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Jüdische Presse · 1928-05-24 · 20 (24.5.1928) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
20 (24.5.1928)
Date
1928-05-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Seite m Nr. 20 JÜDISCHE PRESSE mm rvixj PR £/1\נ lllllllllllllllllll Zwei Jahre Bejs Jaakob-Schule in Wien. Die Bejs Jaakob-Schule hat sich .in erstaunlich kurzer Zeit durchgesetzt. Sie ist die Erziehungsanstatt der religiösen weiblichen Jugend in ganz Osteuropa geworden. Auch in Wien, diesem .Schneidepunkt von Ost ■und West, ist vor zwei Jahren ein bedeutsamer Anfang gemacht worden. In einem der jüdischesten Bezirke, in der •Brigittenau, wurde eine Beth-Jaakob-Schule errichtet, welche sich, obwohl eine dringende Notwendigkeit für Wien, nur .allmählich und nicht ohne Mühe durchsetzen konnte. Photo Residenzatelier. B. J. Wien, 1. Kurs, ‘X??‘;-Vv Aber sie hat sich durchgesetzt. Jeder, der die Wiener Verhältnisse kennt, und der es weiß, wie wenig ausdauernde Energie selbst in jenen Menschen vorhanden ist, die guten Willens sind, und wie ungünstig die wirtschaftliche Situation der letzten Jahre jede Neugründung beeinflußt hat, der kann es schätzen, wie schwer es ist, Wiener Kinder regelmäßig in eine nichtöffentliche Schule zu bringen, und der wird es zu würdigen wissen, was das heißt, daß die Beth- Jaakob-Schule in der Brigittenau seit zwei Jahren besteht und sich in der jüdischen Bevölkerung durch- SU 'ז *ו. *«׳SM». מע־ן:; ב■*״־ ״ r ן בית^קב] ß. J. Wien, 4. Kurs. Photo Residenzatelier. gesetzt hat. Ueber 100 Schülerinnen in vier Kurse geteilt, die unter Leitung von ausgezeichneten Lehrkräften, wie Herr Jakob E i s e n b e r g, Frl. Baumgarten un,d ,Frl. Klein, vor sich gehen, besuchen zieht an uns vorbei und zeigt uns ׳diese große Persönlichkeit in allen ׳Beziehungen zum jüdischen Leben und zur jüdischen Lehre. Jm zweien /Heft beginnt der Verfasser •die iLehren, beziehungsweise die Berichte über die Lehren des Beseht ׳in alphabetische r Reihenfolge enzykl'opädisch zu ordnen. ׳Es gehört ein großer Fleiß zu einer solchen Sammelarbeit.!Das Werk verdient gelesen und g ekauft zu werden. Adresse: Abraham Lipot, Edeleny, ' Korn. Borsod, Ungarn. 1 ־ B. ס׳ הדרש והעיון, עלי'.חמשה חומשי תורה קובץ מאמרים כפי סדר הפרשיות חלק ראשון בו ג, מאות מאמרים על ספר בראשיות מאת אדדז לעיויי אבד״ק רישא. In einem stattlichen, auch typographisch gut •ausgestatteten!Bande zeigt ׳uns Oberrabbiner Ahron!Lewin, Rzeszow, seine!Meisterschaft auf dem utierschäpfliicheti Gebiete ■der Agada, nachdem er bereits vor 25 Jahren in seinem ברכת אהרן על מס׳ ברכוח auf den! Gebiete der Halacha die ■jüdische Literatur bereichert hat. Jene, die das Glück hatten, Oberrabbiner Lewin auf!der Kanzel, dm Präsidentenstiiibl einer ׳großen Versammlung oder in einer hauses zu hören, werden ihn in seinem :großen Agadawerke hauses ׳zu hören, werden ihn in seinem großen Agudawenke wiedererkennen, seine vornehme‘, gründliche, geistvolle und die Materie von allen Seiten behandelnde und dabei nie ermtidende Art der Mitteilung. In der Einleitung des Werkes, die mancherlei persönliche und biographische!Bemerkungen enthält, teilt 11ns der Verfasser mit, daß er einen Großteil seiner Gedanken während der Zeit gesammelt hat, die er als Sejniabgeordneter in Eisenbahnzügen, in Sitzungen und Beratungen fern der Studierstube verbringen mußte. Dieser Umstand scheint uns aber auch von einem anderen Gesichtspunkte aus ׳bedeutsam zu sein. Die Gesichtspunkte, aus denen der Verfasser das Leben in den Bannkreis der Agada zieht, die Perspektive seiner Betrachtungen im vorregelmäßig den Unterricht. Dieser bewundernswerte . Lehrbetrieb leidet unter ■dem Mangel eines eigenen Beth-Jaakob-Heimes in Wien. Wahrlich, es wäre des Schebuothfestes, das wir dieser Tage begehen, würdig, den Entschluß zu fassen, der ersten Wiener Beth-Jaakob-Schule ein eigenes Heim zu geben. J. Sein Jüdische Mädchenschulen für Wien! ׳Erfreulicherweise wächst in jüdischen Kreisen von Jahr, zu Jahr die Erkenntnis, daß mit der!jüdischen Er- Ziehung der männlichen Jugend allein das jüdische Erziehungsproblcm nicht befriedigend gelöst werden kann. So wie am Sinaitage das Wort auch an die jüdische Frau erging, denn ohne sie, ohne ihre hilfreiche Mitarbeit und ohne ihren guten Willen bleibt das eifrigste ׳Bemühen erfolglos, so kann auch •heute noch, ohne richtige Erziehung;der weibliehen Jugend die Thora und das jüdische Leben ■nicht gedeihen. Auf Grund dieser "Erkenntnis waren ■die um die Erziehung ihrer Kinder besorgten. Eltern •bemüht, der an der Wiener Tahnnd-Thora-Schuie seit Jahrzehnten bestehenden Knabenvolksschule auch eine entsprechende Mädchenschule anzugliedern. ׳ 111׳aller Stille ist diese für das!jüdische Wien bedeutsame Tat vollbracht worden. Seit vier Jahren nun ׳werden an der Talmnd-Thora-Volksschule im 2. Wiener!Bezirk auch besondere Mädchenklassen geführt, die guten!Besuch aufweisen. 1Die Eltern sind des Lobes voll und anerkennen es ׳dankbar, daß ihre Töchter, die früher am Sabbat das elterliche ׳Haus in aller Frühe verlassen mußten, um in die nichtijüdischc Schule!zu gehen, jetzt die Gelegenheit haben, •mit ihnen in die Synagoge zu gehen. Aber auch die jüdischen!Kenntnisse dieser neuen Generation von jüdischen Mädchen sind nicht mit dem Wissen •jener Mädchen zu vergleichen, die nicht das Glück hatten, eine jüdische Volksschule zu besuchen, )Mit diesem verheißungsvollen Anfang einer!jüdischen Mädchenschule ist aber noc'11 lange nicht Genüge getan. Die V o 1 k s schule ,muß mit einer Hauptschule ergänzt werden, wenn der Enziehungserfolg ein vollwertiger sein soll. Selbstverständlich genügt das Schulhaus in der Malzgasse diesen erhöhten Anforderungen •nicht, und es wird sich bald zeigen, daß der, Plan •des Ausbaues der Mäldchemvolksschule an der Raumnot scheitern muß. Man ist heutzutage allgemein sehr skeptisch.!geworden und beschäftigt sich nicht gerbe mit Projekten, •deren Verwirklichung mit großen, Ausgaben verbunden ist;, es wäre ׳jedoch eine nie gutzumachende Nachlässigkeit, wenn das glücklicherweise entfachte Interesse für eine /jüdische Mädchenerziehung an einer ׳jüdischen־ Schule in Wien infolge Geldmangels scheitern •müßte. Gibt es in unserer Mitte keine fürsorglichen Mütter, die für die Zukunft ihrer., Töchter und für die Zukunft der jüdischen Mädchenerziehung überhaupt sich kiimmern würden? Es handelt sich •nicht um •die Arbeit eines Tages oder eines Jahres, sondern um die Arbeit von und für Generationen. •Diese!Arbeit muß begonnen werden, je früher, desto besser, und so ergeht hiemit die herzliche Bitte an die!jüdischen!Frauen Wiens, die ein Interesse an der jüdischen Erziehung!der weiblichen Jugend!haben, ein Komitee zu bilden, dessen Aufgabe es wäre, in systematischer planmäßiger Arbeit dahin zu wirken, um den allmählichen Ausbau der bereits bestehenden Volksschule für jüdische Mädchen zu ermöglichen. liegenden Werke zeigen deutlich, daß ihm. •nicht nur das Leben in dem engen Rahmen der!Klasse ׳und •Kehilla bekannt ist, sondern auch die großen Probleme ׳der jüdischen Welt — der jüdischen orthodoxen Wielt, deren großer Führer und Verfechter der Autor ist, wohl vertraut und ein nicht unwesentlicher Bestandteil seines Denkens und Sinnens geworden sind. Gerne hoffen wir, daß dem nun erschienenen Bande über das erste Buch der Thora die übrigen bald folgen werden. ס׳ אחל שלמה על התורה לקטם משדי האגדה לבל שבתות השגה הרב... ח שלמה דלבערשטיין ז״ל שהי׳ רב דק״ק שארקאן ודיין בק״ק נראסווארדיין. Dr. Samuel Fcldmann, ein Enkel des Verfassers, bat mit der Herausgabe dieser faßlichen und ,durch ihre Anspruchslosigkeit herzgewinnenden Agada-Sammlung seines berühmten Großvaters nicht nur einen Akt der Pietät, sondern auch einen guten Dienst für alle!jene getan, die infolge Berufes oder Neigung Freunde agadischer Kommentare zur Thora sind. Aus allen Stücken dieses samtliehe Wochenabschnitte behandelnden Werkes strömt der Geist tiefer Frömmigkeit, und so wollen die hier gegebenen Erklärungen nicht nur den ׳Verstand, sondern auch das Gemüt befriedigen. •Das am Schlüsse •des Werkes abgedruckte Testament drs Verfassers ist vom selben Geiste getragen;!Das Werk, dem^ wir viele Freunde wünschen, ist beim Herausgeber. Dr. S. Feld m a n n, Oradea, Calea Victoriei 42 (Rumänien) ׳zu haben. ששה סררי גט וחליצה Der jüdische Scheidungsakt. Agende zum Gebrauch bei Ehescheidungen. Auf Grund des ש״ע א׳יה ins Deutsche übertragen ■und unter Quellenangabe zusanimengestellt •und bearbeitet von Rabbiner ׳Dr- L. D ii n n e r, Köln, 5687, 100 S. Eine schöne sorgfältige und vorsichtige Arbeit, die jedem מסדר גו״ ח deutschsprechenden Ehescheidendeu Mögen die heutigen •Verhältnisse־ noch so schwer und die Schwierigkeiten noch so groß sein, mit rastloser Arbeit •kann erreicht werden,!daß i ti zehn Jahren ein modernes Schulhaus entsteht, das für alle Stufen und f ׳ii r alle Typen einer ersprießlichen!jüdischen Erziehung u 11serer Töchter Raum bieten kann. Jüdische Mütter, beginnet! Arbeitet für die Zukunft eurer Töchter! Eine Mutter. Religionsschule für Mädchen der Jessode Hatorah, Wien. Man hört sie allseits rühmen, diese Anstalt, mau sagt, es sei ׳ein!Segen, •dieses jüdische •Schulwerk. ׳In Wirklichkeit ist es ׳der lebenswichtigste Erziehungsfaktor für das!jüdische ׳I£in׳d. Es genügt heute nicht mehr, daß das Kind zu Hause in streng religiöser, jüdischer Atmosphäre lebe — das Heranwachsende ׳Mädchen, auch!e;s muß hinaus ins feindliehe LcffSn^mnß den •Kampf aufuehmen in antireligiösen Schulen mitSeinen religionsfremden Mitschülerinnen, die für jede leiseste religiöse •Gefühlsäußerung nur ein ungläubiges, spöttisches ׳Lächeln haben, es muß seine Ausnahmsstellung verteidigen in .jahrelangem, zähem Kampfe, aus dem heil hervorgehen schon ׳siegen heißt. Und ■da ist es eben von unschätzbarem Werte, wenn ׳dieses!jüdische Mädchen gleichzeitig mit •den anderen auch die Religionsschule besucht, wo es mit seinen Altersgenos- ׳sinnen sich frei und ungehemmt aussprechen kann, wo seine religiösen Gefühlsäußerungen nur freudigen Widerhall finden in •den Herzen seiner ׳Kolleginnen, wo es frei, in freier Gemeinschaft das Erbe seines Vaters Hochhalten kann... Die!jüdische Schule, sie ist das ׳beste ׳Erziehungsmittel, •der beste!Rückhalt für das ׳jüdische ׳Kind. Und der /Lehrstoff; (Die ׳Schülerinnen der Jessod Hatorah ׳lernen alles •das, was zu!lernen ihren •Müttern nicht möglich war, denn ׳sie hatten ׳ja noch keine jüdische Rcligionsschule, was ihnen •heute noch fehlt auf Schritt und Tritt... Und dennoch gibt cs jüdische Eltern, die glauben, ihrer Pflicht Genüge getan zu haben, wenn ihr Kind den Religionsunterricht ■in •der öffentlichen Schule besucht. Wohl wird dort ׳Religion unterrichtet, etwa so wie Perücken u. Seheitel vom Lam zu den denkbar billigsten Mn Ausverkauf im Speziiai 1 HaaraMen Franz Emmer Wien, I., Mahlersfträße 5, Tel. 77-054־ gegenüber gute Dienste!leisten kann. Ein. schweres Bedenken möchten wir jedoch ׳nicht!unterdrücken, zumal der Verfasser, wie aus den! Vorwort hervorgeht, dasselbe empfindet. Leider mehrt sich die Zahl der ׳Rabbiner, die sich nicht mehr einen ׳ סירי ר נ טZutrauen sollten. Die Entscheidung aller auftauchenden ספקות setzt au!Kenntnissen •mehr voraus, als zum Beispiel ijüngere!Rabbiner o'hne reiche Erfahrungen!besitzen. Wird ein solches Werk, wie das vorliegende nicht manchen Unfähigen verleiten, sich ä׳n der Hand dieser ״Agende“ ■an!einen :סידור גט heranzuwagen und dadurch □מכשיל את הרבי zu sein? B. Die Juden im alten Wien. Von •Ludwig ׳B a t 0 im Phaidou- Verlag, Wien. Ein ׳vortreffliches /Buch. In lebendiger ׳Sprache wird hier ohne das schwere Gerüst des ■Wissenschaftlers in ׳großen!Zügen die Geschichte der Juden im alten Wien ׳gegeben. Nach einem kurzen Uebcr.blick über die Geschichte des frühen׳ Mitteilsalters wird der ׳Autor etwas ׳ausführlicher und beschäftigt sich mit der •Rechtslage, mit dem kulturellen und inneren! Leben der Wiener Juden seit deren Wieder- •kehr gegen Ende des 17. Jahrhunderts 'bis zur Märzrevolntion. ׳Am!Beginne obgenaimter ■Periode ist die Rechtsläge der Juden in Oesterreich überaus unsicher und drückend und ganz und gar von der •Gnade der habsburgischen ■Herrscher. über die der Verfasser nicht ■gut zu sprechen ist. ׳abhängig. Trotz dieser Rechtlosigkeit pflegen die ■wenigen in Wien tolerierten Juden die edle Tradition ihrer Väter, so vor •allem die von!Rabbi Simon den ׳Gerechten geprägten •drei Grundsätze: die •Lehre, den Gottesdienst •und das ׳Ausüben guter Werke. ׳Am Schlüsse der vom Autor behandelten Periode erringen die Juden in Wien hiirgerliehe Gleichberechtigung, soziale Achtung, aber sie hören ■auch auf, Juden ■zu sein. Diese Tatsache •zeigt •uns, daß nicht die äußere ׳Rechtslage, nicht die politische Situati׳.!! ent-־ scheidend in dem Lebensschicksal der •Juden ist, .־; dir *

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