Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 41 (26.10.1928)
- Date
- 1928-10-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Novlnov6 v#platn6 povolenfe riadit post a telegrafov v Bratlslave «s. 41572-III-20. Zeitungen vom Verleger versendet Journal expSdie par 1‘edlteur. ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEM JUDENTUMS. JUBBCHE PRE Redaktion n. Admlnlitratlon! Wien, II..Leopolds-!aste 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. R 45-4-94.?♦chechoslowakeli Bratislava, Postfach 140. irscheint Jeden Freitag. — Redaktionsschluss: 6r Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementsprelse 1 Ganzjährig! Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschecb. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich! PostsparkassenamtWien, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190.409; für Ungarn: Posfsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko. N. 10.217; für die Schweiz! Postscheckkonto Zürich VIII. 4117! für Deutschland! Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619 Nr. 41 Wien-Bratislava, 26. Oktober 1923 ,י״ב חשק ו/דפיט JWyWl כיה 14. Jahrg. Wiener Knltasgemeinde. Die Wahlen in die ' Herr Wolf Pappenheim sah sich veranlaßt, auf unseren vorwöchigen Leitartikel in einem programmatischen Artikel zu reagieren. Selbst wer mit seinen Ausführungen nicht restlos einverstanden sein kann, wird׳ dem greisen Führer der Wiener Orthodoxie, der vor einigen: Wochen anläßlich seines achtzigsten Geburtstages Gegenstand der herzlichsten Glückwünsche aller war, den gebührenden Respekt nicht versagen. D. Red. Zu!den in der ״:Jüdischen• Presse“ vorige Woche veröffentlichten Wa hip r äl u> d i e n möchte ich uaahfolgen-des ausführen: Die von!Herrn P. angeschnittene ׳Frage, ob selbständige orthodoxe Liste oder Koalition mit der ״Union“, wurde in׳ den ׳maßgebenden Kreisen der Orthodoxie lange und gründlich erwogen. Für mich!bilden! die ׳maßgebende Orthodoxie jene!Männer, die ׳im Jahre 1-920 den Mut fanden, eine eigene orthodoxe!Liste aufzusitellen, die ganze, ■bei einem erstmaligen Auftreten ungeheuer schwierige Organisation und Agitation׳ für die Wahl zu ׳leiten und die materiellen ׳Opfer für dieselben!zu bringen. Die art'ho- ׳doxen Vertreter haben dank ׳des Verständnisses ׳und Entgegenikommens der .uuionistiscben Majorität ■vieles für die orthodoxen •Institutionen erreicht, wozu nicht wenig der Umstand beitrug, daß die Anwesenheit der Orthodoxen im Kultusvorstand ׳den׳ modernsten Herren den! Beweis er- ,brachte, daß die a׳ls ״Barbaren“ verschrienen frommen Juden! doch ״Menschen“ sind׳, so daß sie die 1Wertschätzung nicht für ihre Person, ■sondern auch׳ für die Orthodoxie als!Weltanschauung errangen. Herr P. verlangt größere Publizität für die Erfolge der, orthodoxem Vertreter. So verständlich dieser Wunsch •an und für sich auch sein mag, so mußten wir Verantwortliche .mit dem Umstand rechnen, daß es •in ׳Wien׳ noch immer ״liberale“ Juden! ׳gibt, die fürchten, eine Stärkung •der Orthodoxie könnte sie in ihrer Gewissensfreiheit •beschränken. Die öffentliche Behandlung der erreichten Fortschritte in der Förderung altgläubiger Talmud^Thora-Schulen, Bethäuser,!Rabbiner, Wohlfahrtsanstalten usw. würde Widerstand in (jenen■ wohl nicht׳ sehr zahlreichen ׳(]Der Wiener ist Ja tim allgemeinen in diesen Dingen wenig interessiert), aber durch׳ ׳Intelligenz, soziale Stellung, materielle Macht ausgezeichneten.!Kreisen gefunden׳ haben׳, die einen!jüdischen Kleri'kalismus (?!)!noch mehr perhorreszieren׳ als •das iNationalijudentum׳ .׳Dieser Widerstand hätte!alle!Arbeit •der Orthodoxie unendlich er־ schwert •und so war uns Bescheidenheit geboten. Erst wenn!!durch׳!jahrelange Arbeit ׳die Modernisten zur Erkenntnis gekommen •sein werden, daß die Rechtgläiibigkelt die einzige Stütze zur Erhaltung des Judentums sei, sowie, daß die Orthodoxie nur. Ruhe und EJlbogenfreiheit •für sich verlangt und •nicht daran denkt, ״die Kultusgemeinde zu erobern“, dann werden wir die erzielten Erfolge laut vo׳r aller Welt verkünden können!. Jedem, der sich informieren׳ ׳wollte, standen die Vertreter!jederzeit zur Verfiigung'. 'Was wiederum die Wahlvorbereitungen und Wahl- Vorberatungen ׳betrifft, so wäre es nicht vernünftig gewesen, sie frühzeitig in den Blättern verlauten zu lassen. Während man heute aber schon mitteilen kann,!daß die organisierte Orthodoxie mit der ״Union“ einen Wahlpakt geschlossen hat, hört man von •allen anderen, scheinbar sehr zahlreichen Gruppen׳ nur .von geheimen iKonvemtikeln, Unterhaltungen and Konferenzen. Warum die organisierte Orthodoxie mit der ״Union“ geht? Weil die ׳״Union“ sich zur •Religion bekennt, während die 'Nationale! d׳urc'׳ ihr? bibelkritische Lehrerbil- •dungsanstalt •die nächste Generation vergiftet haben ■und für die Sozialisten Religion bestenfalls Privatsache sei. Es ist auch mit!Bestimmtheit zu erwarten׳, daß •jene Orthodoxen, die sozialdemokratisch organisiert •sind und bei politischen Wahlen sozialdemokratisch׳ stimmen, begreifein werden und danach stimmen werden, ■daß!für die K111tusgemeinde religiöse Repräsentanten wichtiger!sind als sozialistische. Der Standpunkt •der selbständigen! Orthodoxie ist, •daß sieb selbe 11׳ür in einer gänzlich;unabhängigen! Gemeinde voll und ganz entwickeln! ׳kann, die Autonomie also un׳be־ dingt zu erstreben ist. Dort, wo dies gesetzlich unmöglich ist, wie in Oesterreich׳, ist es von •Fall zu Fall zu erwägen, ob eine zwingende!Notwendigkeit vorhanden ist, in die Kultusstübe ■zu gehen. •In׳ Wien war diese •Notwendigkeit;durch Jahrzehnte nicht gegeben,;•;dä •der Orthodoxie aus der Abstinenz nur ׳materieilet ׳Schaden erwachsen! konnte. Erst vor zehn Jahren, als׳ die' bibelkritischen ׳Machthaber' die Religiosität in ihren!Grundfesten zu erschüttern drohten, war es ein •Gebot der Selbsterhaltung für die Orthodoxie, in den Kultusvorstand einzutreten, um zu retten, was 211 ■retten ist. Die organisierte’ ׳Orthodoxie muß'für sich die Selbstständigkeit herbeisehnen, muß aber darauf hinaubeiten, die Kultusgemeinde in ihrer!jetzigen Gestalt zu erhalten, für jene 75 Prozent Juden׳ Wiens, die nicht orthodox sind. Die!bisherigen orthodoxen Vertreter haben das Bewußtseim nicht nur alle orthodoxen Belange •in der Kultusgemeinde stramm, warm und erfolgreich vertreten, sondern auch für die Interessen der ׳Kultusgemeinde •im ganzen sich mit voller Arheitsfreudigkeit voll und ganz eingesetzt zu haben. Bei der Vertretung der orthodoxen Interessen haben wir •nie gefragt, ob die!Institutionen oder Personen, für die wir uns einsetzen, Freunde oder Gegner!der Adas Jisroel sind, oder der Aguda freundlich gegeniüb erstehen oder nicht, materielle Interessen •dieser!beiden Korporationen ■kamen nie in Frage, da sie von der Kuitusgemeinide nie eine mate- ׳rieile Unterstützung in •Anspruch genommen haben.*) So wird es auch bleiben, u׳n׳d! wir werden, wenn wir in ■die Kultusstube kommen, jedes .jüdisch-religiöse Interesse nach allen Kräften wahren, ohne danach zu fragen, weleher!Gruppe der ^Wiener Orthodoxie es zugute kommt. Wir geben uns der Hoffnung hin, daß die denkenden Jereim aller Lager zur Einsicht kommen werden, daß sie der Liste, auf der die erprobten orthodoxen Vertreter erscheinen, ihre Stimme geben müssen, wenn sie die Interessen der Orthodoxie gewahrt wissen wollen. Wolf Pappenheim. *) ׳Bei der!Bewilligung für den ״Keren Hajessod“ mußten die orthodoxen Vertreter •darauf bestehen, daß zumindest ein ■ihrer Steue׳rleistun!g entsprechender Betrag für den K er en H.a j i s chu w der Aguda verwendet werde, weil׳ sie eben aus ihren S.teuerge׳ldern ׳den Keren Hajessod nicht unterstützen lassen durften. Die Klagemauer. Agudas jisroel bei dem Colonial Office. L 0 n d 0 n. (J. ׳U.) Am 22.!Oktober übergab die politische Exekutive der Agudas Jisroel dem Colonial Office der ׳englischen!Regierung ein ausführliches Memorandum wegen der Vorgänge an der Kausel Maarowi. Der orthodoxe Rabbinerverband Deutschlands zu den Vorgängen in Jerusalem.!Frankfurt am (Main. (J. U.) Die auf der in Frankfurt stattgehabten Generalversammlung •des ortho- •doxen Rabbinerverbaiides Deutschlands ob •der Ereignisse an der Kausel!Maarowi• gefaßten Resolution lautet: Der orthodoxe Rablbinerverband h׳at mit tiefem Schmerze von! den Vorkommnissen Kenntnis genommen, die am vergangenen Jaum׳ IHaki.ppurim sich׳ an •der Kausel Maarowi ereignet haben. Die 1Gen1er.alversam׳m׳lung ׳richtet an die gesamte gesetzestreue jüdische Diaspora einen' flammenden׳ Appell nichts zu scheuen, um. eine!Wiederholung!derartiger Vorkommnisse oder gar die Ausschließung jüdischer Beter von׳ dieser heiligsten Stätte׳ wirks!am zu verhindern׳. Die Gencr.ai׳versam.m׳Iun׳g richtet׳ ■an׳ •die!Leitung• der •Agudas Jisroel die Aufforderung mit höchstem Nachdrucke •bei der ׳palästinensischen Regierung, der iMandatar.macht,, vor dem Völkerbund alle erforderlichen Schritte׳ zu ergreifen׳, um das durch! ■die: Jahrhunderte gesicherte Recht des׳!jüdischen! Volkes! an!der Kausel! •Maarowi u!!belästigt beten! 'zu dürfen, alle Anfeindungen! gegenüber zu verteidigeil •und zu erhalten• und hierbei׳ die rein׳ religiösen Motive, •die •für ׳die gesefzestreue Judemschaff in •dem Kampfe um die Kausel׳ Maarowi ausschließsich׳ .maßgebend sind, in. voller Klarheit zur (Geltung zu bringen. Der Oberrabbiner Großbritanniens und der Klagemauer- Zwischenfalf. (J. T. A.) Der Oberrabbiner des ■brlitischen Reiches־ Dr. J. H. Hertz hielt in der St. Jahns Wood Synagogue eine Predigt, an ׳der er daraulf ׳hinw.ies, daß in den vier Jahrhunderten, in ׳denen die Türken!in Palästina herrschten, die Juden in Sicherheit und ungestört an ihrer!heiligsten Stätte, der westlichen Tempelmau׳er, ׳beten durften. Um so 1höher schlägt die Welle der Entrüstung unter der Judenheit, daß britische Beamte es wagten, sich an dem :heiligsten Tage des jüdischen Jahres, dem Versöbinmgstage, an den Andächtigen vor der Klagemauer zu vergreifen. Die Mosiemiten genießen an ihren heiligsten Stätten weitgehenden Schutz, den Christen darf nie etwas an ihren heiligen Stätten geschehen, ׳man wacht ängstlich über ihre Ruhe und Sicherheit. Schon darum muß es für die britische Regierung ein Gebot sein, auch den Juden vor der Klagemauer eine Sicherheit zu bieten. Gewiß wird die Regierung von jetzt ab nichts ungeschehen lassen, damit eine Wiederholung der jüngsten Ausschreitungen am Versöhnungstage jetzt und in Zukunft unmöglich werde. Die Araber lahren fort, die Klagemauer zu verbauen. Die Araber fahren fort, die Klagemauer zu verbauen. Die Bauarbeiten, die sich bisher •auf die obersten Teile der Mauer beschränkten, werden •jetzt an der linken Planke der!Mauer fortgesetzt. שומז כשי (תחת השגחת הרב ח ישעי סורסט שיפשוהל) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroel) Ueberall erhältlich 1 Was bietet die führende Weltfiraa Othmar Schiff, Wien, I., Kärntnerring 6 in Damenperüoken? י ־ ־*•• ■ ־ Die Firma Othmar Schiff legt allergrößten Wert darauf, jede Kunde unter allen Umständen zufriedenzustellen. * Setzen Sie sich X* Modernste und individuelle Ausführung^ II« Tadellosen? mustergültigen Sitz, III. Hur erste Qualität in Material u. Arbeit zu massigen Preisen daher, bevor Sie eine Perücke kaufen In Ihrem ureigensten Interesse mit der Firma Othmar Schiff in Verbindung!