Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 46 (30.11.1928)
- Date
- 1928-11-30
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 46 JÜDISCHE PRESSE Seite 293 י Bericht der israelitischen Kultusgemeinde Wien Aber die Tätigkeit in der Periode 1925—1928. Unmittelbar vor Torschluß publiziert •der abtretende 'Vorstand einen Bericht über seine Tätigkeit in der verfiossenen Amtsperiode. Dieser Bericht verdient aufmerksam gelesen zu werden. Seine Ausführungen sind klar, die ihm angefügten statistischen Tabellen überaus lehrreich. Diese Schrift bildet überhaupt einen wohltuenden Gegensatz zu der Oede der Wählerversammlungen, in denen wohl viel geschimpft, nicht aber die sachliche Entfaltung von Programmen und Prinzipien entwickelt wird. Auf Grund des nun von der Kultusgemeinde publizierten Berichtes kann ruhig behauptet werden, daß es besser *wäre, unsere Kultusvätcr nicht nach ihren Worten, sondern nach ihren Taten zu beurteilen, denn es ist eine Fülle von Tatsachen und Leistungen, die hier in einfachen, schlichten Worten mitgeteilt werden. Nun zum Berichte selbst. Nach dem einleitenden, die Chronik der verflossenen Jahre beinhaltenden Teile kommt das Kapitel ״Kultus und rituelle Angelegenheiten“. Die Aufwendungen für diese Zwecke betragen im Jahre 1928 918.190 S. im Jahre 1925, also im ersten Jahre der;jetzt ablntriendcii Amtsperiode des Vorstandes, wurden nur!596.537 S für denselben Zweck verausgabt. Von dieser ״ungefähr 320.000 S betragenden Summe der Steigerung dieses Kapitels entfallen auf die Vereinsbethäuser ungefähr 100.000 S, wohl eine ansehnliche, aber vom Standpunkte der Orthodoxie noch immer unbefriedigende Steigerung, Die orthodoxen Bethausvereine erhalten nur einen sehr geringfügigen Teil dieser Summe und die Subventionierting, die sie seitens der Kultusgemeinde eriahren, steht noch immer nicht im geraden Verhältnis zu den großen Leistungen, die sie innerhalb der Wiener Judenheit erfüllen. Diese Bet- und Lernstuben finden bei der Zusammen- Setzung des Budgets noch immer nicht jene Aufmerksamkeit, die sie zu beanspruchen berechtigt wären. Hoffentlich wird es in Hinkunft, da nun alle an den Kultuswanlcn beteiligten Parteien eine Förderung und Vertiefung des religiösen Lebens auf ihre Fahne schrieben, um diese Bethausvereine besser bestellt sein. Der Kultusvorstand!hat es ׳in der verflossenen Periode erfreulicherweise mehreren Bethausvereinen er- •möglicht, ihre Bethäuser, die während der. Kriegs- Und Nachkriegsjahre arg verfielen, zu renovieren; hoffen,t- ]ich wird er endlich einmal auch um die Rabbiner und Angestellten dieser Bethausvercine sich ernstlich kümmern,. Die Lage der Bethausrabbiner und der übrigen Angestellten ist so prekär, daß der Kultusvorstand, falls er auf wirkliche Hebung des religiösen Lebens erzielen will, diesem Problem seine ernsteste Aufmerksamkeit zuwenden muß. Was nun die rituellen Angelegenheiten betrifft, so ist freudig zu konstatieren, daß ׳hinsichtlich des Kaschruth •im Spital und in der Vcrsorguugsanstalt der israelitischen Kultusgerneinde wesentliche Verb css er un.gen erzielt wurden und daß die Kaschruthkommission der Kultusgerneinde mit Vertrauensmännern der orthodoxen Vereine ergänzt wurde. Ueber die Mikwah besagt der Bericht folgendes: ״Vom August 1922 bis zum März 1927 war die Führung des rituellen Bades der israelitischen Kultusgerneinde (Mikwah) einemvornehm-, lieh _ aus dem Kreise der ״Aguda“• zusammengesetzten Komitee' mit der Verpflichtung übertragen, insoweit die Einnahmen der Mikwah zur Deckung der Betriebskosten nicht ausreichen sollten, im eigenen■־ Wirkungskreise das Mchreriordernis aufzubringen. Das Komitee!hat in dankenswerter Weise der übernommenen Verpflichtung entsprochcn. Seit 1. März 1927 hat nun wieder die israelitisehe Kuitusgemeiude selbst die Verwaltung der Mikwah übernommen und ein Komitee eingesetzt, welches.' aus Spendet für den der Adas Jisroel, Wien, II., Nestroygasse 11 Vertretern jener Kreise zusammengestellt ist. die an dem Betriebe ׳und der Erhaltung eines rituellen Bades nach ihrer religiösen Einstellung besonders interessiert erscheinen.“ Unterrichtsangelegenheiten. Der Aufwand der israelitischen Kultusgerneinde für die in diesem Abschnitte zusammengefaßten Zwecke stieg vom Jahre 1925 (332.743 S) bis zum Jahre 1928 (382.145 S) ungefähr um 50.000 S. 'Auch bei diesem Kapitel soll die Absicht, die orthodoxen Thoraiehranstaltcn etwas besser als früher zu behandeln, dankbar «hervorgehobeu werden, aber es muß auch gesagt werden, daß die Subventionierung dieser Anstalten noch immer ganz ungenügend ist! Es!handelt sich hier um jene in der Großstadt leider vereinsamten Stätten, wo nach dem bekannten Dichterwort die jüdische Seele geschmiedet wird. Wenn auch der Religionsunterricht, der Kenntnisse über Judentum, jüdische Lehre, jüdischen Kultus, jüdische Geschichte vermittelt, nicht ■geringgeschätzt werden soll, so müssen wir doch ganz energisch auf den großen religiösen und kulturellen Wert jener Anstalten ,Hinweisen, in denen noch Thora gelernt wird, Thora und ihre Kommentare, die heiligen Bücher der Propheten und der Talmud mit all seinen Auslegungen. Die Situation dieser Atistal- •teu ist nicht nur materiell überaus schwierig, sic haben auch gegen eine dem Thorastudium abholde Zeitströmung anzukämpfen, also psychische und kulturelle Hemmungen zu überwinden. Doppelt stark müßte die Kult u s g e m c i n d c bei ■richtiger Erkenntnis des Wertes dieser Anstalten sie unterstützen, denn trotz allen Fortschrittes auf dem Gebiete des Ausbaues des Jugendg-ttesdienstes (nach dem Bericht :ist die Frequenz vom Selm!1}ah re 1924/25 (6662) im Schuljahre 1927/28 auf das Sechsfache (40.449) gestiegen), muß leider konstatiert werden, daß von den 11.188 jüdischen Kindern, die im Jahre 1927/28 die Volks- und Hauptschule besucht haben, ungefähr nur 10 Prozent mit dem jüdischen Gebetbuch, um nur die niederste Stufe des praktischen Judentums zu bezeichnen, soweit sind, daß sie ohne Schwierigkeit dem G-ttcsd:ie»stc folgen können. (!Es wird fortgesetzt.) Amtliche Verlautbarungen der israelitischen Kultusgemeinde Wi£n Z. 5089 ex 1928. Kundmachung. Wahlen in der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. Das Präsidium der Israelitischen Kultusgerneinde Wien tealt mit Bezug aut die am 2. Dezember l. J. stattfindenden Wahlen mit: Zufolge der Entscheidung des Bundesministe־ riums für Unterricht vom 22. November 1928, Zahl 34Ü79/Kuftusa111t־c, wurden die laut Kundmachung vom 19. November 1928 verlautbarten Wahl vorschlagslisten der Wählergruppe ״Partei der nichtzionistischen werktätigen Juden“ für die Wahl der Mitglieder des Vorstandes und der Vertrauensmänner der Kultusgerneinde als ungültig erklärt. Die Verlautbarung dieser Wahl Vorschlagslisten ist somit hinfällig geworden. Stimmzettel, die auf die,:W a h 1 v 0 rschlage׳ der Wählergruppc ״Partej der 11 i c h t z i o 11 i s t i sch e 11 w e r k t ä t i ge n Jude 11“ lauten, sind ungültig. W i e n, 23. November 1928. Der Präsident der Israelitischen Kultusgerneinde Wien: Professor Dr. Alois P i c k m. p. und sagte liebenswürdig: ״Dann heiße ich Sic willkommen «in unserer Stadt!“ ״Besten Dank für Ihren Gruß, Herr Rabbiner. Ich hone, daß Sie mich ebenso willkommen in Ihrem Hause heißen.“ Jakob Rcischcr nickte. ״Ich komme von einer Reise durch Holland und England und da ich viel von Ihnen gehört habe, wollte ich rnir das Vergnügen ■machen, Sie auf der Durchreise kennenzulernen. Mein Name ist Wolf. Johannes Christophorus Wolf. Ich habe Theologie studiert, habe mich auch mit Hebräisch beschäftigt und ■die Bibel in ihrer Ursprache gelesen . . .“ ״Wolf? Professor in Flensburg?“. Wolf bejahte. ״Und Sic •kommen, um mich zu besuchen?“ ״Verzeihung, daß ich Sie unterbreche. Ich suche Sie aui, nur um Sie kennenzulernen. Ich habe bc,i Esdras Edzardi studiert, habe Basnage. Geschichte ׳und Gottesdienst der Juden andächtig gelesen. Und ich fühle viel fiir Israels Kinder, die so viel ■durch uns gelitten haben und noch, leiden. Israel kann wohl beanspruchen, daß wir etwas mehr unsere christliche Liebe zeigen, von der wir immer reden, oder zum mindesten doch ein wenig christliches Recht.“ ״Boruch mcschanne •ittini“, sagte der Rabbi. ״Gesegnet G-tt, der mich ein solches Wort hören läßt. Vor vierzehn Jahren, als der unschuldige Raphael Levi hier zu Tode gemartert wurde, hatte man so etwas nicht gehört! Die Zeiten ändern sich, die Ansichten׳ der Menschen ändern sich. Boruch meschanne ittim.“ ״Ja, Herr Rabbiner, das Werk von Basnage hat viel dazu getan. Ich habe nun gesehen, wer eigentlich Israels Kinder sind, und lese nun auch Flavius Josephus. Und möchte noch mehr von Israels Literatur kennen. Ich habe vieles davon studiert. Es ist leider so weniges davon bekannt. Wären eure Bücher doch mehr ■bekannt, daß man durch sie sehen lernte, was in euren Herzen lebt! Gäbe es nur einen Führer, der uns in eure Literatur einführte!“ ״Glauben Sie, daß das Unrecht, das wir leiden, dann aufhören würde?“ fragte Jakob Reischer ein wenig bitter. ״Aufhören, Herr Rabbiner?“ antwortete Wolf. ״Nein, das nun wohl nicht! Es gibt aber sicher viele rechtscharietie Menschen, die der Wahrheit dienen wollen und 1 dem Recht. Es gibt sehr viele, die aus Irrtum falsch urteilen und alles Unrecht gutheißen. Wenn diese vielen Menschen nur wüßten, was wirklich wahr ist, würden sie sicherlich großen Einfluß üben.“ ״Ob cs viel nützen wird? Ich weiß es nicht“, sagte Reischer vor sich hin. ״Vielleicht etwas, etwas. Jedenfalls wird cs lang, sehr lang dauern.“ Und er schwieg. ״Gewiß, Herr Rabbiner,“ sagte Woli, ״es wird lange dauern. Aber jede kleine Arbeit hiefiir bringt uns etwas näher zum Ziel. Es wird lang dauern, denn — entschuldigen Sic, wenn ich Ihnen etwas Unangenehmes sage — aber die Kinder Ihres Volkes haben oft selbst schuld, daß die Christen eine falsche Meinung über sie haben!“ ״Was?“ sagte Jakob Reischer erstaunt, ״Haggam Sclioul . . .? Auch Sie?“ ״Ja, Herr Rabbiner, ich habe auch ein Exemplar von Eisenmengers Buch in Händen gehabt und •darin gelesen.“ Jakob Reischer machte eine Bewegun, sagte aber nichts. Da fuhr Wolf fort: ״Sie wundern sich, daß ich dieses Buch nenne und . . ״Ich wundere mich,“ sagte der .Rabbiner, ״daß Sie aus. einem solchen Buch Ihre Ansichten ■nehmen. Ein Buch voller fälschet Vorstellungen und falscher Ansichten, voller absichtlicher Lügen und bewußt falscher Beschuldigungen, in dem auch Rafael Lewi wieder zum Mörder gestempelt wird, ein Buch, dessentwegen nicht nur wir uns schämen müssen, sondern auch jeder Christ, ist das der Brunnen, aus dem Sie Ihr Urteil schöpfen?“ ״Nein, Herr Rabbiner, das •ist er nicht, und was das Buch erzählt, glaube ich auch nicht; ich weiß, was wahr und was erlogen ist. Aber sehen Sie, Herr Rabbiner, einen gewissen Eindruck bekommt man doch und wenn der übereinstimmt mit dem, was man selber wahrgenomm׳et1 . . . ja, dann wird dieser Eindruck sehr stark. Sehen Sie, es ist doch viei Wahres dran, Basnage sagt es auch. Ihr habt den Messias verworfen! Und dann muß ich wohl sagen, wie kommt es, daß ihr ihn, der eurem eigenen Volke entsproß, verwarft? Weil ihr seine Erhabenheit nicht begreifen wolltet. Ich sage Ihnen dies zögernd, Herr Rabbiner, aber es ist doch so. Wenn ich die Kinder lhes .Volkes sehe, ihr Lebe■!! und Treiben, dann muß ich doch Wir liefern 10 neue Platten mit S 10.— Anzahlung und 1 S 2.— Wochenrate ohne Preiserhöhung ’ T1ss<Si GRÄMÖPHON FREUNDE! DER SCHLAGER :;vo/y yp2g.^ WßÜ)\t0£DWffHAUPrsm:79 TeIx- Lr<fB-2-S2 ■-׳,• ■;:. ^UCH TEILZAHLUNG! Vom Vorstande der Israelitischen KuUusgemeiiide Wien wird über Ersuchen der D e u t s c h - I s r a h l itischen Gemeinde in Hamburg verlautbart: Aufruf! Am 12. April 1915 hat Herr Leo S i 1 b e r s c h e i n. geboren den 7. Juni 1891, der Deutsch-Israelitischen Gcmeinde Hamburg das ihm gehörige Sparkassabuch der Hamburger Sparkassa von 1827 Nr. 367.050. dessen Aufwertungswert etwa RM. 55 beträgt, zur Aufbewahrung übergeben. Gemäß den damals vereinbarten Bewahrung«- bcdingimgcn fordert die Deutsch-Israelitische Gemeinde Hamburg Herrn Leo Silberschein hiermit auf. sich unter Ausweis seiner Identität bei der genannten Gemeinde zur Wiederinempfangnahme des Sparkassabuches zu meiden.׳ Sollte Herr Leo Silberschein verstorben sein, so werden י seine Erben aufgefordert, sich bei der Hamburger _Ge־. meinde unter Nachweis seines Todes und ihrer Erbbercohtigung zur Inempfangnahme des Sparkassabuches zu melden. Sollten weder Herr Leo Silbcrschcin noch seine Erben diesem Aufruf entsprechen, so wird die Deutsch-fsraciitischc Gemeinde Hamburg zehn Jahre nach Ablauf des Weltkrieges 1914—1918 über das Sparkassabuch verfügen. __________ Aktualitätsfragen des Religions- Unterrichtes. Ueber die prinzipielle Einstellung zur Wahl'.aktik der Orthodoxie jetzt noch ein Wort zu verlieren, wäre wohl verfehlt. Man müßte ja zu diesem Zwecke den ganzen Fragenkomplex des Zibburcharakters der Kultusgemeinde aufrollen, und mit derartig komplizierten Belangen beschäftigt mau sich nicht gern. Aber gut, nun werden orthodoxe Herren aufs neue in der ״Gemeindestube“ wirken; cs war ein Fehler, daß | eine spezifisch orthodoxe Wählerversammlung niemals j stattfand. Da wäre der Platz gewesen, die Forderungen, 5 ja noch mehr, die Erwartungen festzustcllen, welche die | orthodoxe׳ Wählerschaft an die Mandatare stellt. Allein, j die Zerrissenheit der thoratreuen Juden hätte wahrscheinlich j auch eine solche Wählerversammlung lediglicji zur Kampf* | arena gemacht; So sei es denn einem journalistischen | Exkurs Vorbehalten, in. aller beschaulichen Ruhe das aus-; cinandcrzusetzen, was die Orthodoxie von der neuen Ge- I meindeverwaltung erwartet, was sie insbesondere von den thoragläubigen Mitgliedern der Verwaltung verlangt. Mehr als das-imperative Mandat einer Partei oder irgeiid einer Gruppe müßte das imperative Mandat der Thora wirksam sein. ׳,./׳■ \ , ־ { Das aber müßte die Aufmerksamkeit aller ihrer I Verantwortung sich bewußter Vorsteher in erster Reihe j auf die kommende Generation lenken. Und hier be- 1 rühren wir das allcrernsteste Kapitel, das des Religions-׳• Unterrichtes. Gewiß steht der Begriff Religion im Gegen-' I satz zu einem großen Teil der herrschenden Zeitströj irtung, lind cs ist kein Geheimnis, daß gewisse polvtij sehe Kreise, denen die Krise des Autbritätsgedankens _ wohl sagen: die hohen Ideale, des Christentums verwerfen sie, sie sind nicht empfänglich oder wollen nicht.empfanglieh sein für die hohen Dinge des Geistes. Sie kleiben am Staub, sie können sich nicht vertiefen in ethische Werte, sondern denken nur an das Irdische, Niedrigere, au das M׳a terielle ...“ ״Kennen Sic eigentlich etwas vom jüdischen Leben?“ unterbrach der Rabbiner ruhig den jungen Gelehrten. ״Kennen Sie die jüdischen Schriften?“ ״Ja, Herr Rabbiner, ja. Ich habe vieles von Ihrer Literatur gut gelesen. Aber ich sehe doch die Juden ׳und ich höre oft Christen von ihnen sprechen,• ioh suche diese Gespräche, ich höre dann viel über ihre Taten . . III. Es klopfte. Die Türe wurde geöffnet und Jakob ■ Reischcrs Ftrau fragte;;■'•׳׳׳ ״Josei Bachberger hat eine Sch eile, ׳kann er hereinkommen?“ Johannes Christophorus stand eilig auf und machte Anstalten wegzugehen. ״Behalten Sie ruhig Platz,“ sagte Jakob Reischer' ״wenn es etwas sein sollte, das ins Privatleben gehört oder das Sie au!s anderen ■Gründen nicht ׳hören ■sollen, so können Sie •ja immer noch wegehen. — Lasse Josef Bachberger, nur hereinkommen!“ Josef Bachberger und sein Sohn Sender traten eiu. Sie grüßten ehrfürchtig und ׳sahen etwas erstaunt auf ■den jungen Mann in schwarzem Sammet. Der Rabbiner fragte die Neuangekommenen nach ihrem Begehr. ״Wir haben eine Meinungsverschiedenheit,‘4 sagte Bachberger, ״und Sie, Herr Rabbiner, mögen entscheiden. Als ich gestern abends nach Hause kam, führte ich mein Pferd׳ in den Stall und bat um einen Imbiß.“ Der Rabbiner schüttelte kaum merkbar verneinend den Kopf, aber Bachberger sah es. ״Nein, Herr Rabbiner, nein! Nicht regelmäßig essen, nur eben eine Kleinigkeit zu mir nehmen . . Der Rabbiner zog ein wenig nachdenklich die Sto־a zusammen. '*