Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 6 (8.2.1929)
- Date
- 1929-02-08
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 6 JÜDISCHE PRESSE Seite 3 Nachrichten Jj0j R. Elleser Katz ז״ל :Döc!Nach riebt von dom Heimgänge •unseres geliebten Reh EJicscr Katz s. i. •hat bei ölten in Wien lebenden Kindern unserer Vaterstadt Prcßburg tiefe Iraner ausgelöst. Wir beweinen •in •diesem seltenen Metisckcn. dessen Frömmigkeit, ׳Bescheidenheit nnd Menschenliebe durch Generationen ohnegleichen dastand, den Mann, der uns von unseren Vätern und •Lehrern als •das;leuchtende Vorbild eines jüdischen Marschen vor Augen geführt wurde. Keiner konnte sich dem Zauber ׳seiner frommen und •milden, überaus einfachen Persönlichkeit entziehen. Er war die Zierde •und der Stolz unserer alten׳ Khi'o, er war c!2־s. was man einen .Einmaligen'seiner Zeit!nennt. Mir persönlich war er besauders teuer, •denn er saß mit meinem seligen Vater Reb Schamsche :Nasch s. 1. (wenn ich nicht irre, auch _nrit den! allzufrüh verstorbenen •Oberrabbin׳e!r Reb I:unem Schreiber s. 1. und auch mit dem in Preßbur.g unvergessenen Reb Michocl Kimstadt s. 1.) auf einer Schulbau'k. Vor noch nicht langer Zeit ist es meinem Preßburgcr Neffen, Herrn Adolf •Frankl, gelungen, die Züge des Verstörbenen, die gleichsam der Spiegel seiner herrlichen Seele waren, photograiplvisch festzulialten. Ich habe mir dieses Bild wohl ■airfbcwahrt und Sie würden viele Ihrer Leser durch dessen Reproduktion zum Danke verpflichten. Ich schließe mich diesem Dank an. Moritz Nasch. Plenarversammlung der Agudas-Jisroel-Mädchengruppe Wien. יהרו ,JD מוש״ק fand ir!1 Lokal der Einheit die P.lcnarver- Sammlung der A. J. Mädchengnrpipe statt. Als •den Gipfel-!pinrkt des Abends 'können wir wohl das Referat des Herrn Dr. Piuchas!Ko•hu •bezeichnen, welches das Thema ״Ziele dc,r Mädchen gruppe“ behandelte. Der Redner bezeichuete die ׳Freundschaft als das;Hauptziel der Mädchengirupipen. Diese •Freundschaft soll den Zusammenschluß aller Mädcliengrii'ppcn bewirken, •die stark!genug sind, sich gegen die Mode der Jetztzeit ׳zur Tradition zu bekennen, die heilige ׳Ueberliefe rang der Väter aitzu er kennen und zu •befolgen. Den W׳eg hierzu bezeichuete .Dr. Kohn ■in seiner p'räguamten: Weise mit den drei Worten׳: Sehen. Lernen und Geselligkeit. Wenn wir uns gemeinsam bemühen, diesen drei Forderungen gerecht •zu werden, wird es uns gelingen,■ unser •Ziel ׳zu erreichen. Am Ende dieses Referates hatten wir ׳alle das Gefühl der Zusammengehörigkeit: das hohe Ziel, das •uns ,gezeigt worden war, •eiferte uns an, verpflichtete un!s z1׳t neuer, starker Arbeit. •Im weiteren Verlauf der Versammlung hielt Fräulein Herzog ■den •Rechenschaftsbericht, den •die Mitglieder •mit großem Interesse aufnahmeu. Die darauffolgendem Neuwählen hatten felgendes Ergebnis: Die Damen des neuen Vorstandes sind: Frl. Asckenasy, FH. Bondi, Frl. Feldheim, Frl. Herzog, Frl. Kritzler, Frl. Löwirigcr. •FH. Neamann C., Frl. Neumann B., Frl..Pappe,tibeim, Frl. Schreiber. Fräulein Stein'hof, Frl. Stermfeld, Frl. Weiner, •Frl. Weldler. Nach den Neuwahlen wurde das neue Avbeitsprogiramm verlesen, das nachstehend vviedergegeben ist: Montag, 19 bis 20 Uhr: Jesaja (Dr. L. Deutschländer). 20 bis 21 Uhr: ThilHm-Vorbereilungskurs (Frl. Baumga!rteil). Dienstag, 19 bis f?0 Uhr: Englisch (für Fortgeschrittene), Frl. Meisncr. •Mittwoch. 19 bis 20 Uhr: Dinim (Dr. P. Kehn). 20 bis 21 Uhr: Thillim (Dr. L. Deutsdrländer). Donnerstag, 19 bis 20 Uhr: Französisch für Anfänger (Frl. Herzog). Französisch für Fortgeschrittene (Frl. Herzog). Alle oben genannten Kurse finden im Lokal der .Einheit, H., Malzgasse Nr. 12a, statt. Samstag, 12 Uhr: Sidrahvortrag Dr. P. Kolm im Büsabelh-Heim. Außerdem finden jeden Montag und Donnerstag von 20 bis 21 Uhr Turnkurse unter Leitung von Frl. Bert Zimier (Hagemann-Mensendik-Methode), II., Taborstraße 1. 4. St., statt. Die Momatsgebühr für diesen Kurs beträgt bei einer Wochenstunde S X- . bei zwei Wocheustundeu S 6.—, Nach einem kurzen Dank .der Vorsitzenden Fräulein Haidi Schreiber an die •Mitglieder für ihr Vertrauen, das sie dem alten Verstand entgegengebrachl hatten, schloß die Versammlung. Die Firma Eisen & Co., ViL, Neubaugasse 15, bringt Feimvursf- und Selchwaren in den Handel, welche ausscNiel] ich aus dem Betrieb stammen, der der Aufsicht des ehrwürdig ui Rabbir.ats der Adas Jisroel untersteht. Jedes Stück trägt daher eine deutliche Marke der Adas Jisroel. Generalversammlung der Stumperschul. Am jüngsten Sonntag fand d:c Generalversammlung des Bethaus- und Schulvereines. VI., Stumpergasse, statt. Herr Ob manu Moritz F e 1 s c n b u r g begrüßte die zahlreich erschienenen Amwesenden, speziell den Delegierten der Kuitusgcmeiudc Herrn Kommc׳״zia!rat B. B׳u c׳h wa 1 d. und erstatte ״ach .Verlesung und Genehmigung des Protokolles der *letzten Generalversammlung den Bericht. Die finanzielle Eutwickhing des Vereines ist stationär geblieben׳, hingegen hat die Vereimstüligkcit dank der Arbeit des Vorstandes und den hervorragenden Leistungen des sehr verehrten Herrn Rabbinors M. Fl esc 11 sich •kräftig entwickelt. Besonders •glün- •zeud sind die Erfolge der Talmud-Thora, mir macht dem Verstand das große Defizit Sorge, das wohl im abgelaufenen Jahr nicht gewachsen, aber noch immer ׳fortgeschleppt werden •mußte, ohne Aussicht auf die Beschaffung der nötigen Mittel. Auch beklagt der Vorsitzende, daß die Gehalte •der Vcreiiisarigcstellten imfolge der wirtschaftlichen Krise noch unter dein Existcnzminimum •liegen. Der Kassabericht wird •genehmigt. Herr Kultusrat •Hucliwald rühmte die Tätigkeit des Vereines und,• sagte zu. sich für dessen Interessen im Kultusvorstand wärmstens cinzusetzeu. Der Vorsitzende begrüßte noch die zwei ältesten ■Mitglieder Herrn Philipp VV c i ß und Wolf P a p p e n 11 •e i ni. Die •Neuwählen ergaben die einstimmige Wiederwahl der Vorstamdsmitgliedcr lind Revisoren. Nach wärmster Arierkennuug der Tätigkeit des Rabbiners und Vorstehers wurde die Versammlung geschlossen. Konzert Josef Heller. Überkantor und Chordirektor Josef Heller, einer. Direktor der Kantorenbildiingsanstalt des israelischen Seminars in •Briiitn, veranstaltet aru Samstag, den 16. Ficbruar, •um halb 8 Uhr abends im . Kleinen Musilkvereinssaal ein!Konzert unter Mitwirkung •des Orgclvirtuosen Prof. G6za v. Wehn er. Zum Vortrag gelangen a!!׳hebräische OHgiiialsologesängc mit Orgelbcgleiiuiig, ferner •Lieder von Schubert, Rubinstein, Bolirn ■und Heller. Karten von S 1 bis 10 an der Musikvercinshasse, ־*L, KarlSplatz 6 (Tel. U-41-3-46) und Konzcrtkassc Cuttmann, L, ׳Kärntnerring 3 (Tel. R-22-0-5). # Wir hatten Gelegenheit, mit Herrn überkantor Heller, der in seiner Jugend an ungarischen Jesiwaus gelernt hat und seit seiner Pensionierung in Wien als thoratreuer Jude lebt, über Zweck und Ziel seines Konzertes eine Aussprache zu pflegen, und erhielten bei dieser Gelegenheit interessante Mitteilungen, die wir der jüdischen Oeffentlichkeit nicht vorenthalten möchten: 'Durch eine Zeitdauer von mehr als 48 Jahren beschäftige ich •mich intensiv mit jüdischer Musik, •besonders mit unseren alttraditiouellen Wieisen, •die ich in meinen synagogalen Werken ’״קול תהלה״ I. •und II. Teil, syste- •matisch für die konservativen und modernen g-ttesdienstliehen Richtungen fixiert habe. Diese •meine Werke sind von dem nmsikliistoiischen Institut d׳cr Universität Wien und •der königlichen Musikbibliothek, im Berlin angeschafft GRÄMOPHONfReeNPEJ I WtlS$»1A* . Vö/VTrpÄp; >UCWteiL7AÜUJNGr Wir liefern 10 neue Platten mit S 10.— Anzahlung und S 2- Wochenrate ohne Preiserhöhung worden und seinerzeit sowohl von jüdischen als auch , nichtjiidischen hervorragenden Fadimusikern besprochen , worden. Als Komponist 11at sieh Heller ganz auf den Boden alttraditionellcr, typisch-jüdischer Melodik und einer ganz eigenartigen, ihr mit großem Geschick angepaßten Harmonik begeben. Von ganz hervorragender Schönheit sind die von Heller aus alten Ueberlieferungen aufgezeichnetem einstimmigen Rezitative, die, stark von der Pracht arabischer Melodiekeime durchsetzt, ein Inkarnat von unsäglieber Trauer, Wehmut und Weichheit besitzen. Heller hat hiebei das Verdienst, diesen hinsichtlich •ihrer Originalität in der Mnsikliteiraiar vielleicht ■eiinzag dastehenden Gesängen Takt und Rhythmus, somit Leben verliehen zu haben. Wir können zum Schlüsse der berechtigten Hoffnung Ausdruck geben, daß Wien mit seiner hervorragenden Kunsttradition einerseits und mit seinem starken jüdischen Leben andererseits der fruchtbarste!Boden für die Aufnähme dieser wertvollen ,Keime jüdischer Musik ist, mit . der!Heller die Ocffaitlicihkeit in dem angekündigten Konzert •bekanmtmaclien •will. Rabbi Jechiel )zchok Eisenstadt s. z. I. Mittwoch am 12. Sahewat verschied •in Sau Remo Rabbi Jcchicl fzchok Eisenstadt s. z. •1. Der Verblichene, der ■einer!hochangescnericn Familie entstammte, war der Sohn des •bekanntem Gaon Rab Schulorn Dow aus ׳Lechowioe (Litauen), Verfassers des ' ״Knnfei Schacher“, und ׳hatte in seiner •Familie, die in ge- : rader Linie bis zum ״Piinim •Meiros“ reichte• von Gcscihlecht ־ zu ׳Geschlecht Geaunim zu verzeichnen. Aber •nicht 1m;r seine Vorfahren, sondern der Ver-;blicliene selbst war eiu Gudaul Batauro •in vollem Sinuc des Wortes. Als Il׳u׳j war er voll des Wissens und trotz seiner Geschäfte und großen Reichtums — er wa;r ein gnnßer Bauunternehmer — vertiefte er •dasselbe immer mehr, dank seines gewaltigen Fleißes und a-hawas Taero. Fr war eine der seltenen Typen des frühe re 11 Geschlechtes. Ein Mensch - mit einem festen Willen und Charakter. Br erzog seine Kinder als Jiirci Haschern und Lamdirn. So gelang ihm durch außerordentliche Sorgfalt seinen einzigen Sohn als Schwiegersohn des Krakauer ׳Raws zu sehen. Durch die . Heirat Seiner Töchter .verschwägerte ersieh mit den an gesehehsten Familien, einer seiner Schwiegersöhne ist Rabbi Elieser M a r k eie s;־in .Wilna.. Inden letzten Jahren war er schwer kränk und vor- _ brachte gewöhn lieh den Winter in Italien. Auch diesmal " suchte er in San •Remo;Linderung •für seine' Krankheit, leider vergebens. Das Begräbnis fand in!Krak.au, im Wohnorte seines einzigen Sohnes Rabbi Hirsch; am Freitag den 21. Schcwat . statt, bei großer Beteiligung •der hiesigen Bevölkerung. Der ’ Krakauer Raw schilderte •an einem rührenden Hespeii die Persönlichkeit •des Niftar. Besonders rührend war der Hesped seines Sohnes Rabbi Hirsch. Der Verblichene ,hinterließ ■namhafte •Legale für wohltätige Zwecke.. Zionistisches Stilleben in Warschau, Während das Wiener offizielle Blatt des pster- reiehisclien zionistischen Landeskomitces seinen gutgläiibi־.' gen Lesern nur ״über Meinungsverschiedenheiten im polnischen Zionismus“ zu berichten weiß, uimmte der Zerfall der zionistischen Organisation in Polen erhebliche Dirnenleucht er die ׳Namen der zwölf Stämme mit •der Umschrift ה׳.אקר.י אביחיכס יוסף עייבם כלם איף פעמים. נבנה כשנת הח־יח ינהחדש ההר״ט״י לפ״ג 1855׳ ■ •In ■diesem Jahr erfc!!g(׳e eine Renovierung der Syna- «oge, auf die später noch ■zuriiekzukommen sein wird. Für heute sei nur noch betaut, daß •diese Renovierung mit dazu beigetra.gen hat, daß — das Gegenteil von dem Wunsche wahr werde, der aus •ihrem A-tn'aß in dem obigen Sp׳1׳uc'h an der Decke d׳er Synagoge ausgesprochen wurde. An der Buken Seite zeigt die*1 Decke den Jordan mit■ Gebirge und dem ללעו־ sowie die Inschrift: ראי:[ ני ה״ש מנשד ער הוא בינוחיני כי ה׳ ראייהים ־״ ראי אח תבנית מזבח ה׳ א ״ר עשו אבית ני. Rechts zeigt die;Decke Sohauhrote. ׳Leuchter und Altar und die Worte הקר שחי אח הכיח הזה א־ ר כנהר׳ לשים שנד שם und au •der Rückseite befinden sich unter der Frauengalerie zwei Uhren mit den Werten עח לעשות לה׳ — über der ׳Frauengalerie aber de!r• Satz אש ח חיל עטרת כעלה Rechts über der Misrachreihe befindet sich die Inschrift שמש צד ק ה ומרפא links der Satz אור ז ר ו ע ל צ ד י ס •Die Westwaud trägt neben׳ einer Tafel für •die .1 nb.rzei:liclitcr ׳einen Lebe ns bäum mit der Schlange •und den Worten: מי ג:ר יחי־ ולא יראה מוח ימלט נפשי מיד שאיל סלה und an der Stelle des Waschbeckens: סת־׳׳ צור זיזובי מים Die rechte Längswand zeigt ein Haus mit einem Vorraum, in dem ein• gedeckter Tisch steht, und die Inschrift: ייטע אשל בנאי־ שבע ferner ein Bild des ויקרא שם בשם ה׳ אל עיים Lagers in der Wüste mit der Inschrift: מ״ינח לוי während von der linken Seitenwand und •auch soust noch au verschiedenen Stellen Bilder und Inschriften sich befinden, die schon sehr stark beschädigt und undeutlich sind. So bietet diese alte Synagoge in ihrer;Kunstfreudigkeit dein Auge und dein •Geist ihres Besuchers reiche Beschäftigung und Anregung, \vie man sie nur selten in dieser auch künstlerisch hohen Vollendung _ finden dürfte. Ich selbst habe wenigstens bisher uur 111 •der Synagoge von Lacker.bach ähnliche von aller kitschigen Schablone freie Kunst gesehen und rnuß der Vermutung Ausdruck verleihen, daß d׳a ■eine Generation besonders kunstverständiger Juden in unserem heutigen Buirgeriaude •gelebt ׳haben muß, die־ ihr eigenstes Lehen und ihre religiöse •Hebung in!hochentwickelten Forn!en aiiszudriicken wußte. Denn unter der Tünche der heutigen Gemälde, die 1855 in Rechnitz von• einem ׳jüdischen Maler namens Rosen'feld aus Zala-Egerszeg (Westtnigarn) hev.gestC'llt wurden, sind dank dem abbröckelnden Zahn der Zeit auch 1Bruchstücke der älteren,, aus •der Gr!indungs־eit der Synagoge stammenden;Bilder sichtbar, die ebenfalls Meiste rhand ahne 11 lassen. 7 * ,(Fortsetzung folgt.) Die ersten Anfänge einer Judenimmitration in die Moldau* ״Die Zeit, in •welche das erste •Erscheinen der Juden in •der türkischen Moldau, beziehungsweise Walachei fällt, •i׳st •in Dunkel gehüllt. Alles, was wir davon zu wissen glauben, gehört größtenteils in■ das Gebiet der Vermuiitngeu. . welche manchmal an das Wahrscheinliche greuzcu. Der Sage nach kamen Juden schon zur Zeit des Deee b a 111 s unter D ö m i t i •a 11 nach Daeien. Decebal gab •i!hnc« die Stadt T1balmu׳s an der siebenbürgiseh-walachischen Grenze zum Wohnsitze (Sulzer). Hier badeten sie eine große jüdische Kchilki. An den Küstenstädten des Fontus sollen die Juden schon ziemlich frühzeitig •ansässig gewesen sein. Es sind (Hasdeu), wenn auch nicht ganz deutlich, Anzeichen vorhanden, daß noch vor der Römerzeit in Dazien Juden lebten. Nach dem bedeutenden •Recht sieh rer B ■111111 •s c h 1 •i ‘haben sich diese alten da ci sehen J u d e n f a m i 1 •i e n lange erhalten und sollen auch den Kern! der heutigen. Judenbevölkerung .bilden. Vcu. der Existenz von . Juden unter christlichen Herrschern in Dazien geben ums schon Schutzmaßregeln, die. Th e od 0 si 1! s I .für ׳die ־Juden ergriffen1 hat, kund. Auch die drakonischen Judengesetzc J u s t i n i a n s zwangen׳ viele Juden in das Gebiet des linken Donauufer auszuwanderb. ׳Kaßner ׳glaubt auch, daß in den heutigen Juden Rumäniens chazarisches Blut fließt, ■ da •׳in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts der chazarische Volks- . stamm ׳.in Pannonien zum Judentum übertrat. •Aus dern; 12. Jahrhundert ist eine hebräische Quelle.— ■׳die erste ■־— über die Existenz von Juden in Rumänien erhalten. Ein bedeutender Mann jener Epoche, der Geograph B e n ja-,; min von Tu de Ila durchwanderte vom Jahre 1165 •bis 1173 Südenropa, Asien und Aegypten. Er fand an der mazedonisch-waraehisch-rumänischen Grenze Juden, die ,ihren KI n •d e r 11 j ii d i s c >h •e •Namen gebe n, ihre ■Brüder ״a c h i •m“ 11 e 1111 e n und von Ra jj b lebe m“ An ihrer Spitze •standen!zwei Rabbiner. Er berichtet ferner: ״ . . . wenn sic Juden finde n, daun beraub e.n. s •i e s •i •e, •h i n g e ge •11 •töte n sie B y z a h t i 11 e r.“ Auch:■ im ״Altrumäni'schcn“ des 10. und 11. Jahrhunderts finden wir Worte, die •auf die Existenz von Judengemcindem hin weis en. Dagesch forte. Von S. Rothschild (Worms). Für die Leserinnen und Leser, die ihre hebräische» grammatischen Regeln vergessen haben, sei kurz bemerkt, daß das Dagesch forte — ein kleiner Punkt im Buchstaben — denselben verdoppelt. Professor Gesenius, der Verfasser eines hebräischen Wörterbuches und einer hebräischen Grammatik, die heute noch in vielen Gymnasien im Gebrauche ist, bemerkte unter seinen Hörern einen Studenten, der sehr gewissenhaft seine Vorlesungen üben hebräische Sprache besuchte. Nach einiger Zeit vertauschte, dieser das Studium der Theologie mit dem der Jurisprudenz, wollte aber dessenungeachtet die Vorlesungen bei Gesenius nicht unterbrechen. Da es ihm aber an Geld fehlte, begab er sich eines Tages in die Wohnung von Professor Gesenius, um mit ihm wegen weiteren Besuches seiner Vorlesungen zu unterhandeln. Dieser war nicht wenig erfreut, den für seine Vorlesungen so sehr begeisterten Hörer bei sich zu sehen und noch erfreu'er darüber, daß er die Vorlesungen weiter besuchen wolle, trotzdem die hebräischen Sprachkenntnisse für seinen neu gewählten Beruf bedeutungslos seien. Weniger ent-