Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 10 (8.3.1929)
- Date
- 1929-03-08
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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,Seite 2 li M.v.'.m*«, . lii, > *.n>ai}A JÜDISCHE PRESSE SorgfSItJgsta Ltefenm#! in plombierten SSeken von 1 Sock 50 kg angefangoo franko Haus, ebenso in Fuhren und Waggons ׳^v,': ’:v;: JULIUS HABER Kohlen« und KoksgrofiHandlung ItortfwoStbabnnftselM Wien! II., Ob. Donaustr. 107 FerMpmtiBf R>IM*Sf tiuiiniiuiiuinuiiiiiiiiiiiiiiiiiuiufi nimtstmrtiuuüiwimiuuuuiuu Gedankenlesen• Ben meisten Menschen wird es urtheimiich zumute, wenn sie dieses Wort auch nur hören; •da verbindet sich der Klang zu in Mystischen mit dem Kitzeln des Gruseins. Es Ist einerseits ein mächtiger Sieg der Geisteskraft, wenn •man in das innerste1 Heiligtum eines Menschen •eindringen, die zartesten Werdeahfähge einer Tat beobachten kann, andererseits•■jerioch ist es ein Schmerz- und Schamgefühl sondergleichen^ wenn man .fürchten muß, daß •unser. Inmerstes d-em!geistigen Auge eines anderen bloßgelegt ist. Dafür gibt es nur den einen Ausgleich, wenn man ■zu־ dem ״Gedankenleser“ — oder sagen wir ,keuscher ״Gedankenahner“ — unbedingtes Vertrauen hat, Vertrauen ' auch nach der Richtung, daß ihm unser Innerstes ein Heilig-, tum ist. •So können wir uns damit versöhnen, wenn unsere . Weisen s, A. von Bezalel, dem Churenkel berichten, er ׳hübe die Kunst!besessen nicht allein, daß er dachte l(das wäre mit dem einfachen Wbrt’ לחשב genügend (berichtet gewesen), sondern daß er die Gedanken anderer dachte לחשב מחשבוח wird von ihm uns mitgeteilt. Er las es dem Geber' au den Augen, an den Mienen an, mit, welcher ,IniieneiiistellUng des Gemütes •er Stoffe für Errichtung eines Heiligtums brachte und ■verwendete die Stoffe so, wie es der Seeleneinstellung des!Gehers entsprach. ■Er, der Enkel Churs, der sein Leben gab, um der Entartung des Volkes, sich entgegen zustellen, er wußte, was! wahre Hingab.e in all ihren Verästelungen!bedeutet. Es muß aber diese Kunst all denen ■zu eigen sein, die ihrerseits ein Heilgtutn zu erbauen sich anschicken,_ das sind vor allen Dingen die Lehrer und Erzieher. Wenn je, so!ist in der heutigen ■Zeit die• Kunst des Gedankenahnens unenthchriHches Erfordernis bei diesem Werke. Zu viel stürmt auf unsere Kinder, auf unsere Jugend ein, sie werden an Probleme herangeführt, die sonst dem reifen, dem reifsten Alter׳ Vorbehalten blieben.Das •ganze,Leb.en tritt nur in den krausen Windungen einer Problematik an sie : heran. ״ Die Lage ist so, daß nicht etwa' ' das ”׳Vertrauen mangelt, als ob die ältere Generation, Lehrer ,und!Eltern, mitinbegriffen, es gut mit ihnen •meint, sondern ,das Vertrauen fehlt, daß sie überhaupt richtig verstanden werden können. Wenn -auch noch vielleicht i!n einigen!besonders glücklich gelagerten Fällen eine Spur von Autorität •der Liebe vorhanden ist, die 'Autorität des Geistes scheint völlig entthront zu sein.!Nur in •den •seltensten'!Fällen geht heute Unterricht und Erziehung Hand in Hand. Jedenfalls kann und will auch der!Unterricht nicht individuell wirken. Desto mehr müssen die Faktoren •der Erziehungen sich bemühen, ahnend in!die Gedanken und in!das Gemüt ■der Jugend ein-!zudringen; das ist natürlich nur!bei ausgesprochener ■Individualisierung möglich. Es ist ■zuweilen׳ bei genauester Kenntnis der inneren Verfassung ■des Objektes der Erziehung angebracht, einen Schwebezustand herbeizuführen und nur in einzelnen Momenten den Versuch einer direkten ■Korrektur zu!wagen. Zuweilen jedoch ist unmittelbares "Eingreifen notwendig. 'Imiiter!jedoch muß man sietb wör Augen halten ג—י■ mit didsfcf Tatsache, so ernst •sie auch ist, : muß man rechnen —, daß sich uns jedes Kind heutzutage versagt, wenn •wir nicht wenigstens den .primitiven Gedanken aus ihm herausgelesen haben, 4aß •sein Wille es ablehnt, Objekt einer Erziehung zu sein. Es!bedarf tatsächlieh absoluter.(Hingabe, .!wen» man an das Werk der Erstellung eines Lebensheifigtums eines Menschenkindes geht. ,Den verschlungenen Gängen seines mit so vielem positiven, kritischen Wissen •erfüllten'!Geistes nachzuspüren, den Durst seiner in so vielen Fällen durch!falsche Tendenzen verschütteten Seele zu ahnen;,' den Pulsschlag, seines zwischen dem Egoismus des ׳Spieles und dein Egoismus der Löbensbetätigung pendelnden Herzens •zu!fühlen, ■das ׳ist die Aufga׳be des Bildners, dergestalt ■sind die Stoffe, die uns das Kind, der •junge Mensch:• zu Verfügung stellt. Sie zu schichten, sie zü ordnen, ־sie •vin!Berücksichtigung der ' K0.nstrast\vir.kti‘ng'-'-'׳ktfh1• Gfesärttübild•• eines Heiligtums zu fügen,,;dazu, •bedarf ,es,!rdcr^Kuns.t .des ׳Bezälel, denn ״chiu!uch“־Erziel1ung heißt. Weihe.; P. K. Zur Generalverskmmlüag der Wiener Äguda?Ortsgruppe. Von WölfPappehheitu. Die Tätigkeit der Agudas Jisroel-Ortsgruppc •in Wien 'ist in den •letzten Jah'rett Wenig in• Erscheinung getreten. Das Waisenhaus in Öade.& die Jugendgriippen, das Wanderheim in der •N0׳rd׳west׳bal1n,st;raße, die •zahlreichen Schiurim gedeihen und arbeiten kräftig. Die ausgedehnte Fürsorge für ■Fliichtl'inge und!Durchwänderer (׳speziell Kranke), wirkt segensreich. Keren Hathöra und ■Beth Jakob-'Sch׳ulwerk leisten, was bei den tristen Verhältnissen möglich ist. Die Mitarbeit an der - internationalen Tätigkeit ■der ׳Agadazentrale, welche die ganze ׳Jüdenheit umfaßt, ist ׳ein intensive. ■Der Gedajike der «Ajp.ida, die Zusammenarbeit aller echt ■jüdischen!Kreise, ״gewinnt immer, mehr an Boden. Um aber• alle 'Jereim Wiens unter •dem!Panier• ׳der Aguda zu vereinigen, ist es 1iötig;'‘ähch nach außenhin •zu wirken und dazu ■söll!die Generalversammlung, ■die am 28.' Adar (10. ■März) stattfindet, ■den.!Auftakt •geben. ■Die!Bildung •eines Beirates soll ׳den. ׳Kneis‘/dex .׳Arbeiter erhöhen und durch stärkere •Heranziehung der Jugend!die Tätigkeit heben.!Die Hauptaufgabe •der Agudas Jisroel ist: Alle Jereim zur Arbeit ■zu •Vereinen,־ ׳aller'!Angriffe von!der Orthodoxie abzit- •wehren iitid.nחולוז,;עב!ודה!!״. xii.fördern. . J:',״"'*ד Die GeneralYersainmlüng׳־./.. der Agudas-jlsroel-Ortsgruppe Wieii findet Sonntag,: den 28. Adar.-I (10. März):4un halb 11 Uhr vormittags Im großen Vortragssaale der Jugendgruppe. der Agudas Jisroel, Wien, IL. Floßgasse l. statt.;; Die Auswirkungen des Berliner Gemeindefriedens. Zuschrift.,an die Redaktion. Sehr geehrter. Herr •'Redakteur,! Sie haben in Ihrem vorwöchigen ״Die Auswirkungen des ■Berliner Gemeindefriedens“ ' übe!:schriebeneff Artikel •auch •die- Stellungnahme des Führers •der Ge rn e i• n d e o r t 0 11׳ d 0 x i e, Herrn M. A. Lob, einer ׳Kritik unterzogen. Es wird 11'hre Leser sicherlich interessieren, 'wenn ich Ihnen die Stellungnahme des Frankfurter ״Israelit“ und der ׳Berliner ״Jüdischen Rundschau“ zu dieser Frage zur Verfügung!stelle. Nr, 10 Die befragten vier konservativen Rabbiner, Doktor Bleichröder, Dr. Freier, Dr- A. Levy und Dr. E. Levy betonen, daß sie. bisher grundsätzlich-keinerlei Gutachten in Fragen des 'liberalen Kultus abgegeben ׳hätten, daß sie;aber im vofliegendenז!Fälle, von der halachiscben Ablehming abgesehen, im. ailgenieinen jüdi'sohendnteresse ab- ^׳;..tfsbtiend ׳SteHtaüg•• Dagegen bl!ieb der konservative Repräsentant, M. A- Loeb, bei dem Prinzip der ■Nichteinmischung;; inד liberale ' ■KuHusfrageri*: Und gab , folgende Erklärung ab: ,Durch die ׳Stimmenthaltung des!Herrn Dr. Oskar Cohn entsteht.־füf mich die peinliche Lage, daß -meine Stimme für •das1 Schicksal •der Vorlage ausschlaggebend wird, iln den zehn Jahren, in denen ■ich der Versammln ng angehöre, ׳habe ■ich mich bei allen Fragen, die den liberalen Kultus betreffen, stes der Abstimmung enthalten. Daß ich persönlich aus halachischen und anderen Gründen gegen eine Aufhebung der Trennung der 1Geschlechter bin, ist selbstverständlich. ■Aber die Synagoge, um die ■es sich hier''handelt, wird eine Orgel erhalten. Es ■wird in ihr ein gemischter Chor mitwirken, •in dem ohnehin schon Herren und Damen zusammensitzen. •Der Gottesdienst wird nach •dem Gebetbuch ■erfolgen, das unseren religionsgesetzlichen Auffassungen auf das .׳schärfste widerspricht. Soll, ich von meinem Prinzip der absoluten!Neutralität u\n einer solchen Synagoge willen abgehen? lieh würde damit nur das eine bewirken, daß,; wie im Anfänge meiner . Tätigkeit in ■diesem Hause, die liberalen 'Repräsentanten wieder über unsere konservativen Synagogen und Ihre Einrichtungen mitzusprechen wünschen. Ich möchte aber nicht dazu mithelfen, •das Zeiten wiederkehren, wie damals, wo. man über die Einführung‘des •Kol nidre, des Mischeberaohs usw. nicht nur diskutiert, sondern mit dem . Stimmzettel in der Hand •entschieden hat.“ 'Die Berliner ״Jüdische Rundschau“ nimmt folgend Stellung: ״Der liberale Antrag wurde angenommen, aber nur dank dem Umstande, daß sich Oskar Cohn und M. A. Loeb der Stimme enthielten. •Oskar ■Cohn begründete seine Stellungnahme damit.' daß er sich nicht berufen fühle, überhaupt eine Entscheidung in dieser Frage zu treffen. M. A. Loebs iStell'Ungnährhe jedoch, •der die-maf nicht für ein'•’Amt. im Vorsitz der Repräsentantenversammiang vor- •geschlagen ׳wurde, überrascht üm so mehr, als dieser Schirmherr dies ׳Konservätismus in der Gemeinde erst vor einigen Wochen in seinein ״Wochenblatt“• sich in den .schwersten Vorwürfen gegen die iVolkspartei erging, .weil diese durch ihr angebliches Zugeständnis an •die liberalen Wünsche eine derartige •vom konservativen Standpunkte verabsoheuungswürige Neuerung ermög- :liehe. Und nun bot sich folgendes Schauspiel: Die von Loeb als Verräter ■am!Konservativismus!betrachteten Volksparteiler stimmten geschlossen mit Nein, und der •konservative ׳Herr Loeb ermöglichte durch seine Stimm- . enthaltung die Annahme des ״herinestratischen“ Vorschlages der Liberalen. Difficiile est satiram non scribere.“ Mit ׳bestem'Danke für den freundlichen Abdruck dieser Zellen verbleibe ich!Hochachtungsvoll L. B.. Berlin. Ueber Mechaneh Jisroel. ’ Schon' länge•!hat•׳ mart nichts‘ von Maöhaneh Jisroel gehört;'so daß es!beinahe ■den ■Anschein ׳hat, ■als •ob die Ar- ־ ■beit י zurzeit •ruht; •im׳ ,Gegenteilj׳ tes!-wird ׳zwar!in der •!Stille 'gearbeitet, doch gerade auf diese Art und ■Weise kommt oft Wertvolles zustande• Wir, das!heißt die ׳Kwuzatlh Esra Machaneh Jisroel; •wollen. aber doch einmal ein . kleines Lebenszeichen geben ■und es durch einige unserer letzten Aufnahmen verdeutlichen. . Fast seit Gründung von 1!Machaneh Jisroel, vor 3V2 Jahren, arbeiten ■wir am!Platze und haben die verschiedenen Entwicklungsstadien miterlebt, aber erst ׳jetzt sind wir •dazu gekommen, eine Wirtschaft auf eigene!Rechnung aufzubauen, und nur •durch starkes Gemeinschaftsgefühl und Zusammenfassung der!Kräfte konnten wir es wagen, denn gering sind unsere Betriebsmittel ■und groß!ist unsere Auf- Spendet für den der Adas Jisroel, Wien, II., Nestroygasse 11 Rechnitz. .׳ Von L. Moses. (׳Fortsetzung.) Der ,bewegten Periode, in der die Wogen ׳des Innerjüdischen Kampfes auch die ,Rechnitzer Gemeinde!mit sich rissen und ER. 1Lölb 'Stassow in den!Mittelpunkt eines heftigen Fiankenige'iechtes rückten, folgte eine Zeit der Ruhe und des ,׳Aufstieges zu neuem ׳Licht. 11m Jahre 1765 trat ׳der 1741 iti Eisenstadt geborene R. Heasar Kalif, ein ■Enkel des größten Eisenstädter ■Rabbiners, des!berühmten Maharam Asch, das!Raibbinat in Reohnitz a<n.!Seine Amtsdauer •kann wohl mit!Recht als •die Glauzperiode der Rechnitzer Gemeinde!bezeichnet!werden und das ״neue Licht“ אור חדש Wie er nach seinem ׳Hauptwerke noch heute allgemein genannt ׳wird, leuchtete und ׳wärmte, gewiß am hellsten und wohltuendsten in Rechnitz selbst‘. JBleasar iKalir ׳war der ׳Urenkel eines ׳gleichnamigen Ralbbiners!von Mattersdorf und man geilt!vielleicht nicht fehl, die Herkunft seiner Familie auf ׳den ein Jahrtausend früher leibenden!bekannten Dichter Eleasar!Kalif zurückzuführen, dessen!Gesänge noch heute in unseren Synagogen rezitiert ׳werden. Eun Nachweis dieser Abstammung ist natürlich bei der großen Liidke, die ■hier!jahrhundertelang klafft, nicht möglich, um so größeren Adel hat aber unser R. Eleasar IKalir •selbst enworben. Er hatte in Litauen und Deutschland studiert und schon als Siebzehnjähriger mit einer Predigt in der Amsterdamer Synagoge ׳großes Aufsehen erregt, war daun in Polen Rabbiner, und ׳wurde im Jahre 1765 nach Rechnitz berufen. Eine gleichzeitige Berufung nach Dessau ■löhnte er ab, da er seinem Heimatlande den Vorzug ׳galb. Ka'lir wirkte dreizehn Jahre lang in Rechnitz und ging erst 1778, einer *Berufung folgend, nach Kolin, das damals —;bei den Juden als (Kein ,oder קעלין *). bekannt — die ׳zweitgrößte Judengemeinde!Böhmens war.' Er gehörte!zu •den angesehensten Autoritäten, seiner Zeit; und stand auch.mit dem Prager Oberrabbiner R. Ezechiel Landau in Briefwechsel. ׳Zunächst gab er mit eigenen Zusätzeri ein-Wenk seines Großvaters, des iMaharam A!sc׳h, -1r—— ' *) .Auch der •jüdisohe Familienname ׳Kellner ist.nicht Beraisname, sondern auf Abstammung aus Köln oder’ •noch ׳eher auf eine •solche aus Kdin zurückzuführen. unter dem iTtel כחנוח אור heraus, ׳dann — teils noch . in Rechnitz, teils schon, in Kolin — sein . eigenes dreitei'liges Hauptwerk : א1די חדש und (Prag 1792) ׳seine Reden unter dein Titel י עי ר חדש Hl ח dessen Wahl eine gewisse Anlehnung an das große!Vorbild R. Jair Ohaim Bacharach ■verrät, •!während ׳nach seinem Tode noch viele seiner־ Gutachten in dem.;!Sa׳mmel!werke חקר . הלכה von seinem Enkel, dem Wiener Rabbiner Lazar Horowitz. ediert wurden׳. Schon aus diesen knappen Angaben erhellt die. ungeheure Bedeutung des R. Eleasar Kalir, von dessen Ruhm natürlich auch ein gewisser Abglanz an dem Orte seines langjährigen Wirkens haften־ blieb, so daß noch heute, bei!den Thoragelehrten ,Ungarns und Polens die Begriffe איר חרש ... u״^ Reohnitz in einer gewissen . ldeenasspziation; zueinander stehen. Ehe wir uns nun ■den Nachfolgern R. Eleasar Kahrs zuwenden, haben wir •nocheinen. ■R. iMoscheh, .Sohn des R. ׳Isäk ',Prostiz. zu erwähnen, •der a׳l׳s Dajan in Rechnitz winkte und nach einer Angabe 1700, nach einer anderen Version aber• 1730 starb...Nach Griinwalds פארי חכמי 1די נח ג D sali er; der Vatier..des R. Löb Sta'ssaw gewesen sein, jedoch ist^!diese Abgabe mehr als ׳zweifelhaft. Der Nachfolger Kalirs. wnirde ' R. . Aron ben. Isak Holitscher aus Meseritsch, als hervorragender Prediger auch R. Aron Magid. genannt,. Er. ׳war:,jn Freistadt gäboren (nur sein ' Vater war in'.(Meseritsch' zu Hause), studierte in Prag und heiratete eine Tochter des R. •Gerson (Sußmami) aus Matter-sdorf in Wi,en. Aron Magid •wiiikte zuerst als Prediger in Holics (Slowakei) und wurde i׳m Jahre 5542 (!1782) nach Rechnitz berufen. Durch •ihnen wurde die Reihe hervorragender Individualitäten auf dem Rechnitzer Rabbinatssitze um eine besondere!Nuance bereichert. Während, wahrscheinlich ays der' jrnystisoh-sbh'wärmerischen Grund- Stimmung' ihrer Zeit heraus, R. Schäbbatei Aron ein Ohassid und R, Löb!Stassow ein — angeblicher — Sabbatianer, endlich R. ■Eleasar IKalir eine ׳halaohische Autoritat ersten Ranges, jeder iß seiner Weise •ihrer!Gemeinde ihreii!besonderen Stempel; äufgedrüdkt hatten, war •R. Aron der Prediger, der’.Darschan ,par excellence. Gerade!zu jener Zeit blühte■ innerhalb d׳es Judentums die volikstümlflchle ׳Predigt, die Ihren hervorragendsten׳ Vertreter in idem 1804 ■verstorbenen ,;Dubnoer!Magid“ hatte. Auch.diese Richtung stand natürlich ׳nicht etwa vereinzelt oder unabhängig da, denn •nicht lange!vorher hatte auch im katholischen Oesterreich der ■Stern eines Ulrich MegerHe geleuchtet', ׳der unter dem Namen Abraham a Sancta Clara nochheute bekannt ■ist. Dieser christliche!Sittenprediger hatte sich ■gewiß nicht!zufällig den!Namen Abraham beigelegt, sondern auch geistig •dem zeitgenössischen Judentum, Abrahams Samen, bewußt oder unbewußt, manches entlehint und einige Zejt nach unserem R. Aron wirkte auch in Wien der berühmte Prediger Veitih, der als getaufter Jude gewiß noch mehr an dieser Wechselwirkung, zwischen Judentum und kdrchliicher 1Kan2׳elbere׳dsarnkeit ׳teilhatte. Von der urwüchsigen, dafür aber־ auch umso!wirksameren Rednergabe unsieres R. Aron berichtet auch Zipser ein!kleines •Beispiel. Während einer!Predigt an einem der hohen Feiertage rief er einst der aufmerksam lauschenden C»emeinde in!Dialektühiertragung d׳er Psalmworte לכו ראו die eigentlich ״Gehet!hin und ■weidet!“ bedeuten, zu: Geht’s ■hin und ■wats!“. worauf die ganze Gemeinde prompt in ׳ein bitterliches Schluchzen ausbrach. Dieses eiule Beispiel ist für den Mann ׳und seine Richtung sehr dharakteristisch, ■da es ihm und seinesgleichen kraft der suggestiven Macht ihrer!Persönlichkeiten gelang, auch an hochgebildeten Gemeinden mit kritischen Köpfen durch einfache, oft sogar mehr als gewagte Mittel Wirkungen!zu erzielen, die anderen Persönlichkeiten bei aller künstlichen Durchbildung versagt blieben und auch heute noch!bleiben,!Freilich waren auch Empfänglichkeit der Zuhörer •und Reinheit der Persönlich- ■kedt des ׳Predigers!dabei in viel höherem Maße als heute mitbestimmend dafür, daß ein •Kontrakt!von" .solcher Treff- Sicherheit entstehen konnte. •Daß R. Aron aber nicht nur auf der Kanzel, sondern auch in der /Stille־seiner Studierstube •woihkhirchdachte laterarische׳ Arbeiten!produzierte, bewteist sein im Jahre 1786 in iSulzbach (!Bayern) •erschienenes Werk ]אהד. ETO (Das Haus Arons), dessen Titelblatt wir hier folgen lassen: ■י ס׳יביח אהרן י חלק ראשון על ס׳ בראשית אשר חברתי אני׳ הצעיר י. אהרן.בה״ה. א״א ההו׳ כהר״ר איצק זצ״ל חינה פח ק״קרעכניץ בסריגת ה נר,...גרפס בזולצבק בבית. ובדפוס כהר״ר אהרן ובנו כהר״1 זעקל יצ״ו לפרט שמע בני הירת אביך לס״ק.