHt. Für die ׳Zukunft streben ־wir danach, •uns hier eine Existenz zu gründen, und wir hoffen, daß der. Keren Haijischuw uns die Möglichkeit geben wird, auf dem Boden von!Machaneh Jisroel Bauernwirtschaften zu errichten, die •nicht hur in wirtschaftlicher Beziehung mustergültig ..sind, Sondern vor allem auch von echt jüdischem Geiste durch- 4 drangen sind, nun hier das ■hohe Ideal des gesetzestreuen Juden auf jüdischem Boden zu verwirklichen.. ■Esräer. 'undWäddUn, mdOjfuttßdÜQilsraM Tym; .־;1 Wie ein Blitz ans heiterem.HimmeS traf jeden in Wien, und jedetv der Kinder .Jiefo hat, der •tragiiscHe-Tod des berühmten Wiener Kinderarztes .Prof;• Giemens Pirquet Ein tragischer ,Todr den Prof. Pirquet seihst gerufen hat, nachdem er ihn in '!herofsdher und glücklicher Arbeit, vöh tausenden ׳ und ־ abertausende« Ständern ferngehalten, Der Tod,; der!ihm. wehn et andere bedrohte, so oft;weichen• mußte, rjhin selbst folgte er willig. ־Auch mich hat die. Todosknmde des ־berühmten. Professors. . tief;, er* griffen und konnte idh es mir nur schwer erklären, wie denn ein solch bedeutender Mann, der durch sein Talent und durch seine Kunst so vielen tausenden •Kindern und beglückten Eltern Heber war, sein wertvolles Leben dem Verderben hinweffen konnte, ich habe eifrig in den Zöitiingen gelesen und in meiner Hast habe• Ich auch diesmal vergessen, meine orthodoxe iBtüIc abzulegen. Und auf einmal stocke ich. Ich lese die Genealogie des Prof. Dr. Clemens-Pirquet. Sein Vater war ein Adeliger aus den!Niederlanden, seine Mutter eine geborene P e r e i r a - A r, n s t e i n. Ich weiß nicht, wie alt der Adel des Vaters war. der Adel der Mutter war einer der geächtetsten im jüdischen Wien des 18. Jahrhunderts. Die Taufseuche, die im Gegensatz zu anderen Epidemien gerade in den hochgestellten- Kreisen ihre Opfer sucht, raffte auch die berühmte Familie Pereira-Arnstein aus dem Judentum fort — leih bin auf mein Judentum eingebildet genug, um die Behauptung zu wagen, daß die Juminöse Begabung, das warmfühlende Herz dem jüdischen ■Bhite zuzuschreiben ist, das in den Adern Prof. Pirquets rollte und den Mann zu Höchstleistungen befähigte', die seine Wirksamikedt im Interesse des Kindes weltbekannt machten. Ich gehe aber noch weiter. Nicht nur das Talent Prof. Pirquets ist jüdischen •Ursprungs, auch seine Tragik entspringt derselben ■Quelle.!Ich denke hier nicht an etwas Transszendentales und Mystisches, daß etwa die Tragik Prof. Pirquets einem Unste.m zuzuschreiben wäre, der nach meiner Ueberzeagung über Täuflinge׳ und ihren Nachkommen waltet, sondern an Dinge, die sich in der von unseren Sinnen wahrnehmbaren Welt abspielen. Prof. Pirquet, der große Kinderarzt und Kindcrfreund. starb nach dem Zeugnis seiner intimsten Freunde an , der eigenen Kinderlosigkeit, daß ■ihm, der so vielen!Kindern das Leben erhielt, keine eigenen• Kinder vergönnt waren, hat seine Frau und dann auch ihn aus dem seelischen •Gleichgewicht gebracht. An Kinderlosigkeit derart seelisch zu leiden, ist ein atavistischer Rückschlag jüdischer Vorfahren, die in Kindern einen Segen, noch dazu der Segen •größten, erblickt haben. XI. Prof. Pirquet, dessen Mutter jüdischer Abstammung war. litt ■noch qualvoll unter dem ■Mangel an eigenen Kindern. Leider gehen Tausende und Abertausende unserer noch jüdischen Brüder in Wien und in Westeuropa geflissentlich •und mit klarem Wollen dem Kindersegen aus dem. Wege. Am 34. Februar fand in;׳Berlin eine bevölkerungspolitische Konferenz des ,preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden statt.« um überdas Problem der Ge- ■burtenrückgänge unter den Juden in Deutschland zu beraten. Es ist geradezu erschreckend, in welchem!Maße die modernen Juden, die so grausam erscheinende biblische Strafe deT Ausrottung au sich vollziehen. Im Jahre 1927 betrüg die Zahl der Geburten in den jüdischen Ehen 'Berlins 1371. die Sterblichkeit dagegen 3446. In Wien ist das Ver- IhäiKnis noch schlimmer. ■Hier sind im Jahre 1927 1479 Kinder geboren und 2739 Menschen gestorben. Es lohnt sich, diese Ziffern in bezug auf Wien ein bißchen näher ms Auge Zu fassen. Im Jahre 1912 sind iii Wien 2290 jüdische Menschen geboren und 2324 gestorben. Also haben die Geburten bloß 34 ׳Leben, nicht ,ersetzen;können, 10 Jahre später, im Jahre 1922. sind 2954 jüdische Menschen in Wien geboren, gestorben sind 2914. was einen Ueberschuß von 40 Menschen ergibt. Al-elrdings gehörten ■die Jahre 1921 und 1922 zu den Rekorden auf dem Gebiete der Eheschließungen •und Kindergebürten. Fünf Jahre später, also im Jahre 1927. hat sich das Verhältnis zwischen Geburten und Todesfällen derart verschlechtert, daß ein durch Geburten nicht gedeckter Abgang von 1260 Menschen zu ,konstatieren ist. Das Judentum verliert in Wien aber nicht nur dutch den Tod, son- ־־•' Von‘ Anonymus. : ,*V“ ':י;,''"'':' י : . ־ . dem auch durch die T a u f e. Während im jähre.i9i2 dad ZsM der Austritte'622 .betrug, stieg diese Ziffer im; Jahre '192% auf 944 und im jähre 1927 auf 1063. Solche Ziffern geben selbstverständlich zu ernstem Nachdenken , Anläfc. pie'Berliner ׳Bevölkeruhgspt^itiker fassen dde. Angelegenheit rein rei3istisch aüf.”Die jüdischen Gemeinden sollen bessere Sozialpolitik. machen . und die Geburtsziffem werden eptpotschnellen, Dr.. Felix T e 1׳J h ä b e r. der auf•!diesebi Gebiete eine, Autorität Ist, .glaubt, daß die iüdische_.Gemeihde ein Unrecht tut, wenn sie . Synagogen baut oder für andere unnütze rituelle'Angelegenheiten ihr* Geld hetgi&t» Gegenüber kultischer Verwaltung soll produktive, soziale Arbeit, die den ■Massen die Mögliohkeit einer bürgerlichen Existenz gibt, in den Vordergrund •gestellt werden. Schier fiel mir meine orthodoxe Brille von der Nase, solch yer? kehrte Ansicht von solch einem bedeutenden Sozialpolitiker lesen zu müssen. War doch der Fluch der Kinderregullerung zuerst überall bei den sozial besser gestellten Schichten zu finden und hat allmählich auf die sozial gedriiekteren Klassen übergegriffen. Also nicht wirtschaftliche Momente sind hier vor allem maßgebend, sondern. reügiöse Indifferenz und eine voll k om nven unjüdische Lebensauffassung in bezug auf Ehe und Familie. Gelingt es unseren religiösen Führern in Synagogen und Schulen nicht, den jüdischen Menschen Vernunft 'beizubringeri und sie zu belehren, daß sie an der Bevorzugung des eigenen Ich auf Kosten!: künftiger Generationen zugrunde geben müssen. so bleibt es dabei, daß die Friedhöfe ׳voll und ■die K 1i n d e r s t u b e n l e e r werden. . HL . ' Es ist dies selbstverständlich nicht nur. ein. jüdisches Problem, sondern ganz Europa krankt an ■dem Schwund des natürlichen Zuwachses. Im Gegensatz zu. den sozial gutgesteilten mitteleuropäischen Völkern (nirgends ist der Durchschnitt der Bevölkerung so wohlhabend und dabei so arm an Kindern wie •in Frankreich). be׳i denen die Sterblichkeit, die Geburten überwiegt, vermehren sich; die armseligen und unglaublich notleidenden Hindus •Chinesen, und Mongolen in geradezu unglaublicher Weise. Eine amerifoanisch-engiische Untersuchungskommission hat ׳festgestellt,, daß in den jüngsten Monaten in China eine halbe Million, sage 500.000 ‘Menschen an;Hunger gestorben sind, und selbst dieses־ Massensterben ändert nachts an der ungeheuren׳ Vitalität der chinesischen Rasse, wo •die ,Geburtsziffern so kolossal sind, daß der Abgang •von einer halben Million Menschen durch eine ׳beispiellose Katastrophe kaum in die• Waagschale fällt. Die europäischen und amerikanischen Be-, vöLkerungsstätisfiiker rechnen bereits mit dem Bleistift aus,;■ wann sich diese braunen, gelben und schwarzen Massen aus Asien über das entvölkerte Europa ergießen und •die weiße Rasse so , versklaven werden, wie es vor einigen Jahrhunderten die damals noch lebenskräftigen Weißen mit ihnen gemacht halben. Wir Juden haben ■leider unser Schick-׳ sal mit diesen absterbenden europäischen •Völkern allzu־ sehr verknüpft., und es ist zu befürchten, daß wir am ׳Ende׳ •mit ihnen in ein• solch selbst geschaufeltes Grab versinken müssen. «N i c h t <d e r s 0 z i a 1 e W 0 h 1 s t a n d u n d n ב c h t eine vernünftigere Sozialpolitik unserer Gemeinden können uns hievon bewahren, einzig und allein die Besinnung auf unser Juden- . tum. die Rückkehr zu dem unverfälschten Glauben unserer Väter und Mütter, die. selbst politisch entrechtet und sozial gedrückt, wirtschatttlich enteignet, aber gestützt auf ihren Glauben, die Zukunft für eine bessergestellte und zahlreichere 1Generation vorbereitet haben. Der Jude •könnte dann •wieder, besond e r s was Familienleben b e d e u t e t. B e i s p i e 1; für andere Völker sein. ־׳ IV. Einstweilen sind wir auf dem Gebiete der Schönam Zum Wochenabschnitt. Verschiedenartige Spender. Von Rabbiner Jakob Haberfeid, Wien. שלש הרומית אמורות כאי Dreimal finden wir den •Ausdruck ״Terumoh“ bei der Anordnung der •Misckanspenden; (I'I. ©. M. 252 ״ und 3). Drei Arten׳ von Spendern und Spenden.unterscheiden wir bei den jüdischen Menschen. Der, eine, gibt,und spendet,• einzig und allein, ■weil Zedokoh ein g-ttttches ׳Gebot ist, er gibt לש□ שטים aus re liglö.sen Gründen. Der andere wiederum spendet, well er von Natur, ein Nodtw, ein Wohltäter •ist. Und schließlich gibt es noch eine Art Menschen, •die weder ein religiöses Empfinden noch ein Herzensbedürfnis zum Geben •haben. Sie sind ■aber reich und ihr Reichtum verpflichtet sie zum Geben. Diese!Menschen geben lediglich, weH sie geben müssen. , \ Allein bei der Erfüllung der g-ttlichen Gebote kommt es nicht nur auf das objektive, sondern vielmehr noch auf •das subjektive Moment an; das heißt, nicht daß man eine Mizwoh ausgeübt, ein gutes, edles Werk ,vollbracht hat. Ist maßgebend •bei der Beurteilung des irienschliehen Verdienstes, sondern wie man diese «Mizwoh ausgeübt hat. Von ■dieser Anschauung ausgehend, spricht die Thora am Anfänge des Terumoh-Aschnittes von verschiedehen, zum Bau des ׳Heiligtums beitragenden Spendern. Und SO heißt es: ״; ויקחי ■לי 1תרימה ׳Sie ־ 'solieirfür mich’ eine Hebe auf nehmen“ לי ־־־־ לש$י Nicht, aus Herzensgründen, sondern rein לש□ שמןם Wer ln diesem Siinne gibt, gehört zur ersten Klasse; Ferner מאח' כל איש אשר ירבב לבו וכי ״Von Jedermann, dessen• Herz generös ist, d. h. dem sein' Herz zu sperideri drängt,"}sol 11 ihr meine Terumoh• beheben.׳ ״ Das;wiederum sind Manschen, die gefühlsmäßig gepen und m' eine ־ eigene Kategorie zü steilen sind. Und Menschen, dle״aus eigenem Antrieb nie geben würden..dls ist die dritte ^rt. Für *Hese •geltem die •.Worte מאח התיימה אשר תל׳חי OT1ND ל A«ch ־.vop׳״ ihnen׳ •möge ,man. verlangen; ׳ wenn Mel•.-‘ mir geben woHen. Wird ihre Spende auch nicht den .Wert vqo vq» Goid 41. Kategorie) den von כסף von Silber (EI. Kategorie), so doch zumindest den von נחשת von •Kupfer (BL •Kategorie) repräsentieren. ׳ ״Diesen drei Klassen von Spendern begegnen wir im dieswöchentliohen Wochenabschniit in der Schüderung der Misohkanspenden, die die Isnaeirten darbrachten. Da waren es solche ובל אשר גרוה רוחו, die ahr Geist, der jüdische, der reti»g iöse;.G eis t,־bewogen hatte zu spenden.. Das waren die Erlesensten. Ferner אשר נשאו לנו jene, die das!Herz, das jüdische Herz, getrieben hatte zu geben. Und schließlich kamen solche 1בל איש אשר נמצא את חכרת bei denen sich vor'iand: Waffe. Byssus und noch manch anderes. Das waren die Reichen. Sie brachten ihre Spenden, weil sie es quasi ■mußten und ihr Verdienst war wahrlich nicht das größte. Doch auch von diesen. Spendern nahm Mosche den Beitrag an und führte ihn einer höheren •Bestimrmmg ««, und erbaute aus ailen Spenden G-ttesheällgtum. Was sollen wir vom Sabbat Schekalim lernen? Von •Iro Osiaa FrUdbez־®. Jedes Jahr am Sabbat SchekaHm wird uns ein A/bschnitt aus der heiligen Rolle vorgelesen, in welchem ein großartiger und in seiner Tat unerreiebter Vorgang geschildert wird. ' ' Ednen!halben Schekei sollte jeder für das Heiligtum {Stiftshütte) widmen. Einen halben Schekel 1 Jedermann, ohne Rücksicht auf seine sonstigen Verhältnisse. Die kleine Steuer sollte gleichsam die Zugehörigkeit zum Volke kennzeichnen. Daher durfte Me keiner weder vermindern noch erhöhen. In gleichem Maße hatte Israel die PfUcbt, zu dem gemeinsamen Zwecke b e i zu t ragen, um daraus di e g 1 e 1 c h e n Rec h t e b e ansp r u c he n zu können. Dieses Prinzip der Gleichheit aller Volksgenossen, der gleichen Pflichten und gleichen Rechte durchzieht wie ein goldener Faden unser gött- Hohes Gesetzbuch. •־ ־<;• Wenn auch das Schicksal hart ans mttgesplelt und sehr oft alles andere als die Gleichheit zu genießen erlaubt hat, haben wir doch jene göttlichen Gesetze in uns so gründlich auf ge nommen, daß sie unzerstörbar stad.;Es sind die Spuren nicht zu verwischen, welche die Lehre, die auf uns seit Jahrtausenden gewirkt, •in uns hinterlassen־׳ hat. Und mag־ dec eine noch so hoch, der andere noch so tief stehen, sofern er sonst achtbar blieb, ist er gleich vor dem g-ttlichen, vor dem wahren jüdischem Gesetze. , Bacher @ee *ספר "איגרות סופרים", קובץ מהתבן נאוגי משפחת איגד 8° ח, 96, 106, 74' 108 עכד ,IV .יסופר־ עם דמות דיוקגן Das seif längerer.Zeit erwartete Werk ״lgrot!» Sof rim“ hat dieser Tage die Presse verlassen und.liegt . nunmehr in einem fast 400 Seiten umfassenden, stattlichen Bande vor. Oberräbbiner Salomon Schreiber in ׳Beregsas , «hat das Buch ediert, mit Einleitung und erläuternden Fußnoten versehen, und die Verlagsfirma Josef Schlesinger . (Wien-Budapest) ׳hat ein. Buch!herausgebraaht, das an Aus- stattung und Sorgfalt ihr zum Ruhm gereichen wird. Dieses Werk, wird auf dem jüdischen Büchermarkt eine, Sensation ersten Ranges bedeuten. Es stellt eine Sammlung der Briefe der Familie Eger-Schreiber •dar, d. •hi es bringt die Korrespondenz (soweit sie erlangbar war) ■des Rabbi Akiba Eg er, Rabbi Mo seih eh Sofe.r.. (״Chatham Sofer“), Rabbi Abraham Samuel Bi■n-־־• jamin Sofer (.,Kithaw Sofer“), R a b b i Schimon Sofer (Oberräbbiner von Krakau) und teilweise Rabbi Simcha •Bunim Sofer (״Sohewet Sofer“) s.?.1. mit. ihren Verwandten lind ihnen Zeitgenossen nach den Origi- , nalen oder sorgfältigen Abschriften. Fünf Generationen einer Familie also, die dem religiösen Judentum in einem Jahrhundert seiner heftigsten Kämpfe־ die Führer gab, kom-, men da in ihren intimsten Aeußerungeh zu Worte. 238 Briefe mannigfaltigsten Inhaltes •mit Tausenden von Erlebnissen,' •Aeußertmgen, Gutachteh und sonstigen das gesamte jüdische Leben berührenden'Angelegenheiten gelangen hier ah die ' Oeffentlichkedt und werden dadurch aueb der wissen- : sohäftlichen' historischen Forschung zum ersfenmäl zu-; «ähgliüh gemalt; Es «gibt sicherlich keinen intelKgenten ־ Juden, der nicht die jüdische ־^ Gegen wärt in ihren Ent-־ •k4ckhw1'gsd1»fä1ng'en.it׳asr*kltesei1־ Briefe®, kennenlernen «möchte, ־' Es sind wahre ״menschliche Dokumente״ aus dem Leben' der Großen in Israel, mit denen auch wir noch durch