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Jüdische Presse · 1929-02-08 · 6 (8.2.1929) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
15 (1929)
Issue
6 (8.2.1929)
Date
1929-02-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 JÜDISCHE PRESSE Nr. 6 Sorgfältigste Lieferung in plombierten Säcken von 1 Seck 83 SO kg angefangen franko Haus, ebenso in Fuhren und Waggons K JULIUS HABER Kohlen• und Koksgroflhandlung Nordwestbahnrutsche Wien, I!., Ob. Donaustr. 107 Femipraehar R-47-1-88 Zionisten,!über die in orthodoxen ׳Kreisen soviel geschimpft wird,!sind <10011 ganz wackere!jüdische!Menschen, sie richten sich .nach ■der jüdischen Zeitrechnung, und!dann Purim in Tel-Awiw,!keine Kleinigkeit. Ich schaue mir die ׳letzte Uirischlagseite des Prospekts an. und da lese ich!gleich den Schlußsatz (wir Juden!sind ja so nervöse!Menschen, ,vom ersten Satz springen wir hastig gleich auf den letzten!über), da steht!folgendes: ״Jette Reiseteiineiiuier, ׳welche auff rituelle Verpflegung reflektieren, müssen dies gleich 'bei der!Anmeldung bemerken, d o e 1t machen wir heute schon darauf ׳aufmerksam, daß die (Fleischspeisen aus Konserven!bestehen.“ Merkwiiirdig, eine jüdische Gesellschaft fährt im Jahre der Weltschöpitung 5689 nach, Erez 'Israel, sie wollen Purim in Tel-Awiw ,verbringen, •aber sie können sich nicht e 111h e 111 i c h a u 'f eine r i t 11׳ e 111 e Verpflegung einigem ׳•Vielmehr werden ״jene!Reiseteilnchmer“, die doch •auf rituelle Verpflegung reflektieren, in eine Aus- 11 ah nies t eil 1111 g gedrängt. Sie müssen ihre AbsonderlicWkcit gleich bei der!Anmeldung angelben. Und sie werden gewarnt und aufmerksam gemacht, daß ihre ״!Fleischspeisen ,nur aus ,Konserven! bestehen". Dies waren meine Eindrücke, als ich die Umschlagseiten des Prospektes angesehen habe. Aufmerksamer las ich *das ,Udbrige. Und da sali ich im Reiseprogramm, daß am 23. März, also an einem Sabbat, unsere wackere Reisegesellschaft um 7 Uhr!früh von Jerusalem mit Auto nach Tel-Awiw über iMozach—׳Kiriath Anawim fahren will, nachmittags findet der!Besuch von Jaffa statt. Wahrlich, ein .. schönes Säbbatprcgramm selbst für den radikalsten Zionisten. Auch das Programm ifiiir!den 30.!März, der ebenfalls ein Sabbat ist, ist ׳ziemlich reichhaltig. Es lautet so: Abfahrt von Haifa in den Bmek, Besichtigung der Kolonien, nachmittags Ankunft in Tiberias.!Die orthodoxe Brille ist mir fast von der Nase gefallen, als ich dieses Programm gelesen habe. Der arme Student Tisch ist tot, auch der ׳Liebhaber!mit dem Versöhniingstag weilt nicht mehr ׳unter den Lebenden. Erdelyi soll ׳lebenslänglich im. Zuchthaus über seine Abkehr vom jüdischen Weg nachdenken, aber daß Juden, noch dazu solche, ׳denen der offizielle Zionismus!zu lax, zu schwach, zu verwässert ist und ׳die!mit radikalem Elan eine jüdische ׳Höchstleistung vollbringen wollen, die ijüdisch-nationale ׳Kost noch immer als eine Absonderlichkeit!stigmatisieren, ׳und das!Heiligste der jüdisch-nationalen Heiligtümer, den ׳Sabbat, im Heiligen Lande mit ,Füßen zu treten programmatisch ankündigen ־— das ׳ist doch ׳zu viel. Und daher!mache ich!mit ■meiner Lektüre für diese Woche ein Ende. Anonymus. Der Kampf um den Sabbat. Drohende Zersplitterung der Sabbätschutzbewegung? Wir bringen nachstehende Zuschrift, ohne dieselbe mit irgend welchen Glossen abzuschwächen. Die Tendenz unseres vorvorwöchigen Leitartikels war durchaus nicht, die bisherige Arbeit der Aguda auf dem Gebiete des Sabbatschutzes geritigzuschätzen, sondern die drohende Zersplitterung mit unserer Warnung hintanzuhalten. Die Red. Der Leitartikel in der letzten Nummer Ihres ge- Schätzten Blattes vermißt in den Reihen derer, die sich uni die Erhaltung des Sabbats bemühen, Agudas-Jisroel. P. scheint die ״Jüdische Presse‘‘ nur ungenau zu lesen, denn sonst wüßte P., daß erst vor wenigen Wochen in der ״Jüdischen Presse“ ein Bericht über die Tätigkeit der agudistischen Instanz erschien, die innerhalb deä Agudas-Jisroel kämpft für die Erhaltung des Schabbös.׳ Wäre P. ein nicht unwissender in agudistischen Dingen, dann wüßte er ferner, daß Ende Dezember in Königstein «ine Konferenz stattfand, die ganz im Zeichen des Kampfes um die Festigung dei־ Sabbates stand. Man traf dort Vorbereitungen zur Gründung einer agudistischen Zentralbank und zur Schaffung einer internationalen Versicherung gegen Stellenlosigkeit! .״ (Wenn'schon der Leitartikler P. hievon nichts weiß, dann ist es nicht zu verwundern, wenn die Initiatoren eines! Weltverbandes Schömre Schabbos hievon nichts wissen! Penn hätten jene Berliner Herren sich beispielsweise bei dem Reichsarbeitsminister erkundigt, ob es Bereits eine Organisation gibt, die kämpft für die Rechte der Sabbathaltenden, die seit JO Jahren in unzähligen Eingaben in S&bBätfrageri der Gesamtheit und in Emzelfallen eingetjreten ist, dann 1.haften diese Herren gehört, daß diese Organisation Heißt: Agudas-Jisroel! Natürlich begrüßt jeder ehrliche Agudist jede Förderung der Jüdischkeit, aber bedarf es für alles einer Sonder- Organisation? Warum bedient man sich nicht der bestehenden Organisation? Können wir uns den Luxus leisten, alle Jahre neue Weltorganisationen zu schaffen? A'güdas-Jisfoels Tore stehen weit offen! Das Sabbatamt der Agudas-Jisroel — Stellenvermittlungszentrale der A.-J. ~ wird benutzt von Agudisten und beinahe noch mehr Von Nicht-Agudisten. Deshalb nochmals: schafft , nicht nicht immer neue Zersplitterung, sondern stärkt die bestehenden Institutionen! Der Schonire -Schabbos ־ Verband kämpft für dte Fünf-Tage-Arbeitswoche. Nur weltfremde Ideologen können in dieser Zeit schwerster wirtschaftlicher Nöte, wo es auf der einen Seite heißt, arbeiten und nochmals arbeiten, und auf der anderen Seite täglich die Zahl von Firmen, die bisher die Fünf-Tage-Arbeitswoche kannten, weil sie am Sabbat geschlossen hatten, und nunmehr zur Sechs-Tage-Woche übergehen, weil sie ihre Betriebe am Sabbat öffnet, wächst, auf solche Ideen verfallen. Ich resümiere: Die einzige orthodoxe Organisation, die seit Kriegsende in systematischer Form durch Propaganda für die Idee des Sabbats, Stellenvermittlungen, Vertretung der speziellen Interessen der Sabbathaltenden vor den Regierungen eingetreten ist, ist Agudas-Jisroel. Und sie soll und wird die Plattform sein, auf der sich alle Jereim treffen können, wenn sie nur wolle«, um den Kampf mit erhöhter Kraft an Geld tirid Menschen zu führen! J. S. AUFRUF! J iidi s ch e ,Fr aai e 11! W׳i ׳e n, i!m Februar 1929. . Sch’wat 5689. . Die wirtschaftliche Not unserer Zeit heischt auch von uns Frauen eine Stellungnahme. Jüdische Angestellte, Arbeiter, ׳Kaufleute und Handwerker, welche den Schab- :bos halten, kämpfen schwerer als ie und schwerer als alile •anderen u •mühre •bloße Existenz. Wem erwächst da mehr die Aufgabe, die Schabboshaltenden zu unterstützen, als uns jüdischen Frauen. Ist es nicht eine Selbsfcverständliohkeit und ein primitives Gebot der Seibsterhaltung, daß wir •unsere Einkäufe •in erster!Reihe bei schabboshaltenden ׳Kaufleuten besorgen und unsere Arbeiten •schabboshaltende Handwerker verrichten lassen? Wir ermöglichen dadurch nicht nur den Käufleuten und Gewerbetreibenden selbst Schabbos zu halten, sondem auch schabboshaltende Angestellte — unsere Kinder — zu!beschäftigen und so ,ihr Fortkommen als glaubenstreue Juden sioher.zustel'len..,, ,Bedenket, Geld ist Macht, wem Ihr!Euer!Geld gebt; dein gebt!Ihr Macht. Jeder unrichtig verwendete Groschen ist vergeudete Kraft. . Hältst Du Sohaibbos, so ׳ermögliche es auch anderen. Fr. Oberrabb. Fürst; Fr. Großrabb. Heschel.!Kopyczynce; Fr. Rabb. Friedmann, Cortkow; Frau Hennv Schreiber; Frau Johanna Schiff; Frau Lea Türkei. SchomerrSchabhQSrKoni'mission der A, J, ׳Mädchengruppg.,- r _ Marke: ALEFBETH mii הכשר de« Orth. Äabbmatsassesaors, KoSice, erzeugt ״POLIO“ FRIEDMANN & CO. ■PNfeHM Seifen- und KerZenfabrifc, KQ§ICEl HHHHi Erez jisroel-Gesellschaftsreise .־— veranstattet von der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel. ln Ergänzung der ׳Mitteiiuug in Nr. 5 der ״J. P.“ teilt die ■Palästina-Zentrale der Agudas JisroeJ mit. daß cs erfreulicherweise gelungen ist, noch •eine Preisermäßigung für die Schiffahrt Triest—Jaffa zu erreichen, und zwar: für Reisende l. und 2. Klasse 10 Prozent bei einer Teilnahme von 1Ö Personen, 15 Prozent ■bei׳ einer Teilnahme von 20 Personen. Der Termin fiir die!Anmeldung ist •bis zu m 15.!F e b r 11 a;1־ v e r 1 ä 11 g e r t, •d o c 11׳ w erde n die Interessenten gebe t c 11, s ich •b aildig st an ׳die A d r e ss e d e s :Le i t eir s,!Herr!11 Julius Schwab ach er,!Frankfurt a. M.. H ö 1 d e r 1 i 11 s t r a ß e 7, zu wenden, damit für rechtzeitige Reservierung der Plätze gesorgt werden kann. Aufruf! ן Die Weltorganisation Agudas Jisroel trifft die M Vorbereitungen für die Kenessio ■Gedattlo. Einen der s wichtigsten Verhandlungsgegenstände der Kenessio j Gedaulo wird die Erez Jisroel-Frage darstellen. Von ganz besonderer Bedeutung ist daher die ff Adar-Aktion des Jahres 5689 i welche von der Leitung der Agudas Jisroel dafür §1 •bestimmt wurde, das m Schulwerk In Erez Jisroel ü zu ■fördern. Angesichts ׳der Tatsache, daß über 500 ff j ü d i s c h c K i ti d e r i 11!E r e z Jisroel M ׳i s~ j§ s i o n s s c h u 1 e n b e s 11 c 11 e n, daß Tausende von Kindern aus ׳Mangel au Mitteln nicht in das agudijg süsche Schulwerk aüfgenommen werden können, ,daß ff seit Jänner 1929 ׳die bisherigen Unterstützungen des fä amerikanischen Central Relief wegfallen, •daß Agu- §§ das Jisroel es als eine unabweisbare Pflicht beff!trachtete, im abgelaufenen Jahre durch Entsen- düng einer pädagogisch geschulten s eufopä׳Ische 11 Kraft ihr Mädchenschulwerk g in Erez Jisroel ausztibauen. daß die ׳Einschränkung ־§ oder Gott behüte der Untergang des Schulwerkes g mit seinen 11 Schulen und etwa 1500 K i n- dern eine verhängnisvolle Lücke im religiösen Er- 's ziehungswerk des heiligen Landes ׳bedeuten würde, M fordern wir jeden Aguidisten auf. im Adar —י., dem m traditionellen Werbemonat ׳zur ׳Heiligung des jüdig sehen Gesetzes — mit dem vollen Ausmaß seiner ן§ Kräfte das Schülwerk ln Erez Jisroel zu fördern. =j Wie einst im Adar aus den Halben-Schekelg Spenden der Reichen und Armen der Opferdienst •im Heiligtum erstand, so lasse auch kein ׳bewußter Jude den Adar vorübergehen, ohne der Spenden- §! Pflicht des Halben-Schekel für das heilige Land zu '■§j ,genügen. , ■ g Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel: ׳Dr. Salo-!§!mon ׳Ehrmann, Frankfurt ä. M.: Dozent Rabb. Dr. g Moses Auerbach, Berlin; Menko Max Hirsch. ׳Halber- §j stadt; •Julius Holländer, Frankfurt a. •M.: Rabbiner ןן Jonathan Horovicz. Jerusalem: Herbert Kruskal, =. Frankfurt a. M.; Isaac Nußbaum. ׳Halberstadt; Bert- §§ hold. Strauß, Frankfurt a. M.; Dr. S. Oppenheimer, g Frankfurt a. M.; Julius Blumenthal. Frankfurt a. ׳M.; §= Dr. Emil Hirsch, Berlin; Dr. Willi •Hofmann. Frankff furt a, M.;. Dr,. Paul •Kulp. Frankfurt a. M.; Simon p iMiigdan. Frankfurt ä. M.; R.-A. Dr. ׳Max Oppenf§ heim'er, Frankfurt a. M.; ■Samuel Wertheimer, Frank- ןן furt a. M.; ,Leo Wlreschner, Frankfurt a. M. . . Geschäftsführend.er Ausschuß der Agudas Jisroel g i, A.: Rabiner Dr. Pinchas Kohn. .Wien; Jacob m Rosehiheim,!Frankfurt a. M.; J. M. Lewi!n, Warschau, g •Spenden eribeten auf das ׳Postscheckkonto der s Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel. Frankfurt m a,!M[. 'Nr. 53.^00, öst. Postsparkasse,nikontq Nr.• 33.4Q6,.,.s ' ' iiiiiiiiliiiijiiw Aus Vergangenheit und Gegenwart. Rechtiifö. Von L. Moses. 'Quer' durch die ganze Breite des ©urgenlandes zieht :sich, von West ,nach Ost, eine dicht bewaldete Bergkette, die im iHiirschenstein •und im Gesobriebenstein ihre höchsten. Erhebüiiigen erreicht und sich ,bei Göns sauft •und1 doch entschieden zum ungarischen! Tiefland verflacht. ׳Der ׳Name des Berges Geschriebenstein wird durch eine Airt von Ge-, denkstein erklärt, der sich auf seiner Spitze befindet und auf welchem die ■ Besucher -ihre Namen zu׳ verewigen pflegten. Südlich vOh diesem Gesahriebenstem liegt׳ schon halb in ■der Ebene das Städtchen Reohnätz, das ׳mit seiner großen ׳jüdischen Vergangenheit für uns an sich schon höchst interessant ist und dessen Steine und Mauern!uns viel von Gdauz und Leid', von Auf- und Abstieg seiner Jude1i׳gemeinde erzählen können; . Der Namensform nach dürfte Reohnitz zu d:en vielen Orten ׳gehören, die •in Oesterreich noch aus der Slawenzedt <7. bis ,8. Jahrhundert) ihren!Namen behalten haben. Heute, zählt Reülimtz ׳unter 3772 EimWöhmern 33!KroätCh und* 176 Juden, im übrigen •aber nur 74 Magyaren, ,ist also überwiegend deutsch. Es ,ist aber noch nicht so lange her, daß Rechnitz fast zur Hälfte von Juden bewohnt war. und wir finden!auo'h in ganz Europa zahlreiche jüdische Familien« die den INamen Rechnitzer a׳ls iHerkunftsnämeai ׳ihrer ,Urahnen tragen.!Unter den fünf Judengemeinden des ehenjjaligen Eisenibtirger Kcmitates, die früher, dem Schutze der Grafen resp, Fürsten Batfhyany unterstaatden, war Rechnitz sicher, wenn schon!nicht die älteste, so doch die hervörragendste. Ein ׳kurzer ׳Blick auf die lange Reihe ttktstrer G^istesgrößeri. die ,wir als ■־ihre Führer uifd ׳Lehrer durch .mindestens zwei׳ Jahrhunderte!keninen, bestätigt diese •Be- ־•idUts.- •Jetet'd'elfdUsr •fast ־ ganz von Juden und jüdischem Geist verlassene Städtchen. Dieses Städtchen ׳ist mit seinen ehedem von frisch ptot&terendem •jüdisc'iem Leben ׳erfüllten׳ Häusern, seinen Betand iLöhrhäusern ,und dem ,ach so übervollen! Friedhof ein iwigeheitres Feld beschriebener Steine; für die wenigen!noch dort wohnenden! Juden aber sind auch diese ■Steihe!und Reliquien׳ schon fast ׳unleserlich. An einem großen, ehemals (Batthyanyschen Schloß, das jetzt einem norddeutschen Iudustriemagnaten gehören soll, von dem man mir erzählte, daß es entsprechend den 365 Tagen! des Jahres 365 Zimmer, ,für ,jeden Tag also •ein Zimmer, enthält, vorüber, gelangte ,ich!zuerst in das Haus eines Juden, in dem sich eine rätsel-, hafte jbebräjsphe.,-toschrift •befinden1 soll. Ich stellte ■sofort, fest,׳ ,daß diese;v|t1schrift ׳piChtsaindetes als einige ,Bruch stücke van lUspisin und dem Jehl Roiäüh ‘beim ßhtrht in. (fie Su'kkalh bedeute. ׳Der Raum, ■an dessen Wand sich die Inschrift!befindet, hatte eben früher als Suikkäh gedient,, und׳ den! heutigen Juden von Rechnitz sind ׳jüdischer ׳Brauch; ׳und jüdisches Wissen! schon. derart fremd, als wäre dieser ״jehi Rozaun‘‘ ein Ueberblelbsel aus den Tagen der Römer, . Rechnitz hatte einst eiriige »Lehihäuser. besessen, in ' denen viel gelehrt und gelernt wurde, heute aber sind diese.. Häuser nicht ׳nur 1keine Lehnhäuser mehr, ■sondern ,werden nicht einmal ׳mehr :von Juden! bewohnt. Auch die ehemalige, Jiidengasse, auf die das judenvierjel aber nie beschränkt war, da.sie nur das Zentrum <Ües׳es Viertels gebildet hatte,., ist ׳längst!}udenretn, und das einzige jüdische Gebäude des Städtchens ist,, ■da ^•a׳gcb..die ..Sctou^e-.^ats• Mangel an Kändem gesoblossin wurde, die• SynagogeliMan f#det.. in. . seren ׳Gegenden, seltenem!Mittelpunkt .^iines. Ortes #op von alten׳ Seiten’ frei’ Synagbge.aus so aäfi^r .tm ^1.9. diese, und daß sie trotz etlicher Proteste noch dazu in fast unmiftelbairer Nachbarschaft der •Kirche steht, kann als ein!Beweis für die geachtete Stellung ,gelten, deren sich die Rechnitzer Judengemeinde erfreute. Wahrscheinlich wohnten in Rechnitz schon i!m 16. Jahrhundert .׳Nadhkömmen! ■ im Jahre 1492 aus dei־ Steierimark vertriebenen ״Juden. Als sicher ist aber nur als ältestes Daitiim dis ■eines Thora.- Vorhanges aus dem Jahre tb1649 — 0״, der '^teh 'inaCh Zip2 sers Angabe Man Oh0«n.a׳ui in, sej!P^in : izünmer befand, ,und •das eines Schutzbriefes vorn Jahre 1673 ' atvzusChen, den Ohmtoph von Batthyany den Juden ansgesteUt hatte. Die Vertreibung der Jaden aus Wien und Nieder Österreich dürfte der Gemeinde ,Rechnitz viele neue!Mitglieder zu geführt ׳haben, ,und so finden! ,wir auch von dieser Zelt an . •reichlichere Angaben. Aus •dem Jahre 168.2 _stammt ,der . .älteste,!bekannte Grabstein des ,Rechnitzer J5riedh0ifes, der schon 173i zum erstenmäi erweitert werden nfußte, und :im Jälhfe 1718!konnte unter günstigen äußeren׳!Bedingungen!und ׳unter werktätiger Förderung Samson Wer'tlhei׳rners, der •ja auch den! Titel .eines Ober rabbiners von Ungarn!führte!und, in die. Angelegenheiten der Gemeinden Mattersdorf und ׳Easenstadt wohltuend •eingriff, die für jene -Zeiten!prächtige Synagoge ■erbaut werden. VVemi man diese Synagoge betrachtet, findet ma.n, daß Zi!*ser kaum ׳übertrieb, wenn er behauptete, daß nach Preßbung Rechnitz ein halbes Jahrhundert!hindurch ■{von 1740 bis 179Ö) die ,wichtigste Ralle ■unter den1 ׳ungarischen Judengemeinden.spielte. Beim Eintritt in die Synagoge fallen ' sofprt.dle!herrlichen, Wandgemälde auf, die gewissermaßen gekrönt werden durch einen über dem Tboraschrein sicht-!!baren Turm mit der ■Inschrift ‘מגדול עוז ש□ ה während rechts ׳und links dieser Turm durch die die!gewaltige Kappel anfiBlenden Gedenkworte flankiert wird. עינינו לשטיא נטי״ת ולחיי עלמא שברוח והדרת א#ר הל^ם כיום בישראל נבר די נהירא ושכלחנא וחכמה כחכסח אלחח. וזשסכחח ביי להאיר ביח החסלה ביח הגמל והנירא אשר בנה סכ£0ו, ומהונו,ש׳ החע״ח (5478-1718׳ לפ״נ הנאון מוסת התרי ^ב״ך הסריגה ובשארי ארציח נשי^ ישראל ונשי^בצפח ר^״ב ובחברון גליל ^ליון ותחהין כבוד שמי הפארתו׳סוהר״ר שמשו, יוסף \חל וןעךטהיול£ זצ״ל ויחי׳ דברנו אלו: קרוביק״לה, אלהינו שיעמידהו בריא‘אילם עונים רמח(יחייהו ויעלוזו על בסח עב ההעלחוח וממנו חצא תורה עד בא דבר ה/ סירושלי□ אמן ׳•;. •. Rechts vom Thoraschrein ׳zeigt ein Bild.den; perg ■Sinai mit Gewölk •und Blitzen •und mit den■ Gesetzestafeln . sowie die Wofte:.wt9 'והר מיני עשן קלר ^טסני^^אשר ירר עליי ה Links vom ׳Schrein aber zeigt eine Landschaft einen Regen־!•, •bögen, einen 'Altar und die Arche auf dem Ararat mit den Worten •והיחה הסשה בענן וראיתיה לזכיר ברית עולם Die Decke trägt in der Mitte Uber einem schweren Krön-

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