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Jüdische Presse · 1928-05-24 · 20 (24.5.1928) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
20 (24.5.1928)
Date
1928-05-24
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 20 JÜDISCHE PRESSE Seite 137 ketten. Denn die bestehenden aktuellen Differenzen befc treffen fast nur taktische Fragen; sie könnten'in einer versöhnlichen, vertrauensvollen Atmosphäre immer ausgeglichen werden, in den gegebenen Verhältnissen aber spitzen sich die Gegensätze zu, das persönliche, Moment; wird hervorstechend, Fragen der Taktik -verwandeln sich m prinzipielle Probleme... ... Abgeordneter G r ii ri b a u m suchte vom ersten Augenblick gar keinen Zusammenschluß mit den anderen zionistischen Gruppen, ja, er dehnte sogar über die Wahlen hinaus sein Bündnis mit anderen jüdischen Organ?- sationen, welche dem Minoritätsblock angehörten, aus und schuf so ein künstliches Gegengewicht gegen die Zionisten aus Kleinpolen. Der ״Jüdische Nationalst“, unter Führung des Abgeordneten Grünbaum, sollte das gemeinsame Band dieser Gruppen in Kongreßpolen bilden. Dieser Schritt stieß auf Widerstand der ״Hitachduth“ in Kongreßpolen, welche einen Zusammenschluß sämtlicher zionistischer Ves\- bände im Sejm forderte, um auf diese Weise taktisch und formell die Hegemonie des Zionismus zu erhalten. Grünbäum ließ nicht nach, konstituierte und registrierte im Sejm eine Gruppe als sogenannten ״Klub des jüdischen Nationalrates“ und verschärfte auf diese Weise die Be- Ziehungen zu den Genossen aus Galizien ... ... In den Randgebieten und in Kleinpolen wurden Wahlen zu den jüdischen Gemeinden ausgeschrieben. Ein zu begrüßender Schritt, welcher endlich das jüdische Gemeindewesen in Ordnung bringen soll, wenn auch nicht’ gemäß allen unseren Forderungen. Aber schon wurden in vielen Orten Kleinpolens jüdische Gemeinden, die eine zionistische Mehrheit hatten, aufgelöst, und die Befürchtung liegt nahe, daß die bevorstehenden Gemeindewahlen; nach dem berühmten (letztens aufgefrischten) ״galizischen“ Muster durchgeführt werden sollen, was nichts anderes als Favorisierung der Agudah-Orthodoxie .seitens der Regierung bedeutet... Abschied tut weh. Dr. Weizman n, der Präsident der zionistischen Organisation, hielt vor seiner Abreise aus den Vereinigten'; Staaten eine Rede, worin er sich mit der Opposition im amerikanischen Zionismus auseinandersetzte. Dr. Weizmann erklärte: ״Da ich nach Amerika gekommen bin, um ein wichtiges Stück Arbeit für Palästina zu tun, lasse ich mich nur mit dein größten Widerstreben auf eine Besprechung der Situation ein. Der Baseler Kongreß gab der Exekutive eine bestimmte Aufgabe,1 die sic nur dann durchführen kann, wenn Amerika die Verpflichtungen, die die amerikanische Delegation auf dem Zionistenkongreß übernommen hat, erfüllt. Wenn Amerika uns im Stiche läßt; werden wir eine sehr ernste Situation vor uns haben, Die amerikanische Opposition macht der Londoner Exukutive den Vorwurf politischer Unfähigkeit. Man versucht, einen Keil zu treiben zwischen die Exekutive in Palä־׳ stma und die in London. Gegenüber diesen Vorwurferf hebt Dr. Weizmann hervor, daß er nur gemäß seiner politischen Methode arbeiten könne. Wenn es Menschen gibt, die mit schärferen Methoden mehr erreichen können, so möge man diese wählen. Er sei bereit, aut der Aktions« komiteesitzung seinen Platz zu räumen, ja, wenn man den Kongreß im nächsten Jahr nicht erwarten kann, so ist er mit Freuden bereit, schon in diesem Sommer einen Kongreß einzuberuten. Zum Schluß rechnet Dr. Weizmann mit Stephen W i s e ab. Dr. Wise hat es abgelehnt, nach Dr. Weizmanns Ankunft eine Aussprache mit ihm zu haben, obwohl Weizmann die Initiative dazu ergriff. Dr. Wise Aus Vergangenheit u. Gegenwart denn es scBsäsamf gfarifo, ist deshalb doppelt so ausgiebig als nicht schäumende Sorten. Recht und Seelenwanderung. Zur Wiederkehr des Todestages von Rabbi Israel ben EHezer (Ba! Sehem-tob), 7. Siwan 5520. Rabbi Dow-Bär (1710-1772) der Schüler und Nachrolger des Balschem, wandte sich einmal an den Meister mit der Bitte, er möge ihm die Soharsteüe (Exod. 21) deuten, welche lautet: Dies sind die Rechte, die; du innen vorlegen sollst, ,,darin liegt das Geheim'- 111s der .Seelenwanderung“. Der Balschem blickte in das Buch, hielt eine Weile i-11 ne und sprach: ״Um den Sinn dieser Worte zu erfahren, mußt du in den dieser Stadt benachbarten Wald dich begeben, auf den einem Brunnen gpgeinibcrstehenden Baum steigen, wo du unbemerkt der. P°r. s.lc“ gehenden Begebenheiten zuschauen sollst.“ Der Kaobi tilgte die Warnung hinzu, bei den sich abspielenden Vorgängen, so verkehrt und ungerecht sie auch scheinen' mögen, auch nur irgendwie aktiv einzugreifen. d 1 K• des Balschem gehorchend, begab sich Kaüt>1 bar zu einem vom ersteren bestimmten Zeitpunkt an den bezeiclineten Ort. Dort war er Zeuge eines seit- 1 ^ll ü1ttes. Von seinem Versteck aus sah er einen' Kauiherrn dem Brunnen sich nähern, urn seinen schmaclltenclen Gaumen mit kühlem Wasser zu laben. Um leichter ausruhen zu können, legte der Kaufherr seine Überkleider und den zu jener Zeit üblichen Geldgürtel ab. Nachdem! er ausgeruht hatte, .zog er weiter, ohne den Gürtel, in( welchem all sein Hab und Gut sich befand, mitzunehme/1. bclion wollte der auf dem Baume hockende Rabbi ihm nachrufen, um ihn auf das Vergessene aufmerksam zu machen, als er sich an das Verbot seines Meisters erinnerte.■ Kaum war der erste Kaufmann fort, als ein zweiter, am Schauplatz erschien. Auch er ruhte am Brunnen aud und als er sich nachher anschickte, seines Weges zu gehen, da erblickte er den herrenlosen Beutel, steckte ihn noenertreut ein und ritt weiter. Der Magid konnte sich mag im Recht oder Unrecht sein, von Menschen in einer so schwierigen •Aufgabe^ die von soviel -Gleichgültigkeit und Feindschaft umgeben sind, hätte jede Anstrengung gemacht werden sollen, um ein solches Schauspiel eines inneren Kampfes zu vermeiden. Schon aus Gründen deh Gastfreundschaft hatte ich’, als ein Gast in diesem Lande( ein Recht darauf, zumindest angehört zu werden von Herren, mit denen ich jahrelang zusammengearbeitet habe. Em solches Vorgehen zwischen Kampfgenossen entspricht nicht den Formen zivilisierter Gesellschaft und erzeugt Demoralisation. Palästinas Eisenbahnverbindungen mit Orient und Okzident. Verkehrslinien Haifa—Tripolis—Bagdad und Haifa—Kairo— London. (JT׳A.) Auf syrischer Seite hat in der letzten Zeit das Interesse für den Bahnbau Beirut—Haifa stank zngenommen. Es handelt sich um die Verbindung Beiruts mit Haifa durch eine an Bagdad anschließende, von Tripolis über Beirut, Sidon, Tyrus und Akko zu führende Bahnlinie. Syrien befürchtet, daß der Handelsverkehr ׳über ׳Beirut durch deii von ׳der palästinensischen Regierung jetzt in Angriff genommenen Ausbau des Haifaer Hafens zu dem weitaus größten Hafen an der syrisch^palästinensisohen Küste stark zurückgedrängt werden würde. Haifa würde dann infolge seiner Eisenbahnverbindung nach Damaskus der Hauptumschlagsort auch für das gesamte syrische Hinterland werden. Bei Einrichtung einer bequemen Verbindung Haifas mit Beirut kann dieses hoffen, wenigstens einen Teil des Güterumschlages noch über sich zu lenken. Die Verbandhingen, die schon seit •mehreren Jahren!zwischen Syrien •'uua®^ denn es ist gjeggfaggBQariiggg trocknet deshalb nicht ein, wie häufig andere Sorten. und Palästina über diese Eisenbahnverbindung schweben, sind infolgedessen von syrischer Seite wieder stärker in Fluß gebracht worden. Die syrische 'Regierung will die Geldbeschaffung selbst in die Hand nehmen. Das auf 2-20 Millionen Francs veranschlagte Bamkapital soll aus den blockierten Beträgen der für die Zahlung des syrischen Anteils an der ״Dette Publique Ottomane“ vorgesehenen Bndgcfcposten entnommen werden. Palästina hat von der gesamten Strecke nur etwa ein Fünftel zu!bauen und auch I von dieser Teilstrecke ist fast die Hälfte, die Strecke zwischen Haifa und A'kho, als eingeleisige!Bahn in Betrieb. Die Palästina-Regierung scheint aber zunächst Syrien den Vortritt lassen zu wollen, bis es die Strecke •von!Beirut zur palästinensischen Grenze fertigg׳e׳stellt. hat, um erst dann die Schlußstrecke auf palästinensischem Gebiet zwischen dem Grenzpunkt Ras cl Nakura und der Stadt Akko auszubauen. Seit die im Kriege von den Türken gebaute Militärbahn Haifa—Kantara (am Suezkanal) durch die Küstenebene von Palästina und die Sinaiwüste von der britischen ־ Mandatsverwaltung schon im Beginn ihrer Amtszeit für den regelmäßigen Verkehr instandgesetzt und ein täglicher Schnellzug mit Anschluß von Kantara nach Kairo, Alexandria oder Port Said darauf in Betrieb genommen wurde, ist die Idee!einer Bahnlinie London—Kairo ihrer Verwirklichung zum Greifen nahegekommen. Von Norden her besteht schon der Sehienenstrang des Orientexpreß bis Konstantinopel und von ׳dort die Linie der ׳Hedjasbahn über Aleppo—Homs mit ihrer Abzweigung nach Tripolis. Nur die 170 Kilometer zwischen Tripoli •und Akko, nördlich Haiifa, fehlen, 11m den Betrieb auf der Riesenstrecke L 0 ndo n—P ar is—K 011 s t a n ti nop e 1 —ß e i r׳u t—Haifa—K a i r 0 aufnur mit Mühe enthalten, dem Davoneilenden nachzujagen, um ihn zu bewegen, den Fund zurückzulassen. Es währte nicht lange, als sich ein armer, elender Wanderer am Brunnen niederließ. Im Augenblick, als er die mit Wasser angefüllte Flasche an den Mund zu setzen im Begriffe war, stürzte der erste Handelsmann atemlos herbei, packte, seinen Schatz nicht vorfiudend, den Armen an der., Gurgel und schrie wutentbrannt: ״Gemeiner Dieb, gib meinen Gürtel her!“ Ein entsetzlicher Schrecken erfaßte den Unglückliehen,\ er besaß nicht einmal die Kraft, seine Unschuld zu beteuern. Der zornige Kaufmann aber schlug erbarmungsv los auf den vermeintlichen Dieb ein. Rabbi Bär litt furcht(- bare Qualen, des Unschuldigen sich nicht annehmen zu dürfen. Und so konnte der Kaufmann seine Mißhandlungen fortsetzen, bis der Hilflose zusammenbrach. Er durchsuchte ihn gründlich und da dies natürlich zu keinem Erfolg führte, verließ er fluchend den Ort. Rabbi Dow-Bär begab sich hierauf zu seinem Lehrer, um von ihm eine Aufklärung über diese rätselhaften Erscheinungen zu erhalten. Der Balschem sagte lächelnd: Vor einem Menschenalter hatten zwei Kaufleute vor einem Rabbiner einen Geldprozeß. Auf Grund des irrigen Sehieds- Spruches wurde eine cler Parteien zur׳ Zahlung eines Bdträges an die andere verpflichtet. Da sowohl der Richter als auch der Empfänger ihr Leben beschlossen, ohne ihr Unrecht gesühnt zu haben, wurden sie vor den himmlischen Thron gerufen. Dort wurden die Seelen aller drei zui, Wiedergeburt, zum zvveitmaligen Herabsteigen in die irdische Welt (Gilgul) verurteilt, um die im ersten Leben begangene Schuld gutzumachen. Der erste Kaufherr welcher einen Geldgürtel am Brunnen vergaß, ist derjenige, dem das Geld ungerechterweise zugesprochen wurde, der Finder ist die Gegenpartei, die zur Zahlung verpflichtet wurde. Der arme Wanderer wiederum ist der Schiedsrichter, vor dem die Prozeßführenden erschienet waren. Daraus, fuhr der Balschem fort, ist der Zusammen* hang zwischen Recht und Seelenwaiiderung klar ersichtlich. Ahron J e 1׳ « c h e m. %־•־־־'" - KAL®dokt denn es •1״L löst Sich gänzlich, bleibt deshalb nicht zur Hälfte in der Bürste und L den Zähnen. S - zunehmen. Der Bau dieser Verbindungsstrceke ist jetzt aktuell geworden. Ponsot hatte schon vor seiner Abreise nach Paris zu verstehen gegeben, •daß er sich ,besonders für ׳die Durchführung dieses Planes interessieren werde, der jetzt, schon um Beiruts Stellung gegen die drohende Konkurrenz Haifas zu schützen, für das französische Mandatsgebiet notwendig geworden ist. Da ■die Anlage der Strecke auf dorn palästinensischen Gebiet einstweilen nicht in Frage kommt, soll zunächst das weitaus größere Stück bis zum Ras cl Nakura, an der palästinensischen Grenze, hergestellt werden. Die Reisenden sollen einstweilen aut der fehlenden Schiencnstrecke zwischen Tripoli und Haifa in Spezialantos befördert werden. Die Reisedauer zwischen Paris und Kairo soll, wie es schon früher hieß, fünf Tage betragen. Oberrabbiner Rabbi Abraham Mendel Halevy Steinberg זצ״ל• In patriarchalischem Alter von nahezu neunzig Jahren ist der überrabbiner •von Brody, Rabbi A. M. S t e i n b e r g, dieser letzte Gaon, der noch aus einer ■thorareichen ׳Zeit in unsere arme Gegenwart hiuiiberragtc, uns Sonntag den 1. Ijar entrissen worden. Wie •die meisten galizischen Rabbiner, war ׳auch er Infolge der iKricgswirreu gezwungen, seine Heimatstadt za verlassen ׳und das Fluchtiingslos ׳mit Tausenden seiner gehetzten Glaubeiisbrikler zu teilen. Obcrrabbitier ■Steinberg kam nach Wien, wo ׳ihm ein verhältnismäßig ■sorgenfreies ׳Leben bcschicden war, so daß er seine gewohnte Tätigkeit, Lehren und Lernen,!fortsetzen konnte. Er sammelte eine Schar älterer ■und;jüngerer Schüler •um ■sich, mit denen der große Gaon, ungeachtet der Last der Jahre, mit beispiellosem Fleiß und restloser Hingabe lernte. Folgende!Episode kennzeichnet seine!Hingäbe zur Thora: Während seines Wiener Aufenthaltes wurde er einmal von einem Augenübel befallen, das ihm vier Tage hindurch das Lernen mit ׳Schülern und überhaupt die ׳Benützung •eines ׳Buches unmöglich machte. Tief bedrückt beklagte er sich bei seinem Freund, ׳Rabbi Meier Arak, den!damaligen ׳Buczaczer Raw, daß er!fürchte, ein Am Haarez zu werden. Tags darauf hielt der!Buczaczer Raw ׳s. z. 1. seinen!Schülern eine tief ergreifende Mussarrede. ״Der ajte!Gaon“, sprach er zu •seinen Schülern, ״der Brodyer ■Raw, ■der seit Jahrzehnten Tag und Nacht Thora lernt und lehrt, fürchtet ein Am Haarez zu werden, wenn er vier Tage nicht in ein Sefer schauen kann — und die Kleinen, je seltener und weniger sie lernen, desto ׳größer dünken sie sich . . .“ Oberrabbiner A. M. Steiniberg entstammt einer alten Brodyer Familie, er ist selbst ■in ׳Sereth in der Bukowina geboren, wo er auch ׳seine erste Jugend verbrachte. Schon als Kind zeichnete er sich durch ■besondere!Geistesschärfe und Fleiß ,aus und schon in jungen Jahren wurde er als großer Gelehrter gefeiert. Nach seiyer Eheschließung leitete er zunächst in seiner Vaterstadt Sereth!jahrelang eine große Jeschiwa'h. Sein erstes Rabbinat war Sniatyn in Ostgalizien, wo er mehrere Jahrzehnte hindurch wirkte. Im Jahre 5667 übernahm er das altehrwürdige Rabbinat ■in ׳Brody, wohin er auf Drängen seiner Gemeinde, nach Wiederkehr normaler Verhältnisse, aus Wien zuiriickkehrte. Es ist selbstverständlicli,!daß ■der Ober!rabbiner von!Brody, dank seiner zahlreichen Schüler wie seiner anerkannten Autorität, von allen AVeltteilen mit Anfragen aufgesucht wurde. Ein Teil seiner!Responen ist Interessante Schulgebete in den ersten jüdischen konfessionellen Schulen in den österreichischen Erbländern. (Nach Akten des Unterrichtsministeriumsbearbeitet von Dr. pliil. Chaim T e n n e n h a u s.) Nach der Josephinischen Judenordmuig vom Jahre 1789 sollte in jeder Jndengemeinde eine jüdisch-deutsche (konfessionelle) 'Schule nach ■dem Muster einer christlichen Normalschule errichtet werden. Als Fonds zur «Erhaltung derselben wurden die M i 11 j a n ־ T a x e 11 verwendet. Zur Ausbildung der Lehrer wurden Lehrerseminare errichtet. Der 'Besuch dieser Schulen war für beide!Geschlechter obligat. Die Aufsicht war einem jüdischen ״Schulaufseher“ übertragen. Das Lehrprogramm war, wie gesagt, dem der christlichen Schulen gleichlautend. Es wurde ״der notwendige Unterricht in der deutschen •Sprache, Orthographic. Schreiben, Rechnen und den Anfangsgründen der Logik (!)“ erteilt. Der Unterricht wurde von Sonntag ■bis in kl. Donnerstag in einem von der jüdischen Gemeinde bereitgestellten Schulhause erteilt. Das Winterhalbjahr begann drei Tage nach Sukkoth, das Sommerhalbjahr drei Tage nach Pcssach und währten bis ניסן PH bzw. אלול PH Die Lehrer durften während des Halbjahres keine anderen Geschäfte treiben, als die Führung der Gemeindebiicher, die Ausfertigung von Geleitschcineu etc. innehaben. Jeder Tagesunterricht wurde mit ■je einem eigentümlichen ״Anfangs- und Schlußgebet“ begonnen und geschlossen, welche dem Inhalte nach und je nach der Schulklasse variierten. Der Autor dieser Gebete ■ist unbekannt. Angeblich soll er ein aus Mähren nach ■Lemberg ciiigewandertcr jüdischer Lehrer gewesen sein. Nachstehend geben Wir die Gebete wieder: 1. Gebet vor dem Unterricht für die Elementar־ und erste Klasse. 1 ״erL Gib uns Lust zum Lernen und mache, daß wir lieber ■in der Schule sein wollen, als zu Hause

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