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Jüdische Presse · 1929-01-11 · 2 (11.1.1929) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
15 (1929)
Issue
2 (11.1.1929)
Date
1929-01-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 JÜDISCHE PRESSE Nr. 2 Mitglieder selbst unter dem herrschenden Wirtschaftliehen Druck ztisammcngebroclieti sind. So haben auch die Darlehenskassen, die medizinischen Institute und die Kliniken (die letzteren haben 1928 1,250.000 Krankenbesuche aufzuweisen gehabt), zu einer# Zeit, wo Hilfe am meisten nottut, ihre Tätigkeit stark einschränken müssen. Die amerikanische Judenlieit muß sich mit der Hilfeleistung beeilen, bevor das Unheil noch größer wird. Die jüdischen Produktionsgenossenschaften, schloß Hyman, leisten Hervorragendes, doch ist auch ihre Arbeit wegen Mangels an Maschinen und an Rohmaterial sehr gehemmt. H Nachrichten Z8*r Bsachiung! Auf vielfachen Wunsch, der aus dem Kreis unserer aus den Ostländer stammenden Wiener Leser geäußert . wurde, werden wir fortab זמן הדלקה הנר עמיצ״ש nach den מנהג יהיקי nach welchem unsere ostländischen Brüder sich richten, veröffentlichen. Die Zeitbestimmung wird uns allwöchentlich vom ״Hithachduth Jereim“ zur Verfiigung gestellt. "התאחדות יראים" ווינה ״Hiiachdut Vereinigung Thorngesetze •treuer Juden in Wien II., Hcinestiaßc 30 T. 15. ב״ה פ׳ ואיא זמן הדלקה הנר עש״ק שעה 4 ע□ 12 מיניט זמן שקיעת החמה עש״ק שעה 1־ ע□ 25 מינוט זמן הדלקה הנר מוצש״ק שעה 5 עם 24 מינוט . | ¥■■11■ —U*——■I ן —■——WM—MM———MM—— Die Beth Jakob-Schule für den XX. Bezirk eröffnet Sonntag ihr eigenes Lokal, II., Obere Donau- Straße 12 (XX., Brigittenauerlände 2). Bei dieser Gelegenhelt veranstaltet sie eine Eröffnungsfeier, zu der Ktdtusgemelnde, Schiffschul, Allianz, Aguda eiligeladen sind. 1111 Mitteilpunkt der Eröffnungsfeier wird ein pädagogisches Referat von Herrn Dr. Leo Dcutschländer stehen. Die Feier findet Sonntag den 12. Jänner 1929, 1. Schebat 5689, uin 6 Uhr abends, statt. Konstituierung des Vorstandes der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde. Der vor kurzem gewählte Vorstand der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde hielt seine konstituierendc Sitzung ab und wählte zum Präsidenten der Gemeinde Oberstabsarzt Professor Pick, zum 1. Vize- Präsidenten Dr. Jacob Om st ein, zum 2. Vizepräsideuten D1\ T i c h o. Der Präsident und die beiden Vize- Präsidenten sind führende Mitglieder der Union österreichisclier Juden. Die Zionisten sind diesmal im Präsi-, dium nicht vertreten. . . Die Firma Eisen & Co., VII., Neubaugasse iS, bringt Feinwurst- und Selchwaren in den Handel, die ausschließlich aus dem Betriebe stammen, der der Aufsicht des ehrwürdigen Rabbinnts der Adas Jisroel untersteht. Jedes Stück trägt daher eine deutliche Marke der Adas Jisroel. E Kantor Rosenblatt singt wieder in Wien. Das letzte Konzert des berühmten jüdisch-amerikanischen Kantors Josef Rosenblatt dürfte noch allgemein in lebhaftester Erinnerung sein. Kantor Rosenblatt sang vor einigen Monaten im Konzerthau.s und der große Saal war bis auf das letzte Plätzchen von einer ehrfürchtig lauschenden Menge besetzt. Ist doch Kantor Rosenblatt heute, vielleicht der prominenteste Vertreter des früher so gepflegten und bei uns leider heute teilweise vernachlässigten kantöraleti feierlichen Gesanges. Kantor Rosenblatt ist auch gleichzeitig, wie man weiß, ein bekannter Komponist, der jedoch seine musikalische Begabung ausschließlich in den heiligen Dienst stellt. Wie wir erfahren, wird bereits dcunnächst wieder in Wien die Gelegenheit gegeben sein, Kantor Rosenlblatt in einem seiner schönsten Gesänge zu hören. Im Rahmen der demnächst im Zentrail-Kiuo stattfindenden Uraufführung des Fiilans ״Der jazzsänger — Das Lied der Väter“ (״Von den Winkeln' des Ghetto zu den Revuebühnen New Yorks“) wird dank einem speziellen Tonfilmarrangement Kantor Rosenfb'iatts Stimme zu hören sein. In diesem Film erscheinen die Orig׳in׳a11at1f nahmen eines amerikanischen Konzerts von Kantor Rosenibiatt im Bilde, wobei auch das bei diesem Anlaß von ihm vorgefcragene Lied im Original erklingen wird. Der Film ״Der Jazzsänger“ selbst ist übrigens ein Werk, das das jüdische Element besonders in den Vordergrund stellt. Ist doch A!1 Jolson, der Darsteller der Titelrolle des Jazzsängers, der Sohn eines nach Amerika aus Rußland eingewanderten jüdischen Kantors. AI Jolson hat sich aus eigener Kraft aus der Enge der berüchtigten Tenements des New Yorker Ghettos zum höchstbezahlten Liebling der amerikanischen Revue emporgearbeitet und er vereinigt in seiner Erscheinung die Fortschrittstendenz des Amerikanismus, die Groteske des Negers und die kantorale Feierlichkeit eines Juden. Der Film .,Der Jazzsänger“ schildert den Lebensweg Al Jolscns und ist wegen seiner Originalaufna'hinen aus dem New Yorker jüdischen Milieu besonders interessant. Zürich. Unsere jüdische Gemeinde steht unter dem Zeichen der Trauer ob des Hinganges der Gattin unseres Herrn Max Mannes. Die Verklärte, die an der Seite ihres Gatten ein echt jüdisches Haus aufzubauen verstand, hat sich durch ihre Wohltätigkeit und ihre Hingabe an alle jüdischen Ideale einen ׳unvergeßlichen Namen erworben. Ihr Angedenken gereicht zum Segen.! Vom Bundestag der Vereinigung jüdischer | Akademiker.! In der Woche vom 23. bis 26. Dezember 1923 fand in Berlin, unter Teilnahme zahlreicher Delegierter aus dem In- und Auslande, der XII. Bundestag der Vereinigung־ jüdischer Akademiker statt. Der Bund jüdischer Akademiker stellt die organisatorische Zusammenfassung aller jüdischen Studenten dar, die sich unbeschadet ihrer jüdisch-politischen Einstellung zu den Prinzipien des gesetzestreuen Judentums bekennen und die im Sinne des j alten Mischnah-Wortes die Forderung nach harmonischer 1 Durchdringung moderner Weltanschauung mit wahrhaft religiösem Empfinden auf ihre Fahne geschrieben haben. Dank der in den letzten Dezennien von zieistrebigern Tatwillen getragenen und intensiv betriebenen Aufklärungsarbeit, hat dieser Gedanke einer modernen und. zugleich doch auch tief jüdisch verinnerlichten Lebensgestaltung in weiten Kreisen des gesetzestreuen Judentums in Deutschland und auch darüber hinaus feste Wurzel geschlagen und auf die heranreifenden Akademiker bei der Formung ihres Weltbildes derart entscheidend eingewirkt, daß man die Tätigkeit der Vereinigungen jüdischer Akademiker als einen bedeutungsvollen kulturellen Faktor aus der geistesgeschichtlichen Struktur des gesetzestreuen Judentums von heute nicht missen möchte. So begegnete denn auch der letzte Bundestag im Hinblick auf seinen wissenschaftlichen Charakter und die besondere Aktualität der. zur Diskussion gestellten Referate in der breiten jüdischen Oeffentlichkeit weitgehendstem Interesse. Stand doch der öffentliche Begrüßungsabend geradezu im Zeichen eines hohen gesellschaftlichen Ereignisses, das Delegierte und ein distinguiertes Publikum zu Stunden erlesensten geistigen Genusses vereinte. Der festlich geschmückte Sitzungssaal des ehemaligen preußisehen Herrenhauses war bis auf das letzte Plätzchen dicht gefüllt. Vertreter der verschiedensten jüdisch-kulturellen Körperschaften waren erschienen, um ihr Interesse für die Bestrebungen des Bundes zu bekunden. Nach einleitenden Begrüßungsworten des Bundesvorsitzenden Josef Stern ergriff Dozent Dr. J. Wolligem 11 th das Wort zu einen! groß angelegten Referate, um 1)1 tiefschürfenden, meisterhaften Ausführungen die Problematik der ״Erwählung Israels“ vom Standpunkte des modernen jüdischen Menschen aus zu beleuchten. Ebenso bewegten sich autch die sonstigen Referate, die einschneidende Fragen der jüdisehen Lebensauffassung in ihrem Verhältnis zur Moderne zum Gegenstand hatten, auf hohem Niveau und mögen manchem Tagungsteilnehmer wertvolle Anregungen für den Ausbau der eigenen Persönlichkeit vermittelt haben, wie. auch für die zukünftige Arbeit im Rahmen der Gemeinschaft. — I!n diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, daß auch in Wien seit mehreren Jahren eine Vereinigung jüdischer Akademiker besteht, deren Wirken aber bisher in der jüdischen Oeffentlichkeit nicht in geführendem Ausmaße gewürdigt worden ist. Die V. J. A. in Wien, die die Herren Kurt Stern und Rafael Jäkobovifsch als Delegierte zum Bundestag entsandt hatte, veranstaltet in jedem Semester eine Reihe öffentlicher, jeweils besonders angekündigter Vorträge, bei denen prominente Vertreter der jüdischen Geistigkeit am Pult erscheinen, ferner regelmäßig interne Vortrags- und Diskussionsabende sowie auch gesellige Zusammenkünfte und sucht dadurch jene Bestrebungen zu fördern, die in der Schaffung des Milieus für den jiidisch-gesetzestreueu Akademiker gipfeln. cand. phil. Emil S p r i n z e 1 e s. Festtage in der Königsberger ״Adaß Jisroel“. Die Königsberger ״Adaß Jisroel“ konnte 'am vergangenen Chanukoh zwei festliche Veranstaltungen begehen, die Zeugnis davon ablegen, daß der Geist der Tradition noch frisen in ihr pulsiert. Am 1. Schabbos Chanukkoh fand die feierliche Einführung eines neuen Sefer Tauroh statt, das ein Mitglied der Gemeinde hatte schreiben lassen. Schon am vohergehenden Mittwoch hatten sich die Mitglieder der Gemeinde in großer Zahl in der Wohnung des Stifters eingefunden, wo das Sefer Tauroh zu Ende geschrieben wurde.; Bei der;darauffolgenden Mahlzeit wurde von verschiedenen. Rednern die Wichtigkeit und Bedeutung dieser Tat durch schöne Diwre-Tauroh beleuchtet. Zunächst ergriff Sr. Ehrw. Herr Rabbiner P e r i t z das Wort. In einer großangelegten Droschoh führte er aus, wie die Tauroh der Boden sei[, auf dem allein das jüdische Volk zu bestehen vermag. Darum erblicken wir ׳a. uch in unseren Gedauleh Tauroh die berufenen Führer des Judentums, deren Worten wir uns ehrfurchtsvoll beugen. Vom gleichen Geiste getragene Reden hielten *,die Herren Rabbiner Nischkowski, Lehrer Wolkowski, Laks, Bankdirektor Marx und Adolf L e w i n. Zur Verschönerung der F'eier trugen auch die Gesänge des .Herrn Kantor Daum unter Begleitung des Herrn Chordirigenten Badrian bei. Gehobene Stimmung hielt die Gäste bis lange, nach Mitternacht zusammen. Die Einführung gestaltete sich in folgender Weise: Nach Beendigung des Schacharis-öebetes gingen die Vorsteher der Gemeinde mit fünf Thorarollen dem neuen Sefer entgegen. Letzteres, das bereits vorher in den Sitzungssaal der Synagoge gebracht worden war, wurde nun von seinem Besitzer in die Synagoge ‘ eingeführt und daselbst vom Rabbiner übernommen. Im Anschluß daran fanden die üblichen Hakofaus sJatt. Am zweiten Schabbos Chanukkoh, dem ersten Jahrzeitstage des unvergeßlichen Führers der ״Adaß Jisroel“, Herrn Kommerzienrat Marx, fand zu seinem ehrenden Gedenken eine Sijum-Feier auf Berochaus statt. Nach Beendigung des Sijums nahm die übliche Seudoh ihren Anfang, die einen harmonischen Verlauf nahm Bei den Aussprachen, die während der Mahlzeit vom Rabbiner und verschiedenen Anwesenden gehalten wurden, kam einhellig der Wille zum Ausdruck, im Geiste des Verstorbenen, der ein unermüdlicher Fördefr'er den überlieferten Thora-Judentums gewesen war, die ״Adaß Jisroel“ zu erhalten. Prof. Yahuda für die Authentizität der Thora. Im Mittelpunkt der ersten Vollsitzung des im vorigen Somtner in Oxford abgehaltenen XVII. Orientalisten-Kon,״ gresses stand als erster Vortrag, dem die längste Zeitdauer aller Kongreßvorträge zugebilligt war, das Referat des Orientalisten A. S. Yahuda (Heidelberg), der bis vor kurzem eine Professur an der Universität Madrid bekleidet hat. An der Hand eines großen Tatsachenmaterials legte Yahuda die Beziehungen zwischen der Sprache des Pentateuch und dem Aegyptischen dar. Seit langer Zeit stritten sich die Bibelkrivker über das Alter des Pentateuch. Yahuda geht nun von rein sprachlichen Gesichtspunkten aus, ohne sich auf bibelkritische Fragen einzulassen, und beweist, daß der Stammdialekt von Kanaan^, den die nach Aegypten eingewanderten Israeliten gesprochen haben, sehr zahlreiche ägyptische Elemente an KiiYV Jn&lejüöisclje Spille *®oChs -a.^ßauph(Au&ftirXiaSav ■und JflädduiL mdOßeni&Maisrecfil //. Wlatzgassz /6 Lehnwörtern und Aegyptizismen aller Art in Ausdrücken, Redensarten, formelhaften Sätzen usw. aufweist. Yahuda gelangt zu dem Ergebnis, daß dieser Dialekt unter dem Einfluß der hochentwickelten ägyptischen Sprache während des Aufenthaltes der Israeliten in Aegypten in raschem Anstieg seine Entwicklung zu der literarischen Sprache des Pentateuch genommen habe, und schließt dann daraus, daß der Pentateuch nur um die Zeit des Auszuges der Israeliten aus Aegypten entstanden sein kann. Der Organisationsvorstand der Agudas-Jisroel- Jugendorganisation ,hielt am 1. Jänner in- Frankfiurt a. M. eine Vollsitzung ab. Nachdem von •dem Vorsitzenden, Herrn Dr. med. Willy Hof mail 11 erstatteten Tätiigkeitsbericht der Jugendorganisation wurde in die Diskussion über die in den nächsten Monaten zu unternehmenden Arbeiten eingetreten. Die viclstiitidigc Debatte» an 4er sich alle Erschienenen ,beteiligten, zeitigte als Ergebnis: ■In den Monaten Februar, März und April sollen in ■Hessen, Rheinland, Ostfriesland und •Baden ■Bezirkstage veranstaltet werden. Der •erste Bezirkstag findet •am 3. Februar in Fulda, statt. Es!ist ■beabsichtigt, Im Mai ■einen :Bundestag abziihalten. Das seit einem Jahr nicht mehr erschienene Korrespondenzblatt der A. J. J. O. wird ■ab Februar wieder herausgegeben. Das Mädchen-Dezernat des O.-V. wurde Fd. •Martha Benjamin übertragen. Dem Vertreter der Agudas-Jisroel ■im Reichsausschuß jüdischen Jugendverbände Deutschlands, Herrn Dr. Eli Munk, Berlin, wurde auf dessen Wunsch die Stellungnahme der A. J. J. O. zu den Plänen des R. ■A. betr. dessen Vertretung in dem zu bildenden Reiohs-Gemeindebund übermittelt. Der Bericht über die Vorarbeiten für die Kenessio-Gedaulo insbesondere die g u t ■e n Eingänge des K c 11 e s s i 0 - G e d a ai 0 1׳ - F 0 n d s wurde mit Freuden •aufgeiionnnen. 1Rechtsanwalt Rosenbeim ■regte die Schaffung •eines engen Konnexes ■mit den östlichen Jugendorganisationen behufs Schaffung einer gemeinsamen Front der Jugend auf der Kenessio-Gedaulo an. Die Frage ■der Beteiligung der A. J. J. O. ■an einem zu schaffenden, neutralen Verband der Stelienvermittluingen wurde bis zur Kenessio ■Gedauio vertagt. Die A. J. J. O. will ■erst die :Beschlüsse der Kenessio Gedaulo, in •deren- Mittelpunkt •das S a b b a t p r •0 b •1 •e m stehen■ wird,' abwarten. Der Schaffung ■eines ׳asadistischen' Ferienheimes ■soll .nunmehr nähergetreten werden. •Um halb 6 Uhr abends ■schloß ■der Vorsitzende mit Dankesworteh für ■die gastliche Aufnahme, •die dem O.-V. von;Herrn und ■Frau Fritz Stern zuteil wurde, die harmonisch verlaufene Sitzung. Oeffentliche Berliner Kundgebung des Weltverbahdes der Schomre-Schabbos. (J. T. A.) Am Sonntag, den 6. Jänner fand dm Plenarsaale des •ehemaligen Herrenhauses in :Berlin eine öffentliche Kundgebung ■des unlängst gegründeten Weltverbandes Schomre-Schabbo׳s statt. Es sprachen die 1Herren Rabbiner Dr. Esra •Munk, Dr. Bleichrode, Herr •Generalkonsul ׳Dr. I&i Kahn׳, Jaffa, Herr Ministerialrat!Hans Goslar, ■Herr Dr. Emil ■Hirsch lind 'Herr Rechtsanwalt Dr. Sulzberger׳. Berlin, :Herr Jakob ׳Heckscher, ׳Hamburg und Delegierte ans dem Anslande. Eine Abordnung der transsylvanischen orthodoxen Landeskanzlei beim Premier Maniu. (J. T. A.) Eine!Abordmmg •der transsylvanischen Landeskanzlei, bestehend aus Rabbiner U11 m a n 11 - -Bistritz, Rabbiner W e i s 1 - Turda und Rabbiner S of e r - Tirgu-Murcz, erschien beim Ministenpräsidenten Maniu und!begrüßte ihn im •Namen des orthodoxen Judentums ׳;Siebenbürgens.!Bei ■dieser!Gelegenheit sprach sie das Ersuchen aus, daß die.■die Staatsschulen besuchenden jüdischen Kinder an den!S a bb a 't t a g e n und jüdischen!Feiertagen ׳vom Schreiben und anderen am Sabbat verbotenen •Arbeiten Dispens erhalten, ferner daß die für einen Sonnabend aiigesetzten Senatswahlen bis in die;Nachtstunden verlängert werden, damit auch die gesetzestreuen Juden ■der ■Wahlpflicht nachkommen können. Dispens von Schreibarbeiten an Sabbattagen In den rumänischen Staatsschulen. (J. T. A.) ׳Unterrichtsminister Costachescu erließ eine Verordnung an die Schulleiter, wonach i;n Schulen mit einer •größeren :Zahl jüdischer Schüler" das ׳Unterriahtsprogramm ■so eingerichtet werden solle, ■daß a.n Sabbattagen ■nur Gegenstände vorgenommen werden, :bei1 denen schriftliche Arbeiten nicht in Frage kommen. In allen anderen ■Schulen■ ׳soll darauf •geachtet werden, daß jüdische Schüler an Sabbattagen soweit •als möglich vom Schreiben befreit werden. Ministerpräsident Maniu hält eine neue Deklaration über die Judenfrage für überflüssig, da für die Regierung deren Taten sprechen. (J. T. A.) Der rumänische Minister- Präsident Maniu empfing den Vertreter der Jüdischen Tel egrap!h׳e nage n t u r In den Couloirs •der Kammer und ■eir- -klärte ihm -gegenüber folgendes: Die Wünsche der jüdischen Bevölkerung Rumäniens sind stets!Gegenstand sorgsamster Aufmerksamkeit seitens der Regierung. ■Die Regierung hält an •den bisherigen Deklarationen betreffend die Judenfrage •fest und glaubt, daß -eine neue diesbezügliche Erklärung unnötig sei; die Taten -d e r Regi erung sprechen fürs i e. Das ״Jawneh“-Schulwesen In Litauen. (.1. T. A.) Am 12. Dezember begann in Kowno die Jahreskonferenz •der •jüdisch-orthodoxen Erziehungsgesellschaft ״Jawneh“, die ■eine Anzahl Gymnasien und Volksschulen unterhält, in denen die Erziehung in den gesetzestreuen Traditionen geschieht. Volksbildungsminister Schakanies hielt -in der Eröffnungssitzung eine Begrüßungsansprache und gab das Versprechen, das ״Jawne-h“-Schulwesen zu unterstützen. Der Chofez Chaim läßt sich nicht einschüchtern. Anläßlich der Vorgänge bei der Besetzung der Oberrabbinerstelle in Wilna, über welche die ״Jüdische Presse“ vor einigen Wochen berichtet hat, schrieb der Chofez Chaim einen deiner berühmten Briefe, in welchem er flammenden Protest gegen die Bestrebungen erhob, die altehrwürdigen Tradition der Wiener Kehilla zu verdunkeln und einen Oberrabbiner, noch dazu einen, der für diese Stelle nicht würdig ist, zu wählen. Als Antwort auf diesen Brief versuchten die zionistischen Zeitungen das Märchen zu verbreiten, daß der Chofez Chaim nicht persönlich diese Briefe schreibe, sondern diese Enunziationeen von agudistischer Seite verbreitet werden und die Unterschrift de9 Chofez Chaim zu Unrecht tragen. Als Antwort auf diese unerhörte Insinuation veröffentlicht jetzt der Chofez Chaim in allen orthodoxen Zeitungen Polens eine Erklärung, in welcher er betont, daß er seine Briefe allein und vollkommen unabhängig schreibe, und er wird sich in seiner Pflichterfüllung der jüdischen Oeffentlichkeit gegenüber, von niemandem beeinflussen lassen. Eine unerhörte Denunziation des zionistischen Sejmdeputaten Hartklaß. Der zionis'ische Sejmabgeordnete Hartklaß, veröffentlichte kürzlich in einer in polnischer Sprache erscheinenden zionistischen Zeitung, einen, anläßlich des zehn-

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