Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1928-08-03 · 30 (3.8.1928) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
30 (3.8.1928)
Date
1928-08-03
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2629891-2630244-2630273--3042-2634992
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 194 JÜDISCHE PRESSE Nr. 30 Sorgfältigste Lieferung in plombierten Säcken von 1 Sack SO kg angefangen franko Haus, ebenso in Fuhren und Waggons 5* JULIUS HABER Kohlen- und Koksgroßhandlung Nordbahnrutschen Wien, II., Taborstrafle 9 3! Kohlenhof Nr. 372-376 Fernsprecher Nr. 41-0-22 errichteten!Darlehenskasse gelang es!den orthodoxen Führern der Lodzer Aguda, eine Großbank zu schaffen, die berufen ist, auf wirtschaftlichem Gebiete geradezu Mustergültiges zu ׳leisten. Die!Rationierung der Wirtschaft wird jetzt in Polen begonnen und da ist es von ungeheurer Wichtigkeit, daß die orthodoxen Interessen auf wirtschaftlichem Gebiete eine finanzielle Rückendeckung besitzen. Erfreulicherweise ist die Bestrebung zur Zusammenfassung der wirtschaftlichen Kräfte und zum Ausbau der finanziellen Hilfsmittel nicht nur in Lodz, in diesem großen jüdischen Zentrum, vorhanden, sondern auch in anderen wichtigen Gebieten Polens. In Warschau selbst wird eine Zentrale dieser orthodoxen Banklinstitution geschaffen. Das!Beachtenswerte 'an diesen!Bankgründung'cn ist, daß sic durchaus ■keine Inflat'ionscrscheinung darstellen, sondern einen gesunden Wirtschaftliehen Kern in sich bergen. So h'at nach dem jüngst erschienenen Ausweis d'ie Agüdabank in Bend'in 10 Prozent Dividende ausgeschüttet, 10 Prozent an Reserven zuriickgeilcgt und außerdem verschiedene soziale Institutionen mit namhaften Summen bedacht.!Die Orthodoxie in Polen ist endgültig erwacht und sie tut ihre Pflicht sowohl auf religiösem wie auf sozialem, und ökonomischem Gebiete vollauf. S. W. Lord Balfour 80 Jahre alt. lAm 25. Juli beging!Lord ׳Balfour •in körperlicher ׳und geistiger!Frische seinen 80.!Geburtstag. Der edle Lord hat seinen iN!a!men nicht nur in die Annalen *England» mit goldenen Lettern eingegraben, sondern ihn auch^mit der jüdischen Geschichte ׳verknüpft.!Die berühmte Erklärung der englischen Regierung vom •2.!November 1917 über das!historische ׳Recht des jüdischen ׳Volkes auf Palästina trägt seine Unterschrift und wird B!a 11 0 u r - ID e ■k 1׳ a r a t i 0 n genannt. Diese Deklaration hat während der zehn Jahre ihrer Existenz mannigfache Deutungen erfahren.!Ihr Sinn ׳ist .nicht klar, aber ■das eine steht!feist, da׳ß sie hei all ähren (Mängeln einen Markstein im (Leben des jüdischen Volkes bedeutet, dem s,ie eine große Chance bot. Die Orthodoxie, der thoratreue Teil des .jüdischen Volkes, hat diese ■Chane‘ noch nicht aiisgeniitzt. Aber auch ihr bedeutet die ■Balfour-Deiklaration eine große Möglichkeit. E!s ist nicht uninteressant, daß der große Führer der Orthodoxie in Ercz Jisroel,!Rabbi Ghaijm Sonne nie ld ebenfalls s.!G. w. in diesem Jahre seinen 80. Geburtstag begeht.!Hoffentlich werden diese Ereignisse die Orthodoxie än •ihrem Palästina-Willen bestärken und durch rege Ar-!beit für Erez Jisroel der Baifour-IDeklaration einen Sinn geben, der auch dem thoratreuen Judentum ׳ermöglicht, die iBalfour-Deklaration ohne ,jede Einschränkung 1a׳ls ein ■historischs Datum zu feiern. Geschäft und Politik. Unter obiger Ueberschrift beschäftigt sich ״Das jüdische Volksblatt“, Leipzig, mit den Geschäftspraktiken des Lord Melchett, dessen jüdische Qualitäten wir schon öfters beschrieben haben. Um unseren geschätzten Lesern ein möglichst vollkommenes Charakterbild dieses edlen Lords zu geben, bringen wir den Artikel des Leipziger zionistischen Blattes : zum Abdruck. D. R. Lord Melchett, vor kurzem noch simpel Alfred Mond sich nennend, spielt den Protektor der zionistischen Arbeit, von einem Boden sehr reeller Tatsachen ausgehend, führt den Ueberwachungsausschuß, der dem Palästinaaufbau zur / Rentabilität seiner Geschäfte verhelfen soll. Und nur so in den Pausen der Verhandlungen schielt er ein wenig, wie es scheint, nach den Kalischätzen des Toten Meeres. Man spricht davon, daß in diesem Meer unermeßlichn Reichtümer tot dalägen. Mit seinen Schätzen soll man zweimal die ganzen Nationalschulden Englands decken können. Es kann wohl auch sein, daß die Erwartungen ״tote“ sind'. 'Doch hegen die Interessierten große Hoffnungen. Bedeutende Kalischätze im Toten Meer bedeuten das Ende des deutschen Kalimonopols, wenn nicht die Deutschen oder besser der Deutsche Chemietrust, die I. G. Farben־ Industrie, es verstehen, auch dieses Kali an sich zu bringen. Das zu verhindern, gebietet englisches ״National“- und Melchetts ״Wirtschafts“interesse. Man versteht, daß in England die Oeffentlichkeit ein wachsames Auge auf diese Frage hält. Die Hauptaufgabe war, einen Konzessionär für die Ausbeutung des Toten Meeres zu finden, der dem englischen Säckel möglichst viel einbringt und der die Kreise des englischen Chemietrusts nicht stört. Der geeignetste ist in jeder Hinsicht Lord Melchett, der Beherrscher der englischen Chemie. Als dem zionistischen Ingenieur Novemeyski prin“ zipiell die Konzession von der englischen Regierung zu׳• gesagt wurde, glaubte man allgemein, daß hinter Novemeyski Lord Melchett stehe. Alles schien in bester Ordlnung. Bis vor einiger Zeit die Vorstöße im englischen Parlament ,gegen die Erteilung der Konzession an Novemeyski begannen und nicht aüfhören wollen. Wohlgemerkt: seit einiger Zeit. Das heißt, seit die Verhand♦• langen!»wischen dem englischen, von Melchett geführten Chemietrust mit der I. G. Farbenindustrie gescheitert sind. Seit damals ruhen die Angriffe gegen Novemeyski nicht und sie werden immer angeführt von der Partei, der Melchett auch erst seit einiger Zeit angehört, von den kein;esjwegs philosemitischen Konservativen. Die von ihnen vor einigen Tagen erneut, 11m die Konzession entfachte Debatte scheint etwas Licht in die ganze Affäre zu bringen. Der konservative Abgeordnete Bury machte dem Kolonialminister schwere Vorwürfe, daß er das Angebot zur Konzessionserteilung des Zionisten Novemeyski, hinter dem deutsches Kapital, und zwar die I. G. Farben, stehe, berücksichtigen wolle. Er habe also da, wo man den Deutschen das Monopol hätte abkaufen können, es Deutschland in die Hände gespielt,. Er führte ferner an, daß der I Kolonialminister das Gesuch der Novemeyski-Gruppe »tim * Kleiderstoffe, doppellbreit . S 1.90 KostUmstoffe, 140 breit S 2.90 Rips-Fagonä, alle Farben . . S 3.90 Kleider-Rips, doppeltbreit . . S 4.90 Wipcord für Herrenanzüge . S 14.90 SchenRen Sie uns nicht blindlings Ihr Vertrauen, sondern überzeugen Sie sich durch einen unverbindlichen Besuch von der reellen und ungewöhnlichen Billigkeit unserer Angebote in ÜHJAHRS- F FE Kasfca für Kleider . . S 2.90 Schotten und Pepita, dpplbrt. . S 2.50 Mantel-Covercoats, 180 breit S 8.90 Kasha, für Mäntel, 140 breit S 9.80 Herren-Anzugstoffe, 140 breit S 12.50 Herrenhemdan, weiß und färbig . S 2.90 Herrenhemden mit Seidendamastbrust. S 3.90 Damenwäschegarnituren, ajouriert u. gestickt, Hemd oder Hose . . . . . S 1.98 Hemdhose, ajouriert und gestickt. . S 2.90 Batist-TaschentUcher, gestickt . . nur 20 g Warenhaus Brüder Oesterreichische Spezialbettwäsche bekannte Schutzmarke mit herrl. Toledo- Stickereien zu staunend billigen Preisen " II., Tabor- Straße 48 Billiger Sonder-Verkauf auch in allen anderen Abteilungen so weniger berücksichtigen dürfe, als das Angebot des englischen Majors Fulloch weit ,älteren Datums sei. Dieser habe sich bereit erklärt), 1 bis 2 Millionen Pfund in dem Toten Meer-Geschäft zu investieren. ״Ist es nicht töricht!, an einem solchen Angebot achtlos vorbeizugehen? Wie lange noch wird der Minister mit Herrn Novemeyski, der auf solche Garantien keineswegs hinweisen kann, die Zeit vertrödeln?“ Der Kolonialminister Amery gab sich zwar den Anschein, sich unefo Novemeyski zu verteidigen, er wollte auch nicht davon wissen, daß hinter Novemeyski deutschcs Kapital stehe. Aber, fügte er beruhigend hinzu, daß vorläufig nur die prinzipielle Akzeptierung des Angebotes Novemeyski ausgesprochen sei. Aber das heißt noch nicht, daß er auch die Konzession wirklich bekommen werde. Die Angelegenheit sei hoch Gegenstand umfangreicher Korrespondenzen. Aber das Ministerium sei bestrebt, die Angelegenheit so rasch wie möglich zum Ab- Schluß zu bringen. So ist es. Sollte Melchett gegen Novemeyski sein, so wird die Korrespondenz zu keinem Ergebnis führen. Und Novemeyski wird sicher nie die Konzession erhalten. Unter dem Zylinder des Mitgliedes des Oberhauses Lord Melchett zerbricht sich ein Gehirn den Kopf, wie private Geschäftsinteressen am besten mit den ganz großen zionistischen kombiniert werden können. Nachrichten. Zur Beachtung! Auf vielfachen Wunsch, der aus dem Kreis unserer aus den Ostländer stammenden Wiener Leser geäußert wurde, werden wir fortab זמן הדלהת הנר עומצ״ש nach den מנהג ותיקין nach welchem unsere ostländischen Brüder sich richten, veröffentlichen. Die Zeitbestimmung wird uns allwöchentlich vom ״Hithachduth Jereim“ zur Verfiigung gestellt. "חתאחדות יראים" ווינה ״ ׳'Hitachdut Jereim“ Vereinigung Thoragesetzestreuer Juden in Wien II., Heinestraße 30 T. 15. ב״ה פ׳ עקב זמן הדלקת הנר עש״ק שעה 7 עם 16 מעוט זמן שקיעת החמה עש״ק שעה 7 ע□ 29 מעוט זמן הדלקת הנר מוצש״ק שעה 8 עם 28 מעוט Die Generalversammlung der Jessod-Hathora. Sonntag, den 12. Aw fand, die Generalversammlung der Jessod-Hathora statt. Nachdem der Obmann des Schul- •Vereines, Herr Wolf Pappenhcim, die erschienenen Mitglieder und den Vertreter der Isr. Kultusgemeinde, Herrn Albert Breuer, der ,,Adass-Jisroel“, Herrn Richter, des Beth 'Hamidrasch, Herrn Isidor Frommer, und die der iibrigen Körperschaften begrüßte, gedachte er der in den letzten zwei Jahren ■verstorbenen Mitglieder, die stets bemüht waren, die!Erhaltung der Lehranstalten!zu •ermögliehen. Einen besonders warmen Nachruf hält der Vorsitzende dem Vorstandsmitglied Bernhard!Klein ז״ל und dem erst vor einigen Wochen verstorbenen, Oberlehrer D. H. Oesterreicher ז״ל der mehr als 30 Jahre als Erzieher und Lehrer sein Bestes der jüdischen Jugend gab und der es verstand, viele Generationen für die תורה zu begeistern. Seine Lehrerfolge bei der Jessod-Hathora werden ■ihm ein ehrendes Andenken sichern. Hierauf wurde der Tätigkeitsbericht, der sich ■auf die letzten zwei Jahre erstreckte, verlesen, aus welchem das Emporblühen der Anstalt festgestellt werden konnte. Mehr als 400 Schüler und ■Schulerinnen wurden im letzten Schuljahre zu wissenden und begeisterten Juden und Jüdinnen herangebildet ,und es entspricht nur den Tatsachen, wenn man behauptet, daß jene Jugend, die ein höheres Maß jüdischen Wissens besitzt, deren Gesinnung dem überlieferten Judentum unwandelbare Treue bewahrt, aus der Jessod-Hathora hervorging. Absolventen sowohl was Wissen als auch יראת שמים anbelangt, von allen ישיבה " Leitern, ׳wo selbe nach Be- Besonders wurde auf die allgemein anerkannten Leistungen des ״ganztägigen Kurse s“ ■hingewiesen, dessen endigii.ng dieses Kurses weiterlernen■, als in jeder Beziehung rühmenswert, ja als die ״Vorzüglichsten“ ■bezeichnet werden. Die Jessod-Hathora hat aber nicht nur für den pn!t1!1!1111n₪(1!111(111(!t1₪n | Lloyd Sahaudo, Genua ן ן Expreßverkehr nach Nord- und ן | Südamerika. j § Nach Südamerika auch Elldampfer §f | nur für III. Klasse. | | Eilverkehr nach Australien. g ( Repr.: Ulen L, Kolowratrins 4. | ^ווו|!1ןןןןןןן!ןןןן!ןןןןןןןןןןןןןןןןןןןןןןןןןןןןןןןןןןןןןן!ןןןןןןןן!ןןןןןןן!ןן!ןןןןןןןןןןןןןןןןןןןןןןןןןןןןןןןןן!ווווו1(1ווו111ו1וש!ווווווו!וו1[|^ Geist, sondern auch für den ■Körper gesorgt. Erhalten doch die Kinder des Kindergartens eine ausreichende, gute ■und schmackhafte Verköstigung. Mit Freude konnte man bei diesen Kleinen eine bedeutende Gewichtszunahme feststellen, die in diesen! Alter sicherlich nicht unterschätzt werden darf. Durch einen Gönner war es möglich, eine stattliche Anzahl von Kindern mit Winterkleidern zu versorgen. Erwähnt sei noch, daß eine große Zahl der Schüler mit ספרים, ציצית, Viele sogar mit הסילין!versehen werden mußten. Alle diese Leistungen erfordern einen großen Aufwand an Mühe und selbstlose Hingabe für das erstrebenswerte Ziel der יסור התורה. Allen, die zu diesem Erfolge verholfen, Herrn Oberrabbiner ׳S. Fürst, der mit Rat ׳und Tat der Schule beisteht, dem Direktor der Anstalt, Herrn Rabb. S. Neuwirth, dem Lehrkörper, den Freunden und Gönnern der Jessod-Hathora, besonders aber den Eltern, die trotz der trostlosen Zeit ihre Kinder dem ״Lernen“ zuführen, sprach der Obmann seinen ׳Dank aus, mit der- Bitte, auch in der Zukuaft ihre Opferfreudc nicht sinken zu lassen.!Der Kassier der Jessod-Hathora, Herr!Leopold Lederer, erstattete den Kassabericht. Das Budget betrug pro Jahr zirka S 50.000. Obgleich manche Einnahmequellen durch die Wirtschaftskrise versagten, war cs dennoch rnöglieh, die nötigen Summen, wenn auch mit Schwierigkeiten verbunden, zu sichern. ' Es zeigt von einer besonderen סיעתא דשמיא, wenn in diesen schweren Zeiten für die ,heiligen!Zwecke unserer 'pH ת1רה solche!Beträge aufgebracht werden konnten. Herr Wolf Pappenheim bemerkt zum Kassabericht, daß die Aufbringung und Bereitstellung dieser großen ׳Mittel der mühevollen Tätigkeit des Herrn Rabb. *Neuwirth und des Herrn Leopold Lederer ,zu verdanken sind.!Der Revisor, Herr Emil Stroh, erstattet Bericht über die stattgefundene Revision. Er fand die Buchführung und die 'Kassagebarung in mustergültiger Ordnung und beantragt, dem Vorstand das Absolutorium zu erteilen, welcher Antrag von der Generalversammlung einstimmig angenommen wurde. Bei der darauffolgenden Wahl wurde der bisherige Vorstand neu,gewählt. Der Vertreter der Isr. 'Kultusgemeinde, Herr Albert Breuer, feiert in einer schwungvollen Ansprache die Verdienste der Jessod-Hathora lim die!jüdische Jugenderziehung •und Belehrung. Er dankt Sr. Ehrw. •Herrn Oberrabb. S. Fürst נ״י für seine häufigen Inspektionen, dem Direktor Herrn Rabib. S.!Neu׳wirth ■für seine finanzielle und :pädagoigische •!Mitarbeit, dem Vorstand für die iMirhc, in unseren Tagen ein solches Schul werk zu erhalten. ■Nachdem der Obmann, Herr!Wolf Pappenhcim,!mit Freude das rege Interesse, das die Adas-Jisroel und ,andere Körperschaften für ,die Lehranstalt zeigten, hervorhebt und hiefür dankt, schließt er die Generalversammlung mit dem Wunsche, daß die יסודי התורה ■nicht nur weiterbcstehe, sondern baldigst so ausgebaut werde, daß ׳alle sich meldenden Schüler Aufnahme finden können. ■Bei ׳Stuhlverstopfung. Verdauungsstörungen,!Magen- ■brennen. Wallungen, ,Kopfschmerzen, allgemeinem Unbehaben nehme •man früh nüchtern ein!Glas natürliches ״tFranz-Josef“-Bitterwasser. Nach den an ■den,!Kliniken: für innere ■Krankheiten gesammelten Erfahrungen ist das Franz-Josef-Wasser ein äußerst wohltuendes ■Abführmittel. Sauerbrunn (Burgenland). Der שבת נחמי brachte uns •Sauerbrunner Kurgästen •eine richtige ■Nachkur für die Bitternisse des Tischah 1b’A׳w. Die ■jüdische ■Kurverwaltuug, will "sagen׳!die •Kurgaboim, hatten die glückliche 1Idee, Herrn!Br. Deutsch, Direktor der iBudapester orthodoxen •Schulen, .zu veranlassen, uns einen •Vortrag zu halten,!Herr Dr. Deutsch führte aus, d*a׳ß ■ebenso wie die Trauer des Tischah b’Aw für alle Zeiten lebendige *Geltung ■habe, auch das ׳Naohmuwort für alle G01usge!sch׳lechter unveränderte Aktualität behalte. Es zeigt uns die unlösliche Verbindung des Sinaigesetzes ׳mit dem jüdischen ׳Volke, dessen Aufriehtung und Wiedergeburt durch kein Mittel und durch keine ,Methode zu erreichen ■sei, als durch strenge Enthaltung und .!Befolgung der Thoravorschriften. Mit de׳m gespanntesten!Interesse folgte die zahlreiche Zuhörerschaft der streng!folgerichtig aufge'bauten Rede, die jede *politisch!klingende!Note *zu verhüten wußte.!Die ■edle, gebildete Sprache entzückte alle um!so!mehr, als es der!Redner!verstand, (jeden!aufdringlichen rhetorischen Aufputz zu vermeiden. Der schlichte und doch so vornehme Ton, den nur die auf echter lUeberzeugung aufge- *baute Wahrheit finden •kann, riß alle hin und die Art, in der von allen Seiten das גמרא״שיעור dem• *Redner entgegenklang, zeigte, daß die aus dem warmen jüdischen Herzen kommenden׳ Worte!echte Begeisterung geweckt und den 1Weg ■zum ■jüdischen Herzen gefunden haben. B. I. Hallo, hallo, hier Radio Wien auf Weile: Hotel und Rcstaurationswesen Fran!kfu׳rt a. M. Es ist eine traurige Tatsache, daß unzählige, rituell einwandfrei lebende Reisende die *jüdischen Hotels meiden, meist mit der Begründüng, den nötigen Komfort nicht zu haben. Diese Ein- Wendung mag wohl da und!dort stichhältig sein, darf aber nicht verallgemeinert werden, um so weniger, als wir jüdische!Hotels haben, •die sich den führenden christlichen Häusern würdig an die Seite stellen dürfen. Das Hotel Ulrnann, Frankfurt a. M., in zentraler Lage, über ein Menschenalter im Besitze der!Familie J. Ries, gehört :zu den letzteren. Von jeher aufs beste eingerichtet, werden in allernächster Zeit sämtliche Zimmer mit kalt- und warmfließendem Wasser und Staatstelephon versehen, somit das ganze Haus aufs modernste umgestaltet! Die Küche ist als vorzüglich bekannt, wofür derselben höchste offizielle Anerkennungen zuteil wurden. Die!Fremdenzimmer, Speisesäle, Schreibzimmer usw. sind als gediegen, .zu bezechnen, und es liegt wahrlich kein Grund vor, ,dort koscher zu essen und trefe zu wohnen! Wer einmal da gewohnt hat, wird auch immer wieder gerne dort ■absteigen, um so mehr als die aufmerksame, liebenswürdige Bedienung im Hause Ulmatm traditionell is׳t. * J. F.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.