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Jüdische Presse · 1928-08-24 · 33 (24.8.1928) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
33 (24.8.1928)
Date
1928-08-24
Page
– (sequence 3)
Language
German
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V ifflMiOTfP pggattB /vlHQvll£ rnfiSeC Der jfebföierencffc Kratikenhattsvereln kt Wien* , 'Am 30. JaMiü J. $a«d die Genernilver.$ammfo5n£ des Ve*!ז minies zur Uin't'erst'ütziu n« armier kranfeer 5 sre ei9 tcn statt Au<f der Tagesordnung stand der Bericht über die Tfttiigikeit im fünfzigsten Vereinsjairr, sozusagen . afso eime J 01bi 1 äaim«- G e n e ral <v e rs am an iw ogt. Die Tatsache, daß ein Wohltätigkeit sw erein ' Hn solches Alter erreicht und immer iuigendtfrisch wirkt und aufstrebend sich entwickelt, ist ein Beweis dafür, dtaß ■seine Gründung nicht den übiiicihen ,Zweck hatte, manchen kleinen Ehrgeiz zu 1befriedigen, sondern der Not der Zeit, der Forder ums der Menschlichkeit . entsprach, und daß die U,m■ stände, die vor einem halben Jahrhundert zur Schaffung dieses Institutes führten, auch heute noch ungetschwächt weiter wirken. Der Verein dankt seine Entstehung auch nicht dem zufälligen Einfall eines Ehiizelmen, er!hat sich vielmehr ans der aufopfernden und hebe vollen Anbeit der frommen Frau' Mautner entwickelt, dtie aus Mitgefühl für die armen Brüder, selbständig in ihren Bekanntenkreisen Sammlungen anregte, um arme Kranke, die ans der Fremde nach Wien in das Allgemeine Krankenhaus gekommen wiaren,!mit dem Notwendigsten, vor allem mit Koscherkost •und mit Trost •und Liebe zu versorgen. Diese langjährige, liebevolle Arbeit wirkte als Beispiel und führte vor 50 Jahren zur Gründung dieses Vereines, Weil man sich sagen mußte, daß es!nicht angehe, daß jemand, der ,gegen unerträgliche Leiden des Körpers Hilfe sucht, dies nur mit schwerer Seelenpein erkaufen müsse. Wie wohltätig, wie notwendig dieser Verein war, Wie ersprießlich seine Tätigkeit war, ist aus der Art zu seihen, ■wie ihn die nichtfiklischen Vorstände der Ans toi tsabteihing damals begrüßten. Die Professoren. ,Dräsche, St eil wag, , Bilikoth, Bundhartner, Scihrötter, Nothnagel u. v. a. dankten.den Gründern des Vereines dafür und forderten di!e Allgemeinheit auf. die Be- Strebungen derselben zu fördern. Ausgezeichnete, edle Männer!traten :in den Dienst dieser Sache. Jakob Neu r a t, der Großvater des derzeitigen Oibrrna n nst el l׳ve r tr etc rs Frommer, Markus Bondi, Siimon Büchner u. a. waren!unermüdilich bestrebt, den Verein in den •Stand zu setzen, die igesteiten Aufgaben zu erfüllen .und ׳den Umfang seiner Wirksamkeit nach Bedarf m erweitern. In den Kneisen dar orthodoxen Judenschaft wußte der Verein!sich Gehör־ zu verschaffen, obwohl ,gerade die liier ansässigen Juden die Wohltaten des Vereines am wenigsten, ln Anspruch nahmen; man •findet es hier!schicklicher, wenn nur irgend!möglich, die Koscherkost sich selbst •aus eigenen Mitteln oder von den eigenen Angehörigen zu versorgen. Allein Wien ist von jeher das Stauungisbecken der jüdischen Wanderung von Osten nach Westen ׳und ׳diici&e bringt daher ständig eine Flut armer,!hilfsbedürftiger Brüder und Schwestern, die hier brüderlich laufgenomimen und versorgt werden. Diese Verliältnisse •steil]teil!stets wachsende Anforderungen an die Leistungsfähigkeit unseres Vereines, denen er nur schwer nacil1׳ko׳mmen konnte. Der Appell an unsere Brüder außer-!halb Wiens fand aber leider kein Gehör; sie verließen sich stets •auf das goldene Wiener •Herz, wenn, es sich darum 1minderte, ihre armen Ortsangeibörigen zu!betreuen. Diese Auffassung, die zur Zeit der Monarchie bestand, hat auch jetzt nach dam!politiiisohen Umsturz keinerlei moralischen Umsturz erfahren, obwohl die Inanspruchnahme des Vereines seitens der zugereisten armen Brüder trotz Paß und Reisesch'wierigkeiten!keine Absc'h׳wäc!h׳un!g erfahren hat. Diese Veiihältniissc stellen an •den •Vorstand wmso größere Anforderungen. Er wird diesen genügen.' Die Aröeitsfreudigkeit!ü,nd heiße Liebe zu allen jüdischen Brüdern, der Männer, die ihm aitgehöreti, brgt dafür.' Die Pflicht der übrigen Juden in Wien unid ganz ■besonders auch außerhalb Oesterreichs ist es, ■ihn tatkräftigst m untenstiitzen. Der Besuch der Generalversammlung allerdings zeigte nicht das große allgemeine Interesse, das dieser so!sage ns 1'1e ich wirkende Verein!eigentlich verdienen würde. Unter den •Anwesenden sei zunächst die Nestoren und Vorkämpfer der Wiener und österreichischen Orthodoxie, dar Herren Wolf Pappen heim!und! Bernhard '1׳10־f b a u e r■ hervorgehobeu, die in vorbildlicher und;beiiieidenswerter JugendifiriscLe nicht müde ,׳werden, immer darf zu sei«, ־wo es Arbeit für jüdische Aufgaben gibt. Ferner!waren in Vertretung des Vorstandes der Adas Ji-sr-oel die meisten Mitglieder!desselben erschienen, viele orthodoxe Betbäuser hatten Delegierte entsendet. Daß vom Vorstande der Wiener asr. Kultusgerneinde k e i n Vertreter entsendet war, ׳kann wohl nicht als Mangel an Interesse an den Aufgaben des Vereines!gedeutet werden;!es dürfte dies eben׳ nur ein bedauerlicher!Zufall gewesen sein.!Die Versammlung wurde in Vertretung des zurzeit Verreisten Obmannes Kom.-R.at Siegmumd Bontlli durch den Obmamiste 1 Iver t r a t er Herrn Isidor Frommer eröffnet. Er •begrüßte mit herzlichen Worten die Erschienenen. Hierauf gab er einen!historischen Ueibenblick über die fünfzigjährige Tätigkeit des Vereines. Es gab oft und ■viele Schwierigketten; ■diese konnten jedoch die Entwicklung nicht auf-!halten. In karten und! ausdauernden Kämpfen gelang es, manche schöne Erfolge zu erreichen!. Es wurde gemeinsam •mit der Kultnsgemeh1.de im Allgemeinen Krankenhaus ein eigenes jüdisches Bethaus für die Kranken erlbaut. Nach langem Bemühen konnte •der Verein im Krankenhause eine eigene Küche, eine Musteranstalt, einrichten, in der den jüdischen Kranken das Essen in!bester Qualität, unter der strengsten Aufsicht des Schiff sc biilraibbi für die Kranken bereitet wird. Man konnte es erreichen, daß von der Bundcsregicrung ein!Beitrag bewilligt wurde. Derselbe ist wohl kaum nennenswert, er!ist ,als Zeichen der Anerkennung zu werten. Dar Vorsitzende dankt auch dar Kul tu »gemeinde für!ihren Beitrag, dessen Erhöhung er für die ׳Folge erwartet. Sodann entwarf!der •Redner ■ein Bild für die •Zukunft, wie der Verein!erweitert und ausgebaut werden muß, um seinen Aufgaben zeit- und crfordernngsgeinäß gerecht zu werden. Es!muß Vorsorge getroffen werden, daß die Kranken nicht bloß das Mittagessen, sondern alle Mahlzeiten erhalten. Obwohl derzeit die jüdischen Kranken i:n allen anderen Krankenhäusern nicht nur am Pessach, sondern auch während des ganizen Jahres!mit Koseberkost versorgt werden, ist trotzdem ein diesbezüglicher Ausbau ■u׳n׳d Er- Weiterung dringend notwendig. U.rh das zu erreichen,!muß die gesamte jüdische!Bevölkerung •zur werktätigen Liebe, äiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiimnuiiiiiiiiiiiiiiJiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiim 4 sr im Warenhaus Brüder Seblftnan, II., Taborstr, 48 Unglaublich bSfllStj je Preise 1 | Artikel Breite perMeterfi Diagonal-Seide S^er 65 cm S 1.981 Seiden-Brokate S־Ster׳ , 85 cm S 2.501 Rejane Kldderselde ' 90 cm S 2.901 Waschseide SSS8׳■. 80 cm S 2.90 8 1 Sdiwere Rohseide KiSSS"“ 80 cm S 2.981 9 Crepe Marocaine Kreben 100 cm S 3.901 1 Mantelseide ä”r־ 'md 95 cm S 4.90 8 1 Crepe de Chine, imprimd 100 cm S 7.90 8 ln unserer 5 (Im T.efparterre) bieten wir: > H Modernste Kleider de laine per Meter . . . . 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Um diese Zeit brachi der österreichische Erbfolgekrieg aus. Die Franzosen. standen auf Seite der Preußen und rückten in Böhmen ein. Da erwirkte R. Jonathan vom französischen Komamndanten die Einreisebewilligung nach Metz. R.. Jonathan begab sich allein, ohne die Familienangehörigen, dorthin (1742). Darob wurde ei־ von der österreichischen Regierung für landesverwiesen erklärt. Neun Jahre wirkte R. Jonathan in Metz als Rabbiner und Oberhaupt des Lehrhauses. Er bewarb sich hierauf um das Rabbinat der Drei-Gemeinden, Altona, Hamburg und Wandsbeck, welche Stelle er 1750 bezog. Während seines Amtssitzes in Altona brach hier eine Epidemie aus. Man wandte sich an R. Jonathan mit der Bitte, er möge dagegen Amuletten schreiben. Diese wurden den Frauen um den Hals gehängt. Seine Gegner Öffneten die Amuletten und vermeinten darin den Sabbatianismus zu sehen. Es entbrannte hinwiederum ein Streit, an dessen Spitze R. Jakob Emden stand. Die Streitsache kam nach mehreren Begebenheiten vor die Vierländer-Snyode (ועד ארבע ארצות) in Jaroslaw (1753). Nachdem die Synode als auch der Dänenkönig R. Jonathan in Schutz, nahmen, verlier der ganze Streit im Sande. R. Jonathan verstarb im Alter von 74 Jahren am 21. Elul 5524 (1764). Die halachischen Werke R. Jonathans, die ihn zurii bedeutenden Dezisor machen, sind von den Juden der ganzen Diaspora angenommen. Das Hauptwerk אורים והמים zerfällt in zwei Teile. Im ersten Teil werden die halachischen Entscheidungen zivilrechtlicher Natur kurz gefaßt, während im zweiten Teil diese Entscheidungen in dialektischer (populistischer) Art ihre Begründung finden. Das zweite haiaclrische Werk כרהי ופלתי enthält Eriäuterungen und Dezisionen ztim ersten Teil des Joseh Deal!. Das Werk ביגח לעתים des R. Jonathan beinhaltet חרושים,• Novellen-״Neuigkeiten“ zu חלמה ירט und dem Traktat Beza. hi Holleschau am Grabe des ״Schach" Von Cb. J. Weiß, Bratislava. ' In der Gesellschaft jovialer Szerdahelyer, die von dem. tiefsinnigen Wunsche erfüllt waren, die Ruhestätte des maßgebendsten Dezisoren unseres ־Religionsgesetzes, des ״Schach“ זי״ע aufzusuchen, machten wir uns am vergangenen Erew Rosch-Chodesch zur Wallfahrt nach dieser geweihten Stätte auf. Durch die örtlich relative Nähe ׳Holleschaus, der letzten Wirkungs- und Ruhestätte des Schach, von dem weltbekannten Kurorte Lu hats'ch0witz in Mähren dessen stärkster Besucherkontingent sich aus dem jüdischen Publikum rekrutiert, wurde der pietätvolle Brauch solcher ״Wallfahrten" von Luhatschowitz nach Holleschau, während der Saison eine regelmäßige Institution. Schon die Antizipierung der überwältigenden Gefühle, den geweihten Bodenfleck betreten ' zu dürfen, der in! seinem Inuern die עצמות קודש des Mannes hirgt, dessen Standard-Werk ״Sifse Ko heu“ die intensivste Verdichtung, die geläutertste HeratiskristalÜsierung zur HHihbßreitsctMt für Kranke erzogen werden.!Man gewö!h!ne sich, die Kranken zu!besuchen, nach ihren Wüwscben!und Bedürfnisisen zu forschen; es sind! das Wohltaten von unschätzbarem Wert. Mit Rührung denke er daran, daß er als 6-!bis 8j übriger Junge seinen seligen Großvater bei solchen Mizwahgängen!begleiten durfte. Wer so das Denken und Leiben der Kranken kennen m lernen Gelegenheit hat, wird •es als Pflicht ansahen, unseren׳ Verein nach •Kräften zu fördern. Herr Bernhard •Hof hau •er erzählt mrs seiner Erinnenmg!die ersten Anfänge des Vereines lind beschreibt seinen Entwiiekhingsganig. Er!gedenkt der Männer, d:1e im Vei'fUfe •der Jahre für denselben׳ tätig waren. Er wünscht, daß es ,gelingen!möge, den Verein auszubauen unid seine Leistungsfähigkeit ,auf das erforderliche Maß auszudehnen. Aus dem vor gelegten Kassabericht ist ersichtlich, daß das Gesamter,fordernis etwas •über S 18.000!betrug. Diese Summe wurde aufgebracht durch gesammelte Spenden (S 9344), Jahresbeiträge (S 624), Bcthausspenden (Adas Jisrod-Scliiiffscbtül1 S 624, ׳Bcth Israel ׳pal«. Synagoge S 162, Talmud Thora S 132 etc.), Subvention der Kultus- ,gemeinde etc. Ueibor Antrag dar Revisoren,!für welche Herr Fegdotr sprach, wird •der!Bericht genehmigt und dem Vorstand! der Dank ausgesprochen. Sodann . schritt ׳man zu den Wählen. Pbi. Die internationale Hilfstätigkeit des britischen Judentums. Zusammenarbeit mH den amerikanischen Organisationen. — Die Versprechungen der rumänischen Regierung. ln der letzten Sitzung der Sommer-Session des Deputierfenrates der britischen Juden wurde darüber Mitteilung gemacht, •daß mit dem Präsidenten des American Jewish Committee, Louis Marshall, während seiner Anwesenheit in London ein Gedankenaustausch über die Frage der Zusammenarbeit des Joint Foreign Committee und־ des American Jewish Committee auf dam Gebiete des internationalen jüdischen Rechts- und Interessenschutzes gepflogen worden war. Man kam überein, sich in Zukunft über alle Fragen, die ein gemeinsames Interesse berühren und gemeinsame oder nebeneinander laufende Aktionen betreffen, sofern es dia Umstände als erwünscht erscheinen lassen, vorher zu verständigen. — Herr Lucien Wolf begrüßte die neue Entente mit dem American Jewish Cominittee, mit dem schon!919 in den Fragen der Minderheits- Verträge und des Minderheiten-Scliutzes zusammengearbeitet worden war. Die amerikanische Ansicht fiel in Genf sehr stark ins Gewicht. Er, Lucien Wolf, wurde von Louis Marshall innerhalb und außerhalb •des Völkerblindes sehr wirksam unterstützt, und e־s •bestand auch später eine Zusammenarbeit. ' . Der weiter vorliegende Bericht des Joint Foreign Committee, stellte fest, daß die antijüdischen Ausschreitungen in Rumänien vollkommen aufgehört haben und daß Verbrechen zum Nachteil der Juden sofort empfindlich bestraft werden. Die Regierung zeigt sich entschlossen, ihr vor kurzem dem' Joint Foreign Committee und anderen jüdischen Körperschaften gegebenes Versprechen zu halten. Die Oppositionsparteien haben ebenfalls eingesehen, daß sie aus antisemitischer Agitation• wenig zu gewinnen haben. Der Anfang Juni unter dem Vorsitz von Cuza in Jassy abgehaltene Kongreß der antisemitischen Studentenschaft verlief ohne Ruhestörung. Die!Behörden ließen keinerlei Straßenkundgebung zu. •Für die Opfer des transsylvariischen Pogroms habe die Regierung 24 Millionen Lei an Entschädigipig ausgezahlt. (Bekanntlich stellte die Konferenz der jiidischneologen Gemeinden Transsylvaniens vor einigen Tagen fest, daß noch kein einziger der geschädigten Juden irgendeinen Schadenersatz erhielt. D. Red.) Herr Bollatten bemerkte zu dem Bericht, daß ihm kürzlich rumänische Juden gesagt haben, die Lage sei zu schrecklich, um in Worten wiedergegeben zu werden, der aptijüdische Terror bestehe nach wie vor, die Entschädigungs-Aktion sei ein schmachvoller Humbug, der numerus clausus sei unleugbare Tatsache. und konsequenteste Systemisierung der unermeßlichen Quellen der Ha 10c ho darstellt, machen uns die Stunden vor und. während der Fahrt zu Stunden der Andacht und der Erhebung. Jeder fühlt und findet sich im Innern unwürdig, den Boden zu betreten, dessen jede Fußbreite ״שעל נעליך מעל רגליך כי המקום אשר אתה עומד ״ .עליו אדמת לן1רש הוא"Ziehe ab deine Schuhe von deinen Fiißen, den die Steile, auf der •du stehst, ist ei« heiliger Boden“ kategorisch gebietet! In einunddreiviertel Stunden haben wir den Or-t unseres Reiscizeles Holleschau (auf tschechoslowakisch Holesov), erreicht. Unser Autobus führt uns gerade zum ״Schulhof“, zur Sc ■hach schul nämlich, und mir drängt sich unwillkürlich der Gedanke auf: ״In diesen Straßen mag einst der Schach gewandelt sein.“ ״Geheiligte Mauern des Ghetto, die ihr ihn einst beherbergt habet!“ Der ׳״Lieberer“ als .der ״Schlüsselbewahrer“ der Schul, in der der Schach betete und des כיח החיים, wohin man ihn ׳bettete (ob er sich dieser seiner Würde bewußt ist?), kommt herbei nnd führt uns durch einen Hausflur in einen großen, von einem Häuserkompiex umgebenen Hof, ' an dessen einem Ende die Schul steht*). Ein etwa eineinhalb Stock ■hoher weißgetünchter Bau. Durch einen schmalen, niederen Eingang und über sieben Treppen hinab gelangen wir in die ״Polisch“ (Vorhalle) des Tiefbaues. An den Wänden des Polisch steht mit großen Lettern das יל ש מ יחוד" für טלית und תפילין ein Beweis dafür, daß dies Gebe tri t׳u allen, ׳gemäß der Entscheidung des ב״י 1ש״ע im ׳או״ח כ״ה vor dem Eintritt ins בית הכנסת angelegt wurden. Bezüglich des לשם י ח ו ר hege ich Zweifel, ob diese Aufschrift noch von den Zeiten des Schach herrührt. Den« in diesem Falle hätte Verfasser des נודע ביהודא sein bekanntes vielumstrittenes Responsum im מהדו״ק TP סי׳ צ״ג keinesfalls abgefaßt. In diesem Responsum schreibt er ausdrücklich: לרעתי זה רעה חולי בדורנו ועל הדורות שלפני זמננו שלא אמרו זה ... also, daß dieser Text ganz unbekannt war, geschweige denn, daß er für *) Wahrscheinlich wegen der im YjpDTl und אדח ה*נ getroffenen Maßregel, genügend freien Raum vor •dem ביהכ״נ zu belassen, um demselben ausreichend Liobt zuzuführen. 0

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