Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 17 (4.5.1928)
- Date
- 1928-05-04
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 116 Nr. rr JÜDISCHE PRESSE Sorgfältigste Lieferung In plombierten Säcken von 1 Sack 50 kg angefangen franko Haus, ebenso in Fuhren und Waggons 5? Kohlen- und Koksgroßhandlung Nordbahnrutschen 3. Kohlenhof Nr. 372-376 Wien, II., TaborstraBe 9 Fernsprecher Nr. 41-0-22 «mm Liebe Frau! Wollen Sie eine schöne, moderne und dauerhafte Perücke zu aen denkbar billigsten Preisen haben, so kommen Sie und überzeugen Sie sich. » 4. Bezirk, CSußfoaussfraße 26 Telephon 54-8-79. ן lloyd Sahaudo,. Genua ן . EHpreßwerkehr nach Nord- und | Sßc9amerilka. g Nach Südamerika auch Elidampfer 1 nur für 118. Klasse. 1 Eilverkehr nach Australien. HEIL- UND SOLBAD | (SALZKAMMERGUT) Pneumatische Kammern UUI SCf3־W£flS&EK Vornelinies gemütliches Haus mitstreng orthodoxem Betrieb. Je Je DiUtküche nach Anordnung. Vorzüglichste Wiener Küche. Gottesdienst im Hause Prospekte und Voranmeldungen bei der Besi'zerin.E. Wiener Feinste Herrengarderobe nach' Mass. :: Lager fe nster orig. engl. Stofle :: Anfer.igung binnen 21־ Stunden Telephon 61-1-1) 27 (M@2za) Med. Doctor Markus Moses, ‘®oChs-u.. ׳!mm. Wfffli Sohn des Preßburger Oberrabbiners R. Moscho Charif, praktischer Arzt in Deutschland, 1766 bis 1786. Eine Lebensskizze Von Bernhard Mandl, Budapest. (Forsetziuig.*) Doch weich Unikum die Promotion des Preßburger Oberrabbi 11 ersollnes immerhin auch gewesen sein mag, als Kuriosum ist die aus ׳diesem Anlasse geschriebene Abschiedsrede Tychsens noch viel merkwürdiger. Diese, vom Verfasser ״Promemoria“ genannt, ist in verifiziertem jüdisch-deutschem Idiom abgefaßt, dessen sich dieser Gelehrte übrigens bei jeder sich bietenden Gelegenheit gerne bediente. Ob aus Ruhmsucht, oder Bekehrungsabsicht — um sich mittels dieser Sprache den jüdischen Seelen leichter nähern zu können, das wollen wir hier nicht untersuchen; allein beim Durchlesen dieser aus sechszeiligen Strophen nach Alphabetordnung in. dreifach akrostikonischer Wiederholung zusammengestoppelteil Epistel oder Ansprache können wir uns doch nicht des Eindruckes erwehren, daß Tychsen im Verkehr mit Juden den damals von ihnen gesprochenen, mit hebräischen, aramäischen und anderen Sprachausdrücken vermischten’ Jargon wohl auclr aus eitler Gefallsucht gebrauchte. . Wir führen aus diesem kuriosen Poem nur einige Strophen vor, da das Ganze zu monoton und langwellig wäre. :i:) Siehe Nr. 16 der ״Jüdischen Presse“, Die Schalsorgen der Juden in Holland. Die Zahl der Juden Hollands beträgt 150.000; die Zahl der orthodoxen Juden macht mindestens 30 Prozeut aus. Zugegeben muß werden, daß die reichen Juden Hollands zum größten Teile areligiös sind; dies kommt auch daher, daß sie nichts vom Jüdischen gelernt und nichts davon vor sich gesehen haben. Wären sie jüdischer erzogen worden, so wäre der Zustand um ein bedeutendes besser. Gerade dies haben jetzt die Kreise cingeschcn, die das segensreiche Wirken S. R. H i r s c h s anderswo erleben. In der Orthodoxie regt cs sielt denn auch mächtig und das ist es, was die Liberalen mit Schmerzen sehen. Die Orthodoxie wünscht jüdische Schulen, jüdische Lehrer und iiidisclics Milieu, die Liberalen wünschen ein Aufgehen im Wirtsvolk. Nun wird cs den Liberalen so leicht nicht gelingen, rlircn Willen durebzusetzen. Die Sache verhält sich so: Holland ist ein sehr religiöses Land. Seit Jahren regieren christliche Regierungen. Die absolute Mehrheit der Wähler stimmt positiv religiös. Die holländischen, Christen sind absolute Freunde des orthodoxen Judentums, sie sind tatsächlich ..Auliavc Jisroel“, sie sind (der calvinistisch-pnritanischc Teil besonders) große Verehrer des Alten Testamentes, haben eino große Abneigung gegen den Liberalismus als Staatsgedänken und heiahen dagegen den auf Religion aufgcbauten Staat. Selbst wenn die liberalen Juden es schon möchten, sie werdet! kein Glück haben, denn die Reg'icnmg weiß jüdische Frömmigkeit zu schätzen. Für getaufte Juden findet mau in Holland nichts als Verachtung, weil man nur zu gut weiß, daß es sicli lediglich um eine materielle Besserstellung handelt. Deshalb ist die Taufe in Holland äußerst selten. Wiic schon gesagt. s״׳d die liberalen Juden strikte Gegner einer gut.iiidischcn Frzichung und geben vor, daß der Jude sicli dadurch zuviel von der Landbevölkerung entferne. Dagegen aber ist zu sagen, daß in Holland gerade die Christen, also die übergroße Mehrheit der Bcvölkeriiiig. die Kinder in positiv christliche Schulen senden, die vom Staat überwacht werden, aber sonst in ihren Disziplinen völlig frei sind. Nur die nichtchristlich■ orientierte Bevölkerung sendet die Kinder hi die sögenannten .,neutralen öffentlichen Schulen“. — Schreiber dieses hat solche Schulen ■besucht, es wurde da die größte Rücksicht auf jüdische Lebensart und Empfindung geübt. Da die meisten Schüler Juden waren, war die Schule an Sabbat und■ Feiertagen geschlossen, im Winter sagte der Klassenlehrer an, wann Schabbos sei und wurde der Unterricht am Freitag früher beendet. — Von ״Risclius“ im deutschen Sinne war keine Spur zu sehen. Aber cs fehlte da doch der jüdische Geist, und da in Holland die Schulzeiten von 9 bis 12 und von 2 bis 4 IJhr sind, so fand der jüdische Unterricht von 12.30 bis 1.30 und von 5 bis 7 Uhr statt. Also nachdem die Kinder schon ermüdet . und ermattet waren. Man kann sicli denken, daß dieser Unterricht wenig, oder besser gesagt, .nichts gefruchtet hat, ja daß dadurch die jüdischen Schulen auf viele Kinder geradezu abstoßend gewirkt haben. Ganze Generationen sind dadurch dem Judentum in Holland vorloren gegangen. Der Schaden ist ■unwiderbringlich. Jetzt bat man gesehen, daß cs so. selbst beim grüßten Entgegenkommen der .■Behörden nicht mehr geht. Die Orthodoxie׳ will,■und es׳ ist ihr durch die 11 o 11 ä n d i s c 11 0 .G e s,e t z g e bht 11 g gestatte t. ja ■gerade,, empfnlilen; eigene Schul c דו errichten. Hiervon hat sie bislang einen sehr bescheideilen Gebrauch gemacht. Aber sei der Anfang auch klein, wir sind auf dem guten Weg. Ich schätze, daß in Amsterdam etwa 600 bis 800 Kinder die zwei großen rcinjüclischen Schulen besuchen und die Nachfrage um Aufnahme ist größer, als man erwartete. Jetzt ist geplant — und bereits so gut wie sichergestellt —- die Errichtung einer höheren Schule auf orthodoxer Basis mit den Disziplinen eines deutschen Gymnasiums. Es hängt nur von den Anmeldungen der Schüler ab, daß der Plan verwirklicht wird und daß d־ie Regierung die nötigen Fonds dazu hergibt. Sind die Liberalen bereits, erbost, daß überhaupt jüdische Schulen errichtet werden, so sind, sie geradezu wütend, daß die Orthodoxie es wage, ein Gymnasium zu. gründen.׳ Diese Herren zetern, weil die׳ Orthodoxie jetzt erkannt hat, was dem Judentum nottut. Aber es hilft nichts;'׳die Regierung ist, vorbehaltlich einer genügenden Schülerzahl, gewillt, dem Plan ihre Zustimmung zu geben und versteht es sehr wohl, daß fromme Juden ihre Kinder .g:utjüdisch erziehen wollen. Die Regierung sieht darin Ein jüdisches Gedicht auf den Herrn Doctor Markus Moses. (א) Ich werde mir eine große Dreistigkeit nemen Und meinen lieben R. Mordche Rophe (Doktor) einen Sohn nennen. Ach es ist ,mir groß bang und leid, Daß mein lieber Sohn nimmt von mir Abscheid. Ich will ihn auch deshalb mit einer kleinen Schrift begleiten Und will wünschen, sein Weg bescholem (in Frieden) z׳u bestreiten. נ) Glückliche Reis’ wünsche ich Ihnen vom Grund meiner Herzens Seel’, Es gehe Ihnen wohl und kein Tag nit fehl! Gilückiiühkeit :zu Ihrer Vermählung wünsche Ihnen vom Herzen Grund Und ■niemals keine ׳unl׳usti׳ge Stund. Gehen Sie Achtung auf meine schlichten Wort, Haschern jisborach (der hocligelobte Gott) führe Sie ׳hin nach ihrem wohnhaften . Ort. h) Dorten wert mein lieber Sohn Doktor genannt, Ihre Taigendsamkeit, Riphus-lamdonus (Arzneikamst) ist schon dort bekannt. Dennoch wert ■man ihn dorten viel größer machen, Als er wirklich besitzt Qualitäten und Sachen. Denk er nit, man thut mir wenig Kowod (Ehr), was man mir zeigt, So verliert er Chaß vescholem (Gott ׳behüte!) seinen Kowod ■bei alle Leit. (י) Wert der liebe Sohn erfordert, zu einem Kranken zu kummen, keinen Landesverrat, wie die Herren Liberalen es so gern vorgeben mögen, im Gegenteil, sie weiß, daß die Schüler in den frommen Schulen geradezu zum Patriotismus und zur Menschenfreundlichkeit ungehalten werden in Wort und Tat. Ein Segen für die Orthodoxie ist die Errichtung der ״Agudoh“, die bereits, verhältnismäßig gesprochen, viele Anhänger zählt, mindestens so viel wie die Zionisten, was wohl kaum ■in einem anderen westeuropäischen Lande der Fall sein dürfte. Als eifrigste Förderer außer den Rabbinern, sind besonders einige aus Deutschland stammende Herren, beziebungsweisc Familien zu nennen, wie Birnbaum, Hausdorff usw. Diese Herren bekleiden sehr hohe Ehrenämter ii: der Kohilla und genießen einen ausgezeichneten Ruf. Auch unter dem ״Proletariat“ ist ein großer Kern sehr orthodoxer Juden vorhanden. Der Verein ״Touroh- Aur“ hat in Amsterdam allein so viel Mitglieder wie der Zionistciivcrciii in ganz Holland. Und wie besucht sind die Miiichavorträgc des vortrefflichen Rabbi de Hond am Schabbos. zu denen regelmäßig sich hunderte dieser ״Proletarier“ cinfinden. ln Holland brechen für die Ortho- -doxic jetzt bessere Zeiten an. Zinn Schwarzsehcn ist kein Anlaß. Eine katholische Stimme über angebliche Aspirationen Italiens in Palästina. (.1. T. A.) Der ״Kölnischen Zeitung“, dem führenden Rhei111a11dorg.an. wird aus Kairo geschrieben: ״Der Besuch des ■italienischen Kronprinzen Umberto in Palästina wird einmal Ln der Geschichte des italienischen Vordringens im Orient eine gewisse Rolle spielen. Die Fascisten benützten die Gelegenheit, um große politische Kundgebungen zu veranstalten. Der Bevölkerung wurde erklärt, nur Italien sei imstande, die gegenwärtige Krise zu beseitigen und dem Lande neue Eiibwicklungsrnöglichkeiten zu schaffen. Sollte Italien das Mandat über Palästina erhalten, so würde cs sofort ■die Steuerlast der Landbevölkerung bedeutend mildern und der Landwirtschaft große Kredite gewähren. Die Taktik der Fascisten brachte den Prinzen oft in peinliehe Verlegenheit, besonders in Haifa, wo die Begrüßung einen ausgesprochenen engHscliifeiivdlichen Charakter trug. In Regierungskreisen in Jerusalem hat diese Angelegenheit nicht blindlings Ihr Vertrauen, sondern überzeugen Sie sich durch einen unverbindlichen Besuch yon der reellen und ungewöhnlichen Kleiderstoffe, doppcltbrcit . S 1.90 KostUmstoffe, 140 breit S 2.90 Rips-Fagone, alle Farben . . S 3.90 Kleider-Rips, doppeltbreit. . S 4.90 Wipcord für Herrenanzüge . S 14.90 Kasha für Kleider . . . . S 2.90 Schotten und Pepita, dpplbrt. . S 2.50 Mantel-Covercoats, 180 breit S 8.90 Kasha, für Mäntel, 140 breit S 9.80 Herren-Anzugstoffe, 140 breit S 12.50 BiSIIgkait unserer Angebote En Horrenhomden, weiß und färblg S Herrenhemden mit Seidendamastbrust. 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(נ) Kd aaiiem (die ganze Welt) muß er sich z־u gute Freund machen, Und keinen Menschen, Lamdan (Gelehrten) oder Amhorez (Unwissenden) darf er auslachen. Kilan naohasch. bejukow (In Jakob ist keine Zauberei) ׳mag er wohl sagen, Aber das andere, was ich ihm verboten, tue er auch nicht in den Wind schlagen. Kuliom kefiechod (alle wie einer) werden ihn einen, Chochem nennen,