Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 19 (18.5.1928)
- Date
- 1928-05-18
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Nr. 19 Seite 132 JÜDISCHE PRESSE Das bestbekannte SEIDENHAUS S. WlIf.HEIM a₪₪am₪₪M₪B₪aam₪₪₪₪m₪₪a₪₪₪₪₪₪mm Oesterreich und in einigen anderen Ländern in den ■Friedensverträgen gesichert wurden. Wahrheit ist, daß die Juden weder in Oesterreich noch in D e u t s c h 1 a 11 d, ja nicht einmal in England, F r a n k r e i c h und A m er׳ika, wo doch die Zionisten Hahn im Korb sind, ebenso wenig wie in Belgien, der Schweiz, Holland und bei uns in der — tschechoslowakischen Republik eine ׳politische ׳״Minderheitsnationalität“ sind oder sein wollen. C i v i s J u d a e u s. JSLRCH^ICHTErl. Zur Beachtung! Auf vielfachen Wunsch, der aus dem Kreis unserer aus den־ Ostländer stammenden Wiener Leser geäußert wurde, werden wir fortab ימי הדללת הנר ערמצש nach den *מנהג ותיקי nach welchem unsere ostländischen Brüder sich richten, veröffentlichen. Die Zeitbestimmung wird uns allwöchentlich vom ״Hithachduth Jereim“ zur Verfügung gestellt. "התאחדות יראים" ווינה ״Hifachduth Je reim“ Vereinigung Thoragesetzestreuer Juden in Wien 11., Heinestrasse 30, T. 15. ב״ה. שבת במדבר זמי הדלקת הנר עש״ק שעה 7 ע□ 18 מעוט. זמן שסיעת החמה עש״ק שעה.7 עם 31 מעוט. זמן הדלקת הנר מוצש״ק שעה 8■ ע□ 30 מעוט■ Zur allgemeinen Kenntnis! Ich bringe ׳hiem.it zur allgemeinen!Kenntnis, daß die יכשר" Senferzeugung der Firma Brüder Weinberger, Wien, II., Untere Augartenstraße 18, nunmehr •unter meiner Auf- ' sicht steht. Durch die ständige Kontrolle des ganzen Betriebes sowie des ganzen Arbeitsprozesses ist die volle ■Gewähr gegeben, daß jeder noch so strenggläubige Jude .mit Beruh!- gung die!Marke Albatrossen! genießen kann, welche durch meine jüdische Anschrift gekennzeichnet ist: מנחם דוד בה״ג מהו׳ נחמי׳ פריעדמ^ נ״י רב בבהכע מרפא לנפש Dr. Alfred Berger ׳.ז״ל Sonntag den 13. Mai schloß Dr. Alfred Berger — ein Sohn des unvergeßlichen!und unvergessenen Heinrich Berger־ s״.A;-— seine müden Augen für immer. Krankheit und Siechtum ■zwangen diesen arbeitsfreudigen und schaffensfrohen Mann, sich vorzeitig ■und frühzeitig ins Privatleben zurückzuziehen unnd seine Tätigkeit im Dienste der Allgemeinheit einzustellen. Der vielbeschäftigte .und ange'sehene A n w a 11, von tiefster Religiosität erfüllt, durch!Begabung und ׳Hingabe gleich ausgezeichnet, fühlte sich berufen, wo immer es galt, das gesetzestreue Judentum zu vertreten. Durch viele Jahre dem Wiener' Kiultusvorstand angehörend, hat der Verblichene stets die Interessen des konservativen Judentums zur Geltung.gebracht und auch die Wjürische der Wiener 0r t■h od oxie mutig und aufrecht verfochten. Auch in der Tal mu d-Th p r a und in der Schön 1 at er lisch ul, ׳Schöpfungen, in denen der Name ■des Gründers ׳Heinrich Berger in goldenen Lettern fortleibt, hat Dr. Alfred Berger als eifriges Vorstandsmitglied ■Gutes und Großes geleistet.׳ In weiser, ■müder Abgeklärtheit ■und Ab- ׳geschiedenhe.it lebte er in den letzten 20 Jahren in ׳Baden bei Wien einsam, aber nicht vereinsamt, und.auch in dieser Zeit des Exils bekundete er sein ׳unvermindertes Interesse I. Tuchlauben Nr. 8 bringt zur Frühjahrssaison die allerneuesten Seiden- Stoffe in größter Auswahl zu fabelhaft billigen Preisen zum Verkauf Gröpe de Chine imprimd, neueste Dessins. . S 15.—, 12.—, 9.— Cröpe Georgette imprimg, neueste Dessins.. . S 18. -, 15.—, 12.— Seidenfoulard, französ. Muster , . S 9.80, 7.50, 6.— Mongol, alle Modefarben.S 16.— Mantelseide, schwarz und farbig . S 19.—, 12.—, 9.— Seidenbrokate für Futter , . . . . S 5.60, 4.90, 3.80 Chinesische Rohseide ...... S 5.80, 4.90 fl Original Japaa-Pongia ..... .S 2.90 fl Seidenreste zu halben Preisen I Keine Kunde kaufe, fl bevor sie sich nicht von unserem seriösen Angebot fl überzeugt hat fl Unser altes Prinzip5 I Verkauf per. Kassa zu billigsten Engrospreisen fl durch Anregungen, die er als gründlicher Kenner der Verhältnisse vereint mit universeller ׳Fach- und Sachkenntnis in jüdischen Blättern veröffentlichte. Zur Verehrung und Wertschätzung für diese harmonische Persönlichkeit gesellt sich!zur wehmutsvollen Trauer die unverlöschliche Erinnerung ■und ein dankbares Gedenken. ׳Secher Zadik liwrochahl O. N. Die Bestattung fand Montag ׳den 14. Mai in Baben bei Wien statt. (Unter ■den zahlreichen Anwesenden konnte ׳man ׳den Präsidenten ■der ' Wiener Kultusgemeinde Prof. Dr. Alois Pick, den Amtsdirektor iRegierungsrat Dr. Adler und Amtsleiter iWilihelm Fr׳e־i stadt, Herrn Wolf Papp e n!h e i m, Bernhard 1H 0 f b a u e ■r, ׳Siegmund und Hugo B 0 n d i, ßonnenfeld ׳(!Schön'laternschul), Ludwig Lacken b ■a c h e r ׳und David S c •h e y (Ohe wro-Kadischa, Baden)־, Dir.!Friedman ■n!(!Badener Waisenhaus), ferner die Herren Rabbiner Dr. F e u c h twang, Dr. Schwär z, Dr. P o 11 a k, Oberrabbiner W e i ß, Wiener-Neustadt, Rabbiner iS. Erd e d man n, Baden, bemerken.!Obwohl der Verblichene in seinem Testamente ,Jeden Nachruf sich verbat,!haben ׳Oberrabbiner Weiß, Wiener-Neustadt, ferner 1Präsident Professor Pick im!Namen der Wiener Kultus- Perücken u. Scheitel vom Lager zu den denKbar billigsten Preisen Ausverkauf im Spezialhaus 1 Haararbeiten Franz Emmer Wien, I., Mahlerstraße 5, Tel. 77-054־ gemeinde, Wolf Pappeniheim im Namen der Schiffschul Beth-!Hamidrasch und der Preßburger Jeschiwah, Bernhard Hofbauer irn Namen ״der Wiener Talmud-Thora-Schule einige Worte des Abschiedes an den Verblichenen gerichtet. Am Grabe verrichtete ׳ein Zögling des Badener Waisenhauses der Agudä das Totengebet. Die Plenarsitzung des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Donnerstag am 10. d. fand eine überaus bedeutsame Plenarsitzung der ■israelitischen Kultusgemeinde statt. Ueber den Beschluß, an •die Staatsregierung!behufs finanzieller ׳Förderung der Institutionen der israelitischen Glaubensgemeinschaft ׳heranzutreten, berichten wir an leitender Stelle. Es soll hier noch nachgetragen werden, daß in der an den Bericht des Vizepräsidenten Dr. Ornstein anschließenden ■Debatte Dr. Eh rLi ch.'.namens der zionistischen Fraktion und Dr. Glanz für die soziale Vereinigung die Anträge des Vertreterkollegiums mit großer Wärme unterstützt haben. Im Gegensatz zu Doktor Ornstein glaubt Dr. Ehrlich, daß die Ansprüche der Kultusgemeinde mit Berufung auf den Friedensvertrag, dessen, die Minoritäten ׳betreffenden Bestimmungen ein Teil der österreichischen Verfassung geworden sind, eher durchzusetzen wären, als auf Grund des Verfassungsgesetzes vom Jahre 1867. Von den Beschlüssen der Sitzung wäre noch hervorzuheben, daß man auch in diesem Jahre 50.000 Schilling fiirP a 1 ä s t i n a votiert hat, und zwar 7500 Schilling •für Keren Haijisc'huw der Aguda, und unter Protest ׳des Herrn!Wolf Pappenheim 25.000 Schilling für Keren Hajessod, 7200 Schilling ■für den Emigratenfonds, 6000 Schilling für 'Hechaluz, 2500. Schilling für ■den palästinensischen Arbeiterfonds, 1800 Schilling für ׳den Reservefon'ds. Ferner wurde beschlossen, die auf die!jüdischen Häuser und Käufe bezüglichen E i n t r a g u n g e 11 i 11 •das Wiener G׳r׳u ndbai ch vom 12., 13. und 14. Jahrhundert zu edieren. ־ ׳ Fortbildungskurs für Bajs-Jakob- Lehrerinnen in Oesterreich. Die Schulverwaltung von Bajs Jakob in Oesterreich hat beschlossen, in diesem Jahr einen Fortbildungskurs für Bajs-Jakob-Lehrerinnen in ländlicher Umgebung zu veranstalten. Der Unterricht soll anfangs Juli beginnen und ist für zwei Monate berechnet. Die Ausbildung erfolgt in Dikduk, Chumisch, Te• hillim, Geschichte und Pädagogik. Die Leitung liegt in den Händen bewährter Dozenten. Auch junge Mädchen aus der Tschechoslowakei und Ungarn können daran teilnehmen. Anmeldungen sind bis zum 10. Juni au die Keren- Hathora-Zentrale, Abteilung Bajs Jakob, Wien, II., Leopoldsgasse 26, zu richten. ׳Ischl. Aus Ischl wird uns geschrieben: Es ist von großem ■Interesse, ׳daß das jüdische Publikum, das auf verläßlich rituelle Verpflegung •Anspruch ehhebt, von der Er- ׳Öffnung der Pension Jupiter in!Bad Ischl erfahre, ■die in diesem J׳ähre zum ersten Male ein mit auserlesenem Geschmack eingerichtetes, ■gemütliches ■Heim auch für jene!bietet, die .auf eine streng rituelle Lebensweise Wert!legen. Der rituelle Betrieb steht ■unter der Haschgacha des von .,Herrn Oberrabbiner Hi.llel ■Weinberger, iDunajska Streda, bestens empfohlenen orthodoxen Schochet aus Sopron, Herrn David Weinberger, ׳während Frau■ Weinberger über das Kaschruth in der Küche wacht. Die ׳Küchenanlage .ist äußerst rationell angelegt. Nebst einer mit modernsten ■Einrichtungen und Behelfen ׳ausgestatteten Fleischküche ist eine besondere milchige Küche sowie ein Grudeofen, ■der die Sabbatspeisen in ׳vorbildlicher Weise temperiert;hält, vorhanden. Jeder orthodoxe Jude wird sich freuen, ein solch vornehmes ׳Haus mit einer so sorgsam überwachten ■rituellen Einrichtung in Ischl ׳vorfindetn zu können. ' hatte, Esther ׳Schreiber, die mit einem Enkel des חתם סופר namens Akiba Schreiber, verheiratet war und nach Palästina auswanderte,!und Gitel Kunstadt, die Gattin des Radautzer Oberrabbiners R. Jizchak Kunstadt. •) Die nach dem Aufhören der ׳drückendsten Ausnahmsbestimmungen vom Jahre 1848 an rasch aufblühende Wiener Judengemeinde wies zunächst starken Zufluß ׳aus dem Reservoir des ,Preßburger Ghettos auf. Und, nebenbei ׳bemerkt, ■spielten gerade damals Männer eine Rolle, die die Preßburger Jeschiwa zu ihren Schülern ׳zählte, denen man ■aber diese Schule später nicht im geringsten anmerkte, wie Leopold Kompert, Einhorn, Moritz Störck (Laryngolöge) ׳und Adolf Buchheim (Professor der Literatur am Royal College).3) Es kamen aber zu den teilweise schon früher in Wien ansässigen Preßburger ׳Familien der Biedermann (früher Freistadt), Nass (später v. 'Neuwall), Gomperz und Todesco noch Preßburger Juden nach Wien, die den Geist der Heimatgemeinde ■und ihrer hohen Schule nicht zu Hause gelassen hatten. Um Jizchak ׳Löb Freistadt, den 1810 in Triest geborenen Enkel des Preßburger Dajans R. Meier Freistadt, der in Preßburg Lieblingsschüler des חתם סופר war :und erst nach den! Tode ׳seines Meisters in Wien die Firma J. L. & B. Freistadt gründete, scharten sich bald R. Samuel Pappeuheim, R. Jizchak Löb Benedikt, R. Jakob Jizchak Schiff und R. Perez Neumann. ,Freistadt führte als erster ׳in Wien wieder öffentliche Talmudvorträge ein, die dann Rabbi Lazar -) Siehe Einleitung •zu R11nsta׳dt לוח את החרש 8) S. Mayer,!Ein jüdischer Kaufmann. Horowitz weiterführte, und der infolge der Einrichtungen in ■der Gemeindesynagoge in der Seitenstettengasse entstandenen gemeinsamen orthodoxen ׳Synagoge der deutschen und polnischen J׳uden im Lazenhof folgte die Gründung' verschiedener Klausen und Synagogen, wie des Bethauses in der Schönlaterngasse, der polnischen Schul und der Ankerschul, der dank Freistadts rastloser Tätigkeit und der werktätigen Hilfe der Hausbesitzerin Genendel O'bernbreit bald der Bau der ״,Schiffschul“ folgen ׳konnte.*) Es war eine kleine־ Schar opferfreudiger Männer, die da das ׳unverfälschte Erbe der Thora in einer feindlichen Umwelt für günstigere Zeiten wahrten und ■die Vorläufer der vielen traditionstreuen Bethäuser unserer Tage gründeten. Und unter diesen Getreuen, zu denen noch Koppel Austerlitz, Jankel Gänger ׳und viele andere gezählt werden ■müssen, stand auch Josef Schlesinger, der mit seinem Ge- ■schäfte sehr zur geistigen Ausrüstung in den Kämpfen der Orthodoxie beitrag. Als er im Jahre 1872 starb, waren die Verhältnisse in ׳der Wiener Jadenschaft schon nahezu konsolidiert. Der im Jahre 1843 geborene ׳Sohn Josef Schle- Singers (Akiba), der bei R. David Fuchs!in Szered, dem Vater des R. Mosche Hirsch Fuchs, des Oberrabbiners von Großwardein, ferner bei R. Mosche Schick (Maharam Schick) in St. Jörgen bei Preßburg seine ,talmudische Ausbildung genossen ׳hatte, war ■mit Rosa Strasser, einer Enkelin des כתב סופר verheira- 4) Freistadt erhielt bei diesem Anlässe einen Ehren- לשס ולתהלה ולתפארת ברכת:pokai mit folgender Widmung כוס ישועות לזכר עולם לידיד נפשנו' מו״ה יצחק ליב פ״ש נ״י « מגבאי דבית הכנסת החדש חרל״ר. tet. Er widmete sich ganz dem Geschäfte, das inzwischen ■schon in das Lokal Seitenstettengasse 5 übersiedelt war, brachte aber die Nächte im Studium zu, lebte persönlich bedürfnislos and beteiligte sich ■gerne ׳an wohltätigen Aktionen.5 *) Er starb am 7. Tebeth 5658 (1. Jänner 1898) und ist ■in Matter.sdorf begraben.0) ׳Seither wird das Wiener und ׳das noch zu seinen Lebzeiten gegründete Budapester Geschäft von ■seinen Söhnen geführt. Wenn Rabbi Jehoschua ben Lew! sagt, die Manner der großen Synode hätten sich vierundzwanzig Fasttage auferlegt, damit die Bücherschreiber nicht reich werden, •und die Rabbinen meinen,7) daß die Händler mit Büchern, Tefillin und Mesuoth keinen Segen bei ihrem Geschäfte genießen, außer wenn sie ihren Beruf ,aus Liebe zur Sache ׳ausüben und nicht ausschließlich des Gewinnes wegen, da sonst zu be- ׳fürchten wäre, daß ׳sie, wenn sich Reichtum!und ■Erfolg e,instellen, die Beschäftigung mit den geheiligten Gegenständen aufgeben, ist diese Befürchtung bei der Familie ,Schlesinger überflüssig, ׳da bei ihr die Liebe zur Lehre des Judentums derart eingefleischt ist, daß eine Vernachlässigung dieses Geschäftes ausgeschlossen erscheint. Und der unbestrittene Erfolg, dessen sich die Firma in ihrer Geschäftsführung erfreut, mag ferner ׳als ein fortwährender Beweis dafür gelten, daß ihre Inhaber nie ■aufhören werden, die Gegenstände ihres ,Handels um ihrer selbst willen zu lieben. 5)!Er war infolge seiner Geschäiftsveribindung mit dem iBudhhändler Kaufmann, einem Almosenier des Frankifurter Rothschild, der Begutachter ■aller aus Wien ■an den Baron gerichteten Bittgesuche. °) Siehe die Grabinschrift bei Kunstadt טח ארז החרש 7) Talmud, Pesachim, 50 b.