Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 38 (28.9.1928)
- Date
- 1928-09-28
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 38 JÜDISCHE PRESSE Säte 247 : 1י ■i_,-..l—.. —__ 1 1 .. .. ..— ■•■......1.1. 1.. ■11 1 ..',י I! ■—4ו1|ווו«ו—<« 11u1111i11n11!!1u1t111)11111utH1H1i1111fl)111111t»i1t1t11111flumu11111i1n(1t11n1nnmH1tHH₪tHHM11w1n11u1(tt1ttM1RHiHu1ut₪H{1nH₪nnHB)1(Ri1111 in»1!H1u₪1i1un1₪n^imnn1ni1i1t11111n)1m11)1)111f11n11nmn11i1i111 ummmii [JllßilÜiili חחחן1זזז<זזה ttntntU1ü1n!r1t1iR1Hift11nh1tHünm »1 in üütmm itiiinifinintnininnipnnffnBniniTniiniOhfiinTntFninT^iiiinniiiBniirjinnnininiiHiii 1₪fflnnn₪na. Thora-Reigen (Hakofoth). 1. Ono Adoschem hoschioh no, Ono Adoschem hazlichoh no! Anmutige, holde Braut’ ' Wurdest nun mir angetraut. Mit aufrichtiger Freud’ und wahrer Lust, Ich drücke dich mit Liebesglut an meine Brust. Voll Wonn’ eröffne ich mit dir den Reigen, Fürwahr, du bleibst nun ewig mir zu eigen. 2. Qualen ohne Maßen, schrecklich war die Pein, Die ich mußte leiden, bis du wardest mein, Vor Jahrtausenden im Aegypterlande noch, Als mich furchtbar drückte schweres Sklavenjoch. Heute will ich schwören dir auf ewig Treue, Daß dich meine Liebe immerdar erfreue. Voll Wonn’ eröffne ich mit dir den Reigen, Fürwahr, du bleibst nun ewig mir zu eigen. 3. Durch die Wüste vierzig Jahre, lange, Mußt’t ich müde wandern, ward’s mir auch gar bange, Viel entbehren, Mangel leiden, Not erleben, Als der Schöpfer dich, Geliebte, mir gegeben. Nun bist gesichert mir, dich bewahr’ ich warm, Dich, du Holde, halt’ ich fest in meinem Arm. Voll Wonn’ eröffne ich׳ mit dir den Reigen, Fürwahr, du bleibst nun ewig mir zu eigen. 4. Vierzig Tage mußte ich einst harrend zählen, Bis ich durfte dich in Treue mir erwählen. Von Himmelshöhen kamst herab du voller Pracht, Wurdest damals mir für immer zugedacht. Will nun folgen deinen ׳Worten, deinen Lehren, Dich in Taten, Anmutige, stets verehren. Voll Wonn’ eröffne ich mit dir den Reigen, Fürwahr, du bleibst nun ewig mir zu eigen. 5. Baut’ ich dann ein Haus der heil’gen Macht, Dir geweiht in Liebe seine ganze Pracht, In diesem höchsten Heiligtum, Strahltest du in Glanz und Ruhm, Hab’ ich dich verehrt nach Herzenslust, Dich dort angebetet aus tiefster Brust. Voll Wonn’ eröffne ich mit dir den Reigen, Fürwahr, du bleibst nun ewig mir zu eigen. Beraubt bald wurde ich des schönen Heiligtums, Entsagen mußte ich' des teuren Eigentums, Vertrieben und gejagt in fremdes Land, Gequält,,, bedroht.׳ von Feindeshand. Nichts ist mir geblieben als dies Beste, Bleibt auch fortan mir Schutz und Feste. Voll Wonn’ eröffne ich mit dir den Reigen, Fürwahr, du bleibst nun ewig mir zu eigen. 7. Gleich ich einem Schäfchen, das umherirrt, Ohrie Führer, ohne Schützer, ohne Hirt, Lass’ nicht werden mich des Feindes Raub, Nicht mehr wälzen mich' in Erd’ und Staub, Baue bald, o Herr, dein Heiligtum, Dir zum Preise, uns zum Stolz und Ruhm. Ono anenu, 1 B’jom korenu! E. S. Unsere Mutter. Stikkothbetrachtimgen, gesammelt von Iro Q. Friedberg. Das Sukkothfest gibt uns Veranlassung, das Auge auf das׳ teure;Bild der Mutter zu richten und uns an ihrem Anblicke zu erheben, denn die vier in dem!Fest- Strauße vereinigten Pflanzengattungen, Esrog, Palme, Myrt'he und Bach weide, weisen nach der Deutung unserer ältesten ’ ׳Weisen auf die vier in der!Bibel genannten Mütter bin. Da!ist S a r a, die gleich dem liebliehen Esrog lieblich •blieb, selbst im ■hohen Alter; da ist Rebekka, die!Mutter der ungleich gearteten Brüder Jakob •und Esäu, welche der Frucht und den Dornen an der Palme gleichen; da!ist Lea, die, der blätterreichen Myrthe gleich, mit Kindern reich gesegnet war und da ist endlich Rachel, die w׳ie die rasch absterbende Bach weide in ihrer Jugend hinweggerafft wurde. Was ist nun das ,Gemeinsame an diesen durch!Gestatt, ׳Alter, Charakter und Lebensschicksale verschiedenen Müttern? Das Gemeinsame ist das U, e r z. Dasselbe liebevolle IMutter'herz' schlägt in ■der 'Brust aller vier obgenannten!Mütter, und so wollen wir einmal die!Herrlichkeiten des iMutterherzens, wozu uns der Feststrauß freudigen Anlaß bietet, betrachten. 1. Zart wie •der liebliche Esrog ist das Mutterherz, das ׳von rauher Hand nicht berührt werden darf, und weil es so zart ist, darum ist seine ׳Zärtlichkeit gegen das!Kind so schön und'rührend. 2. Fest ist das!Mutterherz wie die Palme und seine Kraft geht ׳ins ,Unermeßliche, wenn es sich um das Kind handelt. Vergebens ist der •Versuch, eine Mutter vom Krankenbett ihres ■Kindes zu entfernen, und alle Drohungen und lUeberredungskünste scheitern an ׳ihrer Festigkeit; das Mutterherz ergibt sich nicht. Wohl entfärben sich die Wangen, bleich wird das ׳'Haar, verdunkelt sich das ׳Auge und zittert die Hand der Mutter, ihr!Herz aber bleibt stet? ׳jung und frisch, gleich' •der (Myrthe. 4. An!keinen Ort ist!das ,Mutterherz gebunden, es gedeiht überall, gleich der Bach weide. Wir sollen daher die!Mütter wie ein Heiligtum verehren, und hat, leider, ■das ׳Herz unserer!Mutter zu schlagen aufgehört, so ׳soll ׳ihr Andenken auf ׳uns bis zum letzten Schrate unseres eigenen Lebens fortwirken. Wer über ist unser aller Butter? ׳Welches ist die Mütter mit dem edlen und erhabenen Herren, die ׳uns und einen großen Teil 4er Menschheit großgezogen, unseren Geist behütet, gepflegt un'a veredelt hat? Es ist unsere heilige un׳d teure 'Religion. Als das jahrhundertelang geknechtet?'. Israel aus Aegypten zog, da gab rljun G״tt ein?, '׳Mat,ter, die es großziehe und die es durchs ganze Leben geleite, eine ewige Mutter für das ewige Volk. Als treue!Mutter hat sich die Religion Israels bewährt •und hat als solche Israel durch alle Zeiten und alle Stürme des!Lebens geleitet. Seien wir stolz auf unsere!Mutter, welche die Vorzüge unseres. Fest- Straußes in sich vereint! Zart und lieblich ist sie wie der Esrog in ihren!Lehren ■der Liebe und Milde, nicht bloß gegen Menschen, s’ondern gegen alle Lebewesen; fest und stark ist sie wie die Palme durch die ewige Wahrheit, durch den einzigen G-tt, den sie verkündet; frisch und jung wie die ׳Myrthe bleibt sie durch ihre unversiegbare Lebenskraft, die von G־tt ausgeht; gleich der Weide erhielt Und erhält sie sich überall. ׳Strenge und!Milde, 'Kraft und Weichheit, Alterswürde und Jugendreiz sind in ihr wunderbar vereint, sprechen aus allen ihren Zügen. Sie ist unser aller teure und heilige 'Mutter, seien wir stolz auf diese Mutter! .... ... . Das ״Zeeno Ureno“ und sein Verfasser.!Es ׳sind gerade 300 Jahre her, ׳daß matt in Prag einen Mann ׳mit!Namen Jakob ben Jlizchia'k :zu!Grabe brachte, einen sogenannten Wartderma!g׳gid, ׳der von Stadt ׳zu Stadt und ׳von ׳Land zu Land iherumifuhr und ׳mit ■seinen schönen, warmherzigen und volkstümlichen ׳religiösen Vorträgen aller Herzen gewann. Nebenbei verkaufte er religiöse und Moralbücher für Frauen und Mädchen in Jüdischdeutsch. Es war keiner ׳von den gewöhnlichen fliegenden BücherhätiicMern; ci!n .großer Gelehrter, ein Mann von Typ und von der!Berufung durchdrungen, •das Gotteswort zu popularisieren, den Frauen und Ungelehrten, ׳die!geistige Kost .zu!bieten, die •ihnen im ׳Leihrhause ׳abging, w'ar Jakob ben Jizohak, und ׳dlie Bücher, die er verkaufte, waren vornehm lieh aus der Werkstätte seines eigenen Geistes herivargegangen. Dieser!Ratibi!ben Jizühak ist der Verfasser des ׳be- Hebtesten und (populärsten!Buches, das die ׳jüdische Volksliteratur je!gekannt hat, ׳des ,;Zeeno Ureno“. Der ׳Name des Autors blieb 'hinter seinem 'Werke weit ׳zurück und geriet in Vergessenheit. Jakob ben Jizohak ׳stammte aus dem ׳polnischen Städtchen Janove bei ׳Lublin, ׳war also nach Landeszugehörigkheit ■Pole, obwohl er!slic'h stolz 'Aschkenasi ׳nannte. Er ׳führt seinen Stammbaum ׳bis aulf IRaschi zurück, ׳der sich aber, wie alle ׳Stammbäume, unserer Nachprüfung entzieht. ׳Ein Gelehrter von großem Format, war er von den ,größten rabbinischen Autoritäten seiner 'Zeiit hochgeschätzt. ׳Seine ׳Spezialität’ lag auf dem Gebiete von Midrasch und iÄgadia und der poetische Stoff fand in ihm einen ikünstlerlischen!Gestalter,, wie er!seinesgleichen in der Literatur ׳sucht. In ׳den letzten •Jahren schlug er sein Domizil :in Prag auf, wo er im Elul des Jahres 1628 auch starb. Das!Geburtsjahr dieses!seltenen Mannes!kennen wir nicht. Wir wissen nur., d!aß er ׳mit seiner' literarischen Tätigkeit 1585 begann, ׳in wedchem Jahre sein erstes Werk unter dem Namen שרש יעקב in hebräischer ׳Sprache in Krakau erschien. Es ist eine' übersichtliche Zusammenstellung von ׳rituellen ׳Vorschriften;nach ״Sdharlcihan Aruch“. Nach ׳diesem einzigen hebräischen Versuch ׳schreibt er nur noch in dem ׳dem ׳Volke :u!nd besonders den Frauen zugän.gdiehen j׳üdischdeütsch, lUihd hier!ist •es ׳ihm beschieden, volikserzieherisohe!Arbeit im besten Sinn auf Jahrhunderte hinaus ■zu leisten. ׳ Außer dem ״Zeeno Ureno“ sind •aus!seiner Feder noch ׳zwei Bücher!für ׳das Volk unter dem!Namen טליץ יושר Und המניך hervorgegangen. Das erstgenannte Werk ist eine Sammlung!von ,Erklärungen ׳zur Thora Ihömiiletischer Art. Er gibt aus Eigenem und׳ •aus׳ fremden Beständen und bezweckt damit,!seine!populären Ansprachen, die ׳i׳n Stadt und Liaud; ׳größten Eindruck ׳machten, mittels des Druckes ins letzte!Dorf hinzu tragen,!wohin ׳sich, der Fuß eines Wänderprediigens nie verirrt.!Das Werk wurde zuim erstenmal im Jahre 1׳ 585׳gedruckt ׳und erlebte 80 Jahre später in Amsterdam eine!zweite Auflage. | Der Herbst'Verkanf beginnt! I Sie müssen schon jetzt Ihren Bedarf 4ecken, weil 1 wir wieder vergrößern und während des Umbaues §j unser Lager reduzieren müssen. Alle Herbstrieu- 1 heiten in reichster Auswahl zu beispiellos billigen Preisen! 1 Stoffe: Mode-Bordüren-Kasha . . . . . Kleiderstoffe, 100 br. Kleider-Popeline, 100 b.r.. Mantel-Flausche und Veloure, 140 br. . Double für Mäntel, 140 .br. Zibeline, alle Farben, 140 br. Seide, Plüsche, Samte s Fai!!e de chäire, 80 br. . . . . Brokate, alle Farben, 80 br. Crepe de Chine, alle Farben, 100 br. . Samt-Chlffonet, 90 br. ...... PHis'cbe für Mäntel, 120 br. Velour-Chiffon, alle Farben, 90 br. . . Strick•• lind Wirkwaren: Örlg. Pullman-Kappe . . . ... Mode-W0I1- Jacke ........ Bobby-Weste, rein Wolle. Ia Flor-Strümpfe . .. Mode-Socken ... S 2.90 1 S 2.90 m S 3.90 I S 9.80 1 S 9.80 I S 12.90 | S 2.90 1 S 2.50 I S 4.90 | S 4.90 1 S 9.80 1 S 9.80 | S 3.90 1 S 6.90 I S 9.80! S 1.25 i S —.59 1 ן Im Tiefparterre > | gj Wäsche-Flanelle, 80 ■br'.“.' . .' . . . . 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Das!Buch wandelt seit 300 Jahren durch alle jüdischen Städte und Niederlassungen, und es dürfte kein zweites Buch Sn der alten jüdischen Literatur ״eben, das sich solcher Popularität und 'Verbreitung erfreute. Seit der Lubliiner Erstausgabe im Jahre 1916 sind uns 126 Auflagen des beliebten Volksbuches ׳in Deutschland, Böhmen, Rußland, Polen, Galizien und!Holland!bekannt. Sogar eine lateinische Ausgabe des ״Zeeno Ureno" gibt es,!hergestellt von einem christlichen ׳Gelehrten •namens Johannes Schubert, im •Jialhre 1661. Eine französische Uebersetzung erschien 1846. Versuche einer deutschen!Uebersetzung sind nicht zu Ende geführt ׳worden. Zur!Zeit ist Bertha Pappenheim, Frankfurt a. M., ׳bei der Arbeit, eine gute deutsche Uebersetzung herzustelien, von der ein großer Teil bereits druckt e rüg des Verlegers wartet. ■* Worin!liegt der Schlüssel für die ׳gewaltige Verbreitunig des ״Zeeno ׳Ureno“? Der jüdische!LiteraturhistarSker Zinder sagt u. •ä.: ״Die Einfachheit des Stiles, die ,Eigenartigkeit des 'Rhythmus und die Harmonie einer tief.gestimmten gläubigen •Seeie sind es, die dem Buche den eigenen 'Reiz geben. ׳So!konnte das Werk ■dias Gemüt der!jüdischen Frau •im Fluge erobern und es beherrschen, ihr Lehrer und Wegweiser sein.“ So ist es in der Tat. Hervorzuheben ist noch ׳die urwüchsige ׳Sprache des Buches. Es ist das 'beste Jüdisch in der alt jüdischen :Literatur: saftig, farbenreich, gut nuanciert, einfach und valkstümlicih. Das ״'Zeeno Ureno“ ist ein Produkt des polnlsehen Judentums, entstanden in einer Epoche der!ökonomisehen Blüte, der bald mit den bekannten!Verfolgungen unter ׳Ghimelnitzki׳ ein ׳jähes Ende bereitet!wurde. Gerade in der ׳Zeit ׳der Not und nachher 'bei!der ׳Erinnerung an d!ie 'Schrecken ׳wurde das ״Zeeno ׳Ureno“ neben den Techinoth eine!Quelle des Trosltes für Hunderttausende, denen die tiefere;Gesetzesforschung verschlossen blieb. Denn das ״Zeeno Ureno“!ist keine ■einfache Bibel- Übersetzung, auch •nicht -glatte!Wiedergabe der tailmudisehen Erklärungen; die ׳jüdische Volksseele spricht aus diesem (Buche, das!jüdische!Herz in seinem ׳großen Weh und seinem großen ׳Hoffen schlägt uns entgegen. Es •taucht in die dunklen Tiefen und erhebt sich zu gewaltigem Schwung und sättigt die ׳nach iG-tteswort ׳Hungernden mit der geistigen!Kost, die des Juden ,;Leben und die Dauer seiner Tage“ von!jeher aiusmachte. Der Erfolg •des ״Zeeno Ureno“ ließ viele jüdische Literaten ׳und Herausgeber nicht schlafen. So entstand1 ihm schon in den )Jahren 1676 bis 1679י eiine Konkurrenz mit zwei ׳jüdischen Bibelübersetzungen. Die eine!stammte von Josef 1Wi'tzen׳hanseri ׳und die ׳zweite von Jekutiel •ben Jizchok ׳Blitz. Beide finden es für gut, in ihren Vorreden über das ״Zeeno Ureno“ herzufallen• und aihte eigenen Werke herauszuistreiohen. Der Erfolg blieb minimal; Die Witzen'hansensche Blilbel ist ■im Ganzen nur;zweimal׳ ■erschienen, die Bditzsche sogar nur einmal.!Das!Volk wollte keine trockenen Ue!bense׳tzungen, keine ,,Protokollierungen der Chederstunden“, wie man sagte. Es ■wollte etwas fürs Herz und fand •es im ,;Zeeno Ureno“. Von einer anderen 'Seite ׳drohte ׳dem beliebten Volksbuche eine Gefahr mit der Einsetzung der Auifklärungs- Periode unter und nach Mendelssohn. ״Zeeno Ureno“-Stil war in den Kreisen ein geflügeltes' Wort ׳zur iVeräphtUchmac'hung der Methode ׳der ׳polnischen!Rabbineri Möses Mendelssohn selbst ׳bedient ׳sich dieser ironischen Wendüng. ■Die Kulturträger «in Oesterreich, die ׳bekanntlich, weif über!ihren Meister hinaus'geschritten waren, brachten es sogar ׳zuwege, daß Josef II. das Lesen des ״Zeeno lUcreno4' verbot, als eines 'Buches, das ״den Aberglauben verbreite“; so •heißt es in einem Rapport aus der zweiten 'Hälfte des 18. Jahrhunderts. Welche Tendenz!damit ׳verfolgt ,wurde, erhellt aus weiteren Stellen des Pirota'kolls. Es ׳wird den Juden empföhlen, sich der Mendelssohuschen Bdbelüberr Setzung zu bedienen.!Genützt hat diese Propaganda für dlie ,Aufklärungsbi'bel“ ׳mittels eines Index gegen das ״Zeeno 1Ureno“ so •gut wie gar nichts. ״'Zeeno Ureno“ ׳plieb doch ׳dias. populärste Erbauungsbuch, während die ig׳roßeq Massen die neue Berliner Uebersetzung zunächst ablöhritenj In Deutschland )hatte ׳man auch nach ׳dem Fallen der G'hettamauern, nachdem das Jüdisohdeutsch als Volksspräche der Juden längst verschwunden war, Ibis »an di• Schwelle unseres Jahrhunderts noch länge;in (den jüdischen Sabbatstnnden seine ׳beseligende Freude in der Lektür• des ״Zeeno Ureno“!gefunden. Eine gute, schöne und ׳dem Geiste des!0־r1iginäls in Sprache und Diktion ■angepaßte deutsche Uebersetzung •des ״Zeeno Ureno“ wäre heut• eine!große Tat. ׳ ■ ׳ Für die thoratreue Mädchenerziehung. Infolge der Tätigkeit der Agudas Jisroel dringt die Erkenntnis von der ^Notwendigkeit einer intensiven Pflege der thöratreuen; Gesinnung bei den Frauen und Määch'en auch‘ in solche Kreise, die sich ihr bisnun verschlossen hatten• Die BPi schäftigung mit der jüdischen Erziehung der Töchter und Frauen wird überall zu den gleichen günstigen Erfolgei! führen. So wird aus Weitzen (Ungarn) berichtet: Vor einiger Wochen 0׳ נצנים benutzte der rühmlich bekannte Redakteur; der rabbinischen Zeitschrift ״Tel Talpijoth“, Herr David K atz bürg, den Perek-Vortrag, um sich! eingehend mit der Mädchenerziehung in den orthodoxen Kreisen Ungarns! zu beschäftigen. Anknüpfend an die Sidra נצנים wo esl geboten ist, daß im siebenten Jahre die Männer, Ffaueqi und Kinder versammelt werden s'olien, um ihnen die Thora V0r2;ulesen, wies der Redner darauf 1hin, daß es in 'unseren! Tagen im Interesse der Erbaltung der religiösen Tradition erforderlich sei, den Geist 4er Thora unp die Liebe zu! den Geboten der Tliora im' Herzen der Fräueh zii ätärkeh lind ad; pfle^.eii.• Dm! interessahfpn, Ausfiihlruiigen des'Retf■׳* n'ers wurden vom ganzen 'Publikum beifällig ‘aufgenoiqniei*, ׳׳ ' ׳׳ '׳'' Sv Bi '״ 17jähriger 9׳u!sch• sucht Posten gegen Kost und Quartier, .bei!: än^töhdiger jüdischer Familie. Zuschriften( unter ״verläßlich” äh die Wtejner Administr. des Blattesu