Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 1 (4.1.1929)
- Date
- 1929-01-04
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2629891-2630294-2630295--3195-2635157- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 1 JÜDISCHE PRESSE Seite 5 wurden die Juden das ■auserwäbUe Volk, womit nicht gesagt sein soll, daß die anderen Völker Stiefkinder seien, sondern daß dieses Volk das erste war, das ׳zu G-tt Vater sagte und damit die ■Pflicht auf sich nahm, G-tt 1z׳u heiligen und dadurch als Wegweiser für die anderen Völker zu wiriken. Das jüdische Gesetz will nicht nur, w.ie es he« anderen Religionen auch der Fall ist, den Alltag von Zeit!zu Zeit unterbrechen, sondern, und darin!liegt seine Originalität und Größe, alle'Beziehungen des Alltags durchdrungen und dadurch heiligen. Der Weg des jüdischen Volkes ■besteht darin, durch alle Zeiten hindurch G-tt ■und seinem Gesetz die Treue zu halten. Nach einem Kampf von tausend Jahren hatte das Volk den ersten!Sieg errungen, nämlich sich selbst unzertrennlich!mit G-tt und dem Gesetz verknüpft. Damit war a'ber auch schon ■der zweite Sieg erfochten, die Hinführung der Menschheit zu dem einzigen G-tt durch ■das Christentum und den Isilam, welche 'Bewegungen nicht das Werk einzelner Männer sind, sondern das Resultat aus der fortwährenden Beeinflussung der Völker durch die in ihrer Mitte wohnenden Juden. In den Ifölgenden zweitausend Jahren seiner 1Geschichte hat das jüdische Volk keine neuen Erfolge anfzuv/eisen, seine äußeren Verhältnisse gaben da!zu gar keine Möglichkeit. Aber die Juden sind doch wenigstens geblieben und nun ist durch die Emanzipation!der!Moment eingelrcten, da sie!ihren so lang begonnenen!Weg!fortsetzen können •und trotz der Schwächung durch ■den ausgedehnten Abfall!fortsefczcu müssen. Welche!Aufgaben liegen also vor ׳uns? Zuerst muß für die Erkenntnis G-ttes gegen den »Atheismus gekämpft werden, durch!Lielbe zu G-tt, durch Demut zu G-tt, ׳durch!Anschluß ׳an •G-tt. Sodann muß die Achtung der anderen Völker izuriickeröbert werden. Eine dringende Aufgalbc!liegt ferner in der Berufswahl, wir müssen Berufe engreifen, die uns!von den;Städten mit ihren ganzen gemiitszersetzenden Tendenzen ifenthalten. Bekennenn wir es offen — so ■schloß Birnbaum —, wir sind nicht mit uns zufrieden. Aber diese Einsicht ist uns Spendet für den der Adas Jisroel, Wien, II., Nestroygasse 11 notwendig, wir können n׳ur durch die ׳Erkenntnis ,vorwärtskommen, wie groß unser Weg ist ■und wie klein wir selbst noch sind.!Diese Gedanken trug Birnbaum in einer einfachen klaren Sprache vor, ohne längere theoretische Untersuchungen, letzten Endes ist es 1Birnbaum nur um die Tat zu tun. ׳Inhaltlich pviiH er nichts Neues ■geben, sondern nur den alten Inhalt des überlieferten Judentums!zu neuem und stärkerem Löben erwecken.!Dieser Inhalt gründet sich auf die Gedanken des Glaubens an G-tt und ׳der gebotenen Tat und daraus ׳folgen die großen einfachen Linien einer gläubigen Weltanschauung, in der alles ■klar, bestimmt, sicher und deutlich!ist. Das Interessante an.׳Birnbaums Vortrag war also nicht der ׳Inhalt, sondern der!Mensch, der sich diesen Inhalt mit einer größeren als der gewöhnlichen Glut zu eigen gemacht hat. ׳Der!Kernpunkt des Birnibaumschen Denkens!besteht in dem Satz: Sei ganz mit G-tt!!Und darin zeigt er sich als ein echter Enkel der Propheten, als deren Grundtendenz eben!jener »Satz zu bezeichnen ist.!Noch in einer zweiten Beziehung .zeigt er sich von prophetischem Geiste •׳beseelt: er behält seine Erkenntnis nicht für sich, er will sic weiterverbreiten, durch die Gründung eines großen Erziehungswerkes!zunn ■Allgemeingut seines Volkes machen. Hoffen wir, daß der!Ruf Birnbaums nicht ungehört verhallt. B. Ein großes Legat für die LubUner Jeschiwah. Die jüngst verstorbene Frau des Warschauer Philanthropen' Goldstein, hinterließ für die Lubliner Zentraljeschiwah ein Legat von 2000 Dollar. B Tschechoslowakei § B Die Wahl in der ßratislavaer orthodoxen Gemeinde. Die Vorgänge, die vor drei Jahren bei der Wahl der Leitung der Preßburger orthodoxen Gemeinde soviel Aufsehen erregten, sind noch in lebhafter Erinnerung. Wie vorauszusehen war, fand der Weg, den diese größte orthodoxe Gemeinde in der Slowakei damals beschritt, am 16. *Dezember, da abermals Wahlen vorgenommen wurden, seine konsequente Fortsetzung. Es wurde wieder ein Vorstand aus fünf und eine Repräsentanz aus dreißig Mitgliedern gewählt. Die Preßburger Gemeinde kennt für gewöhnlich keine Generalsversammlung; so ist denn die gesamte Gemeinde und die Beschlußfassung über alle ihre Aufgaben für die nächsten drei Jahre ausschließlich der Leitung anvertraut, die jetzt gewählt wurde. Von den: mehr als 1200 Gemeindemitgliedern haben 1014 ihre Stimmen abgegeben und damit bewiesen, daß es eine! Schicksalsfrage einer jeden orthodoxen Gemeinde ist, aus welchen Elementen sich ihre Mitgliedschaft zusammensetzt. Die Krisis, die vor drei Jahren 1m Leben der Preßburger Gemeinde in unverantwortlicher Weise künstlich hervorgerufen wurde, wird demnach — wenn nicht alle Zeichen trügen — noch lange währen und die jetzige Wahl darf, wenn wir uns nicht leichtfertig einer Selbsttäuschung hingeben wollen, nicht anders als eine Episode in dem Verfall dieser angesehenen und wahrlich zu einem besseren Schicksal bestimmten jüdischen Gemeinschaft betrachtet werden. Aber auch als solche gewinnt die Wahl eine Bedeutung, die über ihren Rahmen ,hinausgeht und ihr Resultat dürfte im ganzen Land mit Interesse vernommen werden. Der Wahltag selbst verlief ungestört und in bester Ordnung. Während der verflossenen drei Jahre wurde von der Partei, die damals ans Rude!r Kam, gegen die Rieh1tung, die bis dahin von der früheren Gemeindeleitung zielbewußt in mustergültiger Weise vertreten wurde, eine heftige Agitation entfaltet. Die herrschende Gemeindeleitung war i;1 dieser Agitation sowohl in den Kampfmitteln als auch in den Helfern, die sie in ihrem Namen handeln ließ, nicht gerade wählerisch. In den letzten Wochen vor dem Wahltermin verstärkte sich diese Agitation durch Flugblätter und Schmähschriften der bekannten Art. Man scheute sich auch diesmal nicht, in Versammlungen von gleichem moralisehen und geistigen Niveau, nach bewährten zionistischen Methoden, gegen die Verfechter unentwegter orthodoxer Prinzipien in der Gemeinde zum Terror und zur Pöbel- Verhetzung die Zuflucht zu nehmen. Selbstverständlich fanden sich die schönen Seelen wieder. Die Anhänger jener Auffassung unserer Väter und Großväter, die in der orthodoxen Kehilloh nicht nur einen technischen Apparat ■ zu,r Versorgung einer Anzahl von Juden mit Koscherfleisch und zur Erhaltung von gewissen Institut tionen, sondern immer noch den organisatorischen! Gemein Schaftsausdruck für die le.bendigö Verwirklichung aller aus Religionsgesetz, TraditionundthoratreuerWeltanschauung einer jüdischen Gemeinde erwachsenden, in jeder Gegenwart sich stets erneuernden Aufgaben erblicken zu müssen glauben und demgemäß auch die Gemeindeleitung zusammengesetzt und gestaltet wissen wollen, sahen sich abermals vor die unvermeidliche Notwendigkeit gestellt, sich gegen eine den Namen ״Konservative Friedenspartei“ irreführend mißbrauchende, rücksichtslose, auch aus den Reihen der alten Hasser und Bekämpfe!• der selbständigen Orthodoxie vermehrte Kampfpartei geschlossen zur Wehr zu setzen. Dieser i Abwehrkampf schien bei diesem Wahlgang von vornherein j nicht sehr aussichtsreich, wenn man sich dabei die nun einmal gegebene Zusammensetzung der Preßburger ortho- . doxen Gemeinde vor Augen hielt, die leider den Orthodoxen innerhalb einer ״orthodoxen“ Gemeinde bei ein wenig Kampflust und Uebelwollen in Stunden der Gefahr katastrophal werden kann. Außerdem hat die im Amte befindliche Gemeindeleitung schon vor einem Jahr durch Einbeziehung von zirka 200 neuen Mitgliedern in den Kreis der Stimmberechtigten für die Erhaltung ihrer Majorität gesorgt, auch für den Fall, daß etwa eine größere Anzahl von bisherigen Mitgliedern inzwischen zu einer besseren Erkenntnis gelangt sein würde. Da man wußte, daß der Mehrheit der Gemeindeleitung weder ihr. eigenes Gewissen noch irgend ein anderes Hemmnis im Wege stand, nach diesem System die Gemeinde je nach Bedarf für Wahlzwecke zu ״mehren“ und sich die Herrschaft mit einem ״Zuwachs“ zu sichern, der es sich wohl niemals zuvon träumen ließ, daß er je die Geschicke einer orthodoxen Gemeinde werde bestimmend beeinflussen können, tauchten wohlberechtigte Zweifel darüber auf, ob überhaupt noch die Möglichkeit vorhanden sei, dem wahren orthodoxen Judentum;innerhalb der Preßburger orthodoxen Gemeinde im Wege der Gemeinde wähl Geltung zu verschaff en. Diese Zweifel wirkten — vielleicht doch übertrieben und jedenfalls viel zti früh .— erschlaffend auf die Gemüter. Man ließ sich — zwecklos — in Kompromiß- Verhandlungen ein.' So kam es, daß man erst in der allerletzten Stunde, a m frühen Morgen des Wahltages, sich dazu entschloß, dem Drängen zahlreicher Wähler nachzugeben und ohne jede vorherige Propaganda, ohne jede organisatorische Vorbereitung und natürlich auch ohne Wahlkasse eine eigene Kandidatenliste aufzustellen. Mit!dieser Liste der ״Wahrheitspartei“ gab man den Jirej Haschern in der Gemeinde, die ja — wenn auch künstlich zu einer Minderheit herabgedrückt — G. s. D. immer noch nach Hunderten zählen, die Möglichkeit, an der Wahl teilzunehmen. Außer diesen beiden Hauptlisten, nämlich der ״offiziellen Liste“ der herrschenden Gemeindeleiiung und der Liste der ״Währheitspartei“ kursierten nur noch einige bedeutungslose individuelle Vorschläge. Die Mehrheit der Stimmen errang die offizielle Kandidatenliste. Die Liste der ״Wahrheitspartei“ erlag, wenn sie auch den ungemein erfreulichen Beweis dafür erbracht hat, daß ihre Anhänger in ungebrochener Ueb erzeugungstreue und unvermindert an Zahl — mindestens 4 50 bis 500 — bei den alte מ Grundsätzen ausharren. Es bedurfte nur des Bekanntwerdens der nackten Tatsache, daß prinzipientreue orthodoxe Gemeindemitglieder aus ihrer Reserve hervortreten, um hunderte Bne Thora und schlichte Jereim zu einer bewundernswerten Disziplin anzuregen. Die Folge wird zeigen, von welchem entscheielenden Wert für die zukünftige Arbeit der Jereim als organisierter Opposition innerhalb der Preßbiwiger orthodoxen Gemeinde die Feststellung dieser Tatsache ist. Das Wahlresultat ist das Barometer und diese Zeit ein recht betrübendes Bild vom Geiste der Gemeinde* leitung. Die Gemeindeleitung besteht derzeit ausschließ- ■lieh, aus Mä;n׳nern, diie zumindest auch auf der ״offiziehen“ Liste standen. Die Personen sind nicht am wichtig'־ eten, der Geist, der sie in die Gemeindestube entsendet; entscheidet. Und für diesen Geist ist das Faktum kennzeichnend, daß nunmehr vier Fünftel des Vor- Standes und zwei Drittel der Repräsentanz aus zum Teile organisierten Zionisten und zum anderen Teile aus Männern besteht, die seit Jahren mit den Zionisten verbündet sind zur Niederringung jenes Geistes( in der Gemeindeleitung, der sich zum uneingeschränkten Festhalten an den unge* trübten orthodoxen Prinzipien unentwegt b e k en nt. Auch die Tatsache darf in diesem Zusammenhänge nicht unerwähnt bleiben, daß die jüngste Wahl unseres! Wissens der erste Fall in Europa ist, daß in einer ortho* doxen Gemeinde auf der offiziellen Vorschlagsliste der Gemeindeleitung Zionisten zur Wahl empfohlen wurden. Das geschah zu einer Zeit, da sämtliche Rabbiner des! Landes einstimmig mit eigenhändiger Unterschrift die denkwürdige Erklärung feierlich abgegeben haben. ״Es wird festgesteilt, daß die Zionisten und Misrachisten sowie alle diejenigen, die den Zionismus und seine Institutionen oder Bestrebungen auf irgend eine Weise unterstützen oder fördern, sich im Gegensätze zum historischen Judentum und seinen Grundlagen befinden und infolgedessen nicht orthodoxe Juden sein können. Es müssen v geeignete Maßnahmen getroffen werden, daß die Erkenntnis von dieser Feststellung in das Bewußtsein aller Juden übergeht.‘‘ Es wird mit zu den schwersten Aufgaben der hoffentlich bald geeinten und organisierten Opposition der Jereim von Preßburg gehören müssen, im Gegensatz zur ״offiziellen“ Wahlvorschlagsliste die Mitglieder der Preßburger orthodoxen Gemeinde im Interesse der Thorafreue, aber auch aus ״Hochhaltung der rabbinischen Autorität“ darüber aufzuklären, daß die Wahl in die Gemeindeleitung wohl kaum eine ״geeignete Maßnahme“ ist, um die Erkenntnis dessen, daß Zionisten und Misrachisten und ihre Förderer ״nicht orthodoxe Juden sein könne n“, in das ״Bewußtsein aller Juden übergeht“: Jacob Joel Braun. Direkte oder indirekte Gemeindesteuern? Zur Diskussion. Mit!Ihrem gesell. Artikel ist eine in das jüdische Gemeindeleben tief einschneidende Angelegenheit zum Aufrollen gebracht worden, deren Tragweite in bezug auf die Führung der Kultnsgemeinden von besonderer Wichtigkeit ist. Der größte Teil der Kujtusgemeinden leidet an einer Krankheit, deren Diagnosis: ״Prekäre wirtschaftliche Lage, hohe Steuer“ ist. Unstreitbar und außer Zweifel steht es, daß die Jüdischen Gemeinden mit all ihren Institutionen im Interesse des ״Gesamtjudentumes“ erhalten bleiben müssen, denn nur mit vereinter Kraft kann der Gesamtbegriff ״Judentum“ erhalten werden. Die Art und Weise der Erhaltung der jüdischen Kultusgemeinden bildet jenen Kardinalgegenstand, womit die Leitung derselben betraut ist. — Zur Erhaltung der Kultusgemeinden werden die Gemeindemitglieder herangezogen und ist es Pflicht und Moral eines jeden Juden, im Verhältnisse seines Vermögens zu derselben beizutragen. Wo ist aber der Schlüssel, welcher zur Zufriedenheit aller angewendet werden soll? אחר המרבה ״ ואחד הממעיטDer Eine mehr, der Andere weniger. Jeder nach seinen Vermögensvcrhältnissen.“ Tn dem Wortlaut der heiligen .Lehre ist der eigentliche Leitfaden zu finden zur Zahlungsmoral und Zahlungspflicht. Jeder, der sich zum Judentum bekennt, ist verpflichtet, zu den Lasten seiner Kultusgemeinden beizutragen. Eine Ausnahme in der Partizipierung der direkten und indirekten Steuern (Kultussteuer, Gabella, Talmud- Thora-Beitrag) sei ausgeschlossen. Die gerechte Aufteihmg finde ich im nachstehenden System: Betrachten wir ein konkretes Beispiel: Die Gemeindemitglieder werden in fünf Zahlungsgruppen geteilt. Die Kultusgcmeindc X benötigt eine Jahresbudgetdeckung von 147.000 tscli. K. Die Gemeindemitglieder werden in Gruppe A, B, C, D, E eingeteilt. Es folgt die Aufstellung: Gruppe Zahl der Gemeindemiigl. 1Zahle an Kultus.steuer jährt. Indir. Steuer Jahresbeitrag A 84 60 + 240 300 tsch. K B 32 240 + 360 — ״ ״ 600 C 29 400 + 600 — ״ ״ J000 D 17 600 4■ 1200 ״ ״ 1800 E 18 900 + 1500 ״ ״ 2400 L׳uuu1ac;j1 nezauit gruppe ii 111agt;3c1 jij 1 C D E 29.000 50.600 43.200 Jahreseinnahme 147.200 tsch. K Wenn in Betracht gezogen wird, daß die schwäeher situierte Gruppe — wo die Familienzahl größer *s־t — täglich nur 1/2 kg Rindfleisch konsumiert, welches einer Gabeliasteuer von 1 tsch. K pro Tag entspricht Hiezu der Jahvesbedarf an Gänsen 40X2 80 ״ ״ Hühnern 20X1 20 ״ ״ Ergibt die Summe seines bisherigen Jahresbedarfes (ohne der Kultussteuer) ... 465 tsch. K Somit das in Rede stehende System eine Ersparnis von.ab 300 ״ ״ . 165 tsch. K bedeutet. Mit der Anwendung dieses Systems würde die Gabeliasteuer auf hören. . Meine sprechenden Beweise sind so überzeugend, daß ich es den Gemeindemitgliedern jeder Kultusgemeinde bestens empfehle, den Modus der Steuerrepartierung in dieser Weise von der Gemeindeleitung za verlangen. Zum Schlüsse sei bemerkt, daß das eingeführte System wohl keine Entlastung des bisherigen Bedarfes bringt, jedoch die Möglichkeit bietet, daß sich kein Gemeindemitglied von der Gesamtlast befreie. Sered, den 25, Dezember 1928. Daniel Rakovszky, Sekretär der aut. ortli. Kultusgemeinde Sered. Installation in Bratislava. Am 5. Tewes trat Oberrabb'iner Simon Lebovics aus Joka seine Stelle als דיין der Preßburger ■Gemeinde an. Er wurde von einer Vertretung ■der!Gemeinde aufs herzlichste begrüßt und in seine Wohnung geleitet. Am darauffolgenden שבת wurde er von zahlreichen Gemeindemitgliedern besucht, die ihm zu seiner zukünftigen Tätigkeit ■gute Wünsche zum Ausdruck!brachten. (Wir schließen uns ■diesen Wünschen an צלח רכב על דבר אמת — Die Red.) Chewra-Fest in Surany. Fünfundvierzig Jahre sind vergangen, seitdem der צדיק נודע בישראל Rabbi Feiwei Piauth זי״ע in su- /a ny die חברה סנרקאיח gegründet hat. Anläßlich seines Jahrzeittages אור ליום ג׳ יחנוכה veranstalteten die Mitglieder ein Fest, zu welchem sämtliche Mitglieder erschienen sind und vom Kassier Herrn Jakob!Klein herilieh begrüßt wurden. ■Bei dem Feste hielt Se. Ehrw. Herr Oberrabbiner M. L. Frey eine inhaltsreiche Rede, in welcher er die Anwesenden ■zur weiteren Unterstützung des Vereins ‘ an'eiferte und besonders die Gastfreundschaft und die hervorragenden Verdienste des neugewählten!Präses Herrn Siegmund W e i s z rühmend schilderte.!Es ergriffen außerdem die Herren Jakob Klein. Wilh. Ros־' ner und Lazar Griinwald das Wort, um die Bedeutung des Festes zu erläutern. Die Benschenversteigerung brachte einen Erlös von mehr als tausend ׳Kronen. W. I. Sijum in Nitra. Aus Nitra berichtet man uns: Dienstag, den 12. Tewes wurde der Jahrzeitstag unseres unvergeßlichen Lehrers und Führers Oberrabbiner Rabbi Mosche Katz זצ״ל in würdiger Weise begangen. Schon am frühen Morgen begaben sich unter Führung des Vorstandes Chewra Kadischa und der Gemeinde viele aufrichtige Verehrer nach dem Bes Hachajim, um an der Grabstätte inbrünstige Gebete zu verrichten. Nachmittag fanden sich die בניתורה ini ביהמ״ך ei«. nm den alljährlich am Jahrzeitstage unter dem Namen קהלת משה abgehaltenen Sijum auf Schass zu feiern. Sne. Ehrw. Herr Oberrabbiner Aron Katz hielt bei diesem