Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 43 (9.11.1928)
- Date
- 1928-11-09
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 43 JÜDISCHE PRESSE Seite 273 Nr. 19 — 9. November 1928 MITTliILiUZf GEN דנה ■ציו חשון תיפ״מ dev Adas Jisvoel (Solilffaoliul), Wien! II. Bezlvb, Grosse Schiffgasse 8» Kanzlei: n.Bezirk, Grosse Sohiffgaase Nr. 1. Tätigkeitsbericht der Adas )isroel im lahre 1927. Der vorliegende!Bericht soll 1ein! lebenswahres Bild der Tätigkeit der Adas Jisroel geben. Daß dieses nicht allzu glänzend sein ׳kann, wird jeder begreifen, angesichts des schweren wirtschaftlichen ׳Druckes, der auf der gesamten österreichischen ■Bevölkerung lastet. War müssen froh sein und die Opferwilligkeit aller unserer Mitglieder und Freunde mit tiefempfundener Dankbarkeit rühmen, wenn es möglich war, all unsere Anstalten und Einrichtungen zu erhalten und sie sogar zum Teil zu einer, wenn auch laugsam aufsteigenden Entwicklung zu führen. Trotz der Zeiten Not ist das Ansehen und die Bedeutung der Adas Jisroel hier •und draußen bei aller Welt in stetem Wachstum. Rabbinat, Thoraförderung. Wir danken dies wohl, in erster Linie den Leistungen und der Bedeutung unseres Rabbinates, das große Arbeit leistet, Arbeit, die nicht nur der Adas Jisroel und ihren Mitgliedern, sondern auch den weitesten Kreisen der Judenschaft in und außerhalb Wiens uneingeschränkt zustatten kämmt. ־ Die Last!der ׳ הוראהwelche die Mitglieder unseres Rabbinates zu tragen haben, ist sehr groß und wächst von Tag zu Tag. Wir müssen es sehr be dauern, daß. es uns bis jetzt noch nicht gelungen ist, durch Berufung noch einer autoritativen Persönlichkeit die Arbeitslast unseren Führern zu erleichtern. Aber die Zeit und die Verhältnisse drängen zu einer schleunigen Lösung dieser Frage.!Unter Leitung und über Anregung der Mitglieder des Rabbinates ׳werden im Bethause, ni den Räumen des Beth Hamidrasch und der Jugendgruppe und an anderen Orten zu den verschiedensten •Zeiten שיעורים des mannigfachsterü ׳Inhaltes, je nach dem Interessemkreise der •Hörer ge-!halten. Sie sind •G. s. D. sehr gut besucht. Der Einfluß dieser Verhältnisse macht sich wohltätig fühlbar. Das Bedürfnis nach Thora, nach weiteren Vorträgen, entwickelt sich und es wird unsere Sache sein müssen, für geeignete Vortragsräume und geeignete Lektoren vorzusorgen. Einen sehr wertvollen Schatz besitzen wir in unserer Jesode Hathorah. Leider hat dieselbe im abgelaufenen Jahr einen!unersetzlichen Verlust erlitten. '׳Herr Oberlehrer Oesferreicher ע״ה ist mit dem Tode abgegangen. Et war ein Mann von rührender Bescheidenheit und Anspruchs losig'keit. der von der idealsten Auffassung des Lehrer- ■berufes durchdrungen war. Die begeisterte Hingabe, mit der er •seine Pflicht erfüllte, ließ!ihn die schönsten Erfolge erzielen. •Die liebevolle Anhänglichkeit seiner Schüler sowie die Verehrung aller, die ihm begegneten, begleiteten ihn stets. Sein verklärtes •Bild wird allen in Erinnerung bleiben. Die Schule blüht. In acht Abteilungen für Knaben ■und sechs Abteilungen für Mädchen nehmen 412 Kinder Unterrieht. Derselbe beginnt *mit der untersten Stufe und führt die Schüler so weit, daß sie an jeder Jeschiwah selbständig den Vorträgen folgen können. •Nach dem Zeugnis der hervorragendsten Jeschiwohleiter sind die Schüler der Wiener Jesode Hathorah die best vorgebildeten. Der Unterricht wird von sieben Lehrpersonen erteilt. Die Unterrichtsanstalten bedürfen drängend einer aus giebigen Erweiterung und Ausgestaltung, da *die Zahl der Kinder, die dem Thorastudium iziugeiführt!werden, glücklicherweise zunimmt. - Der Schule Ist ein Kindergarten angegliedert (100!Kinder in zwei Abteilungen). Derselbe erfreut sich einer großen!Beliebtheit und!wäre׳ erweäterungsbedürftig. Für Kinder, deren Eltern ganztägig beschäftigt sind, wurde eine angemessene Ausspeisung eingerichtet. Der Aufwand für diese Anstalten erforderte den Betrag von fast S 50.000. Die Talmud Thoraschule, eine Volks- und Hauptschule, erfreut sich einer •stets :zunehmenden Anerkennung und Würdigung, weil die 1Erkenntnis in; stets weitere Kreise dringt, daß!jüdisches Denken ■und!jüdisches *Leben nie früh genug Kindern beigebracht werden kann und dies nur unter religiöser *Leitüng und in religiösem Geiste möglich ist. *In der Volksschule wird der Unterricht in sechs Klassen (vier Klassen, mit zwei!Parallelklassen), 2112 Schülern und Schülerinnen erteilt. Die Hauptschule!(vier Klassen) wird von! 87 Schülern 15)׳ Mädchen) besucht. Die Schülerzahl wächst alljährlich. Mit vollem Erfolge war die Anstalt bestrebt, allen gesetzlichen Anforderungen vollständig zu entsprechen, was auch die öffentliche Anerkennung fand. Dies erhellt aus der Tatsache, *daß der Schule von dem •Bundesministerium für Unterricht das!Oeffentliohkeitsrecht erteilt wurde. Eine Schiilerausspeisung ist eingerichtet. Die!Erhaltung der Schule, erfordert!jährlich S 93.655.78. Es wäre die!Pflicht der ganzen Wiener Judenschaft mitzuihelfen, daß dieser einzigen Wiener öffentlichen jüdischen Schule die Sorge um die finanzielle Sicherung erleichtert werde. Die gelegentliche Verleihung van Stipendien an würdige!Bachiurlm sowie die Tätigkeit ׳des Vereines Tiiferes Bachurim muß noch als Thoraförderung angeführt werden. In mehreren Fällen, in denen die Eltern zur Kenntnis brachten,!daß der Versuch gemacht wurde (die Kinder ■in der Schule zur Entweihung ■des Sabbath durch Schreiben, Zeichnen etc.) ,zu zwingen, hat der Vorstand!jedemal *mit vollem ,Erfolge interveniert. Wir werden immer bereit sein, solchen Wünschen, wer immer sie auch äußert, zu׳ eiltsprechen. Wir verweisen auf den weiter unten abgedruckten Erlaß. Approvisionierung, ,Die Nachfrage!nach Fleisch unserer Schechitah wächst stetig. Unsere bisherigen Schächter — vier an der *Zahl — sind mit Aufbietung aller Kräfte kaum ■imstande, den Anforderungen klaglos zu genügen. Wir suchen daher einen — natürlich allererstklassigsten — geübten Schochet. Die. Schwierigkeiten der Wohnungsverhältnisse neben anderen Umständen haben unsere Bemühungen erfolglos gemacht. Doch hoffen wir in der nächsten Zeit ■denn doch zu dem gewünschten Ziele zu kommen. Auch die Bestellung von geeigneten Maschgichim stößt auf überraschende, unglaubliehe Schwierigkeiten. Am ■Ende des ,Berichtsjahres unterstanden der Aufsicht unseres Rabbinates vier Fleischverschleißstellen im IL, zwei tim!VI., eine im IX.. eine im X.,,!zwei im XX.!Bezirk (inzwischen wurde eine im X-X. Bezirk wieder aufgelassen). Es liegen Wünsche Var, in anderen Teilen der Stadt noch Fleischverschleißstellen zu eröffnen. Wenn geeignete Bewerber, die die erforderliche Vertrauenswürdigkeit in allen Belangen besitzen, sich melden, wird der Vorstand den Wünschen in bestmöglicher Weise entsprechen. Drei ErzeHgungsstellen׳ von Selchwaren unterstehen der Aufsicht des Rabbinats. (Einzelne Verkaufsstellen stehen unter!der Haschgachah. Bel diesem Anlässe sei vor Verkäufern gewarnt, die in imanktschreierischer!Weise anzeigen, d!aß sie Waren aus Betrieben ׳beziehen, •die unter der Aufsicht der Adas Jisroel stehen. Das!Kaschruth in solchen •Verkaufsstellen wird nicht verbürgt und es Äst jedermanns Sache, vor solchen Täuschungen zu warmen. Das Verzeichnis!der Betriebe und׳ Verkaufsstellen, die■ unter Aufsicht stehen, wird regelmäßig verJaiutbart. Auch ■die Geflügel'händier, deren Betriebe unter der Aufsicht der Adas Jisroel stehen, sind in dem regelmäßig veröffentlichten -Verzeichnis angeführt, und nur für die *dort angeführtem Händler und nur in ■der in ׳jeder Verkaufsstelle angekündigten ■Art ist das Kaschruth verbürgt. So schwierig und umständlich es auch ist, war der Vorstand stets ׳bestrebt, die Preise zu kontrollieren, und mach Tunlichkeit die Verbilligung der Nahrungsmittel zu erzielen. Die Versorgung mit Koschermilch erfuhr eine amsehnliehe Erweiterung. Dieselbe führte auch zu deren Verbilli giurng, so daß sie gegen d!i,e nichtikoschere •Milche sich nlichit wesentlich teurer stellte. (Seit dem 1. Jänner 1928 ist der Koschermilchpreis gleich dem anderen.) Die Milchversorgung für Pessach erfolgte!in größerem Stile, so daß viele Familien daran teilhaben konnten*. Die Versorgung mit Kosoherbutter ist, da sie größtenteils aus dem Neuauslande erfolgen!muß, mit Schwierigkeiten besonderer Art. verbunden. Gleichwohl war in genagender Menge und: guter ,Qualität vorgesorgt. Allerdings waren die Kosten verhältnismäßig ■hoch. An dieser Stelle sei: betont, daß die Gebühren, welche die Adas Jisroel ■einhebt, überall• ׳und ausnahmslos so mied■ big sind. daß. sie die lP׳r ebsbiid ■innig in keiner W eise b e e.inf!11uss e!n können. Sie beschränken sich darauf, die׳ Kosten!der Haschigac'hah ■nohtdürftiig zu decken ■und mitunter!(wie bei der ׳Butter, Gastwirtschaften etc.) reichen!sie nicht einmal daizu׳. Der Betrieb unserer iMazzotherzeugung ist weit ent fermit.!uns besonders zu befriedigen.!In den Gemeinden, in denen Mazzoth in ,eigener Regie erzeugt werden, äst es ein Unternehmen, das. reichen Gewinn abwirft, ohne die Verbraucher übermäßig zu belasten. Bei!!uns ist das ,gerade Gegenteil der Fall. Wir müssen einerseits an unsere Mazzoth unbedingt die Forderung stellen, daß sie den allerstrengsten Geboten ■des Kaschruth voll und ganz entsprechen und weiters, daß ihre Genußfähigkeit ׳und Güte jede Konkurrenz schlage. Dabei: ist :unser Backhaus ,ungünstig weit abgelegen, m'It veralteten Maschinen, ohne Räume ziur Ver- Währung von Mehl, Mazzoth ■etc. Dadurch steigen die Erzeugungskosten, die nicht!herein,gebracht werden können. Nur der •hingehenden Aufmerksamkeit!und Sparsamkeit der mit der Beaufsichtigung betrauten .1Herren gelang es. in dem. abgelaufenen, Jahre ■ein solches Ergebnis zu erzielen, daß aus dem ׳Betriebe die Kosten der PessaohbeteHigung gedeckt werden konnten. Wenn wir, wie es unser Streben ist. alle, die unsere Mazzoth wünschen, versorgen sollen, müssen wir eine völlig neue Bäckerei im! geeigneten Räumen mit modernen Einrichtungen schaffen. Es erfordert dies ein ansehnliches Kapital, ■das in vieler Hinsicht nutzbringend angelegt wäre: Wir müssen bestrebt sein, das durchzuführen. Wie im Vorjahre steht eine Zuckerbäckerei und eine Weiß-'und Schwarzbäckerei unter •der Aufsicht unseres Rabbinates. Im ■Interesse der Verbraucher wird der Vorstand die Errichtung weiterer Bäckereien ׳gewiß gerne fördern. ׳Im Stande der Gastwirtschaften ergab sich keine Veränderung. Fürsorge. Nach dem Vorbilde der alten!jüdischen Gemeinden haben auch׳ ■bei;uns die verschiedenen Chewroth ׳die Auf- ׳gäbe der Pflege von Gemilath Chesed׳ für sich in Anspruch genommen. Es sind 50׳ Jahre her, seit der Verein zur Unter- Stützung armer kranker IsTaeliten — oder wie er volkstümlich ׳heißt, ■der iKrankenhausverein■ — gegründet wurde, nachdem Frau Meitner durch ihr ■liebevolles Beispiel dazu die Anregung!gab, den Kranken im allgemeinen Krankenhause Koscheressen zu verabreichen. Seither hat der Verein tausenden Unglücklichen Seelenipein erspart und Schmerz gelindert, und die Namen der Herren Ja'kob Neurath, J. ■L. Freüstadt, Simon Goldstern, Simon Buchiwald, Gabriel Fischer, David Kohn, Markus Bondi ע״ה u. ,v. a., die um ■diese Wohltat sich verdient gemacht haben, sollen dankbar in Erinnerung gehalten!werden. Im abgelaufenen Jahre stand ein Betrag von •S 18.018.32 zur Verfügung. Die Mittel sollen reichlicher fließen, ■damit die Leistungen eine wesentliche Erweiterung erfahren. 1Im Anschluß daran sei ■der Tätigkeit der Mädchengruppe gedacht, ■die durch freundlichen Zuspruch und zarte Liebesgaben die Kranken erfreut. Der Verein ״Einheit“ verabreicht gegen ein überaus bescheidenes Entgelt unseren Glaubensbrüdern in würdiger Weise ausreichendes Essen, Die Mdttclsitandsausspeisung ist eine soziale Einrichtung von hervorragendem ׳Wert. Der Verein Tomech Ewijonim hat zugewanderte, zumeist leidende Brüder an ׳Sabbat- und Festtagen mit voll- Adas Jisroel (Sdiiffsdini) Wien. IL, Große Sdiifigasse Nr. 8 Kanzlei: II., Große SchHfgasse 1 Z. 690 ex 28. Einladung zur für Sonntag, den 25. November 1928, um 3 Uhr nachmittags im Turnsaale der Talmud Thoraschule, Wien, II., Malzgasse 16. TAGESORDNUNG: 1. Mitteilungen des Obmannes. 2. Bericht über die Tätigkeit im Jahre 1927. 3. Bericht über die Kassagebarung im Verwaltungsjahre 1927. 4. Bericht der Revisoren. 5. Festsetzung des Jahresbeitrages. 6. Neuwahlen für 9 ausscheidende Mitglieder mit der Mandatsdauer bis 1934.*) 7. Allfällige Anfragen und Anträge.**) Moritz Leitner, Siegmund Bondi, Schriftführer. Obmann. Wien, am 17. Marcheschwan 5689, 1. November 1928. :1־) Es scheiden aus die Herren: ■Siegmund ׳Bondi, Emil Kritzler, Franz Neiumann,!Dr. Isidor Reiniger, Salomon Schreiber, Julius Stefnfeid, Jakob Stern, Michael!Sternfeld, Berthold Stroh. Die Ausscheidenden sind!wieder wählbar. § 4a der!Statuten lautet: ,,!Ordentliches Mitglied der Adas Jisroel ist jeder Israelit, der das zwanzigste Lebensja'hr vollendet 'hat, sobald er vom Vorstande ׳in d׳e!n Verein aufgenommen wurde und den!Mitgliedsbeitrag ■und die ׳Eintrittsgebühr in der von der Generalversammlung festgesetzten Höhe pünktlich (bezahlt. Es ist also erforderlich, daß die Mitgliedsbeiträge bis Ende 1927 beglichen sind. **) Anfragen und Anträge müssen bis spätestens 21.!November •schriftlich ,in der Kanzlei während der ׳Amtsstunden überreicht sein. ständigem Essen ■versorgt. Uebeidies verteilte er im Winter an!zahlreiche Familien Heizmaterial. •Die Frauenh'iife war bestrebt, i׳n zahllosen Fällen die Not■ ■zu lindern und Kummer zu beseitigen. Es wäre drängend, die!Bestrebungen dieses Vereines tatkräftigst zu fördern. Eine besondere Bedeutung!kommt dem ׳Verein Tiferes Bachurim zu, der den Söhnen ■unbemittelter Eltern dazu hilft, eine Jesdhirwah aufzuisuchen.!Dadurch,!daß er d׳en jungen Leuten möglich macht, die Jahre der Entwicklung dem idealen Studium der Thora!zu widmen, sorgt er für die Zukunft unserer Kehillah und für die Erstarkung des Judentums in Wien. Mit einem Kostenaufwand von S 8760.24 •wurden 26 Bachurim in den verschiedenen •Jeschiiwohs unterstützt. Wir sind gewohnt, auch unsere Jugendgruppe unter den Chewroth anzulführen. Sie vollendet das zehnte Jahr ihres Bestandes. Was die Leistungen, was die Bedeutung der Jugendgruppe sind? Nun: alle Aufgaben, alle Anforderangen, die Judentum,!jüdischer Geist, jüdisches Herz an den Menschen stellen, hier wird es mit Liebe, mit Begeisterung erfüllt. Wenn!wir die •jungen Leute bei ihrer Arbeit sehen, können wir für die Zukunft ruhig sein: Sie werden eine schönere, eine stattlichere Kehillah aufbauen! Aus den Kreisen der Adas Jisroel u׳nd deren Freunden beziehen alle diese Vereine ihre Mtttel. •Noch andere Gruppen und Vereinigungen haben sich •in den Dienst ■der jüdischen!Wohltätigkeit gestellt. Wir erinnern z. B. an Mathan ßasesser, eine Vereinigung, die in wahrhaft jüdischvornehmer Weise der Verschämten, und darum Unterstüt'Ziingsiwürdigsten, in schonendster /Weise sich artnimmt. Ihnen allen sei herizlichst •Dank gesagt, indem wir alle sie bei ihren Bestrebungen auf das tatkräftigste unterstützen wollen.!Wohl bleibt der Fürsorge noch ein weites, mannigfaltiges Feld der Tätigkeit offen und gar manche Aufgabe harrt noch der Lösung.*) Im Berichtsjahre wurden an verschiedene Vereine Subventionen im Gesamtbefrage von S 21.368 aus'bezahlt; außerdem wurden ■Stipendien ■im Betrage von S 200 verliehen. (Für Armenbeteilung wurden S 2428, für Brautausstattung S 400, für Pessachbeteilung 'S ■3129 verausgabt. Verwaltung. Im Berichtsjahre erfuhren ■die Ausgaben und Einnahmen keine wesentliche Veränderung, z. B. Gehalte 94.9(24 (gegen 92.129 im Vorjahre), Remunerationen 8067 (gegen 8650 im Vorjahre). Bloß die Summe für Kranken- und Pensionsversicherung erfuhr infolge der gesetzlichen Bestimmungen eine verhältnismäßige ■Steigerung 8423 (gegen 5185 im Vorjahre). Der ISpendeneingang betrug iS 24:979, hievon wurden überwiesen: Beth Hamidrasch 126.06,!Erez ■Jisroel 1095.10, Jesade Hathorah 959.22, Tiferef Bachurim 286.46. Talmud hausverein 455.58, Tomech ׳Ewjonim ■289.86, Einheit 256.40, Thora 261.88, Ez Chaim 13.15, •Keren Hathora 55.04, •Kranken- Fr'auenhilfe 112.05, Jugendgruppe 61,90, Waisenhaus Bälden *) Es sei z. B. auf die Not ■der vielen hier zugereisten armen Kranken hingewiesen, die, entblößt aller Mittel, von weither ׳kommen, im Vertrauen auf die Hilfsbereitschaft •der ׳hiesigen begüterten Kreise. In bedauernswerter Ratlosigkeit sehen die Armen ׳sich .umgeben von einer Unzahl Hilfebedürftiger gegenüber einer kleinen Anzahl Leistungsfähiger. Man müßte Organisationen schaffen, die belehrend wirken, eine solche verzweifelte Situation zu verhüten. 475534549561