Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 41 (26.10.1928)
- Date
- 1928-10-26
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 264 JÜDISCHE PRESSE Nr. 41 % Sorgfältigste Lieferung in plombierten Säcken von f Sack 50 kg angefangen franko Haus, ebenso in Fuhren und Waggons JULIUS HABER Kohlen« und KoksgroOhandlung Nordbahnrutschen 3. Kohlenhof Nr. 372-376 Wien, lt., TaborsiraBe 9 Fernsprecher Nr. 41-0*22 Die Bedeutung der Landesdelegierten- Versammlung der Agudas Jisroel in Polen. (J. U.) Am 14. bis 17. Cheschwan wird in Warschau י die Delegiertenversarnmlung der Landesorganisation der Agudas Jisroel in Polen stattfinden. Die Vorbereitungen hiezu ■sind in großem Stile in Angriff genommen worden; in Verbindung •tniit dieser Versammlung ■wird eine Tagung der Poale Agudas Jisroel in Polen und wohl auch eine Plenarsitzung des geschäftsführen'den Ausschusses 'Raum finden. Die Bedeutung der Delegiertenversarnmlung ■ist eine große. Man mag sie ,immerhin als den ersten Audtakt zur zweiten IKenessio Gedaulo betrachten, ,Nach dem ernsten Ausgang der jüngsten Wahlen zum polnischen Sejm ist ein Revirement in der polnischen Agudah eingetreten. Man kam allgemein zur Erkenntnis, daß Wahl erfolge nur dann zu erwarten sind, wenn eine Organisation nidhit ,bloß im aktuellen Augenblick Leben zeigt, sondern wenn sie utiausgesetzt an sicli arbeitet. Die erste Frudht dieser Erkenntnis zeigte sich sehr bald, indem bei den Gemeindewählen die Agudah selbst in solchen Gebieten, in ,denen sie zum ersten!Male auf den!Plan trat, eine •gewaltige Stimmenanzahl auf sich und ihre Kandidaten vereinigte. Unter diesen verheißungsvollen Auspizien tagt die Delegiertenversammliuig. Man erwartet von ihn die ׳wertvollste Anregung für die Kenessio Gedaulo. Man darf dabei nicht aus dem Auge lassen, daß die Judenheit des heutigen Polen gleichfalls!aus Trägern der •verschiedenen Anschauungen zusammengesetzt ist, so daß sie ein vollendetes Bild der innerhalb der Agudah vorhandenen Strömungen darstellt. Alle Fragen, die in prinzipieller Hinsicht auf der nächsten Kenessio ׳Gedaulo eine Rolle spielen werden, dürften auch in Warschau zur!Behandlung gelangen. Auch äußerlich dürfte die Delegiertenversammlung das Bild einer!Kenessio Gedaulo in kleiner ■■Umrahmung bilden, da alle Größen 1de3 Ostens anwesend ׳sein werden und auch die ׳verschiedenen Sektionen des G. A. dort vertreten sind. W(ir wünschen : der Versammlung guten Erfolg! Lord Melcliets Erklärungen in Amerika und die Wirklichkeit.!Lord iMeichet (Alfred Mond) befindet sich zurzeit auf eine׳r zionistischen Propagandareise in Amerika. Bei. seiner Landung ׳gab er Erklärungen für die Zeitungen ab, die eine monotone 'Wiederholung zionistischer Phrasen beinhalten. ״Palästina ist das einzige Land, wo man Juden ׳koloni- .sieren!könne und dürfe, weil nur Palästina das!geeignete Land für ■jüdische!Kolonisation sei. Er sei überzeugt, daß England helfen wird, das nationale ■Heim au'fzubauen, aber anderseits müßten ■die Juden ihre Pflicht tun and die• nötigen ׳Gelder selbst beschaffen, welche für •die Entwicklung des Landes notwendig sind. Er könne es nicht verstehen, daß Juden sich mit der Kolonisation anderer Rabbi Joel Ungar s. A.!Von Rabbiner Ph. Fischer in Sarosp’atak!(!Ungarn).!Zweite ׳Fortsetzung.*) Daß auf dem Boden des Talmuds sich ein beispielgebendes ■sittliches und gerechtes Einzelleben entwickeln kann, ,ja entwickeln muß, davon zeugt am •besten ■das iheilige, von ,edler Menschenliebe ■getragene •Leben derer, die!ihr!religiöses und •soziales!Wissen einzig und allein der Thora, der schriftlich und ■mündlich überlieferten, zu verdanken!haben. Zwar behaupte ich, daß der Talmud allein schon hinreichend!ist, das, was •doch am Ende Zweck aller Wiissenschaft ist, oder wenigstens sein muß, nämlich ein glückliches, allen billigen Anforderungen gerecht werdendes Privat- und Gemeindeleben auf dem einzig ewig festen Fundamente des 1G-ttesbewußtseins aufzübauen Wenn ich mich trotz dieser Meinung darzulagen bemühe, •daß jenen mit ihrem ganzen geistigen und• werktätigen Leben nur in den rabb'inischcn Wissenschaften wurzelnden Talmudgelehrten die 'Kenntnis in den übrigen profanen Wissenschäften nicht ganz;und gar abging, so geschieht dies nur 'deshalb, •um den zum Schutze der eigenen unjüdischen Lebensweise ersonnenen Verdacht eines großen Teiles der Zeitgenossen zu entkräften. Man behauptet nämlich, ■jene Taimudheroen hätten infolge ihrer ausschließlich rabbinisehen!Bildung einet! ״einseitigen beschränkten Standpunkt1' eingenommen. Sie würden jedoch von demselben abgewichen ■sein, wenn sie sich auch mit profanen Wissenszweigen befreundet hätten. Denn so lautet einmal die Weisheit des Tages: wer einmal von den Paradiesfrüchten des modernen Wissensbaumes genossen, der kann sich nimmermehr in •den ,Irrgärten des Talmuds wohlfühlen und dort mit Behagen noch ׳länger verweilen. Nun wohl, es ist wahr, die alten Rabbiner sprachen kein •klassisches Deutsch, verstanden es vielleicht nicht einmal, aber es wird jedem mit der jüdischen!Literatur nur einigermaßen Vertrauten bekannt sein, daß in derselben, nicht bloß theologische Bücher vorhanden sind. Werke aus fast allen Wassensfächern werden in ׳ihr angetroffen. So hatten sich diese Talmudisten der ״guten, alten Zeit“ öfters aus hebräischen Werken einen solchen W׳is$ens£chatz in den weltlichen Fächern augeeignet, •daß *) Siehe Nr. 35, 38, 40 ■der ״Jüdischen Presse“. Länder abgeben, solange Palästina noch nicht besetzt ist. Mit der Zeit werden alle einsehen, daß tatsächlich nur in Palästina allein eine jüdische!Kolonisation auf die Dauer möglich ist. Die Juden Amerikas hätten die Aufgabe, ׳durcli finanzielle Unternehmungen die Industrie des Landes zu fördern. Palästina ,wird ein ׳zukünftiges ökonomisches Zentrum werden, mit dem die amerikanischen Kapitalisten rechnen sollten. ׳Das ׳jüdische Volk darf keine '•Gelegenheit versäumen, •den Aufbau zu fördern. Die Zdit, Polemiken zu führen, ist nicht da, wir müssen ununterbrochen arbeiten und dürfen uns nicht auf /Wunder verlassen.“ Wir beherzigen den ‘letzten Appell des edlen Lords, wir wollen nicht polemisieren. Es ,genügt vollauf, wenn die Erklärung der Palästina-Regierung über die Verwendung ,von jiidisehen Arbeitern und über ihre!Besoldung in!3alästina nach dem!Bericht der Jüdischen Telegraphenagentur hier zum Abdruck gebracht wird. Eine Abordnung •der!jüdischen Arbeiterschaft Palästinas sprach in diesen Tagen bei dem stellvertretenden Oberkommissar für Palästina FI. ■C. Luke und dem Direktor für öffentliche Arbeiten vor und erhob •dabei die Forderung nach Festsetzung eines Minimallohnes ׳und nach!Beschäftigung von mindestens 50 Prozent!jüdischen Arbeitern ׳beim Hafenbau in Haifa. Herr Linke erwiderte, daß bei den •Hafenarbeiten ein Minimallohn nicht festgesetzt werden könne, •die Regierung werde aber nicht dulden, daß die Arbeiter ׳Opfer eines Ausbeutungssystems werden. Bei ■den Hafenarbeiten werden nur palästinensische Arbeiter beschäftigt werden, fremde Arbeiter ■würden nur in ganz •unumgänglichen Fällen herangezogen ׳werden. Selbstverständlich werden •die jüdischen Arbeiter in einem angemessenen Verhältnis an dem ׳Hafenbau teilnehmen, jedoch könne er eine Basis von 50 Prozent nicht akzeptieren. Der Umfang der Beschäftigung jüdischer Arbeiter wird sich nach den bestehenden Verhältnissen ,richten müssen. Der Direktor für öffentliche Arbeiten erwiderte, •der I Der Herbst-Verkauf beginnt! | §f Sie müssen schon jetzt Ihren Bedarf decken, weil 1 H wir wieder vergrößern und während des Umbaues m H unser Lager reduzieren müssen. Alle Henbstneu- 1 Ü heiten in reichster Auswahl zu beispiellos billigen §g H Preisen I m | Stoffe: | Mode-Bordüren-Kasha.S 2.90 m M Kleiderstoffe, 100 br. . . . . . . . . . S 2.90 1 ■|| Kleider-Popeline, 100 br.. . . S 3.90 |j Mantel-Flausche und Veloure, 140 br. . . . S 9.80 1 s Double für Mäntel, 140 br.S 9.80 M ■M Zibeline, alle Farben, 140 br.S 12.90 §§ | Seide, Plüsche, Samie: I Ü Faille de chaire, 80 br.. . S 2.90 j§ H Brokate, alle Farben, 80 br.S 2.50 s Ü Crepe de Chine, alle Farben, 100 br. . . . S 4.90 §§ Ü Samt-Chiffonet. 90 br.S 4.90 H H Plüsche für Mäntel, 120 br.S 9.80 §§ jg Velour-Chiffon, alle Farben, 90 :br.S 9.80 jg 1 Strick« utfd Wirkwaren s 1 ff Orig. Pullnian-Kappe ........ 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Der weitliehen Kenntnisse •befleißigten sie sich hauptsächlich deshalb, wie sie ihnen beim!Studium gewisser Partien im Talmud förderlich, ja zum besseren Verständnisse •derselben geradezu unentbehrlich waren. Aber dessenungeachtet, hätten sie auch diese tüchtig zp erfassen gestrebt. Ue'berhaupt bilden die klassischen Erzeugnisse der spanisch-jüdischen Religionsphilosophen. die sozusagen ׳die ganze weltliche Bildung ihrer Zeit in ihren Wierken verarbeiteten ׳und mit dem ׳Geiste des Judentums zu durchdringen suchten, einen glänzenden Beweis hiefiir. Diese Werke bildeten ein stets bevorzugtes Lieblinigsstudium der Talmudgelehrten, •so •daß wir Stellen aus •denselben selbst in rein halachischen Schriften, wenigstens in den agadisehen Einleitungen zu ihnen, zitiert, angewendet und öfters erläutert finden. Auch unser R. Joel Ungar s. A. besaß Kenntnisse in außertalmudischen Fächern.**) Die Astronomie, diese Wissenschaft, welche ganz dazu angetan ist. eben d׳ie erleuchtetsten!Geister ׳zu •G-tt zu erheben, war es, die auch ׳ihn besonders anzog ׳und in der er sich eine seiteile Tüchtigkeit erwarb. Er war überhaupt ein großer Freund von Sternen. Stundenlang •pflegte er, meist an Freitagabenden, wo die Sabbatfeier ihn ohnedies an das Schöpfungswerk G-ttes gemahnte, unter •dem Sternenbesäten Himmelszelte zu lustwandeln •und die leuchtenden Welten oben am Firmamente zu;betrachten. Erinnerten sie •ihn doch an sein von ׳ihm so heißgeliebtes Volk, dessen *) Siehe die über R. Salomo Kwetsch s. A., Landesrabbiner in Mähren, gehaltene Trauerrede des R. Josef Roth s. A., einstmaligen Rabbiners in Ungarisch-Brod, in dessen veröffentlichten Synagogalreden: ״Die Alten hatten aus einem!hebräjischen Buche mehr weltliches Wissen gelernt, als die Neuen aus einem Wust von modernen Werken“, ruft er •dort aus. **) 111 der ,.׳Allgemeinen •Zeitung des Judentums“ von Philippsohn vom Jahre 1842 ist ein Bericht aus Ungarn enthalten, der den jugendlichen Rabbiner von Roks, Joel halten, einen ״bildungsfreundlichen!Mann“ nennt. כשר SEIFE Market ALEFBETH mit הכשר des orth. Rabbinatsassessors, KoSice, erzeugt ״POLIO“ FRIEDMAHN & CO. Seifen- und Kerzenfabrik, KOIICE Bau des Haifa-Hafens sei kein philanthropisches!Unternehmen. Sollten die Löhne •der ׳Hafenarbeiter eine Erhöhung erfahren, so müßte dies ja eine Erhöhung der Löhne bei allen anderen öffentlichen Arbeiten der Regierung zur Folge haben. _ Niederbrennung einer Synagoge in Bessarabien. (J. T. A.) Vor einiger Zeit drangen antisemitische Huligans in die Synagoge des bessarabisdhen Städtchens Tschitschmele, Kreis Ismail, während der Andacht ein, •mißhandelten ׳die Andächtigen und zerstörten!die Innen- ׳eimlichtung. In •der!Nacht zum 8. Oktober veranstalteten dieselben Huligans einen zweiten Ueberfäll aulf die Synaigoge •und stedkten 'die Thoraiäde ־)׳Öraun Kaudesdh) in Brand; fünf Thorarollen (Siftre-Thora) und viele andere ׳Gegenstände verbrannten.!Der Gesamtsdhaden betrifft ■mehr •als eine Million Lei. Der Landesrabbiner von Bessarabien J. ׳L. Zirelsohti sandte ein Protesttelegramni an den Minister •des Innern!nach Bukarest und forderte die Ergreifung schneller Maßnahmen gegen die übermütig gewordenen Verbrecher. Die gesamte jüdische Presse Rumäniens verurteilt in schärfsten Worten diesen Gewaltakt .und fordert eine genaue Untersudhung. Der Landesrabbiner von Altrumänie 11 Dr. Nie- ׳mirower und der Präsident ׳der Union rumänischer Juden Abg. Dr. Filderma.nn 'intervenierten bei der Zentralregiierung unid.forderten strenge Bestrafung der Schuldigen. )Diese •Interventionen haben einen raschen Erliöig gehabt. iLandesrabbiner Zirelsohn erhielt vom Präsidenten der ׳Union rumänischer Juden Abg. Dr. FiMermann die telegraphische Mitteilung, •daß die Regierung nach Tschitsdhmela eine Sonderuntersuchungskommission entsandt habe, der!der Department'sdireiktor des Innenministeriums Calajanu •und der jüdische Senator Horia •Carp angehören. Die Sühne. Die von •der Regierung entsandte Kommission zur Prüfung der Umstände, wie ׳die jüdische Synagoge in Tschitschmela, Kreis Ismail, zweimal von iBauernhuligans ׳zerstört und schließlich samt den Thorarollen niedergebrannt werden 'konnte, ohne daß die Behörden ■dies ver- •hinderten oder ■gegen die Huliigaus eingeschritten wären, hat •ihre Arbeiten beendet. Auf!Grund ׳des Berichtes der Kommission hat das Innenministerium beschlossen, d e n Chef der O r t s g e 11;d a r rn e r li e vor ein .Militärg e r i c׳h t zur Abu r t e i 1 11׳ n g zu •stelle n, u n d ■mehrere iB e ■a ׳m t e, u. a. d e n U 111 e r p r ä f e k t e n und den S e k r e!t ä r des Magistrats, von ihre n Aemtern zu enthebe n. Die!Kosten •des W i e d e r a u f b a u •e •s d er Sy 11 a g 0 g e 11 n d d e r Wiederan s c :h ■a 'f f u n g •der T h 0 r a r 0 11 e n wir d d 1 e Regieriung tragen.___ Spendet für den der Adas Jisroel, Wien, II., Nestroygasse 11 Erzeuge für Frostballen, empfindliche,* leidende sowie Senkfüße leichte orthopädische Schuhe. •' Was auf Grund meiner langjährig erprobten Praxis eingebaute Einlagen, daher von normalen Schuhen nicht zu unterscheiden ist. Garantie für Heilung und jede Paßform und angenehmes Gehen. Komme auf Bestellung ins Haus. HANS VEI G E. vorm. Bubenicek Spezialwerkstätte fiir orthopädische Schuhe . IV., Starhemberggasse 5/7, Parterre Söhne eben als Tichtstrahlende ■Gestirne, auch ■auf dunklern, nächtlichem Hintergründe leuchten! Aber R. Joel war ׳nicht nur ein großer Talmudgelehrter, er war auch ein echter Talmudiude. Das will sagen, er hat die erhabenen Lehren ■des Talmuds nicht nur in sich aufgenommen, sondern auch 'betätigt. Die hehren Ideen des Talmuds über Menschen, Welt und G־tt waren!ihm •keine Goldbarren, •die in der Schatzkamtner .׳seines!Geistes wohlaufbewahrt lagen, ohne jedoch auf die Welt •umgestaltend ■einzugreifen. Sie waren ihm, wie jedem echten Juden, •G-ttessaaten, •die deshalb in unsere G e i s t e s׳ e r k e 11 n t n i s gestreut worden sind, damit sie in unserem Tatenl-eben als g-ttgefällige, menschenbeglückende Frucht aufgehen. Sein ganzes Leben bildete eine Betätigung der in den heiligen Büchern ׳Israels niedergelegten Ideale •des Guten, Edlen, Heiligen. Ja. diese •Großen der ׳taimudischen Wissenschaft hatten alles, alles, das sie für wahr und g-ttlieh erkannt haben, auch in ihrem und,mit ihrem Leben verwirklicht. Und so war es bei ihnen wahrlich ׳nicht erst notwendig, •in schönen, gewandten Reden über G-ttesliebe und G-ttesdienst zu predigen, war doch ihr ganzes, von innigster •G-ttes- und Menschenliebe getragenes, nur Gerechtigkeit atmendes und Liebestateu schaffendes Leben wohl selbst die beredteste und wirksamste!G-ttespredigt. Unwillkürlich müssen wir uns beim Betrachten eines solch g-ttgefälligen Lebenswandels der herrlichen Erzählung im Midrasch erinnern. Rabbi Sohimeon ben Jochai kaufte einst, so wird erzählt, von einem Araber ein Maultier. Die Schüler führten das gekaufte Tier ins Haus des Rabbi. Da entdeckten sie unter dessen Sattel ein kostbares Geschmeide. ״Rabbi,!G-tt hat dich gesegnet!“ Rabbi Schimeon ben Jochai aber rief ihnen zornerfüllt entgegen: ״Wlie, habe ich •denn auch das iQeschmeide gekaaift? Nur das Tier habe ich gekauft. Tragt sofort den ׳Fund •dem Eigentümer zurück.“ Als der Araber sein verlorenes Gut erblickte, ■da rief er, durch •die Ehrlichkeit •des Rabbi auf’s Innigste gerührt, mit Begeisterung aus: ..Gesegnet werde der G-tt Rabbi Schimeon ben Jochai!“ Und auch bei der Betrachtung •des in allen seinen Beziehungen von einem höheren g-ttlichen •Gesetze' beherrschten Lebens der alten Rabbiner werden wir an •G-tt erinnert und tritt uns mit jeder ihrer Taten,!ja mit ׳jedem ihrer Gedanken G-tt entgegen, der sie alle geleitet. R. Joel Ungar war kein guter Redner. Er war überhaupt kein Redner. Selbst die zwei Vorträge, die er der alten!Sitte gemäß jährlich am 'Buße- •und am Großen Sabbat