Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1929-01-04 · 1 (4.1.1929) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
15 (1929)
Issue
1 (4.1.1929)
Date
1929-01-04
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2629891-2630294-2630295--3192-2635154
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Seite 2 JÜDISCHE PRESSE Nr. I Sorgfältigste Lieferung in plombierten Säcken von 1 Sack 60 kg angefangen franko Haus, ebenso in Fuhren und Waggons Kohlen- und Koksgroflhandlung I Nordbahnrutschen ä. X^^nhof Nr. 372376־ Wien, I)., TaborstraBe 9 Fernsprecher Nr. 41*0-22 ]וזי׳ Kolonien v ■ ׳ lien V mlen 1 eder- I I) c 11 du: denntf נ 1יד־״1ן1וחד*;'תץז1זחוזזחזרזד<1סזזמו וז11זז»ז1«ןז! Milbe die jüdische Be'oil- :; ' in •ihrem Sinne zu erziehen!!!ul j!■de 1 Lebens 1111 Keime r1׳ ersfiri.en. An; die lnelircrc Rabbiner, die sieb in (hm gelassen batten, dazu g e z w u 11 g c wieder zu v e 11 ־ a s s e 11. Diejenigen aber, noch auf ihrem Posten verblieben sind, leiden sehr: sie sind in diesem Jahr noch insbesondere von der Mißernte schwer betroffen worden. 5. Die Lage der Rabbiner-Familien. Nicht nur die Person des nabbiners selbst ist das Objekt der Verfolgung seitens der Jewsektion, sondern auch seiner Familie und seinen Kindern wird ihre ״anti-revolutionäre“ Abstammung als eine unverzeihliebe Sünde angerechnet. Sie werden in Schulen nicht aufgenommen, können keine Fachbildung erhalten, erhalten keine Anstellung bei den Sowjetbchörden und ihre Abstammung wird ihnen überhaupt auf Schritt und Tritt in Erinnerung gebracht. Auf diese Weise sind die Söhne und Töchter der Rabbiuer von allen Erwerbsquellen ausgeschlossen. 6. In Südrußland. In Siidrußland haben viele Rabbiner während der Pogrome stark gelitten. Einem Briefe des Rabbiners D. entnehmen wir folgendes: ״Während der Pogrome wurde mein Städtchen P. vom Feuer vernichtet und meine Familie hat dabei auch sein• gelitten.“ ln einem anderen Briefe wird berichtet: ״Während der Pogrome hut man meine Frau und meinen Sohn erschossen, mich und meine Tochter haben die Banditen fürchterlich geschlagen und gänzlich ausgeplündert,“ Solche Fälle stehen nicht vereinzelt da, sondern sind eine sehr häufige Erscheinung. 7. Der geistige Einfluß der Rabbiner. Welche Rückwirkungen hat die schwere mute- 1’ielle Lage auf den Einfluß, den die Rabbiner auf die Gemeinden ausüben? Es ist selbstverständlich, daß die drückenden materiellen Sorgen den Rabbinern ihre Zeit und Energie rauben, was zu einer Zeit, wo die Verhältnisse in Rußland an die Energie, den Mut und die Tatkraft der Rabbiner schon an und für sich sehr hohe Anforderungen stellen, einen sehr großen Schaden für das Wohl der jüdischen Allgemeinheit bedeutet. 8. Hilfcniöglichkciten. Es gibt zwei Wege, die die Möglichkeit geben, in der traurigen Lage der russischen Rabbiner Abhilfe zu schaffen und damit die Feste der Thoragelchrten, die die bedeutendste Stütze des jüdischen religiösen Lebens in Rußland darstcllen, zu retten. 1. Es muß im Auslände ein Komitee gegründet werden, an dessen Schaffung sich in erster Reihe die Rnbbinervcrbündc aller Länder beteiligen sollen. 2. Dieses Komitee soll die Mittel zur Erweisung der notwendigen Hilfe an die russischen Rabbiner ausfindig machen. a) durch einmalige oder monatliche Geldunter- Stützungen an die Notbedürftigen. b) Auch den Familien der Rabbiner soll geholfen werden: diese Hilfe kann durch die Gabe einer Maschinc aii die Familie, auf der im eigenen Heim gearbeitet werden kann, geschehen. Ein Rabbiner schreibt: ״Eine vernünftige Sache wäre es, wenn man den Familien der Rabbiner eine Maschine verschaffen würde.“ Berichte, die wir anderen Briefen entnehmen, lauten: ״Wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte, für meine Familie eine Maschine anzuschaffen, so würde das für mich eine große Erleichterung im Lebenskampf bedeuten.“ ״Meine Familie besitzt eine Woll-Bearbeitungsmaschine, aber die notwendigen Teile fehlen, und da ich nicht imstande bin, dieselben zu erstehen, so hat die Maschine selbstverständlich keinen Wert für mich.“ Auf die eben erwähnte Weise wird es möglich sein, eine gewisse Abhilfe in der traurigen Lage des Rabinerstdndes in Rußland zu schaffen. Es ist einfach nicht zulässig, daß man die Rabbiner in dem aufreibenden Kampf, der um die Rettung der religiösen Schätze des jüdischen Volkes geführt wird,, ohne jede Hilfe läßt. Dr. Ismar Freund über die religiöse Frage in Rußland. Herr Dr. ,Ismar Freund setzt im Dezern- •berheft des ״Gemenkleblattes“ seine Aufsatzserie ״Das Judenproblem ׳in Sowjetrußland.“ fort. Sein gegenwärtiger Aufsatz ist der ״r׳eligiösen Frage“ gewidmet. Herr Freund sieht •diese Frage nicht aus dem Gesichtswinkel des orthodoxen Judentums, dessenungeachtet sind seine Mitteilungen auch fiir die Orthodoxie von großem Interesse. Wir 'bringen den! Aufsatz auszugsweise nach dem Bericht der J. T. A. D. Red. In demselben Maße, wie ich von dem wirtschaftlichen Wtederaufbauwerk in Rußland ׳im allgemeinen außerordentlieh günstige, zum Teil geradezu erhebende Eindrücke mitgenommen!habe, so niederdrückend ist der Eindruck gewesen, den ich gewonnen habe, soweit es sich um das kulturell-religiöse Leben handelt. ,Herr ,Dr. Freund schildert die Eindrücke, die er bei dein Besuch •der ׳Leningrader Großen Synagoge gewonnen hat: ■Zu dem ־Sabbat-Gottesdienst hatten sich ungefähr 40 Menschen •eingefundebJ, alte ,Leute und ״Batlonim“, be-1 schäftigungslose Müßiggänger. Der!Kantor bestritt den gesamten Gottesdienst allein, ein Chor war ׳nicht vorhanden. Kinder unter 18 Jahren, sagte man ihm. dürfen die Synagoge nicht besuchen, geschweige denn!im Chor mitwirken, und für einen Männerchor hat man kein! Geld. Die Kirchen aber waren am Sonntag gefüllt. Auch in der Moskauer Synagoge, die Vielleicht 1200 bis 1500 Menschen faßt, fand •der Verfasser auch nur eine kleine Zahl Betende vor; ein Kantor war nicht vorhanden, sondern nur ein Chordirigent. In!Odessa fand er die größte Synagoge in einen Klub umgewandelt, in Minsk in ein Kino, in Cherson ׳und Somforopel fürchte ,man ein ähnliches Schicksal. Nicht anders war die geistig-religiöse Atmosphäre in ■einer Kolonie des Cherson- Distrikts, die schon etwa 123 Jahre besteht und an die 4000 Seelen zählt. Dort gibt es nicht nur drei Synagogen und ׳jüdische Schulen, nicht nur ein jüdisches!Hospital, sondem jüdische Polizei, ein!jüdisches Gericht und ,einen jüdischeu Dorfrat. Man kann sich schwer vorstellen, wie die כשר SEIFE Marke: ALEFBETH mit הכשר des orth. Rabbinatsassessors, KoSice, erzeugt ״POLIO« FRIEDMANN & CO. |HHHH Seifen- und Kerzenfabrik, KOSICE ■HB■ NaNMNMNMNBaMMHNnaiRMBMMMHMMMMMMIHBNN■■■■■■■«■■■■■» jüdische Autonomie restloser durchgeführt sein könnte als hier. Zum Freitag-Abendgottesdienst in einer der Synagogen fanden sich aber bloß 11 Personen ein. Am nächsten Vormittag ging der Verfasser in die zweite Synagoge. Er traf an die 20 Menschen an. Das Bild aber das gleiche: ausschließlich alte Leute. Die Alten hängen •noch am Judentum. Sie sind durchaus religiös eingestellt und leben •nach alter Weise. Aber sic sehen ihre Welt versinken. Die Jugend ist kommunistisch, atheistisch, antireligiös. Systematisch wird durch die von der Partei organisierte antireligiöse Propaganda dieser Geist auch in der jüdischen Jugend großgezogen. Diese Beeinflussung beginnt bereits in der allcrfrühesten Jugend. Sie durohdringt das letzte Darf und sie formt auch die jüdische Jugend. Jüdische Schulen fand der Verfasser in allen übrigen jüdischen Kolonien, die er besuchte, vor. Hebräische Schriftzeichen überall. Alle möglichen Disziplinen werden •dort gelehrt. Aber von jüdischer Religion hört mau nichts. Die Feldarbeit ruht überall am Sabbat, aber die Schulen sind offen. Der Verfasser will nicht verallgemeinern, ln den Kolonien Weißrußlatids sind zwar auch die Schulen am Sabbat geöffnet, aber die Kinder gehen nicht hin. Außerhalb der Schule erhalten sie Religionsunterricht, •Unterweisung in Hebräisch und ,Bibel!durch einen ״Rebben“. Ein Erlenbis in einem Chalüzim-Dorf in der Nähe von Dschankoi in der Krim, das ursprünglich für 130 Personen bestimmt war, gibt es heute nur etwa 60 Siedler. Von den übrigen ist es etwa der Hälfte geglückt, an das Ziel ihrer Sehnsucht, nach Erez Israel, zu kommen, die andere •Hälfte hat ihre Zionssehnsucht mit Sibirien büßen müssen. Der auf der Kolonie verbliebene Rest hat offiziell den Zionismus abgeschworen. In dieser Ghaluzim-IKoIonie fand der Verfasser •ein Prachtvolles Menschenmaterial: junge Männer und!junge Mädels, arbeitsfähig und arbeitslustig. Sie •haben in wenigen Jahren Wertvolles zuwege gebracht. Große Obstplantagen, die von• einem motorischen Brunnen gespeist werden, große Traktoren, lebendes und totes •Inventar zeigen einen gewissen Wohlstand und das Leben der jungen Leute untereinander macht einen harmonischen und freien Eindruck. Ein richtiges Gemeinschaftsleben: alles gehört allen, alle arbeiten für alle. Ein Gottesdienst ist aber nicht vorhanden, wer will, geht zu dem eine Stunde von der Kolonie entfernten ״Minjan“. ׳ ,In den meisten neuen Kolonien aber,!in denen •es nocTi an Synagogen fehlt, findet sich 111 einem der Häuser ein ״Minjan“. Fast überall ist am Orte selbst oder in erreichbarer Nähe ein! Schauchet vorhanden, der die Leute mit rituell geschlachtetem Fleisch versieht. Minsk mit seinen 60.000 Juden unter 110.000 Einwohnern ist nicht ■Leningrad, und wenn man ׳am Freitag vor Sabbat durch die Straßen der Vorstadt geht, in denen fast ausschließlich Juden wohnen, so grüßen aus den Fenstern die Sabbatlicihter. Die Synagogen und ׳Betstuben sind besucht. All das ׳ist selbstverständlich. Es soll1 auch nicht verkannt werden, daß Kalinindorf, die Kolnie, in der der!Verfasser den Sabbat verbrachte und von der er oben sprach, die Hochburg des jüdischen Kommunismus darsteilt. Anderswo steht es besser um die!Religion. Was hier aufgezeigt werden sollte, das sind die Tendenzen, die zurzeit im religiösen Leben der russischen Juden wirksam sind, die Entwicklung, mit der man zu rechnen!hat, wenn das Wahrzeichen des ■russischen Judentums von morgen ״Kalinindorf“ heißt. Als Herr Dr. .,Freund nach Moskau zurückkam, hatte er eine Aussprache mit führenden Persönlichkeiten, der russischen Regierung. Er wurde zunächst von dem Vorsitzenden des Komzet, Herrn Smidowitsch, empfangen, der ,die maßgebende Regierungsinstanz für alle religiösen Fragen, überhaupt ist.!Nachdem Dr. Freund der Aufforderung entsprechend über die Eindrücke Vortrag gehalten hatte, die er von den Kolonien ׳in wirtschaftlicher •Hinsicht empfangen, kam er auf die religiöse Frage zu sprechen. Er betonte, daß für den deutschen Juden, wie für den westeuropäischen Moses Von Rabbiner Jakob Haberfeld. Wien. ״Als Moses hieranwuchs, ■da ging er hinaus zu seinen!Brüdern, er sah ihre Lastarbeiten.“ Schöner und ernster konnte wohl Moses den Tag seiner Großjährigkeit nicht begehen, als indem er seine Brüder aufsuchte. Sein erster Wieg als ■reifer. Miami galt seinen bedrückten Stammcsgeriiosseu נחן עיניו ולבי להיות מיצר Er nahm sich ihre bedrängte ׳Lage zu Herzen und war fest entschlossen, ihnen hilfreich bei zu stehen. Allein, bevor ein kluger Mensch an die Heilung ■eines Leidens •herangeht, wird ■er zunächst den! ׳Unheil auf den Grund gehen, um dem Uebel radikal ahhelfen •zu können. Und so wollte auch Moses, bevor er über die Rettung seiner Brüder nachsann, vorerst eine Antwort auf die Frage wissen: ״Was hat Jisroel mehr als andere (Nationen verschuldet, daß es solch hartes!Los erdulden muß?“ Zur Lösung dieser ernsten Frage entschloß er sich, seine Brüder zu beobachten, um auf diese Weise in ihre Gefühlswelt Einblick tun zu können, denn hievon versprach er sich restlosen Aufschluß. ״Eines Tages sah er, wie ein ägyptischer Mann einen ibrischen — מאחיו von seinen •Brüdern — schlägt.“ Voll Erbitterung über diese Roheit wandte sich Moses hierhin und dorthin, sah aber, ■daß kein Mensch da war, da erhob er seinen Arm und machte den Bösewicht unschädlich. Diese Szene spielte sich nicht im Ge heimen, sondern in der größten Oeffentlichkeit ab. und zwar 5m Beisein K o 1 Jisroel — worauf auch, nach einem geistreichen Homiletiker, das Wort meechow hinweisen soll. Diese nähere Bezeichnung scheint nämlich überflüssig zu sein, denn schon die Tatsache, daß der Geschlagene ein Hebräer war, besagt doch gleichzeitig, daß dieser mithin ein Stammesbruder Moses' war. 111 der Gegenwart der breiten •Masse jüdischer!Kinder ־מאחיו aus der Mitte seiner Brüder,!holte ,der Aegypter den wehrlosen Juden hervor und schlug Um vor ׳ihren Augen. Ein schauerlieber Anblick! :Nun mochte sich wohl Moses gedacht haben, gewiß wird es unter Jisroel, wie bei allen anderen Mensehen, nicht an Elementen fehlen, die teilnahmslos zusehen werden, wie ihr eigener •Bruder geschlagen wird. Doch hätte er sich wohl dies von k o 1 Jisroel nicht vorgestellt. Denn wie sollte sich in ׳ganz Jisroel nicht •ein e i n z i ge r finden. de׳r sich seines •armen Bruders!aiinähme! W!ie konnteil sie, alle Brüder, da ruhigen Herzens zusehen, wie ihr Fleisch und Blut mißhandelt wird! Man würde erwarten, daß s:ic11׳ in einem solchen Falle von allen Seiten ein Sturm der Empörung und Entrüstung erhebe und den ׳Missetäter einfach unmöglich macht. Vergebens suchte Moses nach einem ׳,. קנאיer hielt Umschau nach •allen Seiten hin“ וירא כי אין איש aber es war kein Mann da, ein Mann, •d. b. der sich mannhaft benehmen würde. Das war seine Beobachtung am ersten Tag. Ein anderer hätte ans einem solchen Ereignis bestimmt gleich gefolgert, daß unter Jisroel zweifellos Uneinigkeit und Feindseligkeit!herrschen. Doch ein Moses urteilt und vor allem verurteilt nicht so vorschnell. Diese eine Erfahrung war ihm noch nicht schwerwiegend genug, um auf Grund derselben •auf den Charakter Jisroels, noch dazu belastend, schließen zu dürfen. Er dachte, vielleicht sind die jüdischen Kinder ׳infolge ihrer harten Arbeit und der rohen Behandlung, •die 1ihnen zuteil wird, (seelisch völlig abgestumpft und unempfindlich geworden, so daß ׳ihnen jedweder Mut fehlt, sich zu verteidigen. Doch das, was sich wohl gebührt hätte zu tun in dem Augenblick, als ihr Bruder unschuldig geschlagen wurde, das werden sie wohl noch wissen und vielleicht auch empfinden. Auf diese Probe wollte er sie später stellen. ״Er ging am zweiten Tag abermals hinaus“, doch welch unangenehme und traurige Ueberraschung erfuhr er! Woran •er am ersten Tag kaum glauben wallte, ׳hatte sich am andern Tag als bittere Wahrheit herausgestellt. Er sah ״zwei i’b rische Männer zankten sich“, und zwar, wie der Midrasch zur Stelle sagt, so heftig, daß die Funken sprühten. Die Hebräer, sie waren •also •ga׳r nicht so sanftmütig, wie man glauben würde. Sie konnten sieh schon •erregen und ׳ihr •Recht mit der Faust verteidigen, wenn sie nur w 0M t en — Jisroel, es i׳st ja עז שבארמית das unter den anderen Nationen am wenigsten gefügige Volk. — Nun, warum waren sie gestern nicht so mutig und tapfer gewesen, als es sich darum ׳handelte, einen ■Bruder vor fremder Gewalt zu schützen? Dafür fand Moses aber noch ׳immer eine Entschuldigung, denn gerade gegenüber dem 1Aegypter, der ihr Vorgesetzter war. hatten sie keinen Mut, aufzutreten. Doch welch schrecklichen Eindruck machte auf Moses die Unterredung mit den Streitenden; da fand er keine Entschuldigung mehr. Ah er die beiden Männer wegen ׳ihrer Missetat zur Rede stellte, da lehnten sie seine Zurechtweisung schroff ab, antworteten ihm mit Schimpf und Spott und drohten mit Denunziation. ״Gedenkst du etwa mich zu erschlagen, wie du es dem Mi-zri getan?!“ sprach der eine zu ,ihm! Da ging Moses aber endlich das Licht auf und er sagte tief bestürzt אכן גורע רדבר jetzt ist mir die Sache klar. Heute weiß ich schon die Ursache, weshalb meine Brüder, die Kinder ,Israels, ,unter dein ״Kur Habarsel“ leiden müssen: weil Feindseligkeit und Uneinigkeit in ,ihren eigenen Reihen herrscht.!Und darum war Moses um das Schicksal seiner Brüder ,besorgt, denn •er dachte: ״Vielleicht sind sie g׳a׳r dicht würdig, erlöst zu werden.“ Als nach einiger Zeit Moses von G-tt aufgefordert wurde, Jisroel aus M'izraim zu befreien, da fragte er, seiner Beobachtung •eingedenk, was für ein Verdienst hätte Jisroel, ׳aus Aegypten herausgefiihrt zu werden? Da sprach der Ewige: אתה רואה ראיה אחת ואני רואה שתי ראיית ,,Du siehst nur ׳eines, ich aber sehe beides. Du siehst nur die Gegenwart, ich aber sehe auch die Zukunft. In der Zukunft liegt Jisroels Größe.“ Aus Vergangenheit u. Gegenwart Der Prozeß um eine Wunderhöhle. Aus Tel-Awiw wird uns geschrieben: ״Binnen kurzem wird* ein palästinensisches Gericht sich mit einer Angelegenheit zu befassen haben, die sowohl vom besitzrechtlichen Gesichtspunkt als.auch wegen des Prozeßobjektes für die Juden besonderes Interesse erweckt, ln der Nähe von Safed befindet sich eine alte Höhle, von der eine uralte jüdische Tradition behauptet, daß sie die Gräber des aus der talmudischen Geschichte bekannten Choni Hamagel und stelnes Enkels Aba Chilkija beherberge. Diese beiden Männer lebten in der Zeit des zweiten Tempels und der Talmud weiß von diesen Männern eine ganze Anzahl von Wundertaten und übernatürlichen Handlungen zu erzählen. So wird von Choni erzählt, er habe siebzig Jahre lang, ohne Unterbrechung, geschlafen, auch hätten diese beiden Wundermänner die Kraft gehabt, durch ihr Gebet den Regen herabzubeschwören und so wandten sich die Bauern ihrer Zeit, so oft der Regen ausblieb, an diese Wundertäter und der befruchtende Regen kam. Auch heute noch, wenn in Palästina der Regen auszubleiben droht, pilgern fromme Juden zu dieser Höhle, wo sie Gebete um baldigen, ausgiebigen Regen verrichten. Bis vor kurzem war die Höhle

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.