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Jüdische Presse · 1928-07-06 · 26 (6.7.1928) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
26 (6.7.1928)
Date
1928-07-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 178 JÜDISCHE PRESSE Nr. 26 Herr Julius Holla n der, Frankfurt a. M-, gab für die praktische Arbeit des Vereines wertvolle Anregungen und unterstrich die Forderungen des Herrn Goitein. — Der Vorsitzende, Herr Arnold Colin, Hamburg, beschloß die öffentliche Versammlung mit der Verlesung der Ber grüßungsschreiben, die von den Herren Rabbinern der Umgegend, von den Lokalkomitees und von befreundeten Vereinen eingegangen waren, und eröffnete alsdann nach; kurzer Pause die Mitgliederversammlung durch Erstattung des Geschäftsberichtes. Aus diesem sei erwähnt, daß dejr: Verein das Gebiet seiner Tätigkeit im vergangenen Jahre wiederum erweitert und eine größere Anzahl von Restaur rationen, u. a. in P o 1 e n, in das Register aufgenommen! hat. Der Bericht erwähnt ferner u. a. die *Bemühungen de£ Vereines um die Ausbildung von jüdischem Küchen- und Hauspersonal sowie um die angemessene Unterbringung von erkrankten Mitgliedern der ReichsversicherungsanstahJ für Angestellte. Bemerkenswert ist ferner, daß während des Berichtsjahres sieben akademische Mensen vom Verein gegründet, beziehungsweise subventioniert wurden* und daß die Errichtung von weiteren Mensen in nächster Zeit zu erwarten ist. Das Register der Speisehäuser weist einen effektiven Zugang von 51 Häusern auf. In den Heften des Vereines werden neuerdings auch rituell zuverlässige Heil- und Erholungsstätten angeführt. Dem Geschäftsbericht folgte der durch den Kassier, Herrn Iwan Meyer, Hamburg, erstattete Rechenschaftsbericht, der mit dem Wunsch ausklingt, daß die Gönner; des Vereines durch erhöhte Zuwendungen dazu beitragen mögen, die Tätigkeit des Vereines zu erweitern. In der darauf folgenden Diskussion empfiehlt Herr Oberrabbiner Dr. Carlebach die Anstellung eines Propagandasekretärs und gibt auch sonst wertvolle Anregungen, insbesondere auch für die Ausgestaltung der Hefte. — Herr Dorfzaun, Frankfurt a. M., weist auf das Mißverhältnis zwischen der Tätigkeit des Vereines und seinem niedrigen Budget hin und unterstreicht in diesem Zusammenhang, was bereits vom! Vorredner betont worden ist, daß die jüdischen Gemeinden und Verbände die Pflicht hätten, den Verein kräftig zu unterstützen. Der Redner tritt auch für eine intensivere Zusammenarbeit mit den gesetzestreuen Rabbinerverbänden ein. — Herr Julius Loewenthal, Eschwege, stellt mit Bedauern fest, daß die große jüdische Oeffentlichkeit sich für die Arbeit des Vereines nicht in dem Maße interessiere, wie diese es erheische. Er verweist insbesondere auf die schwierige und verantwortungsreiche Tätigkeit der Kaschruthkommission des Vereines und würdigt #im Anschluß daran die Tätigkeit des kürzlich dahingegangenen Herrn Rabbiner Dr. Loewenthal s. A., Berlin, dessen Andenken die Versammlung durch Erheben von den Plätzen ehrte. Der Redner benützt die Gelegenheit, um dein Mit;- glied' des Vorstandes Herrn Rabbiner Dr. Jacobson, Ham,־ bürg, für seine Mitarbeit zu danken und ihm anläßlich seines Doktorjubiläums zu gratulieren. — Herr Saalr heimer, Würzburg, Mitglied des Bayrischen Landesverbandes, meint, in erster Linie seien die Landesverbände verpflichtet, den Verein in seiner Tätigkeit zu unterstützen und verspricht, sich in dieser Beziehung bei dem Bayrischen Landesverband energisch einzusetzen. — Der Vorsitzende geht auf die verschiedenen Anregungen ein und weist darauf hin, daß eine große Anzahl derselben schon von dem Verein teils mit Erfolg, teils ohne .solchen bearbeitet worden sei. Die Herren Dr. Eschwege und Dorfzaun, Frankfurt a. M., sowie Herr Barnass, Darmstadt, äußern verschiedene Wünsche betreffend die jüdischen Restaurationen und deren Aufnahme in das VereinsverzeichnSs‘. Der Vertreter des Vereines jüdischer Hotelbesitzer und Restaurateure, Herr Blum, Oberhof, spricht eingehend über die Errichtung von Restaurationen, über die Preisstellung in den jüdischen Speisehäusern im Verhältnis zu der in den nichtjüdischen und über den oft bemerkten Mangel an Interesse des jüdischen Publikums für die jüdischen Hotels. Die Diskussion, an der sich noch die Herren Oberrabbiner! Dr. Altmann, Siegfried Salomon, Grünglück und Dr. Eschwege beteiligen, wird von Herrn Rabbiner Dr. Höffmann beschlossen, der mit eindringlichen Worten auf den Mißrstand hinweistNdaß viele Glaubensgenossen, die im übrigen das Religionsgesetz respektieren, in nichtjüdischen Speise,־ häusern Fischspeisen u. ä. genießen. Der Redner tritt mit Energie dafür ein, daß insbesondere jungen Reisenden auf Wunsch ein billigeres Essen als das übliche Menü zur Verfügung gestellt werde. Diese letzte Anregung wird von dem Vertreter des Wirtevereines aufgegriffen, der außerdem darum bittet, Beschwerden über einzelne Wirte zunächst an den Verein jüdischer Hotelbesitzer und Restaurateure und nicht in die breite Oeffentlichkeit zu bringen.; In der darauf folgenden Vorstandswahl werden die Herren Rabbiner Dr. Jacobson und Jaffe, Hamburg, Nah than Bamberger und Emil H. Lehmann, Frankfurt a. M., Sally Wolf, Königsberg und Dr. A. Fraenkel, M.ünchen, wiedergewählt xmd für Herrn Philipp Feist, der, eine Wiederwähl ’abgelehnt hat, Herr Josef .Offenbacher neu gewählt. Nachdem noch einige Formalien erledigt waren, konnte der Vorsitzende die Versammlung mit der erfreulichen Fest•: Stellung schließen, daß die Teilnehmer vom ersten bis zum letzten Augenblick den Reden und Verhandlungen mit großem Interesse gefolgt seien. Rundreise in Oesterreich. Vom österreichischen K o n s v. 1 a t in Preßbürg werden wir um Veröffentlichung der nachfolgenden Mitteilungen gebeten: . Die österreichischen Bundesbahnen haben vor kurhem Rundreisekarten eingeführt, die beträchtliche Ermäßigungen beinhalten und zur einmaligen Rundfahrt durch Oesterreich berechtigen. Die Rundreise geht von einer österreichischen Grenze aus über eine feste, Wien berühr rende Route wieder nach einer Grenze zurück; meist sind für die Rundreise verschiedene Wege vorgesehen, dereai einen der Reisende nach seiner Wahl benützen darf. Ueber-i dies berechtigen die Rundreisekarten zur Lösung vonFahiäd karten zum halben Fahrpreis auf Linien, die nicht auf der Rundreiseroute liegen, sondern von jhr abzweigen. Auch mehrere Seilschwebebahnen gewähren den Inhabern der Rundreisekarten beträchtliche Ermäßigungen. Es bestehen derzeit ermäßigte Rundreisekarten von Passau, Salzburg, Scharnitz, Lindau, St. Margarethen, Buchs (St. Gallen), Gmünd, Bernhardsthal (Lundenburg), Marchegg und Nickelsdorf. Die Geltungsdauer der Rundreisekarten, die für die 2. und 3. Wagenklasse ausgegeben werden, beträgt zweü Monate vom Ausgabetag. Die Rundreisekarten sind in allen größeren Reisebureaus, woselbst auch die näheren Auskünfte erteilt werden, und in den Grenzbahnhöfen Passat^ Salzburg, Lindau, St. Margarethen, Buchs und Marchegg erhältlich. Ausführliche Prospekte werden über Verlangen auch von der ״österreichischen Verkehrswerbung“ der offiziellen Propagandastelle der Bundesbahnen, Wien, I., Nibelungengasse 4, zugesendet. > Schenken Sie uns nicht blindlings Ihr Vertrauen, sondern überzeugen Sie sich durch einen unverbindlichen Besuch von der reellen und Kleiderstoffe, doppeltbreit . S 1.90 KostUiftstoffe, 140 breit S S.90 Rips-Fagonä, alle Farben . . S 3.90 Kleider-Rips, doppeltbreit . S 4.90 Wipcord für Herrenanzüge . S 14.90 Kastia für Kleider. S 2.90 Schotten und Pepita, dpplbrt. . 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Herrn Olberrabbiner Fürst, des Vorstandes der ״Jessod-lHatihora“, der Vertretung der 1Isr. ׳Kmitusgemeinde und der ״!Aldas Jisroel“ in •überaus erbebender (Art statt. ׳Nachdem Herr •Olberinaibbi־ ner schmerz erfüllten Herzens ׳nochmals ides Verlustes, den ״Jessad-iHatihora“ durch iHtnscheiden des Oberlehrers D. FL Oesterreicher זצ״ל!in au Herzen driinigeiiden Wanten gedachte,!besprach er die ganz!besonders ztilfriedens teilt enden Leistungen der ״JessoddHathora“, von denen er sich ׳i!m vergangenen;Schuljahre oft überzeugt •habe, und spricht dem Vorstande und idem iLehrkönper •für ihre'(Mühe ,und aufopife- •riingsvot'le Tätiiglkeit!für!unsere 'תורה הלן den!besten Dank a־us.'Gs sprachen ,noch ,im!Namen des Vorstandes Herr ilsidor Frommer, i!rn iNaimen der Schulleitung Herr Ra'blb. S. Neuv/irth. •die in!begeisterten imnd begeisternden Wo!rten die ■ganz aaißeroirildentliehen Erfolge, die .,J esscd-Flatihora" lim letzten Jahre ׳ernungen, scMlIderten. Eis darf die Tatsache, daß selbst ,von ,den entferntesten Bezirken, aus allen!K׳reisen der jüdischen iBevölkernng •Wiens •die Schüller!in seieher Zahl!unserer!Anstalt zuströmten, daß •vieilc׳.!von ihnen wegen Platzmangels ahgewlesen werden!maßten,■ als die schönste Anerkennung ifiir!die ״Jessad-FJatihora“ gedeutet werden.!Mit dem Wunsche, Idaß die Schüler unld Schülerinnen nach körperlicher Erholung wieder ׳in diese heiligen Lelhrstätten der תורה zuriickkelhreiti mögen unld mit ׳einem schönen •Liede, ,gesungen von den!Kleinen ■des iKimdergartens. wurde!diese alle Teilnehmer!erfreuende Feier geschlossen. Aguda-Konferenz in Westgalizien. An der Konferenz, die vor kurzem die Aguda für Westgalizien und Schlesien in ,Krakau einberief, beteiligten sich nahezu 200 Delegierte. Im Mittelpunkt ׳der Tagesordnung stand die ,Reorganisation ■der Aguda, wie sie sich nach dem Ausgange der Sejmwählen als dringend ׳notwendig erwies, •lieber dieses Thema hält!Herr Einhorn ein längeres!Referat.!Herr F. Stempel •erstattet den;Bericht über die letzte Zentralrats- Sitzung in Warschau. ׳Er konstatiert, daß sich •die galizjsehe ׳Orthodoxie bei den letzten Wahlen ׳viel schwächer gezeigt ׳hätte, als ׳ihre 'Gesinnungsgenossen in Kongreßpolen. Während •dort nach der!Niederlage ein großes Erwachen •vor sich geht, ׳herrsche ■in Galizien immer noch Apathie. Er!plädiert für regere ,Propagandaarbeit. Die Zentrale in Krakau könne nur dann begründet werden, wenn eine große Anzahl von Ortsgruppen hinter ihr stehe. Herr David Rosenfeld (referiert über die!Presse. Die ,letzten Sejm wählen haben es bewiesen, was eine Presse für die •Organisation bedeutet. Außerdem müsse ■den sittlichen Schäden, die aus •der linksstehenden Literatur und. Presse ,für ■die Jugend drohen, ein wirksames Gegengewicht geboten werden. ,Redner wünscht •die Gründung einer Zentrale für Krakau. Eingehend bespricht!Herr Frank das Gemeindegesetz unter Betonung aller günstigen und ungünstigen Punkte für die Orthodoxie. ׳Nach Annahme einer Reihe von Resolutionen, unter anderem einer solchen zur Schaffung •einer Aguda-Zentrale für Westgalizien und Krakau, wird die Konferenz •mit einem feierlichen Schluß- Worte des Herrn Hirschhorn geschlossen. Die Gemeluderatswahlen In Pallenice. Sonntag, den 3. Juni fanden die •Gemeinderatswahlen in Pallenice statt. Die Orthodoxie trat mit einer Einheitsliste auf und eroberte sämtliche •auf die Juden entfallenden־ fiijw Gemeinderatsma׳n׳date. Dlie Zionisten haben •ihre ׳Mandate •nicht,behaupten können.!Es ist dies die dritte Probe, die die ־Orthodoxie mich den berühmt gewordenen Sejmwahlen bestand, lieb er all, wo seit dem ״Märzsieg“ der Zionisten Wahlen in öffentlichen Körperschaften stattfanden, hat sich die •Orthodoxie nicht nur behauptet, sondern neue Eroberungen gemacht. Die Gemeindewahlen in Polen. In den jüngsten Wochen haben in mehreren Gemeinden in Galizien und den 7&oths -a.2ßauphcßu&furJwaJi&b ■und JRäddiui mdOßni&Mdisrecäl 11. ülaJtzgassz 16 neuen polnischen Randgebieten die Wahlen in die jüdischen Gemeindevofstände auf Grund des Pilsudskischen Dekretes stattgefunden. Sie haben . überall durchschnittlich eine Zweidrittelmehrheit für die Orthodoxen gebracht, so daß die Befürchtungen, daß die Wahlen auf■ Grund des Pilsudskischen Gesetzes den orthodoxen Interessen widerlaufen, einstweilen keine Bestätigung' gefunden haben. Auch einige Wahlen in die politischen Gemeinden haben große Erfolge für die Aguda gebracht, unter an-* deren wurde Herr Moses Josef H e b e r - Kalisch, Mitglied des Zentralrates;der Aguda, in den Lodzer Stadtrat gewählt. Litauische Jugend. Aus Litauen kommt frohe Botschaft. Eine Jugend- :bevvegung im _ •besten Sinne, ׳jugendlich lind stark, ist daran, den •geistigen Aufbau von unten!herauf durchzuführen. 1242!junge ׳Mitglieder sind organisiert ,zu einem Jugendverbande unter dem!Namen ״Tifere Bachurim“, der nur zwei Lebensziele •hat, ein negatives und ein;positives. Negativ: Kampf gegen das lAmhoarazentum, positiv: Verbreitung •der Thoraikenntnis. Nicht soll in Vorträgen und Referaten über die Thora!gesprochen werden,!sondern in Lehrkursen dieselbe gelernt werden. Das •geistige tägliche Brot will der Verband •der Jugend, der!jüngsten und der älteren, bieten. Lernen und wiederum lernen, •von Ghumisch und!Rasölii angefangen, bis zur Gemoro und den Kommentaren. 35!Ortsgruppen zählt!bereits der Verband an 33 Plätzen. Die größte Gruppe zählt 126, •die ׳kleinste 15 Mitglieder. Die Parole lautet: Arbeit, nicht Kampf; Liebe, nicht Haß. Gewinnung der ׳Seelen und keine •Zurückweisung! Wie ein ׳Erwachen und •frohes Aufatmen geht durch •׳Litauens treuge'bliebene jüdische Jugend •bei dem Strahle, der aus den •Höhen geläuterten!jüdischen!Lebens an den Mussar.zentren •zu ׳i׳hr dringt und sie ׳zur Arbeit •ruft. Ein eigenes ,Organ hat der Verband in der Zeitschrift ״Zur Jugend“, •die in Kowno-Slabodko allmonatlich erscheint. ,Die uns vorliegende Nissannummer bringt Auf- Sätze vom Kownoer ■Raw, dem Wirballener Raw, Rabbi Hirschowitz, Artikel aus dem Nachlaß!Rabbi Feiwelsohns זצ״ל. Mussargedanken, Erinnerungen und vieles andere. Man spürt ■des warmen Blutes einen •Hauch, •das die Männer, die Jugendführer und die Jugend selbst zur Arbeit treibt. Den tapferen jungen Freunden ein herzliches Glückauf. חז״ק.!Das Fraueinwahlrecht in der United Synagogue. Wie bereits kurz gemeldet, bildete die Frage des Wahlrechtes der Sesselinhaberinnen in den Synagogen, die zur United Synagogue gehören, erneut Gegenstand der Beratung des Council und der ' Delegierten. Es waren 37S Synagogenvertreter anwesend. Der Antrag der Eint führung des Frauenwahlrechtes wurde von Dr. M. Epfstein unter Berufung auf die Erklärung des Chiefrabbi!, wonach das Frauenwahlrecht nicht gegen den Din vet> stoße, begründet. Mr. Soloman suchte die Bedenken zu zerstreuen, die .dahin gehen, daß die, Einführung des Frauen- Wahlrechtes nur den ersten Schritt auf der Bahn völliger Anpassung an die liberale Synagoge bedeute. Das Bes Din sei offenbar von solchen Befürchtungen beherrscht, wenn es im Gegensatz zum Chiefrabbi sich gegen die Einführung des Frauenwahlrechtes ausgesprochen habe. Aber man vergesse, daß das lebendige Interesse der Frauenwelt für die; Synagoge, das durch die Annahme , des; Antrages er*• kauft werde, die Bedenken aufwiege. Als Gegner des An(- träges traten die Herren H. H. Gordo.n und Isac Lan־ d a u auf. Ersterer machte geltend, daß der Chiefrabbi sich darauf beschränkt habe zu erklären, das Frauen Wahlrecht sei ״nicht gegen“ den Din; aber er habe damit die Ein־! führung durchaus nicht für wünschenswert erklärt. Mr. Landau wurde noch etwas deutlicher und teilte mit: er . habe über die Angelegenheit mit dem Chiefrabbi gesprolchen, der ihm erklärte, daß der gestellte Antrag, obgleich er nicht gegen den Din verstoße, doch keineswegs in Uebereinstimmung mit der jüdischen Tradition sei. Er und seine Freunde, so habe ihm der Chiefrabbi gesagt, täten' recht daran, das Frauenstimmrecht auf Tod und Leben zu bekämpfen, wenn sie der Ueberzeugung seien, daß es gegen die besten Interessen des orthodoxen Judentums! verstoße. Die Erklärungen Landaus wurden von der Ver- Sammlung mit stürmischem Beifall aufgenommen• Mr. Josef Prag bezweifelte die Genauigkeit der Mitteilungen über die Stellungnahme des Chiefrabbi. Er bezeichnete die Frauen als das konservative Element in der jüdischen Gesellschaft{,' das man deshalb stärken müsse. Schlimmer als das Frauen•* Wahlrecht sei die Spielwut der englisch-jüdischen Frau. In.manchen Häusern würden die Sabbatlichter nicht mehr entzündet, weil die Mutter nicht rechtzeitig aus ilrem Spielklub nach Hause gekommen sei. Stürmisch begrüßt, ergriff dann der entschlossenste Gegner des Frauenwahlrechtes in England, Mr. Lionel L. Cohen das Wort. Er beteuerte, daß er diesen Kampf weiter führen werde, solange ein Tropfen Blut in seinen, Adern sei. Die Sphäre der jüdischen Frau liege in ihrem Heim, in der Erziehung der Kinder und in der treuerii Wacht über die Wahrung der Speisegesetze. Ein von Mr. Schiff gestellter Vermittlungsantrag, das Frauen wähl,- recht unter gewissen Kautelen gegen weitere Entwicklungen einzuführen und die Versammlung zunächst zu vertagend wurde vom Vorsitzenden Sir Robert Waley Cohen als zwecklos bezeichnet. In der Endabstimmung wurden, wie gemeldet, 167 Stimmen f ür den Antrag, 211 gegen den Antrag abgegeben. Das Ergebnis wurde von der Mehrheit mit aufgeregten Beifallskundgebungen begrüßt. Fortdauer des Hungerstreiks der in Jerusalem verhafteten Kommunisten• (J. T. A.) Der Hungerstreik der im'Jerusalemer Gefängnis ihrer Ausweisung harrenden Kommunisten dauert an. Drei der Verhafteten, Kanevsky, Laufman!und Zitman, erhielten je zwölf Rutenstreiche. Die palästinensische Arbeiterkonföderation forderte telegraphisch die britische Arbeiterpartei auf, bei der Regierung [wegen1 Erleichterung des Loses der Verhafteten zu intervenieren!* In) dem gleichen Sinne telegraphierte die Organisation Rote Hilfe an das kommunistische Unterhausmitglied Saklatvala und an Lausbury sowfie an die Liga zur Bekämpfung! des Imperialismus in Berlin. Sieben wegen Kriminaiver►• brechen Verhaftete schlossen sich dem Hungerstreik an. Defizit der Palästina-Administration• (J. T. A.) Das• soeben veröffentlichte Budget der Palästina-Regierung für die Zeit von April bis Dezember 1927 weist ein Defizit von 205.000 Pfund ־auf. Suche zu drei Schulkindern der I., II. und III. Klasse isr. Lehrerin oder Erzieherin die die Gegenstände der Volksschule ln slowakischer Sprache nebst Religion zu lehren hat. Gefl. Zuschriften an die Adresse: Bela Adler. Gutsbesitzer, Preserany, via Somorovä, zupa XVI.

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