Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 1 (4.1.1929)
- Date
- 1929-01-04
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 JÜDISCHE PRESSE Nr. I flRCHftICHTEfl Adas Jisroel (Scliiffschul) Wieu, II., Große Schiffgasse la. Z. 7 ex 29. Bekanntmachung! Vom 1. Jänner d. J. an wird Koscher-MHcU unter Aufsicht des ehrwürdigen Rabbinats der Adas Jisroel ausschließlich von der Firma S. & G. Pisk, Brigittenauer Molkerei, geliefert. Die Haschgochoh bezieht sich ausschließlich auf Milch, die in Behältern geliefert wird, die die Verschlußmarke (Plombe) der Adas Jisroel tragen. Der Verkaufspreis im Einzelverschleiß für einen Liter ist mit 50 Groschen festgesetzt. Der Vorstand der Adas Jisroel. Die Firma Eisen & Co., VH., Neubaugasse 15, bringt Feinwurst- und Selchwaren in den Handel, die ausschließlich aus dem Betriebe stammen, der der Aufsicht des ehrwürdigen Rabbinats der Adas Jisroel untersteht. Jedes Stück trägt daher eine deutliche Marke der Adas Jisroel. E Vierzigjähriges Jubiläum des Bethaus-Verepies Achdus Jisroel. im Rahmen eines würdigen Festg-ttcsdienstes feierte der Bethausvcrein ,.Achdus Jisroel“, Rcmbrandt- Straße 32. das Jubiläum seines vierzigjährigen Bestandes. J11 Vertretung des Rabbinates der Adas Jisroel war Rabb. Josef 13 a n m garten erschienen, ferner waren die Herren Rabbiner Dr. ■Piitchas K 011 tu H. Schenk und Jakob Ha her f cid bei dem Feste anwesend. Unter den Fcstgästen sah man den P r ä s i d e 111 e n der israelitischen Kultwsgemeindc, Herrn Generaloberstabsarzt Prof. ■Doktor Alois;Pick und die Kultusvorsteher Wolf!Pappenh e i in, David D 0 h a n. Michael S t e r .11 f c 1 d und ׳Moritz »Lei tu er, ferner den Vizepräsidenten der Schiffschul, Dr. Isidor R c i ti i 11 g c r und die Vorsteher Artur F e i g e 1stoc k, Bertliold Stroh, Josef Schick und Joachim Wosncr. Außerdem waren Vertreter der polnischen Schul, der Bcthausvcrcine Talnuid-Tliora. Montefiorc, Ohel Awrohom und Betli-Hamidrasch, Ez Chaim, Adas Jcschuvuin und Zsabner Klaus ■erschienen! .In der übervollen Synagoge wurden die Vertreter der Korporationen, au ■ihrer Spitze der Präsident der Kultusgemeindc Prof. Dr. Pick zur Thora gerufen u,nd die zahlreichen Spenden bewiesen, daß sic die Rembrandtschul nicht nur ■mora- ■lisch, sondern auch materiell zu stärken wünschen, ln der Festrede würdigte Herr Rabb. Dr. Joel ׳PoUak nicht nur die vierzigjährige Tätigkeit der Rembrandtschul, sondern ■hob auch die große religiöse Aufgabe, welche die orthodoxen Bethäuser in Wien erfüllen, überaus wirksam hervor. ■Die kantoralen ■Funktionen versah Herr A.!Braun, Oberkantor der Scliiffschul. mit •Chor. Herr Oberkantor Braun erwarb sich durch .seine vorzügliche Leistling neue Freunde und erntete bei allen Anwesenden ungeteilten Beifall. Die stimmungsvolle Feier!hinterließ bei allen Teilnehmern tiefen Eindruck. Die 40. ordentliche Generalversammlung des Betliausvereines ״Achdus Israel“. Wien, •II.. Rembrandt- Straße 32, findet Sonntag, den 6. Jänner 1929 vormittags um 10 Uhr statt. Neuwahlen in der orthodoxen israelitischen Kultusgemeinde in Subotica. Am 27. Dezember v. .1. wurde bei außerordentlich großer Teilnahme die Vorstandswahl der orthodoxen israelitischen Kultusgcmeinde vorgenommen. Der!bisherige .Präses,!Herr Wilhelm Glied, wurde mit großer ■Begeisterung wiedergcwäiiit. Der neuge wählte Präses hielt nach Uebernahme des neuen Mandats eine wolildurchdachte Programmrede und 11. a. machte er sic!h ■den!Plan der Errichtung ■einer neuen Synagoge — d׳ie durch ■das stete Entwickeln der ■Gemeinde besonders notwendig!ist — zu eigen. Es ist zu hoffen, daß durch diese Walhl, durch welche die Leitung ■der Gemeinde abermals in ■die bewährte Führerhand ׳des Herrn ■Glied .gelangte, ■die günstige Entwicklung der Gemeinde ■gesichert ist. E. W. Talmud-Thora-Wahl in Nyiregyhäza. Am 16. d. fand in Nyiregyhäza die alljährliche Vorstands- und Repräsentanzeu-Wahl der Talmud-Thora statt, die 230 Mit- ®:Weder zählt. Gewählt wurden: Präses: Schreiber Samuel, Vizepräses: Jakabowits Jenö. Gabboini: Stern Jozsef und Heller Lazar. Kassier: Katz Lazar. Kontrollor: Blau Mor. Ehrennotär: Bleich Hermann. Repräsentanz: Heller Mor, Elefant ■Mor, Rosenwasscr Adolf. Friedmann Henrik, Hön-i'g .Antal, Honig Jenö, Silberstein Hermann. Eisenberg Isidor, Teich Mor und Stern ,Lipot. Jüdische Bilder im ״Ha8־e11b1111d״. — Anerkennung der Arbeiten von Artur Weiß in der öffentlichen Presse. Der ,,Ha gen bund" bringt in seiner neuesten Aas- Stellung moderner Kunst vier Holzschnitte von Artur Weiß, die bereits in den Luachblättern der A g u d a s Jisroel abgedruckt waren. Der junge, taientvolle Maler ist aktives Mitglied der Aguda-Jugendgruppe und hat dieser bereits mehrere wertvolle Arbeiten zur Verfügung gestellt. Die vier erwähnten Holzschnitte sind seine ersten Werke, welche öffentlich zur Schau gestellt, werden und finden allseits die Anerkennung als Werke eines aufstrebenden und vielversprechenden Talentes. S cligmann (AFS.) hebt in der ״Neuen Freien Presse insbesonders die gute Technik hervor, wiewohl er sonst für moderne Kunst, also für die meisten derzeitigen Aussteller im f״־Hagen,bund“ wenig übrig hat. Erwähnenswert ist auch der Umstand, daß die ausgestellten Werke von Artur Weiß auch jüdische Kunst als solche repräsentieren, da die Themen ganz dem Milieu des chassidischen Judenlumes entnommen sind. Sie behandeln: ״Das Vorlesen aus der Thora“ — ״Simchas Thora“ — ״Jahrzeit am Grabe des Zauser Rebben“ und ״Das Benschen“. Die Bilder sind sogar im Katalog des ״Hagenbund“ reproduziert und sind somit der erste Schritt des jungen Künstlers in die große Oeffentlichkeit der bildenden Kunst. Als Zeichner von Emblemen, Entwerfer von Innendeko־' rationen und sonstiger Zweckarbeiten erfreut er sich bereits längere Zeit ansehnlichen Rufes als Aussteller großen iist er neu und die jüdische Welt wird ihn in seine« letzterwähnten Eigenschaft umso lieber begrüßen. Erez jjsroel-Gesellschaftsroise. Die Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel beabsichtigt, im kommenden Frühjahr eine Erez J isrocl-Gcse lisch aftsr ■eise zu verani ־ stalten. Die Leitung der Reise liegt in Händen des Herrn Julius Schwabacher, Frankfurt a. M., Hölderlinstraße 5, an welchen alle Anfragen und Anmeldungen direkt zu richten sind. Prospekte werden Interessenten gern zur Verfügting gestellt. Um am Purim bereits in Erez Jisroel zu sein, wird voraussichtlich das am 14. März in Triest abgehende Schiff benützt werden. Neuwahlen in der Berliner Gemeinde ״Adas Jisroel“. (J. T. Al) Am 16. Dezember fanden in der Berliner Gemeinde ״Adas Jisroel“ die Ergänzungswahlen zu den Gemeindekörperschaften statt. Den Gemeindevorstand bilden nunmehr folgende Herren: Martin Bondi, James Halberstadt, Moritz Knoller, Naphtali Stern, Lehmann, Weichselbäum. Als Stellvertreter wurden gewählt die Herren: Ludwig Bier, Dr. Benno Grabenwitz, Dr. Emil Hirsch, Dr. Falk-Schlesinger. Befreiung: Jüdischer Arbeitsloser von der Meldttogs- Pflicht beim Arbeitsamt an Sonnabenden. (J. T. A.) Der. Präsident der iReichsanstält־ 'für Arbeitsvermittlung und Artoeif slosenve rsi die rang; bat den Bund, gesetzestrauer jüdischer Gemeinden (Sitz ■Halberstadt) ■auf dessen Antrag auf Befreiung!jüdischer Arbeitsloser von der Pflicht ■zur Meldung ,beim ■Arbeitsamt am Sonnabend• unter d׳e׳m 29. September 1928, Gesc'häftszeiclhen iI'II 65628־ Br, folgendes geantwortet: ,.In Ihrer an den Herrn Reiahsarbei ts minister geriohtaten und an •mich abgegebenen Eingabe vom 12. Septemher 1928 haben Sie :beantragt, es grundsätzlich’ ׳ails ge- •־niiigende Entschuldigung •im Sinne des § IM AVAV1G. (für die Unterlassung ■einer Meldung ■nach173 §׳ ׳ a. a. 0. gelten zu lassen, wenn ein arbeitsloser orthodoxer Jude an einem Sonnabend oder ׳jüdischen Feiertag ■die Erstattung der Meldungen ■aus ׳religiösen Bedenken ■unterläßt. Dabei• haben Sie. ausgeführt, daß ein Verstoß gegen das Reiigionsgesetz nicht nur in einer eigenen Haftung des orthodoxen Israeliten enthalten sein kann, sondern auch darin, daß er einen Dritten zu einer ih!m selbst nicht erlaubten Verrichtung veranlaßt. ׳In Ueberems.tim׳rmm׳g ■mit dem Herrn Reichsarbeitsminister habe ich keine Bedenken dagegen zu er- ..heben, daß die Unferlassung der ■Meldungen an Sonnabenden oder an •jüdischen ׳Feiertagen als genügende Entschuld!־ gung gemäß § 114 a. a. O. angesehen wird, wenn nach־ gewiesen ermaßen bei dem ,Arbeitslosen religiöse ׳Bedenken dagegen bestehen und der Zweck der Arbeitsvermittlung nicht darunter leidet.“ Gründung einer Agudas Jisroel-Frauepgruppe. Hambürg (J. U.). Am 3. November wurde in Hamburg eine Agudas Jisraci-Frauengruppe gegründet. Nach einem herzliehen Begrüßungswort durch Fräulein Helene Flörsheim, die Vorsitzende der ,Mlidchengruppe, hielt Fräulein Studienrätin Lilli Frei mann ein Referat über ״Zweck und Aufgaben einer agudistischen Frauengruppe“. Die Refereutin führte etwa aus: Seit dem Kriege ist die Arbeit der Frauen und Mädchen innerhalb und für Agudas Jisroel erschreckend zurückgegangen. Dies ist umso bedauerlicher, als heute mehr denn je infolge des scharfen Daseinskampfes, der die ganze Kraft und Zeit der Männer absorbiert, den Müttern die Erziehung der Kinder obliegt. Soll die Mutter befähigt sein, ihrem heranwachsenden Kind, das schon früh den Einflüssen von ״draußen“ ausgesetzt wird, an das schon früh Organisationen und Bünde werbend herantreten, kundige Beraterin zu sein, so muß sie gut Bescheid wissen. Sie muß wissen, was in der jüclisehen Welt vorgelii, welchen Anteil die einzelnen Orgauisationen an diesem Geschehen haben, und sie muß über die Tendenzen dieser .Organ!- sationen, die tun ihr Kind werben, gut unterrichtet sein. Und so müssen die Mütter unserer Kreise gut orieutiert sein über, die Agudas Jisroel, die Organisation der Thoratreuen, sie müssen von Liebe zu ihr erfüllt sein, damit sie ihren Kindern diese Liebe vermitteln und ihnen die Entscheidung leicht machen können. Aber auch um ihrer selbst willen sollen sich unsere Frauen zusammenschließen. Aussprüche und Aufmunterung durch Gleichgesinnte, Zusammenschluß stärkt die Kräfte der einzelnen macht sie bereit für den Dienst an den Gesamtheiitsaufgaben und macht sie fähig, auch die werdende Generation für diesen Dienst, zu aktivieren. Der AJmemor in der Berliner Alten Synagoge. In früheren Jahrzehnten stand׳, wie ■das!in konservativen Synagogen üblich Ist, der lAImemor!in der Synagoge!Heidereuterstraße in der!Mitte des Gotteshauses, symbolisch andeutend, ■daß die Thor avorl esu ng, die von ׳ihm aus vorgenommen wurde, Inmitten der ׳Gemeinde, an jeden einzelnen sich wendend, (ihren Platz haben müsse.!In den Zeiten der ׳Reform wurde diese Einrichtung abgeschafft, der Almemor in der Mitte beseitigt und die Thoravorlesung, wie in den übrigen Gemelndesynagogen, vom Platz des Vorbeters aus vorgenommen. Es 'besteht jetzt die Absicht, zunächst in der Alten Synagoge zu der überlieferten ehrwürdigen!Form aurückzukehren. In der letzten Sitzung des Geraeindevor- Standes wurde die Frage auch nach der baulichen Seite hin eingehend :besprochen. Es bestand allgemeine Bereit- Willigkeit, die Aenderung vorzunehmen und den Almemor wieder in die ■Mitte der Synagoge zu׳ versetzen. Ein ent- «wechender formeller Beschluß ist demnächst zu erwarten. Nathan Birnbaums Vortrag in Fürth. Man schreibt * * uns:‘Vor einem izaMreichen!Publikum fand aim 27. November; i׳m Berolizheimeriamim ■ein Vortrag von Dr. Nathan Birnbäum über ״Der Weg des Judentums in ,der Weltesohichte“ statt. Der Redner ׳führte folgendes aus: Alle ■Menschen haben seit jeher 'die )Sehnsucht nach ■dem!Göttlichen, darin waren ■ailile Völker von Anlfang an gleich. Aber sie suchten G-tt ׳mit iden Sinnen und iblieiben daher an der Materie hälften, ׳bis Abraham ■kam, ■der G־tt!mit der Seele suchte und ■ihn als ein geistiges Wesen ■jenseits aüler 'Sinnlichkeit in eine übersinnliche Welt versetzte.;Auch ■große /Denker anderer Völlker haben G-tt erkannt,;z, 1B. iPlIatoi aber ihre Erkenntnis blieb rein ■intellektuell], •sie haben G־tt nicht in ihrem Leiben anerkannt ׳und vor allem gar nicht versucht, ihr Volk für ihre Anschauung zu gewinnen. Wie anders Moses, ■der größte aller!Menschen, der sein ganzes Volk zur Anerkennung :G-ttes erzog. Mit ■dieser Anerkennung düngen auf 10 Tafeln. Von Prof. Dr. Samuel 1K׳ra׳uß. Selbstverlag des Verfassers: Wien, II., Ferdiuandstraße 23. _ Joachim Edler v. Popper, Primas der böhmischen Laudesjudenschaft, ist aus kleinen Anfängen — ■er hieß lange Zeit Ohaa.jim — ■reich •und mächtig •geworden, er übersiedelte von ■seiner Heimatstadt Presnitz nach Prag und wurde vom Kaiser!Leopold in ■den Adelsstand erhoben. Ein glücklicher ■Mensch war unser Edler v. :Popptor nicht, er •besaß Reichtiimer, ■aber keine K Und •er. Sein unbefriedigter Familiensinn ■drängte ihn, in :seinem Testament für seine Familienangehörigen zu sorgen; •u. a. errichtete er ■eine lH׳e!!i r a t s st Pf ■tu 11g für die Nachkommen ׳seiner zwei Schwestern in der ■Höhe von 100.000 Gulden (das Stiftiungskapital wurde später auf ׳ 75.000׳Gulden■ iherabgesetzt). Die ■ansehnliche Stiftung veranlaßte die Descendenz ■der Popperschen Schwestern 2um Nachweis;ihrer A'bstam- mung. Auch unser Autor bemühte sich, seinen Stammbaum ■bis auf ׳eine von Poppers Schwestern zurtiakzufübren, aller- •dings ohne Erfolg. Vergebens waren seine Bemühungen ■doch ׳nicht. Als Frucht des Suchens nach dem richtigen Stammbaum entstand vorliegende ׳Monographie über ■eine;markante Persönlichkeit der ׳böhmischen Judenbeit am Ende ■des 18. Jahrhunderts. Dank der ׳umsichtigen und fleißigen Arbeit ■des Verfassers gewinnt man einen tiefen Einblick ■in das ■Leben ■einer der ׳höohstgestellten Persönlichkeiten der ■Prager Judenbeit in der Zeit von ,Rabbi Ezekiel Land.au. Joachim •Edler v. Popper gewinnt aber in der Darstellung von Prof. Krauß auch eine typische Bedeut'iHig. Diese geadelten ■und ׳emporgekommenen reichen Juden konnten sich nicht auf •der •Höhe!halten. Der Generalerbe und Neffe v. Poppers taufte sich in Wien und so auch einige ,andere Mitglieder der einst :bedeutenden Familie. Man!kann die Geschichte des Moses ׳Dobruschka, der in ■der Taufe den ׳Namen Frahz Thomas Schönfeld erhielt, nicht ohne Wehmut ■und Zorn lesen. Die großen ׳ReiChtümer des Joachim v. Poppier sind in der 1Hand seiner •Nachfolger bald verflüchtigt. Weder ■die große Firma, ׳noch der Name J. v. Popper, ■auf welche ■der ׳Gründer so stolz war, sind geblieben, ׳bis ihm der amtlich nicht legitime ■Nachfahr Prof.!Krauß ein ■Denkmal, bleibender als aus Erz, er- ׳richtet ihata. Geschichte der Juden in der Oberpfalz. IV. Sulzbürg, V. Herzogtum Sulzbach. Von •Dr. M. We urberg, Rabbiner in Neumarkt (Oberpfalz). Schriften der Hlstorischen Kommission des Verbandes der bayrischen israelU tischen Gemeinden. Band I und II. Kommissions-Verlag der Ewer-Buchhandlung . München. — Eine emsige historisierende Arbeit, die allenthalben am Werke •ist, •die ׳jüdische Vergangenheit für sp’ätere ■Zeiten zu retten, hat uns aus der bewährten Feder von Rabb. Dr. Weinberg zwei wertvolle •Monographien geschenkt, die alte jiidische Zentren in der Pfalz, deren Anfänge auf das 14. Jahrhundert zurückgehen,!behandeln. Jeder, dem jiidische Vergangenheit teuer, dem Gemeindelebett. Familien- Schicksale ׳nahegehen, wird •diese wertvollen historischen Skizzen ■mehr als einmal lesen. Den Forschern ■jüdischer Geschichte sind die vorliegenden Bände, deren gediegene Ausstattung ■die Munifizenz ■der Historischen Kommission d. V. d. B. Is. G. rühmt, wertvolle ׳Behelfe •in ihrer Arbeit. Der Chasidismus. eine kulturhistorische Studie von Veras- Ahron Marcus s. A. nach handschriftlichen Notizen des sei. Verfassers revidiert. Heft 1. Verlag von Salomon Marcus, Verlagsbuchhandlung Hamburg 5687, ■Hambürg 1927. ■Als seinerzeit der!sei.- Ahron Marcus, unter dem Pseudonym Verus im königsbergerischen Jeschawa seine Publikationen über Chasidismus eröffnete. da war leider der Kreis der Leser ein zu geringer, als daß ■das Werk denjenigen Eindruck hätte machen können, den es ver- ■diente. Seitdem ist allerdings Verus in die Reihe der Klassiker aller Studien über den Chasidismus eingereiht worden. Um so verdienstlicher ist das Werk ■des Sohnes, daß er nunmehr an eine Neuauflage ■des Werkes schreitet, die dadurch erhöhten Wert erhält, daß sie aus handschriftliehen Notizen des sei. Verfassers ׳Ergänzung bietet. Das erste Heft liegt uns!in ansprechender Ausstattung vor. Es sei uns nur der eine Hinweis gestattet, daß ׳in ■bezug auf ״Augsburger“ und ״Regensburger“ Dr. Ehrentreu s. A. in den Jahrbüchern der I. L. G. einleuchtende und zureichende Erklärung gibt. War sind sicher, daß sich Verus auch in dieser neuen ׳Form einen großen Kreis von Freunden und dankbaren׳ Verehrern erwerben wird. Führer durch die Jüdische WohlfahrtspfleRe in Deutschland. Herausgegeben von der Zentralwohlfahrtsstelle der •deutsehen Juden (Verlag Dr. Fritz Scherbel. Charlottenbürg 4.) Der Führer verdient ehrlich diesen Namen. Wenn man •das 332 Seiten starke Buch durchgearbeitet hat, bekommt man ein überwältigendes Gefühl von der Größe des Apparates, den die Gesamtheit der deutschen Juden und die Gesamtheit ihrer Fürsorgevereine errichtet haben, um ■der Not, die schwer die deutsche Judenheit betrifft, Herr zu werden. Um einen Ueberblick über die Kapazität ■der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden zu geben, •mögen folgende Zahlen ■dienen: Die Zentralwohlfahrtsstelle ■umfaßt 15 Landesverbände, 72 örtliche Wohlfahrtszentralen, 5 •Fachverbändc ■und 3 Facharbeitsgemeinschaften, 190׳ Männervereine, 340 Frauenvereine. 150 Fachvereine, 800 sonstige Wohltätigkeitsvereine mit zirka 175.000 Mitgliedern. Der Zentralwohlfahrtsstelle stehen in der geschlossenen Fürsorge 1954 Verwaltungs- und Erziehungskräfte, in der halboffenen Fürsorge 165 Pflege- ׳und Erzieherkräfte und in der offenen Fürsorge 55 Schwestern und 500 hauptberufliche Kräfte zur Verfügung. Das Buch ist ein •unerläßlicher Führer für jeden, ■der sich mit ,dem Problem der sozialen Fürsorge befaßt. Zeitschrift für Jüdische WohlfahrtspfleRe. Herausgegeben von der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen .Juden, Jahrgang 1, Heft 1. Das ansprechend ausgestattete 1Heft verdient die größte Beachtung. Nebst einem einführenden Artikel von Rabb. Dr. L. Baeck befinden sich hier . wertvolle Aufsätze wie ״Das Problem der inneren Wandlung“ (Prof. Dr. E. Stern), ״Der Wohlfahrtsausschuß •des Preußischen Landesverbandes..(Dr. M. Türk), ״Was für Aufgaben fallen der Sozialhygiene in •der jüdischen ׳Gemeinde-Wohlfahrtspflege zu“ (Dr. G. Tugendreich) ■u. a. m. Am Schlüsse des Heftes eine wertvolle Zeitschriftenschau. C. V. Kalender 1929. Zum ■dritten Male erscheint zu Beginn des neuen Jahres herausgegeben vom Landesverband Groß, Berlin, der Kalender des C. V. Dieser Kalender enthält ,nebst dem Kalendarium zahlreiche kurzgefaßte Beiträge über Aufgaben und Ziele des C. V., statistisches Material über das deutsche Judentum, die Reichstagswahlen im Jahre 1928, die Anschriften der Führer ■des C. V. sowie fast aller jüdischen Organisationen und vieles andere. Das mit großer Sorgfalt zusammengestellte und drucktechnisch klar gegliederte ׳Bändchen wird Vielen ein willkommenes Hilfsmittel bei ihrer Arbeit •für •das deutsche Judentum sein. Der Kalender ׳ist gegen Voreinsendung von 55’ Pf. " in ־Briefmarken durch das Büro des C. V.!Landesverband Groß-Berlin, ■Berlin SW 68, Lindenstraße 13. I1I.U. zu beziehen. Das Modeiiblatt der vielen Beilagen: ״Beyers Mode für Alle“. ■Mit großem Schnittbogen, gebrauchsfertigem Beyer-Schnitt, Abplätimuster und dem mehrfarbigen Son.- derteil ׳״Letzte Modelle der Weltmode“. Monatlich ehr Heft für 90 Pf. Wo nicht zu ■haben, direkt vom Beyei-Ver«׳. 1 a g. Leipzig, Weststraße, Reyerhaus.