Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 48 (14.12.1928)
- Date
- 1928-12-14
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2629891-2630244-2630291--3173-2635133- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 306 JÜDISCHE PRESSE Nr. 48 mm SorgfSItlgsta Lieferung In plombierten Sicken von 1 Sack SO kg angefangen franko Haue, ebenso in Fuhren und Waggons JULIUS HABER Kohlen■ und KoksgroBhandlung Nordbahnrutschen 3. Kohlenhof Nr. 372-376 Wien, II., TaborstraBe 9 Fernsprecher Nr. 4122*0־ rieller Fürsorge ' und Geistigkeit darstetlt, und endlicl! die Politische Exekutive, welche dem Geschäftsführenden Ausschuß bei den Ausführungen extern-politi־ scher Beschlüsse zur Seite steht. Gerade bei der räumliehen Zerfahrenheit des Geschäfts'fiihrenden Ausschusses machte sich das Fehlen eines besonderen De* partements f ti r Organisation und Propaganda doppelt fühlbar. Vielleicht ist das der Hauptgrund für die Tatsache, daß die Organisationsdisziplin in materieller Hinsicht sich nie recht auswirken konnte. Jedenfalls hat die zweite Kenesfsio Gedaulo dafür Sorge zu tragen, daß diesem U&belstand ein Ende gemacht wird. War die erste K e 11 e s s i o Gedaulo eine Veranstaltung voiF hohem demonstrativen Werte u n d. h a t sie dabei trotzdem iiament■ lieh durch Schaffung des Keren H a t h o r a, durch die gleichzeitige Bildung einer E x ek u t i v e des Rabbinischen Rates schöpferisch gewirkt, so liegt clie Betonung des Wertes der zweiten Kenessio Gedaulo auf der Arbeit, und zwar sowohl ■a!uf der, die sie selbst leistet, als auch auf der Arbeit, clie sie der künftigen Führung ermöglicht. P. K. Die Mikwoausfrage in Russland Von gut •informierter Seite erhalten wir nachstehenden Aufsatz, •der einen guten Einblick in die religiösen Verhältnisse Rußlands gewährt. Die Red. . Die Jewsektion, die sich das Ziel •gesetzt hat, als ״kriegerische Vortruppe des Kommunismus ׳im •jüdischen Kreise zu wirken“ (״.Eines“, den 20. Oktober 1928), hat •ihren besonderen Haß und ihre von Verleumdung getragene Aufmerksamkeit einer •der wichtigsten religiösen Institutionen im Judentum — den Mikwoaus — gewidmet. Auch in •den!früheren Jahren hat die Jewsektion einen regelrechten Kampf gegen die Existenz der bestehenden Mikwoaus •geführt •und hat sich dabei der niedrigsten Kampfmittel ׳bedient, aber noch nie ist dieser ׳Kampf so •systematisch ׳und •bösartig geführt worden wie in diesem Jahr, in welchem die Jewsektion übrigens •ihr!zehnjähriges Bestehen gefeiert hat, •Die Jewsektion hat sich die Auf- •gäbe gestellt, ׳die Mikwoausinstitution aus dem jüdischen Leben gänzlich aitszumerzen; •dabei versteht sie auch •die .allgemeine wirtschaftliche iDo^truIckion •des• russischen Judentums auszunutzen. Dieser allgemeine wirtschaftliche Niedergang des russischen Judentums hat auch ohne das Hinzu tun der Jewsektion viel zur Zerstörung der Mikwoaus beigetragen.!Es wirkten dabei folgende Ursachen, die eine große Lücke in der Zahl der bestehenden Mikwoaus hinter- 'ließen, mit: t 1. Es gibt Städte, in denen die jüdische Bevölkerung sich erst während •des ׳Krieges oder in •den gleich darauf folgenden Jahren niedergelassen hat. Die Kriegsauswanderung oder die schrecklichen •Begleiterscheinungen des Krieges vcratilaßten die Juden, sich in diesen Städten anzusiedeln. In •denselben waren natürlich keine Mikwoaus vorhanden und sind hier auch solche während!der Herrschaft des Kriegskommunismus!nicht errichtet worden. 2. 111׳ vielen Orten fingen die bestehenden •Mikwoaus .an zu verfallen, denn seit dem •Beginn!des Krieges war keine Reparatur ausgeführt worden, so daß die Gebäude dem Verfall immer •mehr und mehr anheimgegebeu wurden. 3. J11 der ganzen Ukraine und in Sudrußland wüteten •bis zum Jahre •1922 die Pogrome, die sehr oft von :Feuerschädeu begleitet wurden. Auch die Mikwoaus sind dabei in vielen Orten vom Feuer gänzlich oder teilweise vernichtet worden. 4. Auch zufällige Feuerschäden sind keine Selten־ heit in den jüdischen Städtchen Rußlands, wo die Vorrichtungen gegen Feuerschäden sehr primitiv und unzureichend sind, fn vielen Gemeinden sind die Mikwoaus auf diese Weise vernichtet worden. Unter diesen Umständen bedient sich die Jewsektion aller gesetzlichen und ungesetzlichen Mittel, um die Mikwoaus endgültig zu vernichten. Die Enteignung der Mikwoaus. Nach der Gesetzgebung in S. S. S. R., wie sie in der Instruktion des Justizkommissariats und des Innenkommissariats vom 27. April 1923 formuliert wird, haben die religiösen Gemeinschaften nicht •die Rechte einer juridischen :Person. Diese ׳Instruktion lautet folgendermaßen: Alle religiösen Gesellschaften sind den allgemeinen Bestimmungen über private Gesellschaften und Verbände unterworfen, aber zum Unterschied von den letzteren besiteen sie nicht die Rechte einer juridischen Person und haben ebensowenig irgend welche Eigentumsrechte. (Artikel 12.) Alles, was früher ׳zum!Besitz der religiösen Gesellschäften und Religionsgemeinden gehört hat. ist •jetzt in den Besitz des Staates übergegatigcn, wie z. B. Synagogen, Mikwoaus. Kultusgebäude, koschere Schlachthäuser, Friedhöfe etc. Ueber ׳alle •diese •Besitztümer disponiert der örtliche Sowjet. Der •dementsprechende Artikel des Dekrets lautet: Alles :Eigentum •der e x i s t i cr e n d e 11 R c 1 i g i o 11 s g e s c :11 s c 11 a f t e n und 1K i rchemgcmc i n den w •i r ׳d als ■V 0 1 k s e i g e n t u m proklamiert. (Artikel 14 des Dekrets vom 22. Jänner 1919. Sowjetrepublik Ukraine.) Die •Instruktion des Justizkonunissarkits, Artikel IS vorn 10. November 1920 lautet: Das Eigentum, das speziell •für g 011 e sdienstliche und rituelle Zwecke bestimmt ist, geht in die Verwaltung des örtlichen A u s f ü h r 11 n g s k 0 •m i t e e s des Sowjets ii b c r. Entsprechend 'den Bestimmungen dieser Gesetzgebung ׳jedoch werden Gebäude und Gegenstände, die ausschließlich für g-ttesdienstliche Zwecke bestimmt sind, auf Grund spezieller •Bestimmungen •der örtlichen Macht in unentgeltliche Nutznießung übergeben. (Artikel 15 des Dekrets vom 22. Jänner 1921.) Auf Grund dieser Bestimmung •sind auch alle Synagegen ■den jüdischen religiösen •Gesellschaften zur Nutznieiiiing •überlassen worden; ebenso handelten die örtlichen Machtorgane hinsichtlich der Mikwoaus. Dieses hat aber die Jewsektion nicht ruhig dulden können und •hat •insbesondere in •diesem Jahr in vielen Orten ihren Einfluß bei den örtlichen Machtorganen geltend gemacht, um die Mikwoaus zu •konfiszieren. Dieses widerspricht sogar den Gesetzen der Sowjetrepublik, aber die Jewsektion schert sich wenig um •diese, wenn es gilt, ihren antireligiösen Eifer zu beweisen. Ebensowenig achtet sie •der moralischen Leiden, die sie durch ihr brutales Auftreten •der jüdischen Bevölkerung zufiigt. 1Das unten angeführte Verzeichnis enthalt nur einen Teil der Orte, ׳in denen solche!Konfiskationen stattgefunden haben und soll ׳als •Beweis dessen, welch •großen Umfang diese Konfiskationen angenmmen ׳haben, dienen. Teilverzeichnis •der ׳Städte, ׳in denen Mikwoaus im Jahre 1928 durch die Jewsektion •konfisziert worden sind: 1. Beresin, B, S. S. R. 2. Krischouol, U. S. S. R. 3. Staraja Russa, R. S. F. S. R. 4. Bachmatsch. U. S. S. R. 1 Sprechapparate | s I n h a b e I. , Adlergasse 5 Toi. R-23-4-90 II. y Kl. Pfarrg. 28 Tel. A-41-6-24 Richard Herzog HB ן alle ן I ]Qdlsclte und hebräische Schallplatten ( i sowie alle modernstenTanz-und Gesangsschlagef §= in reichster Auswahl auf Lager 1 ff Auch Teilzahlungen! ProvinzversandI i כשר SEIFE Markes ALEFBETH mit הכשר ^e8 Rabbinatsasseasors,, KoSice, erzeugt ״POLIO«« FRIEDMANN Sk CO. Seilen- und Kerzenfabrik, KO 3ICE ■■■HB 5. Kriworog, U. S. S. R. 6. Schurawitsch. B. S. S. R. 7. Bobruisk, B. S. S. R. 8. Storobin, B. S. S. R. 9. Pantsch. B. S. S. R. 10. Polotzk, B. S. 'S. R., 11. Korosten, 1U. S. S. R. 12. Orscha, B. S. S. R. 13. Twer. R. S. F. S. <R. 14. Alexandria, U. S. S. R. 15. Tschernobyl. U. ׳S. S. R. 16. Slatopole, U. S. :S. R. 117. Lugansk. U. S. S. R. 18. Petrosawodsk, R. S. F. S. R. 19. Kupin, U. S. S. ׳R. 20. Starodub. U. S. S. R. 21. Korostyschew, U. S. S. R. 32. Oster, U. S. S. R. •23. Wassilkow, U. S. S. R. 24. Roslawl, R. S. F. •S. R. ,25. )Belo-iZerkow, 1U. •S, S. ׳R. 26. Jenikecwka, U. S. S. R. 27. Oswa, B. S. ■S. R. 28. Tultschin, U. S. S. R. 29. Gorodnja, 1U. S. 'S. ׳R. 30. Sosnitza. •U. S. S. R. 31. Semenowka, R. S. F. S. R. 111׳ allen diesen Städten mit einer zahlreichen iüdischeu Bevölkerung hat die Jewsektion die jüdische Gemeinde ihres!Rechtes beraubt, indem sie ihr den!Gebrauch religiöser Institutionen, die dein Sinuc des Gesetzes •nach den religiösen Juden gehören, verweigert. Nicht überall geht die Jewsektion auf die gleiche Art und Weise vor; manchmal fehlt ihr der!Mut, die jüdisehen ׳religiösen Institutionen auf so rohe .Art zu zer* stören und dann bedient sie sich verschiedener anderer Mittel, um dieselben den religiösen Juden zu rauben. # Der Pachtzins.!Der Pachtzins bildet eine starke Wiaffe in den •Hauden der Jewsektion. Wenn die Jewsektion die jüdische Bevölkerung zur Schließung der ׳Mikwoaus zwingen will, so legt sie ׳ihr einen dermaßen hohen Pachtzins auf, daß die religiöse ׳Gemeinde einfach nicht imstande ist, ihn zu bestreiten. Sobald sie •ihn nicht bezahlen kann, schließt di׳e örtliche Behörde die Mikwa. Bei der ungeheuren Armut, die unter der jüdischen Bevölkerung herrscht, fällt cs nicht schwer, einen großen Teil der Mikwoaus allmählich auf diese Art zu schließen; das!ist eine Waffe, die die Jew- Sektion ausgezeichnet zu handhaben versteht. Auf diese Art ■sind die Mikwoaus in den folgenden Städten •(;und außerdem auch noch in vielen anderen, die wir hier nicht nennen) geschlossen worden: 1. Sembin, B. S. S. R. 2׳. Kraßnoje. U. S. S. R. 3. Browary. U. S. S. R. 4. Borissowka. U. S. S. R. 5. ׳Kursk, 'R. S. F. S. R. 6. Tschaussy, 6. S. S. R. •7. Kopys, B. S. S. •R. 8. Narowlja, •B. S. S. R. 9. Gorki, B. S. S. R. 10. Beresnaje, U. S. S. R. Umbauforderungen, Anderenorts geht die .Baukommission der!Kommunal- Art vor: sic veranlaßt die!Baukommission •der Kommunal- Verwaltung einen!Beschluß zu fassen, daß ׳die Mikwa als renovierungsbedürftig erklärt wird, und •hiebei werden, so hohe Anforderungen an die ,Leistungsfähigkeit der Gemeinde gestellt, daß sic ihnen selbstverständlich nicht nachzukommen imstande ist. Dieses ist aber wiederum ein •Anlaß zum ■Schließen der Mikwauos. Sanitätsforderungen. Man ׳kann sich lebhaft vorstellen, daß die Gebäude in den kleinen!Städtchen nicht besonders prunkhaft •sind ׳und wenn sie es wären, so ׳würden sie seit -langem schon ,konfisziert worden sein. Ihren jetzigen iZustand mitzt ׳die Jewsektion dazu aus, um •die Sanitätskommissioii der;Kommunalverwaltuug zu dem;Beschluß zu verleiten, •daß. wenn •die eine oder andere unausführbare •Forderung nicht berücksichtigt ,wird, die Mikwa geschlossen werden muß. Wenn sogar diese Forderungen erfüllt werden, so findet •die ,Baukommission immerhin noch die Möglichkeit, neue Forderungen zu stellen, um die Milkwa doch zu schließen. 'Sogar bei Mikw.a׳־Neubauten, die ■mit der ׳Genehmigung •der Sowfjetbehörde errichtet sind, findet die Jewsektion oder die von •ihr beeinflußte iKommissiou. nachdem das Gebäude bereits fertig ist, auch noch Defekte, die als!Grund •zur Schließung der!Mikwa ׳dienen dürfen. Sehr oft findet es die Jewsektion für richtig, •die Mikwa zu schließen, weil cs, nach ihrer Ansicht, sich nicht ziemt, daß eine religiöse Institution sich im Zentrum der Stadt befindet; solche dürfen nur an der Peripherie existieren. 'So ׳verhöhnt die Jewsektion sogar die durch die Sowjetgesetzgebung statuierte Freiheit des •Gewissens. Die Beziehung der jüdischen ]Bevölkerung zu der Mikwoaus- Schließung. Das Tragischeste in diesem Kampf der Jewsektion gegen die Mikwoaus ist nicht nur das, daß derselben alle möglichen Gewaltmittel zur Verfügung stehen, sondern auch der Umstand, daß die jüdische Bevölkerung gezwungen ist, •demgegenüber ganz schlitzu׳nd wehrlos dazu- Menora. Sanfte, kleine Licbtelein, Meines Lebens Sonnenschein, Fire'Uid‘ ■und Hoffnung ■seid •ihr mir, ihr Lieben, Begleiter mein, seit man mich vertrieben. Ihr ׳wisset viel von meinen schönen Tagen, Mehr noch könnt ihr von meinen Qualen sagen. Erzählet mir von •meiner einstigen Pracht, D.a mein •noch war Känligreich und!Macht. ״Lebtest schöne Tage, es umgab dich Ruhm. Besaßest Priester, dein war höchstes ■Heiligtum. Könige,!Sänger und Poeten, Hattest audh Lev i/t en und Propheten, Helden, ׳Makkabäer, wurden dir gesandt, Kämpften mutig für ihr Vaterland. Dein w!a!r 'Zion, jene herzliche 'Stadt, Vdl'ler ׳Anmuit tmd •der Schönheit satt. Hier die Priester ,vor ׳dem ׳Höchsten konnten stehen, Heil und Segen dir ׳von;;Ihm“ erflehen. Aaidi ich, Menonah, stolz dort ׳stand Und ׳ward bedient von ׳Bniesterhand. Hab’!geleuchtet an der Stätte der Erhabenheit, Wo unendlich war die Größe und die Heiligkeit. Zion war die Schönste im ׳Morgenland, Als das Heiligtum sich dort!befand. Sclll ich von den iGblusplagen und der Pein Dir erzählen, die du kennst allein? Vertrieben . . ., aus dem Lande wurdest du gejagt, In w׳eiter Ferne, in der ׳Fremde wurdest •du geplagt. So ׳bist *du noch in alle ׳Enden hingestreut, Unter Fremden, ohne Liebe, ohne Freud’. M e »i 11׳ e •s L i c h ׳t •c s Sch i m m er soll d i •r ׳Hoff 11 u n ■g sein, 111 ■der G 01 11׳ s 11 a c 111 — e i 11 S 0 1111 e n s c ׳h e ׳i n! Ist die Zeit auch hart und!dauert’s lange Und wird's •dir schwer ums Her׳z und oft auch bange, Gen Himmel schau‘ ׳empor, zu!deinem ■stanken Hort, Er ist dir Schutz, er!wacht au jedem Ort. Zage uichit ׳und Mage nicht, ׳Duldend harre bis beran/bricht Der Tag, ׳den du schon lange sehnst herbei. An dem ׳vom 'Gohrs du dich fühlest frei. Es uä11׳er׳t sich die Stunde, ja sie rückt heran, Sie, die länger nicht mehr!ferne bleiben •kann. Sie kommt in Bälde und säumt nicht!lange mehr, ׳Bis ׳sein Haus wird bauen Er. der Weltenherr. Sie naht heran, sie naht, die Stund‘, •ich seh‘ ihn schon Hier auf Erden stehen, Seinen herrlichen Thron. Und ich Me 11 or a h stehe, wo •ich einstens •s t •a n d, U׳n׳d meine Lichter!zündet!des 'Hohen- Priesters ׳H!a n •d.“ _ E. S. ״Der Rabbi, der den Löwen ritt." Von Jizchok Reich, Kesy. Wer im Talmud, in seiner Agadah einigermaßen bewandert ist, der findet viele Themen, die von Dichtern, Schriftstellern als eine neue Sache aufgetischt werden, als eine altbekannte Sache, deren Ursprung er im Talmud nachweisen kann. So ist es auch mit dem Feuilleton, das in einem verbreiteten Blatte der tschechoslowak. Republik, im ״Prager Tagbiatt“, unter ׳dein oben genannten Titel erschienen ist.!Unter obigem Titel ׳brachte!Artur Rundt ■die Aufsehen erregende Legende •von dem Rabbi ׳Ephraim Anqaona. Als die Juden um das Jahr 1400 •aus Spanien •vertrieben wurden, da flüchtete׳ der Rabbi und seine Schar vor ihren Verfolgern in eine 'Höhle au ׳der kastilischen!Küste. Seine Leute darbten und •blickten in stummer Verzweiflung ihren Führer an. Da zeichnete der Rabbi mit einem Stück ver- ׳kohlten!Holzes ein Schiff an die Felswand und rief: ״Wer 1G-tt vertrauet, der •folge mir.“ Schritt ans Meer ׳hinab — dort stand, zu nutzbarer Wirklichkeit gewandelt, das Schiff, das sie ans andere ׳Ufer des!Mittelmeeres führte. ׳Das Schiff war also kein gewöhnliches Schiff, etwa von ׳Zimmerleuten gebaut, ,war auch nicht von Menschenhand gelenkt. Das Schiff, das den Rabbi und seine ׳Schar von Spanien ׳herübergebracht hatte,!näherte sich der afrikanischen Küste. Wo es auflief, stand, als wartete er, ein Löwe. Ra'bbi Ephraim Anqaona, der unter den Ersten das Schiff verließ, bestieg den Löwen und ritt, von den anderen gefolgt, ׳landeinwärts, in der Richtung nach Tlemcen zu, wo damals der Sultan :Abori Tacham regierte. Der Rabbi lenkte den Löwen mit einer lebenden Schlange, die •er als Zügel gebrauchte: Kopf und Schweif der Schlange hielt er in der Hand ... So erschien, auf seinem Löwen reitend, an einem Freitag abends Rabbi Ephraim vor den Mauern der Stadt, verbreitete durch seine ungewohnte Erscheinung Staunen und Furcht unter den Moslim. Das Grab des Rabbi zeigt den schreitenden Löwen, um ihn herum, wie ein schmückender Kranz, ׳die Schlange, die •Inschrift ■ist unleserlich, aber man kennt ihren Text nach alten Dokumenten: ,;Hier ruht der Grand Rabin Ephraim Alu-Caona, der unser Stolz war, unsere Stütze ׳und eine Zierde ׳Israels, ׳Möge der große, wundertätige ׳Manu uns beschützen! Möge er uns den Messias senden! Er wurde be-" graben •am Ersten im Monat Kislew ׳ Im Jahre 5202.“