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Jüdische Presse · 1929-01-11 · 2 (11.1.1929) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
15 (1929)
Issue
2 (11.1.1929)
Date
1929-01-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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JÜDISCHE PRESSE Seite *B ®t/2■ &■>■ Tschec ho Slowakei 8 8 jährigen Jubiläums der polnischen Republik erschienenen Artikel, in welchem er sich zu der Behauptung versteigtj, daß die Orthodoxie, die jetzt in der polnischen Regierungspartei vertreten ist, einst mit den Feinden des polnischen Volkes zusammenging, so im alten Zarenreich mit den Russen und während der Okkupation mit den Deutschen. Diese unerhörte Denunziation rief bei den Orthodoxen eine berechtigte Aufregung hervor und in allen orthodoxen: Zeitungen werden derzeit Protestkundgebungen gegen die verwerfliche Vorgangsweisc des Abgeordneten Hartklaß veröffentlicht. Die erste orthodoxe Handwerkerschule in Polen• In Ausführung der Beschlüsse der dritten Landeskonferenz der Agjuda in Polen, wurde in Kallisch unter der Leitung des Magistratssekretärs und Mitgliedes des Zintralrates der Agudas Jisroel, Heber, die erste orthodoxe Handw׳erkerschule in Polen gegründet. Die technische Ausrüstung der Werkstätte trägt den modernsten Anforderungen Rechnung. Die Schule hat auch schon das Oeffentlichkeitsrecht erhalten. Selbstmorde von Juden ln Warschau Im Jahre 1928. (J. T. A.) Nach einer soeben veröffentlichten Statistik haben ko Verlaufe des Jahres 1923 in Warschau 891 jüdische Personen Selbstmord begangen. Die Gesamtzahl der Selbstmorde in Warschau im Berichtsjahre betrug 1680. Mehr als die Hälfte ■der Selbstmorde entfällt auf die Juden. Etwa drei Fünftel der jüdischen Selbstmorde (591) ׳betrafen Frauen. Sie« der Aguda bei den Gemeinderats wählen ln Bciiidin. . Bei den.1 jüngst stattgefundenen. Gemeinderats־ wählen in •B׳endin bat die gemeinsame :Liste der Kauf- .!•oute und der Aguda fünf Mandate erhalten. Die Pcale Agudas Jisroel mit 700 Stämmen ein Mandat, die Zionisten mi!t 496 Stimmen ebenfalls ein Mandat. Misrachi 200 Stimmen .ohne Mandat. Glänzender Sie« der Aguda bei den Kehlllawahleu ln Kalisz, Bei den Kehillawahlen in!Kalisz (Ostgalizien) er- Welten die Aguda 9!Mandate, die Handwerker 2, die Zioinitsten ein Mandat. Konstituierung des Kultusrates in Przemysl. »Bei der;Konstituierung des neuen Vorstandes der!jüdischen Ge- Yne-inde in Przemysl wurde zum Präsidenten sowohl des Rates wie der Verwaltung ein Agudist gewählt. Auch die Vizepräsidentensteilen wurden mit Agudisten besetzt. . Kchilawahl in Beiz. Bei der jüngst stattgefiindenen Wahl in den Vorstand der Beizer Kehila wurden sieben!Agudisten und ein Zionist gewählt. Die Krankenkasaewahl in Lukow. Zum erstenmal seit dem Bestand der Agudistischen Arbeiterpartei (Poala .Agudas, Isroel) :g elang es ihr, mit Hilfe der Zeirim in .dem Voristand einer Krankenkasse Sitz und Stimme zu •erlangen. In Lukow wurden drei Agudisten, ein Bundisit Und ein Poale-Zionist in die Leitung gewählt. ׳Der Leiter der Warschauer Jeschiwah ״Torass Cbajlm** gestorben. (J. T. A.) Nach kurzer ׳Krankheit versfcarib in Warschau Rabbi Moses iMonachem!Kozlowsky. der Leiter der berühmten Warschauer Jeschiwah ״Torass Chajim“ und einer der angesehensten jüdischen Gellehrten Polens. Er!war Zögling der Slobodk'aer Jeschiwah und eine ZeiWarig Mitglied des Wilna er ׳Ralbbinats. Einwanderung in Palästina im Monat November 1928. Im Monat November 1928!kamen 247 Personen, unter ihnen .185 Juden, nach Palästina; 385 Personen, unter ihnen 160 Juden wunderten im November aus. Während des! Monats Oktober wurden 279 Immigranten in Palästina!registriert, darunter 5 0 2׳ Juden, 62׳ Christen und zwölf Mohammedaner. 32 ׳Iniimiigranten •wurde die Einreise ׳verweigert. Während -des gleichen Zeitraumes wunderten 320 Personen, darunter 196 Juden, aus.■ Bettelverbot in Jerusalem erlassen. (J. T. A.) Der Magistrat ■von Jerusalem hat!entsprechend einem von ׳der ׳ ■Regierung geäußerten Wunsch eine Verfügung erlassen, wonach in ganz Jerusalem das Betteln verboten sei. Die •jüdische Gemeinde von Jerusalem besteht darauf, daß die unmittelbare Umgebung der Klagemauer, wo!zahlreiche jüdische ׳Familien ■von ׳den ׳milden Gaben der Klagemauerbesucher leben, von dieser Verfögung nicht ׳betroffen1 werde, da sonst ein plötzlicher und nicht leicht zu behebender Notstand eintreten würde. Britischer Schutz für palästinensische Bürger. In Er widerung auf eine Anfrage des Captain Foxeroft stellte der Unterstaatssekretär für auswärtige Angelegenheiten Locker Lampson im Unterhaus fest, daß britischer Schutz allen jenen Personen gewährt wird, die die palästinensteche Bürgerschaft gemäß den Bestimmungen der Bürger pchafts-Kabinettsorder vom Jahre 1925 erworben haben. Acht MilUonen Dollar für Agro-Jolnt ln Amerika aufgebracht..(J. T. A.) Durch die 500.000-Dollar-Spendc von Jahn D. Roclketfeller!junior zugunsten des •russischen Kolonisatioiiswerkes des amerikanischen Agro-Joint wurden die Gesamtfonds dieser Institution auf acht Millionen Dollar gebracht. Aus diesem Anlaß erläßt der Präsident des Agro-Joint, ׳Herr James N. Rosenberg, eiben Appell an die Juden Amerikas, ohne Säumen die zu dem 10-MiJ- SUonen-Dollar-Fonds noch fehlenden zwei Millionen Dollar ';aufzubringen. ,Bekanntlich hat Herr Julius Rosenwald aus :Chicago für das russisch-jüdische Kolonisationswerk fünf ::Millionen.Dollar!gespendet, aber daran, die!Bedingung ge- ..knöpft, daß bis!zu einer gewissen Zeit von anderen Per- :sotnen ׳für den gleichen Zweck fünf Millionen Dollar gegeben werden. Herr Rosenberg teilt ferner mit. daß in :kurzem ein Siedlungsvertrag mit der russischen Regierung geschlossen werden wird. Wir müssen uns beeilen, schließt er seinen Appell, wir müssen das Wettrennen gegen die Not der jüdischen Massen gewinnen. 250.000 Dollar für die Jlzchak Elchanan-Jeschlwah. O. T. A.) Bei einer Versammlung der Mitglieder des Vereines zur Stützung der Jeschiwah ״Jizchak Elchanan“ In New York wurden 250.000 Dollar gezeichnet. Im ganzen wird eine Million Dollar benötigt, um die neuen großartigen Gebäude eröffnen und die Existenz der Jeschiwah und des Rab'binersenats sichern zu köunen. Ausgrabungen ln Beth Schaan und in Hazon. (J. T. A.) Die Ausgrabungen, die eine Expedition der Universität Philadelphia unter Leitung von Prof. Allan Rowe in Beth Schaan vornimmt, wurden auch in diesem Jahr, wie früher, fortgesetzt. Die entdeckten Reste stammen aus der Zeit des Tutemes III. und Amenophis III., ägyDtische Könige, die fn der Zeit von 1500 bis 1450 B. C. E. über Kanaan regierten. Prof. G a r s t a n g von der Universität Liver- Pool setzt seine Arbeiten in Hazon und Ai fort. Hazon am Me'romsee war die Residenz des Königs Yabin, der von den Israeliten unter der Führung Deborahs besiegt wurde. MR der Ausgrabung von Hazon glaubt Garstang einen wichtigen Beitrag zur genauen Datierung der Geschichte und Kultur *der Richterzeit liefern zu können. Wegen eines postalischen Versehens ist die vorige Nummer der ״Jüdischen Presse'* in einigen Gemeinden der Slowakei verspätet zugestellt worden. Die Administration. Aus dem jüdischen Gemeindeleben in Piestany. Wie uns aus Piestany berichtet wird, hat dort dieser Tage der Geineindestreit, der — von außen angefacht und geschürt — Jahre hindurch die Gemüter erregte, eine allseits befriedigende und du r c h aus zweckmäßige Lösung gefunden. Wie den Lesern bekannt ist, nahm der Unfrieden in der Gemeinde seinen eigentlichen Ausgangspunkt in der Entwicklung des Weltkurortes Piestany, wodurch zahlreiche Juden sich dort niederließen, die ihrer unreligiösen Lebensführung* nach unmöglich mit dem traditionellen Geist einer orthodoxen Gemeinde harmonieren können, wenn sie nicht von vornehercin rechtdenkend genug sind, auf die Gestaltung des Gemeindelebens keinen Einfluß ausüben zu wollen. Das war auch lange Zeit, bis zum Beginn der zionistischen Hetze, der Fall und die Unfrommen konnten sich auch niemals darüber beklagen, daß man ihnen etwa einen Zwang auferlegt hätte, den sie nicht auch selbst gebilligt haben. Dann aber gerieten diese Kreise unter zionistischen Einfluß und wurden von Piestanyer -und auswärtigen Zionisten direkt aufgestachelt, sich innerhalb der Gemeinde unangenehm bemerkbar zu machen. Der eingestandene Zweck war, dem Präses der orthodoxen Landeskanzlei, der zugleich Oberrabbiner von Piestany ist, wegen der ablehnenden Haltung der slowakischen Orthodoxie gegenüber den zionistischen Bestrebungen die geistige Leitung seiner Gemeinde nach Möglichkeit zu erschweren. Hiezu kam, daß das alte Piestanyer Gemeindestatut dem Oberrabbiner die Pflicht, auf erlegt, bei Gemeiudewahlen gegen die Kandidierung religiös unzuverlässiger Personen im religiösen Interesse ein Veto einzulegen. Es war nun den zionistisehen Streitern nicht schwer, dieses statutarische Vetorecht des Oberrabbiners dazu zu benützen, um ihn tatsächlieh zu nötigen, in gegebenen Fällen bestimmte Personen wegen ihrer; religiösen ■Unfähigkeit zur Leitung einer orthodoxen Gemeinde von der Wahl auszuschließen und sie dadurch ungewollt in ihrer unangebrachten Eitelkeit zu verletzen. Das führte in weiterer Folge dazu, daß der Oberrabbiner und die gutgesinnten Gemeindemitglieder im Einvernehmen mit den Behörden sich entschlossen, der Gemeinde eine Abänderung dieses ״Vetoparagraphen“ vorzuschlagen ׳und an seiner Stelle anderweitige ausreichende statutarische Siche- 1'ungen für den traditionell-religiösen Charakter der Gemeinde und ihrer Leitung zu schaffen. Den Zionisten und allen denen, die durch dick und dünn mit ihnen gingen, waren aber gerade diese Sicherungen ein Dorn im Auge, denn mit diesen Sicherungen wäre eine statutarische Basis für die friedliche Entwicklung der Gemeinde gegeben, während ihre Spekulation auf das Gegenteil hinzielte. Solcherart jeder Hoffnung, für die Dauer beraubt, faßten sie den Entschluß, die orthodoxe Gemeinde endgültig zu verlassen und sich in einer separaten neologen Gemeinde nach ihrer Art auszuleben. Vor einigen Tagen langten nun die Statuten der neuen neologen ״Kongreßgemeinde“ vom Ministerium herab und damit die amtliche formale Bewilligung zur Bildung der Piestanyer neologen Separatgemeinde. Mit dieser Bewilligung erlangt die Austrittserklärung von 63 Mitgliedern aus der Reihe der Steuerzahler der Piestanyer orthodoxen Gemeinde gesetzliche Gültigkeit. Die Gründung "einer neologen Sondergemeinde in einem Orte wie Piestany bedeutet nach Ansicht aller eingeweihten Kreise den dauernden Frieden unter den Piestanyer Juden und eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Aufschwung und eine blühende Zukunft der alten orthodoxen Gemeinde in dem Geiste, der ihre Gründer allezeit beseelte. Der Austritt der aggressiven «Unfrommen und der hadernden zionistischen Kämpfer ist nun perfekt und die orthodoxe Gemeinde wird sich während der nächsten fünf Jahre, da die Ausgetretenen im Sinne des Gesetzes ihre Steuer noch an sie zu leisten haben werden, durch die nunmehr erhöhte Arbeitsfreudigkeit, durch die ungestörte Friedfertigkeit und die vertiefte Anhänglichkeit ihrer Mitglieder auch finanziell dermaßen gestärkt haben, daß sie dann den Ausfall an Steuereinnahmen unschwer wird tragen können. Außerdem hat die neue Lage auch noch den nicht zu unterschätzenden Vorteil, daß alle Fragen der Statutenänderung, die praktisch manche Schwierigkeiten boten, nunmehr jede höhere Bedeutung verloren haben und im Gemeindeleben nicht mehr als schwer zu lösende ״Probleme“ betrachtet werden. So ist beispielsweise auch das ״Vetorecht“ nach dem Ausscheiden derer, die davon betroffen werden konnten, belanglos geworden und das alte Statut könnte nötigenfalls ebensogut auch weiter in Kraft bleiben. Wie dem auch sei, dem Frieden in der Piestanyer orthodoxen Gemeinde stehen wesentliche Hindernisse nicht mehr im Wege und sie kann — wenn ihre Mitglieder von dem thoratreuen Geiste ihrer Altvorderen erfüllt sind — in gerader Linie ihren Aufstieg zu den Höhenzielen des Judentums unbeschwert fortsetzen. Das fünfzigjährige Jubiläum des R. Chajim Fürst. Aus Topolcany wird uns berichtet: Das Jubiläumsfest,. das anläßlich der ׳fünfzigjährigen Tätigkeit des!Rabbi Chajim Fürst an der Topolcancyer ״Machasice Thora“ גי לפ, ויחי DY den 25. Dezetriber v. J. veranstaltet wurde, •hatte einen sehr würdigen Verlauf. Die ׳Feier legte beredtes Zeugnis davon ab, ׳wie sehr das Wirken dieses seltenen (Mannes anerkannt und •in verdienter Art geschätzt •wird. Nicht bloß die Tapolcanyer Gemeinde, deren größter Teil, selbst ältere Männer, sich seine Schüler nennen dürfen und •ihrem verehrten ׳Lehrer in Dankbarkeit zugetan sind, sondern auch zahlreiche Schüler aus der Fremde, wie Rabbiner Hirschler, Rabbiner ׳Ka lisch und!Rabbiner 'Hu nsdorf er, sowie viele aus Oesterreic!11, Ungarn und den Städten Bratislava, Nitra, Nove (Zamky,' Ga- Ja׳nta, Piestany usw. ׳scharten sich aus diesem Anlasse um ihm und brachten ihm die gleiche Verehrung entgegen. Niemand ließ es sich nehmen, dem Jubilar in irgendeiner Weise, sei es durch •die Beteiligung am ״,R. Ghiaim Fürst-Jubdläiumsfonds“ oder sonstwie, seine Dank-!barlkeit zu bekunden. Viele seiner Schüler kamen nach Topolcany und schlossen sich der J׳ubiläums׳feier an. Schon.Tage vorher waren die Vorbereitungen zum Feste seitens •des Arrangierungskomitees getroffen worden. Am Bahnhöfe ׳wurden anlangende •Gäste durch die Herren Armin Sehe n k und Eugen Schlesinger begrüßt. Im Namen der Gäste antwortete 'Rabbiner Hirsch ler. :Nachmittags 3 Uhr versammelten sich die Gemeindemitglieder, die Schüler des Jubilars und die drei Klassen der ״Machasike Thora“ im Prunksaale der 1״Krone" zu einer erhebenden Feier.!Namens des ׳Arrangierungskomitees begrüßte Herr Josef IM. Bernfeld ׳mit einer schönen Ansprache die erschienenen Gäste, insbesondere die aus der Ferne herbeigeeilten, ferner das hiesige Rabbinat, die Gemeindemitglieder, •den Vorstand der ,jMaohasike Thora“, sowie alle ׳Teilnehmer und ersuchte •den •Initiator der Jubiläumsfeier, Herrn Hermann Fried mann ■.!un., and den Präses der Machas. Thora, den Jubilar abzuholen. Der ganze Verlauf des ׳Festes •dürfte allen Anwesenden unvergeßlich bleiben. Als •der Jubilar, 1R. Chajim Fürst, den Saal betrat, wurde er mit leibhaften Jechi-Rufen ׳begrüßt.״' Hierauf intonierte Herr Oberkantor Klein .mit seinem Chor einen schönen ״Boruch Habo“, welcher Beifall auslöste. Darauf begrüßte Herr Josef M.!Berufeld. den Jubilar mit herzlichen Worten. Sodann ׳hielt Sne. Ehrw. Herr Öberra:bbiner ׳Weiß seine Festrede. In meisterhafter •!Weise schilderte er die segensreiche Tätigkeit des . ׳Gefeierten. Schot! vor 50 Jahren, da! noch die ״Reforl“ wütete, habe er es mit pädagogischem Talent •verstanden, die Saat der Thora in die!jungen ׳Herzen •zu. legen. Daß, und welche Früchte diese Saat trug, beweisen die 'zur Jubiläumsfeier zahlreich erschienenen Rabbiner und:!Bne Thora. Der Redner legte im Anschluß an eine sinnreiche Midraschdeutung dar, was die ׳Gemeinde Topolcany dem R. Ohaim ■Fürst zu danken habe und schloß mit einem -Danke •an das־ Arrangierungskomitee, das die Feier zu einem כביד התירה gestaltete.!m Namen der Schüler sprach Herr Rabbiner Hirsch.ler, der die Herzen mit seiner!Ansprache im Sturm eroberte und nach Beendigung seiner rhetorischen Leistung tosenden ׳Beifall erntete. Herr Hirsch Kornfein sprach im Namen des Vorstandes der ״Machasike Thora“ und dankte dem Jubilar für seine beispiellosen Leistungen auf •dem Gebiete der •religiösen Jugenderziehung. Bei dieser Gelegenheit gedächte er pietätsvoll der verstorbenen Gründer der ״Machasike Thora“ und wünschte dem Jubilar, daß es ihm ■gegönnt sein möge, noch viele Jahre als .Därektor der M. Th, zu wirken. Nach •der gelungenen!Ansprache des kleinen Mayer Bernfeld ergriff der Jubilar selbst das Wort, lim für die ihm bereiteten Ovationen zu danken. Er betonte, daß er stets mit Freude im.Dienste der pVYH gestanden habe und. daß sein Bestreben immer darauf gerichtet ׳gewesen sei, jüdisch ehrliche und ehrlich jüdische Männer zu erziehen. Seine Worte wurden mit stürmischem Beifall belohnt. Die Feierlichkeit fand darauf mit Gesang Ihr Ende. Am •Abend fand das Festbankett ebenfalls im großen Saale der ״Krone“ statt. Nahezu 300. Personen nahmen an dem Festessen teil. Den Reigen der Reden eröffnete Herr Rabbiner Haberfeld.. Nachher sprach der Schüler des Jubilars, Herr Rabbiner Kali sch aus Bratislava, eine Midraschstelle erklärend, Dankesworte,. I׳m Namen •der Familie dankte, der Sohn des Jubilars, Herr Oberrabbiner Leo F ür׳st aus Gus, für das * zu Ehren seines Vaters veranstaltete Fest. Einen wahren Genuß brachte die Ansprache des Herrn Rabbiners Salomon U n sdorfer aus Bratislava mit seiner meisterhaften,־ mit Gleichnissen gewürzten Rede. Es wurden ihm begeisterte Ovationen dargebracht. Es sprachen noch die Herren Salomon K a t z b u r g ünd Z a r k o w e r aus Topolcany, in geistreicher Weise Herr Is. Bock aus Klatnovcpe, Herr Direktor E. Taub und im Namen der Kollegen Herr Eugen Felbert. Angenehme Ueberraschung bereitete Herr Eugen Schlesinger, der •im Namen der Jugend die herzlichen Glückwünsche verdolmetschte. Zum Schlüsse sprach •abermals Herr Rabbiner Hirse hl er in begeisternden Worten. Es soll nicht unerwähnt bleiben, daß der Löwenanteil an dem wahlgelungenen Fest Herrn Hermann Friedman n jun. gebührt, der als Initiator des ״R. Chajim Fürst-Fonds“ und der Feier keine Mühe scheute. Ausschließlich seiner Energie ist es zu danken. d׳aß der Fonds noch täglich wächst. Bei dieser Arbeit waren ihm seitens der Jugend die Herren Eugen S c •h 1 •e s i n g •e r, Armin Schenk und Max L ö w b e e r behilflich. Die Herren Josef M. Bernfeld, David Löwbeer und Jose! Felsenburg haben durch ihre Beziehungen zu auswärtigen Schülern ■Ersprießliches beigetragen. Dem Jubilar sind zahlreiche Glückwunschbxiefe und Telegramme zugegangen.

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