Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 4 (25.1.1929)
- Date
- 1929-01-25
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Sefte 4 ■יי“**"...«* JÜDISCHE PRESSE Nt. 4 siedlun.sren wird mit dem amerikanischen Dollar gefördert. Die Arbeit der Orthodoxie für ihr ״Vaterland“ sowoii’ im Gallith wie in Palästina, der Aufban ihrer Schulen, die Aufrichtung Ihrer religiösen Ideale kann nicht• mit fremdem GeHe, sondern nur mit Kraft und Hingebung verrichtet werden. Dies ist der Sinn des Kampfes um den amerikanrschen Dollar. NACHRICHTEN Zur Beachtung! Auf vielfachen Wunsch, der aus dem Kreis unserer aus den Ostländer stammenden Wiener Leser geäußert wurde, werden w-ir fortab זמן הדלפת הנר עמיצש״ק nach den מנהג ותיקין nach welchem unsere ostländischen Brüder sich richten, veröfefntlichen. Die Zeitbestimmung wird uns allwöchentlich vom ״Hithachduth Jereim“ zur Vcrtiigung gestellt. "חתאהדות יראים" ווינה «fMilachdul Jereim“ Vereinigung Thoragesetzestreuer Juden in Wien 1!., Heinestraße 30. T. 15. ב״ה פ, בשלח זמן הדלקת הנר עשיק שעה 1־ עם 33 מעוט זמן שקיעת החמה עש״ק שעה 4 ע□ 46 מעוט זמן הדלקת הנר מוצש״ק שעח 5 עם 45 מעוט Rabbiner H. Schenk fährt nach Palästina. Der in allen Kreisen der Wiener thoratreuen Judenheit hochgeschätzte Rabiner des Betli Harnidrasch Talmud-Thora, Se. Ehrwürden, Herr Rabbiner H. Schenjk, fährt Mittwoch, den 30. Jänner nach Erez Israel. Hoffentlich wird seine Reise eine Förderung■ des tlioratreuen Judentums in Erez Israel bewirken. צאתך לשלום R. Josef ׳Schönblum. זציל Aus Leinberg wird uns berichtet: Vor einigen Wochen wurde hier unter ungeheurer Beteiligung aller Schichten und Berufskreise einer der markantesten Re- Präsentanten des orthodoxen Judentums, R. Josef Schönbhim זצ״ל zu Grabe getragen. R. Josef Schönblum entsproß einer hervorragenden und hochangesehenen Familie in Rzeszow, die Ihren Stammbaum auf Rabbi R. I־Ien׳$ohel, den Noda Biehuda, und seinen Schwiegersohn R. Josef Posner zurückführte. Schon ■in jungen Jahren erwarb sich der Verblichene den Ruf eines I'lhti. Zu seiner riesigen talmudischen Gelehrsamkeit kam noch große weltliche Bildung hinzu, die er zit einer harmonischen Einheit zu verschmelzen verstand. Man gerät in Verlegenheit, wo inan mit der Erzählung seiner Eigenschaften beginnen soll. R. J. Schönblum זצ״ל war die Personifikation der Güte. Fast übermenschlich war auch seine Wohltätigkeit. Bis zum Kriegsausbruch war der Verblichene Besitzer eines großen Bankhauses in Lemberg, wohin er nach dem Vev- , Inst. seines heißgeliebten genialen Sohnes, eines Schwiegersohnes des Präsidenten des Badener Waisenhauses, des Herrn Isaak Thumim, übersiedelte. Nach der Gründungs- Versammlung in Kattowitz, an der er persönlich teilnahm, trat er ■in die A go d a s J i s r 0 e 1 ein und entfaltete auch liier eine hingebungsvolle Tätigkeit, die er auch während seines Wiener Aufenthaltes in den Kriegsjahren fortsetzte. Das unendliche Elend des polnischen Judentums stellte ihn nach seiner Rückkehr nach Lemberg vor neue Aufgaben. Unermüdlich, mit michahmungswiirdiger Aufopferung arbeitete er in allen Komitees, die der geistigen und matericllen Notlage unserer Glaubensbrüidcr steuern sollten. Nie an der Spitze, immer in bescheidener Zurückgezogenheit. Unzähligcmal wurde ihm der Vorsitz in den vcrschiedenen Vereinen angebaten, den er jedoch immer ausschlug. Eine Ausnahme machte er mit der Aguda, der er mit vorbildlicher Selbstlosigkeit mehrere Jahre als Präsident der Lemberger Organisation, “und als er aus Gesunciheitsrücksichten die Leitung niederlegcu niußte, bis au sein Lebensende als treues und hingebungsvolles Vor- Standsmitglied angehörte. Ganz besonders machte sich der Verstorbene uni die Förderung und ׳Erhaltung von Jeschiwais verdient, die in ihm einen wahren Vater verlieren. Von seiner kolossalen Beliebtheit, der er sich in allen Kreisen und Parteien erfrel'ite, legte die allgemeine Teilnähme, die sein Hiuscheiden auslöste, das beredteste Zeugnis ab.1 תנצב״ה ר׳ א ל עז ר ק אפל זציל Das österreichische orthodoxe Judentum hat einen großen Verlust erlitten, R. Loser Koppel in Wr.-Neustadt ist nach langjähriger Krankheit daselbst im Alter von 78 Jahren verschieden. Seine Frömmigkeit war in der ganzen Gegend vorbildlich ■und wußte er es besonders תורה mit ד״א zu verbinden, indem er ein eigenes בית המדרש erhielt, wo nach Geschäftszeit fleißig gelernt wurde. Die Heilighaltnng des שבת קדש war bei ihm einzigartig und erzählen noch lebende Zeugen, daß sein großer Rcbbe החתן סיפר זי״ע ihm zugerufeti hatte, אשרי עין ראתה Lange Jahre war er 111 der Repräsentanz der Kultusgemeinde Wiener-Neustadt gewählt. Seine 'הלוי gestaltete sich zu einer großen Trauerkimdgebung, welche Donnerstag, den 6. Schwat in Mattersbürg stattfand. Auf Wunsch der נפטר ז״ל wurden keine הספדים gehalten. חנצב״ה Die Firma Eisen & Co., VII., Neubaugasse 15, bringt Feinwurst- und Selchwaren in den Mandel, die ausschließlich aus dem Betriebe stammen, der der Aufsicht des ehrwürdigen Rabbinats der Adas Jisroel untersteht. Jedes Stück trägt daher eine deutliche Marke der Adas Jisroel. Die Zahl der Juden im Deutschen Reich. (J.T. A.) Das Statistische Reichsamt hat vor einigen Tagen den schon lange erwarteten Band ״Statistik des Deutschen Reiches“ herausgegeben, in dem die Ergebnisse dev Volks- Zahlung des Jahres 1925 auSgewertet sind. Danach betrügt die Zahl der Israeliten im Deutschen Reich insgesamt 564.379 (davon weiblich 289,929). Der Präsident der Adaß Jisroel in Paris gestorben. (J* T. A.) Hoobbetagt verstarb •in Paris Herr David Ber Scfernarja Kantorowioz, der seit 25 Jahren au der Spitze der Synagogengemeiudc Adaß Jisroel' gestanden hat und seät Jalirzelmten Schatzmeister der Ghewra Kudiscba war. Br gehörte ao de® ■geachtetsten jüdischen Bürgern von PiWS. Abrechnung mit Goga in der rumänischen Kammer. (J. T. A.) Während der Debatte über die Thronrede in der rumänischen Kammer führte der frühere liberale Innenminister, der antisemitische Schriftsteller Goga, aus: Die Regierung hat einen Pakt mit den Zionisten geschlossen. Ich bin kein Antisemit, trotzdem verstehe ich nicht, wie die Regierung einen Pakt mit einer exterritorialen Partei abschließen konnte. Innenminister Waida Vocvod erwiderte: Sie. Goga. tmd Luca sagen den Juden schöne Worte, wenn Sie deren Stimmen benötigen, dann aber provozieren Sie Agitationen lind Ausschreitungen. Sie fragen, warum wir den Pakt mit den Zionismen abgeschlossen haben? Darauf antworte ich Ihnen: Damit wir nicht dann nach New York und London Entschuldigungstelegrammc schicken müssen, wie Sie es tun mußten. Und wenn Repräsentanten der Juden Arnerikas oder Englands zu uns kommen, müssen wir sie nicht um Entschuldigung bitten, wie Sie es taten. Wir glauben, daß diese Politik der Aufrichtigkeit der Ihren vorzuziehen sei. Mit erhobener Stimme fuhr Minister Waida fort: Goga hat die Studenten als Manövriermasse mißbraucht, Er hat die Unruhen in Oradea Mare (Großwardeiu) verschuldet. Die Nationalzaranisten aber wollen nicht die einzelnen Nationen gegeneinander ausspielen. Lassen Sie uns die zwei Zionisten und wir geben Ihnen den Dr. Fiklermann. Goga ergriff noch einmal das Wort, mm gegen das allgemeine Wahlrecht zu sprechen, das seiner Ansicht nach den Feinden Rumäniens Nutzen bringt. In diesem Zusammenhange macht er wiederum antisemitische Ausfälle. De!־ Zionist Dr. Theodor Fischer unterbricht Goga und sagt: Octävian Goga habe 1927 ein Wahlkartell mit den Juden abgeschlossen. Dr. Fischer erläutert-dann die Ziele des Zionismus und sagt, der Zionismus sei eine Weltbeweg« ng. Im Verlaufe des weiteren Re de,gef echtes schreit Goga: ״Ich bin kein Antisemit!“ Mehrere Abgeordnete rufen ihm zu, er möge ׳doch mehr Mut in der Vertretung seiner Meinung haben. Führende englische Männer für dos־ jüdische Wohlfnhrtswerk. (J. T. A.) Llovd George, das Unterhausmitglied Herzogin von Atholl, der Unterstaatssekretär für Unterricht O’Connov, der ״father“ des Unterhauses, der Präsident des internationalen PEN- Klubs John Galsworthy und der Dramatiker Edgar Wallacc erließen Kundgebungen an die Oeffentliehkcit zur Förderung des .1 lilfswe.rkes dev jüdischen Wohll'ahrtsorganisationcn. Londons, die in den Wintcrmonateil eine Aktion zur Unterstützung•, der notleidenden Juden in den Uungergcbicicn der Ukraine und ßeßarabiens durchführen■. Louis Marshall über die Nöte der jüdischen Er- Ziehung in Amerika. (J. T. A.) In der mit einer Chamikah-Feicr verbunden gewesenen Jahresversammlung der Gesellschaft Für jüdische Erziehung führte Louis Marshall, der Präsident des American Jewisli Committce, in einer Ansprache aus, die jüdische Erziehung in den Vereinigten Staaten, leide unter dem Mangel an Zusammenarbeit und werde auch nicht genügend gefördert. Von den etwa 350.000 im Schulalter stehenden jüdischen׳ Kindern New Yorks, einer Stadt, die 1,800.000 Juden beherbergt, ist nicht einmal die Hälfte irgend eines jüdischen Unterrichtes teilhaftig. Die amorikunischen Juden gehen 4 bis 5 Millionen Dollar jährlich für jüdischen Unterricht aus, davon entfallen. auf. die New Yorker Gesellschaft für jüdische Erziehung im ganzen 250.000 Dollar. Man müsse die Mutter für das Erziehungswerk interessieren, da der Vater in der Regel geschäftlich überbürdet ist. Marshall forderte die Juden New Yorks auf, das Erziehungswerk zu fördern und die!> c sc 11 ü m e n de T a t s a che aus der Welt zu schaffen, daß eine so große Gemeins c h a ft so w c 11 i g f ii r d i e Erhalt u 11g de s Judentums uni er i 111׳;e n K in de ru t u t. Spaltung der zionistischen Organisation in Polen, Es wird uns aus Warschau berichtet: Die.!mühsam zusammengehaltene Einheit der zionistischen Organisation in Polen ■ist endgültig in Brüche ,gegangen. Der ׳letzte Beschluß ,der!Exekutive der polnischen Organisation, das Agency-Abkommen von Weizmann zu ratifizieren, hat die Grünbaum- Gruppe veranlaßt■, aus der zionistischen Organisation aus-?.»treten und unter dem Namen ״Al Bamischmar“ eine beson׳dere Organisation zu gründen. Die neue Al Hamischm-ar- Gruppe begann ihre Tätigkeit auf ganz eigentümliche Weise. Sie brach Freitag Abend in das Zentralbüro der Zionistischen Organisation in Polen ein und hielt dort die erste Versammlung. Die öffentliche konstituierende Vor- Sammlung ist für den 15. Februar bestimmt. Lebhafte Propagandatätigkeit der Aguda in Polenj In Ausführung der Beschlüsse der jüngsten Landeskonfe-* renz der Aguda sind zurzeit 150 Mitglieder der Exekutive und ׳des Zentralrates unter der Führung von den Herren Sejmdeputierten Elia Kirschbraun, I. M. Lewin, Jakob T rockenheim und Rabbiner Meier Alter, Selm des Gerer Reben, auf Reisen begriffen, um in den Provinzsf־׳“׳Men die Tmn1a,־-Gh0'ver-A|H;r,n durch׳zuf״׳hren. Das Resultat der Gemeindewahl iii Tel-Awiw, tat: Gewählt wurden fünf Vertreter der organisierten Arbeiterschaft, vier Abgeordnete des Vereinigten Zentrums, zwei Vertreter der polnischen Juden, zwei Vertreter des Hausbesitzervereines, ein Misrachist, ein Vertreter der kleineren Kaufmannschaft. Die Wahlbeteiligung war eine enorme; es schritten 92 Prozent der gesamten Wählerschaft zur Urne. Chancellor setzt einer arabischen Delegation die Schwierigkeiten der Parlamentsfrage auseinander. (J. T. A.) Der Oberkommissar von Palästina Sir John Robert Chancellor empfing eine arabische Delegation, die ihm die Forderung nach Einführung eines Volks- Parlaments unterbreitete. Die Unterredung dauerte ungefähr eine Stunde. Der Oberkommissar setzte der Abordnung auseinander, welche S c hw ierigk eiten im Hinblick auf die religiöse und rassische Verschiedenheit der Bevölkerung Palästinas der Einführung einer parlamentarischen Ordnung entgegenstehen. Er versprach aber der Abordnung, ihr in kurzer Zeit eine definitive Antwort zu geben. Verlautbarungen der Israelitischen Kultusgemeinde. Z. 354 ex. 1929. KUNDMACHUNG. Mit Beginn des zweiten Semesters des Schuljahres 192S-29 wird neben dem allgemeinen auch ein spezieller Barmizwah-Kurs für Schüler der Haupt-, Bürger- und Mittelschulen an der Bibelschule der israelitischen Kultusgemeinde, Wien,-XX., Othmargasse 46, eröffnet; Die Schüler des Spezlal-Bartnizwah-Kurses haben Gelegenlieil, sich Kenntnisse aus Liturgie, Pentateuch und die hebräische Kursivschrift anzueignen. Die Einschreibungen für diese Kurse finden a b Dienstag den 1־. Februar 1 929 bis auf weiteres jeden D i e n s; a g v 0 n 3 bis 4 Uhr nachmittags im genannten Lokal statt. Der U n t e r i c h t ist unentgeltlich. Wien, 21. Jänner 1929. Der Vorstand. Z. 28 ex 1929. KUNDMACHUNG. Die Privati'S'tenprüfungen aus israelitischer Religion für Schüler und■ Schülerinnen an Volks-, Bürger- und Hauptschulen für das erste Halbjahr des Schuljahres 192S-29 finden durch die zuständigen Religionslehrer in den Sammelstationen statt. Die Termine für die Prüfungen können ,bei den Schulleitiibgen oder 1m Schulamt der israelitischen Kultusgemeinde, Wien, 1., Seitenstettengasse 4, 3. Stock; in der Zeit von 9 bis 12 Uhr vormittags a׳b 20. Jänner 1929 erfragt werden. ' Die Prüfungstaxe beträgt S 5 pro Halbiahr und: ist im vorhinein an der Kassa der israelitischen Kultusgemeinde, 1., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, oder bei den Kultusbezirksämtern, XV., Turnergasse 22, XVI., Hubergasse 8 und XXI., Holzmeistergasse 12. in der Zeit :von 9 bis 12 Uhr vormittags, beziehungsweise beim Kultusbezirksamt, XVIII., Schopenhauerstraße :39, von 3 bis 5 Uhr nachmittags zu erlegen. Die Quittung ist dem zuständigen Religionslehrer vor der Prüfung zu übergeben. Der schriftliche Bescheid des Stadt-, beziehungsweise Ortssohulrates über die bewilligte Dispens vom Besuch des öffentlichen israelitischen Religionsunterrichtes ist dem Prüfer vorzuweisen. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien. SBBBBBBBBB«BBBBBH»iHB»HBHBBBBBBHI»IHBBBBBBBBBBBBiBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBE5tf Die orthodoxe Rabbinerdeputation bei Minister Hodza. Die aus den ehrw. Herren Oberrabbinern Schreiber (׳Bratislava), Weber (Piestany) und K a t z (Nitra) bestehende orthodoxe Deputation, die — wie in der vorigen Nummer der ״Jüdischen Presse“ mitgeteilt war — am 15. Jänner vom Präsidenten Masaryk empfangen wurde, machte am 16. Jänner auch dem Minister Hodza ihre Auf- Wartung. Der Minister empfing die Mitglieder der Deputation auf die freundlichste Weise. Herr Oberrabbiner Weber begrüßte Minister Hodza als einen der bedeutendsten Staatsmänner der tschechoslowakischen Republik und als Minister für Schulwesen und Volksaufklärung, der von Amts wegen über die konfessionelle Autonomie zu wachen habe, und gab in seiner Ansprache die Versicherung ab, daß die orthodoxen Rabbiner neben der getreuen Erfüllung ihrer religiösen Aufgaben auch in bezug auf die Pflege der Staatstreue niemandem nachstehen, Herr Oberrabbiner Weber brachte — wie Tags zuvor dem Präsidenten Masaryk ~ nun auch vor dem Minister die Anliegen der Rabbiner bezüglich der K 0 n g r u a zur Sprache und betonte, daß das neue Kongruagesetz und ■die vor kurzem herausgegebenen Durchfühningsbestimmungen die Rabbiner in der Slowakei nicht nur. materiell und moralisch aufs empfindlichste benachteiligen, sondern die ganze Kongrua verliere dadurch für die orthodox-jüdische Konfession jede Bedeutung. Minister Hozda erwiderte darauf, daß er die Mängel des Gesetzes in bezug auf die Rabbiner wohl anerkennen müsse und nahm das Memorandum, in dem die Beschwerden der orthodoxen Zentralkanzlei bezüglich der Kongruabestimmungen ausführlioh niedergelegt sind und vorn dem auch dem Präsidenten eine Abschrift überreicht wurde, mit der Zusage entgegen, daß er aufrichtig bestrebt sein werde, die vorgebrachten Wünsche, wenn sie nur zum Kongruagesetz nicht direkt in Widerspruch stehen, zu erfüllen und auch außerhalb des Kongruagesetzes die Lage der Rabbiner zu erleichtern. Der Minister unterhielt sich sodann mit den Rabbinern sehr eingehend über wichtige prinzipielle programmatische Fragen der slowakischen Kultur- Politik und die Stellung der Juden zu derselben. Der Empfang und die Aussprache bei Minister Hozda trug den Charakter außerordentlicher Herzlichkeit und befestigte die guten Beziehungen der slowakischen Orthodoxie zu den leitenden Männern der Regierung. Ueber Anregung des Ministers Hodza fand dann auch bei Sektionschef Dr. Müller eine sachliche Besprechung über die Kongrua der Rabbiner statt, deren praktische Ergebnisse abzuwarten sind.