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Jüdische Presse · 1928-07-06 · 26 (6.7.1928) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
26 (6.7.1928)
Date
1928-07-06
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 26 Seite 177 JÜDISCHE PRESSE Min Stadler I Fier Wien, 1IL, Je! ׳Wiend 1, unter Aufsicht (des ehmw. Rahfoinates der!Adas Jisroel!(:Scbiiffschul), offeriert .aus eigener Schlachtung Ia Extrem-Rindfleisch!zum (Preise von S 2.60 bis 3.40 per!Kilogramm, sowie Ia Kalbfleisch tzum jewelligen Tagespreise. ׳Wirk! ׳auf Verlangen!kostenlos ins Haus gestellt. Auch täglicher Versand per Bahn nach auswärts an Sommerfrischler und Restaurateure.!Wenn *he Be- Stellung einen Tag vorher erfolgt, auf Wunsch!kostenlos כשר gemacht. Ein einmaliger Versuch genügt, damit Sie unsere stete Kunde bleiben. zerrt, schleppt, unermeßliche Qualen leiden, unermeßliche!Angst ausstehen. Dieser ,Hinweis bleibt ebenso vergehlieh, wie jener andere, daß geschossenes (Wild weder Angst noch Qual zu erdulden hat. Solch ein Tier, das in!Freiheit lebt, tritt eines!Morgens oder Abends aus der Dickung, empfängt plötzlich den Stoß, den ihm die Kugel zufügt, die seinen!Leib durchsaust, und ehe es noch den Knall des Schusses recht vernimmt, ist sein schwindendes Bewußtsein schon von den Schatten des Todes umnachtet. ״Ja,“ sagen die Leute, ״aber wenn das Tier schlecht getroffen wird, wenn es noch lebt . .! Das ist verhältnismäßig eine Seltenheit, aber auch dann 1bleibt sein Ende noch immer gelinder als das des Schlachtviehes, bleibt milder als sein ״natürliches“ Sterben, das unter namenloser Pein vor sich geht, wenn so ein krankes oder altersschwach gewordenes iStüdk Wild wehrlos daliegt und bei noch lebendigem Leib ,vom!Raubzeug angefressen wird. Die Leute sind ,damit noch nicht beschwichtigt, ■und es ist unmöglich, sie zu 'beschwichtigen. Einer meiner Freunde war mit Erbitterung gegen die Jagd. Wir haben nächtelang darüber debattiert. Vergehlieh. 'Bis er mich einmal ins Revier begleitete. Da regte sich auch in ihm der Urtrie'b, den er als barbarisch geschölten hatte. Da ,begriff er, wie ungeheuer wichtig, wie wertvoll es ist, diesen Urtrieb in sich nicht verkümmern zu lassen.“ Also, e!s!gelang Herrn Salten in seinem ,Freund den Urtrieb des Waid- und Wliesenmenschen, den!Urtrieb des Blutvergießens ׳zu ■erwecken. Das jüdische Volk ist hingegen stolz darauf, diesen!Urtrieb in seinen Söhnen ertötet zu haben. So sehr ertötet ׳zu haben, daß der Blutgenuß unter allen Umständen ■ein ׳schweres Verbrechen!bedeutet, daher sollen die Tiere durch das Schächten vollkommen blutleer und erst dann zum menschlichen Genuß tauglich wenden. Also gelang es den ׳jüdischen Menschentyip!zu!gewinnen, der den ,geringsten Prozentsatz unter den Schwerverbrechen der 'Menschheit stellt. Felix Salten äst ein ■entfremdeter Sohn dieses Volkes, wenn ׳er seinen Ehrgeiz idreinsetzt, jenen bösen Urtrieb •in den heutigen Menschen wieder zu erwecken. NflCHRicHTEfl. |0| Zur Beachtung! Auf vielfachen Wunsch, der aus dem Kreis unserer aus den Ostländer stammenden Wiener Leser geäußert wurde, werden wir fortab זמן הדלפת הנר עומצ״ש nach den מנהג ותיקי nach welchem unsere ostländischen Brüder sich richten, veröffentlichen. Die Zeitbestimmung wird uns allwöchentlich vom ״Hithachduth Jereim“ zur Verfügung gestellt. ” ״התאחדות יראים״ ווינה ״Hitachdut Jereim“ Vereinigung Thoragesetzestreuer Juden in Wien II., Heinestraße 30 T, 15. כ״ה ם׳ פנחס זמן הדלקת הנר׳ עש״ק שעה 7 ע□ 45 מינוט זמן שקיעת החמה עש״ק שעה 8 עם 58 מינוט זמן הרלקת הנר מוצש״ק שעה 8 עם 57 מיניט J. P.“״ Nummer der׳ Berichtigung. In der letzten wurde!bei der Veröffentlichung!unter der Rubrik ,Amtliche mein1d!e“ der׳Verlautbarungen der!israelitischen 'Kultusge die ganze Judenheiit treffe. Es;gelang nach vieler Mühe, die Strafe auf 10.000 Taler herabzusetzen!und Ratenzahlungen zu ׳bewirken. Seines ,Amtes als Oberrab'biner von ׳Prag war Rabbi Jomtow-Lippmann entsetzt. Im Turnus 1631, also nach drei Jahren, war er endlieh ,mit Hilfe edler Wohltäter in Prag, Wien und Frankfurt ,mit den Ratenzahlungen fertig. Bin Jahr später ging er über Lublin nach >Groß־Nemierow ׳in Wiolhynien, wo ■er als Oberrabbiner gewählt wurde. Ein Jahr später können Frau und Familie nachkommen, ׳da Prag inzwischen vom Feind erobert wird ׳und erst nach der Wiederbefreiung der Stadt -die Wege offen werden׳. Kurze Zeit darauf wird er nach ■der großen Gemeinde in Wladimir, Wolhynien,!berufen.!Inwiefern er von da aus und später an der Vierländersynode mehr oder weniger führend beteiligt ist, läßt sich nicht .aktenmäßig ,feststeilen. Auch hier in Wolhynien ■hat er Feinde, die ihn beim Lan- 1desfürsten ׳verleumden, ,hat er eine Ae,ra ■von Leiden nnd Gefahren zu fiberstehen. Später erhält er die Gunst des Landesfürsten und wird von ihm in seinem Amt •bestätigt. Körperlich ■zermürbt durch die ■vielen Schickungen, aber geistig stark ■und ■ungebrochen, wird er am Sukkausfest 1644, ein Mann ■von 65 Jahren, als Ob e,r r ab hi n e r in Krakau gewählt. Am R os c h - Gh ödes -Ad a r zieht er, mit großem Jubel, sogar mit einer Art Fackelzug ■empfangen, ׳dort ein. Nun ist er in den ruhigen Hafen eingekehrt, wo er sich eines glücklichen, ungetrübten Lebensabends erfreuen darf. Hier in Krakau stirbt er nach zehnjähriger ehrenvoller, von stärkstem Vertrauen getragenen Wirksamkeit im Alter von 75 Jahren dm Jahre i654. Ein Leben, 'kampfbewegt ׳und reich an Arbeit und Mühen, aber Kraft und Geist ausströmend, Segen spendend bis zuletzt, geht zu Ende. Spendet für den der Adas Jisroel, Wien, II., Nesfroygasse 11 unter Aufsicht der iKultusgemeinde (Stehenden Fleischbänke die Fleischbank des ׳Wilhelm P e t y a n, XX., ׳Klosterneu־ burgerstraße 10, irrtümlicherweise nicht angeführt. Hallo, hallo, hier Radio Wien, auf Welle: Hotel-, Kur- und Restaurationswesen! Nauheim, wer kennt nicht der{ g־ttbegnadeten Qesundheitsbrunnen für Herz-, Gicht- und Rheumaleidende, wer kennt nicht das herrliche Nauheim, dem ungezählte Tausende ihre wiedergewonnene oder frisch gestärkte Gesundheit verdanken. Nauheim bedeutet Gesundheit und frisches Leben und so prosaisch es auch im ersten Moment klingen mag, zur Wiedererlangung der verlorenen Gesundheit gehört in erster Linie auch eine gute Verpflegung. Wer nun in Nauheim gut aufgehoben und verpflegt sein will, wer nicht auf großen Prunk und besondere Aeußerlichkeiten, sondern auf gediegene koschere Kost, gutes bürgerliches Wohnen in allernächster Nähe der städtischen Bäder, Brunnen, Salinen und Kuranlagen Wert legt, wer nicht in zu teurer Form alles das haben will, was man gut nennen muß, gehe ins Hotel Adler, Leopold Adler, in der Lindenstraße 3, und er wird mir, dem SchreP ber dieses, Dank'wissen für meine Mitteilung. J. F.. Jossele Rosenblatt wird in der Polnischen Schul vorbeten. :111!der 'Synagoge ׳״Betli!Israel“, ■IL, ׳Leopoldsgasise 29, wlind Herr ,Olberlkantor Josef R 0׳s e n:bl a t׳t aus ■New Yo׳nk am Freitag, den 27. Juli ׳d. J. uim 7 Ohr ׳aibenids und am Samstag, 'den 28. Juli!d. J. mm 8 'Uihr 30 ׳vormittags die kantonalen Funktionen ausiüben. Keine besondere Organisation gesetzestreuer Arbeiter und Angestellter in Wien.!Wie wir vom vonbereitende,n Komitee ׳der Organisation gesetzestreuer ׳Arbeiter und Angestellten erfahren, hat sich die Gründung einer solchen Organisation erübrigt, d,a die Agudas Jisroel-Jiugenidgruppe 'i׳n Wien sich ,verpflichtet ׳hat, sämtliche Arbeiten, welche die neue Organisation in Angriff •nehmen .wollte, zu übernehmen umd (durchzuführen. Sämtliche!Interessenten halben sich daher an die Jugendgruppe der Agudas Jisroel, ׳Wien, zu wenden. Karlsbad. Am 26. Juni fand in Karlsbad eine öffent- Mche Versammlung der Agudas statt, die sehr ׳gut besucht war. ,Der Referent, ,Rabto. ׳Dr. Pinchas K oh n. Wien, sprach in׳ einer eins fündigen Rede über jüdische Zeitfragen und Probleme. Nach dom!mit großer Begeisterung aufgenommenen Referat folgte eine;Diiskussiion, in welcher ein Misrachist über die Notwendigkeit des Mterachi sprach. Der Referent erwiderte dem Diskusfsionisredner in sachlicher Form. Aus dem!Kreise des Publikums wurde der Wunsch geäußert, öfters solche Veranstaltungen in Karlsbad ■zu haben.!Schlußreden wurden ׳von Herrn Generalkonsul SalJy G u ׳g g e n h e i m, Basel, und Meier Klei n, Budapest, gehalten. Unter den Anwesenden sa’h man den Herrn Oberralblbiner Katz. Nyitra, Oiberrabbiiner Lebovic, Joka, die Herren Heller. Kolo.mea, lRokosi׳n׳s>ky, Leipzig. Königsberg. Wie bereits mitgeteilt, ist Herr Rabbiner C. Peritz aus Breslau von den Gemeinde- Körperschaften einstimmig zum Nachfolger des nach Berlin berufenen Rabbiners Dr. Jako gewählt worden. Am שבת שק׳פ'נא fand die feierliche Einführung in sein Amt statt, die einen erhebenden Verlauf nahm. ׳In der mit festlichem Grün geschmückten Synagoge hatte sich neben den Vertretern des Vorstandes .und der Repräsentanten die ganze Gemeinde versammelt.'Nach dem Vortrag ■des יהי שלום בחילך durch Herrn Lehrer Miloslav/er ergriff ■der erste Vorsitzende *der ״Adas Isroel“, Herr ,Bankdirektor- Marx, ■das Wort, ■um dem neuen Führer der!Gemeinde den Willkommensgruß zu entbieten.!In eindrucksvoller Rede wies er auf die Wichtigkeit und Bedeutung des Amtes hin, in dem Männer wie Malbim und Ziwi Mecklenburg צ ״ל segensreich gewaltet haben. Er bringe den Wunsch zum Ausdruck, daß ■der Rabbiner in, ihrem Geiste sein Amt führen möge. Mit dem sinnvollen Vergleich, daß das dlillllilllllllllllllllllllllllllllllllimilllllllllllllllllllllllllllllll.' 5 Wir haben ■s | in BERLIN, Karlstraße Nr. 31 5 ~ eine streng•‘koscher E f VORNEHME PRIVATKLINIK | S eröffnet. — Abteilung für innerlich Kranke, Frauenleiden 5 S und Chirurgie, Diätküche — Röntgen — Operationssäle — S 5 Entbindungsabteilung. Alles nach den modernsten hyg<e- 5 H nischen Grundsätzen eingerichtet. — I., II. und III. Klasse. 5 E Dr. med. Falk Schlesinger 2 Dr. med. Carl Rosenberger S Ellllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllfi G-tteshaus, wie sonst nur am Schawuaus, mit frischem Grün geschmückt sein, schloß Herr Bankdirektor Marx mit dem Wunsch, daß es Herrn Rabbiner Peritz gelingen möge, seiner Gemeinde der Führer zu werden, der sie den Weg zu ■den g-ttlichen Gesetzen jederzeit ׳hinführe. Darauf nahm Rabbiner Peritz das Wort zu seiner Antrittspredigt. Zunächst sprach er dem würdigen Vertreter der Gemeinde seinen Dank für die herzlichen ßegrüßungs- Worte aus. An Hand des □ברכת כהני umriß der Redner sein zukünftiges Arbeitsprogramm. Mit stolzem Bekenntnis zum überlieferten Judentum übernehme er ׳sein Amt, das er im Geiste der Tradition führen wolle. Mit dem Gelöbnis, seine Kräfte ganz in den Dienst der Gemeinde zu stellen, schloß ver seine Rede. Möge es dem neuen Rabbiner, einem ,Schüler der Preßburger Jeschiwa, dem der Ruf großer talmudischer Gelehrsamkeit vorausgellt, vergönnt sein, recht׳ viele Jahre in unserer Gemeinde zum Segen für den K’lall-Isroel zu wirken. M. Hamburger Speiseverein. Der Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser e. V., Hamburg,, hielt seine diesf־, jährige Mitgliederversammlung am 3. Juni in Frankfurt a. M. ab. Der offizielle Redner, Herr Obenrabbiner Dr. Carlebach, Altona, erntete reichen Beifall für seine geistreichen Ausführungen über die Bedeutung der 'Speisei־ gesetze. — Herr Rabbiner Dr. Hoffman n, Frankfurt a. M., beleuchtete in fesselnder Weise die Bedeutung des! Vereines zur Förderung ritueller Speisehäuser für die Erhaltung und Hebung der Jüdischkeit und richtete an die jüdische Oeffentlichkeit einen zündenden Appell, den Verein in seiner Arbeit moralisch und materiell zu stützen. — Herr Rabbiner Dr. Unna, Mannheim, begrüßte die Ver-S Sammlung im Namen seiner Gemeinde und im Namen des Vereines zur Wahrung des gesetzestreuen Judentums in Baden sowie im Namen der Vereinigung traditionell gesetzestreuer Rabbiner. — Auch Herr Oberrabbiner Dr. A 11mann, Trier, wußte in treffenden Worten die Tätigkeit des! Vereines zu würdigen und sprach den Wunsch aus, daß der Verein nicht nur in den großen Zentren des jüdischen Lebens, sondern auch an kleineren Orten Versammlungen, abhalte, um dadurch das Interesse für seine Tätigkeit in weitesten Kreisen wachzurufen. Für die Israelitische Religionsgesellschaft Frankfurt a. M. gab Herr Emil Goldschmidt seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß der Verein, dessen Begründung in Frankfurt a. M. er schon mit lebhafter Freude begrüßt habe, seine diesjährige Mit־, gliederversammlung wiederum in Frankfurt a. M. abhalte• — Für die Israelitische Gemeinde in Frankfurt a. M. entbot der Gemeindevertreter Herr Goitein der Versammlung seinen Gruß. Herr Louis Kahn jr. überbrachte die Grüße der Freien Vereinigung für die Interessen des gesetzestf treuen Judentums, deren Begründer, Herr S. R. Hirsch s. A. in seinen Schriften auf die Wichtigkeit der Schaffung ritueller Speisemöglichkeiten hingewiesen habe. Eines der;ältesten Mitglieder des Vereines, Her!!* D. J. Weil, Frankfurt a. M., verglich die Verhältnisse! vor dreißig bis vierzig^ Jahren mit den heutigen und wiesj nach, inwiefern durch *die Tätigkeit des Vereines ein bedeutender Wandel zum Besseren eingetreten!sei. 11 sucht zum Eintritt per 1. September oder später eine erste Kraft als Religionslehrer und Vorbeter — verheiratet bevorzugt. §; | Kandidaten, welche sich über erfolgreiche Tätigkeit ausweisen können, wollen ausführliche Offerte mit Referenzen von | 1 nur streng orthodoxer Seite richten an den Präsidenten Heim i allerlei Glossen, die trotz ׳Ihres ׳vielfach ironischen Charakters nicht ׳böse ■gemeint sind. Echt amerikanisch. Vor einigen Wochen bewegte sic-h ein imposanter Leichenzug die Henrystreet entlang, geleitet von all dem Klagen und Jammern, das eine Beerdigung ׳in den Straßen ■der East-Side kennzeichnet. Zwei großen Leichenwagen ׳mit schwarzen Draperien folgte eine Menge Trauernder, bis ■man eine Synagoge erreichte,!in der ein regelrechter Trauergottesdienst abgehalten wurde. Aber es ist weder ein Mann, ■noch eine Frau begraben worden.!In dem Leichenwagen :befanden sich ׳hebräische Bücher in großer!Menge und einzelne Blätter und Bogen •gedruckten Pa- ■pieres. ■Sie entstammen einer Synagoge, die in den ersten Kriegsjahren von der orthodoxen griechischen!Kirche angekauft ■und in eine christliche Gebetstätte timgewandelt worden war.!Die Käufer , ■der Synagoge behaupteten den ganzen ■Inhalt, ■samt ,den Thora rollen und den Büchern des Beth Hamidrasch :mitgekauft zu!haben und es kam zu einem ■langwierigen Prozeß, der: damit endete, •daß zwar die T'horarollen den ehemaligen Besitzern der׳ Synagoge zurückgegeben wurden, daß aber das sonstige!Inventar den Besitzern der Kirche verblieb. Die Kirchenverwaltung ,brachte die ganze Bibliothek in einem!Keller unter, wo sie zwei Jahre lang liegen blieb und vermoderte. Die Angelegenheit ging einer *beherzten und ׳jüdisch denkenden Dame, Mrs.!Rothman, die zu den ehemaligen Besuchern der ׳Synagoge gehörte, sehr zu Herzen. Es wird von dieser Dame erzählt, ■daß sie in ihrei ganzen 'Nachbarschaft eine außerordentlich energische Tätigkeit entfaltet, um die jüdischen Frauen zur gewissenhaften Führung ihrer Haushaltungen im Sinne des Thoragesetzes anzufeuern, und daß sie auch ■auf dem Gebiete der ׳Einhaltung der Ehegesetze außerordentlich günstig unter den Frauen ■gewirkt hat. Sie entschloß ■sich für die Auslösung der Seforlm zu arbeiten und bekam im ■Laufe einer monatelang fortgesetzten Sammlung das nötige ,Geld zusammen, um eine regelrechte Beisetzung •der Seforim ׳auf einem jüdischen Friedhof zu veranstalten. Sie kaufte •bei einem Friedhofs- Unternehmer zwei Gräber ■im Montefiorefrledhof ■und ist die Urheberin des Leichenbegängnisses, das die ganze Nachbarschaft von Henrystreet einige Stunden ׳in Atem gehalten ■hat. Die Tagespresse bringt über den Vorgang mehr oder minder sachverständige Berichte ׳und knüpft daran Rabbinlscher Einlall. Wie Blätter zu melden wissen, soll sich in einem polnischen ■Städtchen folgendes!Geschichtchen ,zugetragen ׳haben. Ein fremder Jude, ein!Kaufmann, kam nach Row.no und stieg in einem!Hotel im •Zentrum des Ortes ab. Das Hotel war •nicht ganz erstklassig. Der ׳Kaufmann hatte in der!Brieftasche 1200 Dollars, einige Hundert Zloty und wichtige Dokumente. Als er sich zur ׳Ruhe begab, legte er die Brieftasche unter die ,Kapfpoister. Frühmorgens ,ging er in die ■Stadt ■und ׳vergaß die Brieftasche unter dem. Polster. Er bemerkte dies erst ׳unterwegs und kehrte sofort ins ,Hotel zurück. :Wie erstaunt und verzweifelt war er jedoch, als er die Brieftasche ■nicht ■fand! Die Wirtsleute und die Dienerschaft des Hotels erklärten kategorisch, daß sie die Brieftasche nicht gesehen haben und von ihr nichts zu sagen wissen. ׳Dem!Kaufmann gelang es kaum, den Hotelbesitzer zu ■bewegen, daß er mit ihm zum ,Rabbi gehe. Als der Rabbi ׳beide Teile gehört hatte, erklärte er. daß er bemüßigt sei, bevor er diese Angelegenheit behandle, einen anderen *Interessenten, der irri ,zweiten Zimmer warte, zu erledigen. Dies werde jqdoch nur 10 bis 15 Minuten in Anspruch nehmen. Um!jedoch die Zelt nicht unnötig zu überschreiten, erbat er sich vom ׳Hotelbesitzer für diese kurze Zeit dessen Uhr. Der Hotelbesitzer übergab ohne Nachdenken ,dem ■Rabbi ,seine Taschenuhr. Der Rabbi ging ins zweite Zimmer. Kaum hatte er die Tür hinter sich geschlossen, gab er die Uhr dem Schames mit dem Auftrag, ■sie ■der Frau des Hoteliers zu bringen und ihr!zu sagen, ,daß ihr Ehegatte durch ihn ihr seine ׳Uhr als Zeichen schicke, damit sie ■die Brieftasche• des fremden Juden ausfolge. Der Mann habe ■vor dem: Rabbiner das Ganze eingestanden. Die Frau des!Hotelbesitzers hegte nicht den geringsten Verdacht und händigte dem Schames die Brieftasche aus. Bald erhielt der Kaufmann vom Rabbi die Brieftasche mit •dem Gelde, von dem nichts fehlte.

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