Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 36 (14.9.1928)
- Date
- 1928-09-14
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 36 JÜDISCHE PRESSE Seite 229 Vom Jahre Die Schofärtörte. 1. Schofartöne nun erschallen .. In den heiligen G-tteshallen, Sie verkünden im Weltenrund: ״E s nahet d i eJR i c h te r s t u 11 d!“ , Bittend stehen wir vor Dir' 0 Weltenhcrr, 1511׳. guter Vater, Du Allmächtiger, Richte uns mit Milde und Huld, Nicht nach unseren Taten, unserer Schuld. Hab’ mit uns, o Vater, Erbarmen. Mit• uns Menschenkindern, armen. 2. Tekioh ertönet an geweihter Stelle. Es ruft uns zu, laut und helle: ״K e h r’ z u r ii c k b a 1 d und g e s c h w i n d, Ach, Du siind’ges Menschenkind!“ Vor Furcht und Aengsten unsere Herzen beben, Uns zu bessern, ist jetzt unser Streben. Wir flehen innigst um Deinen Segen, Um Friede und Wonne auf unseren Wegen. Hab’ mit uns. 0 Vater, Erbarmen, Mit uns Menschenkindern, armen. 3. Die S c 11 c w 0 r i in, kurz und bange, Ermahnen: ״Mensch, überleg' nicht lange!“ ״T 11׳ e B u ß e u nd ,werde g u t, Vertrau’ auf G-tt, verlier’ nicht Mut!“ Von der Stunde der Geburt schon Gabst uns mit den bösen Dämon. Ihn bekämpfen, ihn bezwingen, Schwer gelingt’s, über ihn Sieg erringen. Hab' darum. 0 Vater, Erbarmen Mit uns Menschenkindern, armen. 4. Ach. Truoli — wie klingt cs •bebend Gen Himmel hinan sich erhebend,V'1 Zu sein für uns ein ■Fürsprecher, Verscheuchen bald den ׳Kläger, Rächer. Und wir Kinder hier auf Erden, Wir wollen heute besser werden. Laß mit uns walten •Mild’ und Huld, Tilg’ in Güte unsere Schuld. Hab’ mit uns, 0 Vater, Erbarmen, Mit uns Menschenkindern, armen. 5. T’kioh g’dauloh endlich lange und gedehnt. Tröstet uns: ״Er hat sich mit Euch versöhnt!“ :E r h a t E ׳u c 11 I a n g es Leben b e s c h i e d e 11, G e •s u n d 11 e i t, G 1 ii c k u ti d F r i e d e n. Er gab!Euch noch •des Guten viel, Läßt g e 1 a 11 g •c 11 Euch a :11! E u er Z i e 1. Wir danken innigst, o Vater, Dir Deine große Gnade für ■und •für. Hast mit uns, 0 Vater, Erbarmen, Mit uns ׳Menschenkindern, armen. E. S. ®oChs -a. //. Mcdzgasse wm Vom Kartenspiel bei den Juden und den Maßnahmen gegen dasselbe. Von Olberrabbiner Dr. M. F r a n k f ui r t e r, Vinkovci '■ ' (!Jugoslawien). Franklin soll irgend wo sagen: Der Mensch ist ein. spielendes Tie r“. lim Nord und im Süd, 1in der Gluthitze von Maiaya, wie auf den Eisfeldern von Grönland spielen die Menschen. Alle Rassen der Wilden, sowie alle zivilisierten Völker der!!Gegenwart und Vergangenheit, •die Römer und ihre gotischen Eroberer, die Deutscheu, die alten Priester!Aegyptens, die Chinesen, welche Tag und Nacht spielen, ׳bis sie alles verloren •haben, was sie besitzen, unid׳ ■sich •nachher erhängen, alle Menschen spielten und spielen noch heute. Und darin bilden auch die Juden •keine Ausnahme; allerdings zeigen sie hier keine Originalität. ׳Im alten Israel waren weder ׳Glücknoch Kamstspiele bekannt, derselben wird erst im talrnudischen Zeitalter Erwähnung getan משחק בקוביא Würfelspieler (Sauhodrin 24), )׳/') פסיפסיi'{0׳?) •Brettspiel (ibid. p. 25), Wettkämpfe mit Tauben und anderen Tieren (Paos-Hasanak I, 8, Edujoth I'I, 7). Diese ׳Art von Spielen wurde jedoch als unsittlich erklärt •und der Gewinn als Raub betrachtet; גזל מדרבנן (Hamburger Realenzyldopädie Bd. I, S. 955 s. v. Spiele). ,Das Würfelspiel, dessen im Talmud des öfteren Er-, wähnung getan wird, •haben die Juden von den Griechen übernommen, bzw. wurde dieses von den hellenisierten herotlianischen Fürsten eingeführt, welche es von den Griechen erhielten. Dies beweist schon der. Name des Spieles קיביא# ein Wiort, das unverkennbar vom Griechisehen 7.vß°5 stammt. Das gleiche gilt auch ׳vom Brettspiel &Y)<pos (Siehe Dalmann: Aramäisch. Neuhebräisches Wörterbuch s, v.) Im• allgemeinen galt das Glückspiel für entehrend und das Zeugnis eines gewerbsmäßigen Spielers wurde vor Gericht nicht angenommen פסול לעמת , ja der Abscheu vor den ׳Glüokspielern ging ■so weit, •daß“O^Dp טיס (Wurfelspie'ler) gleichbedeutend ׳mit ׳Dieb und Schuuke war (Babli, Ghu'lin 91, Kiddusin ׳ .11׳Baba-Bathra, 12, Beboroth 5). . .. . . Am meisten war unter den Juden,' das . Schachspiel verbreitet (Steinschneider: Schach bei tj^sriJuden). Juda Hallewi soll ein leidenschaftlicher Schachspieler •gewesen sein uihd Abraham Ibn Bsra hat sogar eine Ode zur •Verherrlichiing. des Schachspieles verfaßt. (Siehe .Steinsphneider a.a. O. :11. ׳Isidor!Groß : Rochade und NotatiQn bei Ibn Esra in' Monatsschrift f. ' Gesch. und Wissenschaft: des Judentums, Jahrg. 1921.)' — Allgemein wind' angenommen, daß das (Kartenspiel eine *weitere Entwicklung des Schach¬ Ein Ueberblick über die wichtigsten Ereignisse/ welche im vergangenen Jahr die!jüdische Gesamtheit betrafen, läßt immerhin Raum für einen Ausblick auf eine frohe Zukunft. Allgemein politisch ist von besonderer Bedeutung, daß in manchen Ländern die Juden den W׳eg zur Abkehr von der nationalistischen Minderheitspolitik fanden, die in den verschiedenen an den Krieg sich anschließenden' Verträgen verankert ist. ׳Besonders deutlich war das bei der Numerus Clausus- Debatte in Ungarn und bei verschiedenen. Gelegenheiten in Rumänien der Fall. Der Vorstoß der Wien.er K 1111 u s g e m e i 11 d e in der Richtung auf Staatssubvention auf Grund der Miiiderheitsrechte hat kein national:- stisclies Gepräge, sondern beansprucht lediglich gewisse Rechte als religiöse Minderheit, die aus dem betreffenden Vertrag abgeleitet werden. Auch die Wahl in der T s c 11 echoslowakei zeigte deutlich, daß das nationalistische Judentum in diesem Lande keinen Ankiaiig findet. Vielleicht ist auch der Ausgang der Wahlen in Polen auf ein ähnliches Motiv zurückzufiihren. Dort verloren die jüdischen Mandatare die Hälfte ihres Besitzstandes, was allerdings zum Teil auch dem komplizierten Wahlsystem in diesem Lande zu verdanken ist. Es ist anderseits erfreulicherweise festzustellen. daß dieser Ausgang der Stelhing der Juden im politischen Leben keinen wesentlichen Eintrag gebracht hat. In manchen Ländern haben die Vertreter jüdischer Interessen einen ernsten Kampf gegen solche!Bestrebungen zu •leisten gehabt, deren Wurzel unklar ist, die sich aber doch in ihren Auswirkungen gegen die Juden richten. Das gilt insbesondere von den Sonn- ■tagsruhegese t z c 11 und von den ׳Bestrebungen gegen die S c h e c 11 i t a. Man kann im allgemeinen sagen, daß fast alle Regierungen sich bemühen. Gerec'ntigkeit walten zu lassen, daß aber in manchen Ländern erregte und verletzte Volksteile sich zu ernsten Ausschreitungen verleiten ließen. Die wirtschaftlichen Fragen traten in ihrer vollen Schärfe natürlicherweise am meisten in Ersehetlmng in den Ländern mit großen jüdischen Siedlungen. Das großzügige K 01 0 11 i s a t i 0 n s w e r k in Sowjet- Rußland wurde vorn Joint unter den unausbleiblichen Erscheinungen eines Auf und Nieder weiter gefördert. Gerade im abgelaufenen Jahr sind darüber die verschiedensteil Meinungen laut •geworden, allein es ist noch nicht Zeit, ein abschließendes Wort über dieses Unternehmen zu sagen. Anderseits ist ein erfreulicher Aufschwung des religiösen Bewußtseins zu konstatieren und es ist namentlich der L 11 b a w i t s c h e r Keb be, dem es endlich gelang, nach schweren Stunden in R i g a seinen Wohnsitz ■zu nehmen, welches einerseits den Mut der Hoffnung belebt, anderseits die Kreise der Gesamtjudenheit zur Hilfe in dieser. religiösen Not von Millionen jüdischer Seelen weckt.!Gehen wir auf das Gebiet der i 11 n e r i ii d i s c h e n Verhältnisse über, so sind zunächst diejenigen Punkte zu behandeln, welche eine Art gemischten Gegenstand darstellen, ■d. h. also eine Einwirkung der äußeren Faktoren auf spezifisch •jüdische Verhältnisse. ׳ Da wären zwei Tat- Sachen verwandter Natur zu erwähnen, der Abschluß der Genic'indegesetzgebung in Palästina und Rumänien. ׳Immerhin bedeuten •diese Tatsachen einen gewissen Ruhepunkt. Nachdem ■die äußeren Faktoren autorativ gesprochen ׳haben, ist esiC,11un Sache d'er jüdischen Gesamtheit, in dem Bestehenden ׳sich zurecht zu finden. Beide Gemeindeverfassuiigen tragen, •der Orthodoxie Rechnung, die rumänische, indem sie die in dem früheren ungarischen Teil vorhandenen Einrichtungen ■im gewissen Sinne respektiert, •die palästinensische, indem sie die Orthodoxie davon •befreit,■ unter dem Zwang einer andersgesinnten Führung, zu leiden. Freilich ist nicht zu leugnen, daß die beiden Verfassungen keineswegs ein ׳Ideal darstellen, unter dessen Schutz der Orthodoxie ein frohes unspieles darstellt; Es soll gegen Ende ■des 13. Jahrhunderts von den Arabern nach Italien gebracht worden sein, welche ■die Anregung zur Erfindung ,der ׳Spielkarten von .■den Indern erhalten haben sollen. Ursprünglich führten; sie den Namen ״naibi (erwähnt im Jahre 1393 vom italienisehen Chronisten Giovanni Morelli). Das. Wort ist . ge^ bildet vom Hindostanischen ״na-ib“. Herrscher, Vizekönig. Im Spanischen heißen die Spielkarten noch heute ״naipes“. ■ (Diese Angaben verdanke ich der Güte eines auf dem Gebiete der ' Spielkartenfabrikation versierten Freundes.) Jn!Italien nannten die Juden die Karten קלס ים von סלף Pergament, worauf die Figuren gemalt wur-, den. Die Juden bildeten bekanntlich im allgemeinen die Vermittler zwischen den Arabern und Europa, •durch die ja auch die arabische und arabisch-hebräische Literatur im ׳Mittelalter in Europa Eingang gefunden, ■und so ist anz!1!1ehmen, daß sie auch hier ׳die Vermittlerrolle spielten. Bezeichnend ist es allenfalls, daß die italienischen Juden das ׳Spiel mit einem hebräischen Namen benannt haben.• In Deutschland, wo die Juden es von den Christen übernommen haben, gebrauchen sie den deutschen Namen ״Karten“. Eines steht jedoch fest, und zwar, daß das Kartenspiergleich zu Beginn bei den Juden Italiens rasch Verbreitung gefunden haben muß, denn schon utn das Jahr 1320 wurde desselben bei ■dem großen Satyriker Kalonymos ׳b; Kalonymos 1287 bis 1337 Erwähnung getan. Kalonymos b. Kalonymos ist bekanntlich auch Verfasser des מסכח פורים auch מגלח סתרים genannt. MLsnah I. des פרק ז׳ lautet daselbst: כל חייבים לשמוח ולשחוס בקלפים ס^בקובאותבפורים., was wohl klar beweist, wie sehr das Kartenspiel damals bereits verbreitet war. (Ueber ihn siehe!Grätz, Geschichte der Juden, Bd. VII, •Seite 262 ff. und אוצר ישראל Bd. 1x. s. v.) Von!Italien aus verbreiteten •sich die Spielkarten rasch nach all den damaligen Kulturländern und ׳bald nach , Einführung derselben in!Europa begegnen wir auch schon Juden, ■die sich mit der Fabrikation derselben beschäftigt haben. Deuchlin erwähnt, daß!520 Josef Jud dem'.Güuver- 11 eur irgend einer!Stadt in־׳ der Nähe ■des Rheins eine Petition zugunsten seines Schwiegersohnes!Meyer Chajim, des Sohulklopfers, überreichte. Mayer Chajim betrieb das Kartenmalen geschäftlich ■und ־ klagte, daß ■ sein Geschäft durch andere Juden, •welche fremde •Karten importierten,, geschädigt würde. (Siehe Dahmers!Literaturblatt, Jahrgang •18, tNr. 28.) ׳Diese /Konkurrenz beweist ׳klar. daß. ein reger Absatz für dieses Spiel vorhanden, war. Christen w׳ie •Juden• wurden ׳in gleicher Weise von der!Leidenschaft für ׳das-Kartensipiel erfaßt und nicht bloß rohe und unwissende 'Menschen; sondern auch hohe Geister fielen• als Opfer in die ׳Gewalt dieses verhängnisvollen Zaubers. Ma- PB£31: verbürgt reines Feil aus Kokosnütsen. Die Kokosnüsse werden bei der Georg Schicht A. G.ß Aussig gepregt und die Erzeugung sieht bis zur Verpackung des fertigen Fettes unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Simche Fr&nkel, Rabbiner zu Skawina in Podgorze b. Krakau. Ceres kann daher von jedem Sir enggläubigen ohne Bedenken zur Zuncreitung der Speisen verwende! werden. gestörtes!Sichauslcbeii mög'lich wäre; so ist es zu erklären, daß insbesondere;in Palästina, ein Land, welches für aas edle Selbstbewußtsein der Orthodoxie vorbildlich geworden ist, sich an die Gemeiiideverfassung bereits heftige Kämpfe allgeschlossen haben: die infolge der Ge-, meindcverfassting im gewissen Sinne rechtlos gewordene Orthodoxie hat den Mut bewiesen, auch außerhalb der Wohltaten der Verfassung stehend, sich ihre Notwendig-- keiten selbst zu schaffen. Es ist klar, daß die wirtschaftliche Krise hemmend' auf alle Organisationen wirkt. Fast alle Versammlungen־ der verschiedensten Stellen standen unter diesem Zeichen. So erklärt sich audj^ daß die Behandlung der Jewish-' Agettcy-Frag elften Rahmen der zionistischen Organisation zu sprengen droht, und daß anderseits der Misrachi, immer mehr gezwungen, für seine wirtschaftliche Basis selbst zu sorgen, im!Laufe des verflossenen Jahres, öfters Regungen nach einer •gewissen ׳Selbständigkeit an den Tag legte; doch sind auch diese Dinge alle noch im Flusse, und es ist schwer, eine Entwicklung vorauszusagen. Der gewissenhafte Historiker 'muß ferner feststcllen, daß auch eine totgcglaubte Erscheinung im Judentum, die; vollkommen anationale und arcligiöse, oder besser gesagt, traditionslose!Neologie wieder nach dem• Leben ringt. Ihre Versuche, sich!selbst ■einen Inhalt und ein klares. Bild' zu geben, haben zu einem nennenswerten!Resultat-"■nicht geführt. ־ Fast allenthalben ist das!Frauen s t i ׳m in recht Gegenstand heftiger Kämpfe gewesen, am erbittertsten in Palästina •und!in — London. Im letzteren Orte kam es innerhalb der!Uniteid Synagoigue zu ׳ernsten ־•Konflikten, Welche mit einem Sieg der konservativen Richtung• endeteil. In •Jerusalem zeigt dieser Kampf die Folge, daß die Sephardim unter Führung von Oberrabbiuer Jakob Meir offen und klar auf die Seite der für!die Tradition kämpfenden Orthodoxie ׳trafen. Das ist vielleicht geschiehtlieh das bedeutsamste!Ereignis des ,Jahres. A 11 ii ׳b e r a 11, w 0 d i e Orthodoxen ■sich a u f 1s ich s ׳e 1׳ b st besannen, hefteten sie den Sieg ׳an ihre Fahnen, so insbesondere bei den Ge-!meinde wa .111 e 11 in ׳P 01 e n. Dort stand die Frage zur zarin, •der französische Staatsmann und' Kardinal, soll ■spielend gestorben sein. Als er auf dem Sterbebette lag und zu schwach war, die Karten zu. halten, beauftragte er einen anderen, sie für ihn izu halten. Leon de Modena, der gelehrte Rabbiner und ׳Ppediger von Venedig (bekanntlich ־ ׳■der Verfasser ■des פזמה: .יום זה יהי משקל כל חטאתי In der Liturgie von יום כפיר קטן), •der in seinem •vier- , zehnten . Lebensjahre eine ■Schrift ס ו ר מ ר ע gegen^das Kartenspiel verfaßte (gedruckt Venedig 1596, •Amsterdam,' 1698 unter den! Titel צחל.ן מוסרי die auch in verschie-.' dene Sprachen 'übersetzt wurde), verfiel selbst diesem Spielteufel ׳und verlor ■dabei sein ganzes Vermögen. —• Obschon er oft den ׳Entschluß'gefaßt •hatte, diesem Laster zu entsagen, brachte er es ■doch nie dahin, sein Vorhaheft auszuführen;!ja als die!Rabhiiuen Venedigs 1628 einen!Be-, Schluß veröffentlichten, nach welchem jedes Gemeinde־' mitglied, welches innerhalb sechs Jahren nach Veröffentlichung dieses Beschlusses Karlen ׳spielen würde, in den Bann getan ׳werden sollte, •veröffentlichte dieser mit,!dem ganzen Aufwand seines großen Wissens eine Entgegnung•'1 dieses Beschlusses, den er ׳heftig angriff. Er hatte diese seine Leidenschaft mit Amtsentsetzung und •Armut zu ל büßen. •.; Karten spielten nicht nur Juden und Christen, son-' dern auch Christen ■und Juden miteinander und Leon de ' Modena nennt in dieser seiner Entgegnung das Karten- : spielverbot mit Christen . גזירה שאין רוב הצבור יבולין לעמוד בה eine Verordnung, der der größere Teil der . Gemeinde ׳nicht standhalten könne. Von allem Anfang an ist man diesem Gebrechen der ׳Gesellschaft mit aller Energie an dem Leib gegangen, aber, wie wir sehen, nicht mit allzu großem Erfolge.!Sowenig heute die ׳Hirtenbriefe der Bischöfe und־ Enzykliken des Papstes, sowenig die zahlreichen Ver- Warnungen und אסורים unserer נתלים des Ostens להבדיל gegen Nacktkultur und Blößenwahn, fruchten, genau so wirkungslos verhallten damals all die, von •den Rabbinen י getroffenen, Maßnahmen gegen das Ueberhandnehmen des Kartenspiels. Es walr dies auch eine schwere Aufgabe und ein Erfolg fast unmöglich. Der Jude, sah am Spieltische Priester und Edelleute, . Bürger und Bauern. Alle spielten und spielten, um zu gewinnen. Die Rabbinen standen dieser allgemeinen Seuche machtlos gegenüber. Die Aerzte können eine Epidemie nicht hemmen, sie müssen ihre Richtung verfolgen, bis: ihre Kraft gebrochen ist. Und das taten die Rabbiner. Die schädlichen Folgen des Spiels waren längst schon in ihren Moralschriften zur Kenntnis gebracht, die jüdischen Geistlichen hatten strenge dieses Laster getadelt und die ‘