Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 33 (24.8.1928)
- Date
- 1928-08-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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) i JÜDISCHE PRESSE ו Seife m m SorgflHtigite Lfefermg in plombierten Stefan von 1 Sack BO kg angefongen franko Naae, ebenso to Fahren und Waggons 5* JULIUS HABER Itehtow- und KeMgreMumdiang Nordbahnrutschon 3. KoMenhof Nr. 372-378 Wien, II., Taborstraß• 9 Fm*pftch« Nr. 41*082־ Assimilation ikomnte »ich aber auch nicht eines aussch'liaffgehenden Erfolges freuen, denn über die «yuagogale Reform, die ihr keineswegs primäres Ziel war, ihkI das System der Kofiroh, das sich zureohtgelegt hatte, u׳iso über die H11 f smi 11 el »um eigentlichen Zwecke kam sie niemals hinaus, Der Wieg des Reformjudentitms w*»r durch •die Standhaftigkeit reeht ansehnlicher Reste £cs westeuropäischen orthodoxen Judentums und eines stanken Zuzuges aats den osteuropäischen Ländern e n dg ii 11 i g a bg c s c h n .i 11 e n gerade zu einer Zeit, als dem Willen zur Assimilation des jiklüschen Einzelitnenschen an seine Umgebung auch aus sonstigen Gründen, mit denen wir 11 ns hier nicht beschäftigen können, allerlei äußere und innere Hemmungen entstanden. Dies ist auch jetzt der Stand der Dinge uun die ehemalige Neologie. Die 1״ n d uvic! 11 alassirnilai 11 en“, wie wir die Anhänger der älteren Form der Assimilation nennen wollen, stehen auf dem Scheidewege. Sie müssen über ihr geistiges Schicksal Entschlüsse fassen. Entweder sie ziehen die Konsequenz aus dom Mißlingen!ihrer bishörigen Bestrebungen und kehren zum positiven, jeder Assimilation entgegengesetzten historischen Glaubens- Judentum zurück und sagen sich damit selibstveTS-tändilidh auch von den religiösen oder sytiagogalen Reformbestrebungen —!die doch nur im Dienste ■der nunmehr überw1׳M1de11en Indiividiiaiassimilation za ״Forderungen“ warden — vollständig los, oder aber die :innere Entfroindtuig vom ׳historischen Gehalt des Judentums hat inzwischen in ihnen schon solche Verheerungen angerichtot, d׳aß sie den Weg zurück nicht mehr finden,• und sie halten Umschau nach neuen Wegen, die hinaus aus dem Judentum führen. Viele der früheren Indi'vidualassimiia 111en befinden sich auf dem Wege zurück zum überlieferten Judentum. Sie werden an -ihr Ziel ,!gelangen, auch wenn sie von geistigen Wegelagerern zeitweilig aufgeb alten und auf Holzwege geleitet werden. Auch für d!ie anderen• eröffmeten sich Möglichkeiten zur Ueberwindung der fn'dividualassimjladon. Aus dem geistigen Ringen der Gegenwart entfaltet sich mit immer 'klarerer Deutlichkeit eine neue höhere, mehr ln der Geistigkeit bedingte Form der Assimilation, jene Assitnilationswelle, die nicht d.'as einzelne Individuum erfaßt, sondern die Gesamtheit des Jüdischen Volkes und nicht das Einzelleben in Anglcichuug an die nächste Umgebung, sondern das gesamte Kulturleben des jüdischen Volkes in Nachahmung d:er •anderen Volker nach Lebens- Inhalt, Lebensform und Lebensziel unter Benützung des von ׳der ludiviidualassiimilation abgelegten Rüstzeuges von Grund auf umgestalten will, die Kollektivassimüation. Bitte Nuancierung dieser Kollektivassimifation ist auch das ״liberale Judentum“, dem die gegenwärtige Berliner Tagung gewidmet!ist. (!Ein zweiter Artikel folgt.) Jacob Joei!Braun. Die großen Dezisoren (תולדות גדולי הפיסהים) (.Fortsetzung׳) R. Abraham Gumbinner (מגן אביחם)♦ R. Abraham Abele b. Chajjim Halevi Gumbinner, unter dem Namen seines Werkes אברהם pD bekannt, wurde im qahre 1637 in Gumbinnen, •in Polen, geboren. Er wurde nach Kalisch berufen, wo er im Rabbinate des R. Israel b. Nathan Schapira als Dajjan tätig war und das Lehrhaus leitete. Hier wirkte er bis zu seinem Versterben im Monate Tischri 5443 (1682). R. Abraham Gumbinner schloß mit seinem Kommentar מגן אברהם den ersten Teil des Schulchan Aruch ab. Diesen verfaßte er itn Alter H von 30 Jahren und wurde dadurch als bedeutender פוסק Dezisor, bekannt. Einen Superkommentar zum מגן אברהם schrieb R. Samuel Halevi, Rabbiner in Köln, der unter dem Namen מחציה השקל bekannt ist. Außer diesem Hauptwerke מגן אברהם verfaßte R. Abraham Gumbinner noch einen Kommentar zum midraschischen Werke ילקוט שמעול unter dem Titel 1י ת רענן♦ Diesem ist noch das Buch שמן ששון beigedruQkt, das Predigten bis zu פרשה חיי שרח enthält. ... R. Mos© Lima (חלקה מחוקק). R. Mose b. Isak Jehuda Lima wurde in Wilna geboren. In der Jugend lernte er bei R. Jehoschua b. Josef (פני יהושע) in Krakau. Die erste Rabbinersteile bekleidete er in Slonim und von dort kam er nach Wilna, ,\mq er die Leitung des Rabbinates Nach der Landeskonferenz der Agudas Jisroel in Erez Jisroel. Die jüngste Landeskonferenz der Landesorgaufea- ׳tdon der Agud-as Jisroel in Erez Jisroel, über die wir in!unserer vorwöchentliohen Nummer kurz berichtet■ ■haben, faßte einige Beschlüsse, die für die weitere Entwicklung der Aguda, sowohl in Ercz Jisroel wie auch in Gbinzlaarez von großer Bedeutung sein können. Politische Resolutionen. Zunächst ist hervorzukeben die Resolution, in welcher vollkommene Autonomie für die orthodoxen Gemeinden und für die von denselben zu schaffenden Landes- Organisation gefordert wird. Die orthodoxe Judeifheit betont diese Resohti'ion und wird n i c 111 rasten u n׳d r u 1h en,!b 18 ihre gerechte Forderung ■nach Autonomie in Erfüllung geht. Es wird dann •in einer zweiten Resolution bedauert, daß alle Verhandlungen, die man!bisher mit dem Waad •Leumi ׳und der ׳zionistischen Organ!- s-a!tion in Jerusalem, in Wien, in London geführt hat, um zu einem, die Prinzipien der Orthodoxie wahrenden Ueberentkommen zu gelangen׳, gescheitert sind. Dieses Uebereinkommen hätte bei vobkoimiieocr S•e 1 b s t ä n da •gke 1i!׳t nach innen, die Schaffung einer gemeinsamen Einh e i t s f r 0 n t nach a 1! ß c 0, ermöglicht. In einer weiteren Resolution wird die unbedingte Verpflichtung •eines jeden thoratreven Juden betont, aus de׳m W!aad Leumi auszutreten. Eine besondere Resolution spricht •den Wunsch aus, •alle thoratreuen Juden Erez Jisroels, Ohne Rücksicht auf ihre landsrniaunschaftliche Zugehörigkedt und ohne Rücksicht darauf, ob sie Aschkonasim oder Sephardi'm sind, in einer ein111 ׳ e 11U A c :11 e n a u t 0־ nomen orthodoxen Gemeinde!zus a׳m!m enzufasse n. Resolution in bezug auf Jischuw Hoorez: 1. Die Versani'inluug fordert die tihoraireuc Judenlieft in der Diaspora erneut auf, sich an dem Aufbau und an der Besiedelung Erez Jisroels auf Grundlage der Thora und im Geiste der Traditionen zu beteiligen. Gesunde WirtsohaftsipriiizApien würden dein Laude •großen Segen bringen. 2. Die humanitären, kulturellen Institutionen des ■alten Jischuw bilden das Fundament jeder Arbeit in Erez Jisroel •und die Judenbeit der Diaspora wird auf- ■gefordert, an der Erhaltung dieser Fundamente und am ihrer Entfaltung nvitzuarbeiten. 3. Die Versammlung ׳begrüßt die׳ Initiiatiiive von Herrn Fetter, betreffend die'Gründung einer Bank •der Agudas JA st o eil, die als Fiu׳a!1׳zinstr11ment des alten Jesc.huw dienen soll. 4. Die Auflösung der Organisation von Paale Agudas Jisroel wird von der- Versammliung!lebhaft bedauert. Chinuch-Resolution. Eine andere Gruppe von Resolutionen beschäftigt sich mit der E!r<zi ehun g sf rag c. Unter diesen Resolutionen ist •zunächst jene hervorzuheben, in welcher die Versammlung ihrem Schmerz über ■die Interesselosigkeit der Diaspora in bezug auf die Er- Haltung der alten Chlnuch-Werke des ,llschuw. Ausdruck gilbt. Eine weitere Resolution;׳spricht die Not- Wendigke i t der G r ■ii n d u 11 g von G e w e r b e- ׳u •n d A r ׳b eit s s chut e n für jene Schüler ׳aus, die für das ausschließliche Talmudstudium ungeeignet sind. Es wird ®oCfas 41.y5<mph(£uI&fiir%naSM, a. ffiatzgassz t6 ׳:..j m&W’#wwnnB«a1 übernahm.1) In Wilna war er noch itn Jahre 1650 und beschloß sein Leben gegen 1658. Im Rabbinate des R. Mose Lima waren unter anderem R. Sabbatai Hakohen ( ח ש ״ ך ). Von den drei Söhnen Limas war der zweite Rabbiner in Kock und der jüngste in Freudburg. Der חלקה מחוקק korrespondierte in halachischen Angelegenheiten mit R. Meir, den! Vater des R. Sabbatai Hakohen, und R, Joel Sirkes (ח ב ״ ח) und gelehrte Anfragen erhielt: er von R. Heschl, Rabbiner in Lublin und R. Jakob Schorr, Rabbiner in Brest-Litowsk. R. Mose Lima und R. Samuel b. Uri. Schraga Ferwisch, ביה שמואל genannt, schlossen mit ihren Kommentaren den dritten Teil des Schulchan Aruch, den Eben Haeser, ab. In dem Kommentar חלקה מחוקק das der Sohn des R. Lima, R. Raphael, drucken ließ, setzt sich der Verfasser mit den פוסקים ראשונים ואחרונים den früheren und späteren Dezisoren auseinander, klärt jeden betreffenden Rechtsfall und stellt den פסק חלבה, die!Entscheidung fest. R. Samuel b. Uri Schraga (בית שמואל). Im 17. Jahrhundert verfaßte R. Samuel b. Uri Schraga Feiwisch aus♦ Waclaw (וויידסלב) in Polen einen Kommentar zum dritten Teile des Schulchan Aruch, dem אבן חעור, das den Namen ביה שמואל führt. R. Samuel war zuerst Rabbiner in Szydlow, in Polen, sodann wurde er nach Furth (פ יו ר ד א) berufen.*) Er heiratete die Tochter des Krakauer Oberrabbiners R. Arjeh Leib.2) Die Berühmtheit des R. Samuel b. Uri als פו&ק liegt darin, daß er durch seinen erwähnten Kommen- מפדמת המחבר לבוה שמואל(* חלסח mno סי׳קסמ(l Nr. 33 שומר Gänzlicher Saison-שוטר שבת Räumungsverkauf שבת Wegen bevorstehender Uebarstedlung nach ארץ ישראל verkaufe um jeden Preis alle Arten R«lsekoffor! neu patentierte Auto- und Coupö-Schrarikkoffar Rolserequisiten u. Lederwaren neuester Modelle Erfinder und Erzeuger der patentterten Luftschiff•, ׳Touristen-, Auto- und Coupä-Sch tankkoffer L. STORCH VIII. Albertgasse 19 ferner die Gründung einer F r a!u׳e 11 0 r g a ra;i׳׳s a׳ tio 11 B’noth Israel gefordert. Eine Gruppe von weiteren Resolutionen ׳beschäftigt sich ׳mit der Frage der Jngcndorganisation, der Propaganda und der Ausgestaltung ■der ortihodoxea Presse. Wenn man diese •Resolutionen liefet, so •gewinnt man •den einprägsamen Eindruck, daß unsere Gesintrangsge״ nassen in Erez Jisroel den klaren Blick für die Erforder» nissc ׳der Orthodoxie haben!und den guten Willen, diese Forderungen geltend zu machen. So viel politische Schulung :hat aber •heute schon jeder, um ,zu wissen, daß Resolutionen nur einen 'papierenen Wert haben, insofernc ,nicht die reale Kraft gefunden wird, sic in •die Tat umzuisctzen. Es ist selbstverständlich, daß die Orthodoxie!in Erez Jisroel viel ׳zu schwach •ißt, um ohne tatkräftige Hilfe der jüdischen Gesamtheit, zumindest der Gesamtheit der Orthodoxie In der ganzen Weit, Brsprießliclies auf wirtschaftlichem und politischem Gebiete zu leisten. Rabbi Mosche Blau, der tüchtige und energische Leiter der Agudazentrale An. Jerusalem, hat sich unmittelbar nach der Landeskonferenz!ins Ausland begeben, um die tboratreuc Juideuheit zur Mitarbeit an der Verwirk-!Höhung •der Beschlüsse der palästinensischen Landes- Organisationen der Agudas Jiisrocl aufzurütteln. Hoffenti'ich gelingt •cs .ihm, diese seine ebenso schwierige wie wichtige Mission erfolgreich durohzu füll reu. Oberrabbiner Jakob Meir bei den Zionisten in Ungnade gefallen. Der Waad Leumi veröffentlicht in der pa last ine ns!- sehen Presse eine lange Auseinandersetzung über die Vorgängc, die zu dem sensationellen Brief Rabbi Jakob Meirs an den Oberkornmissär ׳geführt halben. In der Abschieds׳- audietvz, die zur Entlastung des Otberkommissars gemeinsam den drei beteiligten Instanzen, nämlich dem Waad Leumi, dem Oiberrabbinat und der Zionistischen Exekutive, ,bewilligt worden war, habe Oiberrabbiner Jakob Meir die Sprecher •der!beiden anderen Körperschaften mitten in ihrer Rede unterbrochen, urri dein O'bcr'komimissar zu I sagen, daß er, Rabbi Meir, lediglich als Vertreter der Seiphardim hier sei und mit der Kenesses Israel wegen der irreligiösen Paragraphen des Genieindegesetzes nichts zu hin habe. Der Waad Leumi ■behauptet, diese Haltung Rabbi Meirs könne nur darauf zuriiekzuführe» sein, •daß der Oberrabibiner sich während seines Aufenthaltes im Ausland der ״Agudas Jisroel“ verschrieben habe. Unter diesen Umständen habe Rabbi Jakob Meir auf Grund der geltenden Satzungen der Kenesses Israel kein Recht mehr, sein Amt im O'berräbbinat auszu üben, da jemand, •der aus der Kenesses Israel austrete, unmöglich innerhalb eines Organes dieser Kenesses Israel, nämlich im Oberrabblnat, fungieren könne. Der ״Doar Hajom“ behandelt die Angelegenheit in einem Leitartikel und ׳bemerkt, die Amtsenthebung des Oberrabibiners durch den Waad Leumi sei eine!bloße Geste, da' der Oberrabbiner das unbestrittene Vertrauen der ganzen sephardi-sohen Gemeinde genieße und in finanzieller Hinsicht nach dem Waad Leumi nichts zu fragen habe. tar wie R. Mose Lima durch seinen חלקה מחוקק den dritten Teil des Schulchan Aruch abgeschlossen hat. Der Kommentar ביה שמואל jst vom Verfasser in zwei Fassungen geschrieben worden. Nur die zweite ist zusammen mit dem חלקה מחוקק im Schulchan Aruch abgedruckt r. Jonathan Eibeschätz (בעל אורים והומים)♦ R. Jonathan b. Nathan Nata Eibeschütz, durch seine halachischen Werke אורים והמים sowieברהי ופלהי und בינה לעתים als Dezisor berühmt, wurde 1690 in Krakau geboren. Sein Vater war Rabbiner in Eibenschitz in Mähren, nach welchem Städtchen R. Jonathan seinen Beinamen erhielt Nach dem Tode des Vaters wurde R. Jonathan yon R. Samson Wertheimer in Wien in Pflege genommen. Von hier kam er ins Lehrhaus des R. Meir (Maharam) Asch irt Eisenstadt und nach dem Tode der Mutter wurde er in die Pflege des Prager Oberrabbiners R. Jizchak Schapira übergeben, dessen Schwiegersohn er später wurde. Mit dem 18. Lebensjahre war R. Jonathan bereits Rabbiner in Jungbunzlau, wo er drei Jahre tätig war. Sodann kehrte er nach Prag zurück und wirkte daselbst als דרשן Prediger. Nach einem Jahre seines Aufenthaltes in Hamburg gründete R. Jonathan ein Lehrhaus in Prag. R. Jonathan besaß nicht nur ein gediegenes talmudisches, sondern auch weltliches Wissen. Außerdem befaßte er sich auch mit mit der קבלח. Die Anhänger des Sabbatai Zwi bestrebten sich um diese Zeit, die Irrlehre ihres Meisters auch in Deutschland zu verbreiten. R. Jonathan kam in den Verdacht, auch Sabbatianer zu sein. Um diesen Verdacht von sich abzuwälzen, unterschrieb er einen Bannfluch (חדה) gegen die Anhänger der, sabbatianische«