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Jüdische Presse · 1928-08-17 · 32 (17.8.1928) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
32 (17.8.1928)
Date
1928-08-17
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 32 JÜDISCHE PRESSE Seite 205 כשר SEIFE Marke: ALEFBETH W mit הכשר des or^• Rabbinatsassessors, KoSice, erzeugt POLIO« FRIEDMANN & CO. Seifen- und Kerzenfabrik, KOSICE nicht ■den gesetzlichen Bestimmungen über die Religionsgesellschaften. Alle ׳Beschlüsse, die der Kehillarat unter Beteiligung Ehrlichs nach ׳jener Erklärung am 12. Juni gefaßt hat und noch .fassen sollte, müssen die!Interpellanten als null und nichtig erklären. Die Interpellation, hat den Fall Ehrlich zur allgemeinen ׳Kenntnis gebracht und großes Aufsehen in allen Schichten der jüdischen Bevölkerung erregt. Wird die ׳Sache im Sinne der Interpellation erledigt, so wird ein weiteres Reinemachen im Warschauer Kehilla- -nat unumgänglich sein. Zwischen Licht [und Dunkel in Rumänien. ׳Bei einem ihm zu Ehren von der ״Union rumänischer Juden i׳n ,Amerika“ gegebenen Bankett hielt der rumänische Gesandte in Washington George Gretziano eine Rede, in der er seiner festen Ueberzetigung ,Ausdruck ga!b, daß in Zukunft keine rumänische Regierung irgend ■welche Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung im!Lande zulassen wird. Seiner ,Meinung nach sind auch die bisherigen antisemitischen Exzesse von kleinen Gruppen begangen worden; so etwas ist in der Vergangenheit auch in ׳Ländern mit einer älteren Zivilisation als die Rumäniens vorgekommen. (Die Vorschläge und Anregungen׳, die ihm von einer Abordnung der Union rumänischer Juden in Amerika unterbreitet wurden, habe er an seine Regierung in Bukarest weitergegeben, die sie ״mit Wohlwollen prüft“. Die jüngsten!Ereignisse in Rumänien hätten bewiesen, daß die .rumänische Regierung den ernstesten Wunsch hat, in Zukunft jeder Art von Schikane, wie sie von einer Gruppe aufrührerischer Elemente gegen die jüdischen Bürger versucht werde, vorzübeugen. Zu diesem Optimismus paßt weniger ein Bericht, den in einer Sitzung des ״Administrative Committee“ und des ,׳״Spezial Committee on Plan and Scopc“ des American Jcwish Congreß Herr IrViug Fineman von der Universität Illinois■, der vor kurzem längere Zeit in Rumänien geweilt hat, erstattete. Er sagte, daß trotz ■der gegenteiligen Ver- Sicherungen der Antisemitismus und die Verfolgung der Juden, besonders der ׳jüdischen Studenten, in Rumänien noch immer andauern. Ich habe, sagte Fineman, die in der Presse erschienenen Berichte von Leon Fischer und Dr. Charles Macfarland gelesen, ebenso den Bericht über die Ansprache des rumänischen ׳Gesandten George Gretziano auf ■dem ihm von der ■Union rumänischer Juden in Amerika gegebenen!Bankett, und bin eher geneigt, der Darstellung von Dr. Maclfarland recht zu geben, der ■feststellt, daß die Lage der Juden in Rumänien nicht aufgehört hat, eine sehr unsichere zu sein. Wenn ׳Herr Gretziano feststellt, daß antisemitische Ausschreitungen in Rumänien nicht mehr Vorkommen können, so kann ich dem entgegenhaiten, daß es noch immer Professoren gibt, die an den ׳Universitäten ׳öffentlich den Judenhaß predigen und ■daß sogar ■verantwortliche Leiter von Universitäten gegenüber den Studierenden den Standpunkt vertreten, daß ein rumänischer Jude e'in unerwünschter ,;Fremder“ ist. Es ist ferner wahr, daß antisemitische Studenten- Organisationen weiterhin öffentliche antisemitische Kundgebungen veranstalten und!innerhalb der Universitätsmauern ein System der Verfolgung ihrer jüdischen׳ Kollegen durchführen. Noch ■immer müssen jüdische Studenten׳, die ihr Studium zu Ende führen wollen׳, soweit'!die Mittel es ihnen erlauben, ausländische Universitäten aufsuchen. In der Regierung selbst sitzen auch heute noch!Männer, die versuchen, die Vorgänge in Großwardein als einen ״belanglosen Zwischenfall“ hinzustellen und die keine Bedenken haben würden, die an den rumänischen Umversitäten glimmende antisemitische Kohle zu einem Brande zu!entfachen, sioferne ihnen dies politisch׳ als nützlich erscheinen würde. An dem guten Willen ßratianus wird indes von keiner Seite gezweifelt.!Der Vizepräsident der Union rumänischer Juden m Amerika Herr Leon Fischer, der soeben aus Rumänien׳, wo er von Regierung und Behörden gefeiert worden war, nach!New York zurückgekehrt ist, eiklärte in einem Gesprach mit ■dem Vertreter der Jüdischen Telegraphen-!R. Sabfoatai (Hakohen zeichnete sieh bereits in der Jugend durch einen außergewöhnlichen Scharfsinn und eine tiefe Gelehrsamkeit aus. Auf seine poesievolle Sprache in den סליחות Büßliedern, zu den Verfolgungen unter Chmielnicki im Jahre 1648 wurde der christliche Gelehrte in Leipzig Valentin׳! Widrich aufmerksam und korrespondierte mit ihm in hebräischer Sprache. *) R. ■Saibbatai Hakohen und R. David Halevi, der טורי 1הב schlossen den zweiten Teil des Schulchan Arucli ab. Der vierte Teil, השן המשפט־61ס kam durch R. Sabbatai ׳Hakohen un.d R. Jehoschua Falk חסמ״ע zum Abschluß. In seinem 24. Lebensjahr beendet der ש״ך seinen Kommentar zu Joreh Deah. In diesem gibt der Verfasser die Quellen zu Karo und Isserles an. Sodann führt er die verschiedenen Ansichten der פוסקים an, worauf er die Entscheidung trifft. — Der Kommentar des R. Sabbatai Hakohen zum Schulchan Aruch gehört ,zu den bedeutenden Werken der nachtalmudischen Literatur. Mit einer Tiefe und Logik unterzieht er alle früheren פוסקים selbst die פוסקים ראשונים wie den Ramban, den Rosch und Tur einer Kritik. In den Selichoth auf den 20. Siwan 5408 (1648) und in seinem מגילת עיפח schildert R. Sabbatai Hakohen die Leiden der Juden unter Chmielnicki. — Das Werk נבורות אנשים des R. Sabatai Hakohen ist eine Ergänzung zum § 154 des dritten Teiles des Schulchan Aruch. Sein תקפץ כחן wurde von R. Jonathan Ebuschütz gekürzt und dem Wreke אורים ותומים beigedruckt. Agentur, er habe volles Vertrauen zum Premierminister Bratianu und dem Innenminister Duca, daß sie bestens Willens sind, das ihm, Fischer, gegebene Versprechen, daß allen Judenverfolgungen in Rumänien mit den schärfsten Mitteln entgegengewirkt werden würde, zu halten. In den letzten zwei Jahren, fuhr ׳Herr Fischer fort, hat die Lage der Juden in ׳Rumänien eine ■Wendung zum!Besseren genommen. Wenn noch heute eine gewisse Spannung zwischen verschiedenen Teilen ■der Juden schuft und der Regierung besteht, so ist dies darauf zuriiekzuführen, daß die Judenschaft in Rumänien noch ,nicht organisiert ist and deren Führer keine homogenen Ziele verfolgen. Man darf nicht ׳vergessen, ׳daß das heutige Rumänien erst auf eine neunjährige Geschichte zu rückblickt. Die 'Meldung, daß die jüdischen Gemeinden in Transjordanien noch keinen Ersatz für Pogromschäden erhalten ׳haben, stimmt mit den Tatsachen nicht überein; er sei noch im Juni1 von der Union rumänischer Juden in Bukarest informiert worden, daß bereits 75.000 Dollar an Entschädigung gezahlt worden snid; Premier Bratianu hätte ihm gesagt, daß unverzüglich weitere 25.000 Dollar zur Auszahlung gelangen werden. Der Antisemitismus in Rumänien ist kein Regierungs־ Postulat, er beschränkt sich fast ganz auf die Studentenkreise. Die Studentenvereinigungen werden von der Regierung in Schach gehalten, so daß ■dieser Infektionsherd als isoliert angesehen werden kann. flflCOTCHTEfl Zur Beachtung! Auf vielfachen Wunsch, der aus dem Kreis unserer aus den Ostländer stammenden Wiener Leser geäußert wurde, werden wir fortab הדלפת הנר ע1מצ״ש IDT nach den מנהג יתיקיי nach welchem unsere ostländischen Brüder sich richten, veröffentlichen; Die Zeitbestimmung wird uns allwöchentlich vom ״Hithachduth Jereim“ zur Verfügung gestellt. "התאחדות יראים" ווינה ״Hi&achduft lereim“ Vereinigung Thoragesetzestreuer Juden in Wien II., Heinestraße 30. T. 15. ב״ה ם/שוחטים . זמן הדלקת הנר עש״ק7;>. שעה 6 ע□ 53 מינוט זמן שקיעת החמה עש״ק שעה 7 ע□ 06 מינוט זמן הדלקת הנר מוצש״ק שעה 8 עם 05 מעוט Ein seltenes Jubiläum. Am 11. August vollendete Oberrabbiner Bmanuel Griinvald שליט״א sein 55. Wirkungs- Jahr als Rabbiner der!Oedenbnrger orth.-israelitiscben Kultusgemeinde. Er kam im Jahre 1873 an die Spitze der damals nur einige Mitglieder zählenden, kurz vorher gegründeten kleinen!jüdischen Gemeinschaft, nachdem er bereits vorher einige Jahre in Preßburg Rabbiner eines Thor a־Lehr ver eines gewesen; er kann somit auf eine nahezu 60jährige Rabbinatstätigkeit zurückblicken. Die , unansehnliche kleine Qe.dLegb^ger^.Qemeinde, welche.; nur ein kleines, gemietetes iBetlökal,besaß, wuchs unter seiner Hand zu einer der größten im heutigen Ungarn heran, welche mit allen rituellen!Institutionen und Einrichtungen ausgestattet ist. ׳Oberrabbiner Griinvald נ״ו übte durch seine große talmudische Gelehrsamkeit, mit!Bescheidenheit gepaarte!Liebenswürdigkeit lind sein tolerantes Wesen große ■Anziehungskraft und verschaffte sich ■die Achtung und Schätzung aller, die mit ihm in! Berührung’ kamen. ■Als Religionslehrer der!Mittelschulen, Seelsorger der Straf-. Streng כשד Geflügelhandlung unter Aufsicht des Ehrw. Rabbinates ,Adas Israel״ Zu jeder Tageszeit frisch gebratene Gansl Emanuel Schlesinger Tel. R-40-5-90 Wien, II., Große Schiffg. 5 Tel. R-40-5-90 Wie Oskar Slater verurteilt wurde.‘׳‘! Wie berichtet, erhält Oskar Slater, der im Jahre 1909 wegen Mordes unschuldig zum Tode verurteilt und dann zu lebenslänglichem Kerker begnadigt wurde, für die fast neunzehn Jahre, die er schuldlos im Kerker verbracht hat, von der englischen Regierung eine Entschädigung von achttausend Pfund Sterling. Die seinerzeitige Verurteilung von Oskar Slater erfolgte wegen eines Mordes, dessen er, wie es sich jetzt nach 19 Jahren herausstellt, irrtümlicherweise beschuldigt wurde. Der Mord an der Greisin. < In einer vornehmen Straße des elegantesten Viertels von Glasgow lebte eine 82 Jahre alte wohlhabende Dame, Miß Marion Gil Christ, die reichen Schmuck besaß. Seit 35 Jahren hatte sie diese Wohnung im ersten Stocki inne; sie lebte ganz zurückgezogen und hatte niemand bei sich als ihr Dienstmädchen Helen Lambie. Die alte Dame lebte in ständiger Angst vor Einbrechern und hatte mit der Partei unmittelbar unterhalb ih!r!e׳rl Wohnung ein Signal verabredet; drei Schläge auf den Fußboden! sollten bedeuten, daß Miß Gilchrist in Gefahr sei. An dem׳ finsteren und regnerischen Abend des 21. Dezember 1908 ging das Dienstmädchen wie gewöhnlich weg, um1 ein Abendblatt zu kaufen. Sie sperrte die Wohnungs!- tür ab und blieb im ganzen nur zehn Minuten aus. Innerhalb dieser zehn Minuten hörte Mr. Adams, der unterhalb' im Mezzanin wohnte, das verabredete Warnungssignal fortwährend wiederholt. Er eilte die Treppe hinauf und fand die Tür offen. Fast gleichzeitig mit ihm kam das Mädchen zurück und aus der Wohnung schritt ruhig und langsanj ein Mann, der dann mit blitzartiger Geschwindigkeit die Treppe hinabeilte. Mr. Adams und das Dienstmädchen fanden in der Wohnung die alte Dame auf dem Boden des Speisezimmers mit einem Teppich zugedeckt. Sie war totgeschlagen worden, der Schädel zertrümmert, der Körper wies mehr als 40 Wunden auf. Schränke und Schub7 laden waren erbrochen, Dokumente und Juwelen lagen in!Haufen herum, aber abgängig war nur ein Wertgegenstand, eine große Diamantbrosche. Mr. Adams und Helen Lambie konnten, obwohl der geheimnisvolle Fremde knapp an ihnen vorbeigegangen war, nur eine sehr dürftige Beschrei-!bung von ihm geben. Tage später teilte ein 15jähriges| Mädchen, Mary Barrowman, der Polizei mit, sie habe zur kritischen Zeit einen ״Mann mit einer schiefen Nase, licht־« braunem Ueberrock und einem runden Stoffhut“ sehr rasch Spendet für den der Adas Jisroel, Wien, fl., Nestroygasse 11 anstalten und Militär-Subsidiarseelsorger übte er auch außer seinem engeren Wirkungskreis im Gemeindeleben einen wohltätigen Einfluß auf erzieherischem und sozialem Gebiet. Er ist sozusagen der einzige!Rabbiner, der über ein halbes Jahrhundert an ein und demselben Orte ununterbrochen und unermüdlich auch heute noch sein Amt versieht bei vollkommener geistiger Frische und mit der von seinem Beruf erforderten scharfen Urteilsfähigkeit. ׳Als Sohn! einfacher, frommer ׳!Eltern im Dorfe Czecze bei Särbogard, Komitat!Fejör, geboren, kam er nach talmudischen Studien in seinem ׳Heimatsorte (!R. Mosche Giins ׳ זצ״לPinczehely und Kiskunhalas CR. Sußmann Sofer זצ״ל in ganz jungen Jahren nach Preßburg, wo er zehn Jahre hindurch zu Füßen des weltberühmten Ksav Sofer זצ״ל saß und sich auch die iKanzelrednerkunst vom unerreichbaren Magid R. F. Fischmann aneignete. In kurzer .Zeit war er der Lieblingsschüler seines!Rabbi, der ihn auch mit dem!Unterricht und der Erziehung seines Sohnes betraute. In enger Freundschaft war er während dieser ,Zeit mit R. Juda ■Grünwald, nachmaligem Szatmarer להבדיל בין הוב״ה ז״ל lind IR. Josef Chajim Sonnenfeld נ״ו, derzeiitgem Oberrabbiner des!Heiligen!Landes תותב״ב״א verbunden. ׳Infolge seiner hervorragenden!Eigenschaften erwählte ihn!Rabb. David iNeumann, Rosch beth-Din der Preßburger Gemeinde, zu seinem Schwiegersohn. Nach dem frühzeitigen Tode seiner Gattin ע״ה ehelichte er die Tochter des Neuhäusler, später Wiener Rabbiners!Rabbi Jizchok Kramer ז״ל mit welcher er nunmehr nahezu fünfzig Jahre in glücklicher Ehe lebt Zahnarzt Dr. U. Schächter ist von seinem Urlaub zurückgekehrt und ordiniert wieder von 1 bis 7!Uhr, Wien, XX., Petraschgasse 4—ö, Tür 1, Tel. A-41-6-49. Krems. Die Verwaltung der Wälder im Badeorte Krems a. d.!Donau!hat ■den jüdischen Kurgästen ■das Betreten ■der Wälder untersagt, worauf ein großer Teil der!jüdischen Gäste der benachbarten!Luftkurorte die Gegend verließ. Ihnen schlossen sich zum Zeichen des Protestes auch mehrere christliche Sommergäste an. Ischler Badebrief. Die Kunst, auf!Urlaub in einen geeigneten Kurort oder in eine schöne Sommerfrische zu gehen, um volle Gesundheit und gestählte Nerven zu erlangen, wurde bisher den Juden und insbesondere den ri 0 c’h g l'ä'u ,b i g e n Juden nirgends gelehrt. Außer ■den redaktionellen Mitteiilnngen einiger jüdischer Wochenblätter über arische Sommerfrischen, ׳‘Hotels und Pensionen, wo Juden nicht erwünscht sind, ist ider koscher essende Jude nur durch sehr spärliche Inserate in!den!׳ gelesenst'en!jüdischen Wochenblättern auf einige bekannte Kurorte und. ׳Sommerfrischen aufmerksam gemacht. ' Die K׳urliste vo.fr■!Bad Ischl weist heute' 8600 Kurgäste aus, die überwiegend Juden sind, darunter sehr viele sehr alte Leute, w'eJ'che in jeder Weise, also auch im• Glauben, (konservativ sind. Nach den vielen herrlichen, aussichtsreichen, auch für ältere Personen nicht ■anstrengenden Spaziergängen treffen sich die!koscher essenden Juden außer bei der ausgezeichneten Kurmusik und dem Cafe Esplanade!((früher Walter),!welches sich durch eine Terrasse vergrößert und verschönert hat, in •drei ■koscheren Speisehäusern׳, welche teilweise durch ihre besonders-, höhen Preise das Rituelle betonen. Jüdische Restaurateure, di'e gleichzeitig sowohl den Ansprüchen ׳der orthodoxen als. auch den : anderen Juden gerecht werden* könnten, würden hier schöne, ■dauernde Existenz finden. Zahlreiche Villen, Häuser und besonders viele!Baugründe sind verkäuflich und wären hier für־ Juden günstige Siedlüngs- und Erwerbm'ög'lichkeiten. Das gleiche gilt!für ■das übrige schöne iSalz'kammergut. So hat ein Geschäftsmann kürzlich ein ׳Bauernhaus auf der Straße ■zwischen Bad- ׳und 1Alt־Aussee erstanden und laufen gesehen.! Die Polizei erließ darauf Fahndungsschreiben nach zwei Männern. Der Indizienbeweis. Eines Tages erfuhr die Polizei, daß ein Deutscher* namens ״Oskar“ versucht habe, einen Pfandschein über« eine Diamantbrosche zu■ verkaufen. Es stellte sich herauis, daß dieser Mann der in Halbweltkreisen bekannte Oskar; Slater war, der inzwischen nach Amerika gefahren wai^ Bei seiner Ankunft in New York wurde Slater verhaftet(, in seinem Koffer fand man einige Taschenwerkzeuge, darfcmted einen, winzigen Hammer. Helen Lambie. Mary Barrowman und Mr. Adams wurden von der Polizei nach New! York gebracht, um Slater zu identifizieren. Ihre Aussagen; waren aber widerspruchsvoll und sehr zögernd. Im Aus-;lieferungsverfahren beteuerte Slater seine Unschuld und wiederholte immer wieder, daß er die Ermordete überhaupt nicht gekannt habe. Er erklärte sich aber schließ!- lieh bereit, mit der Polizei freiwillig nach Schottland zurückzukehren. In der Verhandlung vor den Geschworenen glaubte Mr. Adams, Slater mit dem gesuchten Verbrecher identifizieren zu können. Die beiden Mädchen wollten zuerst absolut nicht ihn als den Mann bezeichnen, den sie am! kritischen Tage gesehen hätten, gaben aber später unten dem Druck der Kreuzverhöre nach. Slater konnte beweisen, daß die von ihm versetzte Diamantbrosche sein, Eigentum und niemals im Besitze der Ermordeten gewesen! war; und seine Behauptung, daß er offen und ohne alle! Heimlichkeit nach Amerika gefahren sei, stellte sich auch als richtig heraus'. Der Richter Lord Guthrie nahm in seinem Resümee gegen den Angeklagten Stellung. Die Ge« schworenen sprachen Slater mit neun gegen sechs Stirnmen schuldig. In gebrochenem Englisch schrie Oskar Slater auf: ״Mein Lord, Vater und Mujtter! Ich weiß von der Sache nichts, absolut nichts. Sie verurteilen einen unschuldigen! Menschen.“ Er wurde zum Tode verurteilt. Zwanzigtausend Menschen unterschrieben eine Petition für seine Begnadigung und knapp vor dem für die Hinrichtung angesetzten! Tage wurde die Strafe in lebenslängliches Zuchthaus umgewandelt. Nun ist Slater nach dem Martyrium von neunzehn Jahren, die er unschuldig im Kerker verbracht hat, endlieh der Nachweis gelungen, daß er nicht der Mörder der unglücklichen Frau in Glasgow war.

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