Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 34 (31.8.1928)
- Date
- 1928-08-31
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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jÜW9ClEPK£SSE «*d flLfeäje öes ifeteradfefffecfieai VWk&s ohne Parie'iutrterschied ®esS'dheit hat Verehrter Herr BundespräsidenU Den Vertretern <kf Wiener Judeuisctoaft ist Treue zum Staate imd seinem Oberhaupte!heilige, religiöse Pfliclit und altbewährte Tradition. Ebnen gegenüber, der Sie wiederholt Gelegenheit ge* «ommen!haben, unserer Gemeinde bei freudigen und traurigen Anlässen Ihr warmes Interesse zu .bekunden, ist es uns auch Herzensbedürfnis, Sie unserer tiefen Verehrung und unseres dauernden ׳Dankes zu versichern. Empfangen Sie, hochverehrter Herr BundespräskJent, wiederholt unsere ergebenen •herzlichsten Wünsche für Ihr Wohlergehen, für das IhreT hochgeschätzten Familie, sowie jener aflver ehrten Frau, die Sie mit berechtigtem Stolze ״Mutter“ nennen.“ Nachrichten. © Zur Beachtung! Auf vielfachen Wunsch, der ants dem Kreis unserer aas den Ostländer stammenden Wiener Leser geäußert wurde, werden wir fortab זמן הדלפת הנר עלמצ״ש nach den מנהג ותיקיי nach welchem unsere ostländischen Brüder sich richten, veröffentlichen. Die Zeitbestimmung wird ans allwöchentlich vom ״Hithachduth Jereim“ zur Verfitgung gestellt.__ "התאחדות יראים" ווינה t)Hüachciul Jereim*‘ Vereinigung Thoragesetzestreuer Juden in Wien II., Heinestraße 30. T. 15. ב״ה פ, חבא זמן הדלקת הנר עשק שעה 6 עם 26 מיבוט זמן שקיעת החמה עשק שעה 6 ע□ 39 מינוט זמן הדלקת הנר מוצש״ק שעה י עם 38 טינוט Berichtigung. In unserem vorwöchigen Bericht über den jubilierenden K r a n k e n 11 a u s v e r e i;n in Wiien sind einige Namen unrichtig angegeben, so ist statt Frau Mautner richtig Frau Meitner, statt Büchner richtig Buchw^ald. statt Fegdor richtig Figdor zu lesen. Bei Stuhlverstopfung, Verdauungsstörungen,!Magenbrennen, Wallungen, Kopfschmerzen, allgemeinem Unbefragen. nehme mail früh nüchtern ein Glas natürliches ״Pranz-JosefCBitterwasser. Nach den an den Kliniken für innere Krankheiten gesammelten Erfahrungen ist das Franz-Josef-Wasesr ein äußerst wohltuendes Abführmittel. Trauer fei er nach Rabbiner N. Friedniann. Sonntag den 15. Elul, 6 Uhr nachmittags, findet in der Synagoge Marpe Lenefesch, II., Glockengasse 4, eine Trauerfeier nach dem Vereinsrabbiner N. Friedmann ז צ ״ל statt. Trauerreden werden die Herren Qberrabbiner S nyd׳e rs (!RaabX und Herr Is. T u m •i m halten. Der Vorstand. Talmud-Thora-Volks- und Bürgerschule mit Oeffentlichkeitsrecht, •II., Malzgasse 16. A׳m Sonntag den 2. September beginnt das Schuljahr 19.28/29. Die Schüler versammeln sich um halb 9 Uhr in ihren Klassen. Um 9 Uhr findet die Eröffnungsfeier irn Bethaus statt. Am Montag, S Uhr früh, beginnt der regelmäßige Un- {־erricht . Der Vorstand. Das neuzeitliche Schulprogramm. Wie die Wiener Tageszeitungen berichten, werden in den Schulen T anz und Sport obligate Unterrichtsgegenstände bilden. Wir wissen aus der Geschichte, daß die antike Kultur an dem Schönheitsideal der Körperbildung■ zugrunde gegangen ist. Nur die jüdische Kultur, die auf geistige Bildung und Ausbildung basierte, hat alle Zeit- Strömungen überdauert! Jüdische Eltern sind mehr denn je verpflichtet, ihre Kinder einer jüdischen Schule anzuvertrauen, wo sie sicher sind, daß die Schüler die Bildüng erhalten, die sie für die Hochhaltung unserer Ziele ertüchtigt. Die T. T. Volkswmf Bürgerschule haf stäafliebes Oeffentlichkeitsrecht. Q. N, Einschreibungen an der Jesod-Hathora. Die Einschreibungen für das kommende Schuljahr 5688/89 (1928/29) für den Kindergarten, für die Knaben- und Mädchenreligionsschule finden von Sonntag, den 17. bis Donnerstag, den 21. Eiul (vom 2. bis 6. Sept,) itrt Schulgebäude, II., Nestroygasse 11, statt. Eingeschrieben wird: Sonntag von 10 bis 12 Uhr vormittags, Montag bis Donnerstag von 3 bis 5 Uhr nachmittags. Die P. T, Eltern werden ersucht, den Einschreibungstermin piinktlichst einzuhalten, da spätere Anmeldüngen nicht berücksichtigt werden können. Bekanntmachung. Infolge eingetretener Umstände sind wir genötigt, die Pension Jupiter, Ischl, aus unseren! Register zu streichen. Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser Hamburg. Bekanntmachung. Es wird zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß am 14. August I92S im Binnenhafen zu Scheveninge!» (Niederlande) der Leichnam eines unbekannten israeiitisehen Mannes aufgefischt worden ist. Signalement: Länge 1.70 Meter, Alter 40 Jahre, kahlköptig, rötliche Haare und Augenbrauen Und detto kurzgeschnittcnes Schnurrbärtcheu, große Nase, stattliche Figur. Kleidung: Dunkelgrauer Jaquettanzug, mit umgekrempelten Hosenbeinen. Unter dem Kragen steht das Monogramm W. J. und weiters Jewark (oder Jewarsky?) Nürnberg. Leinenkragen mit blauer, langer Krawatte, auf deren Hinetrseite sieht:: Edvv. Wunsch, Berlin. Braune Socken, ditto niedrige Schuhe, weiß-blau gestreiftes Oberliemd mit Rotmärke 43.650 und einige Taschentücher, gezeichnet L. und L. N. Der Unbekannte hatte weiters! ein rotledernes Portefeuille mit holländischem Geld, einem Dollar und zwei deutschen Münzen• Er trug ein Bruchband. Der Vorstand der Nederlandsch'-Israelietisclie Gemeente Haag, Niederlande, ersucht jeden, der imstande ist, nähere Auskünfte zu erteilen, sich unverzüglich mit dem Herrn Polizeikommissär der Abt. C zu Haag, Niederlande in Verbindung zu setzen, bei dem auch ein Bild des# Verstorbenen vorhanden ist. Unentgeltliche Arbeitsveriiiittlungsstelle des Jüdisehen Hochschulausschusses. Hofmeister, Hauslehrer!mit Kenntnissen fremder Sprachen, auch für Nadihilfsunterrieht in allen Mittelschivlfäcivern (Philosophen,' Pädagogen), erstklassige Kräfte für kommerzielle Unternehmungen und Advakaturskanzlelen (Handclsiioclischiiler, Juristen), Pnivatsekretäre, vermittelt prompt und unentgeltlich der Jüdische Hochschiiiiaussehuß, IX., Zimmermannplatz 8, Tel. A-25-2,28. Telephonischer Aufruf oder . Postkarte genügt. Moskau. Nach letzten Meldungen ist die lieberschwemmungskatastrophe :in den neuen jüdischen Niederlassungen in Bir-Bidschan in Zunahme begriffen. Es müssen den Ansiedlern, soweit sie erreichbar sind, mit Hilfe von Booten Nahrungsmittel zugestellt werden. Budapest. Budapester Zeitungen!berichten: Mit den Worten: ״Laßt den Judenjungen ertrinken!“ lehnte eine Schwimmergruppe am Donauufer in der Nähe von Wiaitzen die Rettung eines in Ertrinku ngsgefahr geratenen Knaben ab, weil zufällig ein vorübergehender Jude sie auf den Ertrinkenden aufmerksam gemacht hatte. Als Polizisten später den Knaben schon als Leiche aus den Fluten der Donau zogen, stellte sich heraus, daß der Ertrunkene der 14jährige Sahn einer christlichen Arbeiterin aus Wiaitzen war. dar Adas Jisroel, Wien, II., Nestroygasse Spendet für den KaMmraaBffimiBanBMBMBBnBVHranraMraraHBMaNnrasMmaHuranMaaBiiBaaraBBBBflMK a £ j T s c h e c ho slow a k e i | SiaBflBBflBBaBBfflBBBBBflBaBBBflBBBBaBIBBBBBBBBBflBBBBBBBBBflBBBBBflBBBBBBBBBBBBBBBBBBflS minister Nowak. Sonntagsruhe. — Gewerbegesetz. — Jüdische Stadtvertreter gegen den Sabbat. Sonntag, den 26. August empfing Handelsminlster Nowak, der anläßlich der Eröffnung der Donaumesse in Bratislava weilte, eine orthodoxe Deputation in freundlichster Weise. Die Deputation bestand aus den Herren Landespräses Oberrabbiner Weber, Landes-Vizepräses Dr. Ehrenfe 1*4, Philipp Benedikt, J. }. Braun und dem Vertreter der Preßburger orthodoxen Gemeinde, Herrn Heinrich S t a h 1 e r, der jedoch, in letzter Minute auf dem Wege zum Empfang infolge eines kleinen Unfalls am Erscheinen verhindert wurde.; Der Sprecher der Deputation, Srie. Ehrw. Herr Oberrabbiner Weber, knüpfte an eine Unterredung an, die er vor einigen Wochen mit dem Minister in Angelegenheit der wieder sehr akut gewordenen Frage der Sonntagsruhe hatte und erbat abermals das Wohlwollen des Ministers und der Regierung fiir die Interessen der sabbathaltenden Kaufleute und Gewerbetreibenden. Der Minister unterhielt sich eingehend mit den Mitgliedern der Deputation und zeigte für den Standpunkt der orthodoxen Kaufmannschaft Verständnis und den besten Willen^ ihm nach Möglichkeit gerecht zu werden. Außerdem kamen die Anliegen der orthodoxen Juden in bezug auf die Härtend e s G e-w erb׳«. Gesetzes zur Sprache. Die Frage der Einführung der vollständigen Sonntagsruhe ist in jüngster Zeit besonders für die Stadt Bratislava dadurch in ein sehr schwieriges Stadium geraten, daß — wie aus absolut zuverlässiger ■amtlicher Quelle bekannt wurde — die zionistische Vertretung der Juden Im der Bratislavaer Stadtvertretung sich mit der Forderung der vollständigem Sonntagsruhe identifiziert und damit die wirtschaftliche Existenz elne^s großen Teiles der Preßburger sabbat haltenden K au floate aufs schwerste bedroht hat. fährt, bekannt. Dieses enthält'יפסקי דינים halachische Entscheidungen, die der Verfasser hach einer Anseinandersetzung ׳mit allen Dezisoren als!פסק הלבד, a׳ls Dezision hinstel'lt. In dem קונטרס אהרון, das sind Glo’ssen zum שלחן ערוך הרב behandelt R. Sämeor in dia 1 ektisch-pHpu 1 istischer Art die Quellen der einzelnen Balachoth im Talmud und in den deziisorischen Werken. Das שלהן ערוך ד.י ב besteht rn fünf Bänden. Die ersten vier enthalten die Halachoth zum ersten Teile des Schulclian Aruch. Der 5. Band ׳behandelt größtenteils die Halachoth aus dem zweiten Teile des Schulchan Aruch, Joreh Deali. Das zweite Hauptwerk R. Sohneors sind die ״לקוטי אמרים" bekannt unter dem Namen ״תניא״ und ist in zwei Teilen geschrieben und hat philosophisch kabbalistische Lehren zum Inhalte. r. Mose Sopher (חתם סופר)♦ Der jüngste hervorragende Dezisor, פוסק R. Mose b. Samuel Sopher (Schreiber), nach seiner Reohtsgutachtensammiungחרושי תורת משה סופר akrostychisch חתם סופר bekannt, wurde am 7. Tisehri 5523 (1762) in Frankfurt a. M. geboren. Seine Abstammung wird bis auf Raschi zurückgeführt. Mit neun Jahren trat er ins Lehrhaus des Frankfurter Rabbiners R. Nathan Adler ein und als 13jähriger Knabe hielt er bereits öffentliche halachi- »che Vorträge. Seine späteren Lehfer waren R, Pinchas Horwitz, der מןל ם, ההפלאה .und R. Tewele Scheyer in Mainz. Der Chassam Sopher befaßte sich auch mit der Naturwissenschaft und der Astronomie. Das Rabbineramt bekleidete er zuerst in Dresnitz. Von hier wurde er, 1798, nach Mattersbiirg (Mattersdorf) berufen und begründete daselbst ein Lehrhaus. Im JahTe 1803 folgte er der Berufung nach Preßburg. Hier wfnkte er afc Kreferabbmer und Oberhaupt des Lehrhauses, das von ungefähr 500 Schülern aus alten europäischen Ländern besucht war. Zu den bedeutenden Schülern des Chassam Sopher gehören unter, anderen R. Lazar Horwitz, Leiter des Wiener Rabbinates. In Preßburg beschloß der Chassam Sopher nach einer bewundernswerten Lehrtätigkeit und schriftstellerischen Schaffen sein Leben am 25. 'rischri 5600 (1839). Ais die Reformbewegung in Deutschland auch im' ־damaligen Ungarn sich zu regen begann (1819), trat der Chassam Sopher dieser energisch entgegen und verhinderte die Gründung einer Schule auf reformistischer Grundlage. Ob seiner anerkannten Autorität setzte der Chassam Sopher alle Maßnahmen gegen die Reformen durch. In Wort""■ und Schrift wendete er gegen Neuerungen im Judentum die Worte an *) חדש אסור מן התורה בכל מקום• Der Chassam Sopher entfaltete eine sehr rege schriftstellerische Tätigkeit. Er hinterließ gegen 100 handschriftliche Werke. Das halachische Hauptwerk enthält 1377 Responseri (Novellen). Zu mehreren Talmud'kommentareh schrieb der Chassam Sopher ״) הדושיםNeuigkeiten“). Außer diesen talmudisch- 1)'•ודס או״ח סי* נ״א halachischen Werken verfaßte er einen Pentateuchkommentar unter dem Titel תורת משה. — Die Frauzosenipvasion in Preßburg schildert R. Mose Sopher in Memoiren, betitelt ספר זכרון. — Seine Pessachagada wurde 1896 in Wien he rausgegeben. Zwei Judenvertreibungen in dein moldauischen Teil der osterr.-ungar. Monarchie vor ISO Jahren. (Nach ■den Akten ׳der Archive des Kriegsmimsterittrasr.und Ministeriums des Innern bearbeitet von Dr. phil. CfoaMhn T encnhan s.) Bekanntlich kam derjenige Teil der Moldau (zwischen PruLli und Bistritz), welcher Bukowina genannt wird, im Jahre 1774-75 an Oesterreich. Die ׳Geschichte der jüdischen Bewohner dieses winzigen Ländchens ist mit dem Eintritt unter die ös t er reichi sc/he Herrschaft im ganzen ge 110 rn nie 11 dieselbe, wie jene in allen übrigen Erbländern der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie zu׳r Zeit Maria Theresias und Josefs II. Ueberall wurde der Jude als ein die Kräfte des Staates aufsaugender Pilz verschrien, dessen Unschädlichmachung, und zwar dessen Vernichtung angestrebt wurde. In den ersten vier Jahren blieb der bisherige Z׳u stand unter dem Regime des Generals S ■p1׳ e n y bestehen. Er hatte sogar jüdische Handwerker ins Land gerufen und so den Grundstein des unter seiner R a b'b i n e rdy n a s ti e Friedmann stehenden Städtchens Sadagora gelegt. Zu Beginn des Frühsommers 1778 verließ Spleny die Bukowina und an seine Stelle wurde als Administrator Generalmajor Freiherr von Enzenberg berufen. Mit dem Einzüge Enzenbergs begannen auch die Drangsale der Juden einzuziehen. In seinen Berichten, die er allzu oft dem Hofkriegsrate und dem Generalkommando unterbreitete, schilderte er die Juden in ׳den schwärzesten Farben, ohne genau orientiert zu sein. War Spleny für die Herabsetzung der Steuern, Beibehaltung der Judenrichter (als Dorf ric h te-r, dwirnik, nahmen sie an der Verwaltung des Landes teil) und Heran- Ziehung von jüdischen Gewerbetreibenden, so finden wir Enzenbergs Stimme ' sich gegen all diese Begünsti* guftgen, die sie seit pah rh u n-d e.-p-Lem waterder: «Hä®*׳‘