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Jüdische Presse · 1928-10-26 · 41 (26.10.1928) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
41 (26.10.1928)
Date
1928-10-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 41 JÜDISCHE PRESSE Seite 265 SEIDENHAUS S.WILLHEIM WIEN L, TUCHLAUBEN 8 Nachrichten Zur Beachtung! Auf vielfachen Wunsch, der aus dem Kreis unserer aus den Ostländer stammenden Wiener Leser geäußert wurde, werden wir fortab זמן הדלקת הנר עומצ״ש nach den מנהג יתיקי nach welchem unsere ostländischen Brüder sich richten, veröffentlichen. Die Zeitbestimmung wird uns allwöchentlich vom ״Hithachduth Jereim“ zur Verfügung gestellt. ~ "התאחדות יראים״ ווינה ״Hliachdut Jereim“ Vereinigung Thoragesetzestreuer Juden in Wien II., Heinestraße 30. T. 15. זמן הדלקה הנר עש״ק שעה 4 עם 34 מינוט זמן שקיעת החמה עש״ס שעה 4 ע□ 7־4 מינוט זמן הדלקת הנר מוצש״ק שעה 5 עם 46 מיניט הדלקת הנר מוצש״ק Beth-Jakob-Versammlung in Wien. Montag, den 15. Oktober fand im;kleinen •Klubsaale dos Hotel de France eine Versammlung von Wiener Damen statt. ׳Herr!Doktor D e u t׳s ch׳l ä nd e •r •hielt ein instruktives ׳Referat über ״Probleme /der jüdischen!Mädcheneriziehung“. (Einleitend erörterte!er die Notwendigkeit einer ׳systematischen jüdisehen Töchter,crziehamig .׳im allgemeinen ׳und gab dann einen umfassenden •Ueiberlblick!über die Lage ׳des ׳Er׳ziebungswesens in den östlichen Ländern. Im zweiten Teil seines •Referates behandelte der Redner die;Notwendigkeit der Vertiefung der jüdischen Töciitenbitdung!im Westen,, deutete darauf hin, daß die ■Unwissenheit •in jüdisehen JDingen der Grund vieler trauriger Erscheinungen im öffentlichen!Leben ׳sei. Zum Schluß regte er eine intensiv gesteigerte Tätigkeit des Wiener :Be th-Jakob- Komitees an. ׳Mit dem. neuen :Heim, das nunmeihr in der Brigittenau eröffnet wende,!müsse auch eine gesteigerte geistige Tätigkeit Hand in!Hand gehen. Es soll allen Altersstufen durch ,Kurse und Vorträge Gelegenheit geboten werden, sich jüdisches Wissen anzaieignen. Beratung der Vertreterschaften der geseizestreuen Synagogengemeinden Preußens und Deutschlands in Berlin. A.m 10. Oktober traten in Berlin der Vorstand und Ausschuß des Bundes gesetzestreuer jüdischer Gemeinden Deutschlands und die des!Preußischen Landesverbandes gesetzestreuer Synagogengemeinden ('Sitz Halberstadt) ,zu gemeinsamer Beratung zusammen. Der Vorsitzende, Rabbiner Dr. Auer!bach-:Halberstadt, erstattete den Tätigke'itsbericht .und gab eine Uebersicht über die Verhandlungen mit Reichs- und Landesbehörden und mit jüdischen Organisationen. Zur Finanzlage ׳lag ein schriftliches- Referat des persönlich behinderten Kassenwarts Herrn 'S. Strauß- Halberstadt .vor. Lieber den Inhalt eines Entwurfes zum preußischen ־ Judengesetz berichtete ausführlich Rechtsanwalt Dr. ׳Birnbaum-Berlin. Was die zwischen den beiden Landesverbänden (dem Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden, Sitz Berlin, und dem Preußischen Landesverband gesetzestreuer Synagogengslneinderi, Sitz :Haiberstadt) geführten Verhandlungen über ■den Gesetzentwurf betrifft, so seine eine Unterbrechung ־eingetreten.■ Infolge der unerwarteten Einre'ichnng eines Entwurfes an die Regierung seitens des Berliner Verbandes sei ׳die sofortige Uebergabe des. eigenen Entwurfes für den Halberstädter Verband notwendig geworden. ׳־Die weitere Entwicklung sei abzuwarten. Die Versammlung beschloß in diesem Sinne. Gegenstand weiterer Verhandlungen waren 'Subventionen, Ausbildung von Völksschullehrern, Religionslehren! und Schochtim. ... . Filiale: Graz, Bismarckplatz Nr. 5 Die große Mode Velour - Chiffon imprlme, Velour-Chiffon fagonne in kolossaler Auswahl zu fabelhaft billigen Preisen. — Ferner: Crepe Faille, Crepe Flesch, Crepe Satin, Crepe Oeorgette in den neuesten Modefarben. Crepe de Chine, alle Farben . . 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Wie der Reichsminister des Innern der Arbeitsgemeinschaft ׳der Jüdischen Landesverbände des Deutschen Reiches mitteilt, ist für die Reichsbehördcri die Anordnunggetrdifen worden, daß Anträge von Beamten, Angestellten und Arbeitern, sie zur Befriedigung ihrer religiösen!Bedürfnisse an den drei höchsten jüdischen 'Feiertagen (den beiden Tagen des Neujahrsfestes und dem Tage des Versöhnuugsfestes) ganz vom Dienste zu befreien, statt'zugeben ist, soweit die Dienstverhältnisse es irgend gestatten. ... Hindenburg schreibt einen Entschuldigungszettel für die Olympiasiegerin und Schülerin Helene Mayer. (J. T. A.) 111 der Presse macht das folgende Geschlohtchen •die Runde: Der deutsche Reichspräsident 1Hindenburg empfing die ^llllllllllllllillllllllllllllllllllHIIIIillllllllllllllllllllillllli M Sonntag, 18. November 1928 jp SS um 3 Uhr nachmitiags im SS Wien,'II. Taborstraße N1*. 8 h ä It H e r r Dr. SALOMON LIEBEN AUS PRAG -•; einen Vortrag mH farbigen Lichtbildern ,45 ss Das Reinerträgnis soll dem Verein ״Krankenbesuch“ ■■£« ״Bikur Chaullm“ in Wien, I. Seitenstetteng. 4, iS zuf'ießen. Karten von S 1.50 bis S 4. - sind in den ss jüdischen Buchhandlungen Schlesinger, Belf f~” und Hirsch ler zu haben In1ll!lllllllllllllllllilllllllllllllllllllllllllllllllj||||||||!l!;!!W hielt, waren mehr• talmudisch und religionsphilosophisch, aber keineswegs volkstümlich. Aber dessen!ungeachtet war er ein gewaltiger Predigar in dem eben erwähnten Sinne des Wortes, Sein ganzes, von echtem, traditionellem Judentum beherrschtes Wesen verkündete feuriger, wirksamer ׳als es eine Rednerzunge vermöchte, die uneigennützige ׳G-tte-slie-be und G-ttes־ furcht. Und was in unserer, dem Talmud abgewandten Gegenwart am wichtigsten ist,!seine edlen Tugenden, bezeugten nachhaltiger als noch ׳so viele Flugschriften es könnten, die Erhabenheit und Heiligkeit des Judentums. Der Talmud war es, in dem unser R. Joel!mit seinem ganzen geistigen!und■ •tätigen Leben wurzelte, von dem er erst die Sanktionierung all seiner Gedanken!und Handlangen herholte; — eben dieser so sehr verschriene, von Haß angeb- :lieh erfüllte Talmud war es, welcher ׳in! ihm diese :herrliche Biiite der menschen- und g-tterfreuenden Liebe gereift hatte. V!I. Die Liebe war es, dieses Endziel aller •auf geistige und sl.ttlicheVollkommenheit gerichteten Bestrebungen, diese herrlichste .Blüte des menschlichen Wesens, •die der Talmud in Rabbi Joel!Ungar gereift hatte. ׳Es war die reinste, •aneigennützigste!Liebe, in ׳ihrem Wesen einheitlich, manaigfaltig!jedoch in ■ihren Aeaßernngen. Denn die Liebe, die gänzliche!Hingabe an die■ Förde rang des Menschen Wohles, der innerste Kern׳, die Triebfeder seiner ■Lebenstätigkeit. — Wie rührend äußerte;sie -sich vor allem in den nächstliegenden Beziehungen, in der Liebe zu seinen Eltern. Sein Vater, der, wie bereits erwähnt, auch bessere Tage gesehen, verarmte im Laufe der!Zeit gänzlich׳. R. Joel nahm ihn in sein ■Haus und dazu •noch mehrere unmündige Geschwister. Die Mutter lebte nicht mehr. Das Gehalt, das er bezog, wenngleich hinreichend, um ■eine Familie ■sorgenlos •zu erhalten, war aber doch zu gering, um zweien eine erträgliche Fristung des Lebens :zu ermöglichen. Da schränkte R. Jo׳ei seine Lebensführung aufs äußerste ein. Außer am Sabbat kam fast nie Fleisch auf seinen Tisch, doch der alte Vater durfte weder in Speise noch Trank irgend welchen Mangel erleiden. Er und seine Hausgenossen aßen Tag für Tag Gemüse, Kartoffeln u. dgl., dem Vater ■aber ließ er es an Fleisch, Wein und anderen Annehmlichkeiten, die er gewohnt war, ■nie fehlen.!Natürlich war es wieder ein Weiser des Talmuds, dessen gutes Beispiel in diesem Falle ׳zum Vorbilde diente. Im Tractät Kethrbetl! wird •folgendes erzählt :•״,Ein Lehrer •hatte die Gewohnheit, an jedem Vorabende des Versöhnungstages einem •einst reichen, nunmehr aber verarmten ׳Manne 400 Susim — eine Goldmünze nach damaliger Währung — zu schicken. — Einst kam ׳der mit diesem .Aufträge betraute Schüler ganz bestürzt zurück. ״Wie, Meister“, rief er aus,, ״einem solchen Verschwender spendetest ■d׳u deine Almosen? Eben als ich ihn antraf, ließ ׳er sich den teuersten Wein ■aus seinem ■Keller he rauf holen.“ ״So“, •antwortete ■ihm der Weise, ״solte •ich es außer acht lassen, daß dieser Mann einst ■reich!gewesen und demzufolge an eine bessere Lebensweise gewöhnt war? ׳Da hast ׳du noch 400 Susim und• ׳eile hin, damit er nicht gezwungen sei, von seiner bisherigen Lebensweise im geringsten abzuweichen.“ Schade, jammerschade, daß ■die alten!und zeitgenössisehen Eisenmenger von ׳dieser Talrnudsteile keine Kenntnis haben. Was für einen vernichtenden Prozeß könnten sie •daraus gegen die Lehrer des Talmuds!schmieden: daß sie dem ׳Bettlertu-ni Vorschub!geleistet, wie sie den Müßiggang gefördert usvv. Was können aber die armen Talmudlehrer dafür, daß sie nicht das hohe ■Glück genossen, :in ׳unserem aufgeklärten, humanitären Jahrhundert zu leben, in •dem man die Tafeln mit der, die reinste Liebe!atmenden!Aufschrift: ״Hier ist das Betteln verboten“, erfunden hat! R. Joels Herz war :ebenso voll• Teilnahme gegenüber dem ■Leid!und Weh jedes einzelnen Mitbruders. Er ׳fühlte den Schmerz •jedes Leidenden mit ׳und• w׳ar bestrebt, ihn ■nach Kräften zu lindern. Der Blick auf den von der Leiden unend- Hohem We׳h durchtränkten, schmerzensreichen Boden, den man ״Geschichte Israels“ ■nennt, entlockte ihm ■gar oft brennende Zähren. Er liebte innigst die Menschheit und sein Volk. Aber Mittel- ■und Ausgangspunkt all!seiner Liebe war Gott allein. In seinen Eltern liebte er, der echt jüdischen Lehre gemäß,!G־tt, der ihm dieselben zu treuen!Erziehern und schützenden ׳Gefährten auf dem ■dunkeln Pfade, des Lebens zugesellt hatte. Tn seinen Nebenmenschen liebte er die Ebenbilder Gottes, die mit Vernunft utid^Gefühl begabten Wesen. Als Kinder G-ttes galten •sie ihm. Sie zu erfreuen, hieß Ihm G-tt erfreuen, sie zu!lieben, G-tt lieben. Die Liebe zu seinem Stammvolk Israel vereinigte sich in ihm gänzlich mit seiner tiefinnigen G־ttesliebe. ׳Dem Israel war ihm das von G-tt erkorene, heilige Priestervolk, welches die hehre, Aufopfer ungsmut heischende Aufgabe übernommen, Lehrer der •Menschheit L11 der reinen G-tterkenntnis und in dem wahren G־ttesdie11ste zu sein. Israels Schicksale waren ihm Fingerdeutsahen Preisträger der internationalen olympischen Spliele dieses Jahres in Gegenwart ׳seiner Familie und des Reichskanzlers Müller sowie ,des Reichswehrministers Groener. Der Reichspräsident bat beim Tee jeden einzelnen Sieger an seinen Tisch uti'd unterhielt slioh mit ihm. Die Siegerin im Fechten, Fräulein Helene Mayer (bekanntlich das Töchterahen eines Offenbacher ׳jüdischen Arztes), die ihren Platz zwischen dem!Reichspräsidenten und dem Reichskanzler hatte, erzählte, daß sie von ihrer Schule in Frankfurt nur einen Tag Urlaub für die Reise nach!Berlin erhalten habe und bereits morgen abends iheimkchren müsse. Darauf sagte der Reichspräsident: ׳״Ich werde Ihnen einen Entschuldigungszettel schreiben“, und schrieb ihr dann einige Zeilen aulr, in denen er bat, Fräulein Mayer noch einige Tage vorn Schulbesuch zu befreien, damit sie sich die *Sehenswürdigkeiten Berlins ansehen könnte. Die Unterschrift lautete: ׳״Mit freundlichen Grüßen! Hindernbürg.“ Einweihung einer neuen Synagoge in Targul Mures (Marosvasarhely). Dieser Tage fand ׳in Tangul Mures die Einweihung der neuerbauteu prachtvollen Synagoge, einer der schönsten und!größten in Siebenbürgen, statt. ׳Die Festrede bei der!Einweihung, an der alle bürgerlichen -und militärischen ■Behörden, wie auch ׳das Kultusministerium in Bukarest und die Geistlichkeit aller Konfessionen sich vertreten ließen, wurden von! ׳Oberrabbiner ׳Emianuel •Soffer gehalten. Die Thorarollen wurden! :unter einer Clutpa mit Musikbegleitung von׳ ■der alten! in ■die neue Synagoge ge- •tragen. Abends fand ein!Festbankett statt, ׳Oberrabbiner Sofer. wie •der Stadtpräfekti hielten geistvolle ■Ansprachen. Milderung der Sonntagsruhe ln England zugunsten der Juden. (J. T. A.) Die Hackney and Stoke Newlugtoti Handelskammer hat sich in ׳ihrer •letzten Sitzung mit •der Frage der Milderung der Sonntagsruhevorschriften ■zugunsten der jüdischen Ladeubesltzer befaßt. Es wurde im Priniziipe beschlossen, eine Milderung der Vorschriften im Hinblick auf das religiöse Gewissen der jüdischen Ladenbesitzer zu empfehlen. Verständigung zwischen jüdischen und katholischen Postbeamten in New York. Zwschen den jüdischen und (katholischen Postbeamten Ist eine Verständigung in der W.eise erzielt •worden, daß die Juden ■an Weihnachten die ׳Arbeit ihr/er katholischen Kollegen ■und die Katholiken diejenige!der Juden an den jüdischen!Feiertagen übernehmen. 'Das :Uebereinkommen ermöglicht,!daß beide Parteien ׳zur verlangten Zeit Urlaub erhalten •und dadurch den ■Gottesdienst besuchen können. 43.581 Juden in Jaffa und Tel-Awiw.!(JTA.) Laut ׳der i׳m!vergangenen Monat idurahgeführten Volkszählung •beherbergen die Städte Jaffa und Te׳l-1Aw:Lw, ׳die territorial •aneinander grenzen, ׳zusammen. 43.581 jüdische Seelen, vom!denen fast genau die Hälfte, 21.607׳, männlich sind. ׳Allein in Tel-Awiw wohnen 36.574 Juden, unter ihnen zwei ׳Hundertjährige. In den •beiden Städten wohnen 33,020 Aschkenasim, 6256 Sephandim •und 3134 Yemeniten. In Deutschland sucht junge Damenschneider] ■n aus frommem guten Hause in der Slowakei Stellung bei orth. Schneider oder Schneiderin in größerem Orte gegen Kost' und Quartier unld ganz bescheidenen Lohn und möglichst mit Familienanschluß. ׳Zuschriften unter ״Perfekt" an die Bratlslavaer Administration.___ An ■der hiesigen Talmud-Thora-Schule!ist die Stelle eines tüchtigen Talm -Thora - Lehrers per sofort zu besetzen. Reflektanten wollen ■ihre hierauf bezüglichen Gesuche, nebst Angabe :ihres Alters, Famllienstandes und Abschrift ihres Wirkungszeugnisses ׳bis spätestens. 14. November!1. J. einsenden an den Vorstand der orth.-isr. Kultusgemeinde. י Bratislava—Preßburg. 19. Oktober 1928. zeige G-ttes — g-ftliohe Offenbarungen. — Das uns seit Jahrhunderten verfolgende Leidensgeschick war für ihn. ein G-ttesgeschick, ׳ein Mahnruf G-t׳tes, uns ׳zu■ ׳bekehren. — Mit tiefer Wehmut sah er das Elend• seines Volkes, •das Elend, in welches dessen eigener, widerspenstiger Starrsinn es gestürzt •na׳tte. Aber sein für das Wohl seines Volkes schlagendes Herz blutete ׳bei dem Gedanken, daß all der Jammer wirkungslos blieb, daß!Israel in der zwei Jahrtausende währenden Erziehungsschule des ׳Exils keines Besseren belehrt wurde; daß es bei ■jedem erneuerten Anlasse, bei jedem neuen Morgenstrahle der Freiheit aufs neue in seine alte Treulosigkeit■ zuriieksinkt. •Diese •seine tiefinnige Liebe zum jüdischen Volke und das tief in ihm .wurzelnde Bewußtsein, von dessen g-ttliche׳r Sendung, ließen ihn nur mit Schmerz die Zwistigkeiten im eigenen Lager mitansehen. Auch da leuchtete ihm der Talmud als Wegweiser voran. לא מצא היק״-8.'! בלי מחזיק ברנה לישראל יותר מהשלום heißt es ■im Talmud Segen findet Israel nur im Frieden; in der Eintracht — seine Macht nach innen, in der Eintracht — •seine Macht •nach außen. Und bezeichnend, ׳sowohl für seine ■Friedensliebe als für seinen geistvollen Humor ist folgender, von unserem R. Joel stammender Ausspruch; Die alte Synagoge in Paks, die, nebenbei bemerkt, ein Meisterwerk des gotischen Baustils ist, so ■daß sie in alten ungarischen Lexica als sehenswert gerühmt wird *). wurde im Laufe der Zeit den ׳Gläubigen zu klein. Dem ׳mußte äbgehalfen werden.!Nur die Art und Weise der Abhilfe bildete noch den Gegenstand eines heftigen!Für und!Wider. Einige ׳jvollten eine ■ganz neue Synagoge, andere wieder •eben deshalb nur eine Vergrößerung der bestehenden; wie es bei derartigen Anlässen schon so zu sein pflegt. Heiß tobte der Parteien Wut. Da ging man zu R. Joel, er sollte ׳entscheiden, was da ■zu geschehen habe. Ob ein!Neubau oder ein Umbau vorgenommen, werden soll. — Rabbi׳ Joel aber hatte gleich den wahren Grund der Meinungsverschiedenheiten entdeckt. Er wußte wohl, daß es ■nichts ■anderes als!Zanksucht sei, was die Gemüter so sehr erhitze. Er traf sofort den Nagel auf den Kopf, als er ihnen sagte; ״Was, eine größere Schul’■ ׳'wollt ihr ׳haben? Eine ״höhere“ braucht ihr, ■denn ■ihr wollt euch ja mit den Köpfen aufeinanderstellen!“ ׳(Fortsetzung folgt.) ־; *) ״Magyar Lexikon“, 1832, Artikel: Tolnamegye. 73377857

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