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Jüdische Presse · 1928-08-24 · 33 (24.8.1928) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
33 (24.8.1928)
Date
1928-08-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 212 JÜDISCHE PRESSE r. 33 |0| NACHRICHTEN. Zur Beachtung! Auf vielfachen Wunsch, der aus dem Kreis unserer aus den Ostländer stammenden Wiener Leser geäußert wurde, werden wir fortab זמן הדלפת תר עומצ״ש nach den מנהג ותמיזיי nach welchem unsere ostländischen Brüder sich richten, veröffentlichen. Die Zeitbestimmung wird uns allwöchentlich vom ״Hithachduth Jereim“ zur Verfiiguiig gestellt. "התאחדות יראים" ווינה!,Hitachdut Jereim“ Vereinigung Thoragesetzestreuer Juden in Wien II., Heinestraße 30. T. 15. ב״ה פ׳ תצא זמן הדלקת הנר עש״ק שעה 6 עס 30 מינוט זמן שקיעת החמה עש״ק שעף, 6 עס 52 מיגוט זמן הדלקת הנר מוצש״ק שעה 7 ע□ 51 מעוט Der Wiznitzer Rabbi in Wien. Vorige Woche Donnerstag ist Rabbi Israel Hager, der Wiznitzer Rabbi, zur ärztlichen Behandlung in Wien ciiigctrofren. Mit!ihm kamen!reibst!größerem Gefolge!zwei seiner Söhne, Ralbbi Lazar, der Oberrabbincr von Wiznitz, uikl Rabbi C-hairn Meier, der Oberrabbiner von Wolochowicc. Der Wiznitzer Rabbi. der'sich einer großen Popularität auch in Wien erfreut, war während des ganizen Sabibattagcs Gegenstand der herz- Jichsten Ehrungen. Die S׳ab!bat1׳nahl1zei׳tc11 nahm er in der Wiznitzer Klaus ein, ־woselbst viele hunderte Chassidim sich einfaiiden׳. Sonntag abends •hielt Oiberrabbiner Olialm Meier ■in’dem ©roßen •Lokal der Jugend©rappe der Agudas Jhsroel einen vortrefflichen zweistündigen Vortrag, in wclehern, sich der ausgezeichnete Redner •mit den aktuellen Problemen;der Agudas Jisroel beschäftigte. Der Wiznitizer Rabbi wird mit Rücksicht auf die ärztliche Behandlung noch den kommenden Sabbat 111 Wien verbringen. Glückliches Familienereignis im Hause des Sadagoraer Großrabbiners. Dienstag vergangener Woche genas die Frau des Großrabbiners aus Sadagora, M. Friedmann, e nes gesunden Knaben מזל טוב Oberrabbiner Meier Giinsb&rg nach Wien zurückgekehrt. Der ׳bekannte O'borrabbiner von Storozynctz Meier Giinslberg ist nach Wien zuriickgckciirt und hat sich in Wien dauernd niedergelassen. Seine Adresse ist: If., Tandclmarktgassc 17. הד׳הג ר׳ נחמי׳ פימ1דמאנ? זצ׳ל, ' Dienstag, 5. Eiul, verblich nach langem Leiden im 30. Lebensjahre der Senior der Wiener orthodoxen;Rabbiner Rabbi Nehrnia Friedmann זצ״ל Geboren 1848 in Assakirt bei Ni'utra, als Sohn eines berühmten Talmud-Chochem, lernte in Ungvar bei Rabbi Menachem Asch und in Verbo bei Rabbi Cb. H. Mannheimer, zu deren hervorragendsten Schülern er gehörte. Er heiratete alsdann die Tochter des bedeutenden Dajan der Mattersburger Gemeinde R. Lipmann-Hakohc», und lernte auch als Kaufmann in jeder freien Minute. Vor 36 Jahren wurde er der Rabbiner des Bethausvereines Marpe Lanefeschl Seine ausgezeichneten Lehrvorträge. sein mildes Wesen, seine begeisternde Moralpredigten, besonders aber seine außergewöhnliche Klugheit machten ihn zum Vater seiner Gemeinde und erwarben ihm die unbegrenzte Verehrung aller, die ihn kannten. Die. Nachricht von seinem Tode verbreitete sich mit iinheimlicher Schnelligkeit und rief überall Schmerz und Trauer hervor. Im Trauerhause sprachen sein Neffe Rabbiner F r i e d in an 11 aus Baden, sodann Avürdigte Oberrabbiiier F ii r s t tieferschüttert seine markante und große Persönlichkeit. Im Hofe der Marpe-Lanefesch-Synagoge hatte sich eine kolossale Menge Trauernder eingefunden und sprachen dort der Direktor des Badener Waisenhauses, weiters sein Nachfolger und Sohn Dawid, Rabbiner des Marpe Lanefesch, Rabbiner Unsdorf er, Preßburg, Rabbiner Tauber, Rabbiner Schenk, Obmann des Bethauses Herr Philipp Fleisch mann; am Grabe sprach noch Rabbiner Fiese fl. Sämtliche Redner priesen in ergreifenden Worten die große Persönlichkeit des Verbhchenen, der das Glück hatte, daß alle seine Kinder und deren Familien alle ♦1 seinem Sinne leben. .תנ״צבה Rabbi Wolf Türbl ל Am ersten Tage Rosch-Chodesch wurde Rabbi Wolf Tiirkl זצ׳ל zu Grabe getragen. Schon in seiner Jugend galt er in ׳Buazacz, einer Stadt von □גדולי als großer □ DH תלמיד und verbrachte eine Reihe von Jahren bei ׳dem alten! Husiatyner Zaddifk, so daß er schon mit 28 Jahren! eine talmuidisohe Größe un׳d mit allen Gaonirn dieser Zeit!intim befreundet war und׳ in Korrespondenz stand. Er betrieb in Buczacz ein Spczereigeschäft, was ihn nicht verhinderte, so fleißig zu lernen, daß er jedes Jahr einen Silum auf Schaß ׳machen konnte. Jti den letzten zehn Jahren1 wohnte er in Wien und widmete seine ganze Zeit dem Thora Studium und war von allen, die ihn kannten, nicht nur wegen seiner Gelehrsamkeit, sondern auch durch seine!Herzensgute und außergewöhnliche Bescheidenheit geliebt und hochgeschätzt. Er erreichte ein Alitier von 83 Jahren• lind hatte das große Glück, zu sehen, daß alle seine Kinder in seinem Geiste leben. Eine große T!rauergetn1eindc versammelte sieh im Sterhd1au.se und gab ihm das letzte Geleite. Alle, die ihn, den großen Talmud-Ghocliem Wiens unter den Balebatim gekannt haben, werden ihm ewig ein warmes Andenken bewahren. Im Sinne seines Testamentes •mußte von Bespcdin Abstand genommen werden. Oberrabbiner Rabbi Meier Tannenbaum צ״ל^ Das orthodoxe Judentum beklagt den Verlust eines seiner hervorragendsten rabbinischen Autoritäten in Ungarn, die überall, wo der כב1ר הת1רה noch lebendig ist, das größte Ansehen genoß. Herr Oberrabbiner Rabbi MeierTannenbaututn P u t n 0 k hat am ersten Tage des jüdischen Trauermonates im Alter von 69 Jahren das Zeitliche gesegnet und seine Seele ausgehaucht. Der Heimgegangene gehörte einer alten rabbinischen Familie an, die mehrere Generationen hindurch dem Judentum berühmte גאונים וצדיקים gegeben hat und er reihte sich seinen großen Ahnen und Verwandten würdig an. Er wurde im Jahre 5619 als Sohn des Gaons Rabbi Jakob Tannenbauin, Oberrabbiners in Ptitnok und Verfassers der נהרי אסרסמון שמן אפרסמון geboren. Schon in seiner Kindheit legte er große Begabung an den Tag. In seinem 22. Lebensjahre gab er sein Werk לוית אור als Anhang zu dem Werke אילת השחר von seinem als נ׳צ׳קמפירסם und als Leiter einer berühmten Jeschiwoh sehr anerkannten Großvater Rabbi Wolf Tannenbaum aus Verpelet heraus. Vom Jahre 5642 bis 5647 wirkte er als Oberrabbiner in F ii 1 e k und von da bis 5657 in Torna. Im Jahre 5657 übernahm er an Stelle seines Vaters זצ״ל das Oberrabbinat von Putnok!, wo er bis an sein Lebensende für אה״ת ויראת שמים m Gottergebenheit und reiner Frömmigkeit segensreich wirkte. Seine Thoragelehrsamkeit fand ihren Niederschlag in zahlreichen Werken, die er handschriftlich hinterließ und des Herausgebers harren. Die Oberrabbiner von Fitakowo, Kaba und Moldava sind seine Schwiegersöhne. Mit ihnen zusammen trauert das ganze Judentum um das Hinscheiden dieses ארם גדול. Ein Bild der großen allgemeinen Trauer bot die הלף׳. Aus Nah und Fern strömten Tausende herbei, um dem verblichenen Oberrabbiner Ehrung zu erweisen• Die Oberrabbiner von Torna, Filakovo, Moldava, Miskolcz, Edelen, Csath, Rosch, Besdin von Miskplcz, Verpelet, Szendrö, Velka Revuca, Lucenc, Siac, Ozd,' Mezökövesd, Diosgyör und Roznava hielten Hespedim; mehrere Rabbiner konnten wegen der> vorgerückten Zeit nicht mehr zu Worte kommen. Unter den Trauerreden ragte der Nachruf des Herrn Oberrabbiners M. Tannenbaum aus Torna besonders hervor. Erschütternd wirkten seine Worte, als er vor der Spendet für den gSizen Trauerversammlung seinen Anspruch auf die Amts- 1$״hfolgc seines Bruders לצ״ל geltend machte. Im Jahre 5657 sei er zum Nachfolger seines großen Vaters צ״ ל] gewählt worden. Er habe jedoch das ־ Rabbinät seinem jetzt verstorbenen Bruder זצ״ל übergeben. Jetzt sei die Zeit gekommen, das heilige Amt anzutreten und im Geiste' seines Vaters זצ״ל für תורה ויראה zu wirken. Es sei eine Ehrenpflicht und religiöses Gesetz für die Gemeinde, ihm Gelegenheit zu geben, von seinem Erbe Besitz zu ergreifen und als Nachfolger seines Vaters זצ״ל den Geist 11t der Gemeinde fortleben zu lassen, den er hier eingepflanzt und gepflegt hat. Kein Auge war trocken, als die Hespedim verklungen waren und der Strom der Schüler und Verehrer, sich zum Grabe bewegte, um eine Erdscholle zu werfen auf die irdische Hülle einer reinen Seele, die fortan vor. dem himmlischen Throne für ganz Israel eine Fürsprecherin sein wird זזכר צדיק לברכה Hamekonen. Rabbinerinstallation in Bekescsabe. Am 7. August ,יום ג׳ פ׳ ראך fand in B e k e s c s a b ä in sehr imposanter Weise die Amtseinführung des' nugevvähiten Oberrabbiners Herrn Rabbiners Isak Tigermann statt. Seiner Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Tigermanu ging sein guter Ruf als einer unserer tüchtigsten! Rabbiner voraus und die ganze Gemeinde freute sich, ihn an d er Stätte seiner neuen Wirksamkeit ehrend begrüßen zu können. Herr Oberrabbiner Tigermann ist der Sohn des allverehrten Oberrabbiners von Nove Zamky und wirkte bisher als Oberrabbiner von T i s z a 1 ö k. Zu seiner Installation fanden sich außer den Gemeindemitgliedern zahlreiche Rabbiner und sonstige. Freunde der Thora ein. Unter, ihnen sah man auch Seiner Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Grünfeld aus Büdszentmihaly. Im Tempelhof wurde er vom Bürgermeister der Stadt feierlich begrüßt, worauf der Herr Oberrabbiner in ungarischer Sprache sehr treffend antwortete. Nach dem Einzug ins בית הכנסת wurde das Minchoh-Gebet verrichtet. Sodann hielt Herr Oberrabbiner Tigermann seine Programm-דרש ה, die von der gesamten Zuhörefechaft mit großem^ Beifall aufgenommen wurde. Bei dem darauffolgenden Festbankett wurde viel!*דברי תורן־ der erlesensten Art gesprochen. Die Redner beglückwünschten die Gemeinde zu ihrem nunmehrigen geistigen Führer und Herrn Oberrabbiner. Tigermann zu seinem neuen dankbaren Wirkungskreis. (Auch wir wünschen Herrn Oberrabbiner Tigermann herzliehst צלח רכב. Die Redaktion.) Konferenz der Zeire Agudas Jisroel in Amerika. Vor •einigen Wochen!fand!die Hauptivefsammil'unig ׳der Zeire Agudas Jisroel-Gruppen in New Yonk im großen Saal des Broadway Hotels unter starker Anteilnahme aller Gruppen׳ statt. Das Hau-pt referat!hielt Herr Gold. Die gefaßten Be-■ Schlüsse seihen■ eine rege Tätigkeit auf allen■ Gebieten vor. der Adas Jisroel, Wien, II., Nestroygasse 11 Hannüsch Engel Kezmarok ב״ה Viktor Schwarz Turna Verlobte. ב״ה Wir laden auf diesem Wege alle Verwandten, Freunde und Bekannten zur Trauung unserer Kinder Berta und Samuel welche אי״ה Mittwoch, den 29. August 1928, י״ג אלול הבע״ל um 3 Uhr nachmittags in Trnava stattfindet. Hermann Schick u. Frau Josef Stern u. Frau brunn. Gratulation Samstag, den 25. August, Tmava-Sauer- ב״ה אנו מביעים בזה את ברכתנו החמה והלבבית ברכת מזיט לראש אגורתנו, תפארת החבורה העסקן המצוק מי שמואל שמעק נ*י 'לחתונתו וליום שמחת לבו. יהא רעוא שיזכה לבנות את ביתו בית נאמן לה׳ ולתורתו. צעירי אגודת ישראל, וינה. תוויו׳ 1 mm וווו 11 bm—M—wniii die Allgemeinheit eingeführt gewesen wäre, was ׳doch die Holleschauer Inschrift bezwecken wollte. Die Quelle dieser Inschrift scheint daher zweifelhaften, vielleicht gar apokryphen Ursprungs zu sein. Der architektonische •Baustil weist viel Aehnlichkeit mit der berühmten Altneuschul in Prag auf. Der Almemor, der genau in der Mitte steht, ist von einem besonders!hohen, mit reichem, kunstvoll gearbeiteten! Zierat versehenen und in der Mitte zu einer Krone sich wölbendem Gitter umrankt. Etwa 30 cm über dem •Hagbohositz (siehc^DDVO'^YVO'ist ein künstlich gearbeiteter ׳Messingschrein angebracht, wohin die ספרי תורה nach dem ״Leinen“ bis zur הכנסה gestellt wurden. Der Eingang von der Polisch ins בית הכנסת beifndet sich merkwürdigerweise auf der Südseite und nicht wie nach או״ח ק״נ ה׳ auf der Westseite. Der Betpult befindet sich genau.לפני ההיכל vor dein Thoraschreiu und etwas tiefer gemäß סי׳ צ׳• •Links von ארק הקודש wird der Rabbinersitz gezeigt, den ■einst •der Schach eingenommen hatte. Um diesen Sitz bat sich ein ganzer Legendenkreis gewoben und einer aus unserer Gesellschaft will den bewußten Fingerabdruck gesehen haben, der nach der Legende von der Hand herriihrt, die die Feder des Verfassers des ״Sifssei Kolicn“ geführt ■hatte. Engegen dem auf ברכות ל״ח ואו״ח צ״ד ומ״א ־שם begründeten Brauch, daß im ביהכינ möglichst zwölf Fenster sein sollen, konnte ich dort bloß elf finden. Dies ist wahrscheinlich auf einen;späteren bauliehen Eingriff in dieser jahrhundertealten Schul zurückztifiihren, ebenso wie die Praueiigalerie. vollständig vermauert wurde. (Wohl eine einwandfrei dichte Vergitterung!) Interessant sind Inschriften über den sieben ׳Fensternisclien des Hauptträktes deT Mäniierabteilung. In jeder dieser 'Nischen steht oben das Wort *״שמע sinnvoll hindeutend auf ברכות ל״א wonach וכוין פתיחין die Gebete ihren Weg zum ׳Himmel durch dfe Fenster nehmen. Unter jedem dieser שמע findet sich eine ׳Initialienauslegung, und zwar waren iolgende zu lesen: שחרית מגהה ערבית שכן מרום עליון שעה מפלל עדתך שלח משיה עני שכלל מקדש עירך שאו מרום עיניכם Von der Inschrift auf der Decke konnte ic'li folgendes Bruchstück entziffern: כאן נמצא וכאן היה ...ם.*. ונתחדשו בשנת ש״ך לאחר שרפה .... Demnach wurde ■dieses iBeshakneses auf den Platz einer früheren, durch Feuersbrunst zerstörten Synagoge im Jahre 5320 neu gebaut. (׳Fortsetzung folgt.) Brief aus Luhacovice. Es sind kaum einige Monate seit der Aktion, die das Rabbinat zu Boskovitz zur Hebung des religiösen Lebens in Mähren eingeleitet hat, verstrichen und, schon wieder ist eine neue ׳ Aktion im Gange, die auch bestrebt ist, Mähren ■und Böhmen auf jene Stufe zu bringen, die sie einst im Judentum iniie gehabt ׳hat. Am שבת נחמן fand: ■hier eine Versammlung im Restau- •raut Groß unter dem Vorsitze des •Herrn Rabbiner׳ Dr. Nürnberger aus Ung.-!Brod statt. Nach den einleitenden Worten des Vorsitzenden übernahm das Wort!Herr Optiker Bienenstock (iLuhacoivice׳), u!m seinen Plan, zur Hebung des religiösen Lebens in Mähren, (Böhmen und Schlesien zu entfalten. ■Er wies auf die Vergangenheit Mährens und Böhmens ■hin 1u!1!d glaubt so das religiöse . Leben zu!heben, ׳indem!man konservativ gesinnte tüchtige ׳K a u f 1 e u t e, Han d'w e r k er in den In-׳ du st r׳ies׳t äd t!ein Mährens und ׳Böhmens verpflanzt. Nach seinen Ausführungen ersuchte der Vor-, sitzende den Herrn Oberrabbiner Polla.k aus Waitzen das Wort zu ergreifen. Der ehrwürdige Oberrabbiner erläuterte auf ׳Grund ■wunderbarer agadischer Ausführungen die ״ ערמתPflichten jedes wahrhaften Jehudi. Er zeigte, wie die jüdische Lehre ständig Pflichten gegen G-tt und Menschen miteinander verbinde: Wenn sich Jehudim zur קרישה Hei11igpre׳i׳s׳ung G-ttes versammeln, ruft ein Bruder den andern auf. וקרא זה אל זה Auch Mosche Rabeim hat var dem Aufrufe über die Einigkeit Gottes das ״Sicbma Jisroel“, den Ruf an sein Volk ergehen lassen. Oberrabbiner P.oJlak. lobte die Initiatoren der Versammlung, daß sie etwas für ■die Stärkung des religiösen Lebens in Mähren tun wollen. Mit tiefem Schmerz konstatiert er, ׳daß in zahlreichen Kehilloth nicht einmal ein ש 1 ח ט daß nicht für, den religiösen Unterricht von hunderten Kindern gesorgt sei, deren Väter schwere Fa'brisarbeit verrichten. Als er jüngst, so führt der ehrwürdige Rabbiner aus. bei den ■Gräbern von Gedaulim und Kedauschim einer mährischen Stadt geweilt habe, habe er nicht nur die Notwendigkeit empfunden, gerade in das Land wieder zur Erweckung des religiösen Lebens anzufeuern, sondern die Gewißheit emp-. fangen, daß die Geister solcher Großen helfend zur Seite stehen werden. Diesen Gedanken wußte der ehrw. Redner durch das Beispiel Ka'lebs in die Seele zu schreiben. ,Kaleib, •der bei den Gräbern in Hebron sich mit' Glaiuibensikraft ׳gestählt und gerade deshalb ושם אחימן רג trotz der Riesen, die sich ihm entgegenstellten, sich die Treue der G-ttesverheißung bewahrte, und nicht von der schwachen ׳mutlosen Gesinnung seiner ׳Gefährten zum Zweifel an G-ttes Stärke verleihen ließ. Nach den Worten des Redners dankte der Vorsitzende dem Redner. Herr Ingenieur Reich begrüßte mit warmen Worten diese Aktion, gab aber seinem Bedenken Ausdruck und glaubt, daß, wenn auch diese Aktion theoretisch herrlich und leicht durchführbar sei, so ist sie praktisch wegen den Schabbos sehr schwierig. Erstens würden Kaufleute solange die Schechidoh-Frage nicht gelöst ist, nicht nach ■Böhmen kommen, denn zuerst käme Böhmen in Betracht.!Es kämen also nur mittellose Handwerker in Betracht. Man müßte daher Schabbosfreie Arbeitsmöglichkeiten verschaffen und dies ist sehr schwer durchführbar. Und um die Assimilation der hieher verpflanzten konservativen Juden vorzubeugen, beantragte Herr Jng. Reich die Ver- Pflanzung nur gruppenweise vorzunehmen. Nach den• Worten des ■Herrn Ingenieur Reich sprach ,noch Herr Ch. J. Weiß,׳der die •Lösung nur durch den Anschluß £41 die •A g •u d ׳a für erreichbar hält;!!; ■Mit Rücksicht auf die vorgerückte Zeit mußte Versammlung geschlossen werden. Die Zuhörer 1hatten! einen angenehmen Schabbos und durch die Ausführungen des Herrn Rabbiner auch den üblichen Schabbos-MachmoW Droschoh selbst im Kurorte nicht eingebüßt. i Es wäre nun zu wünschen, dieser Aktion fest unter die Arme zu greifen und nicht einschlafen zu lassen.

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