Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 36 (14.9.1928)
- Date
- 1928-09-14
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 230 JÜDISCHE PRESSE Nr. 36 Rückblick und Ausblick. Debatte, wie sich die Traditionstreue unter dem Zwang einer Augenblicksnotwendigkeit bewähren wurde, ohne daß eine planmäßige Durchorganisation vorher ^möglich war. Es hat sich!hier in den meisten Fällen die einigende '!Kraft der Thora!glänzend bewährt. Das zeigt sich auch bei einer!Neugriindung, a!n welcher alle :Organisationen wetteifernd teilnahmen; 'das ist der Versuch, durch eine weit- •umspannende Organisation!Fürsorge ■für'die ׳Heiligung des Sabbat zu treffen und den wirtschaftlich Ringenden in jeder Weise zu!Hilfe-zu kommen. Demselben!Zweck dient auch die nach schwerer Arbeit'gelungene Gründung •eines Verbandes orthodoxer!Banken •in Polen, welcher namentlieh in!Lodz, dem wirtschaftlichen Zentrum Polens, segensreich wirkt. Es ist wohl gestattet, im Rahmen dieser Zusammenfassinig mit wenigen Worten auch .die Verhältnisse innerhalb der •Orthodoxie 1zu beleuchten.• Wenn auch ׳einerseits in manchen Belangen der!Gedanke •der absoluten Selbständigkeit der Orthodoxie Not gelitten bat,!so hat doch anderseits diese .Anschauung innerhalb des Judenfu!ms sich bereit und befähigt gezeigt, für Klal Jisroel zu sorgen. •Nach •dieser Richtung ist vielleicht •eine •kleine unmerkbare!Umstellung innerhalb der Aguda eingetreten, eine Erscheinung, •die auf allen Tagungen ■im Laufe des Jahres!sich zeigte, indem gerade die Verantwortlichkeit für!die Gesamtheit schärfslens betont wurde.!Insbesondere!geht durch!die Jugend dieser iZug, die mit des Allmächtigen ׳Hilfe in wunderbarer Weise erstarkt •und ertiichtiigt ist. Wenn •auch infolge der wirtschaftlichen Lage die geplante Re nessio Ged au 10 nicht zustande kam, so bat doch der Auftakt zu derselben sich!als ein ernster Wecker und ,Mahner gezeigt. Keren •Hathora konnte sehr oft Gutes wirken und iBajs Jakob ist eine weitumspannende Organisation geworden. In!der scharfen Pointierung der Aulim-Frage zeigte sich, daß!suchende Seelen!junger!Menschen nun innerhalb der Thora ihr Heim zu finden hoffen• Von all den Jubiläumsfeiern des vergangenen Jahres sei aus besonderem Grunde •nur eine erwähnt, das!ist das J ׳u b i 1׳ ä u m des Sc :h u 1 w ׳e r k es d e r * i s r a e 1 i t isehen 'R e 1 i g i o n s g e s e 11 s c h a •f t Fra ׳n!k f u ,r •t. Gewiß ist vielen dabei zum!Bewußtsein gekommen, •daß die vor 50 Jahren im Westen einsetzende!Entwicklung, zielend auf eine Umkehr der Orthodoxie zur Selbstbewissnung, alle Krisen ׳siegreich überdauert hat. Es ist für den Histoliker von besonderem Reiz zu wissen, daß in diesem Jahr 1korresp'ondierend auch im Westen ein!gewaltiges Streben nach Gründung und Ausbau ׳von Jeschiwoth sich kundigab. So ׳endet der Rückblick •auf das vergangene Jahr!mit ׳einem freundlichen Ausblick und es ist die Hoffnung nicht!unberechtigt, daß unter dem Zeichen der T!ho׳ra ׳nicht nur West und Ost, sondern auch die thorafernen Kinder Immer!mehr und mehr heimfinden wenden. Kopi. Spendet für den der Adas Jisroel, Wien, II., Nestroygasse 11 Rabbiner Rottenberg und Frau N. Sternbuch und Frau beehren sich die Verlobung ihrer Kinder anzuzeigen. Von Rabbiner Josef Adl Am!Ende des Jahres möchte ich noch einen Rück- «blick auf die Vergangenheit werfen, um auf diesen ,Spalten, die im Laufe •der Zeiten das Echo «der jüdischen Geschehnisse und Erlebnisse auch unseres Landes sind, dasjenige festzuhalten, was von allen Vorkommnissen •des zur Neige gehenden Jahres für die!Gegenwart oder gar für die Zukunft irgendwie Wert und Bedeutung haben kann. Auf dem Gebiete der allgemeinen .jüdischen Politik im guten, im aufbauenderi Sinne ist leider ׳nichts Durchgreifendes zu verzeichnen. ׳Unsere Verhältnisse liegen eben in solcher Richtung, daß wir schon von!Glück reden können, wenn sich nur nichts ändert, denn jede Aenderung würde keinen Fortschritt, sondern einen Nachteil ׳bedeuten. Wenn wir als Fazit am Jahresschlüsse (behaupten können, daß alles 'beim alten geblieben ist, so •hat •diese resignierte Erkenntnis auch schon etwas Beruhigendes in sich. Denn haben wir auch noch nicht •den gänzlichen nach innen und außen gerichteten Ausbau unserer staatlich gewährleisteten orthodoxen Landesorganisation und ihrer legislativen Vertretung, wie sie im Zusammenhänge mit dem Kultusgesetze unser Streben ist, so haben wir aber wenigstens noch nicht das Gegenteil davon, noch nicht die Abrobierung unserer Autonomie, noch nicht •die einseitige!Besetzung der neu zu kreierenden Stelle der religiösen Oberbehörde durch voreingenommene, für unsere Wünsche und!Bestrebungen gänzlich verständnislose Personen. Waren unsere unablässigen!Bemühungen und, wie es scheint, auch der in den letzten Wochen gemachte Versuch, •durch •die in ganz Transsylvanien an ein und demselben Tage abgehaltenen Massenmeetings und ■die dort einheitlich gefaßten Proteste, Beschlüsse!und «Bitten den hartnäckigen Minister Anghelescu zur Aufhebung •des!Schreibzwanges am ׳Schabbos zu bewegen, fruchtlos, so •hat «doch wenigstens diese «Gesero keine Verschärfung erfahren •und konnten doch in gewissen Schulen bei verständnisvollem Augenzudrücken der Schulleitung viele Schüler vom ׳Chillul Schabbos äbgehalten werden. Sind auch noch nicht europäische ,Verkehrsformen auf ■der Straße zwischen •den Schülern und Studenten ■der Staatsschulen und «der jüdischen Bevölkerung eingeführt und muß mau sich’s schon gefallen ׳lassen, daß man zwischen Schimpflieder singendem, johlendem,!krächzendem, zischendem oder!lispelndem Spalier einherwandelt, so sind wir doch wenigstens vor dem •herzzerreißenden!Anblick verschont, Augenzeugen sein zu müssen, wie die Mediziner in spe mit «besonderer ׳Lust nichts Böses ahnende «jüdische Schädel spalten, wie zukünftige Richter •sich im Plündern und Ausrauben «jüdischer «Geschäfte auszeichneten und wie dereinstige!Ingenieure und Architekten sich an ■den Synagogen in der Kunst ■des Demolierens übten. Mit einem Worte, auf •dem!Gelbiete ׳der allgemeinen jüdischen Politik haben wir nichts!Positives aufzuweisen, da müssen wir schon mit dem Negativum vorlieb nehmen. Auf gesellschaftlich-jüdischem Gebiete ist wohl schon etwas Positives «zu vermerken. Vor einigen Monaten war ich!bereits ln der Lage, in diesen Blättern ׳das weithin in alle Zweige jüdischer 'Lebensbetätigung tief :hineingreifende ב״ה f, . Rechel Rottenberg Jizchok Sternbuch Verlobte תרפ״ט m Antwerpen Basel• St. Gallen er, Scliäßburg (Rumänien). Programm des auf neun Komitate sich erstreckenden neu entstandenen Machsike-Hadas-Vereines zu veröffentlichen, der in der vor!Beginn der Sommerferien abgehaltenen Generalversammlung das ganze ihm vorgelegte Arbeitsgebiet des Vereines guthieß und manche wichtige Entscheidung traf, über die zu sprechen ׳noch verfrüht ist, weil die meisten Fragen den permanenten «Kommissionen überwiesen wurden, die erst nach Verlauf sämtlicher Jomim Taaivim zusammentreten, um die praktische ■Durchführung zu regeln. ׳Zwei dort .gefallene ׳Entscheidungen möchte ich ja erwähnen, weil sie schon in der!Durchführung begriffen sind. Die eine Resolution, wiewohl sie von tief einscheidender Bedeutung ist, so ist •sie •doch nur aus der!Not unserer Lage hierzulande geboren und beansprucht g-ttlob kein näheres!Interesse im Auslande. Es handelt sich nämlich um die Ausbildung von Lehrern, •deren Mangel früher oder später bald fühlbar werden wird. Und doch ist infolge Obwaltung ganz spezieller Gesetze •des •öffentlichen!Unterrichtes die!Möglichkeit eines Ersatzes des sich vermindernden Standes jüdischer religiöser Lehrer vorderhand ausgeschlossen. «Nach rumänischem!Gesetz dürfen Juden nur jüdische oder Staatsschulen besuchen. Da wir aber keine jüdische iLehrerpräparandie halben und auch!keine errichten dürfen, •denn das Recht, neue 'Schultypen zu gründen, wird keiner Minderheit zuerkannt, •so müssen die jüdischen Lehrer nolens •volens ihre Ausbildung an Staatliehen Seminarien erhalten. •Nun gibt es aber kein einziges, in ■dem den!Zöglingen ■die Befreiung vom Sehreibzwang am Schabbos gestattet wird, mithin kann ein «jüdischer Lehrer in unserem Vaterlande nur •dann sein :Diplom erlangen, wenn er vier Jahre hindurch ein Palladium •des Religionsgesetzes öffentlich und mutwillig entweiht und sich also dadurch gleichzeitig als.^unfähig und ׳unwürdig deklariert hat,!jüdischer Lehrer timl Jugendbildner zu sein. Buchstäb־ lieh wiederholt sich an diesen Lehrern das grausame Edikt weiland Antiochus Epiphanes: ״Schreibet an •das ׳Horn des Ochsen, ■daß ihr kein Anteil mehr habet am G־tte ■des Judentumes.“ Auch unsere Lehrer jüdischen Bekenntnisses müssen sich’s ins Diplom verzeichnen, •daß sie von G-tt und seinem Gesetze abgefallen sind, •daß sie in dem Augenblicke, wenn sie ׳Lehrer geworden, auch schon aufgehört haben, 'jüdische Lehrer zu sein.!Diesem himmelschreienden■ Ueibel abzuhelfen, entsandte die Machsike!Hadas eine Delegation, •die mit einem im Weich'bilde einer strengfrommen orthodoxen Gemeinde gelegenen Lehrerseminar schon jetzt vor!Eröffnung •des neuen Schuljahres Verhandlungen pflege über einen!Modus, wie man wenigstens zehn den jüdischen religionsgesetzliehen Anforderungen entsprechenden!jungen Leuten die Ausbildung zum Lehreiiberufe in einer ׳Weise möglich mache, ׳daß sie nicht vor die fürchterliche Alternative gestellt werden, entweder ihrem!Berufe zu׳ entsagen oder ihr!Gewissen Jahre hindurch zu zwingen, einen Fundamentalsatz!der ׳Religion zu verletzen. Der •zweite bereits im Zustande der •Verwirklichung sich befindende Beschluß unserer Machsike Hadas dürfte auch im Auslände sozusagen persönliches «Interesse und hoffentlich auch!Nachahmung finden. Es handelt sich nämlieh um Gutmachung eines alten Fehlers,' der aus einer ganz unbegreiflichen.!Indolenz entstand: die unverantwortliehe 'Vernachlässigung der konfessionellen Matrikel,!Samtliehe Konfessionen haben nach Einführung der Zivilehe •und Staatsmatrikelführung die Aufrechterhaltung der ikonfessionellen Matrikel!beschlossen und auch bis auf den ׳heutigen Tag durchgeführt. Auch ■die Judenschaft und ganz besonders die ungarische ׳Orthodoxie faßte seinerzeit den feierlichen Beschluß, die konfessionelle Matrikel weiter regelrecht zu führen, aber durchgeführt wurde dieser unerläßlich notwendige Standpunkt, niemals. Und doch wurde ja die kor!־ fessionelle Matrikel gerade infolge der kirchenpolitischen jüdischen Väter hatten ihren Kindern die ׳Pflicht eingeprägt, von dem. Laster des Kartenspiels «abzustehen. Nun wurde zu anderen Mitteln gegriffen, vorerst zu gelinden, ׳um •dann zu schärferen überzugehen. — Zu der ersten Art von Maßregeln, welche die Rabbinen gegen das Kartenspiel in Anwendung brachten, gehört die von ihnen gegebene Ermunterung, durch ׳Gelübde!freiwillig demselben zu entsagen. Gelübde haben im moralischen Leben der Juden' jederzeit eine bedeutende Rolle gespielt. נדרים סיג רישותGelübde für ein erprobtes Mittel zur Enthalt-, •samkeit. Sie sind eine mächtige Stütze für einen schwachen Willen1 ■und halten denselben ׳in Schranken, wo ■jedes andere Mittel •versagt. — Solcherart waren■ z. B. die Ge- Jü'bde, nur um Obst zu spielen u. dgl. — Qefters ׳haben die ׳Gemeinden auch תקנות gegen ■das Ueberhandnebmen!des Kartenspiels in ihren .Gemeindebüchern aufgenommen. Darüber ist des Ausführlichen in Löws ״Lebensalter“ nach- •zulesep. 1416, also gar bald :nach Bekanntwerden des Kartenspiels, faßt die!Gemeinde zu Bologna •und Forll ■einen Beschluß, ׳der folgendermaßen lautet: ״Wir beschließen ferner, daß von heute an kein Jude!in seinem Hause oder ׳sonstigen Besitztum •eine Spielgesellschaft versammeln!darf, weder aus Juden noch aus Christen bestehend. Auch ׳darf kein Jude Karten, Würfel, öder ein anderes ׳Glücksspiel spielen, weder er selbst, noch ein anderer für;ihn, ׳oder er für einen anderen. Kein Jude darf!weder in seinem Hause noch irgendwo anders spielen; ausgenommen ■ist das Schachspiel. Wenn jemand krank, oder sonstwie leidend ist. darf er zur. Erholung .Karten spielen, aber nur um geringen Einsatz. Jeder,!der diese Satzung Übertritt, ist ein Sünder ׳und bezahlt •als Strafe einen Dukaten. Bezahlt er diesen nicht, so soll er auf folgende Welse bestraft werden: Er darf nicht ׳zu מנין mitgezählt, noch zur Torah •aufgerufen werden, auch darf er nicht גלילה •nehmen, bis er seine j Sünde ■bereut ׳hat. Erfährt jemand, daß ein anderer Jude sich gegen diese Satzung •vergangen hat. so muß er diesen anzeigen; unterläßt er dieses und verschweigt das Vergehen, so verfällt er .derselben Strafe. (Siehe Rahmer a. a. 0.)“ ׳Gewöhnlich war ׳das Kartenspiel an den Halbfeier־ Jagen חיה״מ wie am חנוכה und פורים, •an Neumonden!und «bei Wöchnerinnen etc.‘ gestattet, welch letzteres den Unfug heraufbeschwor, daß •die Spieler sich dann während des ganzen Jahres bei diversen Wöchnerinnen zum Spiele zusamme.nfanden, ׳urn •ihrer Leidenschaft zu frönen. Arme Wöchnerinnen überließen gern für Entgelt ihre Wohnungen zu diesem Zwecke und fanden dadurch, reichliche. Ein- •nähme, bis dann auch diesem Unfuge gesteuert wurde. Am 19. Adar 5414 erläßt die portugiesisch-jüdische Gemeinde zu Hamburg folgende Satzung: Es soll bei Strafe der •Berächa (trotz vielfachen Nachfragens :ist es mir leider .nicht gelungen, das Wesen dieser Art von Strafe genau festzustellen, glaube aber annehmen zu dürfen, daß dies בלש1[ סגי נהור euphemistisch gemeint, und als חרם . aiufzufassen ist) ■niemand erlaubt sein, trinta, pintas oderparar (gewisse Kartenspiele) zu!spielen, zu würfeln oder iHazarid'Spiiel zu treiben. Derartige Spiele sollen auch am Purica, oder bei sonstigen Gelegenheiten nicht gestattet sein. Nur Brettspiele sind zu erlauben. (Jahrbuch der jüd. l׳it. «Gesellschaft, Frankfurt a. M., VI, p. 38.) Welchen Umfang ■das Kartenspiel genommen haben muß und wie wenig da selbst auf ׳die heiligsten Tage 'im Jahre Rücksicht genommen• wurde, ersehen wir daraus, daß dieselbe sich!schon ein Jahr ׳später veranlaßt sah, sich 'nochmals ׳mit dieser Angelegenheit za befassen. Am 3. Tisri 5415 wird auf das große Aergernis hingewiesen, welches ׳durch das Kartenspielen an den Tagen der Andacht (d'ial dä devassao) עשי״ח gegeben «wird. Der Vorstand verordnet daher, daß ׳bei Strafe der ■Beracha •niemand an einem allgemeinen Fasttage, am Rüsttage zum י1״כ, oder am ט׳ באב sich an irgendeinem Spiele beteiligen dürfe. (Jahrb. der *jüd. lit. Ges., Frankfurt •a. M., a. a.-O. p. 43.) Als letztes Mittel, wenn kein anderes mehr nützen wollte, taten •die Rabbinen den Spieler.« in ■den Bann. Tn Cremona ■wurde «das Kartenspiel von den Rabbinen Rabbi 1Sel׳i׳gmann, Rabbi Menachem Port und R. Mose Menachem mit dem Bann «belegt; dagegen erklärte Rabbi Eliezer Askenasi diesen Bann für null und nichtig. (Isak Lampronti in סחר יצחק s. v הרם שלא לשחק siehe auch ׳Hälberstamm in Grätz‘ Jubelschrift 57, vgl. auch (שו״ת שמן צרה פי׳ כ״ה, שרת׳ הר״א מזיחי סי׳ י״ד Ueber das Spiel am Chamikkah und ׳Purim heißt es im ספר יסוד החשובה (Abhandlungen und Vorschriften über ■die Buße, von einem Anonymus, Lemberg!1792) in Uebertragung: ״In vielen Ländern herrscht die Unsitte des Kartenspiclens am חניכה וסירים, die ׳dazu bestimmt sind, G-tt zu •preisen für die erwiesenen Wunder.“ . Diese Unsitte hat sich dadurch eingebürgert, daß in .früheren Geschlechtern bereits •das Spielen unter Androhung des Bannes verboten wurde, weil •dadurch viele ihren Erwerb vernachlässigt hatten . und auch aus anderen Gründen. Wleil man aber befürchtete, daß viele, weil so .sehr •daran gewöhnt, sich des Spielens nicht enthalten ׳und das Verbot ■■im geheimen übertreten werden, drum wurden «diese Tage ausdrücklich in das Verbot nicht, aufgenommen, um da— durch ihren bösen Trieb zu beschwichtigen. (Aehnlich חן לו : כ״ב zu sukkah■ חידושי אגדות in seinem מהרש״א (ליצר הרע קצת תעיותיו בדברים ההכרחיים ימה ישלים עמן Nichtsdestoweniger sind sie all den Strafen unterworfen, die die Sekte, •der Spötter angehen, genau so wie diejen'igen. die an •den übrigen Jahreszeiten« •dem Spiele hui- ׳eigen. (Literaturblatt d. Orients Xiin. 498). Nicht milder verurteilt dies Rabbi Elija de Vidas 'in seinem ראשית חכמה שער המרושה פרק י״ב Sehr scharf tritt gegen das Kartenspiel auf der Moralist Jakob b. Jecheskel ׳Hallewi aus Slatowe in seinem שם יעקב Frankfurt «(oder) תע״ף. Auf pag. 18 1b heißt es daselbst in Uebertragung u. a.: Drum sollte ganz Israel in einem!Bunde sein, um für ewige Zeiten ■zu verbieten׳ jegliches Spiel, sei es Karten, oder Brettspiel u. ׳dgl. — All •dies zwecks Buße. Dieses Verbot sollte gedruckt (verbreitet) werden und der Uebertreter •sei ausgeschlossen aus der ■Gemeinde des Exils; es sei verboten, •sich mit i!hm und seinen :Nachkommen zu׳ ver- Schwägern für ewige Zeiten. Die aber gehorchen, mögen der Erlösung teilhaftig werden. ALI dies ,(dafür einzustehen) liegt ob •den Weisen Israels, den Vorstehern.•den Häuptern und Leitern •der Länder. Ich aber werde stehen wie eine eiserne Mauer an der Seite derer, die dies verkünden In ihrem und «in meinem Namen, •auf daß «dies kund werde in den Königreichen Polen, Böhmen ׳und Deutschland und inmitten ganz Israels. Dem Geiste jener Zeit entsprechend, konnte es nicht ausblei'ben, daß auch die Kabbalah in den Dienst der Bekämpfung dieses •ziemlich allgemeinen Uebels gestellt wurde.!In einer seiner Moralpredigten eifert der oibgenannte Rabbi Jakob b. Jecheskel, ׳mit!Bezug ׳auf den «Vers Jeremijas S. 1: ״Streifet umher ׳in den Straßen Jeruschalims und sehet doch ׳zu, daß ihr erkundet und suchet auf ihren Plätzen, ob ihr einen Mann findet, ob Einer 'ist. der Recht tut, Wahrheit suchet und ich will ihr «vergeben“, die verantwortlichen מומחים an, selbst der Sache nachzugehen und «sie allesamt (Spieler und Angeber) in ihren Widmungen aufzusuchen und sie dort abzuhalten ■vom Kartenspiel, das in ׳seiner Konsequenz zu Unmoral und Unzucht, zu Mord und Götzendienst führet. .Ta Karten selbst bedeuten Götzendienst! Ist das doch «den Kundigen!klar, ■daß sie 9 sind und jede 9 ist ׳die Fürstin der הליפה,׳ קליפות eigentlieh Schale, in der •Käbbalah, ״böse Geister, die dem Guten hindernd im Wege stehen. Siehe darüber des Ausführlichen im סס ר הנלנילים von «r. chajim Vital viina ־־־־ .חרמ״ו. Rabbi Lob, Rabbiner von Grätz, Verwandter des obge-, nannten!Rabbi Jakob ׳b. Jecheskel,!meint: שקר (Lüge) und שטן (Satan) sind zwei böse Uebel. Nimmt man jedem dieser beiden Worte den Anfangsbuchstaben ש״» weg, so