Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 34 (31.8.1928)
- Date
- 1928-08-31
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Noftnovf povbfdifö'rfil^ posialtleirHIrr v Bratlslave «8. 41572-III-20. Leitungen vom Verleger versendet Jan1»ai ex&6dle rar I'editenr, ** ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion a. Administration! Wien, H..LeqpoId8- I«t1e 26, 1. Stiege, 1. Stock.־- Tel.R 45-4-94. Tschechoslowakei! Bratislava, Postfach 1*0, ■ncheint jeden Freitag. — RedakUonnchluii: Fftr Artikel Sonntag, Ifir Nachrichten Montag. Abonnementsprelsei Ganzjährig! Für Oesterreich S!4 Tschechoslowakei tschecb. K. 70, Einzelnummer Ost. Qr. 40, das übrige Ansland g Dollar. Zihlnngea fflr Oesterreich! PostspufcsssenaariWleii, Konto Nr. 13.458; fflr Polen! Postsparkassenunt Warschau, Keato Nr, 190.409; fflr Ungarn! Postsparkassen*«! Badapeaf, Koato Nr. 50.170; fflr Tschechoslowakei: Postsparkassauumt Prag, Konto Nr. 53,386; fflr Jugoslawien: Postsp.-Amt Agratt.Ko.N. 40.317; fflr die Schweiz! Postscheckkonto Zürich VIII. 4117! fflr Dentsehiand! Postscheckkonto Berlin Nr, 132.619 Mp. 34 I Wien-Bratislava, 31. August 1928 ,ביה וינזדסחגססגורנ ט״ו אלולתריסיה 14. Jahrg. hinaus aus dem judentum. 11.; Die Kollekti vassimilation ist eine Erscheinung im geistigen, sozialen und politischen Leben des ‘Judentums, die . mit dem größten Ernst betrachtet werden muß. Es wäre sehr bedenklich, aii dieser Erscheinung acht־ los; vorbeizugehen, nur deshalb, weil sie sich vorläufig in; verschiedenen, zuweilen sogar einander widersprechenden und: sich gegenseitig aufhebenden Formen־ im jüdischen Gesamtheitsleben präsentiert. Sie ist vorhanden und wirkt schon seit Jahren mächtig in unserem Leben; die geis'•־* tigen Fäden ihrer Wirksamkeit greifen bereits sehr tief und langen. auch schon nahe an Zentren unseres Denkens und; Wbliens heran. Besser, die Wachposten des hisforisehen Judentums fassen den herannähenden Widersachef zu früh ins Auge, bevor noch die Richtung seines Strebens gezeichnet jst, als zu spät, da er in unserer Mitte seine Kräfte entfaltet. Ganz neu ist die KoIlektivassimiJatiou im Judenturne allerdings nicht. Die alte jüdische Geschichte die Zeit.der Propheten, ist sehr reich an Beispielen für diese Erscheinung. Alle die jüdischen Könige,׳.mit Achab an, der Spitze, deren Kulturpolitik darauf gerichtet war,.;dem‘• jüdisciien■ G c.s a m t h e i t s 1 e b, e.n ein Gepräge, zu geben» das ':den tiefen. geTsTi.g-g-'n- Gegensatz zwischen dpm' Judentum und der gesamten änderen damaligen Welt nicht so herausfordernd scharf her vor hob, wie es die Propheten auf Geheiß G־ttes forderten, waren mit dem Maß׳־ stabe unserer heutigen Terminologie gemessen, durch'־! aus nicht unpatriotische ״Assimilanten“ im bisher üb־: liehen Sinne, das heißt, Verfechter;der Individualasshnila- .lation. Sie, die großen und mächtigen götzendienerischen Könige der biblischen Zeit, wünschten — im Gegensatz, zu den Griechen- und Römerfreunden in der Zeit des zweiten Tempels — keineswegs ' die Entfremdung des einzelnen. Juden vom Geiste der Gesamtheit, seine Loslösung von der jüdischen Nation und seine Assimiiation-an eine Umgebung, die nicht aus Juden bestand. Der jüdische Staat sollte beileibe nicht etwa aufgelöst werden; im Gegenteil, wir wissen, daß die Könige nicht immer erfoigfos nach einer. Macht- und Gebietserweiterung des׳ jüdischen Staates strebten. Ihre große Sünde wider das1 Judentum war, daß sic einen jüdischen S t a a t, cintf Konstruktion .der• jüdischen Gesamtheit, einen jüdisehen' N a.t i 0 n a 1 i s m u s, scheinbar sogar, eine einheitliehe Religion für das jüdische Volk wünschten, för־ eierten und .mit allen Machtmitteln propagierten. Aber der Gc.jst dieser Gesamtheit sollte befreit sein von dem Zwange der geschichtlichen Tatsache einer Gesetzesoffen-, barung.- Nicht der einzelne Jude sollte unter den, Nichtjuden untcrtauchen, sondern das Judentum im — Unjudentum jener Zeit. Nicht die 1 n d i v i d u a 1 assimilaiton, für die־ innerhalb eines gefestigten jüdischen Staates kein . Platz1 war,, sondern die Kollektivassimilation sollte der Weg sein, der die,jüdische Gesamtheit hinausführtc aus der geistigkonstitutioneilen Schicksalsgebunäehheit, die seit Mosche Rabbenu alle G-ttesboten als Judentum verstanden wissen Wollten. ׳••••׳./■ j.; Das Exil, in das die jüdische Gesamtheit geraten war,• entzog; der Kollektiyassimilatioji jede Basis. Es gab eine , jüdische Gesamtheit nicht mehr. Die Treue zum Vätererbe,' für das fortan jeder einzelne Jude unaufhörlich sp ׳furchtbar leiden mußte, wappnete die Juden auch vor der Sucht zur ,Individualassimilation. Stärker als je zuvor . seit der Offenbarung am Sinai lebte im Juden der Drang, zit erhalten, zu; hüten, zu wahren und zu umzäunen alles, was Tradition im Judentum heilig hieß. Die ersten Strahlen der N e u zeit trafen ebenfalls* nicht die Gesamtheit, die bestenfalls nur in der Idee aber nicht in der bewußt wirkenden Welt der Tatsachen existierte. Umso stärker drangen diese Strahlen in das Herz der Einzelnen, losgelöst von der Gesamtheit. Das war die Blütezeit der Individualassimilation und des Rcformjudentums alten Schlages. I Erst unsere Tage schaffen wieder die Voraussetzung zur Wiedereinführung jener Tendenzen ins Judentum, denen vor Jahrtausenden schon von Achab und den götzendienenden Königen in Israel in patriotisch-jiidischer Begeisterung jubelnd gehuldigt hatten. Wiederum bekennt sich jeder ״bessere“ Jude zur Gesamtheit. Wiederum spannt sich ein Netz bewußter Volkszugc,־. hörigkeit um die zerstreuten Glieder des jüdischen Volkes; Wiederum glitzert in einiger Entfernung der Leuchtturm eines jüdischen Staatsgebildes. Und wiederum denken er- Iesenc Geister mit Liebe au die große und erhabene Religion des jüdischen Volkes. Wie damals hat aber dieser Wille zur Gesamt' 1 heit, diese ״Rückkehr zum Judentum“ nichts gemein •mit einer Entschlossenheit zum' Leben, zum Lebensziel, der ־ w a h r e n jüdischen Gcmeihscbakr Was diese Rückkehr erstrebt, ist im •J,liberalen ׳ jtHteiittwri“1 -rel*ig־1״ös, nnd •a'nr ״Na- Zu Rosch-Haschanali wünschen Sie allen Ihren Verwandten, Freunden, Kunden, Gästen u. Bekannten כתיבה וחתימה טובה ln der ״JÜDISCHEN PRESSE“ Sie ersparen MUhe, Porto und Zeitaufwand I Das Inserat laut nebenstehendem Muster kostet einschließlich aller Steuern nur S 5 resp Kc 25 Wolf Pappenheim II. Kleine Pfarrgasse Nr.. I Bestellungen sind zu richten: Fiir die Slowakei an die Adresse: i ״JÜDISCHE PRESSE1*, Bratislava, Turnerg. 14 tionaljudentum“ kulturell ausgedrückt. Beide suchen den Weg, hinaus aus dem Judentum der Vergangenheit: Kol-1 lektivassimilation. •■',''•׳ ׳.•..'••■;■••.,.J‘ . Jakob Joel BraunV :. (Ein dritter Artikel folgt.) Das Schicksal der Aguda liegt in den Händen der Jugend.!in Aufträge der Arbcitsgcmeanschait der Agudas- Jiisroel-J'Ugendorgamsationeii, •der etwa 60.000 Mitglieder amgeschlossen sind, hielt Herr M. D. Lewe 11s t e i 11, Zürich, Mitglied der Exekutive der Arbeitsgemeinschaft der A. J. Jugendorganisation und der Reorganisations- und Finanzikommission der A. J. Weltorganisation Konferenzen ׳in. Frankfurt a. M., Wien, Prcß'hurg, Antwerpen, Amsterdam und London mit den Vorständen der einzelnen j'ugehdorganisationen ab. Von London aus ׳begab er sich genieinsam mit Herrn Harry A. Goodman, politischer Generalse'kretär der Agudas-Jisroel und Mitglied des Zentralrates der Aguda, sowie des Board of Dcputics der engl. Juden, nach Polen, Lettland und Litauen. Der Zweck der R'eiso war die Orientierung über die Abhaltung der ׳im nächsten Jahre abz׳uhaltenden Kenessijo Gedaulo, sowie die Verhältnisse der einzelnen Jugendorganisationen zu studieren. In bezug auf die westeuropäischen Jugcndorganisationen ist festzustellen, daß dieselben im letzten Jahre große Fortschritte gemacht haben und der unbedingte Wille vorherrscht, die Einberufung der ׳Kenessijo Gedaulo für das nächste Jahr zu ermöglichen. Die erste Konferenz in •Osteuropa fand in Krakau vom 6. bis 8. August unter Teilnahme der Vertreter der west- und zentralgalizischen שופץ A n כשר (תחת השגחת הרב ד ישעי פורסט שיפשוהר) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Obetrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroel) Ueberall erhältlich! als auch der palniscii-schlcsischeii Jugendorganisationen statt. Diesem Verbände gehören 200 Ortsgruppen an, die' eine MitgliederzaM von zirka 10.000 repräsentieren. Die •Lage der vorgenannten Organisationen ist speziell infolge der .׳letzten Sejmwahlen eine organisatorisch noch :nicht .genügend gefestigte und es war deshalb vor allem. hotwendig, den weiteren Aufbau an der Konferenz durchzuberaten. Es muß betont werden,- daß. durch die ziemlich traurigen ökonomischen Verhältnisse, unter denen ein Großteil der dortigen orthodoxen Massen lebt, die Aufbringung der notwendigen Finanzen auf große Schwierigkeiten stößt. Auf die begeisterten Reden der beiden Dclcgierten Goodman und Lewenstein wurde die Zusicherung seitens der Konferenzteilnehmer gemacht, die Organisationsarbeiten umgehend in Angriff zu nehmen, hierfür wurde ein •Büro bestellt, das in Krakau seinen Sitz hat. Das Problem, das hauptsächlich die Konferenz in Krakau •beschädigte, war die Kulturirage. Und zwar galt cs, eine Lösung zu finden, wie der Talmudjüngcr vor iinksradikalen Beeinflussungen bewahrt werden könne. Infolge!ihrer ärmliehen Lage sind diese religiösen proletarischen jungen Leute für die bolschewistische und sozialistische Propaganda leicht zu beeinflussen. Der Anschluß der schlesisehen und galizischen Jugendorganisationen ai.1 die existierende Arbeitsgemeinschaft, der bisher acht Länder angeschlossen waren, bildete das Resultat der Krakauer-Könferenz. Die weitere Konferenz in Warschau, die vom 9. bis 12. August dauerte, war beschickt von 40 Delegierten der Jugendorganisation Kongreßpolens, Galiziens und der Ostgebiete, die zirka' 40.000 Mitglieder zählen. Auch diese Konferenz beschloß den Anschluß an die Arbeitsgemeinschaft und beantragte die Schaffung eines Kulturamtes am Sitze der Arbeitsgemeinschaft in Frankfurt a. M. Flür die Vorbereitung der Kenessijo Gedaulo wurden weitestgehende organisatorische Beschlüsse gefaßt. Besondere Verhandlungen wurden mit der Exekutive' der Poale Agudas Jisroel in bezug auf ihre Zugehörigkeit zur Arbeitsgemeinschaft geführt, die diesbezüglichen . Verbandhingen ׳wurden in Lodz;in. einer weiteren Konferenz vom 13. bis 16. August von Herrn Goodman, weitergeführt, Preise sind: Perücken kaufen 0THMAR SCHBFF5״ Perücken weisen folgende Vorzüge auf: Guteü Sits^ prima Material, modern und dennoch individuell gehalten. Reichhaltigstes Lager von fertigen Perücken ׳vorrätig. Bubikopf-Perücke, mit naturgetreuer Abteilung a.d. Seite od,Mitte S 120 Ohne Abteilung Halb-Perücke, mit naturgetreuer Abteilung. Scheitel, mit 12 cm naturgetreuer Abteilung. ־.׳ י', . . . f , ״ mit 8 cm naturgetreuer Abteilung. mit 6 cm naturgetreuer Abteilung . . . v. . . . Othmar Schiff, Wien, I., Kärntnerring 6 Telephon Ol-3•62 99 Periicken• KanstwerkstStte S 90.« S 1O0.« S 80.« S 70.־ S 60.- (Gegenüber im. Botel Bristol)