Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 36 (14.9.1928)
- Date
- 1928-09-14
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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JÜDISCHE PRESSE Seite 231 .iNr.. 36 Gösetze eine eminente Forderung. Gar keine Glaubensgemeinschaft hat solch tief •ins religiöse!Leiben eingreifendes Interesse an der Intaktheit der konfessionellen (Matrikel wie die jüdisChee, und gerade die hat dieses!Kriterium ijüdischer Fainilienreinheit aus unergründlicher Nachlässigkeit und Unbekümmertheit dem Verfall entgegengeführt. Und doch war es einst umgekehrt. Als seinerzeit die Völker des Altertumes, ungehalten über *die!Bevorzugung der Juden, an G-tt •die Frage richteten, weshalb er sich gerade das jüdische Volk zu seinem Volke auserkor, da antwortete er ihnen, wie es unsere Weisen aufzeichneten: ,,!Bringet erst eure Dokumente zum Nachweise eurer Familienreinheit, wie es mein von mir erwähltes Volk in allen seinen Gliedern tut.“ Und heute bieten wir der staunenden Welt das traurige Schausspiel, daß wir, die wir in altersgrauer Vorzeit schon Lehrmeisterin aller Völker in (Matrikelführung waren, nun uns den 'Rang ablaufen ließen.;Vor einigen Jahren schrieb •ich schon in einer mit dem inneren Ausbau der orthodoxen Organisation sich befassenden Artikelserie über diesen wunden Punkt und bemühte mich, die maßgebenden Kreise aus ihrer Lethargie zu rütteln. Es war aber jener Zeitpunkt durch ׳Zufall :hie'fiir ungeeignet, eine Frage von •Sein oder Nichtsein erschien damals auf der Oberfläche und jede andere Angelegenheit mußte in den!Hintergrund treten. (Nun ist im Machsi'ke iHadas das Instrument entstanden, das eine vieljährige Unterlassungssünde ausschaiten wird und die durch sie verursachten Schäden nach!Möglichkeit reparieren soll. Ich halbe nämlich als Referent über diesen Gegenstand den Antrag gestellt, ׳nicht nur eine Matrikel für die Zukunft anzulegen, sondern auch parallel ein Familienbuch zu eröffnen, in dem die wichtigsten, vom religiösen ׳Gesichtspunkte aus wünschenswerten Daten der Eltern und aller bereits geborenen Kinder verzeichnet werden sollen. Anstatt Im einzelnen alle Nachteile aufzuzählen, die aus der Vernachlässigung der konfessionellen Matrikel auf Schritt und Tritt sich ergeben müssen, will ich hier die von mir in meinem Elaborate mit!Bedacht auf alle religiösen Momente zusammengestellten Rubriken folgen lassen, aus denen die hohe!Bedeutung der jüdischen und ganz besonders orthodoxen Matrikel jedem klar ersichtlich sein wird. 1. Der ,Name muß den vollen hebräischen,'beziehungsweise *jüdischen Beinamen in einwandfreier Schreibweise enthalten, die alsdann bei verschiedenen Anlässen, wie z. B. bei Trauungs- •und Söheidebriefausstellung, vielen Zweifeln begegnen würden. 2. Die Geburtszeit. Hier •muß nebst der bürgerlichen selbstredend auch die!jüdische Zeitrechnung, mit Angabe des Jahres, Monats, Tages und׳!Stunde zur Geltung kommen, da alle diese (Daten in gewissen Fällen bezüglich Milch, Pidjan-Haben und Bar-Micwo bestimmend in die Wagschale fallen können. 3. Legitimität der Abstammung. 'Hier ist der Schlüssel für die Reinheit des Fa-! miJienlebens. Als legitim darf das Kind nur eingetragen werden, wenn die religiöse Einwandfreiheit, der Ehe- Schließung der Eltern mit glaubwürdigen Dokumenten bescheinigt wird. ׳Hiebei ist von!großer Bedeutung die Person •des Rabbiners,, der die Trauung vorgenommen. Denn!bekanntlich gibt es schon eine ganze Anzahl neologer und ganz besonders ein ganzes Gelichter Rabbiner im Altreich, •die aus Unwissenheit oder Skrupellosigkeit Trauungen und Scheidungen vollziehen, die •mit den Kardinalpunkten ,unseres Ehe- und Scheiderechtes in diametralem Widerspruch stehen. 4. Name und Stand der Eltern.!Hier muß ebenfalls der vollständige Name in einwandfreier Form geschrieben werden, und äiich, ob sie ihrer Abstammung nach Kohen, Lew! oder Jisroel •sind, denn dieser Umstand ist nicht nur beim Vater des Kindes aus vielfachen Gründen, sondern auch bei •der Mutter mit Rücksicht auf eventuelles Pidjon Haben wissenswert. Ich übergehe einige Rubriken, die nur mehr administrativen Charakter halben, und mache nur noch auf die Rubrik Anmerkung aufmerksam.!Hier werden eventu011 e hebräische Namensänderungen, durch Krank-, heitsfälle oder unvorhergesehene andere Eventualitäten hervorgerufen, eingetragen. Hier sollen auch andere Umstände,!die mit der (Reinheit der Abstammung 1im Zusammenhange stehen, vermerkt werden. So z.!B. ob Vater oder Mutter etwa •Gerim sind, wo und durch Mitwirkung welchen. Rabbiners sie übertreten sind. Hier soll auch verzeichnet werden, ob das Kind aus einer Ehe hervor- ׳ging, in der ׳die Reinheitsgesetze Beachtung gefunden haben. Ob der Vater beschnitten •oder aus welcher Ursache unbeschnitten ist. Diese Anmerkungsrubrik hat auch in der!Heiratsals auch in der Tofenmatrikel neben manchen anderen hier übergangenen Rubriken erhöhte •Bedeutung. In diese muß z. B. in •der ‘Heiratsmatrikel eventuelle Eheauflösung mit allen wissenswerten Umständen, erfolgte Ghalizo und in allen Fällen verzeichnet werden, ob der Bräutigam ©rüder väterlicherseits hat. In der Totenmatrikel hingegen muß vermerkt werden, ob die überlebende Witwe Kinder hat, ob der verstorbene Mann Kinder hinterließ, ob die Witwe etwa in Schwangerschaft oder als Sängerin zurückblieb, 0׳b sie diesen Mann als Mädchen, Witwe, Geschiedene oder Chalüzoh geheiratet hatte. In dieser Rubrik müßten auch Erkennungsmerkmale der in wilder Fremde ,Verstorbenen eingetragen werden, die zu gegebener Zeit mithelfen könnten, Agunahfesseln zu lösen. Aus diesen wenigen Hinweisen ist /Ja für ׳jedermann klar und sinnfällig die uuausweichbare Pflicht und nicht hoch genug a'nzuscblagende Bedeutung der orthodoxen jüdischen Matrikelführung erwiesen. Damit die Familienhäupter ihrer durch langjährige Entwöhnung schon verkümmerte Anmeldungspflicht nicht vergessen, sind folgende Zwangsbestimmungen ׳in!Anwendung zu bringen: Es darf weder ,bei Knaben ׳noch bei Mädchen die übliche Namensgebung erfolgen, die Schüler dürfen auch keine Klassifikation in Religion erhalten, Trauungen dürfen nicht vorgenommen werden ohne den Nachweis, daß der llmmatrikuiierungspflicht Genüge geleistet wurde. Zunächst machen wir im Gebiete unserer Machsike Hadas die vielversprechende Probe der Matrikelwiederbelebung, wir hoffen •jedoch zuversichtlich, daß die anderen Gemeinden Transsylvaniens •und gar •bald sämtliche orthodoxen Gemeinden des Auslandes unserem Beispiele!folgen werden noch im Laufe des nun!beginnenden neuen Jahres ein verläßliches, die!jüdische Famiilienreinheit authentisch dokumentierendes und vor Verfälschung schützendes Matrikelnetz über die orthodoxe Judenheit sich spannen wird. Und wie wir einst auf Grund unserer Sifre Jichus von G-tt zu Giluij iSc'hichino gewürdigt wurden, so hoffen wir durch die wiederherzustellende Sifre Jichus aber- ׳mals zu Giluij *Schilinoh und Kibbuz Golijoth gewürdigt zu werden; Möge das anbrechende Jahr ■diese unsere unstillbare Sehnsucht erfüllen! Das Kalenderjahr 5689. Von Dr. B. Cohn, Straßburg I. Elsaß. Jedes ׳jüdische Jahr hat!sozusagen seine kalendarisehen Eigentümlichkeiten. Die Merkwürdigkeit des.•jetzt abgelaufenen Jahres 5688 bestand darin, daß es •an einem Dienstag begann, trotzdem der Moled schon am Montag ..vormittag eingetreten war. Es war in ׳diesem Falle die bei der Einrichtung des Kalenders schon vorgesehene Ausnähme von- בט״ו תקפ״ט die •aber!z׳u den großen Seltenbeiten, gehört,, anzuwpnden, ..... . Das jetzt beginnende Jahr 5689 ist deshalb be- ■merkenswert,. weil es mit ׳einem Datum , des bürgerlichen, ׳also •des!gregorianischen Sonnebjahres schließt, das für die Gegenwart als das überhaupt späteste bezeichnet werden!m-uß. Der nächste ערב ר״ה wird •erst auf den 4. 0!ktober fallen. Das ist seit 1815 1(5575), also seit 113 Jahren nicht mehr vorgekommen und wird sich erst wieder im Jahre 1967 (5727) ereignen. Wir müssen bis 2214 (5975) warten, bis ׳ עלב ר״הnoch ׳auf einen Tag später, den 5.!Oktober fällt. Kenner der jüdischen Chronologie werden den Grund für den so späten Termin des ■jüdischen Jahres Jm! 3eder Strenggläubige kann ohne Bedenken zur Zubereitung der Speisen Kunerol verwenden. Die Kunerol־־Erzeugung steh! bis zur Verpackung des gebrauchsfertigen Natur» fettes unter strengster Aufsicht des Herrn Bezirks» rabbiners S. Ehrenfeld zu Mattersburg. KUNEROL 100% REINES KOKOSNUSSFETT!bald herausfinden: Wir stehen jetzt im achten Jahre des 19jährigen Mondzyklus, in' welchem der Ueberschuß des Sonnenjaihres seit dem letzten ilim vorangegangenen Schaltjahr, das ist dem sechsten Mondzyklus, •noch nicht z׳u! einem!Monat angewachsen ist; es fehlen noch zirka 9 Tage. Der Vollständigkeit halber sei ■noch erwähnt, daß der früheste Termin für!ר"ו gegenwärtig der 5. September, ist. Zum ׳letzten Male hatten wir an diesem Tage schon ראש השנה im Jahre 1861 (5622); wir müssen uns aber noch 85 Jahre!gedulden, bis wir wieder so ״frühen“ ר״ה haben, denn erst im Jahre 2013 (5774) beginnt unser Neujahr wieder am 5. September.!Zwischen diesen extremen Werten schwanken die Daten für 4ת11ר״ה entsprechend für die übrigen ימים טובים Da ,wir unser berufliches Leben in Einklang bringen müssen mit dein Kalender der Völker, in deren Mitte wir ׳leben, so mag die obige kalendarische Notiz nicht bloß theoretischen, sondern auch praktischen Wert haben.. Wie verteidigen wir unser Schechita- Gebot gegen die Angriffe unserer Feinde? Von!Dr. S. Lieben, Prag. Den Artikel entnehmen wir •der ■soeben erschienenen J u!bi 1 äu m s nu m m e r der Luach-Bfätter der A.-J.-Jugendgruppe Wien, In unserer Jahrtausende alten Golus-Geschichte sind wir immer wieder aufs neue vo11׳ allen Seiten verfolgt, vertrieben, gefoltert und gepeinigt worden. Doch auch in den sogenannten besseren, ruhigeren Zeiten, wo wir in Frieden unserem Erwerbe und unserem Thorastudium 'nachgehen konnten, suchten unsere Gegner wenigstens gegen einzelne unserer Gebote Sturm zu laufen. Waren es in früheren Zeiten unsere geheiligten Ehegesetze, die Milah, war es vor ׳nicht gar langer Zeit das so arg verfolgte IMazzosbleiben vom ersten Worte •die ׳Buchstaben קר und vom zweiten טן zurück, was nebeneinandergestellt <.ק ר ט ן" macht und •das sind zwei K‘׳lipoth /ש□ יעקב a. a. 0.). Als •Buße wird ■im Moralfouche □תורח האש (vi!d. Arsuiais שם הגדולים Ted 111 מערכת ספרים) in Anlehnung an die 40 Tage der Gesetzgebuiu . כתיבת התורה) •das Fasten von 40 Tagen ׳empfohlen!שם יעקב a. a. 0.). Eine interessante Erscheinung ׳ist, daß diesbezüglich• ׳die Frauen viel nachsichtiger behandelt wurden, als die Männer. Mit welch ׳scharfen Mitteln auch gegen das Kartenspiel der Männer eingeschritten wurde, hat man doch •den Frauen ׳beim Spiel größere Freiheit eingeräumt. Das mag wohl darin seinen Grund •haben, daß die Frauen einerseits durch das Spiel weder vom Torahstudium, das *ihnen .ia im allgcmeinen nicht zugänglich war, noch vom Erwerb abgehalten wurden, während •die Frau andererseits auch ohnehin unter ׳der ■Zucht •des Mannes stand und demgemäß eine behördliche Verordnung •sich erübrigte. 1768 erläßt der Vorstand und das Rabbinat von Preöburg mit Bezug auf früher bereits erflossene Erlässe, •ein Verbot gegen den Besuch von •Komödienhäusern und das •Kartenspiel, wobei ■die Frauen zum Teil ausgenommen werden. Es war dies im ׳sechsten Jahre nach dem• Amtsantritte!des ׳Rabbi Meir Barbi (־בשנת שש למלכו פה, im פנקס הסהלה (!Gemeinde- •buche) Folio 23, heißt cs wörtlich: הן היום באסיפת האלופים הקצינים רו״ט ועה״ק ויחירי סגולה בצרוף הרב הגאון אכ״ד נר״ו וב״ד הצרק דקהלתני הוו יתבו ועיינו במילי דמתא ומיליידשמיא לתקן מכשולות ולגרור הפרצות אשר רבו כמו רבו בכמה ענינים שגזרו חכמים קדמינים אשר היו לפנינו וואז שוהן פאמים ושלש ושלשים ורבעים בשביל כך מרגיש קול בעזרה געוויזען האט להיהר את העם מחמת קמעדי געהען ומי קארטיו שפיל רגיגל (Kegei) ובליארר ,Billard) אונד דערגלייכען אבער בעוה״ר רבים המתפרצים אשר לא שמו אל לבם להשגיח ופורקים מהם עגל מלכות שמים ומבלים ימיהם בכל מיני שחוק וקלות ראש ופועל ד׳ לא יביטו ולא ישיגו אורחות חיים ולמגרר מילתא למען לא ישובו לכסלם ולא יוירון עור איזט היום באסיפה זו בשפה אחת לכולם כרי •להחזיר העטרה ליושנה פעסטיגליך לחוק עולם ולא יעבור דברי הראשונים קונפירמירט אוגד פערבינדען ווורדען. ראשון לראשונים עם זאלל מן היום והלאה זין ניעמאנד אונטערשטעהען הן איש או אשה, בחורים או בתילות משרת או משרתת וגדולים מזהרים על הקטנים דרך כלל אין קיין קימעדיע צו געהען. מראשית חשנה עד אחרית השנה לא יראה ולא ימצא שום אחד מקהלחינו אין קומעדי׳ הייזערן ובקנס שלשה רייכם- טהאלער על כל פעם שיעבור, השליש. לקיפת הקהל והשליש לצר״פה והשליש רעם דענונציאנטען, דער ז^לכעם אנצייגען ווירד וכמוכן קיגל י^דער ביליאר וקוניאות דערגלייכען אנדרע שפיעלע. אין די קאפעחייזער דורכאויס בכל השנה כולה באסור ,חמור פערב^טין איזט לגמרי. והעובר עבען רען געמעלדעטען קנס אוג־ טערווארפען איזט. — ראס קארטין שפילען פערבלייבט באסורי הראשון ועכשיו באיסור.מוסיף ובקנס הנזכר לעיל פערבאטע! ווירר ואפילו פרעמדי לייטין ואשר לא המה מבני קהלתינו מעב־ טען בייא דעו היזיגען ב״ב בביתם שפילן איזט עבען אוחו מאן רהוא ראס זולכעס בביתי כעשיהט שולריג צו צי^הלין העונש ,והמג״ם הג״ל אך את זה יצא מן הכלל חנוכה ופירי□ וח״והמ״ם עד ר״ח אייר וח״המ״ס ער ר״ח חשון גם אצל י יולדות ד$ך נור נשים אויך נור איין טישל ולא יותר• כה״ג מי שיש לו דמיחוש ראש או הולי קצת ולא יכול לצאת ולבא זולכש ע״י שאלת הרב צוא עילויבען, זונסטין אבער בשום אופן ראם קארטיך־שפיל היין היתר האט אונד יערער ב״ב ומי שיש בידו למחות באנשי ביתו ז^ללי-השגחה פרטית האכען דאס ביתו מנוקה מכל עון איזט אונד קיין סארטץ־שפיל בביתו גשיכט, ווירריגן פאללס הוא נכנס חחתיחן ונתפס בעין אנשי ביתו בקנס הנ״ל. ־־ ובכל זאת העון עצמו אינו נמחק באם המצא ימצא ראס יהי׳ מה שיחי׳ נלכר במצודה לעביר אפילו אחת מכל אלה איוט ניבט גענוגואם באינש ממון בלבד, זוגרערן אויך איזט ער איין ב״ב לא יבא חוך הברירה או לשום התמנית משך ג׳ פעמים רצופים, פיעל וועניגער איהם איין חיוב אדער מצות קופן בביהכ״ג צוגעלאזן ווירד• איזט ער איין פנוי זאל ער קיינע זכיות כקהלתינו האבען ובזר נחשב, איזט ער איין ־חוץ ז$לל ער גלייך מקהלתינו אבגעשאפט ווערדען ויררע תדעי ראם מאן ווירד ע״י שומרים שמירה מעולה האמן מי ומי הן נכבד או נקלה דאס אטראפירט ויירד שעבר על אחת מהן בסתר או בגלוי אין חרהקין כבור במקום שיש חלול ת• , .(תר״ס Paks אבני בית היוצר 1. Weiß in) Aus all dem ergibt sich ,uns die Tatsache, daß das! Judentum, inmitten der es umgebenden Völker, von dein allgemeinen Ue!bel des Spielens wohl nicht verschont geblieben ist, daß jedoch die leitenden Autoritäten von allem Anfang an mit aller Energie die ihnen als geeignet scheinendie •Seuche von •dem gesunden׳ den Mittel ergriffen, •um Israels nach Möglichkeit zu bannen. Ob auch׳ Volkskörper die Verantwortlichen unseres modernen Judentums soviel Frage will׳ sittliche Kraft aufzubringen vermöchten? Diese ,ich lieber unbeantwortet lassen in Holleschau am Grabe des ״Schach“*) Von Ch. J. Weiß, Bratislava. (Schluß.) Auf der rechten •Seite der Männersc'hul 'befindet sich ein durch!Säulen und Wölbungen getrennter Trakt, in weichem •die zugereisten bedürftigen אורחים beteten. In der Zuweisung eines getrennten Traktes für •die be- •dürftigen Zugereisten liegt 1keinesfalls die Absicht irgend weicher!Herabsetzung oder Disquaiifizierung. Ich gestatte mir die Vermutung auszusprechen, daß es ׳sich hiebei um eine weise Vorkehrung!handelte, um den אורחים eventu eil einen vorübergehenden Wohnaufent'halt zu ermögliehen, ohne mit der diesbezüglichen Halocho (siehe (מנילה כ״ח א׳ ואו״ח קנ״א ס״א וטו״ז שם) zu kollidieren. Es dürften diese Nebentrakte mit Rücksicht auf תוספות In פסחים ק״א ר״ה דאכלו בא״ר וי״ל דלאו דוקא בי כנישתא אלא חדרים סמוכים errichtet worden sein. Als quasi Musealgegenstand, der allen Besuchern ge- ׳zeigt wird, dient ein ספר תורה dessen Materialzu stand sein!jahrhundertehohes Alter untrüglich verrät. Der be- *gleitende Schainosch •beziffert sein Alter *auf neunhundert Jahre. (?) Leider ist dieses kostbare Objekt schon lange nicht mehr intakt, als daß es im ארון הקודש aufbewahrt werden dürfte (siehe ינובי״ק ארח ט׳. Sein Platz wäre gemäß der Vorschrift betreffend ספר תורה שבלה יו״ר רפ״ב י׳ die גניזה. Die Ehrerbietung einem ספר ת1רה gegenüber kann nur ■darin bestehen, daß •mit ihm vor- ׳schriftsgemäß verfahren wird und nicht, daß es als ׳״Sehens- Würdigkeit“, als Augenweide herabgesetzt wird! Ein solcher Anblick erzeugt vielmehr in jedem jüdischen 'Herzen die Gefühle tiefsten Schmerzes. Ue'brigens liegt es gar nicht in ■der Absicht des Großteiles der jüdischen Besucher Holleschaus, dort ״Antiquarien“ zu besichtigen. Am Beth Hachajim. Durch den Schulhof führt der Weg in das Bes Hachajim. Der Friedhof ist noch im Gebrauch, wodurch!der Besucher durch manches Gesehene peinlich berührt wird. Gleich ׳beim Eintritt begegnet man ׳Grabdenkmälern mit fast rein deutscher Aufschrift, mit Immergrün und Rosen ״geschmückt“ und^von Grabgittern umfriedet. Doch provozierend und empörend wirkte, daß das g e r a d e IG e g e nüber der Mazewo des ש״ך ein deutschsprachiges und lateinletteriges Grabmal bildet! Scheu und ׳fast mechanisch *) Siehe Nr. 33.