Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 34 (31.8.1928)
- Date
- 1928-08-31
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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SDPtSCHE PRESSE 3ta-34 Sorgültigste Lieferung in plombierten Säcken von 1 Sack — 60 kg angefangen franko Hau«, ebenso in Fuhren und Waggons X JULIUS HABER KoMen« und Koksgrollhandlung Nordbahnrutschen 3. Kohlenhof Nr. 372-376 Wien, II., Taborstraßa 9 Ftmspreohsr Nr. 41-0.22 während sich Herr Lcwenstein nach Riga ׳begab, wo er Beratungen mit den lettländischen Jugendorganisationen hielt, die ihre eigene vom Staate anerkannten Gymnasialschulen in Riga und Litbau!besitzen. In Rliga sprach Herr Lewenstein beim Lwbawitscher Rebben und seinem Schwiegersohn, Gur-Arje, vor, die ihre Sympathien für die Agudas J'isroci bekundeten und tatkräftige Förderung zusicherten, in einer weiteren Konferenz in Kowno, an der der Alexandrer und der Ponjcweschcr Raw tcilnahmen, wurde ein Initiativkomitee zur Gründung der litauischen Agudas Jiisroel Jugendorganisation gebildet. Anschließend an die Konferenzen in Warschau und Lodz fanden Massenmectings statt, an denen die beiden Delegierten Goodman und Lcwenstein Ansprachen an die Jugend hielten, die Fahne der Thora im Leben voranzutragen und die Ideale der Agudas Jisroel hochzuhalten. Sowohl die jüdische wie die allgemeine Presse Polens brachten ausführliche wohlwollende Berichte ■über die Konferenzen und Meetings und der ■Besuch der beiden westeuropäischen Delegierten löste bei der agudistischen Jugend Polens große Begeisterung aus. 3. Konferenz der Arbeitsgemeinschaft der Agudas Jisroel Jugendorganisationen Europas. 17. Ws 19. August 1928 in Berlin, Am 17. August trafen sich in Berlin die Vertreter der Jugendorganisationen Europas, um gemeinsam den seit zwei Jahren bestehenden westeuropäischen Jugendverband auf einen Verband, der alle Gruppen Europas umfaßt, auszudehuen. An der Berliner Konferenz nahmen teil die Herren: Harry Goodman (1England), M. D. Leweustein (Schweiz), Ullmann (Deutschland), Stroh und Bondi (Oesterreich), Goldschmiidt (׳Holland), Berliner und Hirschhorn (Zeirim, Polen), Dr. Langle'beri (Poale Agudas Jisroel, Polen), Friedmann (Belgien), der Direktor der Schule Tauro im Dcrcch Ercz, Riga Chadakower (Lettland). Die Berliner Konferenz befaßte sich auch• mit der organisatorischen Zusammenfassung der agudistlischeu Jugcndgruppen der ganzen Welt. Die Tagung strebte auch die Schäftung eines 25.000-Dollar־Fonds an, welcher für organisatorische Zwecke verwendet werden soll. Die Herren Goodman und Lewenstein berichteten nun über ihre Reise nach Polen, Litauen und Lettland, die sic im Aufträge der Arbeitsgemeinschaft unternommen hatten. Die Herren stellten in allen drei Ländern eine Besserung der Lage fest. Zum Teil kommt dies auch beim Ausgang •der Gcnieiiiidcwahlen zum Ausdruck. Die Jugend nimmt in allen Ländern regen Anteil an der Arbeit. Die Konferenz setzte eine Kommission zum Zwecke einer Verfassungsbildung für die Arbeitsgemeinschaft ein. Den Kern dieser Arbeitsgemeinschaft wird ein Kailturarnt bilden. Herr Hirschhorn, Krakau, der diesen Antrag auf Schaffung eines Kulturarntes einbrachte, schlug vor, •daß viermal i1׳ft Jahre eine Literaturkommission zusammentreten solle, ■die Literaturverzeichnisse ausarbeiten, Vorträge und Vorlesungen, werbender und :belehrender Art vorbereiteu, Tenachle’hrer zur Mitarbeit heranziehen, eine Volkshochschule begründen und für Ausbildung von dalür geeigneten Dozenten sorgen soll. Herr Berliner, Lodz, wünscht eine ganz besondere Behandlung von jüdischwissenschaftlichen Themen. Herr Goodman, London, wünscht ein Zetitralblatt der Jugendorganisationen, das in deutscher und hebräischer oder jüdischer Sprache alle vier Wochen erscheinen soll. Redner wünscht auch die Schaf- Jung einer eigenen Aguda-Litcratur, die für die organisierte Jugend eine Führung auf allen Gebieten des Lebens bieten soll. Herr Friedmann, Antwerpen, wünscht eine verbilligte Herausgabe jüdischer Werke durch die Arbeitsgemeinschaft. Herr Ullmann, Kassel, beantragt ■in Kulturfragen die Zusammenarbeit mit der Keren-Hatanro- Zentrale. Es sprechen zu den organisatorischen Fragen nun die Herren: Friedmann (Belgien), Goodman (:England), Ullmann (Deutschland), Chadakower (Lettland), Gold- Schmidt (Holland). Bondi (Oesterreich), Berliner (Polen) und Lewenstein (Schweiz). Nachdem ein Dankschreiben an Polen, Litauen und Lettland für die gute und herzliche Aufnahme der Delegierten der Arbeitsgemeinschaft, Goodman und Lewenstein, und eines an die Berliner Jugendgruppe, für die während der Konferenz gebotene Gastfreundschaft beschlossen worden ist, schließt der Vorsitzende, Herr Lewenstein mit dem Wunsche die Sitzung, daß die Zusamnienkunft in Berlin die Erfüllung der Bestrebungen der Arbeitsgemeinschaft ein großes Stück weitergebracht haben möge. _ Commandant Armand Lipmann — zum 70. Geburtstag. In Versailles begeht dieser Tage ein Mann in stiller Zurückgezogenheit seinen siebzigsten Geburtstag, der es verdient, daß die gesetzestreue jüdische Gesamtheit sich mit ihm freue, daß השי״ת Ihn diesen Tag in geistiger und körperlicher Frische erleben läßt. Commandant Armand Lipman ist den Lesern der ״Jüdischen Presse“ nicht unbekannt. Er ist französischer Offizier von Jugend auf — sicher eine einzig dastehende Erscheinung im Judentum, besonders im glaubenstreuen, t'horabegeisterten Judentum. Gerade, aufrichtig, offen und mit dem — freien Mut. der die Vorbedingung seines Berufes ist, kämpft er seit Jahrzehnten treu, stark und felsenfest für das höchste Ideal der Menschheit, für die Wahrheit und Heiligkeit der — Thora. Er kämpft mit Waffen, die niemals rosten, mit den Waffen des Geistes, entnommen der Rüstkanuner seines reichen jüdischen und allgemeinen Wissens,' gestählt in der Glut seiner großen Liebe zum Judentum und geschärft an dem Granitstein seiner unerschütterlichen Ueberezeugung• von der untrüglichen Wahrheit des Glaubens seiner Väter und der religiösen Ueberlieferung seines Volkes, die in ש״ס ופוסקים niedergelegt und in den Gesetzesvorsciiriften des Schulchan Ariich kodifiziert ist. ״Un croyant du XXe siecle“ ■nennt er sich mit agud;i s tl s c h c m Selbstbewußtsein auf dem Titelblatte seines jüngsten mir zugesaudten größeren Werkes ״Lc loi de Moise“. eines ausführlichen, mit überzeugender Wärme geschriebenen Kommentars zu den Gesetzen des Pentateuchs. Und wahrlich, das ist dieser vortrefiliehc Greis vom Scheitel bis zur Sohle: ein ״Glaubenstreuer Jude des 20. Jahrhunderts“. Die Gläubigkeit inmitten aller geistigen und seelischen Nöte des 20. Jahrhunderts, inmitten aller Scheinerfolge und Augenblickstriumphe' des Unglaubens diktiert ihm die Feder in allen seinen sehr zahlreichen Schriften, mit denen er die französisch-jüdische Literatur ■befruchtet. Er weiß, daß ■die ,Treue zum heiligen Glauben des Judentums allein der Hort des Judentums ist und sucht ■die französische und französisch sprechende Judenheit einmal ■mit der schlichten Wärme •des Gläubigen und das andere Mal mit der logischen Schärfe des Gelehrten in ■dieser Treue zu ■erhalten oder zu ihr zuTÜckzuführen. Immer wieder reizt ihn die Wahrheitsfiille ■des Judentums und der jüdischen Literatur, sic mit ■den kulturellen Schöpfungen und Geisteserzeugnissen der anderen Völker und Religionen zu vergleichen und seine Schlüsse aus den Ergebnissen seiner religiousgeschichtlichen und religionsphilosophischen Forschungen zu ziehen. ■ Noch lebt in ■mir der Eindruck wach, den ich empfing, als ich vor vielen Jahren ■die ersten Teile von Newiaskys französischer Uebersetzung des jore;h Deaih mit ausiiihrlic'hen Einleitungen von Armand Lipmann erhielt. Ich sägte!mir: ,Bewahrheitet;sich da nicht wieder ■die ,g-ttliohe Streng כשר Geflügelhandlung unter Aufsicht des Ehrw. Rabbinates ,Adas Israel״ 3mal täglich frisch gebratene Gansl Emanuei Schlesinger Tel. R-40-5-90 Wien, II., Große Schiffg. 5 Tel. R-40-5-90 Zusicherung an sein Volk ״ ודברי אשר שמתי בפיךMeine Worte, die ich dir zum Verkünden anvertrauc לא ימלשו ״ מפיך יniemals für die Dauer weichen werden aus deinem und deiner Kinder Mund“? Zu einer Zeit, da der über-• wiegende Teil der französischen und der ganzen westeuropäischen Judenheit sich in Moral und Lebensgesitiüng dem Taumel der Zeit hingibt, steht ein französischer Offizier auf, also der Angehörige einer Berufs- und Gesellschaftsklasse, die in der allgemeinen Vorstellung als Urbild des Pariser ■unsittlichen Lebens eingewurzelt ist und schreibt einen inhaltsreichen und überzeugenden Appell an seine Glaubensgenossen zur treuen Befolgung der — jüdischen Ehe- und Reinheitsgesetze, der הלכות נדה ודיני טהרה.. Als ״Gläubiger Jude des 20. Jahrhunderts“ lebt er in der Gegenwart, kennt das große, tiefe Leid unserer jiidisehen Gegenwart und fürchtet die Folgen der fortschreitenden Entfremdung seiner jüdischen Zeitgenossen von dem un׳v e r k ümiti c r t en Geist des Judentums und der praktischen Befolgung seiner Lebensgesetze. Die Agudas Jisroel findet in ihm sofort ■bei ihrem ersten Auftauchen einen!begeisterten Anhänger. In einer großen öffentlichen Versammlung in Paris tritt er als erster auf ■der Rednertribüne für diese Bewegung ein. Er wendet sich an ■das Frankfurter Agudabureau mit allerlei Vorschlägen zur Herbeiführung einer allgemeinen und vertieften Ausiibung der ־מצות המעשיות Bald (1913 oder 1914) gibt er auch unter dem Titel ,,Ag ou d a t!h Israel, ou 1׳ a renaissa.nce juive“ eine lesenswerte Broschüre heraus. In Erinnerung sind auch noch die begeisterten B&grüßuiigsbriefe, die er an die Frauen- und Müde 1h ■e 11 ■g r u p p e d c r" A g u ■d a s J i s r 0 e 1 in B r a t islava aiis Anlaß ihrer Konstituierung gerichtet ihat (veröfientlicht in Nr. 24 vom 11. Juni 1926 der ״Jüdischen Presse“). Unzählig sind die Aufsätze, Abhandlungen und polemischen Artikel, die er im Geiste ■der Aguda zu allen jüdischen und allgemein kulturellen Fragen ■der Gegenwart in׳ den Pariser ״Archives Israelites“ und ,in den angesehen- •steil riicht'jüdischen französischen Zeitungen veröffentlicht hat und unausgesetzt veröffentlicht. Das •Judentum und seine Lehre ■bilden den Lebens- Inhalt Armand Liptnanus. So ■mögen sie ihm denn noch viele Jahre ein עץ חיים bleiben, auf daß er in Gemeinschaft mit seiner gleichgesinnten Gattin mit voller Kraft בשיבה י ז ק נ ה טובה seinem G-tte und dem כלל ישראל dienen könne. __ .1• J-B.- Zum 70. Geburtstage des Bundespräsidenteil Dr. Harnisch. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeindc Wien hat an den Herrn B11ndespräsiden!te!n Dr.!Michael H a i n 1 s c!h aus Anteß des 70. Geburtstages eine kirnstlerisch ausgeführte Adresse gelangen lassen, deren 'Text, wie folgt lautet: ״HochverehTiter Herr Bundespräsident! Der 70. Geburtstag, den Sie, hochverehrter Herr Bund׳esp!rä׳s׳ident, am 15. August d. J. begehen, gibt der ■ Vertretung der Wiener Juden schalt, der Israelitischen Kultusgemeindc, erwünschten Anlaß, S'ic auf das ehrerbietigste zu begrüßen ׳und zu beglückwünschen. Dieser Glückwunsch gilt nicht nur Ihrer hohen Per- Söul ich kcit, vielmehr auch unserem geliebten Vaterlande, dem Sie ■nunmehr seit ׳dem Bestände unserer Bundcsverfassung als verfassungsgemäß freige wählt es Staatsoberhaupt mit jener Würde vorstehen, die Ihnen die Verehrung Die großen Dezisoren (תולדות גדולי הפיסהים) (Fortsetzung.) r. jecheskei Landau (נודע ביהודה). Der hervorragende פוסק R. Jecheskei b. Jeliuda Halevi Landau, nach seiner Rechtsgutachtensammlung נודע ביהודה genannt, wurde am 18. Marcheschwan 5474 (1713) in Opatow geboren. Schon als Kind wurde er vom Vater, der zugleich sein Lehrer war, dem dortigen Rabbiner R. Mose Jakob vorgesetellt, worauf der Rabbiner mit ihm ein Gelehrtengespräch führte. Sodann. war R. Jecheskei ein Schüler des Wladymirer Rabbiners R. Isaak Eisik Halevi, wo er bis zum 13. Lebensjahre verblieb. Mit 18 Jahren wurde er nach Dubnow verheiratet. Kurz darauf kam er nach Brody, wo er seinen Aufenthalt von 1734 bis 1745 nahm. Nach Jampol in Podolien wurde er als Rabbiner 1746 berufen und nach zehnjähriger Tätigkeit erhielt er die Prager Oberrabbinerstelle (1755). Hier wirkte er bis an sein Lebensende am 17. Jjjar 5553 (1793). R. Jecheskei Landau besaß eine tiefgründliche talmiidische Gelehrsamkeit. Bereits mit dem 24. Lebensjahre beantwortete er halachische Fragen.1) die ihm von nah und fern zukamen. Im Amulettenstreit zwischen R. Jonathan Eibuschütz und R. Jakob Emden legte sich• R. Jecheskei Landau ins Mittel und nach dem Tode des ersteren hielt er auf ihn einen warmen Nekrolog; -) Durch seine Rechtsgutachtensammlung נודע ביהודה zu alleil vier Teilen des Schulchan Aruch zählt R. Jecheskei Landau zu den bedeutendsten der späteren Dezisoren, der פוסקים אחרונים Diese Samm- חרישי חצל״ה (־ שחש נרב־מח״ק אה״ע סי, כ״ח ל lung ist in zwei. Fassungen abgedruckt. Zu einigen Talmudtraktaten verfaßte R. Jecheskei Landau התשים ״Neuigkeiten“, die unter dem Namen ((ציון לנפש חיה צ ל" ח bekannt sind. Außerdem sind von R. Jecheskei eine Trauerrede auf den Tod der Kaiserin Maria Theresia (Prag, 1781) und eine Rede anläßlich des Sieges Josefs II. über die Türken unter dein Namen דרוש השבח והודאה. Das Werk מראה יחזקאל enthält Glossen zum Talmud und דגול מרבבה Glossen zu den vier Teilen des Schulchan Aruch. r. josei Tumim (פרי מגדים). Der Dezisor R. Josef b. Meir Tumim wurde im Jahre 1727 in Lemberg, geboren. Anfangs war er Privatlehrer und nach dem Tode des Vaters überna;h׳m er dessen Stelle als Dajjan im Lemberger Rab- •binat, wo er zugleich Leiter des Lelirhauses war. Von hier wurde er 1782, nach Frankfurt a. O. berufen. Daselbst wirkte er als Rabbiner, bis ihn der Tod am 4. Ijjar 5552 (1792) ereilte. Das größte Verdienst des R. Josef Tumim um die ״praktische“ Halacha liegt in der Abfassung seines Werkes פרי מנדים zu den ersten zwei "feilen des Schulchan Aruch. Der erste Teil ist ein Kornmentur z.um טורי זהב des R. David Halevi unter der Bezeichnung משבצי זהב und einen zum!JD אנרחם des R. Abraham Gumbinner unter den Namen אשל אברהם. Der zweite Teil des Werkes פרי מנדים enthält Erläuterungen zum טורי זהב unter dem Titer משבצות ז ה ב und שפתי דעת zum ש״ך. dem Kommentar des R. Sabbatai Hakohen. R. Josef Tumim interpretiert in seinem פרי מנדים die frühereu Dezisoren R. David Halevi, R. Sabbatai Hakohen und R. Abraham Gurnbinner, auch zieht er andere Deasoren heran ׳trod nach diesen setzt er den p0׳O , תלבה die Entscheidung fest. R. Schneor Sahna 11 Schneiersohn (־הרב מליאדי). R. Schneor Sahn an b. Baruch Schneiersohn, der Raw aus Lady genannt, wurde 3506 (1746) in Loznia bei Witebsk, Gouvernement Mohilew, geboren. Mit 15 Jahren hatte er bereits ein umfangreiches talrnudisohes Wissen. Außer des׳ Talmuds beschäftigte sich R. Schneor auch mit der קבלה des R. I׳sak Lurja (האר״י). Als R. Dow Bei* aus Miedzyboz, ein Schüler des R. Israel Baal Schem-Tow (הבעש״ט), sich einen Namen machte, begab sich R. Schneor zu ihm, um dort die kabbalistischen Lehren zu studieren und nach dessen Hinscheiden übernahm er die Führung des Chassidismus in seinem Geburtsort Loznia. Diese Führung hielt er aufrecht, ohne sich um die Anwürfe seitens der talmudischen Autoritäten zu •kümmern. Für seine Anhänger schuf R. Schneor eine neue Gebetordnung, die nach der des R. Isak Lurja (האר״י) gehalten war. Ob dieser Neuerungen wurde er 1796 vor die Petersburger Behörde vorgeladen und hierauf eingekerkert. Nach einigen Monaten auf freien Fuß gesetzt, wurde er drei’ Jahre später nochmals gefangengelialten. Diese zweite Einkerkerung dauerte drei Monate und am 29. Kislew 5560 (1799) erlangte R. Schneor neuerdings die Freiheit. Hierauf verlegte er seinen Wohnsitz nach Lady (ל י אד י) Aus nah und fern pilgerten seine Anhänger dorthin. Als die napoleonischen Truppen auch die Stadt Liady erreichten, flüchtete R. Schneor ■mit der ganzen Familie. Sie zogen rpit dem russischen Heere bis in eine Ortschaft bei Korsk. Hier erkrankte R. Schneor und verschied am 24. Tebetli 5573 (anfangs 1814). Seine Grabstätte befindet sich in Hodiatz (האדיאץ) im Gouvernement Poltawa. Als großer Dezisor ist R. Schneor durch sein hateebisches Werk, das den Namen שלמן עד5ך ד#ר,ב