Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 22 (8.6.1928)
- Date
- 1928-06-08
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE PRESSE [ Tschechoslowakei f s rrs _ « « - י T schechoslo wak Nr. 22 . cJWfe IS? ־;, ׳ Ädoff Frankel Professor In Kiel. Der außerordentliche Prqfessor der Universität Marburg, Dr, Adolf Frankel, fet zum ordentlichen Professor der Mathematik an die Universität Kiel berufen worden. Sein Hauptarbeitsfeld si.vi die Grenzgebiete zwischen Philosophie und Mathematik. Sein Hauptwerk äst ein Buch der Mengenlehre, daß jetzt in dritter 'Auflage erscheint. Professor Frankel wurde 1892 in München als Sohn des in allen gesetzestreuen Kreisen hochverehrten Kommerzienrates Siiegmund Fränkel s. z. 1. geboren. Ausweisung von elf Kommunisten aus Palästina. — Protest der »Roten Hilfe“. (J. T. A.) Unter der Beschuldigung, der kommunistischen Bewegung anzugehören, wurden elf Juden zu Gefängnisstrafen und nachmaliger Landesver- Weisung verurteilt. Die elf jüdischen Kommunisten, die zu Gefängnisstrafen und zur Landesverweisung verurteilt worden sind, begannen im Gefängnis einen Hungerstreik. Sie klagen über brutale Behandlung. Das Jaffaer Gericht hat zwei Juden wegen Zugehörigkeit zur kommunistischen Bewegung zu je zwei Monaten Gefängnis und zur Landesver- Weisung verurteilt. Die Organisation ״Rote Hilfe“ in Palästäna fordert in einer Proklamation die gesamte Bevölkerung Palästinas auf, gegen die Landesverweisung der Kom-!ministen zu protestieren. Chefredakteur Josef Veszl Mitglied des ungarischen Oberhauses. Die große Budapester deutsche Tageszeitung ״Pester Lloyd" vollendete in diesen Tagen den 75. Jahrgang ihres Erscheinens und gleichzeitig feiert der Chefredakteur des. Blattes, Ministerialrat Josef Veszi, sein 50jähriges- Journalistenijubiläum. Veszi, der erst im Herbst 70 Jahre alt wird, hat bereits 50 Jahre im Dienst der Tagespresse hinter sich. Der Reichsverweser hat auf Vorschlag des Gesamtmihiisteriums Josef Veszi zum Mitglied des Oberhauses für Lebensdauer ernannt. Josef Veszi spielt auch in der jüdisehen Gemeinde und in ׳jüdischen Institutionen eine hervorragende Rolle. Ausdehnung der Pariser jüdischen Gemeinde. (J. T. A). In der jüngst abgehaltenen Generalversammlung des jüdisdien Konsistoriums von Paris stellte der Vorsitzende, Baron Robert de Rothschild, fest, daß die jüdische Gemeinde. von Paris sich in der letzten Zeit ungeheuer ausgedehnt hat und Zweige in allen Vorstädten besitzt. Den kultüfellen Bedürfnissen der Gemeindemitgliieder und dem r eli.giö.sen Unterricht der Schulkinder soll nun erhöhte Aufmerksamkeit zu gewendet werden. Dr. Bidlitz beklagte es, daß die zahlreichen ausländischen Juden ihr neues Franzosentum durch Abkehr von den religiösen Uebungen betonen wollen. Religiöse Ue.־b'U’iig, sagte er, ist das einzige Mittel zur Erhaltung der jüdischen Familäeneinheiit und zur Bewahrung des Judentums vor dem A u f g e 11 e n j 11 d ä e u ש g e b e n d e W e 11. Juden in Sowjetrußland steuern eine Million Rubel zu dem Kolonisationswerk bei. (J. T. A.) Ermutigt durch den Erfolg, der ersten Lotterie, die eine halbe Million Rubel für das;Kolonisationswerk erbracht hat, beschloß die Gesell־׳ schaft ״Ozet“, alljährlich eine Lotterie mit der doppelten Nummernzahl zu veranstalten und so datn jüdischen Kolonisationswerk eine Million Rubel zuzuführen. . Ein jüdischer Gelehrter unter der Besatzung von Nobiles; ״Italia“. (J. T. A.) Während die ganze Welt um das Schicksal des in der Arktis verschollenen Luftschiffes ״Italia“ und dessen Besatzung ׳bangt, ist es zeitgemäß, daran zu erinnern, daß sich unter der 15 Mann starken, von General Nobile geführten Expedition ein sehr bekannter italienischer jüdischer Gelehrter befindet: der Ingenieur-Professor Aldo PontrcmoH von der Polytechnischen Hochschule in Mailand, Nobile hat Professor ■Pontremoli für die Teilnahme an der. Expedition gewonnen, damit er besondere wissenschaftliche Aufgaben der Expedition durchführt. Pontremoli ist ein führendes Mitglied der Mailänder jüdischen Gemeinde. Eine agudistisclie Arbeiterzeitung. W a r s c h a u. (J. U.) ׳Die agudistisclie Arbeiterbewegung ,Poa׳lc Ernumas Jisroel“ gibt seit vorigen Monat ein eigenes Organ heraus, heraus. Rabbinerwahl in Petach Tikwah. P e t ach T ׳ikw a h. (J. U.) An Stelle des verstorbenen Rabbiners Zitron in Petach Tikwah wunde Rabbi Jecheskel Abramski aus Sluzk, welcher der Agudas Jisroel sehr nahesteht, zum Rabbin er •׳in Petach Tikwah gewählt. Die orthodoxe Chevra Kadischa in Budapest errichtet ein Spital. Epochemachend in der Geschichte der orthodoxen Chevra Kadischa Budapests war der 26. Mai dieses Jahres. Bei der an diesem Tage, in den Chevra-Lokalitäten abgehaltenen Ausschußsitzung zeichnete in großzügigerWeise der Präses der Chevra, Dr. Isidor Friedmann, seinen. Plan, mit dem er den Ausbau der Gemilas Ches:- s e d I n s t i t u t i o n e n zu beginnen wünscht In hin.־ reißender Weise schilderte er die Notwendigkeit und in überzeugender Art die heilige Pflicht, diese je eher ins! Leben zu rufen. ■■: Es wurde mit Begeisterung der einstimmige Be- Schluß gefaßt, zum Ausbau des bereits bestehenden, in seiner Art einzigartig segensreich wirkenden orthodox jüdi'- sehen Spitals in der Varosmajorgasse, z\1 schreiten. In! unmittelbarer Nachbarschaft, in engster Korrespondenz mit diesem, wird eine Frauenheilanstalt mit modernster Geburtshilfeabteilung gebaut, daran ein Liebesheim für unheilbare Kranke und eine Stätte für Greise errichtet werden• Mit dem für spätere Zeit kontemplierten Aufbau eines Sanatoriums für Lungenleidende, wird das Werk seine Krönung finden. Trotz der gewaltigen geschäftlichen Depression, die der finanziellen Transaläion fast unübenwindliche Hindernisse entgegentürmt, wurde zur Errichtung des grandiosen Werkes geschritten. Nach Vonläge der von den erstklassigen Architekten verfertigten׳ preisgekrönten Baupläne, wurde zur Wahl der Baukom׳- mission geschritten, in der alle jene Schichten der Budapester, jüdischen Gesellschaft vertreten sind, die in liebevoller Opferbereitschaft jedes heilig-humane jüdische Liebeswerk kräftig fördern. Präses dieser Baukommission ist Herr Leopold J. von Freudiger. Ihm zur Seite steht als Vizepräses der zweite Präses der orth, Chevra Adolf Schlesinger. Jossele Rosenblatt kommt nach Wien. Am 9. Mai 1928 fand *in Paris bei ausverkauftem Haiise' das erste Konzert ׳des auf seiner Europatournee befiudlichen Oberkantors aus Amerika, Jossele Rosenb 1 a 11, statt. Ein Großteil der Familie Rothschild wohnte dem Konzert bei. In Antwerpen fand das Konzert in der königlichen Oper statt, und war Rosenblatt •gezwungen, des riesengroßen Andranges wegen ein zweites Konzert zu geben. In Amsterdam mußte ein zweites Konzert wegen Zeitmangels in letzter Stunde abgesagt werden. Daserste Konzert in Wien findet am 27. Juni im Konzeribaus statt. Näheres wird noch bekam!tgegeben. An die Abonnenten in der Slowakei. Unsere Administration beginnt In einigen Tagen bei allen rückständigen Abonnenten, die Bezugsgebühr — wie üblich — mittels Postauftrages zu erheben. Wir bitten die geehrten Abonnenten, uns Arbeit und Porti zu ersparen und die rückständigen Beträge noch vorher mittels der Ihnen zugegangenen Erlagscheine clnzuzahlen und für alle Fälle die Postaufträge prompt einzulösen. Wir bitten zu bedenken, daß die zwecklose Saum- Seligkeit bei der Bezahlung der Bezugsgebühr uns viele unnütze Mühe und Kosten verursacht und die Entwicklung der Zeitung sehr empfindlich hemmt. Das angekündigte Werk אגיוה befindet sich unter der Presse und wird allen Abonnenten, die das Abonnement für das ganze Jahr rechtzeitig einsandten, voraussichtlich Ende dieses Monats zugesandt werden können. Wendung in der Munkacser Gemeinde. Einer bis zur Stunde noch nicht ausreichend bestätigten Meldung zufolge steht in der Angelegenheit des Mannkacser Gemeindestreites eine neue Wandlung bevor, die auf id.ie Gestaltung der von uns verfochtenen Friedensbeslrebungen ebenfalls von Einfluß csin könnte. Wlie berichtet wird, soll der oberste Verwalturigsgerachtshof die neuen Statuten der Munkacser Gemeinde und die auf .Grund dieser Statuten vorgenommene Wahl der Genieindeleitung, sub Zahl 15,446, als ungültig erklärt haben. Die alten Geineindestatuten wurden nämlich auf Betreiben 1d:cr Partei, die heute am Rudier ׳ist, durch den seiuerzeitigen Regierungsikommissär als veraltet (!), unzeitgemäß (!) und undemokratisch (!) abgeschafft und an ihrer Stelle wurde ein neues Statut ausgearbeitet, das den äußeren Vorwand für die Austrittsabsichten der ״Bclzer“-׳Partei gegeben hat. Wenn die Nachricht von der Kassierung dieser Statuten *und dem Uebergang der Gemeindelieitung an andere Personen, die auf eine extreme Kampfstellung noch nicht festgelegt sind, sich bestätigt, so würde dies eine Erhöhung der Aussichten auf das Z u s t a n d e k 0 m m c n eine s vernünftigen Friiedlens in der Gemeinde!bedeuten. Von einer neuen Gemeindeleitung könnte dann eher erwartet werden, ׳daß sie die Gemeinde wieder offiziell an die Orthodoxie anschließen und im Sinne der Orthodoxie ihre Konflikte ausschließlich durch ein regelrechtes Besdin דין חורה Ö״JJ austragen werde. Der ״Schulchan Aruch“ der slowakischen Neologie. Vor dem Preßburger Bezirksgerichte •fand ■am 30. Mai eine Gerichtsverhandlung in einem Prozesse statt, der seit!längerer Zeit innerhalb der Preßburger Nealogengemeinde geführt wird und der auch vom allgemeinen konfessioiie’l'lcn Standpunkte nach verschiedenen Richtungen hin Interesse ׳beanspruchen darf. Die Einzelheiten dieses Prozesses verdienen in gesetzestreuen Kreisen auch schon deshalb einige Beachtung, weil sie ein eigenartiges Schlaglicht werfen auf die ׳Steilung!des ״Schulchan Aruch“ in der führenden Neologie. Wie erinnerlich, haben sich im vorigen Jahre sämtliche Neologen־ und Status-quo- Gemeinden des Landes offenbar in ihrer thorafremden Ahnungslosigkeit unwiderruflich auf den Schulchan Aruch als Basis ihrer Wirksamkeit verpflichtet. Wir werden da im Laufe der Zeit noch •manches erleben, was deutlich zeigen wird, daß die Verpflichtung auf den Schulchan Aruch eine ungemein ernste Sache ist und entweder nicht mehr und •nicht •weniger bedeutet als absolute und konsequente ■religiöse Gesetzestreue im Sinne d e r O r 111 0 •d 0 x ■i c oder aber ein leeres Spiel mit Worten, deren Sinn man nicht kennt oder nicht kennen will. Die Vorgeschichte des Prozesses ist!folgende: Vor einigen Jahren schloß ein Fleischhauer •P. mit der Preßburger Neologengemeinde einen Bleischliefertuigsvertrag ab. Nach diesem Vertrag •sollte die Gemeinde dem P. eine Fleischbank errichten und darin einen Maschgiach anstellen. Den Maschgiach sollte aber ׳der Fleischhauer bezahlen. Als Voraussetzung für den Fleischhauer galt, daß die Schächter und der Maschgiach vom Rabbiner der Gemeinde als rituell verläßlich anerkannt werden und somit diejenigen Mitglieder der Neologengemeinde, die nicht unrituellen Haushalt führen wollen, als Kunden seiner Metzgerei in Betracht kommen können• Inzwischen geschah aber folgendes: Die Gemeinde schrieb einen Konkurs auf die Stelle eines Tempeldieners aus, der zugleich auch Schochet sein soll, und nahm auch einen solchen auf, ohne den Rabbiner der Gemeinde zu b efragen. Eines Tages forderte die Gemeindeleitung den Rabbiner auf, den ׳bereits angestellten und im Amte tätigen Schames-Schochet zu prüfen. Der Rabbiner verweigerte natürlich die Vornahme einer solchen Prüfung mit •der Begründung, daß der Rabbiner um sein Gutachten vor der Akzeptierung eines Schochet und nicht im nachhinein zu ׳befragen gewesen wäre. Die Gemeinde veranlaute darauf ihre beiden anderen seit vielen Jahren angestellten Schächter, den •dritten Schochet zu prüfen. Diese leisteten auch ■dem Befehle des Vorstandes aus Furcht vor Entlassung Folge. Darauf erklärte der Rabbiner auch diese beiden bisherigen •Schochtim wegen Ueberschreitung ihrer religiösen Befugnisse und Mißachtung der Rechte ihres vorgesetzten Rabbiners als rituell unzuverlässig und das von ihnen •geschlachtete Fleisch als Trefoh, Das Ersuchen des oben erwähnten Gemeindefleischhauers, den Fleischaufseher religiös zu approbieren, lehnte der Rabbiner folgerichtig gleichfalls mit 'der ׳Begründung ab, daß die religiöse Haschgochoh über Fleisch nicht gutheißen könne, das er von vornherein als Trefoh bctrachten müsse. Infolgedessen weigerte sich der Fleischnauer,. das Gehalt des Maschgiach zu bezahlen, und die Gemeinde war genötigt,!ihn zunächst aus eigenen Mitteln zu entlohnen. Selbstverständlich schrumpfte durch ,diese Vorkommnisse der Kundenkreis der neologcn Schlachtbank selbst aus den Mitgliedern der neologen Gemeinde sehr wesentlich zusammen. Nach Ablauf des Vertrages mit dem Feischhauer verlangte die Gemeinde von ihm den Ersatz derzeit Jahren an den Maschgiach ausgczahlten Gehälter. Diese Forderung der ׳Gemeinde bildet mm den Gegenstand der Klage. Vor etwa zwei Monaten fand die erste Verhandlung in dieser Sache statt. Die Gemeinde war durch Gemeinde- Präses Dr. Viktor Stein und Rechtsanwalt Dr. ■Baracs und der ׳beklagte Metzger durch Rechtsanwalt Dr. G. Drexfler vertreten. Der!Beklagte verlangte die Einvernähme des G e m e i n d e r a b b i n e r s D r. F. als Zeugen. Dem widersprach der Kläger mit der Begründüng, daß der!Rabbiner als Amtsperson ohne ׳Bewilligung seiner Vorgesetzten Behörde nicht als Zeuge vernommen werden könne; es könnte •höchstens •vom Rabbiner ein schriftliches Gutachten cingefordert werden. Das Gericht beschloß, die Verhandlung zu vertragen und den bei den Neologen- und Status-quö-Gemeiuden seit Jahren bestehenden ״K onservatiivcn Rabbi nerve r 1b a n d“, den der Rabbiner als seine ״Vorgesetzte Behörde“ ,bczeichnetc und der laut ׳den neologcn Bundesstatuicn als ׳das Forum zu gelten hat. dessen religiöse Entscheidungen für alle Neologcn- und Status-quo-Gcmeinden bindend sind, zu ersuchen, Oberrabbiner Dr. F. die Erlaubnis zur Zeugenaussage zu erteilen. Bei der am 30. Mai statlgefundencn zweiten Verihandlung stunden sich die beiden Parteien abermals gegenüber. Von besonderem ,Interesse!und für •die Verhältnisse innerhalb •der Neologie äußerst charakterstisch ,ist ׳die Antwort, die Oberrabbiner M. Stein aus Trnava als Vorsitzender des genannten Rabbinerverbandes auf das Ersuchen des Gerichtes gegeben hat. Darin wird •Rabbiner Dr. F. die Erlaubnis zur Zeugenaussage nicht erteilt. ׳Der Verband begründet die Verweigerung ■damit, daß cs feststehe, daß die Preßburger Neologengcmeinde, deren Vorsitzender interessanterwcisc zugleich Präses des neologen Gemeindebundes ist, als dessen religiöscs״Forum eben dieser Rabbinerverband statutarisch festgelegt wurde, sich über die!religiösen V 0 r s c־h r i 'f •t e 11 hinwegsefze, d!i׳e B ef 11 g 11׳ is!s e ■des Rabbiners v 0 f!l s t ä 11׳ ■d i g!i g n •0 r i e •r e ׳und anzunehmen ־sei, ■daß der Rabbiner ihrer Gemeinde von seiten des Vorstandes weiteren A t r 0 z ■i t ä t c n a u s g e s e t z t ׳s e i n würde, wenn er ׳als Zeuge Dinge aussagen ■s 0 1׳ i ׳t e, die d e r Gemeinde 1 e 11 u n ׳g e t w a n i c •h t passen würden. Diese Mitteilung erregte großes Aufsehen. Advokat ־ Dr. Drexier schilderte darauf ׳die Zustände in der Ge-;meinde und verlangte ■die Freisprechung seines Klienten von der Zahlung ■der Kosten des ׳Maschgiach, da den! Fleischhauer!infolge ■der!religiösen Verhältnisse in ־der ■Gemeinde aus dem Vertrag ein ■beträchtlicher Schaden er-, wachsen ist. Der Gerichtsbeschluß wird den Parteien auf schriftü ehern Weg .mitgeteilt werden. Mail sieht dem Ausgang dieses den ״Schulchan Aruch“ der Neologie grell beleuchtenden Prozesses in ■den weitesten Kreisen mit Spannung entgegen. Rabbinerhisfallation in Altendorf. Sonntag den 15. Siwan trat ■der neugewählte Oberrabbincr von Altendorf, Herr Rabbiner Moses Fischer, Sohn des unvergeßlichen Oberrabbiners von Presov זצ״ל sein ׳neues Amt an. Die Installation spielte sich in imposanten Formen ab. Am voraiigegangenen ש״ק 3׳ נשא verabschiedete sich Herr Oberrabbiner Fischer von seinem bisherigen Amt als Rabbiner der Schass-Chewra in Presov und dankte mit tränenerstickter Stimme der Presover Gemeinde für das Wohlwollen, das sie ihm während seiner dortigen Tätigkeit ■bewies. Aus Presov •geleiteten den neuen Rabbiner der Oberrabbiner, der Gemoindevorstand und etwa 60 Gemeindemitglieder nach seiner ׳neuen Gemeinde. Die Reise gestaltete sich zu einem schönen Festzug. Während der ganzen 60 Kilometer langen Reise schlossen sich ׳an allen Orten weitere Gäste dem Zuge an. In Pl.avnice wurden die Gäste im Hause des Herrn Willner freundlich mit Speise und Trank bewirtet. In Lu'blo wartete eine große Menge von Festgästen aus den umliegenden Gemeinden, die sich mit dem Oberrabbiner an der Spitze ebenfalls anschloß, ln Li pni׳k wartete die Deputation ־der Altendorfer Gemeinde. Der Präses richtete an Herrn Oberrabbiner Fischer eine herzliche Begrüßungsansprache. In Altendorf angekmgt, begrüßte der Vertreter der Behörden den Oberrabbiner, ׳der ebenfalls in der Staatssprache antwortete. In dem dichtgefüllten, reich geschmückten Tempel empfingen den Ober-, ra'bbiner herrliche Gesänge •des Kantors Jonap aus Presov mit seinem Chor. Hierauf hielt Herr Oberrabbiner Fischer seine ergreifende und wohldurchdachte Antrittsrede, die •den ׳besten Eindruck machte und ׳die Gemeinde vollauf zufriedenstellte. Nach dem Minchagebet setzte man sich zur Festmahlzcit, an der 200!Personen teilnahmen. Während der Mahlzeit wurde viel דברי תורה gesprochen. Es hielten Ansprachen die Herren Oberrabbiner Lau (Presov), Oberrabbiner Ungar (Trnava), Oberrabbiner Fried ma 1111 (St. Lu'bowna), Gemeindepräses Dr. Kichcl (Altendorf), Gemeindepräses Dr. Neuwirth (Presov), Rabbiner Jungresz (Presov), L. F 0 u f e d e r (Presov) und audere mehr, und zuletzt Herr Oberrabbiner Fischer. Das •Fest zog sich ■bis spät •in die Nacht hinein und stellte'dem neuen Rabbiner ein gutes Prognostikon für sein zukünftiges Wlirken. (Auch wir schließen uns den guten Wünschen an und rufen dem neuen Oberrabbiner ein herzliches צלח 1רחב zu. — Die Red.) Vierzigjähriges Jubiläum des Schomro Thora-Voreins in Trnava. W!ie uns aus T r 11 a v a mitgetei־l׳t wird1, ist das Ju'biläumsfest anläßlich des vierzigjährigen Bestandes des Schomre Thora-Jugendvereins endgültig auf S 011 nt ag, •d,en 10. Juni d. J. festgesetzt worden. ׳Die früheren Mitglieder werden gebeten,!ihre Adressen dem Vereins- Präses Herrn Bela Beck mit zu teilen. Orthodoxe Tagungen in Bratislava. In der übernächsten Woche finden in Bratislava!die Sitzungen der