Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 32 (17.8.1928)
- Date
- 1928-08-17
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 206 Nr. 32 JÜDISCHE PRESSE in Villa ״Bernina“ umbenannt. Durch gute Reklame und Anschluß an den ״Verein zur Errichtung und Förderung jüdischer Speiseanstalten in Hainburg“ hat er sein Haus voll bes/etzt. Eine jüdische Gemeinde bestellt in Ischl nicht und unterstellen die dauernd hier wohnenden zwanzig jüdischen Seelen 'der Kultusgemeinde ■Linz. Durchschreitet man in der Grazerstraße den sehr hoch und schön gelegenen großen römisch-katholischen Friedhof, so kommt man auf den kleinen evangelischen Friedhof, ׳weicher den toten Juden Gastfreundschaft gewährt. Diese tote Gemeinde, ganz u m s c 111 0 s s 1e n von der Christliehen, besteht ans zirka dreißig jüdischen Gräbern mit fünfundzwanzig jüdischen Grabsteinen, von denen nur einer eine Aufschrift in hebräischer Sprache trägt. Es fehlt hier, wie so oft im Judentum, an dem tüchtigen Organisator, um auch hier jüdisches Lehen, ja sogar eine jüdische Gemcindle zu entwickeln. In dem benachbarten G mu n d c n haben die vierzehn jüdisehen Familien einen eigenen Friedhof und einen schönen Tempelhauplatz, auf welchem in absehbarer Zeit ein Gotteshaus erstehen soll. Oie Juden haben der W e 11 d e ti Sabbat g׳c s c h e 11 k t. 'S 0 111 c es nicht möglich sei n, a u c h den s t r c 11 g g 1 ä u feige 11 Juden alljährlich einige angenehme Erholungswoclicn zu ermöglichen? Darum ergehe an alle Juden . die Aufforderung: ״G r ii n d e t Vereine zur Errichtung ritueller Speisehäuser, ׳Schaffung und Vermittlung von Unterkünften und Erweckung von jüdischem Leben in!Kurorten und Sommerfrischen! - Isidor Herrisch. Die Rabbinerwahl in Frankfurt. Der Gemcindevorstand erläßt unterm 20. Aw (6. August) folgendes Rundschreiben: Im Sinne der am 20. Ijar 5687 unter ■Vertagung der Wahl von uns erlassenen ■Bekanntmachung waren die angestrengten Bemühungen des Vorstandes während des abgelaufenen Jahres darauf gerichtet, durch Verhandlungen!mit Herrn ,Rabbinatsassessor Posen lind durch Anrufung einer unbeteiligten rabbinischen Instanz ■die halachischen Vorfragn restlos zu klären lind den Vorschlag zweier Kandidaten sowie ■die unbedingte Freiheit der Wahl unter diesen ■beiden!Kandidaten zu ermöglichen. ■Dieses Ergebnis ist leider nicht erzielt worden. Ein Schiedsgericht kam ■nicht zustande. Die von uns angerufene rabbimsche Instanz hat erklärt, daß sic aus all-, gemein jüdischen Gründen es nicht für richtig ■halte, an einer als!Richtschnur für die Praxis ausgesprochenen Entscheidung des Herrn iRabbinatsasscssors ■Posen .im!Sinne einer Ent- Scheidung für die Praxis .Kritik zu üben. Die rab'binisohe Instanz hat jedoch ferner erklärt, daß unter der durch die Entscheidung des Herrn Posen geschaffenen Lage eine Wahl im Sinne der Gemeindesat׳zung aus!verschiedenen schwerwiegenden!Bedenken!heraus nicht möglich sei. Angesichts ■dieser Lage sind neue Verhandlungen mit Herrn ■Rabbinastassessor Posen emgclcitet worden. Dieser bat uns nunmehr ermächtigt, bekanntzugeben, daß gemäß ■seiner früheren Erklärung zwar jeder l’di.nb verpflichtet sei, . den Sohn des verstorbenen Rabbiners zu wählen, daß jedoch gleichwohl jeder Wähler, der glaubt, ׳hier liege ein Irrtum bezüglich des Din vor, so wählen darf, wie er es verantworten kann. Die ungefragte rabbinische Instanz ׳hat uns jetzt mitgeteilt, daß durch die;Kundgebung des Herrn Rab'binatsassessors Posen, indem jedem Wähler eine Entscheidung in obigem!Sinne freigestellt und somit, ■die Abgabe eines weißen Zettels unter Umständen 'augebilligt werde, die Wahl;im ׳Sinne ■der Gemeindesatzung ermöglicht worden sei. Zum Zwecke der Rabbiner wähl wird daher durch ■eine außerordentliche Gemeindeversammlu׳t1g auf Sonntag, den 17. Elul 56S8 (2. September d, J.) nach der Aula der ■Realschule, Am Tiergarten 8, einberufen. ׳Vorgeschlagen wird auf Grund eines ■Mehrheitsbeschlusses des Vorstandes, nachdem Herr Rabbiner Dr. Klein;in ■Nürnberg mit Schreiben vom 22. ׳März ■d. J. ■seine!Kandidatur •zu unserem Bedauern zurückgezogen ■hat, ■als alleiniger Kandidat Herr Distriktsräbbiner Dr. Raphael Breuer in Aschaffenbürg. Die Gemeindeversammlung wird um 10 Uhr vormittags eröffnet und um 5 Uhr abends geschlossen. Einziger Gegenstand der Tagsordnnng ist die Wahl. Hamburg. In diesen Tagen wurde in Hamburg die zweite Weltkönfercnz des Internationalen!Bundes der Juden-Ghristen abgehalten. 'Anwesend waren Vertreter der jndüo-christliohen!Bünde in Amerika,!Großbritannien, Deutschland, Holland, 'Ungarn,!Polen,!Rumänien, Sc'hweden, Schweiz ,und׳ in anderen Ländern. VIIIIRIIinilllllllllllRIIIIIIIIIIIIIINilllllHIIIIIIIinillllUIIIIIIIIHIIi!; ■ _• | Tschechoslowakei j Gedenket des Sabbattages! In diesen Blättern war schon oft die Rede von der schwierigen Situation, in die die sabbathaltenden kaufmännischen Angestellten und die Handwerkergehilfen geraten, wenn sie genötigt sind, Stellung zu suchen. Hier liegt ein Gebiet sozialer Fürsorge, das auf das äußerste vernachlässigt ist, trotzdem es im ganzen Lande wohl kaum einen Juden gibt, der nicht eingestellt, daß die Erhaltung der Religion im Herzen vieler Hunderter junger Menschen im gleichen Maße wie ihr soziales Wohlergehen davon abliängt, ob wirklieh alles aufgeboten wird, um diese braven, frommen jungen Leute dem.heiligsten Gebot des Judentums, dem Sabbat, und den Sabbat ihnen zu erhalten. Es bedeutet einen beschämenden Mangel wahrhafter Religiosität und religiös-jüdischen Gemeinschafts- Sinnes, wenn größere und kleinere Geschäftshäuser und Gewerbeunternelinningen bei einer Vakanz nicht in allererster Reihe an die zahllosen stellensuchenden tüchtigen und arbeitsfrohen jungen Menschen denken, die den Sabbat des Stückchen Brotes wegen nicht preisgeben wollen und deshalb oft viele Monate erwerb-und brotlos dastehen müssen. Man halte einmal Umschau in den G-tt sei Dank immer noch zahlreichen Geschäften, die am Schabbos geschlossen sind, deren Eigentümer also fiir ihre eigene Person, für ihr eigenes Seelenheil die Bedeutung des sabbatlichen Heiligungstages wohl zu schätzen wissen. Mit Erstaunen wird man feststellen müssen, daß von den Angestellten dieser Geschäfte und Unternehmungen nur einzelne wenige die Sabbatgesetze beobachten und das zu einer Zeit, ■da die Zahl, derjenigen Stellungsuchen- ÜIIIlimilllllllllllllllllllllllllllllllHIIIIIlIIlllllllllllllillllllim I Sommer l 1 Räumungs-Verkauf! | ־ im Warenhaus 1 Brüder Sehiffmaan, II״ Tahorstr, 48 jj ■S Unglaublich billige Preise I s 5 | A r t i k e K Breite perMeterl I Diagonal-Seide K,re!der 65 cm S 1.98 | I I Seiden-Brokate S;Jketer' 85 cm S 2.50 | 8 Rejane Kleiderseide 90 cm S2.90 | 8 Waschseide S£e 80 cm S2.90 1 I Schwere Rohseide ״״kiSdif5 80 cm S 2.98 | I Crepe Marocaine fffbe11 100 cm S3.90 I 1 Mantelseide SK"""' 95 cm S4.90 | 8 Crepe de Chine, imprime 100 cm S7.90 ln unserer s—.89 s -.98 § Modernste Kleider de laine per Meter . ■E K.-Seide per Meter.~ .ww I Original Sdiweizer Voll-Elairiine fabelhafte Dessins, 110 cm b r. S 1.98 S Provinzversand per Nachnahme! .jHlillHIIIIIIilimilllllllllHIIIIIIIlHfimillllllHIIllIHMIIllllli den, denen der Sabbat zumindest ebenso teuer und ebenso G-ttesgebot ist, wie den Chefs dieser Geschäfte selbst, hungern, darben, Not leiden und von Tag zu Tag der größten Versuchung ausgesetzt sind, dem Kampf um das tägliche Brot zu erliegen. Unter solchen Umständen müßten sich doch die betreffenden Kaufleute einmal die Gewissensfrage vorlegen, ob sie ihrer jüdischen und ihrer menschlichen Pflicht als sabbatbeobachtende Brotgeber genügen, wenn sie dieses himmelschreiende Unrecht bei sich im Hause dulden. Wir sprechen bei dieser Gelegenheit und in diesem Zusammenhänge nicht von der Schmach, daß es selbst in orthodoxen Gemeinden noch Mitglieder gibt und sogar Ehrenstellen bekleidend, die den Sabbat öffentlich verletzen und dadurch jüdischen Angestellten ihre Türe verschließen. Das ist eine Schande, die einen jeden religiös empfindenden Menschen wehtut. Ist es aber viel besser bestellt mit den Mitgliedern der orthodoxen Gemeinden, die den Sabbat wohl beobachten, die wohl wissen, daß ohne S ־abbatein Judentum nicht d e n k b a r i s t, und trotzdem selben dazu beitragen, Hunderten jungen Menschen den Respekt vor dem Sabbat aus dem Herzen zu reißen und sie in eine Lage zu bringen, in der ein junger, aufwärtsstrebender Mensch gar sehr stark sein muß, um seiner jüdischen Ueberzeugung von der Heiligkeit des Sabbat treu zu bleiben. Ein Blick in den Inseratenteil unserer Zeitung zeigt deutlich, daß männliche und weibliche Stellungsuchende jeder Branche oft wochenlang vergebens ihre Dienste anbieten. Und wie groß ist die Zahl derer, die schon vollständig verarmt und nicht mehr in ■der Lage sind, auch nur die geringsten Inseratengebühren zu bezahlen? Wer trägt die Verantwortung vor השי״ת und dem thoratreuen Kial-Jisroel für diejenigen, die in diesen! Kampfe erliegen? Die Agudas-Jisroel-Jugendorganisation in der Slowakei unterhält seit Jahren eine kostenlose Stellenvermitthingsabteilung für sabbathaltende■ Kaufleute und Arbeiter. Der Vermittlungsdienst wurde aber in letzter Zeit aus ■Mangel an gemeldeten offenen;Stellen sehr unfruchtbar. In ihrer jüngsten Sitzung ,beschloß deshalb die Organisationsleitung, die Stellenvermittluhgsaktion mit Beginn der neuen Geschäftsieben Im Interesse des Sabbat und des Broterwerbes zahlreicher wertvoller jüdischer Menschen mit besonderer Energie zu forcieren. Wir begrüßen diesen Beschluß unserer Jugend und lenken die Aufmerksamkeit aller gutjüdischen Kreise aiif diese Aktion. Im besonderen werden die jRabbiner in allen Gemeinden gebeten, unserer erwerbfähigen Jugend in ihrem heroischen Kampfe um die Erhaltung des Sabbat beizustehen und keine . Gelegenheit zu versäumen, um ihre Gemeindemitglieder zu ermahnen, vakante Arbeitsstellen mit sabbathaltenden Arbeitsuchenden zu besetzen. I. I. B. Studierende!Mädchen lind Knaben werden in Wohnun ff mit allem!Komfort bei streng koscherer ■Kost ׳in Brünn auigenommen. Zuschriften .unter ״Rituell“ an ׳die Bratisl. Adm. ■d. 1B1. HD r Aus Vergangenheit u. Gegenwart Vom Prager Judenfriedliof. In der ״Vossischen Zeitung“ schildert der Präger Schriftsteller Egon Erwin Kisch anläßlich der Meldung, wonach der alte jüdische Friedhof in ■Gefahr sei, den einzigartigen Charakter ׳dieses Judenfricdhofes. Kisch schreibt nach Aufzählung der wichtigsten, literarischen!Arbeiten, deren Schauplatz!der Judcufriedhof ist.!unter ■anderem: ׳״Mail ׳braucht wahrlich auf dem Prager Juaeufriedhof keinerlei׳ Phantasie spielen zu ■lassen — viel phantastischere und tollere Wirklichkeit ,ist hier in iapidarischen Dokumenten beglaubigt. Da ist das Grab eines Schneiders, Vaters von sechs!Kindern: dennoch hat er sich willig zur Hinrichtung gestellt!mit dem Geständnis, er sei es gewesen, der .1beim Einzug Kaiser Wenzels IV. einen Stein auf dessen Gefolge ■warf. Die Inschrift läßt durohblicken, daß ■der Stein sich unversehens von einem Dache ■gelöst ■habe, aber da der König angedroht, er werde ■das!Ghetto einäschern, wenn sich der Täter , nicht melde, so nahm der ,kinderreiche Schneider'den Tod auf sich.“ Hier ruht der Hohe Rabbi Löw neben seiner ,Gattin und inmitten seiner dreiunddreißig Schüler; auch sein Famulus Jossele, den man den Lehmklotz nannte, liegt bescheiden ,in des Meisters Nähe — das Urbild des Golem. Auf dem Sarkophag des Rabbi Löw steht .geschrieben, daß er sich hineinwagte in den!Irrgarten Pardes, aber er kehrte zurück, heil und rechtzeitig!und unversehrt. Das bezieht sich auf seine!kabbalistischen Versuche, die ihn noch jetzt bei vielen Juden als wundertätigen Heiligen gelten lassen. Spuren dieser Verehrung ■finden sich auf der braunen, mit steingehaiieuen Weintrauben geschmückten Grabfassade und in der offenen Wölbung des Sarkophags; schwarze Brandmale, herrührend ■von den Kerzenlichtern, bei denen gal'izische Flüchtlinge während des Weltkrieges Nacht für Nacht, um die Wiedervereinigung mit ihren Familien ■beteten, Hunderte und aber Hunderte von Wunschzetteln, die sie dem Rabbi in ׳den Steinsarg schoben, damit er ErfüllMUg herbeiführe. Der Untergang W.allensteins hat sich an der wappengezierten . Gruft der Hendel-Bath-Schewa,. Edlen, von Treucnburg (der ersten jüdischen Adeligen; die preußischen Grafen!Bassewfitz streiten ihre Herkunft von den Bassewis energisch ab) vollzogen: liier vereinbarte der Generalissinnus mit Hendels Witwer, dem Finanzier Schmiles ׳Bath- Schewii von Treuenburg, die Einführung ■der Langen Münze, jener Währung, die der Wiener Hof als die erste hochverräterische Einmischung in seine Hoheitsrechte auffaßte. Hier liegt Awigdor Karo, der, ein Dichter, anno 1380 die Zerstörung der Prager Judenstadt in einer oft übersetzten ׳Elegie ׳besungen hat, der Doktor Mendigo del Candia, der der Freund Galileo Galileis war, der Chronist David Gans, der Tycho de Brahe bei ׳der Abfassung seiner astronomischen Tabellaricn half, David Oppenheim, ■dessen Bibliothek heute der Stolz der Bodleyana zu Oxford ist, hier ruhen die Gersoniden, die Schöpfer des jüdischen Buchdrucks!und fast die ganze Familie jenes berühmten Rabbi Oppmann Heller.“ Der Jude Ist schuld. Nämlich a!1 den vielen Eisenbahnunfällen in Bayern, ebenso wie er daran ״schuld“ war, daß der Krieg kam, daß er zu früh oder nach anderer Lesart zu spät beendet wurde, ■daß es zu heiß oder zu kalt ist! ׳Streichers ״Stürmer“!(׳Nürnberg) begründet die Schuld der Juden an den Eisenbahnunfällen damit, daß Stresemann und die ״Juden- Parteien“ die deutsche Eisenbahn zur Privatgesellschaft gemacht und dadurch also den Juden ausgeliefert hätten. Seitdem •sei die Eisenbahn verflucht, und der deutsche Fahrgast ׳wisse nicht, ob er auf der ״verjudeten, verfluchten Bahn“ nicht in der nächsten Stunde sein Leben lassen müsse. Dazu schreiben die ״Abwehrblätter“ des Vereines zur Abwehr des Antisemitismus mit ätzendem Spotte: ״Wir können die Angaben des ״Stürmers“ noch durch einige weitere ״Enthüllungen“ ergänzen. Die Judenschaft hat den wahrhaft teuflischen Plan gefaßt, auf dem messenen Abständen werden Züge zum Entgleisen gebracht, die ׳mit Germanen ׳bis zürn ׳Rande vollgefüllt sind, und dabei gibt es Immer ein paar Dutzend Tote. Seitdem die Judensohaft diesen ungeheuerlichen,, mörderischen Plan aU'Sgeheckt ,hat, fahren keine Juden ■mehr auf der ׳Eisenbahn! Alle Juden fahren ausschließlich Auto oder Luftschiff! Sie wissen, warum! Sie wollen eben ihr von ihnen sehr wertgeschätztes ׳Leben retten und, wenn die Christen allesamt eisenbahnverunglückt sind, endlich die heißersehnte Weltherrschaft an sich reißen! Aber sie sind jetzt entlarvt, und so wird es doch wohl noch nicht gleich werden!!“ T’schuwoh tun. ■Iu einer Stadt war einmal ein Schornsteinfeger. Ein- ■mal bekam er ein bißchen Geld — entweder hat er in der Lotterie gewonnen, oder er hat es sich übergespart, oder sonst etwas. Da hing er die Kaminkehrerei an den Nagel und fing an, mit ■Holz zu handeln. Und er hat gebandelt lind ,ganz schön verdient und wurde ein reicher Mann. Nun soll es sich!aber nicht so treffen, wie es sich manchmal trifft. ,Der Jude wurde mit einem Male wieder arm, hat sich verspekuliert und wurde alles los, was er gehabt!hatte. Was tut man dann? Man fährt zum Rebben! Er kam zutn ׳Rebben, erzählte ihm ■die ganze Sache und fragte, was er jetzt anfangen solle. Der Rebbe sagte ihm: ״Tu t’schuwoh!“ So wie ihr versteht, was t’schuwoh einem armen Mann helfen kann, so hat auch e r verstanden. Aber meinetwegen. Wenn der Rebbe es sagt, ist es doch heilig und man darf nicht fragen. 1Ef kommt nach Hause zurück, und seine ׳Freunde fragen ihn, was der Rebbe gesagt hat. Er erwidert: ״Soll er gesund sein, der Rebbe! Ich frage ihn, was ich tun soll, ׳weil es mir so schlecht geht, und er sagt mir, ich soll t’schnwoh tun.“ Wege ■des Bisenbahnfahrens allmählich die gesamte arisch- Da sagt ihm ein Jude: ״Was verstehst du denn da nicht? T’schtiwoh heißt ׳doch Wiederkehr. Der Rebbe hat dir ■gesagt: Tu t’schuwoh! Kehre!zurück! Du bist ein germanisch-christliche Bevölkerung auszurotten; in ge-Kaminkehrer gewesen, also ■werde wieder Kaminkehrer!“